Schafft Turbine das Wunder von Babelsberg?

Von am 21. April 2012 – 13.26 Uhr 35 Kommentare

Nach der 1:5-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League bei Olympique Lyonnais stehen die Chancen für den 1. FFC Turbine Potsdam auf den Einzug ins Finale denkbar schlecht. Dennoch wollen die Turbinen auf dem neu verlegten Rasen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.

Mit einer Videobotschaft „Wir brauchen Euch!“ appellieren die Spielerinnen an ihre Fans, das Karl-Liebknecht-Stadion am Sonntag, 22. April, ab 14 Uhr (live auf RBB) zu einem Hexenkessel werden zu lassen, denn trotz des nahezu uneinholbar scheinenden Rückstands hat der 1. FFC Turbine Potsdam die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben, die Vier-Tore-Rückstand wettmachen zu können.

Auswärtstreffer lässt Fünkchen Hoffnung
Das späte Auswärtsstor von Bianca Schmidt am vergangenen Sonntag im Stade de Gerland mag auf den ersten Blick nur wie Ergebniskosmetik ausgesehen haben, könnte sich aber auch als Zünglein an der Waage herausstellen.  Turbine-Trainer Bernd Schröder hofft darauf, dass der Gegner nach dem klaren Hinspielergebnis „uns ein bisschen unterschätzt“.

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Offensive pur
„Wir werden unser Spiel durchbringen müssen. Wir haben ja in Lyon keine Zweikämpfe gewonnen“, analysiert Schröder. „Wir müssen versuchen, unser Gesicht zu wahren. Wenn man offensiv spielt, ist natürlich immer ein Risiko dabei.“ Doch derartigen Gedankenspielen schiebt Lyons Mittelfeldspielerin Lara Dickenmann einen klaren Riegel vor.

Frauenfußball - Jennifer Zietz

Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz gibt sich vor dem Rückkspiel kämpferisch © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Lyon will Turbine nicht unterschätzen
„Trotz des 5:1 müssen wir das Rückspiel sehr ernst nehmen, es wird sicherlich nicht einfach. Sie werden von Anfang an viel Druck machen, weil sie ja vier Tore schießen müssen.“ Auch wenn sie am Freitag in München die Champions-League-Trophäe als Teil der Lyoner Delegation bei der offiziellen Übergabe an die Stadt München noch einmal aus nächster Nähe bewundern durfte. „Das motiviert noch ein bisschen mehr und ich würde ihn gerne auch ein zweites Mal mit nach Hause nehmen.“

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Zietz: „Haben immer noch eine Chance“
Potsdams Kapitänin Jennifer Zietz hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: Die Leute mögen mich für verrückt halten, wenn ich sage, dass wir immer noch eine Chance haben, weiterzukommen, so die 28-Jährige, die meint: „Vielleicht sind sie besser als wir, aber wir können ebenfalls noch besser spielen.“

Lair lobt sein Team
Lyons Trainer Patrice Lair freut sich über die Entwicklung seines Teams, bleibt aber zurückhaltend. „Vor zwei Jahren hätte noch niemand gedacht, dass ein französisches Team einen deutschen Gegner mit 5:1 besiegen würde. Nun wollen wir erneut eine gute Leistung zeigen, um dann ins Finale einzuziehen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

35 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    @ xXx

    Fakt ist:

    FFM hat im Pokal und in der CL alle Gegner besiegt und steht deshalb in zwei Finals !! 😉

    Sollte Turbine ausscheiden, können die sich auch nichts dafür kaufen, dass sie bis dato in der Saison schöne Spiele im Pokal oder in der CL abgeliefert haben !

    Ich finde deinen Beitrag von daher ein wenig „Augenwischerei“. Egal was vorher war, es zählt, dass man im Finale steht !

    Aber Hauptsache wieder was negatives gegen Frankfurt rausgekramt, ne… ! 😉

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  • wfm sagt:

    Wurde schon gepostet:
    https://zattoo.com/view?lang=en
    ist kostenlos!

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  • fußbalfan sagt:

    hallo leute
    wenn ich kein rbb habe, kann ich dann das spiel irgendwo im internet sehen?

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  • Timmy sagt:

    Oder Zattoo.com mit Anmeldung.

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  • flaneur sagt:

    auf französisch

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  • xXx sagt:

    0:0 zur Pause …

    Die Chancen waren zwar da in der 1. Hälfte mit 1:0 oder gar 2:0 zu führen, aber diese wurden vergeben …

    Schade, das dürfte es wohl gewesen sein!

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  • wrack sagt:

    @ xXx & Torsten Gröbner: Auch Außenseiter pflegen gelegentlich zu gewinnen – manchmal einfach deswegen, weil sie als Außenseiter betrachtet werden. Könnte man dagegen Fußballergebnisse so voraussagen wie ihr, wäre die Welt voll von erfolgreichen, aber armen Toto-Spielern.

