19. Dezember 2008, 14:24 Uhr
„Das ist nur ein mit Geld zusammengewürfelter, gekaufter Haufen. Das ist keine Herausforderung für mich“, sagte Nationaltorhüterin Nadine Angerer 2001 verächtlich über den 1. FFC Frankfurt nach ihrem Wechsel vom FC Bayern München zum 1. FFC Turbine Potsdam. Frankfurt und Angerer – das schien für viele bis gestern tatsächlich unvorstellbar.
Auf der einen Seite die hessische Metropole mit ihren geschniegelten Bankern, auf der anderen eine 30-jährige junge Frau, die gerne mit dem Rucksack durch Afrika tourt und dort später einmal ein Gästehaus, eine Tauch- oder Torwartschule eröffnen will.
Die Verpflichtung Angerers zum 1. Januar 2009 hat nicht nur deswegen für emotionale und geteilte Reaktionen gesorgt. Für Verein und Spielerin macht sie jedoch Sinn, auch wenn man dafür in Frankfurt billigend in Kauf nehmen muss, dass sich in der Öffentlichkeit der Ruf verfestigt, nicht gerade eine Nachwuchsschmiede des deutschen Frauenfußballs zu sein.