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EM-Tagebuch von Anna Felicitas Sarholz

U17-Nationaltorhüterin Anna Felicitas Sarholz berichtet täglich in „Felix‘ EM-Tagebuch“ von ihren persönlichen Eindrücken bei der U17-Europameisterschaft, die vom 22. bis 25. Juni in Nyon/Schweiz ausgetragen wird.

27. Juni

Das Finale

(…)

Was soll man nach einem solchen Spiel sagen? Ich hab keine Ahnung, klar werden jetzt wieder einige sagen: „Hey du kennst das doch schon, du warst ja letztes Jahr schon mal dabei….usw.“ Aber so ist das nicht! Jedes Turnier hat seine eigene Atmosphäre und auch sonst kann man es nicht vergleichen, das Team war ganz anders als das Jahr zuvor und dementsprechend anders war auch die Stimmung! Was noch erschwerend hinzu kommt – für fast alle von uns ist es das letzte Turnier mit der U-17 und somit auch mit Herr Peter und der ganzen anderen vertrauten Crew, die uns immerhin 3 Jahre lang begleitete. Was kommt jetzt, schaffe ich den Sprung in die U-19.. diese Fragen hörte man immer wieder in den letzten Tagen von allen Seiten und auch in alten Erinnerungen an die erste Länderspielreise nach England oder das erste 4-Nationentunier in Kamen wurde gekramt. Dabei brachen wir immer wieder in Gelächter aus über unser damaliges Aussehen und Auftreten, aber der anstehende Abschied machte alle doch traurig.

So war es auch komisch einen Tag vor dem Endspiel die letzte Trainingseinheit in der Truppe zu haben, ebenso komisch war die letzte Besprechung, aber dazu später mehr.

Wie bereitet man sich auf ein Endspiel vor? Da wäre zunächst mal die Gegneranalyse mit Videomaterial, was sich jedoch schwer gestaltete, denn von Spanien gab es nur ein Spiel und das war das Halbfinale (wir sollten noch ein Spiel von Holland vs. Spanien bekommen, jedoch klappte es von Seiten des holländischen Teams her nicht, uns eine Videodatei zu senden. Tja. Holländer halt ;-D) Aber aus diesem konnten wir genug Informationen sammeln, um uns auf die durchaus unangenehm zu spielenden Spanier einzustellen, was ja bekanntlich dann auch ganz gut in der Praxis klappte.

Am Tag vor dem Endspiel mussten wir uns allerdings noch einen von der UEFA angesetzten Anti-Doping-Vortrag anhören, der zur allgemeinen Freude sehr interessant gestaltet war und die geplante 3\4 h sehr schnell vergehen liess.

Zum Abendessen gab es, wie soll es auch anders sein: Nudeln mit Tomatensoße…

Das war es dann auch schon, nun stand der Endspieltag vor der Tür. Im Gegensatz zu einiger meiner Teamkollegen konnte ich sehr gut schlafen und war auch sonst ganz entspannt bis zur Besprechung. Frühstück, Spaziergang mit Ball, Freizeit in der wir im Übrigen das Spiel um Platz 3 im TV verfolgten, das Frankreich glaub ich mit 3:1 gewann (verbessert mich falls ich danebenliege).

Dann wurde es auch schon ernst, ein kleiner Snack und Besprechung, die diesmal echt unter die Haut ging. Wie gesagt – es war die letzte und auch von Trainerseite wurden die richtigen Worte gefunden, in denen kurz die letzten 3 Jahre Revue passieren lassen geworden sind. Dann das Übliche: Aufstellung, Standards usw. Nachdem dieser Teil beendet war malten wir noch 2 Plakate für unsere 2 verletzten Spieler Ivana Rudelic und Lisa Schmitz, an die ich hiermit auch nochmal gute Besserung schicken möchte, und überlegten auch gleich, wo wir diese hinhängen. Nach langem Grübeln drückte ich sie im Stadion meinen mitgereisten Fans in die Hand, die sie dann auch direkt neben der Auswechselbank an die Bande klebten (auch hier noch ein Danke für die Mühe).