    Wie sich Frankfurt bisher präsentiert hat, ist m.E. für das Finale irrelevant. Finales haben ihre eigenen Gesetze. Und nur wie Maro, Kulig, Garefrekes, Smisek, Bajramaj, Behringer und Co sich am Finaltag präsentieren werden, ist wichtig. Von der individuellen Klasse sind sie jeder Vereinsmannschaft in Europa zumindest ebenbürtig.

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  • xXx sagt:

    @Lucy

    Naja, das erreichen von Finals automatisch gleich zu setzen mit guter Leistung ohne letztere in den vorigen Spielen zu betrachten finde ich nun wiederum ziemlich realitätsfremd …

    Wenn ein Schüler durch spicken eine Prüfung positiv für sich gestaltet, muss das auch nicht heißen, dass er zwangsläufig Ahnung von der geprüften Marterie hat …

    Eine ziemlich verquere Logik deinerseits, wie ich finde …

    Klar Glückwunsch zu den beiden Finals an Frankfurt. Ergebnisse guter Leistungen sind das trotzdem nicht, wenn man sich die Spiele ansieht, die dort hingeführt haben.

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  • xXx sagt:

    Schade Turbine, möglich wäre das Weiterkommen noch gewesen!

    Einige gute Abschlussaktionen, 3 Mal musste Lyon gerade so auf der Linie klären, 2 Lattentreffer …

    Mit nen bisschen mehr Glück im Abschluss und einer besseren Chancenverwertung wäre heute noch was gegangen. Hat nicht sein sollen.Schade, aber trotzdem kann man Turbine zu einer guten Leistung (heute gegen Lyon) und in der sonstigen CL-Saison gratulieren.

    Hätten sie sich nur nicht die kollektive Pause gegen Lyon im Hinspiel genommen.

    Aber kann passieren …

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  • achdugrüneneune sagt:

    Wenn Turbine so weiter spielt und die Torchancen nicht nutzt ist der Meistertitel weg. Wer gegen 10 Frauen(Zeit war genug da) mit Können kein Tor machen kann und auf glück wartet das der ball rein geht wird nicht Meister.Ungenaue Pässe,schlechte Flanken usw. Hoffe auf Besserung!-dann wird alles gut.

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  • Tom Schlimme sagt:

    @ xXx, du willst ja immer Frankfurt schlecht reden, aber jetzt vergallopierst du dich völlig. Zu behaupten, Frankfurt sei nur mit Losglück weiter gekommen, ist doch nun völlig Banane. Im DFB-Pokal gegen Wolfsburg, Potsdam und Duisburg gelost worden zu sein, kann ja wohl nicht Losglück gleich gesetzt werden. Und wer gegen diese Gegner weiter kommt, kann so schlecht nicht gespielt haben.

    In der Champions League bekam Frankfurt die mit Abstand schwersten Gegner aller Halbfinalteilnehmer zugelost. Während Potsdam Thor mit 6:0 und 8:2 weghauen durfte, hatte Frankfurt da schon mit dem norwegischen Meister Stabaek einen richtigen Gegner. Dominierte im Hinspiel, ließ viele Chancen aus, aber eine zu und verlor das Hinspiel unglücklich mit 0:1, gewann aber im Rückspiel klar mit 4:1.

    Dann durfte Potsdam sich gegen Glasgow mit 10:0 und 7:0 austoben, Frankfurt hatte mit Paris Saint Germain wieder einen richtigen Gegner, gewann das Hinspiel klar mit 3:0 und konnte sich im Rückspiel eine 1:2 Niederlage leisten, aus der du dem Team hier im Forum schon einen Riesenstrick gedreht hast an anderer Stelle.

    Dann bekam es Potsdam mit dem auf dem Papier starken Team aus Rossyianka zu tun, wo wir alle sehen konnten, dass die sich die Tore fast alle selber rein gemacht haben, Frankfurt hatte mit Malmö schon wieder einen schweren Gegner, Hinspiel ähnlich wie in Stabaek, viele Chancen ausgelassen, selber eine zugelassen, 0:1 verloren, im Rückspiel souverän alles klar gemacht.

    Jetzt scheidet Potsdam gegen Lyon deutlich aus, Frankfurt hat wenig Mühe mit Arsenal London, und du phantasierst dir zurecht, dass Frankfurt nur mit Glück im Spielverlauf und glücklicher Auslosung im Finale steht, mit gute Leistung habe das nichts zu tun.

    Das sind genau die Kommentare, die mir das Lesen hier immer wieder verleiden!

