Die Tops und Flops der Wochen 36 und 37/2011

Von am 20. September 2011 – 9.11 Uhr 32 Kommentare

Eine kleine Insel, eine torhungrige polnische Fußballerin und eine frühere Leichtathletik-Olympiasiegerin stehen diesmal genauso im Fokus wie bittere Punktverluste, eine unattraktive Auslosung und die Verzweiflungsaktion eines kriselnden Vereins.

Tops

Island weiter auf Höhenflug
Dass die isländische Frauenfußball-Nationalmannschaft einen guten Fußball spielen kann, davon konnte man sich bereits bei der EURO 2009 in Finnland und beim diesjährigen Algarve Cup überzeugen. Doch jetzt setzte das Team von Trainer Siggi Eyjólfsson ein echtes Ausrufezeichen. Gegen WM-Teilnehmer Norwegen gab es in der EM-Qualifikation nach einer vor allem in der ersten Halbzeit überzeugenden Vorstellung einen 3:1-Sieg.

Anzeige

Bajramaj trifft doppelt
Es war noch nicht alles Gold, was glänzt, doch Fatmire Bajramajs engagierte Vorstellung wurde beim 4:1-Sieg gegen die Schweiz am vorigen Samstag mit zwei Treffern belohnt. „Ich bin Nationalspielerin, um Verantwortung zu übernehmen. Die WM war eine der schwersten Niederlagen, ist aber jetzt verkraftet und wir haben neue Ziele.“

Cloppenburg spitze danke Winczo
Nach einem 7:1-Sieg gegen Aufsteiger Mellendorfer TV und somit dem dritten Sieg im dritten Spiel hat der BV Cloppenburg die Tabellenspitze in der 2. Bundesliga Nord übernommen. Die Polin Agnieszka Winczo steuerte gleich vier Treffer (20./35./52./69.) bei und führt mit sieben Treffern die Torschützenliste an.

Tyresö macht Titelkampf spannend
Mit dem furiosen 5:3-Sieg bei Tabellenführer LdB Malmö hat Tyresö FF neuen Schwung in den Titelkampf der schwedischen Damallsvenskan gebraccht. Katrin Schmidt, früher unter anderem in Diensten von Brauweiler, erzielte die beiden entscheidenden Treffer. Tyresö hat nur noch drei Punkte Rückstand auf Malmö, Spannung für den Rest der Saison ist garantiert!

Jetzt lesen
VfL Wolfsburg: die Termine bis zum Saisonstart

Multitalent Mutola
Im Jahr 2000 holte Leichtathletin Maria Mutola bei den Olympischen Spielen in Sydney über 800 Meter die erste Goldmedaille der Geschichte für ihr Land Mosambik. 2008 beendete die inzwischen 35-Jährige ihre Karriere, doch nun glänzt sie als Kapitänin der Frauenfußball-Nationalmannschaft ihres Landes, wo sie bei den All African Games in Maputo zuletzt eine knappe 0:1-Niederlage gegen Kamerun einstecken musste.

Flops

England patzt in der EM-Quali
So hätte sich England den Start in die Qualifikation für die EURO 2013 wohl nicht vorgestellt. In Serbien ging die Elf von Trainerin Hope Powell schnell mit 2:0 durch Treffer von Rachel Yankey und Sophie Bradley in Führung, doch am Ende gab es lange Gesichter im Lager der Engländerinnen, denn die Partie in Belgrad endete 2:2, Danka Podovac per Freistoß und Vesna Smiljković in der vierten Minuten Nachspielzeit sorgten für Jubel bei den Gastgeberinnen.

Saarbrücken mit zweiter Auswärtspleite
Zwei Niederlagen in drei Spielen – Bundesliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken hätte sich den Saisonstart in die 2. Bundesliga Süd wohl positiver vorgestellt. Nach der Niederlage beim FV Löchgau ging auch das zweite Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach trotz Führung mit 1:2 verloren. „Wir haben schlecht gespielt, konnten nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben“, so Trainer Winfried Klein.

Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj traf zweimal beim Sieg gegen die Schweiz vor fast leeren Rängen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Denkzettel für DFB-Elf
Nur 6 632 Zuschauer in der SGL-Arena von Augsburg – die Öffentlichtkeit hat der DFB-Elf für ihren misslungenen Auftritt bei der Frauenfußball-WM einen Denkzettel verpasst. Denn trotz der ungünstigen Anstoßzeit, Anstich auf dem Münchner Oktoberfest und spätem Ferienende in Bayern – eine fünfstellige Kulisse wäre wohl möglich gewesen. Die, die kamen, konnten sich über einen 4:1-Sieg der DFB-Elf gegen die Schweiz freuen – auch wenn das Spiel einen nicht gerade von den Sitzen riss.

