DFB-Frauen auf WM-Kurs

Von am 1. September 2018 – 19.21 Uhr 44 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat nach einem Sieg auf Island beste Aussichten auf die direkt WM-Qualifikation. Svenja Huth avancierte mit zwei Treffern zur Matchwinnerin.

Die zweifache Torschützin Svenja Huth jubelt mit ihren Teamkolleginnen

Die zweifache Torschützin Svenja Huth jubelt mit ihren Teamkolleginnen © foto2press.de

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Huth trifft doppelt

Svenja Huth sorgte mit ihren Toren (42.. 74.) in Reykjavik für einen 2:0 (1:0)-Sieg. Damit übernahm die DFB-Elf mit 18 Punkten die Tabellenführung in Gruppe 5 vor Island, das weiter 16 Punkte auf der Habenseite hat. Somit kann die Auswahl von Interimstrainer Horst Hrubesch am Dienstag (16.55 Uhr, ARD live) auf den Färöer-Inseln nun aus eigener Kraft die direkte WM-Qualifikation schaffen.

Lattentreffer von Däbritz

Sara Däbritz hatte in der 12. Minute mit einem Lattenschuss ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Nach einem Aufsetzer von Melanie Leupolz staubte Huth kurz vor der Pause zur verdienten Führung ab. Auch in der zweiten Halbzeit hatte die DFB-Elf das Spiel fest in der Hand, die harmlosen Isländerinnen waren nur einmal durch Fanndis Fridriksdóttir Distanzschuss gefährlich. Huth beseitigte dann die letzten Zweifel, als sie mit einem Drehschuss für den Endstand sorgte.

Hrubesch: „Haben es jetzt selbst in der Hand“

„Die Bedingungen waren nicht optimal aber wir haben es gut angenommen und uns gut in die Partie gekämpft. Jetzt haben wir es selbst in der Hand, das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen“, so das Fazit von Hrubesch.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

44 Kommentare »

  • Rudi sagt:

    Danke Detlef für den Hinweis, anscheinend weis dieser Sheldon selber nicht was er da schreibt?!und es ist schon komisch welche seltsamen Typen hier in diesem Forum unterwegs sind. Da bekommt man Daumen runter wenn man z.B. fragt was HAs bedeuten und wissen will wo ein Interview zu lesen ist.

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  • Fan sagt:

    Hallo @Volker du kannst nicht eine Behauptung von Jemanden in den Raum stellen ohne zu sagen was diese Person ( c.Neumann ) über Jemanden ( Gößling ) gesagt haben soll!

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  • Fan sagt:

    Danke @Michael für den Hinweis!

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  • Bernd sagt:

    @Detlef
    Du schreibst: „Gerade die Bundesgöttin und auch Maren Meinert haben dies immer wieder gesagt!!!
    Aber was haben sie, die ja verantwortlich waren denn dafür getan, daß die DFB-Elf ihren Vorsprung nicht einbüßt???“

    Das „Einbüßen“ eines Entwicklungsvorspungs ist im Sport ein ganz normaler Prozess, da die körperliche Leistungsfähigkeit beim Menschen begrenzt ist.-Dopingsubstanzen lasse ich mal aussen vor.-
    Aus meiner Sicht ist es im Fussball, aber auch generell in den meisten Sportarten so, dass mögliche Entwicklungsschritte umso kleiner werden, desto näher man an ein Optimum angelangt. Zum Beispiel wird eine Frau die bereits eine Höhe von zwei Metern überspringen kann, wenn überhaupt, sich wohl nur noch in kleinen Schritten steigern können, während andere Nationen oder Sportler, welche sich dem Hochsprung neu zuwenden, anfänglich wesentlich größere Entwicklungsschritte machen können.

    Im Vereinsfussball hängt heute natürlich sehr viel vom Geld ab. Manch ein Scheich oder Konzern kann sich einfach eine internationale Mannschaft zusammen kaufen und so selbst z.B. bei schlechter Jugendarbeit im Verein ein gewisses Erfolgslevel erkaufen. Diese Vereine sind dann allerdings von dem jeweiligen Geldgeber sehr abhängig.

    Bei den Nationalmannschaften ist dies nicht so einfach. Es wird zukünftig wohl keine Mannschaft mehr über Jahrzehnte unangefochten sein, selbst mit den besten Trainern nicht. Dies liegt meines Erachtens an mehreren Faktoren.
    *Es gibt natürliche Schwankungen bei der Leistungsfähigkeit verschiedener Spielergenerationen.
    *Der Antrieb ein Ziel zu erreichen, läßt in der Regel nach, umso öfter dieses Ziel bereits erreicht wurde.
    *Wenn in mehr Ländern Frauenfussball als Leistungssport betrieben wird und mehr Ligen gegründet werden, werden auch mehr Nationen zu einem höheren Leistungsniveau kommen.
    *Im Rahmen der Internationalisierung können auch Spielerinnen aus kleinen Ländern heute in bedeutenden Ligen spielen.
    *Zugleich können auch kleinere Länder heute von der Erfahrung internationaler Trainer/innen profitieren.Siehe M.V.-T. in der Schweiz.

    Es ist daher ganz normal, dass immer mehr Länder „aufholen“. Selbst bei besten Trainerleistungen kann nicht immer ein Finale erreicht werden, denn zum einen gibt es wohl mehr als nur zwei gute Trainer/innen, zum anderen ist das zur Verfügung stehende Spielerpotential unterschiedlich.
    Aus diesem Grunde wundern mich auch die teils sehr hohen Erwartungen an Trainer/innen einiger Forumsschreiber.
    Allerdings sind hohe Erwartungen von Fussballfans nicht wirklich etwas Neues. Nahezu jedes Team sollte seine Vorjahresplatzierung behalten oder verbessern. Das dies schon rein technisch nicht möglich ist vergessen dabei viele Fussballfreunde.

