DFB-Elf mit Remis gegen England

Von am 26. November 2015 – 20.19 Uhr 22 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf musste sich heute Abend in der MSV-Arena von Duisburg in einem Testspiel gegen England mit einem Remis begnügen.

Die DFB-Frauen kamen vor 6 700 Zuschauern nicht über ein 0:0 hinaus und schafften somit trotz einer ordentlichen Leistung nicht, für die 0:1-Niederlage im Spiel um Platz 3 bei der Frauenfußball-WM in Kanada Revanche zu nehmen.

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Erste Möglichkeiten
Die DFB-Auswahl begann mit Schwung und hatte die erste gute Chance, als Anna Blässe nur knapp eine Hereingabe von Simone Laudehr verpasste (7.). Babett Peter per Kopf (10.) und Anja Mittag mit einem Fernschuss (17.) hatten weitere gute Möglichkeiten.

Benkarth und Bardsley können sich auszeichnen
Auch Englands Torhüterin Karen Bardsley konnte sich mehrfach auszeichnen, etwa bei einem Schuss von Debütantin Felicitas Rauch (26.) oder kurz vor der Pause gegen Leonie Maier (42.), als sie den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Doch auch Laura Benkarth konnte in ihrem ersten Länderspiel ihre Klasse zeigen, als sie gegen Demi Stokes glänzend parierte (40.).

Anna Blässe (li.) im Zweikampf mit Anna Greenwood

Anna Blässe (li.) im Zweikampf mit Anna Greenwood © Nora Kruse

Zahlreiche Wechsel
In der zweiten Halbzeit wechselte Bundestrainerin Silvia Neid muter durch: für Anna Blässe, Lina Magull, Simone Laudehr und Melanie Behringer kamen Mandy Islacker, Sara Däbritz, Melanie Leupolz und Tabea Kemme ins Spiel.

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Weitere Chance
Die DFB-Elf brauchte eine Weile, um ihren Rhythmus wieder zu finden. Babett Peter hat die nächste gute Chance, doch ihr Schuss strich knapp am Pfosten vorbei (65.). Dzsenifer Marozsán köpfte freistehend den Ball direkt in die Arme von Bardsley (76.), doch es blieb beim torlosen Remis.

Lob für Magull und Rauch
Anja Mittag meinte nach der Partie: „Die Engländerinnen haben uns ganz schön gefordert. Wir haben aber heute leider nicht das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben. Allerdings haben Felicitas Rauch und Lina Magull ein super Spiel gezeigt. Auf die jungen Spielerinnen können wir hoffen – das ist das Positive heute.“

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • F.B. sagt:

    Ich denke, gegen England war – neben den anderen bereits angesprochenen Problemen – vor allem die Laufbereitschaft das Problem. Das ist in meinen Augen auch durchaus verständlich, da jetzt einige Spielerinnen englische Wochen hinter sich haben und ein übergroßer Druck zu gewinnen nicht bestand. Dennoch schließe ich mich Altwolf dahingehend an, dass Lena Gößling die einzige Spielerin vor der Abwehr war, die sich beständig angeboten hat und sich bemühte, das Spiel anzukurbeln. Wenn sich vor ihr niemand bewegt und sie keine Anspielstation hat, kann sie aber natürlich auch nicht ihre Passstärke ausspielen. Es ist richtig, das man vor ihr eine Spielerin benötigt, die ihre Zuspiele verarbeitet und Zug zum Tor entwickelt. Anja Mittag hat das schon sehr viel besser gemacht wie am Donnerstag, ansonsten sehe ich (mittelfristig) Alex Popp auf dieser Position. D. Marozsan wäre für diese Position natürlich auch prädestiniert – sofern sie es endlich schafft, dauerhaft ihre phlegmatische Spielweise abzulegen.
    Was die Flügel betrifft: Von Anna Blässe hatte ich mir auch mehr erhofft. Dennoch ist sie für mich zurzeit – neben Pauline Bremer – diejenige Spielerin, die am meisten Druck über die Flügel entwickeln kann. Simone Laudehr steckt bereits die ganze Saison über in einer schweren Formkrise und Sara Däbritz kämpft auch noch mit den Nachwirkungen der WM. Da wird man sehen müssen, wie es bei den beiden in ein paar Monaten aussieht.
    Was die Fähigkeiten einer Knipserin betrifft: Die hatte man im Grunde seit dem Rücktritt von Inka Grings nicht mehr. Celia Sasic hat diese Fähigkeiten, wenn es drauf ankam (d.h. in den K.O.-Spielen bei EM und WM) vermissen lassen. Aber Wolfsburg und Bayern zeigen zur Zeit überzeugend, wie man ohne Knipserin auskommt.

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  • enthusio sagt:

    Habe mir das Spiel noch mal in voller Länge angesehen und muß meinen Eindruck zu Laura Benkarth teilweise revidieren. Nach Ansicht der Fernsehbilder ist mir deutlich geworden: Mit Ausnahme ihres einzigen Fehlers im ganzen Spiel hat sie souverän agiert, von Nervosität und schlechten Abstößen war nichts zu sehen.
    Ist schon interessant, dass Eindrücke im Stadion täuschen können. 🙂
    Für Laura Benkarth freut es mich, dass sie insgesamt ein gutes Spiel abgeliefert hat. Und Silvia Neid hat sicherlich keinen Fehler gemacht, sie der ebenfalls soliden Lisa Weiß vorzuziehen.
    Zumindest auf der Torhüterinnenposition sind wir auch nach Nadine Angerers Karriereende weiterhin gut aufgestellt.

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