Marta – die mit dem Ball tanzt

Von am 27. September 2007 – 12.01 Uhr 33 Kommentare

MartaMarta Vieira da Silva oder kurz Marta ist gerade einmal 21 Jahre alt. Die meisten Frauenfußball-Experten sind sich jedoch einig: Mit ihrer Technik, Athletik und Schnelligkeit ist die brasilianische FIFA-Weltfußballerin die derzeit stärkste Spielerin auf der Welt. Fünf Treffer hat sie bereits bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft erzielt.

Doch für Ruhm und Akzeptanz musste Marta einen hohen Preis zahlen und bereits in jungen Jahren ihre Heimat verlassen. Womensoccer.de hat die Ausnahmekönnerin vor kurzem porträtiert. Anlässlich des WM-Halbfinales haben wir das Porträt aktualisiert und wollen Marta auch unseren neuen Lesern noch einmal etwas näher bringen.

Als Marta kurz vor Weihnachten zum Heimaturlaub in Brasilien ankam, trieb es ihr die Tränen in die Augen. Vater Audálio, Mutter Tereza, vier Brüder, sechs Onkel sowie unzählige Cousins und Cousinen waren in einem gemieteten Bus zum Flughafen von Maceió gekommen, um die frisch gekürte FIFA-Weltfußballerin in Empfang zu nehmen.

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Eben noch hatte der Superstar Glanz in das Züricher Opernhaus, den Veranstaltungsort der pompösen FIFA-Weltfußballergala gebracht, jetzt war sie zurück im kargen, von Armut geprägten Heimatort Dois Riachos.

Botschafterin des besseren Lebens

In einem offenen Feuerwehrwagen präsentierte sie sich und die Trophäe stolz Hunderten von Schaulustigen. Hier ist Marta nicht der Weltstar, hier ist sie immer noch eine von ihnen, auch wenn sie inzwischen zu einer Art Botschafterin des besseren Lebens geworden ist.

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Am liebsten würde sie in ihrer Heimat Fußball spielen, doch das hält sie „in frühestens zehn Jahren“ für realistisch. Denn noch gibt es weder eine Liga noch die nötige Anerkennung, auch wenn die Mauer gegen den Frauenfußball in Brasilien erste Risse bekommt.

Rio als Sprungbrett

Es ist gerade einmal sieben Jahre her, da kam Marta als 14-Jährige nach einer beschwerlichen dreitägigen Busfahrt über 1600 Kilometer in Rio de Janeiro an, mit nicht viel mehr, als den Kleidern am Leib, aber dem großen Traum Karriere als Fußballerin zu machen.

Marta erinnert sich: „Ich war sehr dünn, aber schnell. Ich glaube, sie waren schockiert, dass ein Mädchen wie ich auf dem Rasen für ein derartiges Aufsehen sorgen konnte.“ Helena Pacheco, damals Trainerin bei Vasco da Gama, erinnert sich: „Sie brachte eine enorme innere Willenskraft mit. Es gibt nur wenige, die derart lernwillig sind, wie sie.“

Durchbruch bei der U-19-WM

2002 fiel Marta bei der U-19-WM in Kanada erstmals einem breiteren Publikum auf, als sie einen Hattrick gegen Frankreich erzielte. Spätestens bei der WM 2003 in den USA, als sie mit ihrem Team das Halbfinale erreichte, war zu erkennen, dass hier ein neuer Superstar heranreifte. Umeås Manager Roland Arnquist ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und verpflichtete das Supertalent, als Stürmerin Hanna Ljungberg wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Athen einen Kreuzbandriss erlitt.

