Arbeitssieg für die DFB-Elf

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Im ersten von vier Testspielen vor der Frauen-WM in Deutschland kam die DFB-Elf in Ingolstadt zu einem verdienten Sieg gegen Nordkorea.

Vor 8 756 Zuschauern gewann die deutsche Mannschaft gegen die Asiatinnen mit 2:0 (0:0). Kim Kulig sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter nach einer knappen Stunde für die Führung (59.), die eingewechselte Célia Okoyino da Mbabi machte bei einem Konter in der Schlussphase den Sieg perfekt (86.).

Gute Chancen für Popp und Garefrekes
Bundestrainerin Silvia Neid verzichtete zunächst auf die fünf Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam, die am kommenden Donnerstag das Champions-League-Finale bestreiten werden. Die DFB-Elf versuchte von Beginn an ein schnelles Kombinationsspiel aufzuziehen, doch es dauerte bis zur 15. Minute, ehe Alexandra Popp mit einem Schrägschuss die erste Chance hatte, Melanie Behringer hatte zuvor mit einem starken Einsatz den Ball erkämpft und die Vorlage geleistet. Auch in der Folge hatte Deutschland mehr vom Spiel, doch ein Schuss von Kerstin Garefrekes, den Nordkoreas gute Torhüterin Myong Hui Hong mit den Fingerspitzen über das Tor lenkte, blieb eine der wenigen hochkarätigen deutschen Chancen (23.).

Lattentreffer von Nordkorea
Unter den Augen von US-Trainerin Pia Sundhage kam der Gast in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit besser ins Spiel, die eingewechselte Hyon Hi Yun hatte per Kopf die erste Gelegenheit (28.). Und die Asiatinnen wären fast in Führung gegangen, Ye Gyong Ri traf nach Ablage von Un Sim Ra nur die Latte (38.). Und noch einmal stand DFB-Torhüterin Nadine Angerer im Mittelpunkt, als sie einen Schuss von Nordkoreas Kapitänin Yun Min Jo sicher hielt (41.).

Spielszene Deutschland gegen Nordkorea
Célia Okoyino da Mbabi erzielte den zweiten DFB-Treffer © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Kulig verwandelt Foulelfmeter
Zur Pause wechselte Neid zweimal, für Bartusiak kam Lena Goeßling, Célia Okoyino da Mbabi ersetzte Popp. Der DFB-Elf fehlte es trotz spielerischer Überlegenheit weiter an der Durchschlagskraft, doch ein Foul von Pok Sim Jong an Birgit Prinz brach den Bann, Schiedsrichterin Tanja Schett zeigte auf den Elfmeterpunkt, Kim Kulig verwandelte sicher zur 1:0-Führung (59.).

Weitere Wechsel
Deutschland wirkte nun ein wenig beflügelt, Da Mbabi setzte eine Behringer-Flanke per Kopf knapp am Tor vorbei (61.). Für Simone Laudehr kam Ariane Hingst, Fatmire Bajramaj ersetzte Behringer. Die Gäste blieben bei ihren Vorstößen gefährlich, Angerer klärte per Fuß gegen Un Sim Ra (69.). In der Schlussphase kamen Babett Peter und Martina Müller ins Spiel, Krahn und Prinz verließen den Platz.

Da Mbabi macht Erfolg perfekt
Und Müller setzte sich umgehend mit einem Drehschuss aus sechs Metern in Szene, der knapp am Tor vorbei ging (78.). Auch Da Mbabi scheiterte mit ihrem Schussversuch für nun etwas zielstrebiger agierende deutsche Spielerinnen (80.). In der Schlussphase zeigte Deutschland das druckvollere Spiel und wurde dafür belohnt: Nach Pass von Müller setzte sich Da Mbabi gegen Yun Mi Jo durch und machte den verdienten Sieg perfekt (86.).

Deutschland – Nordkorea 2:0 (0:0)

Deutschland: Angerer – Bresonik, Krahn (74. Peter), Bartusiak (46. Goeßling), Faißt – Kulig, Laudehr (65. Hingst), Garefrekes, Behringer (65. Bajramaj) – Prinz (74. Müller), Popp (46. Okoyino da Mbabi)

Nordkorea: Hong Myong-Hui – Song Jong-Sun, Ri Un-Hyang, Jong Pok-Sim, Ho Un-Byol (69. Paek Sol-Hui) – Kim Un-Ju (69. Kim Myong-Gum) – Kim Su-Gyong (29. Yun Hyon-Hi/62. Kwon Song-Hwa/89. Kim Chung-Sim), Jo Yun-Mi, Jon Myong-Hwa (78. Choe Mi-Gyong), Ye-Gyong – Ra Un-Sim

Tore: 1:0 Kulig (59., Foulelfmeter), 2:0 Okoyino da Mbabi (85.)