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  • wolle sagt:

    Trotz allem Wenn und Aber war es ein verdienter Sieg. Wie Hotte vor dem Spiel bereits angekündigt hatte war es keine Galavorstellung. In Anbetracht der Umstände war damit auch nicht zu rechnen. Ich war sogar überrascht, dass unsere N11 so ab der 20. Minute das Spiel mehr oder weniger kontrolliert hat. Von Island hatte ich zu Hause mit der Möglichkeit der direkten WM-Quali mehr erwartet.
    So gesehen fand ich das Spiel sogar noch recht ansehnlich, da habe ich die letzten Jahre aber schon viel schlimmere Spiele gesehen. Man hat sich in die Partie reingekämpft und dann das Spiel besonders in der 2. Hälfte kontrolliert.
    Dass das alles noch nicht der Weisheit letzter Schluss war wissen die Verantwortlichen wohl selber.
    Aber das war auch nicht der Auftrag für Hotte. Der lautete: Irgendwie die Quali schaffen, und das hat er erfüllt. Mit viel Optimismus und Lockerheit hat der der dt. N11 wieder Selbstvertrauen eingeimpft. Bei Schult bekam ich z. Bsp. früher Schweißausbrüche wenn Sie angespielt wurde. Am Samstag habe ich keinen Aussetzer gesehen, vlt. auch ein Bewusstsein der eigenen Stärke. Lea Schüler hat für mich nicht so gut gespielt, trotzdem ließ er Sie 90 min auf dem Platz. Als „Feuerwehrmann“ war und ist er genau der Richtige.
    Das wir in nächster Zeit Galavorstellungen sehen werden halte ich auch mit den ganzen z. Zt. verletzten Spielern nicht für möglich. Dazu haben wir noch zu viele Baustellen. Da kann MVT auch nicht zaubern. Warum das jetzt so ist, wurde in der Vergangenheit oft genug in diesem Forum diskutiert. Da will ich mich nicht mehr wiederholen.
    Ich kann nur hoffen das MVT das Ruder wieder rumreißen kann, besonders im Juniorenbereich ist das ganz wichtig, aber da sind dann sicherlich auch andere noch in der Verantwortung. Bei Hotte wurde aber wenigstens schon mal ein bisschen das Ruder eingeschlagen.

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  • FFFan sagt:

    Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre Pflichtaufgabe gelöst und ist so gut wie qualifiziert für die WM 2019 – das ist die positive Erkenntnis aus diesem Spiel.
    Es war der erwartet schwere Kampf gegen Regen, Wind und einen unangenehmen Gegner, der sehr körperbetont spielt und viel mit langen Bällen ‚operiert‘.
    Nach nervöser Anfangsphase, in der die Isländerinnen durch frühes Anlaufen und enges ‚Markieren‘ der Anspielstationen versuchten, den Deutschen ‚den Schneid abzukaufen‘, fand das Team von Interimscoach H.Hrubesch immer besser in die Partie. Man konnte sich in der gegnerischen Hälfte festsetzen, die Räume auf den Flügeln nutzen und durch Kombinationsspiel die ein oder andere Torchance herausspielen. Da zeigte sich dann doch der Unterschied zwischen der Nr.2 und der Nr.19 der Weltrangliste. Island blieb spielerisch doch einiges schuldig: das Pressing funktionierte nicht, in der Abwehr gab es Abstimmungsprobleme (teilweise standen sich die Spielerinnen gegenseitig im Weg!) und die Torhüterin war ein Unsicherheitsfaktor, konnte mehrmals Bälle nicht festhalten, was ja auch zum ersten Tor führte.
    Alles in allem ein verdienter Sieg, auf dem sich aufbauen lässt, aber bis zur WM gibt es für die neue Bundestrainerin M.Voss-Tecklenburg und ihre Assistenten noch viel zu tun!

    @ Detlef:

    Es lag weder vor dem 0-1 noch vor dem 0-2 eine Abseitsstellung vor, auch wenn es in beiden Fällen ziemlich knapp war.

    @ CK7 u. Fan:

    Frau Neumann hat (sinngemäß) lediglich gesagt, dass L.Goeßling derzeit nicht erste Wahl ist und es angesichts der starken Leistung von M.Leupolz und S.Däbritz schwer haben werde, in die Startelf zurückzukehren.

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  • Fan2 sagt:

    @Volker, Detlef und Bernd: Zunächst einmal kann ich deine Kritik, @Volker, nicht zuordnen, da ich nicht weiß, auf welche Aussagen sie sich bezieht. Weder habe ich MF-Trainer in besagtem Kommentar in die Höhe gelobt noch habe ich MVT attackiert.

    Ansonsten muss ich hier aber noch einmal sagen, dass wir hier aktuell vom FF reden. Und da kann ich nicht erkennen, dass wir dem Optimum auch nur im entferntesten nahe sind! Nicht einmal bei Topteams. Vielleicht sind wir im physiologischen schon sehr weit, aber im taktischen und v.a. technischen Bereich sind wir im FF noch weit vom Ende der Möglichkeiten entfernt, nicht zu vergessen die technischen Möglichkeiten im Bereich der Auswertung. Wir haben ja nicht mal eine vernünftige Videoanalyse im Vereinssport. Da ist in Deutschland noch viel Luft nach oben.

    Und daher meine Frage: Wenn so viele Länder in so kurzer Zeit so viel auf uns gut gemacht haben und uns sogar überholt haben, obwohl wir in Deutschland mit die besten Bedingungen von allen Ländern weltweit haben, könnte es vielleicht eben doch daran liegen, dass unsere Trainerinnen die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung standen, nicht ausgeschöpft haben und selbst dafür verantwortlich sind, dass die anderen Länder aufgeholt haben?

    Was @Detlef zu MVT schreibt, sehe ich ähnlich. MVT war mit der Schweiz durchaus eine Trainerin, die mit ihrem Team mächtig aufgeholt haben. Sie ist eine Toptrainerin. Die Frage ist, ob sie tatsächlich die Trainerin ist, die wir jetzt brauchen. 2011 hätten wir sie gebraucht, damals war sie gerade auf dem sportlichen Höhepunkt ihrer Karriere, hatte den UEFA-Cup gewonnen. Sie wäre gerade frei gewesen, weil sie bei Duisburg rausgeworfen wurde.

