DFB-Frauen siegen in Schweden

Von am 29. Oktober 2014 – 20.07 Uhr 41 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat nach einer Leistungssteigerung gegenüber dem Frankreich-Spiel das Testspiel in Schweden gewonnen. Dabei geriet die DFB-Elf in der zweiten Halbzeit zunächst in Rückstand, doch binnen drei Minuten drehte Deutschland die Partie.

Beim 2:1 (0:0)-Sieg in der Behrn-Arena von Örebro brachte Lotta Schelin Schweden in Führung (68.), doch Dzsenifer Marozsán (76.) und die eingewechselte Alex Popp (79.) sorgten dafür, dass der DFB-Elf eine zweite Niederlage in Folge erspart blieb.

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Vier Veränderungen in der Startformation
Bundestrainerin Silvia Neid änderte ihre Startformation gegenüber der 0:2-Niederlage gegen Frankreich auf vier Positionen. Für Kathrin Hendrich, Bianca Schmidt, Babett Peter und Melanie Behringer durften Tabea Kemme, Josephine Henning, Jennifer Cramer und Melanie Leupolz von Beginn an spielen.

DFB-Elf mit guten Chancen
Die DFB-Elf hatte früh eine gute Chance zur Führung, als Jennifer Cramer mit einem Schuss aus gut 20 Metern nur die Latte traf (8.). Und auch in der Folge hatte die deutsche Mannschaft die besseren Chancen, doch Célia Šašić köpfte nach Flanke von Simone Laudehr aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei (22.).

Schweden nur selten gefährlich
Die Schwedinnen kamen nur selten gefährlich vor das deutsche Tor. DFB-Torhüterin Nadine Angerer musste sich erstmals bei einem Schuss von Sofia Jakobsson strecken, die am linken Flügel zuvor Tabea Kemme überlaufen hatte (40.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kamen die DFB-Frauen noch einmal zu einer Chance, als Tabea Kemme Dzsenifer Marozsán auf die Reise schickte, doch Schwedens Torhüterin Carola Söberg rechtzeitig aus ihrem Tor herauskam und klären konnte (45. +1).

Führung durch Schelins Rekordtor
Das Spiel plätscherte in der zweiten Halbzeit lange Zeit ohne Highlights vor sich hin, bis Lotta Schelin in einen missglückten Rückpass von Jennifer Cramer spritzte, Nadine Angerer umkurvte und mit der ersten echten schwedischen Torchance die schmeichelhafte Führung erzielte (68.) – für Schelin war es der 73. Treffer im Nationaldress, mit dem sie sich an die Spitze der schwedischen Bestenliste setzte.

Alexandra Popp

Alex Popp erzielte in Schweden den Siegtreffer (Archiv-Bild) © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

DFB-Elf dreht Partie
Doch das Spiel wurde nun unterhaltsamer und die DFB-Elf biss sich in die Partie zurück. Dzsenifer Marozsán erzielte mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern den Ausgleich (76.). Mit neuem Schwung erzielte die zur zweiten Halbzeit eingewechselte Alex Popp mit dem Außenrist die deutsche Führung (79.), nachdem Melanie Leupolz und die eingewechselte Luisa Wensing die Vorarbeit geleistet hatten.

Angerer hält Sieg fest
Bis in die Nachspielzeit hatte Deutschland die Partie dann im Griff, doch dann musste Angerer bei einem Schuss der eingewechselten Fridolina Rolfö noch einmal ihr ganzes Können aufbieten (90.+2), doch am Ende stand ein verdienter 2:1-Auswärtserfolg beim Weltranglisten-Fünften.

