U17-WM: Niederlage für DFB-Frauen

Von am 17. November 2018 – 23.53 Uhr 10 Kommentare

Die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalelf hat nach dem Auftaktsieg gegen Nordkorea ihr zweites Gruppenspiel bei der U17-WM in Uruguay gegen Kamerun verloren.

Julia Pollak (re.) versucht einen Schuss der Kamerunerin Marie Manga zu blocken

Julia Pollak (re.) versucht einen Schuss der Kamerunerin Marie Manga zu blocken © imago / Agencia EFE

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Gegen USA verlieren verboten

Alice Kameni sorgte mit ihrem Treffer in der 54. Minute für einen 1:0 (0:0)-Erfolg der Westafrikanerinnen. Somit benötigt die DFB-Elf am Mittwoch, 21. November (21 Uhr, Eurosport live) im abschließenden Gruppenspiel gegen die USA zumindest ein Remis, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Zwei Veränderungen in der Startelf

Im Vergleich zum Auftaktspiel nahm Trainerin Ulrike Ballweg zwei Veränderungen vor: Pauline Berning spielte im Mittelfeld für Gia Corley, Sophie Weidauer ersetzte im Sturm Ivana Fuso.

Spielerische Mittel fehlen

Gegen die körperlich überlegenen und recht rustikal spielenden Afrikanerinnen fanden die DFB-Frauen zu keiner Zeit spielerische Mittel, um die gegnerische Defensive aus den Angeln zu heben. Bereits in der ersten Halbzeit hatte Kamerun die besseren Gelegenheiten. Erst nach dem Rückstand fand die DFB-Elf etwas besser ins Spiel, die einzige gute Chance hatte Sophie Weidauer mit einem Schuss, der knapp vorbei ging (57.).

Ballweg: „Leistung hat nicht gereicht“

Ballweg bilanzierte: „Wir haben heute leider nicht viel von dem umsetzten können, was wir uns vorgenommen hatten. Im Torabschluss hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. Mit ein wenig mehr Glück, wäre ein Unentschieden sicherlich drin gewesen. Für einen Sieg hat unsere Leistung nicht gereicht.“

Trotz Niederlage an der Spitze

Nach dem 3:0 (2:0)-Sieg Nordkoreas gegen die USA haben derzeit alle vier Teams drei Punkte auf der Habenseite. Die DFB-Frauen liegen dank des besseren Torverhältnisses auf Platz 1 vor Nordkorea, den USA und Kamerun.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Leider musste unsere U17 nach dem tollen Auftaktsieg gegen Nordkorea gestern den ersten Rückschlag hinnehmen: 0-1 gegen Kamerun!

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich das ein bisschen befürchtet hatte. Denn die Kamerunerinnen sind mit ihrer ‚unorthodoxen‘ Taktik, ihrer ‚rustikalen‘ Spielweise und ihren athletischen Spielertypen, vor allem den schnellen Stürmerinnen, genau die Art von Gegner, die der deutschen Mannschaft nicht liegt.

    Was hatte man sich nicht alles vorgenommen! Hinten kompakt stehen und vorne die Torchancen nutzen. In der Defensive konzentriert zusammenarbeiten und in der Offensive versuchen, mit wenigen Ballkontakten die gegnerische Zuordnung aufzubrechen und so Räume zu schaffen, die für Torabschlüsse genutzt werden können. So sah der Plan von Trainerin U.Ballweg aus. Doch mit der Umsetzung haperte es. Im relativ ‚hoch‘ stehenden deutschen Abwehrverbund kam es immer wieder zu ‚lokalen Unkompaktheiten‘ (man könnte auch sagen: riesigen Löchern!), in die die schnellen Spitzen Kameruns hineinstoßen konnten. Teilweise wurden E.Bernhardt & Co. schlicht überlaufen und nur die gegnerische Abschlussschwäche und die aufmerksame W.Willebrandt im deutschen Tor verhinderten in der ersten Halbzeit noch einen Rückstand. Vor allem auf der rechten Abwehrseite, die schon gegen Nordkorea die ‚Achillesferse‘ war, war die DFB-Elf anfällig. Unglückliche Aktionen von C.Blümel und L.Donhauser führten dann auch zum kamerunischen Siegtreffer durch A.Kameni (54.).
    Die erhofften Räume in der Offensive gab es zumindest in der 1.Halbzeit tatsächlich noch ab und zu, doch konnten sie nicht für Torabschlüsse genutzt werden, weil häufig schon der erste Ballkontakt von S.Martinez oder S.Weidauer misslang und die schon überspielten kamerunischen Verteidigerinnen wieder in den Zweikampf kamen. Die Statistik liest sich aus deutscher Sicht zwar recht freundlich (62% Ballbesitz, 17-9 Schüsse), aber wenn wir ehrlich sind, war lediglich ein einziger Schuss (von P.Berning) halbwegs gefährlich. Das ist zuwenig, so dass unterm Strich die Niederlage in Ordnung geht, auch wenn sich die Afrikanerinnen in der Schlussphase durch Schauspielerei und übertriebenes Zeitspiel die Sympathien auch des neutralen Publikums verscherzten.