Marta hat früh gelernt, zu kämpfen. So ließ sie sich Anfang 2004 weder von der Kälte abschrecken, die im nordschwedischen Winter schon mal unter minus 30 Grad betragen kann, noch von der fremden Sprache. „In meinem Leben ging es schon immer darum, Barrieren zu durchbrechen. Ich habe alles als eine Herausforderung begriffen.“

Vorbildfunktion in Schweden

Sie biss sich durch und ist in ihrer Wahlheimat inzwischen ein gefeierter Star und das Vorbild vieler junger Spielerinnen. Drei Jahren später spricht sie heute fließend Schwedisch und sie hat sogar das Skifahren gelernt. Rund 150.000 Euro jährlich soll ihr Gehalt brasilianischen Medien zufolge inzwischen betragen, eine im heutigen Frauenfußball stattliche Summe.

Kein Wunder also, dass der schwedische Verein seinen Diamanten nur für Länderspiele abstellt, wenn es der internationale Frauenfußballkalender unumgänglich macht oder die eigene Mannschaft in der Ligapause ist. Für Marta sicherlich eine bittere Pille. Bei den derzeit laufenden Panamerikanischen Spielen in Rio spielt sie deswegen erstmals seit den Olympischen Spielen wieder für die Nationalmannschaft.

Die neue U.S.-Profiliga fest im Visier

Bis zum Saisonende läuft ihr Vertrag in Umeå, eine Verlängerung erscheint wahrscheinlich, denn der Start der neuen U.S.-Profiliga verzögert sich bis 2009. Marta soll dort das neue große Aushängeschild werden. Bereits jetzt soll ihr ein umfangreiches Vertragsangebot vorliegen, das sie zehn Jahre lang an die Liga binden will. So soll Marta in den USA nach Mia Hamm als neue Werbeikone aufgebaut werden und mit ihrer Persönlichkeit als Instrument der sozialen Integration dienen.

Dass Marta eine internationale Karriere gemacht hat, ist keine Selbstverständlichkeit. „Sie ist häufig der Schule ferngeblieben, um Fußball zu spielen. Ich wollte sie immer daran hindern, aber mir ist es nicht gelungen. Zum Glück muss ich aus heutiger Sicht sagen, denn sie hat sich ihren Traum erfüllt und hilft heute der ganzen Familie“, so Mutter Tereza. „Als ich klein war, hatten wir nicht genug Geld, um einen Fußball zu kaufen. Deswegen habe ich mir einen aus Plastiktüten gebastelt“, so Marta.

Schwierige Familienverhältnisse

Martas Vater Audálio Ferreira, der die Familie verließ, als Marta ein Baby war, sagt heute stolz: „Ich habe immer davon geträumt, ein berühmter Fußballer zu werden, es aber nicht geschafft. Meine Tochter verwirklicht nun meinen alten Traum.“ Dabei war er es, der den fußballerischen Ehrgeiz seiner Tochter in frühen Jahren bremste, dem es missfiel, wenn die Tochter mit den Jungen von Dois Riachos auf der Straße Fußball spielte.

Doch nachtragend ist Marta nicht. Ihrem Vater, der den Viehhirten und Bauern der Gegend die Haare schneidet, schenkte sie ebenso ein nagelneues Haus wie ihrer Mutter und ihren Brüdern. „Ich bin sehr bewegt. Ich habe dieses arme Gebiet verlassen und den Respekt der ganzen Welt gewonnen“, so Marta.

Bescheidenheit als Tugend

Bescheiden meint sie: „Klar macht es mich stolz, wenn ich höre, ich sei eine der besten Spielerinnen der Welt. Schließlich will jeder Sportler an die Spitze. Aber ich bin auch überzeugt, dass ich weiter an mir arbeiten muss und mich noch verbessern kann.“

Martas früherer Nationaltrainer René Simoes sagt: „Sie ist dem großartigen Romario sehr ähnlich. Egal, ob sie Domino, Karten oder Fußball spielen – keiner von beiden akzeptiert zu verlieren.“

Und fügt hinzu: „In der Geschichte des Frauenfußballs war nur Mia Hamm eine bessere Spielerin. Aber Marta ist viel kreativer und erst 21. Noch zwei Jahre, dann wird sie die Beste sein, die es je gegeben hat.”

