2. Liga: Aufstiegskampf spitzt sich zu

Von am 11. März 2019 – 9.43 Uhr 10 Kommentare

Nach dem 17. Spieltag der 2. Frauenfußball-Bundesliga ist der Aufstiegskampf spannender denn je zuvor. Neun Spieltage vor Saisonende haben noch rund ein halbes Dutzend Teams Aufstiegschancen.

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Logo der 2. Frauenfußball-Bundesliga © DFB

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Erster Anwärter auf den Aufstieg ist nun der SV Meppen, der nach dem 2:1 (2:0)-Sieg gegen den FSV Hessen Wetzlar als Tabellenvierter die derzeit besten Karten hat. Die drei führenden Teams sind allesamt Zweitvertretungen, die nicht aufstiegsberechtigt sind. Elisa Senß (33.) und Shiho Shimoyamada (42.) sorgten für die Halbzeitführung, Nadine Anstatt traf nach der Pause für die Gäste (64.).

Jena verliert Ostderby

Die weiteren Aufstiegsaspiranten leisteten sich allesamt Patzer. Der FF USV Jena unterlag im Ostderby beim 1. FFC Turbine Potsdam II mit 2:3 (0:3). Melissa Kössler (2.) und Dina Orschmann (27., 33.) trafen für die Gastgeberinnen, die Gäste aus Jena wachten erst zu spät auf und kamen durch Julia Arnold (72.) und Merza Julević (88. Elfmeter) zu späten Treffern.

Gütersloh schlägt Saarbrücken

Der 1. FC Saarbrücken verlor beim FSV Gütersloh 2009 mit 1:3 (0:2). Gentiana Fetaj sorgten mit zwei Treffern für einen Blitzstart der Gütersloher Gastgeberinnen (8., 17.), Lena Lückel erhöhte anfangs der zweiten Halbzeit (52.). Lena Ripperger gelang für die Gäste nur noch der Ehrentreffer (58.).

Fudalla-Hattrick bei Bayern-Kantersieg

Der 1. FC Köln kam beim FC Bayern München II gar mit 0:5 (0:4) unter die Räder. Dabei gelang Bayerns Vanessa Fudalla in der ersten Halbzeit ein lupenreiner Hattrick (5., 27., 29.). Leonie Köster (36.) und Leonie Weber (90.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

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Klarer Sieg für Weinberg

Der SV Weinberg 67 gewann gegen die SGS Essen II mit 4:0 (1:0). Die Tore erzielten Meike Wischgoll (10.), Nina Heisel (55.) und Ellen Riess (76., 82.).

Frankfurt dreht Partie

Der 1. FFC Frankfurt II gewann gegen den BV Cloppenburg mit 2:1 (1:1). Die Gäste gingen durch Jannelle Kalyn Flaws (24. Elfmeter) in Führung, noch vor der Pause gelang Caroline Krawczyk der Ausgleich (44.). Valentina Limani machte dann vom Strafstoßpunkt den Frankfurter Erfolg perfekt (71. Elfmeter).

Wolfsburg siegt mit Schult im Tor

Tabellenführer VfL Wolfsburg II kam mit Nationaltorhüterin Almuth Schult zwischen den Pfosten zu einem 3:0 (1:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim II. Katharina Runge (23.), Anna Hausdorff (56. Eigentor) und Lea Krüger (65.) sorgten für die Treffer.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Andreas sagt:

    müssten es nicht eigentlich noch 9 spieltage sein bei 14 mannschaften das man auf 26 kommt?

    (1) 1 Gesamt – 1 hoch – 0 runter
  • Markus Juchem sagt:

    @Andreas: Wurde bereits korrigiert, danke.

    (0) 2 Gesamt – 1 hoch – 1 runter
  • jochen-or sagt:

    Da wird die 2.Liga zur Witzveranstaltung.
    Die 2. Mannschaften der mit aufgekauften Nationalspielerinnen vollgesogenen Top 2 werden da sicherlich dauerhaft oben stehen.

    Da wird dann der 3. oder derzeit gar 4. und 5.die Bundesliga – und dies mutmaßlich für 1 Jahr – „bereichern“.

    Herrliche Aussichten.