    Zudem kannte sie die meisten jungen Spielerinnen, die sie zum Teil selbst in Duisburg hochgezogen hat: Wensing, Prießen, Hegering, Alushi, Popp, Knaak, Kayikci, Beckmann, Islacker, Längert. In der U17 haben damals schon, als sie noch im Verein war, Beck, Gier und Petzelberger gespielt.
    Mit diesen Spielerinnen hätte damals schon ein Neuaufbau gelingen können. Alushi hätte eine Trainerin gehabt, die ihr vertraut hätte, mit Längert hätte man eine junge Torhüterin mit internationaler Erfahrung gehabt, die als Backup für Angerer da gewesen wäre, und Spielerinnen wie Islacker und Prießen hätten vllt viel früher eine Chance gehabt. Vllt hätte auch Grings weitergemacht usw.

    Vor allem hätte man aber allein durch den Wechsel vielen Spielerinnen, die unter Neid keine Chance mehr hatten, wie Sarholz z.B. oder Pohlers oder Nietgen womöglich noch einmal eine Chance ermöglicht.

    Ob MVT heute allerdings die richtige ist, wage ich in der Tat zu bezweifeln. Denn mittlerweile ist sie über 5 Jahre aus Deutschland raus und hat kaum noch einen Bezug zu den deutschen Klubs. Die Spielerinnen, mit denen man 2011 den Neuanfang hätte starten können, sind mittlerweile selbst alle 25-30 und gehören in der N11, so sie denn spielen, schon eher zum alten Eisen. Mittlerweile hat sich auch der FF weiterentwickelt, während MVT um 2010/11 zu den absoluten Spitzentrainerinnen gehörte, sind es heute andere, die dieses Prädikat verdienen.

    Bei all dem hat man immer noch das Gefühl, der DFB läuft seiner Zeit immer etwas hinterher.

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  • Detlef sagt:

    @Bernd,
    Zunächst einmal muß ich Sheldon in einem Punkt zustimmen, nämlich daß selbst die DFB-Mannschaften früherer/besserer Tage von einem Optimum sehr, sehr weit entfernt waren!!!
    Es gab also auch für die WM-Siegerinnen von 2003 und 2007 noch genügend Steigerungspotential, gerade was das Thema Ballbehandlung, aber auch zB Kopfballspiel anging!!!

    Eine Renate Lingor stach ja auch deswegen aus diesen Teams immer so heraus, weil sie als Einzige vernünftig mit dem Ball umgehen konnte!!!
    Später folgten dann noch eine ANJA MITTAG, die ziemlich schnell die Bezeichnung „die weiße Brasilianerin“ erhielt, oder auch eine LIRA BAJRAMAJ (später Alushi) und dann eine Dzeni Marozsan!!!
    Solche Spielerinnen waren in DFB-Teams immer wie „rosa Elefanten“, stachen also aus der grauen Masse immer sofort ins Auge!!!

    Wenn man sich heute den Nachwuchs aus Spanien, Frankreich oder Japan ansieht, und ihn mit unseren Fußball-Elevinnen vergleicht, dann sieht man sofort, daß unsere Verantwortlichen geschlafen-, oder sich einfach in ihren früheren Erfolgen zu lange gesonnt haben!!!
    Das hat dann auch nichts mehr mit „Aufholen“ zu tun, sondern mit grundlegend anderem Verständnis von Fußball!!!

    Natürlich haben hier auch die Vereine der Bundesliga ihre Aktie dran, die solche Ausnahmekönnerinnen oft in ein starres Korsett gepreßt haben, wo sie sich oft nicht richtig entfalten konnten!!!

    Aber für mich ist vor allem der DFB der Hauptschuldige, da von ihm solche meist extrovertierten Künstlerinnen nicht wirklich nachgefragt-, sondern eher preußisch exakt funktionierende und absolut angepaßte „Massenware“ bevorzugt wurde!!!

    Natürlich gebe ich gern zu, daß die heutigen jungen Spielerinnen schon viel besser ausgebildet sind als dies frühere Jahrgänge waren!!!
    Heut sind fast alle beidfüßig, und auch technisch stärker!!!
    Aber man hat bei der U19 und der U20 deutlich die großen Defizite bei der Ballannahme und im Paßspiel gesehen!!!

    Also Deine Behauptung, daß wir früher schon zu dicht an einem Optimum dran waren, und uns deswegen danach nicht mehr weiterentwickeln konnten/brauchten, daß stimmt ja so sicherlich nicht!!!

    Es geht mir also gar nicht so sehr darum, daß wir jetzt nicht mehr ständig um die Medailien bei großen Turnieren mitspielen, sondern das wir einfach eine Entwicklung verpennt haben, die wir so schnell nicht wieder aufholen können, weil selbst unsere Nachwuchskickerinnen heute dieser Entwicklung schon hinterherlaufen!!!

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  • Bernd sagt:

    Hallo Fan2, habe Deinen Beitrag jetzt ein paar mal gelesen, aber bei verschiedenen Punkten verstehe ich Dich leider weniger als zuvor. Bisher hatte ich Dich so verstanden, dass der aus Deiner Sicht ausbleibende Erfolg der FF-Nationalmannschaft an den Trainerinnen liegt. Falsch oder richtig? Jetzt geht es um Videoanaylse in den Vereinen und welche Spielerinnen 2011, also vor sieben Jahren besser gewesen wären. MVT ist jetzt aus Deiner Sicht nicht mehr die Richtige, weil sich der FFussball weiterentwickelt hat? Ich dachte Du meintest er hätte sich bei uns nicht weiterentwickelt? Dann schreibst Du Sie ist jetzt fünf Jahre aus Deutschland raus… Nunja, zum einen ist die Schweiz ja nicht am Ende der Welt, -für mich in Freiburg sowieso nicht-, und ich bin immer wieder überrascht wie gut man dort über die Bundesliga informiert ist. Da in der Schweiz Samstags gespielt wird, sieht man auch oft Schweizer Spielerinnen Sonntags im Möslestadion und sogar in Sand. Zudem gibt es auch einen regen Testspielaustausch. Kann mir gut vorstellen, dass MVT auch weiterhin gute Kontakte nach D hat. MVT kannte die Schweiz allerdings kaum, als Sie dort ihre Erfolgsgeschichte begann. War wohl kein so grosser Nachteil.
    https://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Verlieren-die-Schweizerinnen-ihr-Superhirn/story/16629321
    Kommt ja auch nicht selten vor, dass gute Trainer in ein anderes Land wechseln und dort erfolgreich sind.
    Du schreibst weiter:
    „Und da kann ich nicht erkennen, dass wir dem Optimum auch nur im entferntesten nahe sind!“
    Wenn ich den Satz auch nicht verstehe, glaube zu wissen was Du meinst. Gewagte Aussage für ein Team, dass vor zwei Jahren noch Olympiasieger wurde!
    Teams die vom Optimum sehr weit entfernt sind, wären für mich eher die, welche sich für EM, WM oder die olympischen Spiele erst gar nicht qualifizieren.
    Meines Erachtens kann man Erfolg und Mißerfolg, sowieso nicht monokausal sehen. Für Beides gibt es meistens viele Gründe.
    Übrigens, die SC Frauen haben in der Sommerpause selbst bei jedem Testspiel Videoanalyse mit eigener Kamera gemacht.

    (5) 9 Gesamt – 7 hoch – 2 runter
  • FFFan sagt:

    @ Fan2:
    „Denn mittlerweile ist sie [MVT] über 5 Jahre aus Deutschland raus und hat kaum noch einen Bezug zu den deutschen Klubs.“

    Das kann nicht dein Ernst sein!? Fast alle Schweizer Nationalspielerinnen spielen oder spielten für deutsche Vereine! Schon allein deshalb hat M.Voss-Tecklenburg in den letzten Jahren kontinuierlich das Geschehen in der Bundesliga verfolgt und dort vermutlich sogar mehr Spiele gesehen als in der Schweizer Liga. Aus demselben Grund stand sie auch in ständigem Kontakt zu Bundesligavereinen und deren Trainern.

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  • Bernd sagt:

    @ Detlef
    Im Gegensatz zu Dir und Fan2 gehe ich nicht von einem fiktiven Optimum aus, sondern dem im tatsächlichen Vergleich zu anderen Teams. Eine Mannschaft die vor zwei Jahren noch Olympiasieger wurde als sehr, sehr weit weg vom Optimum zu bezeichnen ist mir viel zu negativ. Für mich war der Olympiasieg das Optimum zu dem Zeitpunkt.
    Keine Ahnung was Ihr Euch vorstellt? Jedes Spiel haushoch gewinnen, spielerisch und athletisch jederzeit überzeugen, defensiv keine Chancen zulassen und dabei soll die Torhüterin noch glänzen?
    Sorry, aber mal etwas realistisch bleiben und Erfolge nicht kleinreden und alles so negativ sehen. Das entspricht weder meiner Lebenseinstellung noch der Erwartung an Andere wie z.B. die Frauennationalmannschaft. Fan2 meint die Niederlande wären an uns vorbeigezogen. Bei der EM im eigenen Land mit Sicherheit, die U20 hat die Niederländerinnen hingegen noch vor kurzem mit 5:1 weggeputzt.
    Schlechtere Phasen gibt es in jeder Nationalmannschaft, das ist völlig normal und kein Grund ein Team dann zu verdammen. Wenn wir so unglaublich weit weg sind vom Optimum, was sollen die Mannschaften denn sagen die sich für WM, EM und Olympia nicht qualifizieren oder in der Vorrunde ausscheiden. Die kurze Zeit unter Steffi Jones lief richtig schlecht, kein Thema, aber sonst habe ich mit Sicherheit andere, scheinbar realistischere Erwartungen an das Team. Dass die Mannschaften näher zusammengerückt sind ist ja nicht nur im Frauenfussball so. Man muss nur die Ergebnisse dieser WM mit denen von früher vergleichen. Klar haben die vermeintlich Kleinen aufgeholt, aus den von mir bereIts beschriebenen Gründen. Meint Ihr ernsthaft die grossen Teams haben sich alle verschlechtert, oder warum gibt es die vielen hohen Resultate bei EM und WM nur noch sehr, sehr selten? Das Verbesserugspotential von Frauenmannschaften wie die Schweiz oder Österreich war in der Vergangenheit einfach viel größer. Nennt es von mir aus Zenit anstatt Optimum, aber die Steigerungskurve vo Ö und CH wird mit Sicherheit jetzt auch abflachen. Völlig normal!

    (4) 14 Gesamt – 9 hoch – 5 runter
  • Fan2 sagt:

    @Bernd: Zwei Punkte:
    1. Wenn wir von professionellem Fußball reden, dann gibt es dafür heute einfach bestimmte Rahmenbedingungen, die eigentlich schon lange Pflicht sein sollten, um diesen betreiben zu können, sei es in den Vereinen oder in der N11. Gerade in der N11 ist man dabei heute einfach auf technische Hilfsmittel angewiesen, da man nicht dauerhaft bei der Mannschaft ist.
    Hier schöpft der FF die Möglichkeiten nicht annähernd aus.
    Um hier von Professionalität zu reden, würde ich mindestens erwarten, dass es von jedem Bundesligaspiel jeder Spielerin sowohl eine professionelle Videoaufzeichnung sowie eine umfangreiche Datenerhebung gibt, was Passstatistiken, Laufdaten, Sprints, Zweikampfverhalten, Dribblings, Kopfball, Abschlussquote etc. betrifft. Von mir aus auch Packing und andere neumodische Dinge. Die Videoaufzeichnungen sind vor allem auf Stellungsspiel, Verschieben und Antizipation von Spielsituationen auszuwerten. Das ist das Minimum, was ich erwarten würde, um von Professionalität zu sprechen. Technisch ist das heute alles ein Kinderspiel.