Was heute auf uns zukommen würde, ist nicht alltäglich – das wussten wir alle. Vielleicht ist es für einige von uns das einzige Endspiel, was ich natürlich keinem wünsche, aber auch so kann man wie schon gesagt das alles nicht miteinander vergleichen. Es ist immer anders, und so machte ich mich mit dem Gedanken vertraut, so viele Emotionen und Eindrücke wie möglich von dieser Zeit aufzusaugen und in guter Erinnerung zu behalten. Nachdem unser Bus beladen war und wir den schon erwähnten Snack zu uns nahmen ging die „letzte“ Reise zum Stadion auch schon los, wie immer hörte jeder seine Musik mit MP3-Playern, i-pods oder seinem Handy. Ich hörte mir heute immer wieder das Lied Asche zu Asche von Stefan Weidner an, das passte einfach zu dem was später noch in punkto Abschied passieren sollte!

Aber das war erst mal nebensächlich, denn oberste Priorität lag jetzt im voranliegenden Endspiel. Angekommen im Stadion warteten auch schon die ersten Fans/Bekannten/Verwandten und auch andere, die sich das Spiel um Platz 3 ansahen saßen noch davor und warteten auf den Einlass zum
Finale. Für mich hieß es erst einmal, Sachen bunkern und die Musikanlage aufbauen, damit wir uns auch richtig auf das Spiel einstimmen konnten. Das war auch relativ schnell getan Laptop anschmeißen und Boxen hin basteln ist ja keine große Sache.

Dann ging auch ich raus, um mir den Platz, der wie immer in bestem Zustand war, anzuschauen.
Beim reingehen fiel mir dann auch auf, dass sich das Stadion allmählich füllte, die Anspannung im Team stieg und jeder wollte hier unbedingt als Sieger vom Platz gehen, das merkte man! In der Kabine ging das übliche los: wo ist das, wessen Zeug ist das, ich brauche mal Tape, meine Stutzen sind zu eng und überhaupt wer belagert schon wieder den Spiegel!! Nachdem wir dann alle fertig umgezogen waren kam ein Kamerateam rein, um kurz aufzufassen, was in der Kabine so abgeht. Ob die Tonaufnahmen allerding was geworden sind weiß ich nicht, da die Musik wie schon erwähnt relativ laut war und das Kommunizieren eigentlich nur per Mimik und Gestik klappte.
Ich ließ mich noch eben zusammenkleben mit Tape und machte mich dann mit Herrn Muhr und Laura raus, um mich warm zu machen.

(…)

„Noch 3 Minuten bis zum Kreis“ hieß es erst, doch dann kam es mal wieder anders: „Mädels macht nen ruhigen, es verschiebt sich alles um 6 Minuten nach hinten wegen dem Fernsehen!“ und so nutze ich die übrigen 6 Minuten nochmals um mich voll zu konzentrieren und auch das Kamerateam schaute nochmal rein um die Atmosphäre ein zu fangen!

Dann ging es endlich los unser Kreis wurde gemacht, erst Herr Peter mit der letzten Ansage an sein Team und dann unser Captain Johanna die immer wieder unterstrich das „WIR“ es als Team schaffen und jetzt da raus gehen werden und die Spanier vom Platz hauen werden. Abklatschen und aufstellen im Spielertunnel, auch die kleinen Kinder zum Auflaufen standen schon da und warteten das es endlich losgeht! Dann kamen auch die Spanier endlich und ich rief wie vorher abgesprochen noch dreimal: “wir sind ein…“ und von der Mannschaft kann „Team“. Vielleicht hat es geholfen, die Spanier etwas zu entmutigen, denn von deren Seite kam nach unserem Ruf nichts mehr, auch das Klatschen oder ähnliches schwächte danach ab.

Und wieder warten bis das o.k. kommt, dass wir raus dürfen, das dauert….doch dann endlich ging es los, rechts am Pokal vorbei Aufstellung nehmen, ich schaute nochmal im Stadion rum, es war echt verdammt voll…2500 Zuschauer wurde uns später gesagt. Unsere Hymne zuerst, da wir das Gastteam waren. Das wir komplett in weiß spielten kam eher kurzfristig, da Spanien in dunklen Hosen spielte und wir noch Weiße mithatten klärte unser Team-Manager Silke Pump mit den Schiris, dass wir komplett in weiß spielen durften. Was einige unserer Spieler noch mehr freute war, dass es zu Beginn der Maßnahme auch noch weiße Schuhe gab und das jetzt deren Meinung nach sehr edel aussieht, einige scherzten im Nachhinein sogar vom „weißen Ballett“.