    (10) 22 Gesamt – 16 hoch – 6 runter
  • WAC sagt:

    Zum Spiel in Meppen: Bei einigermaßen lausigen Bedingungen mit Dauerregen bei kühlen vier Grad hat der SV Meppen mit gerade mal einer besseren Viertelstunde zum Ende der ersten Halbzeit, in der die zwei Tore fielen, wackere Wetzlarerinnen schlagen können. In der zweiten Halbzeit hat dann sogar der FSV das Spiel einigermaßen in den Griff bekommen, auch weil der SVM sich sehr zurücknahm und die Spielerinnen sich wohl nach einer heißen Dusche sehnten. Eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichterteams, nämlich die Aberkennung des Ausgleichtors wegen Abseits, hat dann dem SVM die drei Punkte gebracht.
    Das Spiel fand leider nicht im Stadion statt, sondern auf dem Kunstrasenplatz dahinter, was dafür sorgte, dass auch die höchstens 100 Zuschauer ordentlich nass wurden.
    Damit hat der SVM nun tatsächlich den Aufstiegsplatz inne und das nächste Spiel in Saarbrücken wird wegweisend.

    (5) 5 Gesamt – 5 hoch – 0 runter
  • Per Larssen sagt:

    @jochen-or
    Natürlich sieht es, zumindest optisch, nicht gut aus, wenn nach aktuellem Stand der 4. oder 5. der Tabelle aufsteigen würde. Das Problem sehe ich aber nicht vorrangig darin, dass die Zweitvertretungen, seien es nun Wolfsburg, Hoffenheim oder München, auf den Plätzen 1-3 stehen. Viel bedenklicher ist es doch, dass diese sehr jungen Teams (der Altersdurchschnitt bei Wolfsburg, München und Hoffenheim liegt teilweise unter 19!), den zum Teil gestandenen übrigen Zweitligateams zeitweise in zum Teil doch erschreckenenen Maße überlegen sind.

    Wenn diese Teams, sei es nun aktuell Köln, Meppen oder Saarbrücken, um nur einige zu nennen, sich schon nicht gegen die sehr jungen Zweitvertretungen durchsetzen können, zeigt dass nur umso deutlicher, wie wenig Chancen diese Teams in Liga 1 hätten.

    Und es mag doch wohl keiner glauben, dass diese Teams auf einmal nur dadurch besser würden, wenn die Zweitvertetungen der etablierten Bundesligateams nicht in der 2. Liga spielen würden.

    Das Beispiel Mönchengladbach, die in der letzten Saison doch – relativ – souverän die Meisterschaft in der 2. Liga Nord geholt haben und jetzt in der 1. Liga so schlecht wie schon lange kein Team mehr vor ihnen untergehen, zeigt dies nur zu deutlich. Da hilft es ihnen dann auch nix, Zweitligameister gewesen zu sein.

    Womit wir bei einem Thema aus einem anderen Tread wären: natürlich konnte (in der Vergangenheit) und kann (aktuell) die deutliche Vorherrschaft einzelner Teams in der 1. Bundesliga beklagt werden, viel bedenklicher finde ich aber auf der anderen Seite, dass auch finanziell durchaus gut aufgestellte „Männervereine“ wie Köln, Bremen, Gladbach oder Leverkusen immer wieder deutlich machen, dass der Frauenfußball für sie völlig uninteressant ist!

    Und von daher ist es völlig egal, ob solche Vereine nun jeweils als Zweitligameister (wie zuletzt Leverkusen und Mönchengladbach) in Liga 1 aufsteigen oder ob in diesem Jahr nun eine aufstiegsberechtigte Mannschaft als Vierter oder Fünfter aufsteigt. Sie sind in beiden Fällen schlicht für die 1. Liga nicht wettbewerbsfähig. Un ein wesentlicher Unterschied zwischen der eingleisigen und zweigleisigen 2. Bundesliga liegt meiner Meinung darin, dass diese fehlende Wettbewerbsfähigkeit für Liga 1 jetzt – ich sage ausdrücklich: leider – schon vor dem Aufstieg deutlich wird.

    (20) 22 Gesamt – 21 hoch – 1 runter
  • Aldur sagt:

    Per Larssen sagt:
    „Und es mag doch wohl keiner glauben, dass diese Teams auf einmal nur dadurch besser würden, wenn die Zweitvertetungen der etablierten Bundesligateams nicht in der 2. Liga spielen würden.“

    Warum nicht? Dann wären die ambitionierten Spielerinnen der jetzt dominierenden Zweitvertretungen nämlich gezwungen, sich genau so einem Team anzuschließen, um auf demselben Niveau spielen zu können.

