Frankfurt verliert in Norwegen

Von am 28. September 2011 – 21.20 Uhr 21 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat in seinem ersten Champions-League-Auftritt nach zwei Jahren eine Niederlage einstecken müssen. In Norwegen unterlagen die Frankfurterinnen Stabæk mit 0:1, hatten jedoch unzählige Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden.

Die Norwegerinnen haben sich als der erwartet schwere Gegner gezeigt, doch der härteste Gegner waren sich die Frankfurterinnen selbst – denn die Chancenverwertung des FFC war katastrophal.

Frankfurt überlegen
In der ersten Halbzeit erarbeitete sich Frankfurt eine klare Feldüberlegenheit und eine Vielzahl von Chancen. Bereits in der siebten Minute versuchte es Melanie Behringer mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der Ball flog jedoch über den Kasten von Ingrid Hjelmseth. In der Folgezeit versuchten sich die Frankfurterinnen vorwiegend mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Zumeist waren die jedoch zu unplatziert. Frankfurt gab den Ton an, doch es fehlte an einer klaren Struktur im Spiel.

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Stabæk geht in Führung
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der FFC das Tempo und konnte sich schon in den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff einige Chancen erarbeiten. In der 52. Minute setzte sich Fatmire Bajramaj auf der linken Seite durch, passte in den Strafraum zu Jessica Landström, die den Ball jedoch neben den Kasten setzte. Doch genau in Frankfurts erster Druckphase machten die Norwegerinnen das 1:0. Cathrine Dekkerhus zog aus halbrechter Position ab. Saskia Bartusiak fälschte den Ball unglücklich ab, sodass er unhaltbar für Nadine Angerer im Frankfurter Tor landete.

Der FFC um Kerstin Garefrekes scheiterte an sich selbst. © Nora Kruse, ff-archiv.de

FFC vergibt Ausgleichschancen
Stabæk zeigte in der Folgezeit eine solide Leistung, konnte sich jedoch nach vorne wenige Möglichkeiten erspielen. Frankfurt hatte dagegen weitere Chancen, das Spiel zu drehen. In der 58. Minute verfehlte Landström einen Kopfball von Smisek, nur eine Minute später setzte Behringer den Ball an den Pfosten. Das Leder landete vor den Füßen von Svenja Huth, die jedoch zu unplatziert direkt in die Arme von Hjelmseth schoss.

Frankfurt gehen die Ideen aus
Mit zunehmender Spieldauer ließen dann aber auch die Frankfurterinnen nach, die nach den vielen verpassten Möglichkeiten die Ideen auszugehen schienen. Zu viel lief über die Mitte, wo Stabæk recht sicher stand. In der Schlussminute versuchte es Behringer noch einmal aus der zweiten Reihe; doch auch hier war Hjelmseth zur Stelle.

Weiter gute Chancen für das Rückspiel
Das Rückspiel am Frankfurter Brentanobad findet am kommenden Mittwoch um 15 Uhr (live im HR) statt. Mit einem 0:1 hat der FFC auch weiterhin alle Möglichkeiten, ins Achtelfinale einzuziehen. Doch das Spiel sollte Warnung genug gewesen sein. In der Liga kann man sich einen solch fahrlässigen Umgang mit seinen Chancen häufig erlauben, auf europäischer Ebene wird es bestraft.

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21 Kommentare »

  • HW sagt:

    Eine Niederlage in der jungen Saison. Das erste Gegentor und der Teufel wird an die Wand gemalt.
    Sicher wird es jetzt schwerer die nächte Runde zu erreichen. Darum ist Frankfurt aber noch lange nicht in einer Krise. Hier wurde angemerkt, dass eine Achse den Verein verlassen hat, und diese Achse kann nicht so einfach ersetzt werden. Das ist richtig. Auch die Verletzten sind keine Hilfe um sich als Team neu einzuspielen.
    Aber schlecht gespielt hat der FFC ja nicht. Es fehlt an ein paar Stellen die Abstimmung und Konzentration, sowas kommt mit der Zeit.

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  • Andreas sagt:

    Was mich echt aufregt. Nichts in den großen Online-Medien Spiegel.de, Bild.de oder auch ZDF-Sport. Da sieht man, dass die WM nichts, aber auch gar nichts gebracht hat.

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  • sodalith7 sagt:

    @ Andreas

    Für UNS hat die WM wirklich nichts positives gebracht, für andere Nationen v.a. die USA schon.

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  • be sagt:

    Andreas: Guckstdu http://j.mp/pPqbhW
    – natürlich (wie sonst auch) nur am Rande erwähnt, aber „nichts“ trifft es auch nicht. Dass die Heim-WM eine Initialzündung sein würde, das hat doch eigentlich nur ein ganz bestimmter Manager gehofft und herbeigeredet.

    Schlagzeilen in der Massenmedienberichterstattung gibt es nur, wenn auch hinreichend Konsumenteninteresse da ist. Und dafür ist Frauenfußball (wie zahlreiche andere Sportarten) nur eine Randerscheinung. Wird beispielsweise über den German Bowl in ein paar Tagen großartig berichtet werden?

    Nachhaltiges Interresse kann nur langsam und von unten (beispielsweise Lokalmedien oder Spezialmagazine) kommen, nicht aufgesetzt von oben. Wenn sich beschweren, müsste man dort ansetzen. Welche Privatsender (außer Eurosport) kennst du (in Europa), die Spiele oder zumindest Zusammenfassungen übertragen? Das geht zumeist über ÖR-Sender, und dort (aufgrund des geringen Interesses) auch oft über die regionalen Ableger. Kicker berichtet ja auch über FF, und wäre das Interesse größer, dürfte eine Intensivierung der FF-Berichterstattung (Liveticker z. B.) kein Problem sein.

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  • Jan sagt:

    Dem Einen will schier nichts gelingen – dem Andern reicht EIN glücklicher Moment. Das ist im Sport halt manchmal so. Zwecklos, einen Grund dafür ausfindig machen zu wollen. Bloß warum passierte das letztens ausgerechnet dt. FF-Teams? (U17 WM 2010, WM 2011 u. eben)

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Verwunderlich für mich, als jemand der das Spiel live auf Eurosport verfolgt und auch mitgeschnitten hat, ist der Umstand, dass bei den zahlreichen Kommentaren, weniger das Spiel an sich und soweit ich lesen konnte, der Gegner im Besonderen überhaupt nicht beurteilt wurde!
    Ich empfand Stabæk als homogenes, toppfites Team mit einer absolut unaufgeregten Spielweise vor, die recht selbstbewußt auftraten und einen geradlinigen Fussball spielten. Eine überharte Gangart konnte ich zu keinem Zeitpunkt ausmachen, was sich auch durch fehlendes Gelb wohltuend bemerkbar machte. Man hat also Ff. mit fairen Mitteln den Sieg abgerungen, könnte man meinen.
    Auch wenn ich meine, dass sich der 1.FFC nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und die Blamage zu Hause komplettieren wird, bin ich gespannt auf dieses Rückspiel! Ich glaube nämlich nicht, dass Stabæk sich nur hinten reinstellen wird, wohl wissend, dass es nur dann eine reelle Chance gibt, wenn man selbst aktiv ist.

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