    Rätselhaft bleibt, warum die gegen Nordkorea überzeugenden G.Corley und I.Fuso nicht mal eingewechselt wurden. (überhaupt schöpfte Ballweg das Wechselkontingent nicht voll aus). Angeschlagen? Oder wollte man die beiden für das Offensivspiel der deutschen Mannschaft wohl wichtigsten Spielerinnen nicht der ’nickeligen‘ Spielweise Kameruns aussetzen?

    Um mit etwas Positivem aufzuhören: wir sind immer noch Tabellenführer und brauchen im letzten Spiel gegen die USA (die nach der 0:3-Niederlage gegen Nordkorea auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen dürften) lediglich noch einen Punkt, um das Viertelfinale zu erreichen.
    Am Mittwoch gilt es jetzt, noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Ihr packt das, Mädels!

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  • Witzfigur sagt:

    Mir fällt es schwer auch nur annähernd einen positiven Umstand zu nennen! Nicht nur wegen der riesigen Enttäuschung, die anstelle der Euphorie getreten ist, sondern weil ich nichts, aber auch gar nichts von der breiten Brust, die man aus dem deutlichen Auftaktsieg erwarten konnte, sah. War man da eventuell in Gedanken schon im VF?
    Das den dt. Teams afrikanische nicht unbedingt liegen, ist ja hinlänglich bekannt, aber genauso weiß man auch, wie man sie bespielen muss, aber anscheinend eine Ballweg nicht. Unsere Mädels ließen sich von der hektischen, überhasteten Spielweise des Gegners mitreissen, anstelle ihr erfolgreiches, techn. Spiel durchzuziehen. Mehrfach mußte ich über Martinez‘ total übereilte Abschlüsse den Kopf vor Unverständnis schütteln. Aber auch andere folgten ihrem Beispiel. Eine hohe Zahl techn. und taktischer Fehler trugen ihren Teil dazu bei, dass man die dt. Mannschaft nicht wieder erkannte.
    Fakt ist, das ich nie und nimmer eine Niederlage, und erst recht nicht auf diese Art, auf dem Zettel hatte. Mit welchem Selbstvertrauen will man jetzt in die letzte Partie gehen?
    Wenn zuviel eitel Sonnenschein am Start sind, noch so ein gutes Teammiteinander herrscht, vermeidbare und uneingeplante Niederlagen sind noch nie ein guter Begleiter gewesen.
    Für den Zuschauer waren das jedenfalls 2 Spiele, die kontrastreicher kaum sein können – himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt! Was kommt als Nächstes?

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  • pinkpanther sagt:

    @Witzfigur: “ himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt! Was kommt als Nächstes?“
    Ich sage mal: Wiederauferstehung gegen ein verunsichertes Team USA 😉

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  • HFVFAN sagt:

    ergänzend zum Witzfigur-Kommentar könnte man noch sagen:
    mit Horst auf der Bank wäre das nicht passiert.
    Der Siegeswille wurde von Angst überschattet. Die Folge viele technische Fehler speziell Ballannahme und Abspielfehler. Der Ball wurde zulange geführt sodas es immer zu den unsportlichen, unfairen Attaken des Gegners kam. Dazu mußte aber auch eine Laufbreitschaft dasein, die fehlte bei vielen Phasen im Spiel.
    Ich habe mich sehr geärgert über die schwache Leitung von der der Bank.
    Der Mannschaft fehlte die Unterstützung und genaue Strategie(Plan) von der Bank.

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  • holly sagt:

    Ohne v.fuso und g.corley ist die Mannschaft nur die Hälfte wert.

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  • ollerRentner sagt:

    Mir sind eigentlich nur zwei Sachen aufgefallen, die das Spiel der Mädels wohl aus dem Konzept gebracht haben: Hoher körperlicher Einsatz der Kamerunerinnen, teils auch überhart und von dem Schiedsrichterteam zugelassen, sowie die Schnelligkeit der Angreiferinnen von Kamerun, denen nicht wirklich etwas entgegen gesetzt werden konnte.

    Vor allen Dingen die Schnelligkeit der Angreiferinnen hat die Mannschaft wohl deutlich verunsichert, weil dadurch jeder Ballverlust beim Aufbau sofort zu hochgefährlichen Situationen führt.

    Zu was es führen kann, wenn die Angreiferinnen sichtbar schneller, als die Abwehrspielerinnen sind, konnte man auch vorhin beim Pokalspiel Essen gegen Freiburg (0:4) gut sehen.

    Aber noch ist die Niederlage ohne Bedeutung, weil ein Unentschieden oder ein knapper Sieg gegen die USA ausreichen. Wenn ich das richtig verstehe (den Modus bei Punktgleichheit) würdee sich das Team auch bei einem Sieg gegen Kamerun kommende Woche keine (höhere) Niederlage gegen die USA leisten können, wenn Nordkorea gegen Kamerun gewinnt.

