Potsdam verschafft sich gute Ausgangsposition

Von am 14. März 2012 – 21.08 Uhr 34 Kommentare

Der Deutsche Meister 1. FFC Turbine Potsdam hat sich im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women`s Champions League gegen den russischen Meister WFC Rossiyanka keine Blöße gegeben und sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in acht Tagen verschafft.

Das Team von Trainer Bernd Schröder kam vor 2 120 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion zu einem verdienten 2:0 (2:0)-Erfolg, die Treffer erzielten Patricia Hanebeck (24.) und Babett Peter mit einem verwandelten Handelfmeter kurz vor der Pause (44.).

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Erste Chance durch Nagasato
Von Beginn an war zu sehen, dass sich die Turbine-Spielerinnen für den Champions-League-Abend einiges vorgenommen hatten. Die starke Antonia Göransson setzte mit einer Flanke vom linken Flügel Yuki Nagasato ein, doch die traf den Ball nicht richtig (4.). In der Folge entwickelte Turbine ein spielerisches Übergewicht gegen einen Gegner, dem zwar die individuelle Klasse seiner Spielerinnen anzumerken war, der aber nach den zahlreichen Neuzugängen im Winter und aufgrund des ruhenden Ligabetriebs in Russland noch zu keiner Einheit zusammengewachsen ist – nur zwei Russinnen standen in der Startformation.

Führung durch Hanebeck

Und so war die Führung für die Potsdamerinnen nur folgerichtig: Nach einer Ecke steckte Nagasato den Ball zu Patricia Hanebeck durch, die zog ab und der Ball fand nach einer krummen Flugkurve den Weg ins Netz (24.). Die Mittelfeldakteurin wirkte ab sofort wie aufgekratzt, nahm immer mehr das Heft in die Hand und kurbelte ab sofort das Spiel ihrer Elf immer mehr an. In der dem Führungstreffer folgenden kurzen Drangphase hatte Göransson Pech, dass sie nur die Latte traf (26.).

Bernd Schröder

Potsdam-Trainer Bernd Schröder und sein Team fahren mit einem Zwei-Tore-Vorsprung nach Russland © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Peter trifft vom Punkt
Kurz vor der Pause baute Potsdam die Führung dann aus. Kia McNeill hatte Glück, dass ihr absichtliches Handspiel nur einen Elfmeter und keine zusätzliche Gelbe Karte nach sich zog, Peter verwandelte sicher an der russischen Torhüterin Elvira Todua vorbei zur nicht unverdienten Zwei-Tore-Führung (44.).

Draws verpasst Vorentscheidung
In der zweiten Halbzeit nahmen sich die Gastgeberinnen ein wenig zurück, Rossiyanka eroberte sich nun ein wenig mehr Spielanteile. Doch die besseren Chancen hatte zunächst nach wie vor Turbine, Stefanie Draws nahm einen Pass von Göransson auf, doch ihr Sechs-Meter-Schuss aus aussichtsreicher Position war nicht präzise genug (66.).

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Jakobsson verpasst Anschlusstreffer
In der Schlussphase hatte Potsdam aber Glück, sich kein Auswärtstor einzufangen. Denn die Schwedin Sofia Jakobsson, auffälligste Akteurin in Reihen der Russinnen, scheiterte in aussichtsreicher Position an Turbine-Torhüterin Alyssa Naeher (75.), bei einer weiteren Aktion konnte sie gerade noch von ihrer Landsfrau Göransson gestoppt werden (82.), die den Ball in höchster Bedrängnis wegspitzelte. Für den letzten Aufreger der Partie sorgte Hanebeck, die im russischen Strafraum zu Fall kam, ein möglicher Elfmeterpfiff blieb aber aus (88.).

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Interessant war, dass man (was vorher niemand für möglich hielt) in dieser Situation einen Systemwechsel bei Turbine vorgenommen hat. Hinten standen 4 Verteidiger (Peter ein Stück hinter Zietz, Kemme und Schmidt), in der Mitte gab es die Raute (hinten Odebrecht, links Göransson, rechts Draws und vorn Hanebeck) und vorn 2 Stürmerinnen (Nagasato und Anonma). Und das hat geklappt, weil sich alle reingehängt haben.

