Spitzenclubs landen Siege

Von am 23. September 2012 – 18.12 Uhr 43 Kommentare

Mit einem deutlichen 4:0-Erfolg beim FCR 2001 Duisburg hat der 1. FFC Turbine Potsdam am dritten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga die Tabellenführung verteidigt. Auf den zweiten Rang hat sich der 1. FFC Frankfurt geschoben, der im ersten Spiel mit neuem Trainer zu einem 4:2-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen kam.

„Die Mädels haben das auf den Platz gebracht, was ich mir vorgestellt habe“, so ein zufriedener Philipp Dahm nach seinem ersten Spiel als Interimstrainer der Frankfurterinnen. „Auf der Basis von heute können wir aufbauen.“

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Torshow vom 3. Spieltag

Highlights FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam

FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam in voller Länge

Wich trifft zur Führung
Vor 2120 Zuschauern ging seine Mannschaft bereits in der fünften Minute durch Jessica Wich in Führung. Der Neuzugang schloss eine Flanke von Dzsenifer Marozsán volley zum 1:0 ab. Der Ausgleich ließ allerdings nur eine Viertelstunde auf sich warten, dann netzte Turid Knaak per Kopf zum 1:1 ein. „Wir waren in der ersten Halbzeit noch zu ängstlich und brav“, so Leverkusens Trainer Thomas Obliers. Denn vier Minuten später war der alte Frankfurter Vorsprung wieder hergestellt. Marozsán traf zum 2:1-Halbzeitstand.

Obliers trotz Niederlage zufrieden
Nach dem Seitenwechsel fiel schnell das 3:1. Nach einem Eckball von Melanie Behringer traf die lange verletzte Kim Kulig. Leverkusen kam durch einen von Ramona Petzelberger verwandelten Strafstoß (55.) noch zum Anschlusstreffer. Doch für die Entscheidung sorgte Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes, die in der 82. Minute zum 4:2 traf. „Frankfurt ist nicht unsere Messlatte“, so Obliers, der trotz der Niederlage „sehr, sehr zufrieden mit der Mannschaft“ war.

Weniger zufrieden war er hingegen mit der Schiedsrichterin und holte gleich weiter aus: Die allgemeine Schiedsrichterleistung halte mit den Fortschritten, die der Frauenfußball in den vergangenen Jahren gemacht habe, nicht mit. „Hier muss etwas passieren“, forderte er den DFB zum Handeln auf.

Spielszene Duisburg - Potsdam

Antonia Göransson (li.) im Duell mit Nicole Banecki © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Souveräner Auftritt der Potsdamerinnen
Auf dem ersten Tabellenrang liegt weiter der 1. FFC Turbine Potsdam, der beim 4:0 (2:0) in Duisburg die klar bessere Mannschaft war. Die „Turbinen“ mussten nur beim Pfostenschuss von Lieke Martens in der Anfangsphase zittern. „Die ersten zwanzig Minuten hatten wir ziemlich Herzflimmern, dann haben wir uns gesteigert, und das sah teilweise richtig gut aus“, so Potsdams Tabea Kemme. Mit einem direkt verwandelten Freistoß brachte Patricia Hanebeck die Brandenburgerinnen in der 16. Minute in Führung. Nur zwei Minuten später erhöhte Weltmeisterin Yuki Ogimi zum 2:0-Pausenstand.

Handbruch bei Lisa Evans
In der zweiten Halbzeit schraubten Natasa Andonova (64.) und Antonia Göransson (84.) nach schönem Sololauf durch die Duisburger Hintermannschaft das Ergebnis in die Höhe. Die Potsdamerinnen hatten auch noch das 5:0 auf dem Fuß, aber Maike Kämper hielt einen Elfmeter von Sara Doorsoun-Khajeh in der Schlussminute. Bitter für Potsdam trotz des Erfolgs: Die schottische Nationalspielerin Lisa Evans musste in der 54. Minute mit einem Handbruch ausgewechselt werden.