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

33 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    @soccer

    Wir haben geschrieben, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Marta noch in Schweden spielen wird, wenn die neue U.S.-Profiliga kommt (und hier vermehren sich die positiven Signale). Dann werden sicherlich einige dem Ruf des Geldes folgen. Denn auch wenn die neue Liga mit deutlich weniger Geld als die frühere WUSA kalkuliert, gibt es für die Topspielerinnen immer noch genug zu verdienen. Marta wäre für das Gelingen der neuen Liga sicherlich ein wichtiger Baustein.

    In ihrem Sog würden sicherlich weitere namhafte Spielerinnen in die USA wechseln. Momentan herrscht noch relativ viel Unsicherheit unter den Spielerinnen, wie Rainer schon richtig angedeutet hat, doch rund um die WM sollen weitere Details folgen. Die komplette PR-Maschinerie wird erst dann ins Rollen kommen.

    Noch einmal zu Marta: Es ist ja auch denkbar und auch durchaus erwünscht, wie mir Liga-Chefin Tonya Antonucci gesagt hat, dass Spielerinnen sowohl in der neuen Profiliga, als auch in einer anderen Liga im Einsatz sind, sollte es sich terminlich einrichten lassen. Da muss man jetzt einfach einmal die Details abwarten, wie etwa die genaue Spielzeit der Liga. Lassen wir uns einfach einmal überraschen, was kommt.

    @Detlef

    Du schreibst, Fußball ist der Nationalsport Nummer 1. Damit meinst Du aber den Männerfußball, nicht den Frauenfußball. Deswegen finde ich den Vergleich nicht hinkend. Frauenfußball ist momentan noch eine Randsportart, ob uns das gefällt oder nicht. Faktoren dafür gibt es viele, wie auch schon Rainer schreibt.

    Sicherlich hat ein Amateurverein nicht die gleichen Mittel wie ein großes Unternehmen, aber man muss zumindest die zur Verfügung stehenden Mittel optimal ausnutzen. Eine schlecht gepflegte Website ist natürlich auch nicht dazu geeignet, potenzielle Sponsoren anzuziehen. Natürlich ist eine Website nicht der alleinige Faktor, aber sie wird heute als die Visitenkarte eines Vereins wahrgenommen.

    Du schreibst: „Wenn der FF öfter in den Medien auftaucht, kommen auch mehr Zuschauer in die Stadien!!!“ Das stimmt. Du hättest aber auch formulieren können: „Wenn mehr Zuschauer ins Stadion gehen, wird auch der Frauenfußball häufiger in den Medien auftauchen.“ Womit wir wieder bei der Hol- und Bringschuld wären..

    Die Öffentlichkeit muss zeigen, dass das Interesse am Frauenfußball in größerem Maße vorhanden ist, dann werden die Medien auf den Zug aufspringen. Diesen Beweis ist sie bisher schuldig geblieben. Es müssen also nach und nach weitere Vorurteile abgebaut und neue Zuschauerkreise erschlossen werden.

    Und hier sind wiederum zuerst die Vereine gefragt, über neue Wege und Ansätze nachzudenken, wie das ja auch in Ansätzen bereits geschehen ist, siehe Kombi-Tickets etc.

    @Rainer

    Danke für den schönen Überblick über die Verhältnisse in Schweden.

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  • Crackfly sagt:

    „“““““““““““““Wenn der FF öfter in den Medien auftaucht, kommen auch mehr Zuschauer in die Stadien!!!” Das stimmt. Du hättest aber auch formulieren können: “Wenn mehr Zuschauer ins Stadion gehen, wird auch der Frauenfußball häufiger in den Medien auftauchen.” Womit wir wieder bei der Hol- und Bringschuld wären..“““““““““““
    Das ist doch genau die Sache mit dem Teufelskreis, die ich meinte! Ich denke, dass das ganze alles miteinander zusammenhängt. Natürlich sollten einige Vereine bessere PR machen, aber ich glaube auch, dass man es nicht unterschätzen darf, dass bei den meisten Vereinen die PR-Arbeit ehrenamtlich gemacht wird. Frankfur zum Beispiel hat SiDi und dadurch automatisch eine Agentur, die für die PR sorgt. Würde dies den anderen Vereinen ebenfalls zur Verfügung stehen, würde es sicherlich besser sein. So ist es aber nicht. Und wenn sich ein Verein zu einer Kooperation mit einer PR-Firma entscheidet, fließt mit Sicherheit Geld. Und davon haben die Vereine nun einmal nicht viel zur Verfügung.
    „““““““““““Die Öffentlichkeit muss zeigen, dass das Interesse am Frauenfußball in größerem Maße vorhanden ist, dann werden die Medien auf den Zug aufspringen. Diesen Beweis ist sie bisher schuldig geblieben.“““““““““
    Ich denke, dass dies beim DFB-Pokal-Halbfinale bereits ansatzweise gezeigt wurde. Natürlich hat die SGS wirklich gute Werbearbeit geleistet. Aber die Tatsache, dass der WDR vor Ort war und auch Werbung gemacht hat, hat natürlich auch ein paar Zuschauer mehr angelockt.

    @katja:
    „““““““““Erschwerend kommt nur hinzu, dass ARD und ZDF über die Sportrechteagentur SportA die Rechte an der Bundesliga besitzen und Regionalsender sich selbst Kurzberichte deswegen oftmals nicht leisten können. Das blockiert die Entwicklung sicherlich an einigen Stellen, hier müsste über mehr Flexibilität nachgedacht werden.“““““““““““““
    Wie? Ich dachte, dass z. B. die ARD aus einem Zusammenschluss der 3. Programme besteht? Wie oft sieht man nicht bei einem Film z. B. dass er ursprünglich vom WDR produziert wurde?

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  • Markus Juchem sagt:

    Crackfly, dass es ein Teufelskreis ist, habe ich nicht bestritten. Ich halte nur den Vorwurf an die Medien für nicht gerechtfertigt, sie wären für das immer noch zu geringe Interesse am Frauenfußball verantwortlich.

    Wenn die Vereine aus eigener Kraft nicht mehr anschieben können, müssen auch die Ansprüche ein Stück weit zurückgeschraubt werden. Das öffentliche Interesse für Frauenfußball ist meines Erachtens eben noch zu gering, um daraus eine Forderung nach erweiterter Medienberichterstattung abzuleiten.

    Das Beispiel DFB-Pokalhalbfinale und auch das Spiel Bayern München gegen Frankfurt in Augsburg haben ja gezeigt, dass mit PR-Arbeit einiges zu bewegen ist. Es reicht halt nicht aus, dies nur punktuell zu machen und PR fängt im Kleinen an.

    Bei Deiner letzten Frage möchte ich Katjas Antwort nicht vorweg greifen.

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  • Katja Öhlschläger sagt:

    @ Crackfly

    Sorry, da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. Ich meinte private Regionalsender, die sich häufig den Randsportarten widmen, hier aber vor finanziellen Hürden stehen.

