DFB-Elf auf einem guten Weg

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Beim 2:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Nordkorea war sicherlich noch nicht alles Gold, was glänzt. Doch die DFB-Elf untermauerte im ersten von vier WM-Testspielen, rund fünf Wochen vor der Frauen-WM voll im Soll zu sein.

Nach den anstrengenden ersten WM-Lehrgängen in Bitburg, Köln und Kaiserau, bei denen die DFB-Spielerinnen teilweise bis zu fünf Stunden täglich auf dem Platz standen, steckte sichtlich noch etwas Müdigkeit in den Beinen und die letzte Frische fehlte, doch die deutsche Mannschaft zeigte bei sommerlichen Temperaturen in Ingolstadt eine engagierte und disziplinierte Vorstellung.

Zum Schluss immer besser
„Für den momentanen Stand bin ich sehr zufrieden“, zog eine sichtlich zufriedene Bundestrainerin Silvia Neid ein positives Fazit. Gegen die quirligen Nordkoreanerinnen mit ihrem gepflegten Kurzpassspiel tat sich die deutsche Mannschaft jedoch vor allem in der ersten Halbzeit schwer, in der Offensive gute Chancen zu erarbeiten. „Nach vorne haben uns noch ein bisschen die Ideen und die Abstimmung gefehlt“, räumte Neid ein. Doch die deutsche Auswahl ließ sich von der zunächst mangelnden Chancenausbeute nicht beeindrucken und biss sich nach und nach immer besser in die Partie hinein gegen in der Schlussphase der zweiten Halbzeit immer müder werdende Nordkoreanerinnen. „Wir wurden dann frecher, hatten mehr Spielfreude und haben gute Kombinationen gezeigt.“

Umstrittene Entscheidungen
Erst ein verwandelter Foulelfmeter von Kim Kulig – Schiedsrichterin Tatjana Schett hatte ein Foul gegen Birgit Prinz als elfmeterreif eingeschätzt – brach nach einer knappen Stunde den Bann. Und auch beim zweiten Treffer von Célia Okoyino da Mbabi durfte sich die DFB-Elf nicht über die Regelauslegung der Österreicherin beschweren, denn dem 2:0 ging ein klares Foul der Stürmerin vom SC 07 Bad Neuenahr voraus.

Lob für Krahn und Faißt
Zufrieden sein konnte die Bundestrainerin auch damit, dass Annike Krahn 45 Minuten lang zeigte, dass sie ihre Verletzung gut überstanden hat, bevor sie wegen leichter muskulärer Probleme ausgewechselt wurde. „Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht und ist unheimlich wichtig für uns, auch wenn wir wissen, dass sie nicht die Beste im Spielaufbau ist.“ Und auch Krahn selbst war nach dem Spiel guter Dinge: „Ich bin sicher noch nicht bei 100 Prozent, aber ich fühle mich fit und wohl und das ist erst einmal das Wichtigste.“ Auch Außenverteidigerin Verena Faißt erhielt Lob von der Bundestrainerin: „Sie hat sehr gut gespielt, auch wenn sie hier und da einen Stellungsfehler gemacht hat. Sie lernt schnell und hat den großen Vorteil, dass sie sehr schnell ist und sich immer wieder ins Spiel nach vorne einschaltet.“

Linda Bresonik
Mit ihrem Team auf einem guten Weg: Linda Bresonik © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Spiel auf gutem Level
Auch die Spielerinnen sahen ihre Leistung beim ersten WM-Test tendenziell positiv. „Für das erste offizielle Spiel können wir zufrieden sein, auch wenn der letzte Pass noch gefehlt hat. Aber wenn wir uns weiter steigern, sind wir auf einem guten Weg“, meinte Alexandra Popp, die für die verletzte Inka Grings in der Spitze agierte, die voraussichtlich aber bereits am Dienstag wieder in das Mannschaftstraining einsteigen kann. Und auch ihre Noch-Duisburger Teamkollegin Linda Bresonik, die erst nach der WM entscheiden wird, zu welchem Verein sie wechseln wird, meinte: „Es war ein tolles Gefühl, endlich mal wieder ein Spiel über 90 Minuten zu spielen. Für den Zeitpunkt, an dem wir uns gerade befinden, war das Spiel auf einem guten Level. Ich fühle mich wohl und man kommt von Lehrgang zu Lehrgang ein Stück weiter.“

Unangenehme Aufgabe
Nun bleiben Bundestrainerin Neid noch fünf Tage, um die letzten Eindrücke zu verarbeiten. „Ich lasse mir das bis zum Schluss offen und werde das mit dem Trainerteam bis zum bitteren Ende diskutieren.“ Bevor sie dann am Freitagvormittag die unangenehme Aufgabe hat, die fünf Spielerinnen telefonisch zu informieren, die den Sprung auf den WM-Zug verpasst haben und nicht zum 21-er-Kader bei der WM gehören werden. „Normalerweise sage ich es Ihnen lieber persönlich in die Augen, aber wegen des Champions-League-Finales am Donnerstag geht es diesmal nicht anders. Das ist keine schöne Aufgabe, aber irgendwie muss man es machen.“