Kantersieg für Wolfsburg
Vizemeister VfL Wolfsburg ließ beim ersten Saisonspiel gegen Aufsteiger VfL Sindelfingen nichts anbrennen. Die „Wölfinnen“ kamen vor 3122 Zuschauern zu einem deutlichen 6:0 (3:0)-Sieg. Verena Faißt (6.), Conny Pohlers (10.) und Nadine Keßler (17.) sorgten bereits früh für klare Verhältnisse. In der zweiten Halbzeit machten Alexandra Popp (51.), Lena Goeßling per Foulelfmeter (54.) und Faißt (83.) das halbe Dutzend voll.

Spielsezene Bayern München gegen FF USV Jena

Bayern-Neuzugang Gina Lewandowski traf bei ihrem Debüt im Bayern-Dress © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Gütersloh verliert trotz Führung
Mit 1:0 hatte der zweite Aufsteiger FSV Gütersloh 2009 beim SC Freiburg durch einen Treffer von Spielführerin Anja Barwinsky (16.) in Führung gelegen. Doch am Ende gewannen die Breisgauerinnen mit 4:1. Chioma Igwe (27.) sorgte vor 495 Zuschauern noch vor der Halbzeitpause für den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel trafen Juliane Meier (47.), Irlands Nationalspielerin Fiona O’Sullivan (52.) und Claire Savin (60.).

Almuth Schult hält Elfmeter
Mit 4:0 (1:0) setzte sich der FC Bayern München gegen den FF USV Jena durch. Für den Pokalsieger trafen Isabell Bachor (4.), Sarah Hagen per Foulelfmeter (46.), Lena Lotzen (51.) und Neuzugang Gina Lewandowski (61.). Außerdem gewann der SC 07 Bad Neuenahr mit 1:0 (0:0) gegen die SGS Essen. In einer umkämpften Partie, in der es vier Gelbe Karten sowie eine Gelb/Rote Karte (für Essens Charline Hartmann) gab, erzielte Peggy Kuznik in der 65. Minute das einzige Tor des Tages. Hartmann hatte zwei Minuten später per Handelfmeter den Ausgleich auf dem Fuß, doch Torhüterin Almuth Schult hielt den knappen Vorsprung fest.

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43 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    Ich kann Dir in Deiner Einschätzung nur beipflichten!!!

    Ob der gestrige klare Sieg nun eine echte Standortbestimmung war, kann man wohl nicht so klar mit „Ja“ beantworten!!!
    Zumindest standen da mit Oster, Himmighofen, Islacker, Ando, Banecki und Reed auch keine „heurigen Hasen“ im Duisburger Kader, und auch Cengiz, Kämper, Groenen und Martens haben als Nachwuchstalente bereits eine Menge Erfahrung!!!
    Zumindest sagt das 4:0 gegen den FCR wesentlich mehr über das Leistungsvermögen der TURBINEN aus, als das 9:1 gegen Sifi!!!

    Und so schlecht waren die Gastgeberinnen ja auch nicht, wie das klare Ergebnis vermuten läßt!!!
    Mit etwas mehr Glück im Abschluß, immerhin hatten sie zwei Aluminiumtreffer, hätten sie das Ergebnis auch freundlicher gestalten können!!!
    Glück hatten die Löwinnen aber damit, daß Potsdam viele seiner klaren Torchancen ungenutzt ließ, sonst hätte es am Ende auch 6:0 oder 7:0 heißen können!!!

    Auch ich fand die Rückkehr von JENNY CRAMER in Potsdams Meisterteam als sehr erfrischend!!!
    Ganz deutlich konnte man ihr anmerken, daß sie sich in der Offensive wesentlich wohler fühlte, als in der IV der U20 „angekettet“ zu sein!!!
    Leider ist ihr „Wembley-Tor“ nicht hinter der Linie gewesen, und so blieb ihr leider die Belohnung ihrer starken Leistung verwehrt!!!

    Dafür gelang dies TONI (GÖRANSON) um so eindrucksvoller, mit dem wahrscheinlich schönsten Potsdamer Angriffszug!!!
    Schon die Vorarbeit zu YUKIs 2:0 war Klasse, obwohl man bei DFB-TV gar nicht richtig gesehen hat, ob die Japanerin überhaupt dem Ball noch eine andere Richtung gegeben hatte!!!
    Ganz starke Leistung unserer Schwedin!!!