    (0) 20 Gesamt – 10 hoch – 10 runter
  • Carly B sagt:

    @ Aldur
    darin beruht meine Hoffnung auf die Zukunft der 2.Liga. Bedingt durch die Altersbegrenzung der Zweitmannschaftspielerinnen hoffe ich, dass vermehrt Spielerinnen die diese Altersgrenze überschreiten- und in Ihrer Lebensplanung (z.B. Studium oder Ausbildung) sicherer sind- sich anderen Vereinen anschließen und diese verstärken werden. Dadurch wird sich die Kluft zwischen den Zweitvertretungen und den übrigen Ligavereinen wohl verringern und zudem die Chancen auf den Klassenerhalt für die Aufsteiger in die 1. Liga vergrößern.

    (4) 8 Gesamt – 6 hoch – 2 runter
  • Fan2 sagt:

    Ich stimme jochen-or zu, die 2. Liga wird immer mehr zur Witzveranstaltung.

    Das, was man vergisst, ist, dass die Zweitvertretungen effektiv trotzdem mindestens noch ein 4faches von dem haben, was die Erstvertretungen haben. Zudem sollte man nicht vergessen: Meppen, Saarbrücken, Jena, alle sind sie selbst auch Ausbildungsclubs. Das bringt da nichts, wenn bei den anderen Clubs auch nur noch Ausbildungsclubs zugelassen werden, da werden dann wenn überhaupt noch die Talente streitig gemacht.

    Effektiv hat das nichts großartig verändert. Potsdam hat die Liga früher auch schon mit nem Kader dominiert, der weit unter 20 Jahren im Schnitt war. Eine U20 bringt hier also nichts. Da müsste man schon konsequent auf U18 oder sogar U17 gehen.

    Aber selbst dann: In der 2. Liga schlägt sich die Budgetdifferenz noch viel stärker nieder als in der 1. Liga, noch dazu, wenn Zweitvertretungen Zugang zu aller Hardware der Erstvertretungen haben.

    Die einzige sinnvolle Konsequenz, die ich sehe, wäre, dass sich die Zweitligateams absprechen und keines von ihnen die Lizenz für die erste Liga beantragt. Nur so wäre es möglich, dass der DFB vielleicht einmal aufwacht. Aber das wird kaum passieren: Stattdessen werden sich wieder zwei Clubs als Zielscheiben missbrauchen lassen im nächsten Jahr, wie jedes Jahr. Der Abstand wird nicht kleiner, er wird immer größer.

    Und wenn es ganz dramatisch läuft, dann könnte es so sein, dass es im nächsten Jahr noch eine 2. Mannschaft mehr geben wird, wenn Sand II und Werder II aufsteigen und Essen II und Wetzlar absteigen sollten.

    Wie man es auch dreht und wendet, jede noch so gut gemeinte Reform, die wir bisher in Deutschland hatten, hat genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie bewirken sollte.

    Ich gehe davon aus, dass wir in Deutschland in 20 Jahren nur noch eine sehr kleine 1. Liga haben werden, und eine eingleisige 2. Liga schon mal gar nicht. Bis dahin werden so viele Vereine Konkurs angemeldet haben, dass man kaum noch genügend Clubs für eine erste Liga zusammen bekommen wird. Ich sehe schon amerikanische Verhältnisse auf uns zukommen: Eine Liga mit 6 bis 8 Mannschaften, ohne Aufstieg und Abstieg, während die anderen Teams unter ferner liefen in einem Amateurligensystem regional unterwegs sein werden. Und von Zuschauerzahlen jenseits der 500 wird man dann nur noch träumen.

    (-8) 10 Gesamt – 1 hoch – 9 runter
  • Helmut sagt:

    @Aldur
    Du glaubst doch nicht ernsthaft das eine 16jährige Julia Pollack, die in Ebersberg noch in die Schule geht, alles hin wirft und nach Jena oder Köln geht nur weil sie in München nicht mehr spiele kann?

    Sie würde möglicherweise gar nicht mehr spielen.

    Nicht jede Stadt hat eine von Bund finanzierte Sport-Elite-Schule die Frauenfußball fördern sowie Freiburg, Potsdam und Essen (ach so ein Zufall)

    (0) 10 Gesamt – 5 hoch – 5 runter
  • Uwe Hortig sagt:

    @jochen-or und Fan2: Ich sag schon lange, 2. Mannschaften raus aus der 2. Liga. Das gibts im Männerbereich ja auch nicht.

    (0) 6 Gesamt – 3 hoch – 3 runter

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