    Ich will gar nicht die Leistung von Turbine schmälern. Die haben eine gute Championsleauge-Saison gespielt, mit einem gravierenden Ausrutscher in Lyon. Diese Leistung erkenne ich an und sehe sie als Deutscher, der international zu seinen Mannschaften hält, mit stolz. (Wobei ich ganz bestimmt kein Nationalist bin).

    Aber ich bitte darum, auch die Leistungen des 1. FFC Frankfurt anzuerkennen. Soviel sportliche Fairness sollte schon sein!

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  • Lucy sagt:

    Danke Tom, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen !! 🙂

    Wobei ich xXx Vergleich zwischen dem spiekenden Schüler [xXx: „Wenn ein Schüler durch spicken eine Prüfung positiv für sich gestaltet, muss das auch nicht heißen, dass er zwangsläufig Ahnung von der geprüften Marterie hat …“] und dem FFC nicht so ganz verstehe ? Was hat das mit Frankfurt zu tun ?!? Will man da behaupten, Frankfurt wäre nur durch Betrügereien weiter gekommen ?

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  • wfm sagt:

    @Tom Schlimme
    Sehr guter Kommentar, bei dem ich Dir auch zustimme in bezug auf den Satz:

    „Das sind genau die Kommentare, die mir das Lesen hier immer wieder verleiden!“

    Nur hinter Deine Aussage „Frankfurt hatte wenig Mühe mit Arsenal London“ möchte ich doch ein Fragezeichen setzen und auch die die Frankfurter Spielerinnen werden Deinen Satz wohl kaum unterschreiben.
    Es war eine taktische Meisterleistung, die sie nur mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit und einem hohen läuferischem Aufwand – erreichen konnten – ohne dabei die individuelle Klasse einer Maroszan und auch Kumagei an diesem Tag zu übersehen.

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  • Tom Schlimme sagt:

    @wfm:

    danke für die grundsätzliche Zustimmung!

    Mit der Aussage, „Frankfurt hatte wenig Mühe mit Arsenal“ wollte ich auch keineswegs zum Ausdruck bringen, dass die Frankfurter Spielerinnen hier nicht gefordert gewesen wären. Im Gegenteil, ich finde schon, dass Arsenal ein starker Gegner war und den Spielerinnen des FFC alles abverlangt hat, sowohl vom kämpferischen her als auch vom spielerischen. Also da sind wir völlig einer Meinung. Aber vom Ergebnis her war es dann doch eine relativ klare Sache. Das meinte ich, war sprachlich vielleicht nicht ganz korrekt.

    Gerade, dass Arsenal ein starker Gegner war, der nur mit einer guten Leistung zu bezwingen war, belegt ja auch meine Aussage, dass es unfair ist zu behaupten, Frankfurt sei unverdient ins Finale der Champions League eingezogen.

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  • wfm sagt:

    @Tom Schlimme

    Gerade mit dieser Einschätzung, dass es „unfair ist zu behaupten, Frankfurt sei unverdient ins Finale der Champions League eingezogen“ bin ich ganz Deiner Meinung.

    Wenn ich doch noch auf die „Mühe“ und die entsprechende Leistung der Spielerinnen (und des Trainers) hingewiesen habe, dann vielleicht zum einen, weil ich ja sonst Deine fachkundigen Berichte gerne lese und zum anderen weil mich die Bemerkung des ZDF-Reporters Michael Kreuz beim Interview von Kahlert geärgert hat, der ihn im ersten Satz gefragt hat: „hätten Sie sich das Spiel so einfach vorgestellt“.

    Kleiner Zusatz, bei dem ich in diesem Forum vorausschicke, dass mir die Spielweise von Frankfurt mehr zusagt, dass ich aber vor Potsdam allergrößten Respekt habe. Ich habe beide Spiele gegen Rossyanka gesehen und war danach sehr skeptisch, ob das gegen Lyon reichen würde. Die allzu klaren Ergebnisse täuschten doch sehr über die spielerischen Mängel und die aktuell fehlende Durchschlagkraft der Offensive hinweg. Keines der Tore war in meinen Augen wirklich herausgespielt.
    Im Nachhinein war es vielleicht für Potsdam gar kein Vorteil über relativ leichte Gegner ins Halbfinale gegen Lyon vorgestoßen zu sein, während Frankfurt sich gegen starke Gegner durchbeißen musste.
    Das Finale könnte spannend werden. Lyon ist natürlich als über Jahre eingespielte, hochklassig besetzte Mannschaft im Vorteil, während der Findungsprozess in Frankfurt teils durch den Rückzug von Prinz, teils durch die Verletzungen noch nicht wirklich abgeschlossen ist. Aber Potsdam hat sowohl im Hin- als auch im Rückspiel phasenweise gezeigt, dass Lyon unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen werden kann.

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