    Als wirklich „negativ“ konnte man die Wahl der Elfmeterschützin nun auch nicht bezeichnen!!!
    Bei einem 4:0 Vorsprung in der 91. Minute kannst Du eigentlich jede Spielerin da hinstellen!!!
    Nach dem Spiel konnte sogar SARA wieder darüber lachen, als ich ihr riet, dies bis zum CL-Finale noch etwas üben zu müssen!!!

    Zur Kulisse muß man wissen, daß fast zeitgleich die Männer vom MSV Duisburg spielten, und auch Duisburgs Zweite an der Mündelheimer Straße agierten!!!
    Außerdem wurde das Spiel ja auch auf DFB-TV übertragen!!!
    Letzteres sorgte wohl leider auch dafür, daß viele TURBINE-Fans lieber Zuhause blieben, als sich auf den weiten Weg an den Niederrhein zu machen!!!
    Das alles zusammen kostete wohl etliche hundert Zuschauer!!!

    Ich bin mal sehr gespannt, wie viele Zuschauer beim ersten TURBINE-Heimspiel ins KARLI kommen werden!!!

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  • Lakshmi sagt:

    Einen gehörigen Anteil an der geringen Zuschauerzahl in Duisburg gegen Potsdam haben wohl die Eintrittspreise, die höchsten in der Buli, und der Top-Zuschlag.
    Quelle:

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  • Hannibal sagt:

    @Lakshmi: Ich gebe Dir vollkommen Recht!

    Leute, schaut Euch mal bei der Spielzusammenfassung auf dfb-tv die Haupttribüne an, maximal halb voll. Es sind wohl viele auf die preisgünstigeren Stehplätze ausgewichen.

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  • Detlef sagt:

    @nowornever,
    Beim lesen der Spielberichte auf der Frankfurter HP ist mir schon sehr häufig aufgefallen, daß der Schreiber wohl ständig mit einer rosaroten Brille diese Berichte verfaßt!!!
    Im Vergleich dazu werden die TURBINEN auf unserer HP geradezu „zerissen“ wenn sie mal ein schlechtes Spiel machen!!!
    Manchmal denke ich, Schröder hat diese Berichte selber geschrieben!!!

    Da hier (außer Michele) kein andere Frankfurt-Fan seine Meinung zum ersten Spiel unter neuem Trainer kund tut, ist es für Außenstehende eher schwer, sich ein ordentliches Bild zu machen!!!
    Und Micheles Beitrag entnehme wohl nicht nur ich, daß es eben nicht alles gut ist, was der FFC Deutschland da so fabriziert hat!!!

    Du darfst gern Deine persönlichen Eindrücke wiedergeben!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Lakshmi: Was willst du denn bitte schön als FCR machen? Wenn man es richtig betrachtet, sind das Nachzahlungen. Die Fans des FCR haben ihren Spaß bereits erhalten, als man überbezahlte Stars hatte. Dafür muss nun jetzt halt die Kohle eingefahren werden.

    Wenn man sieht, wo die hohen Preise sind, befindet sich der FCR in guter Gesellschaft. Meint ihr, die machen das absichtlich? Nein, die sind dazu gezwungen, die Beinahe-Insolvenz zwingt sie immer wieder! Nicht nur den FCR, auch Bad Neuenahr und Jena, die ebenfalls bei den hohen Preisen dabei sind!

    Und das wird nicht besser: Mannschaften wie Wolfsburg, Frankfurt und auch Potsdam profitieren von großen Mäzenen. Dort wird unendlich viel Geld ins Team gepumpt, Geld, dass die Mannschaft nie zurückzahlen kann, nicht einmal den Bruchteil davon!
    Diese Verein treiben die Gehälter in die Höhe. Willst du als kleiner Verein irgendeine Chance haben, deine Spielerinnen zu behalten, musst du zwangsläufig mitziehen in den Gehältern.