    Darüber hinaus sind auch regelmäßige Besuche für das Trainerteam beim Mannschaftstraining meines Erachtens Pflicht, unterstützt auch hier von Datenerfassungen und Videoaufzeichnungen durch die Vereine, sofern möglich. Mindestens alle zwei, wenn nicht sogar jede Woche sollte einmal einer der Co-Trainer vorbeischauen, mindestens einmal im Monat Horst Hrubesch bzw. dann MVT persönlich, um sich auch von den Trainingsleistungen einen Überblick zu verschaffen.

    Wenn das alles passiert, dann können wir nochmal über Professionalität sprechen. Das Ganze würde den DFB vllt mehrere Hunderttausende im Jahr kosten, was aber einfach mal zu investieren ist, wenn man langfristig nicht abgehängt werden will.

    2. Damit kommen wir zum Thema Qualität und Optimum. Das, was Detlef und ich meinen, ist keine fiktive Größe, sondern ganz handgreiflich an konkreten Daten festzumachen.
    Zum Beispiel wäre da gerade, was die technische Seite betrifft, die Zahl der Passgenauigkeit von großer Bedeutung. Hier sollten die Daten bei einem Topteam durchaus bei 80℅ liegen, bei IVs oder ZDMs nochmal deutlich höher.
    Und hier sind lange Bälle noch einmal ganz besonders in Betracht zu ziehen, und dabei nicht nur darauf zu achten, ob sie ankommen, sondern auch wie.
    Bei Mittelfeldspielerinnen ist daneben auf die Laufintensität besonders zu achten, da für ein schnelles Spiel sowohl Schnelligkeit als auch Ausdauer auf dieser Position benötigt werden, um das Spiel nach vorne nicht zu verschleppen und im Rückwärtsgang nicht in einen Konter zu laufen. Ähnliches gilt für die Außenverteidiger, wobei hier noch der Flankenwert besonders zu beachten ist, sowohl Anzahl als auch Qualität.
    In der Offensive spielt dagegen sowohl der Dribblingwert, Schussgenauigkeit sowie herausgespielte Großchancen und Torschussvorlagen eine Rolle.

    Zu dem allen kommen dann aber noch die weichen Eindrücke hinzu, zum Beispiel, wie Spielerinnen in Drucksituationen agieren, ob sie kreative Ideen haben, ob sie ein Spiel lesen können, ob sie taktisch im Spiel variabel sind, wie gut die Ballan- und mitnahme ist, welche Moral sie haben usw.

    All das lässt sich nicht einfach im Training simulieren, sondern muss unter Wettbewerbsbedingungen begutachtet werden.

    Im FF werden diese Daten aber alle nicht erhoben, zumindest nicht in Deutschland, sondern jeder wurschtelt nach Gutdünken und auf Grundlage der Meinung Dritter vor sich hin.

    Wenn wir jetzt konkret von Olympia reden wollen, dann reicht es dabei, sich einfach mal anzuschauen, wie die Tore fielen:

    Gegen Simbabwe gab es genau ein herausgespieltes Tor, ansonsten handelte es sich um 2 Freistöße, 1 Elfer, 1 Eigentor und einen langen Ball.
    Gegen Australien war auch nur eines heraus gespielt, das zweite war wiederum ein Eigentor.
    Gegen Kanada dann wieder ein Elfer, gegen China ein Distanzschuss, gegen Kanada das 1:0 wieder ein Elfmeter, und im Finale gegen Schweden ein Abstauber und ein Eigentor.

    Macht bei 14 Turniertoren 3 Elfer, 3 Eigentore und 2 Freistöße, dazu noch einen Abstauber und einen langen Ball. Nicht mehr als vier Tore könnte man dementsprechend als herausgespielt bezeichnen.

    Schauen wir uns aber auch die Gegentore an: Tor gegen Simbabwe – Torwartfehler, Schult lässt klatschen
    Tore gegen Australien – 1. Ballverlust im Mittelfeld, schneller Konter, mangelndes Zweikampfverhalten der deutschen Verteidigerinnen, 2. Krahn lässt sich tunneln, Maier zu spät
    Tore gegen Kanada – 1. Ballverlust im Spielaufbau, 2. Standard
    Tor gegen Schweden – Schough wird nicht angegriffen, Krahn und Maier kommen zu spät

    Letztlich wären alle zu verhindern gewesen. Zudem hatte Deutschland Glück, dass China seinen Elfer nicht gemacht hat.

    Insgesamt hatte Deutschland den leichteren Weg ins Finale, auf dem sie Frankreich, Brasilien und den USA aus dem Weg gegangen sind, während sich Schweden ins Finale gemauert hat. Wieviel dieser Olympiasieg wirklich wert war, hat man 2017 gesehen, als keiner der drei europäischen Olympiateilnehmer die Top 4 der EM erreicht hat.

    (0) 12 Gesamt – 6 hoch – 6 runter
  • Fan sagt:

    @Bernd,
    du hast Recht wenn du schreibst dass von den Erfolgen aus gesehen das Optimum mit dem OL-Sieg 2016 erreicht wurde. Aber der damalige OL-Sieg gegen Schweden war doch auch sehr glücklich zu Stande gekommen, wie mit dem Eigentor der Schwedinnen. Auch die Spiele unserer Natio waren damals alles Andere als eine spielerische Augenweide für die Fans am TV. Durch diesen OL-Sieg wurden die auch zu diesem Zeitpunkt schon spielerischen Defizite übertüncht und den Verantwortlichen beim DFB „Sand in die Augen gestreut“. Du schreibst „schlechtere Phasen gibt es in jeder Natio und dies sei normal“. Nur diese schlechtere Phase hält jetzt schon 7 Jahre an, nicht was einzelne Erfolge wie Gewinn der EM 2013 und OL-Sieg 2016 betrifft, sondern die spielerische Entwicklung ist in dieser Zeit stehen geblieben. Diese beiden Erfolge haben Dies nur übertüncht und die Folgen sieht man jetzt sehr deutlich. Dadurch dass sich der FF international weiter entwickelt hat und sogenannte kleine Nationen auch gelernt haben auch taktisch Fussball zu spielen tut sich unsere Natio schwerer gegen diese Teams zu spielen uns auch zu gewinnen.

