DFB-Elf bezwingt Schweden

Von am 26. Oktober 2011 – 20.42 Uhr 49 Kommentare

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Testspiel gegen Schweden mit 1:0 gewonnen. Für den knappen Sieg gegen den WM-Dritten bedurfte es nach schwacher Leistung in der ersten Halbzeit jedoch einer Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel.

Die DFB-Auswahl, die bereits gegen Rumänien am Wochenende eine schwache Leistung geboten hatte, offenbarte auch gegen Schweden gerade in den ersten 45 Minuten viele Schwächen.

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Stimmen zum Spiel

Hohe Fehlpassquote
Während die Schwedinnen einen soliden Beginn zeigten, fanden die Deutschen nicht in die Partie. Das Spiel war geprägt von Fehlpässen, mangelnder Abstimmung und Missverständnissen. So bekamen auch die 12.183 Zuschauern am Hamburger Millerntor ein Sonderlob von Bundestrainerin Silvia Neid, schließlich waren sie „mit sehr wenig zufrieden“, lobte Neid die Atmosphäre. Simone Laudehr hatte Mitte der ersten Halbzeit zwei Chancen zum Führungstreffer, als sie zunächst zentral aus etwa 20 Metern abzog, aber direkt auf Torhüterin Hedvig Lindahl spielte und später vom rechten Flügel kommend den Kasten verfehlte.

Großchancen für Schweden
Schweden hatte auf der anderen Seite durch Antonia Göransson (15.) und Lotta Schelin (22.) zwei Großchancen. Göransson ließ Bianca Schmidt auf der rechten Abwehrseite stehen und scheiterte, wie Schelin später, an einer Glanzparade von Torfrau Nadine Angerer. Kurz vor der Halbzeit hatte Stürmerin Inka Grings (41.) mit einem Heber die Führung auf dem Fuß – doch insgesamt war ihre Leistung blass; die Auswechslung zur Halbzeit folgerichtig.

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Alexandra Popp

Mit ihr kam Schwung ins Spiel gegen Schweden: Alexandra Popp © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Popp mischt das Spiel auf
Für sie kam Alexandra Popp in die Partie, die das Spiel deutlich belebte. „Sie hat unserem Angriffsspiel sehr, sehr gut getan“, lobte Neid die junge Stürmerin, die eine engagierte Leistung bot und eine hohe Laufbereitschaft zeigte. Spielerisch gelang der DFB-Elf jedoch wenig, es fehlte Kreativität und eine klare Linie. Folgerichtig fiel das Tor des Tages nach einer Standardsituation. Laudehr köpfte in der 60. Minute einen Freistoß von Melanie Behringer zunächst an den Pfosten, den Abpraller verwandelte Popp ebenfalls per Kopf.

Führung sorgt für Erleichterung
Der Treffer sorgte sichtlich für Erleichterung bei der deutschen Elf, die in der Folgezeit das Kommando auf dem Feld übernahm. Das schwedische Spiel wurde durch die vielen Auswechselungen ausgebremst, während sie auf deutscher Seite für Belebung sorgten. Das traf nicht nur auf Popp zu. In der 68. Minute kam Svenja Huth zu ihrem Länderspieldebüt. Die U20-Weltmeisterin von 2010 hatte keine Mühe, sich ins Spiel einzufinden und bot eine beherzte Leistung, wenngleich sie nicht von Erfolg gekrönt wurde.

Neid sieht Mängel im Spielaufbau
Gerade da seit der Weltmeisterschaft der deutschen Mannschaft das Selbstbewusstsein etwas abhanden gekommen zu sein scheint, mag ein Sieg gegen einen internationalen Top-Gegner gut für die Psyche gewesen sein. Für die Schwedinnen war es nach der WM allerdings das erste Länderspiel, die DFB-Elf hat bereits zwei Qualifikationsspiele hinter sich und sich dennoch weiterhin sehr schwer getan. „Wir müssen noch sehr hart arbeiten, insbesondere am Spielaufbau und Passspiel“, analysierte Neid. Und tatsächlich ist im deutschen Spiel bislang kaum ein roter Faden erkennbar, es fehlt an Struktur und klarer Linie.