    Auf die Dritten Programme der öffentlich-rechtlichen Sender trifft diese Einschränkung natürlich nicht zu. Ich denke auch, dass hier der Ansatzpunkt für die Vereine ist. Nicht nur das DFB-Pokalhalbfinale oder Bayern München – Frankfurt in Augsburg, auch der SC 07 Bad Neuenahr hat es ja schon einige Male geschafft, seine Nationalspielerinnen oder Trainer Schacht ins SWR-Studio zu bringen.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Wir drehen uns hier im (Teufels-) Kreis, und langsam wird mir schon ganz übel!!!
    Ich habe den Medien nicht die Schuld für das Desinteresse der Gesellschaft am FF gegeben, ich habe nur gemeint, dass sie die Macht und die Mittel haben, dies zu ändern!!! WARUM sie das tun sollten, ist eine andere Frage!!! Dem Großteil der Gesellschaft ist Fußball nicht egal, (natürlich bisher nur der Männerfußball)!!! Wenn man also öfter zeigen würde, dass auch Frauen guten Fußball spielen können, dann bekämen einige sicher Lust, so etwas mal LIVE zu sehen!!! So war es bei mir, und bei vielen anderen FF-Fans die ich kenne!!! Sei es nur aus Neugier, oder schon aus echtem Interesse, ist eigentlich völlig egal!!!
    Ich glaube Du siehst die Sache zu sehr aus der Sicht der privaten Sendeanstalten!!! ö/r Sender haben aber einen anderen Ansatz!!! WARUM gibt es keine, oder viel zu wenig Journalisten, die mit interessanten, und gut recherchierten Beiträgen, ihr Publikum für den FF interessieren und begeistern möchten??? WARUM sollen die Vereine ihre Arbeit tun???
    Sicherlich könnte sich der DFB hier noch stärker engagieren, aber außer THEO, gibt es wahrscheinlich noch nicht genug Fürsprecher!!!
    Auch SPONSOREN können hier sicher noch mehr leisten, um mit Werbeclips, Spielerinnen noch bekannter zu machen!!! Der Tschibo-Spot, zB, hat in meinem (Männer)-Fußball liebenden Umfeld, für viel Furore gesorgt!!!
    Du bist mir mit Deinen Andeutungen, und Phrasen noch etwas zu wage, Markus!!! Was meinst Du denn mit ### Und hier sind wiederum zuerst die Vereine gefragt, über neue Wege und Ansätze nachzudenken###
    Vielleicht könntest Du es konkreter fassen, und einige Tips geben!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Dass sie die Macht haben, steht außer Zweifel. Das „Warum“ ist aber doch die entscheidende Frage. Wir haben aber offenbar immer noch ein grundsätzlich anderes Verständnis vom Aufgabenbereich der Medien. Warum sollen sie den Frauenfußball groß machen? Warum?

    Ich gebe Dir ja Recht, dass grundsätzlich die Randsportarten bei den Öffentlich-Rechtlichen unterrepräsentiert sind. Aber da könnten einige viel lauter schreien, als die Anhänger des Frauenfußballs.

    Mich persönlich nerven auch stundenlange Wintersportübertragungen in ARD und ZDF, die sich mit Grundversorgung wohl kaum noch treffend umschreiben lassen. Auch hier wird, wie inzwischen viel zu oft, auf die Quote geschielt.

    Jedes halbwegs vernünftige Handbuch für PR-Arbeit gibt genügend Tipps, was man besser machen kann. Das fängt schon im Kleinen an, von einem lesbaren Layout der Pressemitteilungen über die Qualität der ausgesandten Bilder.. Da könnte man jetzt stundenlang drüber philosophieren.

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  • Detlef sagt:

    Also WARUM willst Du wissen!!!
    Na zum Beispiel um mehr Abwechslung ins Programm zu bringen!!!
    Ich habe mich richtig gefreut, als in den Medien auf einmal „NEUE“ Sportarten auftauchten, von denen man früher nichts mitbekam!!!
    Sportarten wie CURLING, SEGELN oder DART, sind plötzlich immer wieder mal zu sehen!!! Endlich mal etwas Abwechslung, in der sonst so öden Mattscheibe!!! Also WARUM die hundertste Sendung über die Formel 1, oder den (Männer)-Fußball, oder über Tennis, WARUM, WOFÜR, WER schaut sich so etwas noch an??? In den Sendern sind hunderte Leute beschäftigt, um neue TALK-, GERICHTS-, und GAMESHOWS zu erfinden, WOFÜR??? WARUM sendet man die alten DINGE nicht weiter??? Vielleicht wegen der ABWECHSLUNG???
    ZOO-Sendungen sind gerade der letzte Schrei, der MDR hat angefangen, und nun machen es alle nach!!! WARUM??? Weil ein TV-Redakteur den Mut hatte, mal etwas ABWECHSLUNG ins Programm zu bringen!!!