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  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 15.12.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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JanMicheleFFFanlaaseeWinter Neueste Kommentartoren
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Michele
Michele

In einem Artikel der TAZ steht, dass wohl Henning, Goeßling und Pohlers einen Anruf erhalten werden. Jeder schreibt etwas anderes. In jeder Zeitung stehen andere Streichkanidaten. Hoffentlich lesen die Spielerinnen nicht den Mist. Ich glaube die Bundestrainerin hat sich in der Offensive noch nicht entschieden. Ich glaube neben Pohlers, wird es wohl Anja treffen. Auch Mel scheint mir noch nicht ganz sicher zu sein. Mir tun die Mädels, die es trifft, jetzt schon leid.

pinkpanther
pinkpanther

Also ich bin richtig gespannt, wer es in den endgültigen Kader schafft, möchte mich aber nicht an der Kaffesatzleserei hier beteiligen. Wie mein Vorschreiber richtig bemerkt hat, schreibt – auch von der ernstzunehmenden Journalie – eh jeder was anderes. Dass Frau Neid so ihre Lieblinge hat, ist auch bekannt, aber welche(r) Trainer/in hat das nicht? Interessant fand ich die beiden in diesem Artikel zitierten Statements zu Annike Krahn und Verena Faißt – genauso erlebe ich diese beiden Spielerinnen und habe ich auch gestern ihre Stärken und Schwächen gesehen: Verena Faißt – obwohl in der Defensive schon deutlich verbessert – hat… Weiterlesen »

pinkpanther
pinkpanther

zu den „umstrittenen“ Entscheidungen: Meiner Ansicht nach kann der Elfmeter, der zum 1:0 führte, nicht als umstrittenen angesehen werden. Die Koreanerin trifft Frau Prinz eindeutig im Strafraum am Fuß, während der Ball schon weg ist! Wer im Strafraum so zu Werke geht riskiert einen Elfmeter, es sei denn es ist ein „blitzsauberes“ Tackling, bei dem die Abwehrspielerin den Ball dann auch trifft und „weghaut“ – für mich eine glasklare Angelegenheit!

Detlef
Detlef

Auch ich habe zuerst auf eine Schwalbe von Prinz getippt, bis die dritte Einstellung (von hinten) klar gezeigt hat, daß Prinz von den Beinen geholt wurde!!!

Für meinen Geschmack hat die Östereicherin etwas zu kleinlich gepfiffen, und blieb dieser Linie am Ende dann nicht treu!!!
Sonst hätte sie das Schieben von Celia (vor ihrem Tor) auch pfeifen müssen!!!
Aber im Großen-Ganzen war ich zufrieden mit dem Schiri-Gespann!!!

Michele
Michele

@Markus
Wer sind den deine Favoriten auf der „Abschussliste“? Oder willst du keine Namen nennen?

waiiy
waiiy

Wenn ich die Statements lese, dann war der Psychiologe im deuschen Team der beste Mann am Samstag oder im Fernsehen wurde ein anderes Spiel übertragen. Immerhin scheinen die Spielerinnen viel Selbstbewusstsein aus diesem rauschenden Fußballfest mitzunehmen…

waiiy

Lucy
Lucy

Mittag raus…? Glaube ich nicht, die darf doch immer extra für den Zwanziger mit dabei sein, damit er seinen Liebling beobachten kann 😉

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Da spricht doch nicht etwa der/die Neid aus Dir?! Aber lass Dir gesagt sein, der Doktor steht auf alle Frauen, nicht nur auf Anja – der kuschelt und drückt alles, was nicht bei Eins auf´m Baum ist! 😀
Kleine Korrektur:Die Ratzeburg war glaube ich noch nicht darunter… 😉

Hanna Hinrich
Hanna Hinrich

Hier meine Stamm-Elf:

          Grings
Bajramaj   Prinz    Garefrekes
      Laudehr   Kulig
Bresonik  Peter  Krahn  Schmidt
          Angerer

eisbär
eisbär

Bei einem 4-2-3-1-System würde ich genauso spielen lassen.

Detlef
Detlef

@Frau Fußball, THEO und „sein Hannchen“ kuscheln eben lieber heimlich!!! 😉

Lucy
Lucy

@ SF

Auf wen oder was sollte ich neidisch sein ?

Dass die Mittag in der Natio noch nie was gerissen hat, ist ja wohl klar… Turbine-Wundersturm hin oder her, in der Natio war sie noch nie wirklich erfolgreich oder jemand, auf den man nicht verzichten könnte !

