Champions League: Wolfsburg souverän, Frankfurt zittert sich weiter

Von am 18. November 2015 – 21.19 Uhr 27 Kommentare

Der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Frankfurt haben das Viertelfinale der UEFA Women´s Champions League gereicht. Während sich die Wolfsburgerinnen mühelos durchsetzten, verhinderten die Frankfurterinnen nur mit Ach und Krach das Aus.

Nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel gewann der VfL Wolfsburg das Rückspiel gegen Chelsea LFC mit 2:0 (1:0). Vanessa Bernauer (12.) sowie ein Eigentor von Claire Rafferty (68.), die einen Schluss von Alex Popp ins eigene Tor lenkte, sorgten vor 1 632 Zuschauern für einen souveränen Erfolg der Wölfinnen.

Verdienter Erfolg
Wolfsburgs Trainer und Sportlicher Leiter Ralf Kellermann meinte nach der Partie: „Ich bin sehr erleichtert und glücklich, dass wir es wieder geschafft haben, in der Champions League zu überwintern. Wir haben es verdient. Man hat gemerkt, dass wir dem Tempo und den vielen Spielen etwas Tribut zollen mussten. Wie zuletzt konnten wir aber noch einmal nachlegen. Mit dem 2:0 war das Spiel dann durch.“

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Frankfurt muss in die Verlängerung
Anders der 1. FFC Frankfurt, der sich trotz eines 2:0-Vorsprungs im Hinspiel fast noch die Butter vom Brot hätte nehmen lassen. Gegen LSK Kvinner setzten sich die Frankfurterinnen erst mit 5:4 im Elfmeterschießen durch, nach regulärer Spielzeit und anschließender Verlängerung hatte es nach Treffern von Emma Lundh (12.) und Kapitänin Marita Lund (70.) 0:2 zugunsten der Norwegerinnen gestanden.

Jubel des 1. FFC Frankfurt

Der Jubel des 1. FFC Frankfurt war nach dem entscheidenden Elfmeter grenzenlos © foto2press / Oliver Zimmermann

Glückliches Ende im Elfmeterschießen
Im Elfmeterschießen hatten die Frankfurterinnen das bessere Ende für sich. Mandy Islacker verwertete den entscheidenden Elfmeter, von zehn Schützinnen verfehlte nur Sherida Spitse das Ziel, die bereits in der regulären Spielzeit einen Elfmeter verschossen hatte (29.). Kerstin Garefrekes meinte: „Wir wollten es für die Zuschauer eigentlich nicht so spannend machen. Wir sind froh, dass wir es am Ende geschafft haben, auch wenn wir uns das ganz anders vorgestellt hatten.“

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Lyon stark, Bayern-Bezwinger Twente ausgeschieden
Olympique Lyon gewann mit 6:0 (3:0) gegen Atlético Madrid und stieg somit mit einem Gesamtergebnis von 9:1 ins Viertelfinale auf. Ada Hegerberg (23., 57.), Lotta Schelin (25., 47.), Saki Kumagai (45.+1 Elfmeter) und Elodie Thomis (72.) erzielten die Treffer. Der FC Barcelona eliminierte Bayern-München-Bezwinger FC Twente mit einem neuerlichen 1:0 (1:0)-Sieg. Olga García erzielte den Treffer des Tages (25.). Im Viertelfinale steht auch der ACF Brescia, dem nach dem 1:0 im Hinspiel ein 1:1 im Rückspiel bei Fortuna Hjorring reichte. Nadia Nadim egalisierte zwar zunächst das Hinspielergebnis (55.), doch Daniela Sabatino (89.) sorgte fürs Weiterkommen der Italienierinnen. Das Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Örebro ist noch im Gange.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • holly sagt:

    ich glaube das Sportler/innen in diesem Fall beim FF garnicht wirklich das realisieren was der Trainer/in reinruft.
    Jeder der schonmal eine Mannschaftssportart betrieben hat weiss wie schwer es ist in einem Spiel was zu ändern wenn es schlecht läuft. Dafür hatte der FFC letztes Jahr Vero und J.Fishlock. Simone Laudehr ist eine hervorragende Spielerin, sie ist aber nicht die Spielerin die alleine ein Team führen kann. Sie ist eine wertvolle Teamplayerin aber kein Leader.
    C.Bell hat in drei Jahren aus einem der Vorzeigeclubs im deutschen FF einen Mittelmaß Verein gemacht. Vor der letzten Saison kamen Vero und Fishlock und hatten ein Jahresverträge. Sie sind nun weck. Jetzt sind Smith und Van Egmond gekommen wieder mit Einjahresverträgen. Meiner Meinung nach weden beide auch nach der Saison wieder verschwunden sein. So hat man jedes Jahr einen Neuaufbau und wird keinen Blumentopf gewinnen.

