VfL Wolfsburg ist Deutscher Meister

Von am 13. Mai 2018 – 18.20 Uhr 43 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat sich mit einem Sieg gegen die SGS Essen am 20. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga vorzeitig den vierten Meistertitel nach 2013, 2014 und 2017 gesichert. Dabei beendeten die Wolfsburgerinnen das Spiel in Unterzahl – ausgerechnet die Doppeltorschützin musste vom Platz.

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg bejubeln den Meistertitel

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg bejubeln den Meistertitel © imago / regios 24

Beim 2:0 (0:0)-Sieg vor 2.218 Zuschauern im AOK-Stadion musste die zweifache Torschützin Ella Masar-McLeod (55., 59.) mit einer Gelb-Roten Karte das Spiel vorzeitig beenden, Wolfsburg machte den Meistertitel somit in Unterzahl perfekt.

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Mit Doppelschlag auf Titelkurs

Anfangs der zweiten Halbzeit nutzte Pernille Harder einen Fehler von Nina Brüggemann zu einer Vorlage auf Masar-McLeod, die aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben brauchte (55.). Für das Weggeschlagen des Balles beim Torjubel sah sie die Gelbe Karte.

Masar-McLeod sieht Gelb-Rot

Nur kurz darauf stand Masar-McLeod bei einer Hereingabe von Tessa Wullaert erneut goldrichtig und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie (59.). Eine gute Viertelstunde später musste sie allerdings nach einem taktischen Foul im Mittelfeld gegen Irini Ioannidou vorzeitig mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz (76.).

Bayern bleibt auf Champions-League-Kurs

Der FC Bayern München gewann am Nachmittag vor 580 Zuschauern auf Platz 11 des Weser-Stadions beim SV Werder Bremen mit 7:2 (1:1). Nach der überraschenden Werder-Führung durch Kapitänin Marie-Louise Eta (8.) tat sich Bayern lange schwer, ehe Sara Däbritz erst kurz vor dem Pausenpfiff der Ausgleich gelang (45.).

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Gewitter sorgt für Verzögerung

In der zweiten Halbzeit, die wegen eines Gewitters mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen wurde, nahmen die Münchenerinnen Fahrt auf. Bereits nach 39 Sekunden sorgte die eingewechselte Gina Lewandowski für die erstmalige Führung (46.).

Däbritz trifft dreifach

Dann ging es Schlag auf Schlag: Däbritz (55.) und Nicole Rolser (60.) bauten die Führung aus, ehe Verena Volkmer noch einmal verkürzte (65.). Doch postwendend legten Däbritz (65.) sowie die eingewechselten Mandy Islacker (71.) und Lucie Voňková (85.) nach.

Freiburg bleibt Bayern auf den Fersen

Der SC Freiburg gewann beim 1. FFC Frankfurt vor 1.230 Zuschauern im Stadion am Brentanobad mit 2:1 (1:0) und liegt damit weiterhin auf der Lauer im Kampf um einen Platz in der UEFA Women´s Champions League. Hasret Kayikci (16.) und Klara Bühl (68.) erzielten die Treffer für die Freiburgerinnen, für Frankfurt war die eingewechselte Lilly Agg erfolgreich (90.+3).

Hoffen auf Bayern-Patzer

Freiburgs Trainer Jens Scheuer, der auf Giulia Gwinn (Muskelfaserriss) verzichten musste, erklärte nach dem Spiel: „Wir wussten, dass es nach der englischen Woche mit dem schweren Spiel in Wolfsburg nicht einfach werden würde, hier zu gewinnen. Daher bin ich überglücklich – und jetzt warten wir einfach mal ab, was noch so alles passiert.“

Duisburg siegt dank später Tore

Der MSV Duisburg machte vor 565 Zuschauern im PCC-Stadion von Homberg mit einem 2:0 (0:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Die eingewechselte Geldona Morina sorgte spät für die Führung (85.), Yvonne Zielinski machte in der Nachspielzeit den Erfolg perfekt (90.+2).

Verena Aschauer erzielt den Siegtreffer des SC Sand beim FF USV Jena

Sands Verena Aschauer (re.) war auf dem Weg zum Tor von Jenas Spielerinnen nicht zu stoppen © Holger Peterlein

Jenas Nöte werden größer

Vergrößert haben sich hingegen die Abstiegssorgen des FF USV Jena nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den SC Sand. Verena Aschauer erzielte früh den einzigen Treffer der Partie (15.) vor 327 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Köln verliert nach Kampf

Der 1. FFC Turbine Potsdam gewann vor 1.181 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion gegen den 1. FC Köln mit 4:2 (2:0). Amanda Ilestedt (8.) und Johanna Elsig (29.) sorgten für die Halbzeitführung. Nach der Pause gelang Amber Hearn der Anschlusstreffer (62.), doch Felicitas Rauch stellte schnell den alten Abstand wieder her (67.). Lidija Kuliš brachte Köln postwendend noch einmal heran (70.), doch Lara Prašnikar sorgte in der Schlussminute für die Entscheidung (90.).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

43 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Ich hatte mich gefragt, warum aus der Regionalliga Nord keine Mannschaft an den Relegationsspielen zur eingleisigen 2. Bundesliga teilnimmt.
    In der Relegationsrunde stehen je zwei Mannschaften aus den Regionalligen Nordost und Süd, je eine Mannschaft aus Südwest und West sowie die beiden Siebtplazierten der 2. Bundesligen Nord und Süd.
    Die Antwort fand ich hier:

    https://www.dfb.de/news/detail/qualifikationsrunde-zur-eingleisigen-2-frauen-bundesliga-steht-fest-186732/

    Somit ist Weinberg glücklich in die Relegation gerutscht.

    Interessant ist übrigens dass der Vertreter der Regionalliga West (SGS Essen II) als Tabellendritter (!) seiner Liga einen Relegationsplatz belegt, weil Borussia Bocholt und (leider natürlich auch) der VfL Bochum nicht für die 2. Liga gemeldet hatten.

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  • enthusio sagt:

    Korrektur:
    Der Magdeburger FFC (nicht der SV Weinberg) ist nachträglich in die Relegation gerutscht.

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  • Sundermann sagt:

    @Fan2

    „Na, mal sehen, ob sie dieses Jahr feiern dürfen. Spätestens nächste Woche gehen beim großen Bruder schließlich die Lichter aus.“

    Falsche Prognose. Wie immer.

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