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • balea sagt:

    Mich hat das Spiel eigentlich nie so richtig „begeistert“. Beide Seiten fand ich merkwürdig uninspiriert. Dabei kam mir Schweden in HZ1 sogar dominanter vor, was Ballbesitz betraf und es wurde gut kombiniert – aber im Abschluss ist Schweden einfach katastrophal schwach. Kein Wunder, dass das Tor durch einen Fehler D passierte. Aber wenn man den Ball nicht nach vorn bringt und endlose lange Ballstaffetten vor dem eigenen 16er veranstaltet, passiert irgendwann so ein Fehler.
    Hauptkritik für mich wieder das deutsche MF: Allein Leupolz hat gut gerackert und sich bemüht – aber das war die ganze Herrlichkeit. Das reicht aber nicht, um ein Spiel aufzubauen. Anders als Altwolf fand ich da die AV noch ganz hilfreich, ansonsten wurden dann eben ein paar lange Bälle nach vorn gehauen. Aber Laudehr ins MF zu nehmen wäre sicher gut gewesen. Der Wechsel Alushi / Popp war auch ein Witz. Anfangs war Popp dadurch ähnlich effektiv wie Alushi: nämlich fast Null, erst als sie das aufgegeben hat und durch die Mitte ging hats gepasst. Sagt auch einiges über Frau Neid.
    War der Freistoss zum 1:1 wirklich berechtigt? Die Schwedin hat doch den Ball gespielt.

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  • noworever sagt:

    Finde im Neid’schen System ist das MF mit nur 2 Spielerinnen unterrepräsentiert
    Dagegen erscheint mir der ‚vordere Bereich‘ mit Laudehr, Mittag, Popp/Alushi etwas überrepräsentiert (davon ausgehend, dass Sasic/Bremer ‚ganz vorne‘ die 9 besetzten).
    Eine eindeutige Zuordnung in bezug auf MF-unterstützung ist nicht wirklich erkennbar.
    Klar, dass Laudehr und Alushi/Popp mit ihren jeweiligen AV’s korrespondieren und sich bei Bedarf austauschen.
    Der Job um den ‚Austausch‘ des mittleren Feldes zu gewährleisten, fällt eigentlich der 10 (Mittag) zu …
    Hier jedoch findet eine Unterstützung zur „Verbindung der einzelnen Mannschaftsteile“ (@Altwolf 😉 ) für mein Empfinden nicht wirklich statt.

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  • noworever sagt:

    Auf der anderen Seite entsteht durch diese Überrepräsentierung eine gewisse Kopflastigkeit in diesem vorderen Bereich … man steht sich leicht auf den Füssen (9&10).
    Wenn das Spiel jedoch etwas mehr aus der Tiefe kommt verändert dies die ganze Situation, es eröffnet Freiräume.
    Das, jedoch würde einen Systemwechsel bedingen, 4-3-3 und nicht SN’s 4-2-3-1 …
    Anyway – just a feeling.

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  • sonic sagt:

    Sehe das ähnlich wie holly, Altwolf und Jennifer: die deutsche Mannschaft sah besser aus als gegen Frankreich, weil Schweden erstaunlich schwach war. Nicht nur schwächer als Frankreich, sondern auch erheblich schwächer als bei der EM.

    Frankreich hat die Räume eng gemacht, Schweden hingegen hat stark verschoben und eine Seite meist völlig offengelassen, wodurch die deutsche Mannschaft viel Raum hatte, offensive Aktionen zu initiieren.

    Frankreich hat immer viel Druck auf die ballführende Spielerin gemacht und damit die technischen Fehler und schnellen Ballverluste erzwungen. Die Schwedinnen konnten diesen Druck nicht aufbauen, was mehr Zeit und Ruhe für die deutschen Spielerinnen bedeutete und sie deshalb weniger technische Fehler gemacht haben und daher besser aussahen.