    Besonderes Lob heute an Göransson, Kemme und Naeher. Wirklich klasse Leistungen.

    Aber wirklich abgefallen ist kaum eine. Vielleicht waren die beiden Mädels ganz vorn ein wenig glücklos. Aber das wurde aufgefangen.

    Gute Besserung an Tabea Kemme. Es sah schlimm aus, wie sie runter musste.

    waiiy

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Kompliment von mir an die Mädels, wie sie auf den Punkt genau, im Tunnel befindlich, alle störenden Nebengeräusche in der Lage waren auszublenden und sich auf das Wesentliche konzentriert haben!
    Da war ein Team auf dem Platz, dass nur ein gemeinsames Ziel hatte, den Sieg und damit eine gute Ausgangsposition für´s Weiterkommen zu erkämpfen. Auch wenngleich ich keine übermäßig herausheben möchte, aber Tabbis Einsatz, trotz Verletzung und Handicap mit dem dicken Verband, nötigt mir einigen Respekt ab. Hoffentlich hat sie´s nicht schwerer erwischt, so dass sie nicht etwa für´s Rückspiel ausfällt!

    Gut und nachvollziehbar für mich auch das Schrödersche Statement zu den Wechseln auf Nachfragen des Eurosport-Reporters.

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  • Marcel sagt:

    War das wirklich das gleiche Team wie gegen Freiburg ?
    Kaum zu glauben aber wie ausgewechselt; gut Traumfussball war das jetzt noch nicht aber von den letzten Spielen schon ein grosser Unterschied.
    Wenn man dann noch bedenkt wer da alles bei Rossiyanka auf den Platz steht bzw. auf der Bank sitzt war das schon richtig gut,der Sieg war auf jedenfall verdient.
    Viola für mich einfach bärenstark da müssen sich Kulig und Laudehr aber ganz schön ranhalten wenn sie ihren Platz wieder wollen in der Natio.
    Die einzige Baustelle im Spiel war wohl das Zusammenspiel der Spitzen beide heute bemüht aber irgendwie glücklos und Anjas Zuspiele scheinen wohl beide zu vermissen,aber das bekommt man vielleicht auch noch hin zumindest hat dieses Spiel wieder wesentlich mehr Zuversicht gegeben.

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  • Sheldon sagt:

    Man muss konstatieren, dass Potsdam sich wieder gefangen hat. Aber das war auch zu erwarten. Wenn nicht in diesem Spiel, dann in keinem anderen.
    Die Motivation hat noch einmal bei allen gestimmt und damit auch die Leistung.

    Es ist doch interessant zu beobachten, dass selbst Zietz heute nicht abgefallen ist. Das zeigt doch, dass da in dieser Saison sonst eine Hemmung bei ihr drin war und das keine spielerischen Gründe hatte.

    Dieses Spiel unter Flutlicht mit internationalem Flair ist etwas, wo alle Spielerinnen mal den ganzen Alltagstrott vergessen können und wirklich befreit aufspielen können.
    Allerdings könnte es dann aber auch wieder extrem schwierig werden, das Alltagsgeschäft wieder anzunehmen und auch in den echten „Pflicht“-spielen die notwendige Leistung abzurufen.

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  • jochen-or sagt:

    Eine richtig gute erste Halbzeit und eine versöhnliche Aussage von Schröder, der einräumte, dass ihn die Absage der 3 auch persönlich getrofffen hat, man aber jetzt nach vorne sehe müsse. Dies lässt hoffen, dass es nicht eine permanente Krise wird, sondern die Saison noch erfolgreich abgeschlossen wird.
    Jedenfalls besteht nach diesem Spiel wieder Hoffnung.

    Eigentlich waren alle – mit Ausnahme der beiden Spitzen – recht gut. Auffällig Antonia mit viel Druck auf links, Viola mit viel Kampfkraft und vielen Ballgewinnen, aber auch Jenny war stark verbessert.

    Deutlich fällt Yuki ab und ich verstehe nicht, warum sie nicht mal zumindest früher ausgewechselt oder gar mal nur eingewechselt wird.