Aufstellung Deutschland
Angerer
B. Schmidt, Krahn, Bartusiak, Faißt
Laudehr, Goeßling
Bresonik (76. Mittag), Bajramaj (87. M. Müller), Behringer (68. Huth)
Grings (46. Popp)

Aufstellung Schweden
Lindahl
Nilsson (74. Svensson), Rohlin, Larsson (74. Sembrant), Thunebro
Göransson (56. Almgren), Seger, Fischer (56. Dahlkvist), Sjögran (87. Moberg)
Schelin, Edlund (62. Landström)

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49 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Zu Neid: Es ist schon sehr lustig. Einerseits messen sie hier alle an dem Maßstab „Welttrainerin“, andererseits wird in einem anderen Forum von denselben Leuten gesagt, dass die Weltfußballerinnenwahl nur eine Farce ist.
    Es ist doch klar, wieso es Neid geworden ist, sie war nunmal die Bekannteste von allen. Gerade durch die WM-Vorbereitung stand sie im Fokus, dazu die zwei WM-Titel (von denen nur die wenigsten wohl noch wissen, dass der eine gar nicht auf sie zurückzuführen ist), das sind einfach Fakten, die beeindrucken und die die große Mehrheit der Fußballverbände in der Weltrangliste 100+ überzeugt haben.

    Neid ist nunmal bestenfalls eine Mittelklasse-Trainerin ohne großartige Fähigkeiten. Sie musste die aber auch nie haben, schließlich hatte sie mit Prinz, Garefrekes, Stegemann, Hingst und Angerer immer genug Spielerinnen, die die Mannschaft geführt haben, wodurch es reichte, dass sie den Trittbrettfahrer spielt.
    Dass sie damit dann aus Eitelkeit ausgerechnet während der Heim-WM brechen musste und selbst ans Steuer wollte, war gelinde gesagt, bescheuert von ihr, aber daraus sollte sie lernen.
    Interessant wird es nur sein, ob sie jetzt nachholen kann, was sie jahrelang versäumt hat, nämlich die Mannschaft in den Griff zu bekommen und wirklich weise lenkend und handelnd einzugreifen.
    Wenn das nicht klappt, so muss sie wenigstens Spielerinnen wie Odebrecht, Maroszan, Peter auf dem Platz instruieren, die die Mannschaft führen, sodass sie nicht so schnell soviel nachholen muss.

    Deswegen sollten wir uns auch nicht wundern, wieso immer ganze Blocks (z.B. aus Frankfurt) nominiert wurden, so hatte man eine nahezu eingespielte Mannschaft, an der man nicht weiter großartig rumschrauben musste.

    Dann zu Schmidt: Nun, ich würde auf keine von beiden setzen, weder Faißt noch Schmidt, wenn ich nicht muss. Müssen wir aber leider, würde mich aber nicht entscheiden wollen beim jetzigen Zustand. Und egal, welcher Typ, wir brauchen erstmal Spielerinnen, die Sicherheit ausstrahlen und das tut Schmidt nach den beiden Spielen nicht mehr!

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  • jochen-or sagt:

    @andi kann man sich m.E. in der Bewertung der Leistungen der einzelnen Spielerinnen voll anschließen.

    Ich denke, dass man sich schlicht damit abfinden muss, dass hier eine Mannschaft im Neuaufbau ist, die sich – wenn es gut geht -weiterhin in der europäischen Spitze hält, aber auch nicht mehr!

    Nicht erkennbar und offensichtlich nur mit Schwierigkeiten zu finden, ist die neue Hierarchie innerhalb der Truppe. Wo sind neben Angerer, die ja auch irgendwann aufhört, die Leitwölfe? Laudehr, Behringer, vielleicht später mal Popp, die mental stark zu sein scheint? Oder Peter, die immer unterschätzt wird, weil sie so zurückhaltend ist, die aber bei Potsdam hinten diese Rolle einnimmt? Gerne würde ich mal sehen, wie sich die jetzige Mannschaft gegen einen Rückstand gegen eine ähnlich starke Mannschaft stemmt. Schade, dass Göransson nicht das Tor vorgelegt hat.