    Defensiv war das in beiden Spielen insofern in Ordnung, daß sich weder Frankreich noch Schweden viele gute Chancen erarbeiten konnten.
    Das 0:2 der Französinnen war sicherlich erstklassig vorbereitet, aus meiner Sicht macht Angerer allerdings einen kleinen Fehler indem sie soweit herauskommt. Thomis hat den Ball auf dem schwächeren Linken, ihre grundsätzliche Abschlußschwäche ist bekannt und zwei deutsche Abwehrspielerinnen sind noch in der Nähe. So hat sie es Thomis zu einfach gemacht.
    Defensiv nicht gefallen hat mir gegen Frankreich, daß die deutsche Mannschaft zu weit von den Gegnerinnen weg und insgesamt zu tief stand. Gegen Schweden war das insgesamt besser, obwohl dort in der Phase nach dem Kemme-Wensing-Wechsel der gleiche Fehler gemacht wurde und die Schwedinnen nochmal aufkamen.
    Die Innenverteidigung steht gut, insbesondere Henning war gegen Schweden immer den Schritt schneller als die Gegnerin und hat mir besser gefallen als Peter. Die Außenverteidigerinnen fand ich gegen Frankreich ganz schwach, nach vorne ging da gar nix. Schmidt nicht in Form, Hendrich zu brav, gefällt mir auf der Position nicht wirklich. Gegen Schweden: Cramer wie immer, offensiv solide und defensiv mit einigen Schwächen. Immernoch mehr Notlösung als WM-Qualität. Kemme dagegen fand ich auf rechten Seite (wie schon im Spiel Potsdam-Frankfurt) sehr stark, hat sich einmal von Jakobsson überlaufen lassen, aber sonst defensiv gut gestanden, viele Pässe abgefangen, ist viel gelaufen, viele Ballkontakte und auch offensiv stark. Wensing mit der Vorlage zum 1:2 aber technisch limitiert und mir zu steif. Links hinten würde ich gerne mal wieder Faißt sehen, sie war dort vor ihrem Verletzungspech zu Recht erste Wahl und scheint mir die potentiell beste Alternative für diese Dauerbaustelle in der deutschen Mannschaft im Hinblick auf die WM. Weshalb sie dort in der N11 (und auch im Verein?) nicht mehr eingesetzt wird, ist mir schleierhaft. Wenn rechts noch Maier wieder fit wird, ist die Abwehr WM-tauglich.

    Leupolz eine Gewinnerin der beiden Testspiele. Nach Keßler und Goeßling die Nummer drei auf der 6. Maroszan zu schwankend in ihren Leistungen. Auch gegen Schweden für mich nicht die Spielerin des Spiels, dazu mit zu vielen Fehlpässen in der ersten Hälfte. Behringer defensiv gut, aber braucht offensiv zu lange für Ballkontrolle und -weitergabe.

    Alushi die Verliererin der Spiele, da lief nicht viel zusammen und daher zu Recht zweimal ausgewechselt. Laudehr ordentlich, ein-zweimal unglücklich in kritischen Momenten, aber in Ermangelung wirklich guter Alternativen für das linke Mittelfeld würde ich sie dort belassen.

    In der Offensive hätte ich mir gewünscht, daß Neid gegen Schweden Popp von Anfang an gebracht und Sasic mal draußen gelassen hätte, da Popp mir gegen Frankreich besser gefallen hat. Mittag irgendwie unauffällig. Gefallen hat mir, daß Bremer weiterhin ihre Einsätze bekommt, auch wenn ihr nicht immer alles gelingt. Sie bewegt sich gut ohne Ball, setzt sich von der Gegnerin ab und läuft richtig. Mal sehen wie lange es dauert bis sie ihr Potential auch in der N11 in Abschlüsse und Tore umwandeln kann. Für Petermann ist die N11 noch zu früh, die soll sich erstmal in Freiburg durchsetzen.

    Insgesamt zwei verdiente Ergebnisse: Frankreich offensiv nicht wirklich gut, aber im Defensivverhalten, der Technik, der Aggressivität und dem Einsatzwillen der deutschen Elf überlegen.
    Schweden in allen Belangen schwächer, da wäre auch ein 2:0 für Dtl. in Ordnung gewesen. Allerdings gibt das Spiel der deutschen Mannschaft keinen Anlaß zu Stolz oder Selbstzufriedenheit, wie das in einigen Kommentaren der Spielerinnen anklang.