    PS – Was sind eigentlich die immer wieder angedeuteten mannschaftsinternen Unstimmigkeiten, die eine Bedeutung für die Wechsel gespielt haben sollen?

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Vielleicht ist es ganz gut, dass am Sonntag Wolfsburg kommt. Das ist einer der 3 Gegner, die man auch in der Bundesliga nicht als „Alltagsgeschäft“ ansehen kann. Da sollte dann auch 100% Fokus drauf liegen.

    @jochen-or: Gestern habe ich eigentlich am meisten bedauert, dass Viola gehen wird. Mittlerweile versteht sie sich mit Patti blind. Die beiden haben unglaublich viele Bälle gewonnen, sodass das Aufbauspiel von Rossyanka gleich im Keim erstickt wurde.

    @Marcel: Die Zuspiele in die Spitze kamen schon und auch gar nicht schlecht. Aber ich denke, dass das zur Zeit zuviel forciert wird. Ich würde mir mehr solche Schüsse wie den Lattenknaller durch Spielerinnen wir Hanebeck, Göransson, Odebrecht und (gestern) Draws wünschen, damit die Spitzen die Chance auf den 2. Ball bekommen. Mir wird der Ball zuviel vorn reingetragen. Der Effekt ist, dass es in der Spitze immer enger wird und Anonma wie auch Nagasato kaum Möglichkeiten haben, den Ball überhaupt in Richtung Tor zu bringen, weil immer ein Bein dazwischen ist.

    Die Aussage von Schröder darf man wohl getrost als Entschuldigung für sein getätigten Äußerungen werten. Deutlicher hat er sich noch nie ausgedrückt. 😉

    waiiy

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @waiiy

    > Vielleicht ist es ganz gut, dass am Sonntag Wolfsburg kommt.

    Nur unter dem Aspekt, wenn das CL-Rückspiel nicht schon Mitte kommender Woche wäre! So sind´s nämlich gleich 3 schwere, kräftezehrende Spiele innerhalb 8 Tage.

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  • waiiy sagt:

    @SF: Man muss das Positive da rausziehen. So bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln. Sie sollten einfach weiter so spielen.

    Da man diese Zeit jetzt mit 2:0 Siegen von den Ergebnissen und gestern von der Leistung her recht gut begonnen hat, kann man es auch als positive Serie sehen.

    Außerdem halte ich es da mit Lothar Matthäus, der der Meinung war, dass er lieber jeden 3. Tag spielt, als dazwischen so oft zu trainieren. Spielen hat ihm immer mehr Spaß und Motivation gebracht.

    Und ändern kann man es ja nicht.

    waiiy

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  • laasee sagt:

    I was very impressed with the performance of Patti Hanebeck.
    Her goal was a bit ‚lucky‘ but she played a very good game.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @waiiy
    > @SF: Man muss das Positive da rausziehen. So bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln. Sie sollten einfach weiter so spielen.
    3 EUR ins Phrasenschwein! 😉
    Äh, was ist denn das Positive am von mir gen. Umstand, dass innerhalb einer Woche 3 schwere Spiele, davon 2 im CL-VF und eines gegen einen Meisterschaftsanwärter zu absolvieren sind?
    Das Nachdenken + Grübeln kann ja wohl nicht sein, dazu ist auch unter der Woche Zeit! Ich behaupte nämlich, man muss sich sogar Gedanken über das Rückspiel machen! Die Einstellung zum Spiel und Taktik fallen einem nicht so ohne weiteres in den Schoß, so nach dem Motto:Lassen wir uns mal überraschen, irgendwie wird´s schon laufen.

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  • Lakshmi sagt:

    @waiiy

    „Die Aussage von Schröder darf man wohl getrost als Entschuldigung für sein getätigten Äußerungen werten. Deutlicher hat er sich noch nie ausgedrückt.“

    Was hat er denn gesagt ?

