1. FFC Frankfurt fordert Umdenken der Vereine

Von am 4. Dezember 2007 – 9.47 Uhr 25 Kommentare

In einem Interview mit uefa.com hat Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, an die anderen Vereine appelliert, professionellere Strukturen zu schaffen. Es reiche nicht mehr aus, sich nach Feierabend ehrenamtlich um den Verein zu kümmern. „Man muss Macht abgeben, Aufgaben neu verteilen und Leute des Vertrauens integrieren“, so Dietrich. Darüber hinaus sagte er dem Frauenfußball im kommenden Jahrzehnt große Umwälzungen voraus.

„In zehn Jahren wird es vielleicht sieben Männervereine geben, die im Frauenfußball eine große Rolle spielen und nur noch drei, vier Vereine, die reine Frauenfußballvereine sind.“ Er kündigte an, in den kommenden Monaten ein neues sportliches Konzept bis zur Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land vorzustellen.

Der FFC sei für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet. „2009 wird sich einiges ändern“, so Dietrich. Er kündigte die umfangreiche Modernisierung des Stadions am Brentanobad an. „Es wird VIP-Parkplätze geben, einen neuen Trainingsplatz mit Kunstrasen und auch ein neues Gebäude, wo man einen weiteren VIP-Bereich und auch die Geschäftsräume des 1. FFC Frankfurt unterbringen kann.“

Darüber hinaus will man beim FFC schon in absehbarer Zeit dafür sorgen, dass alle Spielerinnen vom Frauenfußball leben können. „Unser Ziel ist es, bis 2011 in Richtung Halbprofitum und später vielleicht sogar Profitum zu gehen.“

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

25 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    @Jens,
    ich lasse Deine Aussage mal so stehen, auch wenn ich sie nicht glauben kann!!! Aber wiederlegen, kann ich sie auch nicht!!!
    Aber dass in Brandenburg nur bei TURBINE der FF unterstützt wird, solltest Du mir mal erklären!!! Beim männlichen Aushängeschild, Energie Cottbus, gibt es ja auch ein Fußballinternat!!! Also könnte man auch in Süd-Brandenburg, eine zweite FF-Ausbildungsstätte installieren!!! Da die Energie-ker schon ein Damen-Team haben, könnte man die Absolventinnen dieses Internats, auch gleich sinnvoll einsetzen!!! Das es bis jetzt, keine „Reine Potsdamerin“ geschafft hat, sich ins erste Team zu spielen, finde ich nicht „problematisch“!!! Hier findet halt eine Sondierung statt, nicht umsonst, nennt man eine Mannschaft auch AUSWAHL!!!
    @Max,
    es scheinen wohl alle Skeptiker letztendlich recht zu behalten, die die verstärkte Medienpräsenz der Nationalmannschaft vorausgesagt haben!!! Aber weiterhin wird die Bundesliga „totgeschwiegen“!!! Was da so passiert, bleibt weiterhin das Geheimnis von wenigen Insidern!!! Die wenigen Ausnahmen, in denen mal von der Vereinsseite berichtet wird, fallen da kaum ins Gewicht!!! Und so haben selbst FF-Fans, schon resigniert aufgegeben, und man hört oft:“ Na wenichstens zeien se ma fuffzig Sekunden Zusammenfassung!!!“ Und solang von uns keiner im LOTTO gewinnt, und einen eigenen Fernsehsender gründet, der fast ausschließlich über den FF berichtet, solang ist man von Patriarchen abhängig, die lieber die „Lindenstraße“ zum sechsten Mal wiederholen, oder die 200. Gerichtsshow erfinden!!!