    @balea
    Aus meiner Sicht war der nicht berechtigt, das war sauber von der Schwedin. Weshalb die Schwedinnen dann aber eine solche Lücke in der Mauer lassen (und das bevor sich Bremer da reingestellt hat), wäre die nächste Frage.

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  • jochen-or sagt:

    Wie so häufig ist eine korrekte Bewertung des Spiels recht schwierig.

    Ich persönlich fand die Schwedinnen eine ganze Klasse schlechter als die Französinnen. Da ging aus dem Mittelfeld heraus nach vorne so gut wie nichts.

    Andererseits stand unsere Abwehr in dieser Formation recht ordentlich. Im Mittelfeld hat mich Leupolz überzeugt. Sie hat sehr viel nach vorne und nach hinten gearbeitet.
    Maro war zwar besser als gegen Frankreich, aber als häufiger Kritiker von ihr habe ich dieses Mal konzentriert auf ihre Laufarbeit, insbesondere bei Gegenangriffen, geachtet und die war auch dieses mal einigermaßen bescheiden. Einfach schade, da sie am Ball so stark ist und Schussstärke und -technik außergewöhnlich gut sind. Sie wirkt einfach faul – und an der Weltspitze kann man sich allenfalls mit überragenden Mitspielerinnen erlauben, eine solche dauerhaft durch zu schleppen. Immerhin hat sie das Tor gemacht – aber ein Messi, der auch gerne mal rumsteht, ist sie nicht.

    Trotz aller persönlichen Vorbehalte wegen der vielen nervigen Falleinlagen muss ich (einmal mehr)Popp loben, bei der wirklich eine positive Entwicklung zu sehen ist und die zusammen mit Bremer ( die ich sowieso spätestens nach der WM 2015 als Stammkraft sehe) Schwung nach vorne gebracht hat. Sie ist jedenfalls stets da, wenn es was aufzuholen geht. Eine nicht zu unterschätzende mentale Stärke.

    Kemme fand ich auch recht ordentlich – aber auch hier muss man sehen, dass die vielen Ausflüge nach vorne durch die doch überraschend schwachen Schwedinnen begünstigt waren.
    Wensing hatte ich damals nach dem Halbfinalspiel 2010 in Potsdam mit ihren 17 Jahren als „die“ kommende deutsche Spielerin bezeichnet.
    Sie ist und bleibt für mich eine große Enttäuschung – absolute Stagnation und technisch weiterhin unfertig. Da sehe ich dann auf der rechten Verteidigerposition sowohl Schmidt als auch Kemme und erst recht Maier vor ihr.

    Ganz vorne kämpft Sasic weiterhin mit ihrer Form. Ich gehe aber davon aus, dass sie bei der WM voll da ist.

    Lassen wir uns also überraschen, was dann 2015 bei der WM drin ist. Favorit sind wir jedenfalls nicht. Aber Auftritte im Ausland sind einfacher als unter dem Druck des Favoriten zu Hause eine WM zu spielen.

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  • dummkopf sagt:

    Ist ja – entgegen anfänglichen Befürchtungen – doch eine Reihe von ausführlichen und überlegten Kommentaren geworden (soweit bisher einsehbar). – und schon wieder eingeschränkter Jubel – trotz Sieg.
    Eine Situation, in der man ja mal sehen kann, was passiert, wenn man ein wenig fachlicher wird.

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  • dummkopf sagt:

    Da wäre als erstes Mal die Frage nach der „seltsamen“ Aufstellung. Eigentlich wollte ich das ja ursprünglich als weiblich intuitiven Schachzug bezeichnen, aber es beschäftigt mich doch ernsthafter.
    Ein Tip für Trainer lautet nämlich: Sprich mit deinen Spielerinnen und mache klare Ansagen, was falsch war, und von wem du welche Verbesserungen erwartest.
    Das Thema gab es schon mal vereinsseitig.
    Nun geht also die Löwin her, und macht nach dem schwachen FRA Spiel die klare Ansage, dass ihr Behringer ua noch am besten Gefallen hat, und sie mit ihr als eine der wenigen zufrieden war.