    Die Frage wird nur sein, ob es jemals mehr als 2-3 Teams mit großen Sponsoren geben wird, da das Zuschauerinteresse derart gering ist, dass es sich nicht lohnt, als Sponsor einzusteigen, wenn der Verein nicht in der CL spielst

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Das die Eintrittsgelder in Duisburg und Bad Neuenahr so hoch sind, hat ganz sicher mit der finanziellen Situation zu tun!!!
    Aber verantwortlich dafür sind die jeweiligen Vorstände der Vereine selber, und nicht die Spielerinnen!!!

    In Duisburg hat man es über viele Jahre versäumt, sich einen stabilen und gesunden Sponsorenpool zu schaffen!!!
    Man hat im Gegenteil schon Gelder ins Budget hineingerechnet, die man noch gar nicht hatte, wie Einnahmen durch DFB-Pokalfinale und CL-Finale!!!
    Das ist kein ordentliches Wirtschaften, und so kommt man sehr schnell in Schwierigkeiten!!!

    Und zumindest in Potsdam gibt es keinen einzelnen „Mäzen“, der da sein überschüssiges Geld hineinpumpt!!!
    Schau Dir mal bitte die Sponsorenliste bei TURBINE an, und dann verstehst auch Du die Sache mit dem Eichhörnchen und seiner mühsamen Nahrungsaufnahme!!!

    Und wo steht bitteschön geschrieben, daß ein Verein über seine Verhältnisse leben muß???
    Du kannst eben nur soviel ausgeben wie Du hast, und nicht wie Du gerne hättest!!!

    Ein sehr schönes, weil positives Beispiel ist da zB die SGS!!!
    Dort weiß man schon vor der Saison, daß man keine großen finanziellen Klimmzüge machen kann, und stellt danach seinen Kader zusammen!!!
    Und so schlecht fährt die SGS Essen damit ja nicht!!!

    FF ist nach wie vor Amateursport, und kann somit seine Kosten nicht selber wieder einspielen!!!
    Es bleibt also ein Zuschußgeschäft, egal ob in Frankfurt oder in Sindelfingen!!!
    Und wer da nicht richtig haushaltet geht in die Pleite, egal ob in Duisburg mit viel Geld, oder in Bad Neuenahr oder Jena mit weniger Geld!!!

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  • waiiy sagt:

    In Ermangelung verschiedener Meinungen über das Frankfurt-Spiel habe ich mal im Forum vom FFC Frankfurt geschaut:

    Darin wird sehr positiv über die IV Schmidt/Peter geschrieben. Es wird auch mit Erleichterung festgestellt, dass Meike Weber auf außen gespielt hat, woraus ich schließe, dass sie auch außen bleibt, wenn Saskia Bartusiak wieder dabei ist und innen dann Bartusiak/Peter sein wird.

    Behringer wird sehr negativ in dem Forum gesehen. Und Bajramaj hat wohl auf dieser Position eine entsprechende Reaktion auf die 60-minütige Denkpause gezeigt. Gerade ihre Ecken und Freistöße werden „Kniehöhe“ und „irgendwohin“ katalogisiert. Der Treffer nach ihrer Ecke war eher Zufall, denn auf die Flanke zurückzuführen.

    Insgesamt wird die Leistung als „nicht berauschend“ angesehen und man ist der Meinung, auch Kahlert hätte die 3 Punkte so eingefahren.

    Für mich ist es erstaunlich, dass einige FFC-Anhänger Jessy Wich eher im offensiven Mittelfeld als im Sturm ansiedeln. Ich sehe sie nur um komplett als Stürmerin. Aber auch sie hat gute Kritiken bekommen, weil sie bis zur Auswechslung ohne Ende gerackert hat und dann fertig wie ein Brötchen war.

    Das sind wie gesagt, alles nur Zusammenfassungen aus dem Forum dort, weil ich mir keine eigene Meinung bilden kann.