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  • translate sagt:

    @Altwolf:
    Die Kommentierung über Marozsan und ihre Aufgaben/Eignung eines 6-er hört sich gut an und würde sich bestimmt noch besser anhören, wenn sie tatsächlich einen 6-er spielen würde.
    Schon letzte Saison spielte sie vor der 6 (Fishlock) und einen Tick defensiver als die 10 (Vero).
    Auch jetzt, in ihren ersten 3 Spielen, ist ihre Position VOR der 6 (Bartusiak) in etwa auf einer Linie mit Groenen. (Am Mittwoch spielte sie zeitweise sogar in vorderster Linie.)
    Von daher teile ich eigentlich ihre „Sicht“, dass sie „keine 6er ist“ – sie ist es & spielt es nämlich auch tatsächlich nicht.
    Das scheint sogar der böse Bell erkannt zu haben
    Wer weiß, vielleicht hat Marozsan (die sich übrigens mit einem „s“ zwischen dem „z“ und dem „a“ schreibt) ja auch schon die außerordentlichen Qualitäten des Welttrainers aus Wolfsburg erkannt … dann kann man sich ja auch in Wolfsburg an das „s“ gewöhnen. 😉

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  • Altwolf sagt:

    @translate.

    Da bedanke ich mich bei Ihnen für den Hinweis auf die korrekte Schreibweise des Namens.
    Sicherlich auch richtig, das Maro am Mittwoch weiter vorne gespielt und bisher wohl auch nicht so oft eine typische 6er-Position gespielt hatte.
    Für mich ist es kein „böser“ C.Bell, sondern ein Trainer, der mich mit vielen seiner Aktionen und der vorgegebenen Spielweise verwundert hatte.

    Man möge mir verzeihen, aber ich sehe D.Marozsan lieber bei einem anderen Verein, als bei WOB, spielen.

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  • O. Christ sagt:

    Bei aller berechtigten Kritik an Colin Bell finde ich die Aussage, dass er „in drei Jahren aus einem der Vorzeigeclubs im deutschen FF einen Mittelmaß Verein gemacht“ (holly) haben soll, doch fehlgeleitet.
    Als Bell 2013 übernahm, war der 1. FFC im Vergleich zu seinen Glanzzeiten in einem desolaten Zustand: fünf Saisons mit nur einem Titel in den drei relevanten Wettbewerben, meist gar nicht in der CL vertreten, ein divenhaftes Ensemble nach Namen bezahlter Einzelspielerinnen, das nicht mehr als Team funktionierte und zuletzt mehrere Wechsel von – im Schatten des übermächtigen Managers stehenden – Trainern in einer Saison. Daran gemessen hat Bell Erfolge vorzuweisen und auch die Rollenverteilung zwischen Trainer und Manager scheint etwas ausgeglichener in die sportliche Richtung zu neigen.
    Was die Einkäufe angeht, so hat Frankfurt an relativer Attraktivität für in- und ausländische Topspielerinnen eingebüßt, was sicher auch finanzielle Gründe hat. Vor diesem Hintergrund hat man in Bells Amtszeit so schlechte Geschäfte nicht getätigt.
    Allerdings, und da stimme ich in die Kritik an Bell ein, scheint er nicht in der Lage zu sein, aus dem Kader dieser Saison das Beste zu machen. Dass nun Erinnerungen an Kahlert wach werden (welcher seinen Aufgaben in Duisburg und Sand eher gewachsen war), vermag nicht zu verwundern. Es gibt eben Konstellationen, in denen ein Trainer nicht dauerhaft passt und der Zeitpunkt kommt, wo er ersetzt werden muss.

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  • holly sagt:

    @ O Christ, naja wenn man es so einfach sieht dann hast du natürlich recht. Ich sehe aber den gesamten Verein FFC Frankfurt.
    Die 2te Mannschaft spielt im Moment gegen den Abstieg. Wenn man sich den Kader der 2 Mannschaft anschaut ist es eine Mannschaft die im oberen Tabellenbereich sein müsste. die B-Mädchen liegen auch schon 7 Punkte hinter dem Spitzenreiter. Jede dieser Mannschaften wurde Jahr für Jahr schlechter seit C.Bell da ist.
    Gut sie haben die CL und den Pokal gewonnen. Wie heisst es immer so schön im Leben gewinnen ist nicht alles.
    Ich sehe den gesamt Verein FFC Frankfurt schlechter aufgestellt wie vor der Zeit von C.Bell

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  • Manuel sagt:

    @holly: Ein Teil der Probleme der unteren Mannschaften ist sicher hausgemacht. Immer wieder werden auf dem Papier Spielerinnen hochgezogen (sei es zur ersten oder zur zweiten Mannschaft), deren Chancen auf einen Einsatz nahe bei 0 ist. Deshalb wechseln immer wieder viele nach Mainz, Wetzlar oder zur Eintracht.

    Man hört immer wieder Gerüchte, dass die Aufstellungen der zweiten Mannschaft von oben diktiert wird und durch die ständigen Verschiebungen keine eingespielte Mannschaft auf dem Platz steht. Diese Punkte sind auf jeden Fall Sidi und Bell anzulasten.

    Dann hat der VfL auch etwas geräubert (siehe Sascha Glass und über den Umweg Mainz auch Mirella Junker). Das kann aber nicht die Ursache sein, hat aber vielleicht auch etwas dazu beigetragen.

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  • FFFan sagt:

    @ holly:
    „…die B-Mädchen liegen auch schon 7 Punkte hinter dem Spitzenreiter.“

    Diese Aussage ist seit gestern überholt!

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