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  • Jens sagt:

    Ich verstehe leider die Ignoranz der Fernsehsender auch nicht so recht. Das Fernsehen am Tage tut doch echt weh und grenzt schon an Körperverletzung. Alte Sachen (selbst wenn es um Fußball geht) finde ich persönlich, und viele Leute mit denen ich zu tun habe stinklangweilig. Warum nicht auf DSF oder Eurosport mal eine Stunde in der Woche Zusammenfassungen der Frauenbundesliga und dazu noch ein zwei ausgewählte Spiel der 2. Ligen. Sicher, hört sich im Moment zu weit weg an, aber solch eine regelmäßige Berichterstattung macht doch die ganz Sache erst Populär.
    Damit könnten Die Sender nach einer gewissen Anlaufphase mit Sicherheit auch gutes Geld verdienen, viele Zuschauer wären informierter, die Stadien würden sich auch nach und nach füllen und bis zur WM hätten wir ein „echtes“ Medieninteresse und eine tolle Plattform für Sponsoren.
    Das sowas funktionieren kann, hat man doch bei dem Beispiel mit der Kreisligamannschaft gesehen, die über ein Jahr Begleitet wurde. Sowas stelle ich mir vor.
    Vieleicht wäre eben deshalb auch genau ein Fernsehsender der richtige Hauptsponsor der Bundesligen. z.b „Die DSF – Frauenbundesliga“ oder so, da finden die Werbestrategen sicher was passendes.

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  • helena sagt:

    Zur Medienpräsenz:
    Meine Skepsis nach der WM, auch was den Bekanntheitsgrad mehrerer Spielerinnen betrifft, hat sich leider bestätigt.
    Ich hatte einmal in einem anderen Forum (in dem es leider nur sehr bedingt um Fußball geht) die Frage aufgeworfen, was denn die Fans des FF dazu beitragen könnten, damit die Medienpräsenz erhöht wird. Mein Vorschlag, daß nur konzentrierte Fanaktionen in Richtung ARD/ZDF Erfolge würde zeitigen können, wurden mit Begründungen a la „mit Frankfurter Fans reden wir nicht“ (das ist die euphemistische Formulierung…) abgelehnt.
    Ich bin schon der Meinung, daß, wenn sich die verschiedenen Fanclubs aller Bundesliga-Mannschaften und des FF allgemein, zusammenschließen würden, um die Medienverantwortlichen nicht nur beim DFB dazu zu bewegen, mehr BuLi zu zeigen, deutlich mehr erreichen könnten als diese letztendlich nur leeren, stupid wiederholten Floskeln „man müßte/sollte mehr FF zeigen“. Denn ganz so wenige Fans gibt es dann doch nicht, sie müßten sich nur mal gemeinsam für den FF stark machen… Wenn man nämlich etwa bei der Sportschau mitbekäme, da gibt es zahlreiche Fans, die durchaus daran interessiert sind, in einem Block die FF-BuLi zu sehen, könnte ich mir schon vorstellen, daß sich dort auch grundsätzlich was ändert… Nur als einzelner Fan kommt man da nicht weiter und 200-300 Fans im Stadion sind auch nicht dazu angetan, die Medienpräsenz zu erhöhen…
    Ergo: „Fans aller Vereine vereinigt Euch…“ 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    DFB-Präsident Zwanziger hat gerade in einem Interview mit der Neuen Ruhr Zeitung folgendes angekündigt:

    „Die Frauen-Bundesliga muss nach der WM 2011 besser dastehen. Das ist ein klares Ziel. Wir werden uns im Januar, Februar mit ein paar klugen Leuten zusammensetzen und schauen, was wir tun können. Wir müssen schlicht und einfach die Leistung steigern. Das heißt, die Liga muss ausgeglichener und attraktiver werden. Dazu hast du nur begrenzte Möglichkeiten über die Nachwuchsförderung. Dann musst du dafür sorgen, dass die organisatorischen Möglichkeiten besser werden, dass die Stadien moderner werden, dass die Medienaufmerksamkeit größer wird.“

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  • Max Diderot sagt:

    Prinzip I: Zuerst wird eine Kommission gegründet. Daraus resultiert dann Prinzip II: es werden Unterkommissionen gebildet. Weshalb der DFB-Präsident nur den einen Aspekt betont, den ich sehr begrüße, nämlich die Nachwuchsförderung zu forcieren, ist mir etwas schleierhaft. Und dass Frau Ratzeburg, die doch innerhalb des DFB-Präsidiums für diese Thematik federführend sein sollte, erscheint mir dubios. Am Ende des vom DFB geförderten Gedankenprozesses wird sich ein Ergebnis heraus kristallisieren, dass in etwa dem Meinungsquerschnitt zu diesem Thema, wie er sich auf dieser Seite findet, entspricht.

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