    In der Mediathek vom hr kann man sich die Tore ansehen. Ich denke, dass Jessy Wich von 10 solcher Flanken nur 1 im Tor unterbringt. Der war schon sehr schwierig zu nehmen.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Ich wehre mich nur dagegen, dass der FCR Duisburg nun von den Leuten verdammt wird für sein Management, die ihn noch vor 3-4 Jahren in die Höhe gelobt haben!

    Dass, was der FCR nun an Eintrittpreisen festsetzen muss, ist natürlich auch den Vorständen geschuldet. Doch sind nicht nur die, sondern auch die Spielerinnen bzw. die abwerbenden Vereine schuld!

    Ich bitte, in Duisburg darauf zu achten, dass im Jahre 2011 ein Rundumschlag in Duisburg stattgefunden hat. Heute ist nach 15 Monaten keiner mehr in dem Amt, in dem er vorher war. Der Vorstand wurde erneuert, der Trainerstab, die Spielerinnen, der Unterbau. Jeder, der Kritik an Duisburg üben will, sollte sich überlegen, ob er den FCR vor 2011 oder den danach meint.

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  • Sokrates sagt:

    Turbine, Bayern und Wolfsburg haben gestern ein Ausrufezeichen gesetzt. Ihre Ergebnisse sind beeindruckender als der 4:2-Sieg des FFC. Frankfurt hat allerdings phasenweise technisch guten Fußball gezeigt und den Ball schnell und flach laufen gelassen. In der zweiten Halbzeit haben die Leverkuserinnen, die den Frankfurterinnen in der ersten 45 Minuten häufig zu viel Platz gelassen hatten, das Frankfurter Kombinationsspiel durch harten und zum Teil unfairen Körpereinsatz häufig erfolgreich gestört.

    Gut fand ich die Idee der beiden „neuen” Trainer, Bianca in die IV zu ziehen und Ali rechts hinten spielen zu lassen. Ich würde Schmiddi nach ihrer guten Leistung sogar den Vorzug gegenüber Saskia am nächsten Sonntag in Potsdam geben, weil sie schneller ist, eine besseres Zweikampfverhalten zeigt und weniger Abspielfehler macht. Saki kann definitiv noch nicht in Potsdam, sondern erst in zwei oder drei Wochen spielen.
    Ali hat auf der rechten Seite mehr Offensivaktionen gezeigt als Bianca in den vorangegangenen Spielen, besser mit KG zusammengespielt und auch zwei Flanken in den Strafraum geschlagen. Man muss allerdings abwarten, ob ihre Schnelligkeit nach ihrer langen Verletzung ausreicht für das schnelle, überfallartige Angriffsspiel der Turbinen.
    Kim hat eine ganz gute Leistung im zentalen Mittelfeld gezeigt (diesmal ohne hohe lange Bälle, sondern nur mit saberen kurzen Flachpässen) und Lira hat nach ihrer Einwechselung auf der linken Seite nicht nur das Tor von KG sehr gut vorbereitet, sondern auch die Großchance von Sandrine mit einem Traumpass eingeleitet.
    Jess war bissig und hat ein gutes Spiel gemacht. Dahm hat sie wohl wegen ihres Kampfgeistes und ihrer Aggressivität vorgezogen gegenüber Bretigny. Ihr Tor war sehenswert: Sie lief sich gut frei zwischen zwei Leverkusener Abwehrspielerinnen im Strafram, nahm den Traumpass von Dszeni im Laufen mit der Brust an und vollendete volley im Fallen aus kurzer Distanz. Last but not least muss man Maro als überragende Spielerin hervorheben. Ihr Spiel hat jetzt ein so hohes Niveau erreicht, dass sie mit wenigen Geniestreichen ein Match entscheiden kann. Ihr ansatzlos aus dem Fußgelenk geschlagener Lupfer auf Jessica vor dem 1:0 war geauso genial wie ein weiterer zentimentergeanuer Diagonalpass mit dem richtigen Tempo auf Wich in der zweiten Halbzeit. Ihre scheinbar mühelose Direktabnahme einer Flanke (von Meike) aus vollem Lauf beim 2:0 war super. Sie war die Matchwinnerin.