    Zu Recht weist Andy auf die gute Leistung von Bartusiak hin, die vor dem WM – auch von mir – noch für eine große Schwäche der Truppe gehalten wurde. Dass sie jetzt ein Leistungsträger ist, sagt nicht nur etwas über sie, sondern auch Einiges über die Qualität des aktuellen Kaders aus.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Sheldon

    Einmal verpeilt, immer verpeilt und trotzallem immer auf Daumenjagd! Was spielt es dabei für eine Rolle, dass die Mehrzahl nach unten zeigt, zumal es allem Anschein nach, Dir gerade darauf ankommt.
    Und apropos hacken, gehe mal nicht immer nur von Dir und Deinen fragwürdigen Meinungen aus; eine Gemeinsamkeit mit der von Dir so heiss umworbenen BT – die induktive Methode.
    Die Sicherheit, die Du ausstrahlst, wird eindeutig noch überdeckt von der Selbstverherrlichkeit, in der Du Dich badest, aber eigentlich eher baden gehen solltest! 😀

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  • defense2 sagt:

    @sheldon: Hallo, Ironie! Der Welttrainertitel wird hier lediglich immer wieder erwähnt, weil dieser bei Kritik an SN gern vom DFB (ich glaube sogar, schon von ihr selbst)als Totschlagargument benutzt wird…

    Was ich schade fand, dass SN dieses Testspiel nicht genutzt hat, um herumzuprobieren und alle 6 Wechselmöglichkeiten auszuschöpfen. Dazu macht man sowas doch, nicht?

    Stattdessen wieder Popp für Grings, Müller kurz vor Schluss und kaum Veränderung der akt. Startformation. Okay, das kann man noch mit der Findungsphase argumentieren, aber wenn sich diese Formation innerhalb von 45 min nicht annähernd „findet“, kann man schon mal was verändern,oder zumindest mal was aufs Feld rufen – ich habe sie nur sitzen und ins Notizbuch schreiben gesehen (kann aber natürlich auch dran liegen, dass sie nur dann im Bild war)…

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  • waiiy sagt:

    Ich denke, dass eine Hierarchie in einem Sport-Team wachsen muss. Man kann sie nicht einfach überstülpen. Und da nach den Abgängen nach der WM die Hierarchie gestört wurde, braucht es ein wenig Zeit, dass sie sich wieder einpegelt. Und wirklich gut wachsen kann sie nur in schweren Spielen. Dazu sollte man der Mannschaft auch ein paar Spiele geben. Das funktioniert nicht sofort.

    waiiy

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  • berggruen1 sagt:

    @sheldon: Warst nicht Du es, der noch vor nicht allzu langer Zeit alle Spielerinnen, die älter als 26 Jahre sind, aus dem Kader schmeissen wollte? Bei Viola Odebrecht gilt das nicht?

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  • Sheldon sagt:

    @berggruen: Man kann seine Meinung ändern! Und wenn man keine besseren Spielerinnen auf zentralen Positionen hat, dann muss man halt auf Spielerinnen im fortgeschrittenen Alter zurückgreifen, zumal, wenn die noch hervorragende Leistungen bringen!

    Aber ideal ist die Situation nicht, da stimme ich dir zu!

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  • wrack sagt:

    @Schenschtschina Futbolista: Wenn es noch nicht mit meinem letzten Post beantwortet wurde: Ich kann während der Partie und nach enmaligem Sehen nicht alle Spieler gleich im Auge haben, sondern nur einige.
    Das waren die, die ich ganz, ganz oben aufgelistet habe. Da ich kein Fußbalfachmann /fachfrau bin, der den totalen Überblick hat, sondern nur ein Fan, habe ich beim ersten Schauen nur ganz subjektive Eindrücke, die ich hier im Forum vergleiche.
    Aber ich habe angefangen, mir das Spiel nun tatsächlich ein zweites Mal anzuschauen und zu stricheln: Fehlpässe, gute Pässe, Zweikämpfe. Das war in der ersten Halbzeit grausamer als gestern und deswegen mache ich die Tage mal weiter, kein Bock mehr !.
    Erster Trend in der Abwehr: Die geben sich tatsächlich nichts !

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  • xyz sagt:

    Wenn man sich die Spielweise von Krahn ansieht,dann kann ich nur sagen,dass bei der heutigen U19 und U20 sie keine Chance hätte!