(…)

Endlich ging es los: Anpfiff und auch direkt der erste Aufreger. Wir hatten zwar Anstoß, spielten den Ball aber nach hinten und dort wurde er direkt gegen 3 heranstürmende Spanier verloren und ich stand direkt nach 9 Sekunden im 1-gegen-1 konnte den Schuss jedoch mit meinem Fuß am Pfosten vorbei lenken. Sofort schrie ich meine Vorderleute an, dass sie doch bitte besser aufpassen sollten, zumal es total unnötig war, den Ball direkt zu verpendeln! Danach ging es aber sofort anders rum, die Spanier drängten zwar weiterhin auf mein Tor und taten das auch weiter obwohl wir 1:0 führten, denn nach 4 Minuten lagen wir auch schon nach einer Ecke in Führung, wem wir das Tor zuschreiben ist heute noch strittig, denn ob der erste Kopfball von Lynn Mester von der Latte hinter die Linie sprang oder nicht war kaum zu erkennen, auch nach wiederholtem Sehen im TV nicht, oder ob die Torschützin Nicole Rolser war ist ja schlussendlich auch egal, denn Tor ist Tor, und das war zu diesem Zeitpunkt ganz wichtig. Aber wie schon gesagt der Druck der Spanier liess nicht nach immer wieder drängten sie auf den Ausgleich. Zwar konnten sie die kleinen Fehler, die sich ab und zu in den Vorderreihen einschlichen, nicht nutzen, aber es blieb immer wieder spannend! Kurz darauf konnten wir dann auch das 2:0 machen, was aber auch noch nicht die Sicherheit brachte die ich mir wünschte, um einen ruhigen Nachmittag zu erleben. Klar war es nicht viel, was ich zu tun bekam, aber es langte wenn die Spanier auch nur 25 m vor meinem Tor waren, mich in Aufruhr zu versetzen und mein Herz schneller schlagen zu lassen. Um ehrlich zu sein kann ich mich kaum noch dran erinnern, wie die einzelnen Tore gefallen sind, denn es waren einfach zu viele und so war der erste Spruch, den ich nach dem Abpfiff zu hören bekam: „Naja mit 7 Toren in Endspielen kennst du dich ja aus…“ Hätten wir nicht gewonnen, wär ich wahrscheinlich ausgeflippt, aber so gab es für diese Person deren Namen ich nicht nennen will (und es war nicht Herr Peter) später nur eine Dusche mit klebrigen Getränken und Wasser!!

(…)

Nochmal heiß gemacht und mit voller Konzentration ging es dann raus auf den Platz die letzten 40 Minuten U-17 spielen. Wir begannen auch gut und knüpften da an wo wir aufhörten und so kam dann auch irgendwann das 4:0 von Goalgetterin und Jungspund Kyra Malinowski, zu meiner Freude musste ich diesmal nicht alleine jubeln sondern konnte mit den Auswechslern, die hinter meinem Tor laufen sollten, feiern! Meine Vorderleute machten einen souveränen Job und bis auf ein paar Rückpässe kam auch nicht viel mehr, zumindest erst mal nicht! So kam was keiner wirklich vor dem Spiel glaubte wir schossen noch 3 weitere Tore, ich glaube noch 2 mal Kyra und einmal unser Capitano Johanna Elsig, die einen von Nicole Rolser, die mit kaputten Arm spielte da ihr gegen Frankreich jemand drauf gefallen ist (Gott sei dank kein Bruch wie erst vermutet) rausgeholten Elfer souverän unten links verwandelte!