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  • Dirk sagt:

    @lassee

    but it wasn’t a world class performance, wasn’t it??? 😀

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  • waiiy sagt:

    @Lakshmi: Es geht um den Artikel und die Aussagen auf der Pressekonferenz

    –> https://www.womensoccer.de/2012/02/27/nationalspielerinnen-verlassen-potsdam/

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @SF: Es könnte genau das Richtige sein. Machen wir uns nichts vor, Turbine ist vom Potential her die weltbeste Mannschaft, noch einen Zacken über Lyon.
    Und gerade konditionell dürfte es wohl keine Mannschaft geben, die 3 Spiele in 8 Tagen besser wegsteckt als Turbine.

    Aber gerade die 3 Spiele haben einen echten Anreiz! Man spürt in Turbine wieder einen Hauch von Leistungsdruck, dadurch, dass man in der BL seinen Vorsprung verspielt hat und sich in der CL im KO-System befindet.

    War letzte Saison schon ganz genauso: Turbine war lange Zeit im Nachteil, Frankfurt bestimmte die Liga und vergeigte es dann gegen Duisburg, Turbine stand plötzlich vorne und schon ging es spielerisch langsam bergab!
    Die Turbinen brauchen das, diesen Druck, auch gerade in dieser Intensität, mehrere harte Spiele hintereinander. Schlecht spielen sie nur, wenn sie ins Nachdenken kommen und die psychische Belastung spüren.

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  • waiiy sagt:

    Auf der Homepage von Turbine Potsdam wird übrigens vom Verdacht einer Schultereckgelenksprengung bei Tabea Kemme gesprochen. Das Mädel hat diese Saison echt kein Glück! Gute Besserung!

    waiiy

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  • Lakshmi sagt:

    @waiiy

    danke

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Sheldon

    Dafür hat mir Turbine z.Z. zu wenig Alternativen auf der Bank, die man bei einer derartigen Belastung in der Hinterhand braucht! Und jetzt fällt noch Tabbi aus – verdammter Mist! Das Mädel kriegt´s auch knüppeldick, und von daher beste Genesungswünsche an sie und danke dafür, dass sich trotz Verletzung nicht geschont, sondern in den Dienst des Teams gestellt hat!

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  • Detlef sagt:

    Dieses Spiel könnte endlich die Initialzündung für die TURBINEN gewesen sein!!!
    Wenn sich alle gemeinsam auf die Aufgabe konzentrieren, kann jeder Gegner bezwungen werden!!!
    Selbst dann noch, wenn einige Spielerinnen im Moment nicht ihre Top-Leistungen abrufen können wie YUKI oder JENNY ZIETZ!!!
    Das kann von anderen Spielerinnen aufgefangen werden, wie wir gestern bestaunen durften!!!

    ANJAS Rolle übernimmt so langsam PATTI, die mit ihren Pässen und ihren Toren immer wertvoller fürs Team wird!!!
    Ganz stark war gestern TONI, die an vielen Chancen beteiligt war, selber nur knapp am Querbalken scheiterte, und am Schluß auch gut nach hinten arbeitete!!!

    Schröders Versuch mit ULLA auf Rechts darf man wohl als durchaus gelungen betrachten!!!
    Mit etwas mehr Einsatzzeiten für sie, sollte man diese Idee durchaus weiterverfolgen!!!
    ULLA sollte sich ruhig mal öfter trauen aufs Tor zu schießen, denn sie hat ja einen mächtigen Bums drauf!!!

    Ganz stark war auch wieder VIOLA!!!
    Da möchte man sich gar nicht vorstellen, wie es ohne sie sein wird!!!
    SCHMIDTI ist etwas untergegangen gestern, war aber trotzdem recht solide!!!

    Ich bin sehr gespannt, ob Potsdam am Sonntag diese Leistung wiederholen kann!!!

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  • laasee sagt:

    @Dirk

    Not world class but Patti was very impressive.

    (World class performance?……..hmmm…….I think that the last occassion by a German player in a big tournament was in Moenchengladbach at WM)

    Best regards to you Dirk.

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  • waiiy sagt:

    @Detlef: Ich kann wieder mal nur zustimmen. Bei Schmidti muss man halt sehen, dass sie wohl eine klare Aufgabe hatte, den Staubsauger zu spielen. Von daher war es wohl auch gewollt, dass ihre Akzente geringer waren.

    waiiy

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