Marta zum 6. Mal Weltfußballerin, Marozsán Zweite

Von am 25. September 2018 – 8.32 Uhr 21 Kommentare

Die Brasilianerin Marta ist in London zum sechsten Mal nach 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 als FIFA-Weltfußballerin ausgezeichnet worden. DFB-Kapitänin Dzsenifer Marozsán landete nur knapp dahinter auf Platz 2.

Dzsenifer Marozsán wurde Zweite bei der Wahl zur FIFA-Weltfußballerin

Dzsenifer Marozsán wurde Zweite bei der Wahl zur FIFA-Weltfußballerin © imago / Picture Point LE

Die 32-jährige Marta setzte sich mit 14,73% aller Stimmen knapp gegen ihre Konkurrentinnen Dzsenifer Marozsán (12,86%) und Ada Hegerberg ((12,60%, beide Olympique Lyon) durch.

Anzeige

Knappe Entscheidung

Ingesamt war es eine der engsten Entscheidungen aller Zeiten.

Denn auch die vierplatzierte Megan Rapinoe (11,64%) und die fünfplatzierte Pernille Harder (10.08%) sind nicht weit von der Spitze entfernt.

Pedros ist Welttrainer

Zum Welttrainer des Jahres wurde Reynald Pedros (Olympique Lyon) gekürt. Er erhielt 23,15% aller Stimmen.

Jetzt lesen
1. FFC Frankfurt feiert 20. Geburtstag

Schlagwörter: ,

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • Zaunreiter sagt:

    Marta…okay…
    Dabei fällt mir wieder ein wie die Red Stars und damit auch Sam Kerr die Orlando Pride aus dem Rennen um die play-off-Plätze warfen.
    Ich hab mir noch angeschaut, wie die Top Ten tatsächlich aussehen und dann wer für wen gestimmt hat.

    Hier sind die Top Ten:
    https://img.fifa.com/image/upload/o1m6b5xups6mdzeq454o.pdf?_branch_match_id=521414485234558380

    Und hier ist die Liste mit den Votes:
    https://img.fifa.com/image/upload/lv0pa4mjlvmuktxj0v3e.pdf?_branch_match_id=521414485234558380

    Und da hab ich mich gefragt, wer ist eigentlich Gunnar Meggers? Bei google fand ich, dass er beim kicker arbeitet und er ein „Hobbymaler aus Leidenschaft“ ist und unter „meggis-malstube“ firmiert. Ein Hobbymaler…
    Wen finde ich noch unter „media“? Alex Scott – wie hat sie das geschafft?

    Nun, zu den anderen Votenden. Meinen eigenen Vorstellungen am nächsten kamen Martina Voss-Tecklenburg, Jill Ellis, Carli Lloyd, Lydia Williams, die thailändische und die philippinische Trainerin – ach und Marta als Kapitänin selbst. 😉

    Es ist auch kein Wunder, wenn man sich die Votes von Henry und Marozsan anschaut – als jeweilige Kapitäninnen – dass sie sich für ihre Mannschaftskameradinnen entschieden. Wer will noch zusätzlich Stress in der „Weltauswahl“ von Lyon haben. 😉

    Mein Fazit: Das Wahlsystem gehört reformiert.

    (11)
  • Bernd sagt:

    @ Zaunreiter
    Herzlichen Dank für die links!
    Wirklich interessant wer wen nominiert hat!
    Bei einigen Votes ist recht offensichtlich, wo sie spielen oder wen sie trainieren. Marozsán war auch nicht in der Lage über den Tellerand zu schauen.
    M.Voss-Tecklenburg hat hingegen unabhängig gevotet und ist nicht der Versuchung erlegen ihre zukünftige Spielerin zu benennen. Respekt!

    (6)
  • balea sagt:

    Ich finde sehr auffällig, dass insbesondere die Medienvertreter weitgehend Unsinn gevotet haben. Die meisten gucken sich vermtl bestenfalls das CL Finale an und das wars dann. Eine ziemliche Unverschämtheit! Ein weiteres Beispiel, wie schädlich es ist, wenn die medialen und finanziellen Strukturen des MFs den FF adoptieren bzw kannibalisieren.
    Es wäre schön, mal eine Liste zu sehen, die jeweils nach den einzelnen „Sektionen“ ausgewertet wurde. Mein Respekt zB an die Captains von Bahrein und Bangladesh – die scheinen sich nicht wie viele andere nur in ihrem kleinen „Privatgarten“ auszukennen, sondern haben das ganze Bild im Blick.
    Zaunreiter hat mit seinen Anmerkungen völlig Recht.