Schiedsrichterin: Tanja Schett (Österreich)

Zuschauer: 8.756

Letzte Aktualisierung am 19.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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licaro
licaro

ich glaube, folgende spielerinnen schaffen nicht den sprung in den endgültigen kader:
mittag, pohlers, henning, fuss und schult…

Lusankya
Lusankya

Arbeitssieg, aber alles in allem natürlich verdient. Man merkte ihnen die anstrengenden Trainingslager noch an, die Passgenauigkeit ließ zum Teil zu Wünschen übrig. Die Abwehr stand eigentlich in allen Besetzungen recht stabil. Vor dem Lattentreffer gabs keinen besonderen Fehler, bei der Chance nach dem Freistoß lässt sich Faißt zu leicht abschütteln und bei der letzten guten Chance der Nordkoreanerinnen verlor Krahn ihr Laufduell. Beim defensiven Mittelfeld sehe ich keine Probleme, Kulig + Laudehr mit Hingst als Backup ist optimal. Auf den Außen haben wir ebenfalls einige Alternativen, Garefrekes scheint gesetzt dazu vermutlich Bajramaj vor Behringer. Dazu sogar ein Überangebot im… Weiterlesen »

jochen-or
jochen-or

Es ist nett, wie der ZDF-Reporter einen müden Sieg gegen die 1b von Nordkorea schön redet.
Alles wie gehabt! Fürs Mittelfeld und den Sturm gibt es ein großes Angebot an Spielerinnen, die es bringen (sollten) – aber bei den wenigen durchdachten Angriffen des jungen Gegners schwimmt die Abwehr – gleichgültig wie sie zusammengestellt ist.

xXx
xXx

Die Abwehr war die reinste Katastrophe. Nordkorea war ja nicht allzu oft vor den deutschen 16er, aber wenn, dann haben sie da immer ne Lücke gefunden, wo dann letztelich immer eine alleine vor Angerer auftauchte.

Von den Abwehr in der Startaufstellung möchte ich bitte keine unbedingt in einer Startaufstellung bei der WM wiedersehen.

Michele
Michele

Mit dieser Abwehr gewinnen wir keinen Blumentopf. Auch wenn wir laut Neid, noch weit von einer Stammformation weg sind, werden wir die meisten bei der WM in der ersten Elf sehen.
Gestrichen werden wohl: Schult, Henning, Schmidt, Mittag und Pohlers. Wobei ich mich jetzt schon über Fuss im Kader ärgere.

Detlef
Detlef

Gegen Nordkorea kann man sicher auch schlechter aussehen, vor allem wenn dort die 5-6 Topspielerinnen dazukommen, die Daheim noch gepflegt werden!!!

Bei besserer Chancenverwertung hätte Nordkorea auch gewinnen können!!!

Insgesamt war doch viel Sand im deutschen Getriebe, da gibt es noch viel „wegzulehrgangen“!!!

Insgesamt sicher kein Spiel, nachdem Frau Bundestrainerin ihre Streichliste noch einmal ändern müßte!!!

Lusankya
Lusankya

@xXx
„[…]wo dann letztelich immer eine alleine vor Angerer auftauchte.“

Oh wow, das ist genau ein einziges Mal passiert. Es scheint als ob hier gerne die Abwehr einfach pauschal immer niedergemacht wird.

licaro
licaro

ich muss mich lusankya anschließen!
ich war eigentlich ziemlich überrascht, wie gut die deutschen hinten standen! das war selbst bei der euro 2009 teilweise nicht so!

NaviDrH
NaviDrH

Wurden die Potsdamerinnen bewusst für das CL-Finale geschont, weil keine von ihnen in der Startelf stand ? Was für ein müder Kick mit einer wohlwollenden Schiri, alles in allem wieder ein Muster ohne Wert. Auf jeden Fall haben sich was die Abwehr angeht, seit der EM 2009 keine neuen Erkenntnisse und schon gar keine positiven Entwicklungen ergeben (s.o.): mit der Kombination Krahn (bei weitem noch nicht fit)/Bartusiak in der IV ist höchstens noch auf europäischer Ebene ein Blumentopf zu gewinnen, auch halte ich Bresonik auf der AV-Position für Verschwendung, sie gehört nach wie vor auf den zweiten 6er. Erschreckend war… Weiterlesen »

stefan
stefan

ich schätze mal, dass die meisten potsdamerinnen auf der kippe stehen…

mittag könnte gegen müller den kürzeren ziehen
schmidt gegen fuss
und henning dürfte m.M. nach eh nur sehr geringe chancen haben

wenn dann potsdam das finale noch vergeigt, da die Nationalspielerinnen über Wochen auf Lehrgang waren, dann dreht Schröder wohl am Rad