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  • Doc sagt:

    Nun, ich kann dem Spiel nix‘ neues mehr hinzu fügen. Ihr habt alles dazu gesagt. In jede Richtung.

    Schau‘ ich mal über das gestrige Spiel hinaus und werfe auch einen Blick zurück, erkenne ich einfach KEINE Linie. Irgendjemand bemerkte weiter oben, die Einwechslungen laufen wie gewohnt ab. Die Standards sind für jeden inzwischen bekannt. Exakt erkannt.
    Ich sehe nix‘ neues…vor allem nicht auf dem Platz. Ich meine keine neuen Spielerinnen, sondern Spielzüge…Varianten…Positionswechsel …Ideen…usw. Wie die „permanente Stimme“ während des Spiels schon richtig bemerkte: Mal wieder das gleiche System in der taktischen Aufstellung.
    Wem da draußen soll das denn noch Angst machen?
    Auch da sagte der Sprecher was Cleveres: Es feht die frühere positive Arroganz, mit der man den Gegner sofort klar macht…hier is‘ für dich heute nix‘ zu holen! Basta.

    Warum keine grundlegend neuen Systemansätze? Warum immer noch Grings für Popp…? Ich glaube, kein anderer Trainer käme auf die Idee, den energiegeladenen Dynamo namens Popp auf der Bank zu lassen.
    Und (meine Potsdamer MitFans mögen es entschuldigen) Anja Mittag ist zur Zeit keine Alternative. Sie zu nominieren und eine Keßler zu ignorieren, ist meiner bescheidenen Meinung nach…absurd.
    An dieser Stelle nochmal: Anja täte ein Sportpsychologe sicher ganz gut.

    Alles in allem: Ich traue SN keinen „Neuanfang“ zu. Da ist jetzt schon zu viel des „Alten“ zu erkennen. Allein neue Spielerinnen einbauen zu wollen, reicht bei weitem nicht aus.
    Hier muss man tatsächlich mal zu den kickenden Männern schauen und bemerken, dass sich die dt. MännerNM, die sich vor 10 bis 15 Jahren in eine Sackgasse gearbeitet hatte, einen völlig neuen Ruf erarbeitet hat. Ganz andere Stärken sind zu erkennen bei denen als es früher war.

    Warum geht das nicht bei den Damen? Liegt ea allein an der Trainerin? Hat die so wenig Traute, mal mehr NEUES zu riskieren?

    Odebrecht zurück zu holen und dann nicht angemessen ins Feuer zu werfen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Die ist doch keine 21 Jahre alt und muss erst herangeführt werden. Mein Gott, ich verstehe das alles nicht mehr. Pfffffttt…

    Mir gefällt dieser s. g. Neuanfang nicht. Er ist in meinen Augen nämlich KEINER! Alles viel zu statisch.

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  • Krissi sagt:

    Also ich kann vor Svenja nur – wortwörtlich – den „Hut(h)“ ziehen, war mE ne sehr solide Vorstellung. Auch Alexandra Popp. Ansonsten denke ich eher, dass es ein ziemlich durchwachsenes und vor allem sehr langsames Spiel war (auch bei Schweden). Und was die 2. Halbzeit angeht: fande, dass die Schweden da in schöner Regelmäßigkeit abgebaut haben (ob es daran lag, dass unsere N11 den Druck erhöht hat? Oder doch an den vielen Auswechslungen?). Hauptsache erstmal gewonnen – aber Luft nach oben ist noch jede Menge da. (Und bitte Leute: Lasst doch SN wenigstens mal bis zum Algarve Cup Zeit, da kommen dann die „wirklichen Kaliber“, da wird sich dann schon zeigen ob wir da schon / noch mithalten können) 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    @Doc: Der Spruch mit der „positiven Arroganz“ ist von Angerer geklaut. Ehre, wem Ehre gebührt. 😉

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  • Michele sagt:

    @Doc
    Warum eine Nadine Keßler nicht nominiert wird, verstehe ich auch nicht. Gerade jetzt, wo Kulig noch lange ausfällt, könnte man ihr eine Chance geben. Man sieht ja auch das Goeßling nicht unbedingt viel für das Spiel nach vorne tut. Bei Anja tut es mir immer leid wenn ich sie in der Natio sehe. Sie will alles, aber ihr gelingt so gut wie nichts. Vielleicht täte ihr auch mal ein Spiel von Anfang an gut, damit sie gleich auf Touren kommt. Anja ist auch keine Einwechselspielerin, sondern Stammspielerin. Aber leider kann sie in der Natio nicht zeigen was sie kann. Damit bleibt ihr halt nur die Bank. Leider.