Pokalauslosung auf dem Abstellgleis
In der Halbzeitpause des EM-Qualifikationsspiels in Augsburg fand auch die Auslosung zum Achtelfinale im DFB-Pokal statt. Doch das bekam kaum einer mit. TV-Sender ARD erschien eine Übertragung offenbar nicht lohnenswert, auch Zuschauer und Medienvertreter im Stadion tappten größtenteils im Dunkeln – denn die Lautsprecher-Durchsagen waren nicht zu verstehen, die Bildqualität des Videowürfels bestenfalls durchschnittlich.

Lunchpartner verzweifelt gesucht
Die Verzweiflung beim norwegischen Erstligisten Røa IL muss groß sein – anders ist nicht zu erklären, dass sich die Spielerinnen für ein Mittagessen versteigern ließen, um die maroden Finanzen aufzubessern. Für ein Tête-à-Tête mit Lene Mykjåland zahlte ein Fan 2 000 Euro, neun weitere Spielerinnen spülten  weitere 8 000 Euro in die Vereinskasse. Ob dies die Sorgen des Vereins dauerhaft lösen wird, ist fraglich, seit April werden nur 55 Prozent der Gehälter ausbezahlt.

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • bneidror sagt:

    Die Anforderungen sind bei Freundschaftsspielen genauso rigoros, nur Sitzplätze. Die Stehplätze am Millerntor sind (im neuen Bereich) allerdings zu Sitzplätzen umrüstbar. Die finale mögliche Kapazität ist, mir zumindest, bisher unbekannt.

    (0)
  • Jan sagt:

    Mi. 21.9., 21:25 Uhr, EM-Quali Island – Belgien im Livestream auf:

    https://j.mp/rk9NyC

    Wer’s verpasst hat:
    – denselben Link aufrufen
    – rechts im Kalender das Datum anklicken
    – dann unterm Kalender aufs Spiel scrollen u. anklicken

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Jan: Danke! Live gibt es derzeit auch Polen gegen Russland auf der Website des russischen Fußballverbands:

    (0)
  • Timo sagt:

    Hier ist nochmal eine Zusammenfassung der Stobba/Winczo Show.
    Wobei ich eher Marta Stobba als Top der Woche sehen würde als Winczo, da sie immer anspielbar war und die Kilometer aufem Platz nur so runtergelaufen ist.

    (0)
  • Timo sagt:

    Mist den Link vergessen also jetzt aber https://j.mp/qc3Kks

    (0)
  • intersoccer sagt:

    Danke für den Link Markus! Bin immer froh über jeden Stream-Link 🙂

    (0)
  • Ulf sagt:

    @ bneidror
    Bisher kann man am Millerntor nur die 3000 Stehplätze auf der Unterseite der Südtribüne in Sitzplätze umrüsten.

    (0)
  • bneidror sagt:

    Ich habe nichts anderes behauptet – zwei Tribünen Sitzplätze (Haupt- und Südtribüne) und zwei Tribünen mit gesperrten Stehplätzen im unteren Bereich und Sitzplätzen im oberen Bereich (Nord- und Gegentribüne). So habe ich das Stadion in Erinnerung. Ganz sicher bin ich mir nicht, korrigieren Sie mich wenn ich falsch liege.

    (0)
  • laasee sagt:

    @Ulf

    Stop deluding yourself.

    The „gentlemen“ at FCR sacked MVT because they wanted to go to London and get 200,000 euros.
    FCR did not go to London.
    Did the „gentlemen“ accept any responsibility?……No!!!!
    Did the „gentlemen“ show honour and resign?……No!!!

    Next they force Inka out of the club!!!

    At FCR, females play football but all the officials are male!!!
    Is this the modern world???
    If the „gentlemen“ are such football experts then they should go and manage Schalke 04 or HSV in the mens BL.

    FCR is in a mess because of incompetence and bad management!!!

    (0)
  • Sheldon sagt:

    laasee, mach dich doch nicht völlig zum Horst! Duisburg hat in dieser Saison noch nicht EIN Spiel nicht gewonnen und bisher erst ein Gegentor kassiert.

    Welches Argument hast du dagegen vorzubringen?

    (0)
  • Ulf sagt:

    Ich habe in meinem langen Berufleben ja schon viel mit vielen Engländern zu tun gehabt (nebenbei,West Ham-Fan Billy Bragg habe ich auch mal mit zum FC St.Pauli genommen), aber nicht mit solch einem… wie hier. Die inflationierte Nutzung von Satzzeichen sagt schon alles.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Ulf: Eindeutig deiner Meinung! Muss immer aufpassen, dass ich dich nicht mit User „uwe“ verwechsle, spätestens bei dem Inhalt deiner Kommentare finde ich mich dann aber schon wieder zurecht^^

    (0)