    Zwei Gegentore und erneut ein Kopfballgegentor wie schon gegen Jena und eine weitere Großchance von Marith Prießen per Kopf (wiederum nach einem Standard) sind bedenklich. Vor allem Babs wirkt noch etwas gehemmt und ein bisschen unsicher. Sie wurde auch vor dem Foul von KG, das zum Elfmeter von Petzelberger zum 2:3 führte, von Eunice Beckmann düpiert.

    Wird eine solche Leistung gegen Turbine für einen Sieg oder ein Unentschieden reichen? Wohl nicht. Das Schicksal der beiden Interimstrainer wird sich in den beiden schweren Spielen in Potsdam und München entscheiden. Sollten beide Spiele verloren werden, wird es früher oder später einen neuen Trainer oder Trainerin gegeben. Es sollen ca. 30 Berwerbungen für das Traineramt beim FFC eingegangen sein, u.a. auch von höherklassigen Trainern aus dem MF.

    PS: Ich habe mich riesig über Ginas Tor im ersten Spiel für ihre neue Mannschaft gefreut.

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  • Sokrates sagt:

    Hier noch ein Link zum Artikel von Frank Hellman über das Frankfurt-Spiel, der interssante Interviewaussagen von Dahm und Theo Zwanziger (er war gestern als Ehrengast im Stadion) enthält.

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  • isi sagt:

    Ich war auch im Stadion am Brentanobad. Drei der vier Tore waren sehr schön herausgespielt, insbesondere wenn FFM schnell über die Außen gespielt hat, wurde es gefährlich. Die IV mit Bianca und Babett hat mir gut gefallen, auch Maike Weber und Jessica haben aus meiner Sicht sehr gut gespielt. Enttäuschend die meisten Freistösse und Ecken von Mel und die Aktionen von Simone Laudehr. Positiv sehr auffällig war Lira nach ihrer Einwechslung, die sowohl nach hinten gearbeitet hat, als auch schnell nach vorne spielte. In der ersten Halbzeit hat Leverkusen die Räume eng gemacht und einen Spielaufbau der Frankfurterinnen erschwert, die aber immer wieder insbesondere über die linke Seite nach vorne kamen. Insgesamt sah in dieser Phase das Pass-Spiel gefällig aus, ohne richtig gefährlich zu sein. In der zweiten Halbzeit ging Leverkusen stärker in die Zweikämpfe und wurde mutiger, das hat der Spannung im Spiel gut getan. Erschreckend die Schwächen im Abwehrverhalten bei den Standards. Nach 4 Angriffen der Leverkusenerinnen gab es 2 (oder 3) gelbe Karten und 2 Gegentore. Für mich wirken die Frankfurterinnen im Abwehrverhalten noch nicht kämpferisch genug, wahrscheinlich fühlen sie sich dafür zu spielstark. Dies waren sie m.E. im schnellen Spiel über außen nach vorne, wenn Dzeni, Lira oder KG über die Seite kamen, wurde es sehr gefährlich. Hier wird Potsdam sicherlich aufpassen müssen, dass mit der Dreierkette die Lücken in der Abwehr nicht zu groß für die guten Individualistinnen aus FFM werden.

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  • waiiy sagt:

    Vielen Dank an isi und Sokrates für die Schilderungen. 🙂

    waiiy

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  • kg_fan sagt:

    Augenzeugeneindrücke aus Frankfurt – explizit persönliche Eindrücke, mit denen ich erst mal gern die Beschreibungen von sokrates unterstreiche, besonders gern das Spiel von Marozsan und auch die Ausführungen zu Bajramaj. Sie hat wenig Zeit bekommen, die aber genutzt. Es war nicht das erste Mal, dass mir auffiel, dass sie gut mit Garefrekes harmoniert. Ihre Vorlage war präzise, aufmerksam und (irgendwie scheinen da immer noch einige Vorbehalte zu haben) teamorientiert: Sie schien sich (einmal mehr) darauf zu verlassen oder verlassen zu können, dass KG da sein würde, hat gut getimed gewartet und so gespielt, dass KG wunderbar abschließen konnte. Wäre Leverkusen mutiger gewesen (oder hätte eine entsprechende Spielerin für Distanzschüsse??), hätten sie öfter mal, mir ist nur ein Versuch in Erinnerung, einfach aus der Distanz aufs Tor knallen können. Eine Angerer, die überwiegend gefährlich weit vor dem Tor steht, hätte dann sehr alt ausgesehen. Und: Ja, Peter scheint sich noch finden zu müssen, ist noch nicht so sicher, wie es aussehen könnte/ sollte.