(…)

Nach einem weiteren langen Ball, der bei mir endete, hatte ich kurz Blickkontakt zur Schiri, der mir signalisierte, dass Schluss ist und ich schoss den Ball nur noch hoch und weit weg! Dann kam der Schlusspfiff und wir hatten es zum zweiten Mal geschafft, U-17 Europameister zu werden! Die Freude war grenzenlos, ich rannte zur Mittellinie um mich mit den anderen zu freuen, es dauerte auch nicht lange bis der Klassiker „So sehen Sieger aus“ angestimmt wurde und alle im Kreis hüpften.

Alle lagen sich in den Armen und feierten, dann kam wieder der offizielle Teil wir standen Spalier und die anderen Teams gingen durch diesen Gang um die Medaillen von Michelle Platini und einem Schweizer Nationalspier entgegen zu nehmen, wenn ich noch wüsste, wie der Gute heißt, wär das toll, aber das ist ja unwichtig (aber er sah gut aus :-D).

(…)

Dann endlich ging es los, wir entschieden uns so hoch zu gehen wie wir auch aufs Feld laufen, aber da unser Captian als letztes gehen musste, wegen dem Pokal, hatte ich die Ehre, als Erste meine Medaille entgegenzunehmen. Dann endlich war es soweit Johanna bekam den Pokal und die Siegerhymne „We are the Champions“ von Queen wurde gespielt, diese ging aber leicht im HUMBA unseres Teams unter, welches von einem „Meistertrainer, Meistertrainer hey hey“ gefolgt wurde bei dem alle auf Herr Peter deuteten. Nach weiteren Liedern ging es dann auch runter zum Foto auf den Platz. Nachdem dieser Teil getan war konnte ich auch zu meinen mitgereisten „Stalkern“ gehen und einige Worte mit ihnen wechseln, was aber nicht lange gut ging, denn dann wurde ich von meinen Teamkameraden mit Wasser geduscht, danach ging es noch zu einem kleinen Interview und dann warteten noch die Autogrammsammler auf uns. Jetzt schaffte ich es doch nochmal zu meinen Bekannten, um eine Tasche die schon nach Hause sollte, und nicht unbedingt mein Gepäck erschweren, abzugeben und machte mich auf den Weg in die Kabine. Nachdem ich den PC angeschmissen hatte und die Musik in Gang gesetzt habe machte ich mein Handy an um zu Hause an zu rufen, was sich jedoch wie schon im Jahr zuvor nicht so ganz klappte, denn man versucht ja doch jede empfangene SMS zu beantworten oder kurz durch zu klingeln. Was dann kam, passte nicht ganz in meinen Plan, in der Kabine wurde ich abgefangen und mit voller Montur unter eine nicht gerade warme Dusche gestellt….naja nass war ich ja eh schon. Es gab Spielerinnen, denen auffiel das der Pokal ganz schön dreckig ist und so wurde dieser kurzerhand mit unter die Dusche genommen…weitgehend ohne Worte ;-D

(…)

Das Buffet war wie letztes Jahr schon traumhaft, Pommes, Obst, Scampi und viiiiiiel mehr.
Noch beim Essen fingen die Spanier an zu singen und hörten auch so schnell nichtmehr auf damit, wir ließen uns natürlich nicht zweimal bitten und fingen ein „Battle“ mit denen an, jedoch aßen wir erst artig auf. Nachdem sich dann die Spanier mit den Franzosen verbündet hatten und rechts und links neben uns anfingen sich mit Schlachtrufen gegen uns zu stellen, standen wir auf und fingen ein Polonaise an, mit der wir durch das gesamte UEFA-Gebäude zogen bis hin zum Tisch unserer Betreuer und dort ein „HUMBA“ ansetzten, danach ging die Polonaise wieder zurück an unsere Tische, jetzt war auch so gut wie Ruhe bei den anderen Teams 😀 ich würde sagen „Battle“ gewonnen…jetzt folgte jedoch ein weitaus schwierigerer Teil, es galt unsere Delegation davon zu überzeugen das wir heute Abend noch die Stadt unsicher machen gehen, da gab es aber ein Problem. Wir wohnten in Morges und in dieser Stadt ist echt der Hund begraben, der einzige Ort wo was los ist war Lausanne, doch wie kommen wir abends um 21 Uhr ohne Ortskenntnis von Morges nach Lausanne aber vor allem wie bekommen wir das „JA“ vom Trainerteam? So machten sich 18 sehr optimistische frisch gebackene Europameisterinnen auf den Weg zu Frau Gattringer, sie von unserem Plan zu überzeugen. Nach etlichen Kniefällen, jeder Menge Versprechungen, keinen Alkohol zu trinken (was wir ja eh nie tun) und auch pünktlich mit unserem Busfahrer wieder im Hotel zu sein bekamen wir dann endlich die Zusage!