    (4) 12 Gesamt – 8 hoch – 4 runter
  • Bernd sagt:

    @Fan
    Zu Punkt 1.
    Wo und wann haben wir denn bisher über den Punkt „Professionalität“ gesprochen?
    Wenn Ihr da die Kompetenz habt, die Länder vergleichen zu können, Respekt!
    Diese Kompetenz habe ich nicht.
    Was einzelne Spielszenen angeht, habe ich mir bereits zwei mal die Mühe gemachr diese zu überprüfen. Beide Male stimmten die Angaben nicht. Hoffe Ihr habt Verständnis, dass ich mir nicht wieder die Spielszenen anschaue, man dann trotzdem noch behauptet es wäre aber so, bis ich links mit den Spielszenen hier poste. Sorry, was das angeht bin ich hier ein gebranntes Kind. (angebl.Abseitstor Petermann) Diese Zeit kann und will ich nicht nochmal aufwenden. Noch vor kurzem wurde ich aufgefordert von einem Foristen 13 Tore zu belegen, da er andere Infos hat, dabei stammte der link zu dem Artikel von ihm selbst. Es ist sehr schade, dass man sich hier mit sowas rumschlagen muss, denn das Vertrauen in Aussagen im Forum leidet darunter
    Bei Erfolgen immer mit Glück zu argumentieren halte ich für wenig zielführend, denn mit Pech gewinnt kein Team Titel.
    Ich fang ja auch nicht an bei der Niederlage z.B. gegen Island aufzuzählen bei welchen Spielszenen die deutsche Mannschaft überall Pech hatte. So einen Schlagabtausch halte ich nicht für sinnvoll. Wenn ihr wirklich meint, mann könnte in schlechten Phasen nebenbei zwei Titel holen, dann wünsche ich uns noch öfter „schlechte Phasen“!
    Und nochmal meine Frage auf die ich keine Antwort bekomme:
    Warum putzen denn die anderen Grossen die Kleinen nicht mehr weg, wenn es nur an der deutschen Mannschaft liegt das Andere aufholen konnten. Habt ihr da eine plausible Antwort für mich? Gerade jetzt erst bei der U20-WM ist keine einzige Mannschaft verlustpunktfrei durch die Vorrunde gekommen, abgesehen vom deutschen Team. Ihr könnt gerne bei Eurer überaus negativen Einschätzung bleiben, da bringe ich Euch sowieso nicht von ab. Den nächsten Titel dürft ihr auch gerne wieder mit Glück begründen. Nach dem Confed-Cup bei den Männern hatte niemand das deutsche Team kritisiert, im Gegenteil! Ein Jahr später kamen dann die unzähligen Experten, die sagten was seit vielen Jahren alles schief läuft.
    Übrigens, der Frauenfussball ist mir unter anderem auch deshalb so sympathisch, weil eben nicht alles so „professionell“ läuft wie bei den Männern. Wenn irgendwann auch im Frauenfussball alles bis ins kleinste Detail professionalisiert uns kommerzionalisiert wird ist der Frauenfussball wahrscheinlich auch nicht mehr mein Ding.
    Professionalisierung und Kommerzionalisierung sind m.A. nach zwei Seiten derselben Medaille! So jetzt mal schauen ob die Färöer uns auch schon überholt haben ;), ich hoffe nicht! 🙂

    (-1) 11 Gesamt – 5 hoch – 6 runter
  • FFFan sagt:

    Letzter regulärer Spieltag der europäischen WM-Qualifikation! Für Spannung ist gesorgt.

    Von den derzeitigen Gruppenersten sind erst drei sicher für die WM-Endrunde qualifiziert: England (Gr.1), Italien (Gr.6), Spanien (Gr.7). Von den anderen hat nur Deutschland (Gr.5) wenigstens die Playoff-Teilnahme sicher, während die Schweiz (Gr.2), die Niederlande (Gr.3) und Schweden (Gr.4) noch ganz ausscheiden können!

    Von den derzeitigen Gruppenzweiten hat nur Österreich (Gr.7) keine Chance mehr auf eine WM-Teilnahme. Schottland (Gr.2), Island (Gr.5), Norwegen (Gr.3) und Dänemark (Gr.4) können noch Erster werden, die beiden letztgenannten sogar aus eigener Kraft, da sie gegen den jeweiligen Tabellenführer spielen. Wales (Gr.1) und Belgien (Gr.6) können sich immerhin noch Hoffnungen auf einen Playoff-Platz machen.

    Von den derzeitigen Gruppendritten können Tschechien (Gr.5) und Finnland (Gr.7) noch Zweiter werden, haben aber keine Chance mehr, sich für die Playoff-Runde zu qualifizieren.

    Selbst die Ergebnisse der Viert- und Fünftplatzierten können (wegen der ‚Streichresultat‘-Regel) indirekt noch Bedeutung haben, denn nicht in allen Gruppen steht der Gruppenletzte bereits fest.

    (7) 7 Gesamt – 7 hoch – 0 runter
  • Fan2 sagt:

    @Bernd: Welche anderen Großen bitte?
    Vor 15 Jahren, als ich zum ersten Mal tatsächlich mit dem FF in Berührung gekommen bin, gab es drei Große: USA, Deutschland und Schweden. Kanada, Norwegen und Brasilien waren im Hintergrund noch sichtbar, ansonsten gab es niemanden. Das war damals das bis heute beste Turnier einer deutschen FF-N11, das es je gab: 4:1, 3:0, 6:1, 7:1, 3:0, 2:1. Besonders das 3:0 gegen den Gastgeber und amtierenden Weltmeister war eine ähnliche Demonstration wie das 7:1 bei den Männern gegen Brasilien.