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  • Michele sagt:

    Ich bin ja Frankfurtanhänger, aber hebt Svenja doch nicht jetzt schon in den Himmel. Was hat Svenja den schon großartiges gezeigt. Klar, sie hat gerackert und gekämpft, aber nicht mehr und nicht weniger. 20 Minuten reichen euch, um sie groß zuloben? Nur gut, dass sich unsere Sveni nicht viel darauf einbildet.

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  • waiiy sagt:

    Doc: Nichts hinzuzufügen. Aber die „positive Arroganz“ kann sich dieses Team doch gar nicht leisten, zumindest nicht gegen Schweden. Dafür sind sie einfach nicht stark genug.

    @Michele: Ich denke, alle nominierten Spielerinnen sind es gewohnt, Stammspielerin zu sein. Das darf für Anja nicht als Ausrede gelten. Ich denke, sie sieht das genauso. Ansonsten hätte sie nicht die Klasse und gehört nicht dahin.

    waiiy

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  • FFFan sagt:

    Eine „Standortbestimmung“ sollte es sein. Und wo steht nun die deutsche Nationalmannschaft nach dem etwas schmeichelhaften, aber aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdienten 1:0-Sieg gegen den WM-Dritten Schweden?

    So ganz genau weiß man es immer noch nicht. Einerseits ist es gelungen, die gefährliche Offensive der Skandinavierinnen über weite Strecken in Schach zu halten. Mit der Defensivleistung kann man, abgesehen von ein paar individuellen Fehlern vor allem der Außenverteidigerinnen zufrieden sein. Andererseits tut sich die Mannschaft von Silvia Neid nach wie vor schwer, selbst gefährliche Angriffe einzuleiten und Torchancen zu ‚kreieren‘. „Die Probleme begannen, wenn wir den Ball hatten“ sagte die Bundestrainerin im Rückblick auf die Spiele bei der WM. Diese Probleme sind, so scheint es, nach wie vor ungelöst. Dennoch läßt sich nach diesem Spiel ganz vorsichtig behaupten, dass das DFB-Team zumindest in Europa wohl immer noch zur absoluten Spitze gehört und sehr schwer zu schlagen ist.

    Und mit dem Weltranglistenfünften hat man nun selbst mal wieder einen ‚Großen‘ besiegt, was für die künftigen Aufgaben Selbsvertrauen geben sollte. Dieser Prestigeerfolg war Silvia Neid offenbar so wichtig, dass sie weitgehend auf Experimente verzichtete. Dabei hätte das Spiel Gelegenheit geboten, Viola Odebrecht und Tabea Kemme zumindest eine Halbzeit lang zu testen, indem man sie z.B. für Goeßling und Faißt einwechselt. Diese Chance wurde leider vertan.

    @ Andi:

    Deiner Beurteilung der einzelnen Spielerinnen kann ich mich weitgehend anschließen.

    @ Ballerina:

    Gute Analyse! Dass Laudehr sich ins Angriffsspiel einschaltet und dabei oft auf den (rechten) Flügel ausweicht, sollte allerdings keinen Anlass zu negativer Kritik geben. Auf diese Weise wurden schon viele Torchancen und auch Tore eingeleitet, zuletzt das 1-0 gegen Rumänien! Nur muss dann eben, damit es außen nicht zu eng wird, die Teamkollegin von der Außenbahn in die Mitte rochieren. Mit Garefrekes hat das wunderbar geklappt, warum nicht auch mit Bresonik? Vielleicht, weil ihr auf dieser Position noch die Erfahrung fehlt? Den Vorschlag, dass Laudehr und Bresonik ihre Positionen tauschen sollten, habe ich auch schon gemacht, wobei Bresonik auf der „6“ auch durch Odebrecht ersetzt werden könnte.