Aber zuerst gab es im Hotel noch einen Sektempfang, natürlich mit alkoholfreiem Sekt, doch dann ging unsere Tour endlich los. Mit Pokal und den Medaillen bewaffnet fuhren wir nach Lausanne und fielen dort in einem Pub ein, wo allerding auch nicht sonderlich viel los war, wir sangen unsere Lieder und tanzten auf einer kleinen Bühne, schrieben ein paar Autogramme, machten uns dann aber wieder auf den Weg nach draußen, wo wir nach kurzer Absprache mit Frau Pump, Herr Muhr, Evelyn und Frau Schwendner eine Einigung fanden, um 0 Uhr wieder hier zu sein. Klappte auch, allerdings fanden wir erst kurz vor 24 Uhr die richtige Party, also eher gesagt ein Stadtfest, welches wir auf der Bühne aufmischten und es auch tatsächlich schafften die lahme Gesellschaft aufzumischen, doch dann mussten wir allerdings schon weg, denn Abmachung ist schließlich Abmachung und wir waren froh, dass wir überhaupt weg durften und nicht wie letztes Jahr die Nacht im Hotel im Bett verbrachten.

Angekommen im Hotel konnte jeder noch machen was er wollte, jedoch leise, so dass die anderen Gäste nicht gestört werden. Ich setzte mich an meinen PC und brannte noch unser Abschiedsgeschenk für die Betreuer. Ich machte ein Video als Rückblick auf die letzten 3 Jahre, welchem ich in dieser Nacht noch den letzten Schliff gab. Gegen 3 Uhr fand ich dann auch meine Nachtruhe.

Der nächste Tag begann früh, um 8 Uhr war dann auch meine Nachtruhe zu Ende, um auch alles fertig zu bekommen für die letzte blaue Stunde. Ich baute meinen PC auf und versuchte alles zum Laufen zu bringen. Was einigen dann beim Anblick meines Rechners auffiel war, dass sie ja noch Fotos haben und mir die ja geben könnten, obwohl ich diese ja schon am Abend haben wollte…. naja machte dann auch nur mehr Arbeit, dementsprechend kurz fiel dann auch mein Frühstück aus, nur kurz nen Kaffee rein und ein halbes Brötchen und wieder zurück an meinen „Arbeitsplatz“.

Nach etlichen Reden die unter die Haut gingen war es dann auch soweit das Video wurde gestartet und einige Tränen flossen… So machten wir uns nach einer letzten Maßnahme mit diesem Team auch wieder auf zum Flughafen und flogen in Richtung Germany, wo wir sehr herzlich mit Blumen und einem Kamerateam empfangen wurden.

So trennten sich unsere Wege nach 3 wunderbaren Jahren.

Mir bleibt wie immer nichts anderes zu tun, als mich zu bedanken,
bei den Fans die uns immer unterstützten,
bei unseren Betreuern, die für unser Wohl sorgten,
bei den Trainern, die uns alles beibrachten,
und vor allem beim Team,
das für eine echt geniale Zeit sorgte, an die ich mich immer erinnern werde!

„Der Traum ist ausgeträumt,
keine Sekunde habe ich bereut,
egal was wir tun es geht von Anfang an dem
Ende zu“
Stefan Weidner

Danke für alles

Felix oder Anna oder Sarah

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24. Juni

Bowling und Muskelkater

Der Tag nach dem Spiel war wie immer – ruhig, lockeres Auslaufen und Fußballtennis standen auf dem Programm für heute. Nachdem wir uns dann wieder im Hotel befanden gab es Essen und eine lange Mittagsruhe, in der ich – wie soll es anders sein – mein Bett wämte 🙂