    Um sie dann im nächsten Spiel nicht einmal einzuwechseln. Vielleicht bin ich nicht richtig informiert – daher formuliere ich eine Frage:
    Ich habe aber weder in den Kommentaren, noch im Spielbericht, noch sonstwo irgend etwas gehört, dass sie verletzt gewesen sei?

    Oder wird die Aufstellung vielleicht gar nicht nach den Einschätzungen der Löwin vorgenommen, sondern es sind insgeheim andere im Hintergrund, die die Aufstellungen festlegen?

    Um das auch noch etwas schwieriger oder klarer zu machen – je nachdem: Es geht in diesem Kommentar nicht darum, ob ich richtig oder falsch finde, dass Behringer nicht gespielt hat, dazu habe ich mich nicht geäussert.

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  • dummkopf sagt:

    Vielleicht hat das 2. Tor dann auch @altwolf zu denken gegeben?
    Da hatte er doch mE eine gute Möglichkeit ausgelassen, darauf hinzuweisen, dass man nicht mit drei guten Spielerinnen und sonst einem Haufen Durchschnittsware 2 Mal die CL gewinnt. Ich denke jedenfalls nicht, dass man sagen sollte, da haben also 2 Wolfsburger Durchschnittsspielerinnen der dt. Mannschaft den Sieg beschert, indem sie ausgenutzt haben, dass die Wolfsburger Spitzenkraft sich zu langsam zum Ball bewegt hat?
    😉

    Leider muss ich mir aber auch selber widersprechen weil die Vorlage von Wensing eigentlich gar nicht gut gespielt war. Da muss sie an der Stelle mehr mit dem freien Raum und dem Ball anfangen. Das Popp an dieser Stelle als erstes zum Ball kommt, damit konnte sie nicht rechnen. Aber so eine Wolfsburgerin kennt vielleicht ja auch ein wenig die Flankenstärke der anderen?

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  • dummkopf sagt:

    Noch Fachspezifischer:
    Ich bin immer noch traurig, dass kein BL-Verein auf die glorreiche Idee kam, Jakobsson zu verpflichten und in der Buli zu halten. Die hätte auch jedem „Grossen“ gut getan.
    Nicht, dass die nun fussballerisch manchmal sogar etwas unbeholfen wirkt. Aber die hat noch am ehesten die deutschen N11 Abwehr-Spielerinnen mit ihrer Schnelligkeit vor Probleme gestellt und für Gefahr über den Flügel gesorgt. Das haben die Schweden nur katastrophal schlecht ausgenutzt (und die dt. Verteidigung hat in der Mitte gut abgedeckt!) Das war missverständlich: Die Schweden haben nicht die Flanken schlecht ausgenutzt (das auch) aber sie haben nicht ausgenutzt, dass sie Jakobsson viel öfter in den Raum geschickt haben oder für ein 1:1 gegen eine dt Aussenspielerin freigespielt haben.
    Extrem fachspezifisch:
    Schelin wird gefeiert für ihr 73. Tor. Die Situation hat sie auch sehr gut gelesen. Aber es passiert im Fussball auch viel da, wo man nicht genau hinschaut, bzw was man am Ende erst in einen Zusammenhang bringt.
    Jakobsson hat schon in Hz1 öfter dt Spielerinnen verfolgt und ich weiss nicht ob dabei Krahn nicht auch einmal Foul gespielt hat. Schelin hat das wesentlich schlechter bis überhaupt nicht gemacht. Wenn eine Verteidigerin merkt, dass sie da immer ekelhaft zäh verfolgt wird und noch dazu weiss, dass „die da kommt“ schneller ist, wird sie eben ihrerseits zu mehr Handlungsschnelligkeit gezwungen – das macht den Niveauunterschied aus und es entstehen dadurch umgekehrt Ungenauigkeiten und Fehler.
    Was hat das miteinander zu tun?
    Wenn Schelin vor dem Tor in der Nähe Cramers gestanden wäre, wäre da wohl nichts passiert. Es stand aber Jakobsson in ihrer Nähe und hat sich auch schon wieder angenähert. Und vor Jakobsson hat sich Cramer viel gehetzter gefühlt und daher viel mehr gefürchtet – und daher nicht mit der gegebenen Ruhe agiert und den Rückpass gespielt – oder mit der Ruhe die sagt gehabt hätte, wenn Schelin da gemächlich angelaufen wäre (oder eben gar nicht angelaufen wäre und Cramer alle Zeit gegeben).
    Da wird oft zu stark nur der Lauf des Balls verfolgt und wer dann was damit macht und zu wenig darauf geachtet, was und vor allem wer im Vorfeld alles dazu beiträgt, dass der Ball eben diesen Lauf überhaupt erst nimmt.