    @ Doc:

    Ich stimme zu, dass ein Neuanfang nicht zu erkennen ist. Das war aber zu erwarten. Einen grundlegenden Neuanfang könnte es nur mit einem neuen Trainer geben. Das ist aber seitens der DFB-Spitze nicht gewollt und m.E. auch nicht nötig. Es ist ja durchaus eine Basis vorhanden, auf der sich aufbauen läßt. Wichtig ist, dass es jetzt keinen Stillstand, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung gibt.

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  • Winter sagt:

    Also meiner Meinung nach, gibt es an Mittag gar nicht´s zu deuten. Sie hatte von 2009 bis Mitte 2011 geniale Momente (und natürlich zweifellos auch schon davor und danach)im Verein. Keßler ist zwar eine gute Spielerin, an eine Anja Mittag kommt sie jedoch nicht heran (Technik, Spielverständnis, Athletik, Zweikampfwille und Stärke uva.). Anja wurde von Frau Neid regelrecht zermürbt. Und wer das Vertrauen nicht spürt, der wird halt irgendwann unsicher (wie im privaten oder im Arbeitsverhältnis). Das ist auch der Unterschied zu Schröder B., der ihr Vertrauen schenkt und sie da einsetzt, wo sie am wertvollsten ist. Das war zwei Jahre mit Lira als Sturmspitze und überragenden Momenten. Das ist momentan hinter den Sturmspitzen Nagasato und Anomna (z.B. das Spiel in Wolfsburg). Und in Zukunft lassen wir uns überraschen, wo A. Mittag im Verein am wertvollsten ist. Und der Trainer wird sie stark reden, auch wenn sie sich einmal schwach fühlt, da bin ich mir sicher. Für Turbine ist Anja auf jeden Fall ein Juwel, da gibt es gar keinen Zweifel!!! Bei der Bundestrainerin bleibt mir nur eines zu sagen: Rücktritt und Neuanfang mit neuen Personen!!!

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  • SGS sagt:

    @Michele:
    Nachdem ich WOB in diese Saison inzwischen viermal über 90 Minuten gesehen habe, verstehe ich schon, warum Keßler nicht nominiert wird: Sie liefert keinerlei Argumente dafür. Ich denke, dass sie in Potsdam – gerade in ihrer ersten Saison dort – sehr von der starken Mannschaft und dem sportlichen Erfolg profitiert hat. Jetzt reicht es offenbar nicht mehr. Wenn man sieht wie viele jüngere Spielerinnen jetzt schon regelmäßig für die Nationalelf nominiert werden, und wieviele Länderspiele gleichaltrige Spielerinnen wie da Mbabi oder Bajramaj bereits haben, dann ist Keßler wohl das klassische “ewige Talent“.

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  • wrack sagt:

    @Winter : Du forderst den Rücktritt der Bundestrainerin. Mich würde interessieren:
    – Schwebt dir schon ein realistischer Name als neue(r) BundestrainerIn vor ?
    – Rücktritt noch vor dem Spanien-Spiel ?
    – Kannst du einschätzen, wie sich as auf die Spielerinnen der Nationalmannschaft auswirken wird ?
    – Rechnest du mit einem dadurch ausgelösten zwischenzeitlichen Leistungstief der Natio ?

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Winter

    Mehr als ein Daumen-hoch geht ja leider nicht, was ich gerade bzgl. Deiner obigen Aussage sehr bedauerlich finde! Zumal die momentan 3 Unverbesserlichen/Nörgler dann weniger ins Gewicht fallen und als Aussenseiter gelten würden.

    Ich möchte betonen, dass ich enormen Respekt vor Anjas Leistung inkl. Verhalten nach der WM-Ausbootung habe, und ich könnte mir vorstellen, dass ihr nur ein intaktes Team (Turbine und Natio) zzgl. ihr Kämpferherz geholfen haben, zurückzukehren. Vornehmlich bei ihr würde mich gewaltig interessieren, wie ein eventueller BT-Wechsel Wirkung zeigt! 🙂

    @wrack

    Warum nur Fragen stellen? Gebe doch gleich Deine Meinung zu den aufgeführten 3 Punkten zum Besten!
    Die Gelegenheit wäre günstig.

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