Sie hat halt den 20er-Bonus, genau wie Sassi den Neid-Bonus hat.

xXx
xXx

@ Lucy Man hat Mittag ja auch noch nie ne richtige Chance gegeben, sich beweisen zu können. Wenn Mittag Glück hat, darf sie ab und zu mal 30 Minuten ran (wenn überhaupt). Das sie nichts gerissen hat, lag also nicht an ihr, sondern eher daran, dass man ihr nie ne richtige Chance gegeben hat mal was zu reißen. Und diese Chance hätte sie sich nach ihren Leistungen längst mal verdient. Statt dessen wird dann jetzt ne Popp (die außer einer guten U20-WM noch gar nichts gerissen hat und selbst bei ihren 50+x Bundesligaspielen oft nur in der Verteidigung auflief)sogar bevorzugt,… Weiterlesen »

Frieda
Frieda

@xXx
Ohne es zu wollen hast du ein großes Argument FÜR Popp genannt. Sie kann nämlich sowohl im Sturm, als auch in der Verteidigung spielen.
Außerdem hat Popp bei 9 Einsätzen 4 Tore erzielt, Mittag hingegen bei 64 nur 10.
Ich denke Popps Berechtigung für den Kader zu hinterfragen ist falsch.
Gerade weil Mittag dieses Jahr auch immer mal wieder richtig schlechte Halbzeiten erwischt hat…

xXx
xXx

Ich sage ja nicht, dass es für Popp keine Berechtigung gibt im Kader zu stehen.

Ich sagte nur, dass man Mittag nie eine wirkliche Chance eingeräumt hat (trotz vieler guten Jahre bei Turbine Potsdam), aber einer noch recht unerfahrenen Popp diese Chance schon jetzt einräumt.

Drum sollte man sich damit zurück halten, zu sagen, sie hätte in der Nationalmannschaft noch nie was gerissen. Richtig, hat sie nicht. Aber nicht weil sie schlecht war, sondern weil man ihr dazu eigentlich noch nie eine wirkliche Gelegenheit gegeben hat.

Und bevor das nicht passiert, sollte man nicht so negativ über sie urteilen. Das ist/wäre respektlos.

Webcam
Webcam

Nö, klar, Anja Mittag hat nie eine Chance bekommen …

Lasst Zahlen sprechen:
Anja Mittag: 67 (!!!) Einsätze – 10 Tore

Zum Vergleich die Sturm-Konkurrentinnen:
Conny Pohlers 67 Einsätze 28 Tore
Martina Müller 90 Einsätze, 30 Tore
Alexandra Popp 9 Einsätze 4 Tore

Für wen spricht das wohl?

Mittag hält als Stürmerin nicht mal den Vergleich mit Mittelfeldlerinnen MB (62 / 17) und FB (44/8) aus.

Den Vergleich zu Grings braucht man ja an dieser Stelle nicht zu ziehen, aber weil er so schön eklatant ist: 87 / 61)

xXx
xXx

Das ist doch eine Milchmädchenrechnung @Webcam

Während das bei Mittag hauptsächlich Kurzeinsätze sind, sind bei Pohlers und Müller viele Einsätze über 90 Minuten dabei.

Detlef
Detlef

@XXX, Was Du hier behauptest, ist nicht so ganz richtig!!! Als TURBINE-Fan, und großer ANJA MITTAG-Bewunderer, muß ich Frieda leider recht geben!!! ANJA spielt schon länger unter ihren Möglichkeiten, sowohl im Verein, aber vor allem in der Natio!!! Im Verein ist sie immer gesetzt, egal ob sie gerade gut oder schlecht spielt!!! In der Natio sitzt sie halt meistens auf der Bank, und hat halt nur kurze, oft sehr kurze Bewährungsmöglichkeiten!!! Und dann mußt Du halt in diesen kurzen Augenblicken mindestens 100% zeigen, um Dich für die Startelf zu empfehlen!!! Das gelang ANJA leider, leider nur sehr selten in der… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Diese ganze Diskussion führt doch ins Nichts. Deutschland wird nominell mit einer Spitze spielen. Das wird (zu Recht) Inka Grings sein. Dahinter wird wohl Birgit Prinz spielen. Sollte Inka Grings wirklich ausfallen, denke ich, dass entweder Birgit Prinz vorgezogen wird oder es wird Alexandra Popp spielen. Und auch bei der Lösung Alexandra Popp kann man es verstehen, weil nämlich genau das Argument, dass sie bei einem Turnier so unglaublich viele Tore geschossen hat, das ausschlaggebende ist. Hier handelt es sich nämlich genau um ein Turnier. Und körperlich kann man Alexandra Popp schon das gleiche Durchsetzungsvermögen wie Inka Grings, Birgit Prinz… Weiterlesen »

fisch
fisch

Die ganze Mittag-raus-oder-rein-Diskussion wird m.E. dem ganzen spielerischen Vermögen Anjas nicht gerecht. Natürlich ist sie nicht die Knipserin a la Inka. Sie ist aber Dank ihrer überragenden Spielintelligenz, ihrer Technik und Zweikampfverhalten unverzichtbar. Ihre Stärke liegt viel mehr darin, die Mitspielerinnen durch geniales Passspiel in aussichtsreiche Tor-Positionen zu bringen. Und wer ihre meist spektakulären Tore bei Turbine noch in Erinnerung hat, der begreift diese Diskussion kaum. Frau Neid legt aber bei so seltenen und wenigen Einsätzen offensichtlich auf solche Fähigkeiten wenig Wert, sollte sie Anja streichen. Mal sehen, wer dann statt ihrer nicht gestrichen wird. Erst mal sehen, wie Turbine… Weiterlesen »