Ausgeschlafen und total entsapnnt machten wir uns auf den Weg zum Bowling, was von der UEFA angesetzt war und an dem alle Teams teilnahmen. Ganz lustig war die Einteilung unserer Mannschaft in 3 Sechser-Teams mit Teamnamen, so spielten am Ende das Team der „Wild Cats“ gegen die „Krosse Karbbe Krew“ und „Schnicki’s Homies“ (Schnicki ist dabei der Spitzname von Nicole Rolser). Was uns etwas verwunderte, das die Spanier zu spät kamen und auch so mehr ihr eigenes Ding durchzogen, während wir mit den anderen Nationen Billard spielten oder kickerten fehlte das Team und bowlte weiter.

Der einzige Punkt, der an diesem durchaus gelungenen Tag nicht ganz passte, war das anschließende Essen, was allen nicht ganz so gut schmeckte. Der restliche Abend konnte von jedem individuell gestaltet werden. Ich kickerte wieder und gewann knapp mit einem Tor Unterschied gegen unseren „Doc“, der damit heute Nachtischverbot hat 😀 hihihi

Um die ganze Sache noch etwas anschaulicher zu gestalten dachte ich mir mal, ich fange mal ein paar Stimmen aus der Mannschafft ein:

Johanna Elsig: „Ich feue mich auf das morgige Spiel und auch die Anspannung ist schon da denn es ist ja nicht irgendein Spiel sondern das Finale einer EM.“

(…)

So, wie ihr seht ist die Stimmung in der Mannschaft echt klasse und alle freuen sich auf den morgigen Tag, jetzt liegt es an uns das Ding zu drehen und als Europameister nach Hause zu gehen.

Lg Felix, Sarah, Anna

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22. Juni

Erster Spieltag

Heut ließen wir es wie fast immer ruhig angehen, um 9 Uhr wartete ein leckeres Frühstück im Hotel, eh wir uns dann zu einer kleinen lockeren Trainingseinheit auf dem Weg machten, auch hier war alles angesagt nur kein Stress.

Flugbälle, Abstöße und 5-gegen-2 ließen die geplante Stunde schneller rumgehen als erwartet. Nun war es auch schon wieder an der Zeit zu essen, was mich natürlich besonders freute, denn essen tue ich ja bekanntlich gerne 😀

Allerdings ist die Auswahl eher beschränkt, schon zum dritten mal von 3 möglichen Mahlzeiten gab es Nudeln mit Tomatensoße, was in mir etwas den Gedanken an die Mensa in Kopf warf, die Qualität des Essens ist jedoch auf keinen Fall zu vergleichen!!

Nach gut 3 Stunden Mittagspause die ich mit meinem 2ten Hobby – schlafen -verbrachte (o.k. bis auf 10min Tasche packen) gab es wiederum zu meiner Freude einen Snack mit Crêpes und Obst! Nach der anschließenden Besprechung und einem kurzen Spaziergang ans Wasser, das ja direkt vor unserer Tür ist, hatten wir noch 30min Zeit für uns, die jeder anders nutzte. Meine Wenigkeit nutzte sie um noch eine Runde Billard gegen meinen TW-Trainer Herrn Muhr zu spielen. Nach meinem triumphalen Sieg, der mich in der Gesamtwertung unserer Duelle mit 2:1 in Führung brachte, ging ich dann auch meine Tasche holen und belagerte meinen Platz im Bus 🙂

Dort wurde uns dann ein Fax unserer A-Natio gegeben mit den besten Wünschen für das anstehende Spiel, an dieser Stelle Danke von uns, viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung und von mir an Anja, Babs, Jenny und Bibi danke für die Grüße jedoch konnte man mit dem Sarah hier erst nicht viel anfangen und es wurde sich bis ich die Sache aufklärte erst mal köstlich darüber amüsiert 🙂