    Vier Jahre später sah man eine nicht minder beeindruckende Machtdemonstration mit dem Schönheitsfehler gegen England in der Vorrunde. Im Anschluss aber ein 3:0 gegen Nordkorea, ein 3:0 gegen Norwegen und ein 2:0 gegen Brasilien, die im Halbfinale die USA mit 4:0 demontiert hatten.

    Damals gab es außer Deutschland keine Großmacht mehr. Deutschland konnte sich nur noch selbst schlagen. 5 große Titel in Folge, und eigentlich gab es niemanden, der wirklich was daran hätte ändern können.

    Deutschland hatte damals aber nicht nur die goldene Generation um Jones, Prinz, Garefrekes, Lingor, Stegemann, Minnert etc., Deutschland hatte bereits die nächsten beiden in Aussicht, nämlich die, die U19-Weltmeister von 2004 um Längert, Krahn, Nietgen, Schiewe, Behringer, Goeßling, Okoyino, Mittag, Laudehr und die U20-Weltmeister von 2010 um Kemme, Popp, Marozsan, Schmidt und Kulig.

    Und seitdem hatte man im Juniorinnenbereich immer noch jede Menge Talente. Und dann gab es ja noch die, die dazwischen fielen, wie Peter, Keßler oder Bajramaj.

    Deutschland hatte aber nicht nur die besten Spielerinnen und Talente, von allen Nationen mit Ausnahme von den USA vielleicht hatten sie auch die besten Möglichkeiten und die beste Infrastruktur: Sie hatte die beste Liga, angeführt von drei Teams, von denen zwei absolute Nachwuchsakademien waren, und die sich alle im Gleichgewicht hielten. Sie waren die einzige Fußballnation von den großen FF-Teams, das heißt, es gab sowohl eine riesige Infrastruktur als auch ein riesiges Fachwissen, auf das man hätte zurückgreifen können.

    Das heißt, um 2011 herum, wo Deutschland wirklich absolut alles gewonnen hatte, 3 EMsund 2 WMs in Folge, U20 2010, U19 2011, CL 2009 und 2010, dabei zweimal hintereinander ein deutsch-deutsches Halbfinale zwischen den beiden deutschen Nachwuchsakademien, war sogar eher der Grunsstein zu noch viel größerer Dominanz gelegt. Doch anstatt das zu nutzen, verzettelte sich der DFB in Nebenkriegsplätzen und Prestigeobjekten. U17-BL, Neids unwürdiger Umgang mit Spielerinnen (Prinz, Sarholz) etc. Anstatt das Wissen, was vorhanden war zu nutzen, wurde der Titelmacher Ralf Peter entlassen und dafür reihenweise Neids Marionetten eingesetzt, wie Bernard.

    Dass Länder wie Schweden und Norwegen ihren Vorsprung zwangsläufig verlieren würden, wenn Nationen wie Frankreich oder England erstmal ernst machen würden, war klar. Dass es auch USA schwer haben würde mit ihrem System, indem sich erst nach und nach ei eLiga etablieren konnte, konnte man ebenfalls annehmen. Und auch, dass Brasilien seinen Vorsprung verlieren dürfte. Dass aber Deutschland mit dieser Ausgangslage als nahezu reine Fußballnation mal Probleme haben könnte, sich für die WM zu qualifizieren, und zwar keine 10 Jahre später, das war nicht abzusehen, genauso wenig, dass die ernstzunehmenden Konkurrenten jetzt Island, Niederlande oder die Schweiz sein würden, die auch nicht annähernd ernstzunehmende Ligen haben. Dass Frankreich und England durchaus ernstzunehmen wären, das konnte man durchaus annehmen, jedoch nicht, dass wir uns mal von Frankreich mit 3:0 an die Wand gespielt würden. Wie gesagt, Deutschland hatte vor 10 Jahren mal genug Talente, um drei Kader zur WM zu schicken, die es alle ins Viertelfinale oder Halbfinale hätten schaffen können. Heute haben wir kaum noch eine Mannschaft, die ernsthaft sich Gedanken über die Top4 bei einer EM machen muss.

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  • Fan sagt:

    @Bernd,
    von welcher „Professionalität“ soll ich gesprochen haben?
    Bitte verwechsle mich nicht mit @Fan 2.

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  • Fan sagt:

    @Bernd,
    von welcher „Professionalität“ soll ich gesprochen haben?
    Bitte verwechsle mich nicht mit @Fan 2. Wieso bist du eigentlich so unkritisch gegenüber den Nationalteams? Wieso ist man bei dir gleich negativ wenn man Kritik übt und Dinge anspricht? Wieso auch negativ wenn man Erfolge wie OL-Gewinn,kritisch sieht? Ja siehst du denn nicht welche spielerischen und auch manchmal taktischen Defizite wir zum Teil haben? Im U-Bereich z.B. die Spiele im Finale der U19 gegen Spanien und das VF-Spiel bei der U20 gegen Japan, das war doch offensichtlich. Bei der A-Natio tun wir uns spielerisch schwer gegen Mannschaften aus Tschechien und Island, welche bestimmt keine „Topteams“ sind. Von Spielen bei der EM in Holland 2017 ganz zu schweigen. Wir können doch vom Glück reden dass der DFB auf das Fiasko mit Jones gerade noch rechtzeitig reagiert hat und mit Horst Hrubesch einen kompetenten Trainer installiert hat. Mit ihm ist wieder Schwung in die Natio gekommen, auch wenn noch einiges zu tun ist.
    PS. Ich glaube für das „Abseitstor“ von Petermann habe ich mich doch entschuldigt?

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  • SCF Klausi sagt:

    @ Bernd

    Du schreibst : Wenn irgendwann auch im Frauenfussball alles bis ins kleinste Detail professionalisiert uns kommerzionalisiert wird ist der Frauenfussball wahrscheinlich auch nicht mehr mein Ding.

    Ich glaube Du solltest mal dein Fan Dasein zu den Frauen des SC Freiburg überdenken.

    Mir ist kein Frauen Bundesligist bekannt,ausser Wolfsburg und der FC Bayern,die ihre Mannschaft in den letzten drei bis vier Jahren so sehr professionalisiert hat wie der SC Freiburg.