    (4)
  • shane sagt:

    rainer fussgaenger hat auf seinem (schwedischen) blog (damfotbollblog.wordpress.com) auch drauf geschaut. und alternativ mal noch die rangfolge angeschaut, wenn nur die top25 nationen der frauen-fifa rangliste einbezogen werden (unter der annahme, dass die einen relativ guten ueberblick haben sollten – ob das berechtigt ist, kann mensch natuerlich diskutieren). da gewinnt jedenfalls pernille harder recht deutlich.

    (6)
  • Fan2 sagt:

    Immer wieder dieselbe Leier. Nur zur Info: Als Nadine Keßler oder Nadine Angerer Weltfußballerin wurde, gabs genau dieselbe Diskussion, nur umgekehrt. Da wollte man auf einmal von dem allen gar nichts wissen.

    Eine scheinheilige Diskussion, die halt immer so verläuft, wie man es braucht, um seine eigene Meinung zu begründen.

    Erst nehmen kann man eine solche Wahl in einem Jahr ohne großes interkontinentales Turnier ohnehin nicht, da es lediglich im Jahr maximal 3-4 Spiele gibt, in denen die Spielerinnen tatsächlich gegen Gegner auf allerhöchstem Niveau spielen, wenn sie Glück haben. Zu einem Aufeinandertreffen der Besten der Besten kommt es in solchen Jahren überhaupt nicht wegen dem großen Teich.

    Ansonsten muss man schon sagen, dass hier viele doch ein sehr eurozentrisches Weltbild haben!

    (1)
  • Zaunreiter sagt:

    Sheldon aka Fan2, ich hätte da ein paar Anmerkungen.

    Dein letzter Satz ist klar, aber es hätte ihn nicht wirklich bedurft.
    Für die diesjährige Wahl unbedeutend ist die Tatsache, daß Lindsey Horan vor einer Woche zur MVP in der NWSL gewählt wurde. Für den Abstimmungszeitraum halte ich es aber für wichtig, festzustellen, dass letztes Jahr Sam Kerr diese Auszeichnung bekam. Gleichzeitig war sie Asiens Fußballerin des Jahres.
    Ein bischen später – wurde Julie Ertz zur USWNT-Spielerin des Jahres gewählt.
    Das ist so, als wenn beide „Nordamerikas Fußballerin des Jahres“ in 2017 waren. Gibt es natürlich nicht. Aber von der Wertigkeit zu „Europas Fußballerin des Jahres“ her ähnlich einzuschätzen.

    Im Juli fand in Florida ein interkontinentaler Vergleich zwischen NC Courage, Lyon, PSG und ManCity statt. Lyon, in der Saisonvorbereitung verlor gegen NC Courage, die ihre besten Spielerinnen für das Tournament of Nations abstellen mussten. Also: NC Courage ohne Mewis, Dahlkemper, Zerboni, Dunn und Mathias gewann gegen OL in Bestbesetzung – ohne Marozsan.

    Will heissen: Auch in Nicht-WM oder -olympischen Jahren kann man seinen Blick über den großen Teich richten.

    Ach..und bevor ich das vergesse: Zu meinem großen Bedauern heuert Jessica Fishlock bei Lyon an. Was sie da will, weiß ich nicht. Vielleicht um mehr Geld auf der Bank sitzend zu verdienen.
    Ersatz ist auch schon gefunden, denn Elise Kellond-Knight wurde von den Reign verpflichtet. Gleichwertig empfinde ich den aber nicht.

    (1)
  • Fan2 sagt:

    @Zaunreiter: Soweit meine Zustimmung dazu. Danke für den Hinweis auf das ICC, das war ja schon sowas wie eine kleine Club-WM.
    Wobei man da sagen muss, dass die Voraussetzungen natürlich andere waren, da die Liga in den USA noch lief. Dennoch beachtlich.