Jan
Jan

Als in den ersten 30 Minuten die dt. Mannschaft noch etwas orientierungslos agierte, schien mir insbesondere Verena Faißt heraus zu stechen: Sie nahm Fäden in die Hand, schaltete sich häufig offensiv ein, fabrizierte dabei keinen einzigen Fehlpass, sondern fand stets das optimale, und perfekt! abgestimmte Abspiel – bis ihre Mitspielerinnen immer mehr aufdrehten, sodass sie entlastet wurde und etwas in der Versenkung verschwand. (Das beste, was Abwehrspielern passieren kann, oder? – außer ein Tor zu schießen) Einmal, bei einer Großchance Nordkoreas in Hz. 1 – die Nadine Angerer spektakulär parierte – wurde sie allein gelassen. Nordkorea + vorn eine Marta… Weiterlesen »

Jan
Jan

Vllt. nutzt Mittag ja ihre Chance noch mit einem Hattrick gegen OL?

licaro
licaro

@jan:
es wäre anja mittag zu wünschen, wenn sie sich durch das finale noch qualifizieren könnte- ich glaube aber, dass neids entscheidung längst feststeht und das spiel am donnerstag keinerlei einfluss mehr haben wird.

stefan
stefan

naja… es ist doch relativ unbedeutend ob müller oder mittag mitfährt…Genauso ob Schmidt, Fuss oder Hening mitfährt oder wer 3. Torfrau wird…

Das sind dann persönliche Schicksale für die, die zuhause bleiben müssen, aber irrelevant für den Erfolg.

Steffen
Steffen

bei einer WM kann viel passieren…

waiiy
waiiy

Was mich wirklich erschreckt hat, dass die Koreanerinnen sowohl nach Eckstoß als auch nach Freistoß jeweils fast unbedrängt zu Kopfbällen kamen. Was wird sein, wenn wir mal eine größere, körperlich noch kräftigere Mannschaft als Gegner haben? Das sollte man unbedingt abstellen. Da habe ich am Donnerstag bei der Abwehr Peter – Henning – Wesely/Schmidt weniger Bauchschmerzen. Und das ist wirklich arm für den Weltmeister. Und ich wundere mich über die Frankfurter Offensive.Wieso schafft es die Bundestrainerin nicht, das Dreieck Behringer – Prinz – Garefrekes ins Rollen zu bringen, dass Torchancen generiert werden? Das lag doch nicht wirklich daran, dass vorn… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

@Steffen: „bei einer WM kann viel passieren“

–> klasse Kommentar. Da fallen mir gleich noch Tausend andere Sprüche ein… 😉

waiiy

jochen-or
jochen-or

So wie sie geschaut hat, glaubt Anja, dass es sie erwischt. Das Einwechseln von Martina belegt zudem, wer die Nase da vorn hat. Für die Jokerrolle dürfte tatsächlich Müller besser geeignet sein – und hierum geht es ja nur. Zudem hat sie in der kurzen Einssatzeit einmal mehr ihre Gefährlichkeit angedeutet. Ich sage dies, obwohl Anja mir die liebste von allen deutschen Spielerinnen ist. (Darf man bei ihr ja auch als Mann sagen!). Unverzeihlich fände ich es nur, wenn eine Fuss der schnelleren und athlethisch wesentlich besseren Bianca Schmidt vorgezogen würde, auch wenn deren Technik noch entwicklungsfähig ist. Die weiteren… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

@Jochen:

„Ich sage dies, obwohl Anja mir die liebste von allen deutschen Spielerinnen ist. (Darf man bei ihr ja auch als Mann sagen!).“

So ist es auch bei mir. Aber ich stimme Dir, bis auf einen Punkt auch zu. Da es bei der Stürmerin Nr. 4 nur um die Joker-Rolle geht, wäre in meinen Augen Conny Pohlers die beste Option, die es überhaupt gibt. Wie viele Tore sie diese Saison nach Einwechslung erzielt hat, ist schon sehr bemerkenswert. Also bei mir: Pohlers statt Müller (auch wenn ich kein FFC Fan bin, muss ich das einfach so sagen).

waiiy

Sloan
Sloan

Dem ZDF-Kommentator hätte mal jemand sagen sollen, dass Neid in Hinblick auf das CL-Finale die Potsdamer Spielerinnen bewusst nicht von Anfang an gebracht hat. Das schien er bis zum Ende nicht verstanden zu haben.