    Grundsätzlich hat es jeder Leistungssportler verdient, dass seine Leistung in den Medien gewürdigt wird!!! Und wenn man bedenkt, wie viele Printmedien, Rundfunkstationen, und TV-Sender es gibt, darf man doch sicher fragen, WARUM ist das Medieninteresse für den FF so gering???
    Natürlich müssen einige Vereine sich noch professioneller nach außen zeigen!!! Für den Webmaster sollte immer ein Ersatzmann/frau da sein, wenn der eigentliche Admin krank, oder im Urlaub ist!!! Sicherlich kann auch in den Spielstätten noch einiges getan werden, um eine positivere Wirkung nach außen zu erzielen!!!
    Filme wie „Kick it like Beckham“, zeigen jungen Mädchen, wie sie mit Vorurteilen von Eltern, Verwandten, oder Nachbarn umgehen können!!! Natürlich spielt der sportliche Erfolg eine wichtige Rolle!!! Deshalb sieht es auch in Frankfurt und in POTSDAM viel besser aus, als in Freiburg oder Hamburg!!! Wenn knapp 10.000 Zuschauer, beim UEFA-POKAL-FINALE richtig Stimmung machen, ist das natürlich vorzeigbarer, als wenn 150-200 Zuschauer, in Aschheim die Bayern-Ladies gegen Pulheim anfeuern!!!
    Also es gibt noch viel zu tun!!! Aber auch dieser Blog, trägt etwas zum besseren Bekanntwerden des FF in Deutschland bei!!!
    Deshalb weiter so, lasst Euch öfter mal etwas Neues einfallen!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Aber wo tauchen diese „neuen“ Sportarten denn auf? Meist auf den privaten Sendern als günstig eingekauftes fertiges Füllmaterial, dass sich im Einzelfall sicherlich einmal eher ungewollt als Volltreffer erweisen kann.

    Dein Querverweis auf die Shows: Das sind alles eingekaufte Formate, die sich in anderen Ländern (meistens USA) schon bewährt haben, sprich für gute Einschaltquoten gesorgt und somit auch Geld in die Kassen gespült haben. Funktioniert ein Format nicht, wird es heute sofort abgesetzt.

    „Zoo-Sendungen sind der letzte Schrei“ heißt nichts anderes als: die Einschaltquoten sind gut, womit wir auch wieder bei den Marktmechanismen wären. Den denen unterwerfen sich auch die Öffentlich-Rechtlichen schon seit geraumer Zeit immer bereitwilliger.

    Es ist alles eine Frage des Preis-Leistungsverhältnisses. Warum gibt es so viele Kochshows? Weil sie billig produziert werden können und im Verhältnis eine hohe Einschaltquote haben. Dasselbe gilt für die Pokersendungen.

    Dies ist beim Frauenfußball eben nicht gegegeben, da alleine die Produktionskosten im Verhältnis deutlich höher liegen. Von den Rechtekosten ganz zu schweigen. Das erklärt sicherlich zum Teil das geringe Interesse der Fernsehsender.

    Wir werden uns bemühen 😉

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  • Detlef sagt:

    Was meinst Du mit „günstig eingekauftes fertiges Füllmaterial“???
    können die Sender diese Bilder irgendwo kaufen??? Also beim CURLING, und beim SEGELN, glaub ich das eher nicht, und beim POKER UND DART, läuft sicherlich auch nicht immer eine Kamera mit!!!
    Mit den Shows hast Du nur soweit recht, als das die IDEE importiert wird, aber die Sendung selber muss schon hier produziert werden!!!
    Und bei den ZOO-Sendungen, mußte erst einmal jemand den Mut haben, sie so zu gestalten, der Rest ist dann ABKLATSCH!!!
    Die Produktionskosten für die Übertragung eines FF-Spieles, liegen sicher höher, als beim POKER oder DART!!!
    Wenn ich an den Aufwand denke, den der RBB immer im KARLI betreibt, um gerade einmal 3-5 min Sendezeit zu produzieren, dann begreife ich oft nicht, WARUM es nicht einmal 15-20 min sein können???
    Die Technik ist doch sowieso vor Ort, und Themen finden sich dann auch!!!
    Bei den Rechten hätte ich mal eine Frage!!! Bekommen auch die Vereine (zB TSV Crailsheim, oder Heike Rheine) Gelder von der ARD, die keinerlei Übertragungen zu erwarten haben, oder nur Frankfurt, POTSDAM und ab und zu Duisburg??? Oder bekommen letztgenannte auch nichts??? Aber von irgendeinem muss die ARD die Rechte ja erworben haben!!! Oder verteilt hier der DFB die „Fernsehgelder“???