Das Spiel lief zuerst eigentlich nur mit langen Bällen, Spielzüge oder ähnliches suchte man vergeblich, obwohl wir es einige Male schafften, uns gut über außen durch zu spielen kam der entscheidende Ball nicht da an wo er hin sollte. Nachdem es eine kurze unübersichtliche Aktion im französischen Strafraum gab war es Kyra Malinowski, die den Ball über die Linie zur verdienten 1:0 Führung schob, doch die Freude währte nur kurz. Nach einer weiteren Ecke unsererseits liefen wir in einen Konter und plötzlich stand ich im 1-gegen-1. Den ersten Schuss konnte ich zwar parieren und nach außen ablenken, jedoch setzte die französische Spielerin nach und schob den Ball an meinen Händen, die im verzweifelten hinterherschmeißen nicht mehr an den Ball kamen, vorbei ins leere Tor. Aber anstatt der gerade verspielten Führung ewig hinterher zu trauern zeigte mein Team Charakter und schoss einige Minuten später die erneute Führung für uns heraus, die Torschützin diesmal Annika Doppler aus Bayern.

So ging es dann auch in die Kabine, die Ansprache war ruhig. Einfach weiterspielen und das Ding nach Hause schaukeln lautete die Devise!

Nach spannenden ersten 10min mit einer Druckphase der Französinnen fiel dann auch endlich das erlösende 3:1 für uns und wieder heißt die Torschützin Kyra Malinowski, wiederum nach einer Unübersichtlichkeit im Strafraum nutze sie eine Unsicherheit der gegnerischen Keeperin, die den Ball fallen ließ, und brachte das runde Leder im Netz unter. Die französische Keeperin musste nach dieser Aktion verletzt behandelt werden konnte aber dann weiterspielen.

Da die Französinnen jetzt mit Rückenwind spielten rief ich meine Abwehr immer wieder zur Achtung bei langen Bällen auf, kaum hatte ich das ausgesprochen kam auch schon ein Schuss aus gut 25m der sich extrem gefährlich in den Winkel senkte, womit ich persönlich nicht gerechnet habe, ich schaffte es jedoch den Ball irgendwie über die Latte zu lenken, doch was jetzt kam waren Angriffswellen der Französinnen, die auf mein Tor zurollten und das 15min vor dem Ende, doch meine Abwehr ließ nichts weiter schlimmes anbrennen, und so kam das 4:1 auch ganz gelegen und wieder schoss das Tor Kyra Malinowski und jetzt kommt mir nicht mit : „Das wird langsam langweilig“. Ich kann es nicht ändern das Kyra immer da steht wo ein Stürmer stehen muss, und Tor ist schließlich Tor!

(…)

Die 4 Minuten Nachspielzeit überstanden wir dann auch ohne große Komplikationen und so war es dann endlich geschafft, wir standen in der 2ten Auflage einer U-17 EM zum 2ten mal im Finale!!!

Respekt ans Team und die vielen Fans, die uns super unterstützten!! Wir hoffen natürlich wieder auf die Unterstützung im Finale gegen Spanien, die sich heute im übrigen mit einem 2:0 gegen Norwegen qualifizierten!

Am Abend gab es dann nochmal Essen und wie soll es auch anders sein Nudeln mit Tomatensoße viel Obst und irgendwas Pizzaähnliches mit Ei. Danach legte ich mich dann auch ins Bett und versuchte die Kopfschmerzen irgendwie mit Eis so gering wie möglich zu halten….

LG Felix, Sarah oder Anna

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21. Juni

Das Team

Ich dachte mir mal so um euch unser Team etwas näher zu bringen stelle ich jeden mal so mit ein oder zwei Worten vor.

Tor:
Lisa Schmitz: Mein CO-Genialer TW-Partner ist immer gut drauf sau stark auf der Linie und eine Bereicherung für das Team

Anna “Felix“ Sarholz: Ok was soll ich zu mir sagen, ich denke ihr bildet euch am besten eure eigene Meinung 😉

Abwehr:
Caroline Simon: Ein Starker und wichtiger Part unserer Abwehr, die immer Gute Laune verbreitet und such sonst einer der Stimmungsmacher in der Mannschaft ist.

Laura Vetterlein: Innenverteidiger die immer den richtigen Riecher für einen gefährlich nach vorne geschlagenen Ball hat, Laura ist einer unserer Besten Trickser im Team und sorgt zusammen mit Caroline immer für gute Stimmung.