    Ob sich etwas verändert hat? Der vielzitierte „Ruck“?
    Als die Mannschaft zur Pause in die Kabine ging, sind sie komplett mit Gesichtern in der Kabine verschwunden, als lägen sie deutlich zurück. Was auch immer, das war einfach in der Form irritierend und ungewöhnlich, wenn man andere Situationen im Kopf hat.

    Angerer und Dahm vermitteln den Eindruck eines guten Drahts: Er geht ihr entgegen sofort nach Abpfiff, wartet nicht, sucht den Kontakt von sich aus. Aber ich frage mich, wie viel Einfluss Angerer ins Team rein (aktuell) hat. Es gab eine geradezu skurrile Situation gegen Ende: Angerer vor dem Abschlag, das Team hat sich positioniert, sie brüllt und schickt die anderen Richtung Gegentor. Was passiert? Nichts. Also, gar nichts, keine Spielerin hat sich auch nur bewegt, sondern weiter gewartet, wohin sie abschlägt. Das war seltsam mit anzusehen, diese kollektive (Nicht-)Reaktion.

    Dahms Wirkung am Spielfeldrand coachend? Hm, dazu gefällt mir, was Zwanziger danach angemerkt hat: Er möge keine Hampelmänner am Spielfeldrand, aber ein Trainer dürfe sich schon bewegen. (Aus der Rundschau von heute)

    @sheldon, deine Überlegung an anderer Stelle, wie wohl Desi Schumann die Situation für sich sieht und entscheidet (es passt hier aber gut): Auch dazu eine Beobachtung, die zu interpretieren ich mich jedoch scheue. D. Schumann geht irgendwann mit anderen zum Laufen hinters Tor. Ein Zuschauer ruft ihr zu: „Desi, geh ins Tor!“ Sie kuckt hoch zur Tribüne und hebt (mein Gefühl) mit Was-soll-ich-machen Gesicht Schulter und Arme hoch. In meinen Augen sieht ein Gesicht, das sagt „Alles ok so“ einfach anders aus. Und ich kann’s verstehen.

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  • herrs schulze sagt:

    @ SOKRATES
    Danke, für diesen schönen Bericht. Auch ich sehe im Abwehrbereich einige Defizite und schließe da Nadine Angerer nicht aus. War sie ohne Chance bei den Toren? Mir fiel außerdem auf, dass stes versucht wurde, ruhig und sicher aus der Abwehr heraus vorzupassen, was immer wieder zu Quergeschiebe verkam und bei dem sehr, sehr bewegungsarmen Verhalten mit hoher Fehlpassquote verbunden war. Selbst Nadine spielt lieber mit dem Fuß quer als den Ball weit in die gegnerische Hälfte zu blasen.
    Für Fehlpässe waren zudem Ales Krieger, der das nach der Pause verziehen ist, Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer auffällig häufig gut.
    Lira hat das 4:2 nach feinem Sprint mit einem gezielten (denk ich doch) Querpass vorbereitet und auch sonst gut gespielt. Weshalb sie überhaupt auf die Bank musste ist mir ein Rätsel: In Essen war sie die weitaus beste Frankfurterin Spielerin und auch kämpfereisch überzeugend. Dass Sandra Smisek keine Spielgarantie mehr hat, finde ich dagegen richtig.
    Der Sieg war wichtig, aber großen Optimismus schöpfe ich aus dem Gezeigten ebenso wenig, wie ich eine andere Handschrift habe erkennen können. Ein möglicher erneuter Ausgleich zum 3:3 war bis zum 4. Treffer immer im Bereich des Möglichen.
    Letzte Bemerkung: Ich bin für eine Fan-Initiative Töpperwien zur Dippemess, was – den Nicht-Frankfurtern zur Info – ein Jahrmarkt ist. Die fürchterlich ausschweifige knapp anderthalbminütige Gästebegrüßung während des Spiels – warum nicht zur Pause? – garnierte er diesmal mit der Information, er sei selbst ja auch schon seit 2 Jahren pensioniert.