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  • holly sagt:

    @ dummkopf, wie du sicher weisst kennen sich Luisa und Alex ja schon aus Duisburg 😉
    Also eine lange Zeit.
    Das mit Sofia wundert mich auch, kann mich aber noch gut erinnern wie CLP sie verpflichtet hat und ich mich als Sofia Fan geoutet habe. Was es hier für eine Entrüstung gab wie ich nur Fan von so einer durchschnittlichen Spielerin sein kann.
    Vielleicht denken die BL Trainer/innen ähnlich über sie.

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.

    Mir gefallen deine Gedanken schon, wie du sie bezüglich der N11 äußerst, jedoch werde ich die „Clubsicht“ bei der Beurteilung der N11-Spielerinnen möglichst außen vor lassen und so hatte ich bei meiner Äußerung zu den AV letztendlich auch L.Wensing mit einbezogen.

    Wie @jochen-or schon anmerkte hat sich A.Popp in den letzten 2 Jahren deutlich weiterentwickelt, sowohl spielerisch, mental als auch als Persönlichkeit mit dem Willen mit dem entsprechenden Team gewinnen zu wollen. Da ist sicherlich auch ihre Ausbildung mit ursächlich, denn auch dort übernimmt man Verantwortung und steht dazu.

    Welcher „Logik“ die Neidschen Aufstellungen folgen kann ich nur ansatzweise nachvollziehen, da mir auch die eigentliche „Spielstrategie“ verborgen bleibt.

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  • Davimandel sagt:

    MELANIE LEUPOLZ ERNEUT ZUR „SPIELERIN DES SPIELS“ GEWÄHLT.
    „Doppelschlag“ von Melanie Leupolz: Die 20-Jährige ist von den Fans der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zum zweiten Mal in Folge zur Spielerin des Spiels gewählt worden.

    Herzlichen Glückwunsch an Leupolz! Es ist verdient!

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  • dummkopf sagt:

    @altwolf
    Au, da habe ich mich vielleicht vertextet.
    Das war ein Anhang zu meiner neulich ausgedruckten Verwunderung (wenn man bei der dt. und frz N11 einmal von Wob und OL als etwa gleich starkem Ausgangspunkt ausgeht), wo die deutsche N11 es nicht schafft, aus einer (scheinbar?) auf fast allen Positionen besser als Wolfsburg besetzten Elf eine Mannschaft zusammenzubekommen, die besser ist, als ein in einigen Positionen schlechter besetztes OLyon.

    Da wurde von dritter Seite die Meinung geäussert, dass sei eine Milchmädchenrechnung, weil Wob ja praktisch ausser den (aktuell) nicht einsetzbaren Kessler, Goessling, Fischer auch nur eine Durchschnittsmannschaft wäre.