    Als Scheuer sein Amt als Cheftrainer in Freiburg antrat bestand das Trainer- und Funktionsteamaus fünf oder sechs Leuten.Frau Bauer war damals noch nebenamtlich als Abteilungsleiterin tätig.

    Mittlerweile hat sich das Trainer- und Funktionsteam verdoppelt,wenn nicht sogar verdreifacht.Bauer,Scheuer und seit dieser Saison auch Mahler,der für die Leistungsdiagnostik verantwortlich ist sind Hauptamtlich tätig.

    Man leistet sich zwei Torwarttrainer,Athletiktrainer und Physios,sowie ein oder zwei Mannschaftsärztinnen.Und ich schreibe hier nur über die 1.Frauenmannschaft,die Trainer und Betreuer der 2. und Juniorinnen sind noch gar nicht mit eingerechnet.Selbst die SC Profis sind diesbezüglich nicht so stark aufgestellt wie die Frauen.

    Auch die Kommerzialisurung macht keinen Halt vor den SC Frauen.

    Man konnte zwar drei neue Sponsoren dazu gewinnen,einer davon unterstützt dabei auch noch die Profis und die Fußballschule,paradoxerweise aber auch noch die Frauen des SC Sand.Man braucht diese zusätzlichen Sponsoren aber auch,denn der neue Kader dürfte für Freiburger Verhältnisse nicht ganz billig sein.

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  • Bernd sagt:

    @Fan
    Sorry, Du hast Recht, habe die 2 hinter Fan vergessen! War keine Absicht!
    Sehe mich keineswegs als unkritisch, war auch schon früh für die Ablösung von Steffi Jones. Sowohl beim Frauen, wie auch beim Männerteam gab es Fehler. Auch gegen Island gab es zwar einen verdienten Sieg, habe aber auch geschrieben, dass viele Bälle in die Spitze nicht ankamen. Habe bei der Vorbereitung die späte Anreise nach Island kritisiert, denn die klimatischen Unterschiede hätten auch noch dramatischer ausfallen können, usw.! Kritik ist gut, lehrreich und wichtig solange man nicht überzieht.
    Wenn von Katastrophe, unterirdischen Leistungen, bei den Titeln nur Glück, usw. gesprochen wird dann ist mir das einfach viel zu krass und oft auch unsachlich. Was bringt das mit einzelnen Spielszenen anzufangen, da kann man genug Szenen bringen die etwas anderes aussagen. Erfolge kleinreden, Mißerfolge aufbauschen, nach jedem Haar in der Suppe suchen, alles das habe ich hier schon erlebt. Könnt ihr machen, mein Ding ist das aber nicht. Künzer hat es richtig gesagt, die Spitze zu erreichen ist das Eine, oben zu bleiben ist viel schwieriger. Nennt mir doch mal Teams, egal ob Frauen, Männer oder U-Mannschaften, welche in den letzten fünf Jahren immer Spitze waren. Das ist eben alles andere als der Normalfall! Wenn ich das von einem Team erwarte, werde ich zwangsläufig enttäuscht! Wie gesagt, denke meine Erwartungen sind einfach realistischer, deshalb muss ich auch nicht so einen Frust ablassen, wie manch einer hier. Manche Äußerungen z.B. gegen Maren Meinert waren sowas von überzogen. Kritik ja, Beleidigungen nein! Bei den SC Freiburg-Männern schreiben in einem anderen Forum auch welche, die Leistungen stagnieren, oder nach 25 Jahren sollte man doch mal die Spitze angreifen usw. Sorry, ich kann damit nix anfangen. Solange der SC männlich in der ersten Liga spielt ist das für mich ein Erfolg.
    Du siehst nur die Defizite z.B. bei der U19 im Finale. Stimmt die Spanierinnen haben verdient gewonnen, aber unsere Mädels waren auch im Endspiel und das ist eben weit weg von grottenschlecht, und auch nicht meilenweit weg von den Spitzenmannschaften.
    Bei der U20 waren die Japanerinnen besser als alle anderen Mannschaften, das hat man im Finale gesehen. Wir sind leider bereits schon im ersten k.o.-Spiel auf sie getroffen. Immer nur auf die negativen Seiten schauen, könnt ihr gerne machen, aber ich find es traurig. Bin fest davon überzeugt, dass auch niemand ein guter Trainer wäre, der nur das Negative sieht. Caro Simon hatte heute mal den Arsch in der Hose und nach dem Länderspiel auf sportschau.de gesagt, sie wisse von der Kritik von aussen, z.B. was Führungspersönlichkeiten in der Mannschaft angeht. Sie sieht das aber ganz klar überhaupt nicht so und ist sich ganz sicher, dass dies kein Problem ist. Fand ich klasse, dass eine mal sagt, dass man sich nicht jedes Problem einreden lassen muss! Das Wichtigste was Horst Hrubesch den Mädels mitgegeben hat war Selbstvertrauen und das erreicht man sicherlich nicht mit permanenter Kritik. Damit meine ich hier verschiedene Leute, aber es ist mir tatsächlich zuviel überall danach zu suchen wer was rausgelassen hat, war ja auch teilweise schon editiert.
    Bin mir auch sicher, dass ich nicht der Einzige bin der hier manche Kritik für überzogen hält, allerdings benenne ich das sehr klar und lenke Eure Kritik dann gerne auch auf mich, denn die Betroffenen können sich hier ja nicht wehren.
    Bevor ich es vergesse, herzlichen Glückwunsch noch an die Frauennatio zur letztendlich souveränen WM-Quali mit vier Punkten Vorsprung und dem klar besten Torverhältnis.
    Caro Simon hat auch beim SC-Superfreistösse geschossen sollte sie auch in der Natio öfter machen! Einer hier im Forum meinte ja sogar, sie sollte nicht spielen dürfen, da sie nicht beim Kurztrainingslager war. Sorry, aber mit solch einem Quatsch kann ich nichts anfangen.

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