    Letztendlich hat sich die Ausgangssituation für das Spiel am Mittwoch nicht wesentlich geändert.

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  • SCF Klausi sagt:

    Ich möchte das Spiel unserer U17 nicht schön schreiben,aber ich habe bei den Frauen und Mädchen noch nie ein Team gesehen,dass so unfair gespielt hat wie Kameruns U17.Und die mexikanische Schiedsrichterin gehört auch schnellst möglich aus dem Verkehr gezogen,weil sie nichts dafür getan hat solch eine ruppige Spielweise zu unterbinden.

    Wenn der Gegner generell nur auf die Knochen geht kann kein vernünftiger Spielfluss entstehen.

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  • ollerRentner sagt:

    @SCF Klausi sagt: „…aber ich habe bei den Frauen und Mädchen noch nie ein Team gesehen,dass so unfair gespielt hat wie Kameruns U17…“.

    Leider doch, und zwar Simbabwe bei den Olympischen Spielen 2016 (https://www.augsburger-allgemeine.de/sport/Nach-Horrorfoul-Olympia-fuer-Simone-Laudehr-schon-gelaufen-id38694162.html).

    Afrikanische Frauenmannschaften scheinen oft rustikalere Spielweisen zu pflegen. Darauf wiesen die Reporter damals auch hin.

    Ich hatte aus diesem Grund vor dem Spiel schon einige Befürchtungen, aber glücklicherweise hat sich scheinbar keine Spielerin schwerer verletzt.

    Die Schiedsrichterleistung war allerdings wahrlich nicht sonderlich ansprechend.

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  • holly sagt:

    Das foul an greta in der 2 hz war eine glatt rote Karte .

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  • FFFan sagt:

    @ Witzfigur:
    „Das[s] den dt. Teams afrikanische nicht unbedingt liegen, ist ja hinlänglich bekannt, aber genauso weiß man auch, wie man sie bespielen muss, aber anscheinend eine Ballweg nicht.“

    Tatsächlich ist das Trainerteam von der kamerunischen Taktik offenbar komplett überrascht worden! Im Spiel CMR-USA glaubte man erkannt zu haben, dass die Kamerunerinnen das Spiel mit flachen Pässen von hinten heraus aufbauen, wobei ihnen unter Druck häufig Fehlabspiele unterlaufen. Der Plan war daher, durch Angriffspressing Ballverluste zu provozieren und so zu Torchancen zu kommen. Das ging jedoch total ‚in die Hose‘, weil Kamerun gegen Deutschland entgegen den Erwartungen voll auf ‚lange‘ Bälle setzte. So wurde das Angriffspressing überspielt und die schnellen Stürmerinnen trafen auf eine schlecht organisierte ‚Restverteidigung‘. Da hat es jedesmal ‚gebrannt‘! Enttäuschend war, dass darauf keine Reaktion von der Trainerbank in Form einer taktischen Umstellung erfolgte.
    Andersrum haben die ‚Löwinnen‘ die deutschen Abwehrspielerinnen schon an deren Strafraum mit mehreren Spielerinnen angegriffen und so den Spielaufbau des DFB-Teams extrem erschwert. Das sah dann so aus: Torhüterin W.Willebrandt hatte den Ball, die Halbverteidigerinnen standen ‚breit‘ rechts und links neben dem Strafraum, G.Stegemann im Zentrum war ‚zugestellt‘ und auch die Flügelspielerinnen nicht anspielbar. So blieb (nach mehreren Querpässen zwischen Willebrandt, Blümel und Bernhardt) meist nur der lange Schlag nach vorne, wo der Ball idR gleich verloren wurde. Auf diese Weise zwang Kamerun uns ihr Spiel auf anstatt umgekehrt. Auch für dieses Problem wurde lange keine Lösung gefunden.
    Erschwerend kam hinzu, dass sich die deutschen Spielerinnen von der harten Gangart des Gegners nach und nach ‚den Schneid abkaufen ließen‘ und Zweikämpfen eher aus dem Weg gingen.
    Sorgen macht mir außerdem der Fitnesszustand der Mannschaft. Sowohl gegen Nordkorea als auch jetzt gegen Kamerun schien bei fast allen deutschen Spielerinnen nach 70 Minuten der ‚Tank‘ (oder meinetwegen auch der ‚Akku‘) leer zu sein und sie hatten nichts mehr ‚zuzusetzen‘. Das könnte gegen die USA zum Problem werden.

    @ Rentner:

    Wo du gerade das „Horror-Foul“ an S.Laudehr erwähnst: der Tritt von Mefire gegen das Sprunggelenk von G.Stegemann war kaum weniger schlimm und in jedem Falle ‚dunkelgelb‘! Da habe ich echt um die Gesundheit der Freiburgerin gebangt…

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