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  • Detlef sagt:

    @Sokrates,
    Danke für Deinen sehr ausführlichen Spielbericht!!!

    Das wird dann sicher ein sehr interessantes Aufeinandertreffen in Potsdam werden!!!
    2 geniale Spielmacherinnen im direkten Vergleich gegeneinander!!!

    Ich schätze die Offensive von TURBINE in der Tat als stärker ein, vor allem weil es viele Spielerinnen gibt, die ein Tor erzielen können!!!
    Die bisher geschossenen 12 Tore verteilen sich auf immerhin 9 Torschützinnen!!!

    Im Mittelfeld sehe ich eher Gleichstand, da Potsdam hier noch am experimentieren ist, und Frankfurt zT durch lange Verletzungen erst in Tritt kommen muß!!!

    Die Abwehr ist in Mainhatten von den Namen her stärker, aber hat wohl zur Zeit noch enorme Abstimmungsprobleme!!!
    Bei TURBINE ist die Defensive für mich der schwächste Mannschaftsteil, auch wenn wir erst ein einziges Gegentor kassiert haben!!!
    Aber auch hier ist Schröder noch am Rumprobieren, wer da am Besten hineinpasst, und wer die eigentlich geplante Abwehrchefin JOHANNA ELSIG am ehesten vertreten kann!!!

    Kurioserweise zeigten sich vor allem in Sindelfingen die Probleme deutlich, als der Meister der Südstaffel mal offensiver wurde!!!
    Gestern sah das über weite Strecken schon viel sicherer aus, aber auch da wackelte es einige Male ganz ordentlich!!!
    Potsdams Defensive mußte bisher noch gegen keine starke Offensive sein Können unter Beweis stellen!!!
    Hier wird sich wohl am Ehesten entscheiden, wer das Match für sich entscheiden kann!!!

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  • nowornever sagt:

    @Detlef

    … it’s not about turbine or ffc.

    it’s more about a certain self-reflection … that if i say ‚i love you‘ i do actually love myself, if i say ‚i hate you‘ i do in truth hate myself – all: in that very moment when i open my mouth to speak it out.

    so, whatever i say to any body, circumstance, etc … it MUST have something to do with me … because it’s MY perception … a simple reflection rising from within.

    on the surface it may not have a lot to do with soccer … but, of course, this is not true … it’s rather essential … especially when you consider issues as for example team work …

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  • Markus Juchem sagt:

    Hier noch einmal einige Links zu Bewegtbildern auf DFB-TV:

    Torshow vom 3. Spieltag

    Highlights FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam

    FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam in voller Länge

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  • Ralf sagt:

    @nowornever

    🙂 No chance!!!

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  • nowornever sagt:

    @Ralf

    … that’s okay – it’s all but self-talk anyway

    … „alles was man (zu jemand) sagt, sagt man zu sich selber“ :))

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  • Chefchen sagt:

    Zitat zu Töpperwien: „Die fürchterlich ausschweifige knapp anderthalbminütige Gästebegrüßung während des Spiels – warum nicht zur Pause? – garnierte er diesmal mit der Information, er sei selbst ja auch schon seit 2 Jahren pensioniert“.
    Es dürfte doch allseits bekannt sein das Herr Töpperwien sich gerne selbst reden hört. Mir gehen die nervigen Durchsagen während des Spiel auch gehörig auf den Geist. Da sind aber die Stammeshäuptlinge in der Pflicht den Mann ruhig(er) zu stellen. Die Zuschauer würden es sicherlich danken. Nix für ungut Herr Töpperwien aber sie WAREN mal ein toller Reporter. Jetzt ist es meist nur noch peinlich.

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