    Nicht nur die USA aber ist zu beachten, genauso eben auch der asiatische Raum mit Japan und durchaus auch Australien. Und das auch angesichts der Tatsache, dass es bei der letzten WM gerade mal 3 europäische Mannschaften ins Viertelfinale geschafft haben.

    (1)
  • shane sagt:

    @Fan2: aber genau unter einbeziehung der ausser-europaeischen frauenfussballwelt ist die wahl martas (und dahinter maro und hegerberg) zur weltfussballerin 17/18(!) umso unverstaendlicher.

    (0)
  • FFFan sagt:

    Für alle ‚Zukurzgekommenen‘ gibt es am 3.Dezember eine neue Chance: dann wird die Konkurrenzauszeichnung „Ballon d’Or“ durch die Zeitschrift „France Football“ vergeben. Dabei wird in diesem Jahr erstmals auch die „Fußballerin des Jahres“ geehrt!

    https://web.de/magazine/sport/fussball/ballon-dor-kuenftig-fussballerin-jahres-33179530

    P.S. @ Zaunreiter: ‚K-K‘ ist kein direkter Ersatz für Fishlock, die an Lyon nur ausgeliehen ist und im Frühjahr zurückkehren wird!

    (2)
  • enthusio sagt:

    Dzsenifer Marozsáns Gesundheitszustand bessert sich langsam wieder. Sie kann inzwischen wieder Athletiktraining absolvieren, der Einstieg ins Teamtraining wird allerdings noch einige Wochen dauern.

    http://www.kicker.de/news/fussball/frauen/startseite/732568/artikel_marozsan_teamtraining-im-blick.html

    (2)
  • sonic sagt:

    Da es mich interessiert hat, habe ich mal die einzelnen Gruppen ausgezählt. Für den ersten Platz gab es 5 Punkte, für den zweiten 3 Punkte und für den dritten 1 Punkt (wie es halt in der Übersicht angegeben ist).

    Die letzte Spalte gibt an, wie oft die Sportlerin insgesamt in die Top 3 gekommen ist.

    Mit welcher Mathematik man am Ende auf Marta kommt, weiß ich allerdings nicht. Ich denke nicht, dass ich mich so extrem vertan habe. Vielleicht hat ja einer hier zuviel Zeit und kann das gegenchecken.

    | Kapitäne | Trainer | Medien | Gesamt | Anzahl Top 3
    Hegerberg | 103 | 135 | 283 | 521 | 145
    Maroszan | 178 | 167 | 143 | 488 | 154
    Rapinoe | 220 | 188 | 66 | 474 | 140
    Marta | 164 | 153 | 119 | 436 | 150
    Harder | 128 | 154 | 138 | 420 | 130
    Renard | 119 | 98 | 102 | 319 | 105
    Bronze | 72 | 93 | 153 | 318 | 122
    Kerr | 107 | 87 | 95 | 289 | 103
    Henry | 103 | 99 | 72 | 274 | 106
    Kumagai | 75 | 95 | 98 | 268 | 114

    (1)
  • adipreissler sagt:

    @sonic
    Du hast die Fans vergessen.

    (0)
  • Fan2 sagt:

    Also ich habe das mal Stichprobenartig korrigiert und komme zu ähnlichen Ergebnissen. Sollte der FIFA da ein unbemerkter Rechenfehler passiert sein und die falsche Spielerin zur Weltfußballerin gewählt worden sein? In jedem Fall können diese Stimmen in keinem Fall zu dem vorliegenden Ergebnis geführt haben, gerade auch deshalb nicht, weil Marozsan in allen erdenklichen Kategorien vor Marta lag.

    Was ich mir aber vorstellen könnte, ist, dass das nicht die einzigen Stimmen waren, die in die Wahl eingeflossen sind. Gab es letztes Jahr nicht ein Fan-Online-Voting, dass unter anderem dazu geführt hat, dass eine unbekannte Venezuelanerin 3. bei der Wahl wurde? Vielleicht gab es sowas dieses Jahr auch.

    (0)
  • shane sagt:

    Das… ist eine sehr gute frage, sonic. ich rechne 3pt mehr fuer marta, aber die machen ja nun das kraut auch nicht fett. :O

    interessant an deiner aufstellung auch, dass rapinoe trainer&kapitaene gewinnt, bei den medien aber weit zurueckliegt, wo hegerberg wiederum ueberdeutlich gewinnt.