    Da war ich verwundert, dass du dich da nicht anders gewehrt hast, als darauf zu verweisen, dass OL ohne Necib und Abily auch nicht so gut wäre.
    Ich hätte da eher die Antwort erwartet, dass man nicht mit drei guten Spielerinnen und sonst einem Haufen Durchschnittsware 2 Mal die CL gewinnt.

    Und als kleiner Nachweis, dass diese Antwort so schlecht nicht gewesen wäre haben nun also prompt 2 „weniger gute“ Wolfsburgerinnen das Siegtor herausgespielt.

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  • never-rest sagt:

    @Davimandel: Auch wenn längst noch nicht alles bei Leupolz in den beiden Spielen geklappt hat, könnte ihr Stern bei der kommenden WM in der N11 richtig aufgehen, wenn ein Platz im MF frei wird, auch als ernsthafte Alternative zu Maroszan: Sie bringt die besten Voraussetzungen für eine Strippenzieherin im MF mit: Gutes Spielverständnis, Übersicht, lauf- und zweikampfstark, technisch versiert, „bissig“ im Zweikampf, und nicht zuletzt auch ein guter Abschluss. Sie braucht vorerst an ihrer Seite aber noch eine erfahrene Spielerin wie Keßler oder Goeßling oder im Verein Behringer als Absicherung, insbesondere wenn es hart auf hart gegen Spitzenteams geht.

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  • Karl sagt:

    @dummkopf: Entweder hast du eine Neigung zu fehlinterpretationen oder ich druecke mich misverstaendlich aus. Es liegt mir fern irgendwelche Spielerinnen von Wolfsburg oder sonstigen Vereinen als Durchschnittsware zu bezeichnen. Auch zum Beispiel Essen, Freiburg oder Leverkusen haben sehr gute Spielerinnen. Mir ging es nur darum klarzumachen dass Kessler, Fischer und Goessling den Unterschied ausmachen zwischen einer guten Bundesligamannschaft und einer Europaeischen Spitzenmannschaft. Altwolf hat das offensichtlich so verstanden wie ich es gemeint habe.

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  • dummkopf sagt:

    Mit Jakobsson habe ich mich auch vertextet.
    Da wollte ich nicht den Eindruck einer Weltklassespielerin vermitteln. Sie kann aber auf N11 Niveau sicher zumindest irgendwo ganz ordentlich mithalten.

    Und das enttäuschende ist eben, dass kein Buli-Club sie haben wollte, bzw aktiv geworden ist, wenn eine Spielerin auf diesem Niveau ohne Geld (zumindest wohl nicht viel) zu haben ist.

    Und so ist sie letztlich in Montpellier gelandet, zwar in FRA auch bei den Besseren, aber da hätten wohl selbst die meisten „Kleinen“ in der Buli ein attraktiveres Paket anbieten können, von den Grossen ganz zu schweigen.
    Allein schon weil die Spielerinnen sich nun auf die WM vorbereiten wollen, und fast nirgends annähernd so gute Bedingungen (Training und Spielniveau) dafür herrschen, wie in Deutschland.

    Ich denke, da haben leider einige geschlafen.

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  • dummkopf sagt:

    @Karl
    Oh weh. Damit du das nicht falsch verstehst.
    Mit dir „lohnt“ es sich nämlich, zu streiten. Ich hatte nur immer keine Zeit zu antworten. Jetzt eigentlich auch nicht mehr. Egal. Muss mal sein.
    Das mit dem Glück fand ich auch bemerkenswert richtig zum Beispiel. Wie einiges andere auch. Einiges aber auch nicht.

    zB finde ich sogar nicht annähernd, dass Wolfsburg ohne diese drei (Fisch, Goe, Kess) eine ziemlich durchschnittliche Bundesligamannschaft ist. Das hast du vor ein paar Tagen doch genau so geschrieben.