Johanna Elsig: Unser Kapitän hat das Team unter Kontrolle ist ruhig und eine wichtige Stütze in der Abwehr.

Leonie Maier: Macht immer einen guten Job und hat in Neu Seeland die kurzfristig verletzt ausfallende Claudia Bujna würdig vertreten, Leo teilt sich mit Flitzer Nicole Rolser ein Zimmer und ist fast nur grinsend an zu treffen.

Luisa Wensing: Einer unserer Youngsters „Lulle“ ist manchmal etwas verplant, was aber nicht schlimm ist denn das macht das Mannschaftsleben lustig, die Fans die mit in Duisburg dürften sie noch in Erinnerung behalten haben.

Mittelfeld:
Jana Blessing: Auch einer unserer Jungspunde, Jana kommt aus Württemberg machte bisher 3 U-17 Länderspiele und schoss auch schon 1 Tor. Und sie hat ne ganz schöne Schusskraft was Lisa schon schmerzlich erfahren musste.

Stephanie Breitner: Einer von denen die einen extremen Dialekt sprechen bei dem man sich echt anstrengen muss um sie zu verstehen, aber auch das gelingt nach einer Weile.

Claudia Götte: Zieht zusammen mit Lynn Mester im Mittelfeld die Fäden, auch außerhalb des Platzes trifft man die beiden die sich in Westfalen ein Internatszimmer teilen fast nur zusammen, der „Commander“ wie man sie Scherzhaft nennt ist eine der Erfahrensten im Team.

Katrin Hartmannsegger: „Eggi“ einer unserer 2 Bayern die sich ebenfalls mit sehr starkem Dialekt ausdrückt ist eher ruhig kann aber auch das ein oder andere mal ganz schön aufdrehen.

Lynn Mester: Die Zweite Hälfte unseres genialen Mittelfeldes, ist wie schon erwähnt eigentlich nur mit Claudia an zu treffen, Lynn ist einer unserer Trickser und im Spiel immer verdammt abgezockt.

Ramona Petzelberger: Eine kleiner sehr schnelle und wirbelige Spielerin die immer Torgefahr ausstrahlt und viel auf dem Platz arbeitet, auch außerhalb des Platzes ist sie immer da wenn sie gebraucht wird.

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20. Juni

EURO 2009

Es ist mal wieder so weit, die 2te Ausgabe der U-17 EM steht vor der Tür, dementsprechend groß ist auch die Vorfreude im Team, so gingen auch die ersten 4 Trainingstage in Frankfurt sehr schnell rum.

Los ging es für mich am Mittwochmorgen um 9 Uhr mit der Bahn in Richtung Frankfurt, nach 6 Stunden Fahrzeit kam ich auch endlich in Frankfurt an und die erste Trainingseinheit wartete nach einem kurzen Snack auch schon. Gut gestärkt ging das Training auch schnell rum zumal es ja nur ein „Anreise-Tag-Training“ war , mit lockeren Passformen, 4-gegen-2 und einem kleinen Abschlussspiel. Nach dem Abendessen was schon sehnlichst von allen erwartet wurde, da das Essen im Rainbow-Hotel einfach mal der Hammer ist, hieß es dann endlich ab ins Bett!

Der 2te Trainingstag war dann schon etwas mehr ausgedehnt, die Müdigkeit der Anreise war weg und so konnte es los gehen mit den ganzen Standard Trainingsaufgaben, das Passspiel wurde verbessert ebenso wie die Flugbälle, während sich die Torhüter an flachen Bällen zu schaffen machten was auch ganz gut klappte, danach folgte wen wundert’s unser geliebtes Ausschießen wie fast immer spielte „Team-Alt“ vs. „Team-Jung“ , ich zähle hier im übrigen zu den Jungspunden, die in diesem Ausschießen die Nase vorne behalten sollten, so stand es nach der Regulären Spielzeit 12:12 und „Team-Jung“ versenkte gleich den ersten Schuss der Nachspielzeit in den Maschen von den „Alten“. Diese nutzten ihr Nachschussrecht nicht, so war der Sieg unser, ich würde sagen wir haben jetzt erst mal Prioritäten gesetzt und gezeigt das man mit uns nicht machen kann was man will :D!

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