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  • Markus Juchem sagt:

    Ein Großteil dieser Programme wird fremdproduziert (entweder andere TV-Anstalten, die Sublizenzen vergeben oder unabhängige Produktionsfirmen) und dann Fernsehsendern weltweit angeboten, die dann oftmals nur noch den eigenen Kommentar hinzufügen.

    Klar ist nur die Idee importiert, aber hier wird Geld investiert in der Hoffnung, Einschaltquotenerfolge aus dem Ausland nachahmen zu können.

    Der Frauenfußball ist Bestandteil des Rechtepakets, dass ARD/ZDF zusammen mit den Rechten an der Männer-Nationalmannschaft, DFB-Pokal und Regionalliga vom DFB erworben haben. ARD und ZDF zahlen hierfür pro Jahr 55 Millionen Euro. Diese Rechte werden 2009 neu vergeben.

    Alle Bundesligavereine bekommen gemäß dem Solidaritätsprinzip vom DFB einen gleich hohen Betrag, der wenn ich mich nicht täusche, derzeit bei 65.000 Euro liegt.

    Dieser Verteilungsschlüssel wurde vor ein paar Jahren schon einmal von Bernd Schröder angeprangert, der eine Umverteilung der Fernsehgelder forderte, was aber von Ligasprecher Sigi Dietrich damals zurückgewiesen wurde. Schröder meinte, die Verteilung der Gelder solle sich am Tabellenplatz oder an den Reisekosten orientieren.

    Wir werden das Thema Frauenfußball im Fernsehen, Chancen des Internet-TV etc. sicherlich demnächst einmal aufgreifen.

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  • Detlef sagt:

    Da bin ich ja gespannt, zu welchen (neuen) Erkenntnissen WIR gelangen werden!!!
    DANKE für Deine Ausführungen zu den Fernsehgeldern!!!

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  • meike Linnè sagt:

    ich möchte gerne wieder fußball spielen,
    und da ich jetzt nach Frankreich süd ziehe
    ist es die beste gelegenheit,
    kann mir jemand einen Verein in Frankreich empfehlen der noch Frauen aufnimmt.
    es ist für mich wichtig wenn möglich bitte mit
    kontakt angaben

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  • Max Diderot sagt:

    Hallo Meike, ich besitze keinen Kontakt zu einem Frauenfußballverein in (Süd-) Frankreich. Deine topografische Angabe ist auch etwas ungenau. Meinst Du die Atlantikseite (Aquitanien) oder mehr die Riviera (Provence-Alpes-Côtes d’Azur) oder Languedoc-Roussilion?

    Richte doch der Einfachheit halber eine Email an den FFF (Fédération Française de Football), die werden Dir vermutlich weiter helfen – hoffe ich doch. Hier ist der Link für deren Homepage:
    Und hier kannst Du konkret die Vereine nach den jeweiligen Départements suchen:

    Vielleicht helfen Dir diese marginalen Hinweise ja weiter. Schön wäre es, wenn Du zudem Lust hättest, uns hier zukünftig von Deinen konkreten Erfahrungen im französischen Frauenfußball zu erzählen respektive zu schreiben. Und solltest Du eine offensive Spielerin sein, die eventuell morgen um 15:00 Uhr MESZ (Ortszeit in China 21:00 Uhr) zur Verfügung stehen könnte, um ein Dilemma im Spiel der DFB-Damen zu beheben, wäre dies noch besser. Das Ganze findet in Shenyang statt, und wenn Du Dich sputest, erreichst Du noch den nächsten Flieger. ;o)

    Bonne chance!

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