    Ist aber ein Nebenschauplatz. Ich bin eben kein Fan des Star-Einzelspieler-Denkens. Deutschland hat vor ziemlich genau einem Jahr auch mit einem Tor Unterschied in Schweden gewonnen. MIT Goessling und Kessler. Das hat also nicht nur vom Ergebnis, sondern auch vom Spiel her so viel Unterschied nicht gemacht. Diesmal war Deutschland sogar deutlicher überlegen.

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.

    Ich bin als „Fan“ einer solch starken Truppe, wie die Wölfinnen es nun mal in den zurückliegenden 2 Jahren und auch jetzt noch sind, bei vielleicht interpetierbaren Äußerungen zu diesem Team, recht gelassen.

    Ich hatte die Einschätzung von @Karl auch so interprettiert, daß er auf die Qualität einzeler Spielerinnen hinweisen wollte, um der Idee eine Club-Mannschaft, punktuell verstärkt, als N11 einzusetzen, entgegenzuwirken.

    Deshalb auch nur meine Gegenfrage, wie denn OL ohne seine MF-Spielerinnen die bestehende Qualität halten könnte, und damit bewegt man sich doch auf gleich hohem Niveau. War deshalb auch von mir nicht „abwertend“ empfunden worden.

    Es wäre auch zu „simpel“ die Klasse dieses Teams nur an diesen 3 Spielerinnen festmachen zu wollen.

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  • Statistiker sagt:

    Ich bin hier doch etwas erstaunt, in welche Richtung sich die Diskussion entwickelt. Man sollte nicht meinen, dass nach einem solchen Spiel, in dem keine einzige Spielerin von Wolfsburg in der Startelf stand und zwei Einwechselspielerinnen nur eine relevante Aktion hatten, der Hauptaugenmerk auf den Diskussionen um Wolfsburg liegt (zumal zwei der Spielerinnen überhaupt nicht im Kader standen, um die es hier geht).

    Zunächst fallen mal die Anteile in der Startelf auf: 3x Frankfurt, 3x Paris, 2x Potsdam, 1x Bayern, 1x Schweden, 1x USA
    Ich vermute mal, dass soviele Legionäre für Deutschland noch nie gleichzeitig zum Einsatz kamen.

    Dann sind weitere Dinge bemerkenswert: Zunächst natürlich die Rolle einer Leupolz. Nachdem ich lange skeptisch war, ob sie auf der „6“ an der richtigen Stelle ist, muss ich sagen, dass sie sich jetzt, seit sie bei Bayern gespielt hat, unglaublich weiterentwickelt hat und sehr stabil spielt. Entwickelt sie sich so weiter, dann wird sie zur WM 2015 durchaus Chancen auf einen Stammplatz haben, gerade, wenn sie so mit Marozsan harmoniert.

    Über Marozsan muss man dazu sagen, dass sie mal wieder gegen einen großen Gegner getroffen hat und damit jetzt 8 Tore ihre 20 Tore gegen die Topgegner Japan (3), USA (2), Schweden (2) und Norwegen erzielt hat.
    Damit bewegt sie sich auf Topniveau für eine Stürmerin wohlgemerkt.

    In der Abwehr scheint es auch immer enger zu werden, schließlich hat man jetzt mit Schmidt, Hendrich, Kemme, Cramer, Faißt und Wensing in zwei Spielen gleich mal 6 Außenverteidigerinnen eingesetzt, und wenn eine Leonie Maier wieder fit wird, mischt sie auch ganz vorne noch mit.

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  • dummkopf sagt:

    @altwolf
    Da hast du mir weitergeholfen.
    Ich muss die abstrakteren Themen einfach genauer erklären lernen. Bzw nur anschneiden, wenn die Zeit dazu ausreicht.
    Es ging mir gar nicht darum, eine Clubmannschaft punktuell verstärkt als N11 einzusetzen. Das wäre (ist?) zZt sicher in D von Nachteil, weil es die herausragende Mannschaft nicht gibt. Anders als in FRA.

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