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Zwei Stunden lang diskutierten Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder und Frankfurts Manager Siegfried Dietrich in der vergangenen Woche über Stand und Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Während Dietrich ein positives Fazit zog, sparte Schröder nicht mit harscher Kritik.
Mit der Verpflichtung von Fatmire Bajramaj hat der 1. FFC Frankfurt eine neue Ära eingeläutet, die Beckhamisierung des Frauenfußballs. Denn der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte soll vor allem eines: den Wert der Marke 1. FFC Frankfurt steigern. Turbine-Trainer Bernd Schröder verfolgt die zunehmende Kommerzialisierung mit Argwohn.
Mit dem FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Turbine Potsdam haben gestern beide deutschen Teilnehmer das Halbfinale der Champions League erreicht. Während der FCR einen schwachen Auftritt zeigte, präsentierten sich die Potsdamerinnen souverän. So sahen es auch die beiden Trainer vor dem deutschen Duell.
Während der 1. FFC Frankfurt am Sonntag mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit zu einem 5:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg kam, verteidigte der 1. FFC Turbine Potsdam beim Hamburger SV mit einem 1:0-Sieg nur mühsam den Platz an der Sonne. Zwei Wochen vor dem wegweisenden Duell der beiden Topteams ist beim Meister Sand im Getriebe.
Fatmire Bajramaj und Birgit Prinz sind unter den Nominierten zur „Weltfußballerin des Jahres“. Während es für Bajramaj die erste Nominierung ist, hat Prinz den Titel bereits dreimal gewonnen. Erstmals wird auch ein/e „Trainer/in des Jahres“ gekürt – gleich drei Deutsche haben es in die Top Ten geschafft.
Unter den Tops und Flops der vergangenen Woche sind diesmal unter anderem um eine vorzeitig gesicherte Meisterschaft, Unbeherrschtheit, leichtfertig vergebene Punkte und eine starke asiatische Jugend.
Vor einigen Wochen dezimierte sich Meister 1. FFC Turbine Potsdam durch eine Unbeherrschtheit von Tabea Kemme selbst, die U20-Weltmeisterin wurde für vier Spiele gesperrt. Nun musste Nationalspielerin Fatmire Bajramaj nicht weniger unnötig wegen Meckerns mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Anschließend keifte Trainer Bernd Schröder unbeherrscht in Richtung Schiedsrichterin Anja Kunick. Warum liegen bei Turbine die Nerven blank?
Mit einer Mischung aus Stolz, Coolness und der Unbekümmertheit einer 17-Jährigen genoss Anna Felicitas Sarholz das Bad in der Menge. Gleich drei Elfmeter hatte Sarholz soeben gegen keine Geringeren als die Nationalspielerinnen Inka Grings, Linda Bresonik und die junge Irini Ioannidou gehalten – und das im Halbfinalrückspiel der Champions League. Und genauso souverän, wie sie auf dem Platz gestanden hatte, meisterte sie den Parcours nach der Partie. Momente, die man als Sportlerin ein Leben lang nicht vergessen wird, und auch Trainer Bernd Schröder ließ sich von den Emotionen ein wenig mitreißen.
Meister 1. FFC Turbine Potsdam entledigte sich der Aufgabe beim Auswärtsspiel in Freiburg nach leichten Anlaufschwierigkeiten mit Bravour. Der FCR 2001 Duisburg ließ hingegen bei der SG Essen-Schönebeck überraschend Federn und verschenkte wertvolle Punkte.
Tabellenführer in der Frauenfußball-Bundesliga, Halbfinalist im DFB-Pokal und Viertelfinalist in der Champions League – die bisherige Saison hätte für Meister 1. FFC Turbine Potsdam kaum besser laufen können. Doch vor dem Rückrundenstart beim SC Freiburg am Samstag warnt Turbine-Trainer Bernd Schröder vor Nachlässigkeit: „Das Schlimmste ist, wenn man sich darauf ausruht.“
ne Potsdams Trainer Bernd Schröder strahlte nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1-Auswärtssieg beim 1. FFC Frankfurt in einer Mischung aus Freude und Genugtuung über das ganze Gesicht. Denn obwohl seine Mannschaft zuvor 90 Minuten lang eine ihrer schwächeren Saisonleistungen abgeliefert hatte, durfte man die Heimreise vom Brentanobad mit drei wertvollen Punkten im Gepäck antreten. Und so wird ein Szenario immer realistischer, dass dem jungen Team vor zwei Jahren und auch im Dezember nach der 1:2-Niederlage bei Bayern München kaum einer zugetraut hat. „Wir sind noch nicht ganz da, aber eventuell spielen wir in der nächsten Saison Champions League.“
Ein wenig hatte ich mich schon gewundert, dass der Super-Sonntag in der Frauenfußball-Bundesliga am kommenden Wochenende mit den Topspielen zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem FC Bayern München sowie dem Duell der Erzrivalen zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt bisher nur für geringe seismologische Ausschläge in den Medien gesorgt hat.
Doch nun hat Turbine-Trainer Bernd Schröder die verbale Keule herausgeholt und seine Dauerfehde mit Frankfurts Manager Siegfried Dietrich nachhaltig erneuert. „Er ist ein Beispiel für Leute, die die Gunst der Stunde nutzen und Geld mit dem Frauenfußball verdienen“, so Schröder, der erklärt: „Moralisch bin ich ihm Lichtjahre voraus.“ Vorwürfe, die Dietrich nicht auf sich sitzen lässt.
Im Handball wie im Frauenfußball gleichermaßen sorgen die Frauen des VfL Sindelfingen derzeit für Aufsehen. Beide Teams führen die 2. Bundesliga Süd an und wollen ab der kommenden Saison erstklassig spielen. Für die Fußballerinnen gibt es am Sonntag, 8. Februar, 14.00 Uhr, im Floschenstadion einen ersten Vorgeschmack, wie sich das anfühlen könnte.
Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat beim Hallenturnier von Bielefeld-Jöllenbeck seine Erfolgssträhne der vergangenen Monate fortgesetzt. Wie schon im Vorjahr holten sich die Duisburgerinnen den Pokal, nach einem deutlichen Endspielsieg gegen Stabæk FK. Nicht weniger souverän sicherte sich der 1. FFC Turbine Potsdam im Spiel gegen Fortuna Hjørring Platz 3.