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ sonic:
    „Mit welcher Mathematik man am Ende auf Marta kommt, weiß ich allerdings nicht. Ich denke nicht, dass ich mich so extrem vertan habe.“

    Du denkst also, dass sich die FIFA extrem vertan hat? 😀

    Du übersiehst, dass es neben Trainern, Kapitänen und Medienvertretern auch noch die Fans gibt! Deren Abstimmungsverhalten ist zwar nicht detailliert ‚aufgeschlüsselt‘, aber fest steht, dass jede der vier Gruppen jeweils 25% ‚Stimmkraft‘ hat.

    (0)
  • sonic sagt:

    Dann heißt die Mathematik Fan-Voting ;). Das hatte ich nicht auf dem Schirm.

    Da das Fan-Voting 25 % ausmacht, habe ich anhand der angegebenen Prozente noch die Punkte ausgerechnet, die die Kandidatinnen im Voting erreicht haben müßten (bis auf ein paar Rundungsfehler).

    https://resources.fifa.com/image/upload/full-voting-breakdown-the-best-fifa-football-awards-2018.pdf?cloudid=o1m6b5xups6mdzeq454o

    Die Gesamtzahl der Stimmen ergibt sich aus 9 Stimmen pro Abstimmenden x 4 Gruppen x 141 Länder = 5076

    Kandidatin | Fan-Voting | Gesamt
    Marta | 312 | 748
    Maroszan | 165 | 653
    Hegerberg | 118 | 639
    Rapinoe | 117 | 591
    Harder | 92 | 512
    Bronce | 121 | 439
    Henry | 138 | 412
    Renard | 81 | 400
    Kerr | 55 | 344
    Kumagai | 70 | 338

    (2)
  • Zaunreiter sagt:

    shane, das kann ich dir erklären…
    „pinoe“ ist zwar auch ähnlich extroviert wie Hegerberg, aber die ist lautstärker. Will heissen – da die Medien weltweit etwas konservativer als gedacht sind, ist ihnen doch eine heterosexuelle Hegerberg lieber als eine lesbische Rapinoe, die dazu auch noch die „Rednecks“ und die Klerikalfaschisten in den USA erzürnt(e), weil sie sich mit Colin Kaepernick solidarisiert(e). – Kürzlich zu sehen an den ganzen Irren, die ihre Nike-Ausstattungen verbrannten, weil Nike einen Werbe-Clip mit Kaepernick machte.
    Und eine Hegerberg, die sich objektiv ins eigene Fleisch schneidet, weil sie lautstark Reformen in Norwegen forderte und das norwegische Nationalteam sich trotzdem ohne sie für die WM qualifizierte. Wenn ich Trainer der Norwegerinnen wäre, würde ich täglich der Göttin danken, dass die Querulantin freiwillig verzichtet.
    Da lachen die Medien dann drüber, dafür geben sie ihr dann das Maskottchen-Bonus für die Wahl.

    (-2)
  • Gunnar Meggers sagt:

    Kurz zur Klarstellung und Kenntnis, weil ich darauf angesprochen wurde: Es gibt zwar einen Hobbymaler Gunnar Meggers, mit diesem Herren habe ich jedoch nichts zu tun und kenne ihn auch nicht. Nur unsere Namen sind gleich.

    (3)
  • O. Christ sagt:

    Danke für die Info, Herr Meggers. Hätte der User „Zaunreiter“ bei seiner Recherche auch merken können. Aber der Kommentar zu Ihrer Person war sowieso unbrauchbar, denn ein Hobby disqualifiziert ja niemanden als FF-Experten.

    (4)
  • Zaunreiter sagt:

    Ah, okay, Herr Meggers. Vielen Dank für Ihr Posting.

    Wenn Sie hier weiter mitlesen, würde mich interessieren, wie Sie Ihre Wahl getroffen haben. Lt. der FIFA-Liste waren Sie ja für Deutschland wahlberechtigt und haben Hegerberg, Harder und Henry die Stimme gegeben. Woran haben Sie sich orientiert?

    (0)

Kommentar schreiben