Desirée Schumann zwei Spiele gesperrt

Von am 4. April 2018 – 14.33 Uhr 22 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt muss zwei Spiele lang ohne seine Torhüterin Desirée Schumann auskommen.

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Schumann hatte bei der 0:2-Niederlage beim MSV Duisburg in der 24. Minute den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand gespielt und eine klare Torchance der gegnerischen Spielerin vereitelt, was ihr Schiedsrichterin Maria Wozniak als „Notbremse“ auslegte und sie des Feldes verwies.

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Notbremse ohne anschließenden Torerfolg

Da die Aktion zu keinem Torerfolg führte, werden nach DFB-Regularien zwei Spiele Sperre verhängt. Hätte der MSV Duisburg nach der „Notbremse“ einen Treffer erzielt, wäre das Strafmaß ein Spiel Sperre gewesen.

Zwei Spiele gesperrt

Das DFB-Sportgericht sperrte die 28-Jährige im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines unsportlichen Verhaltens für zwei Spiele der Frauenfußball-Bundesliga.

Urteil ist rechtskräftig

Die Spielerin beziehungsweise der Verein hat dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Die Strafe ist für mich unverhältnismäßig hoch!!!
    Vor allem dann, wenn ich DESIs Vergehen mit dem „Angriff auf die Haarpracht“ von ESE AIGBOGUN vergleiche, und mir das Urteil „eines unsportlichen Verhaltens“ vor Augen führe!!! 😉

    Naja, manche sind halt gleicher als andere!!! 🙁
    Ist für Frankfurt jetzt natürlich blöd, da BRY ja noch verletzt ist!!!

    (-5)
  • T-Punkt sagt:

    Die Formulierung im Artikel ist etwas irreführend. Den Platzverweis gab es streng genommen nicht für das Handspiel sondern für das Vereiteln einer klaren Torchance. Ein Handspiel als solches ist kein feldverweiswürdiges Vergehen.

    Kleine Regelkunde: „Für den Torhüter gelten beim Handspiel außerhalb des Strafraums die gleichen
    Regeln wie für alle übrigen Spieler.“ Das heißt direkter Freistoß.

    „Feldverweiswürdige Vergehen
    Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselte Spieler, die eines der folgenden Vergehen begehen, werden des Feldes verwiesen:
    •  Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance des Gegners durch absichtliches Handspiel“

    Alles nachzulesen in den offiziellen Fußballregeln (Regel 12)

    Das ist zwar zugegebenermaßen juristische Haarspalterei aber wenn man es ganz genau nimmt musst man es so definieren.

    (15)
  • Markus Juchem sagt:

    @T-Punkt: Danke für den Hinweis, werde ich etwas umformulieren.

    (4)
  • ajki sagt:

    „juristische Haarspalterei“

    Eigentlich nicht.

    Es geht bei der Regel um „Unsportlichkeit“. D.h., dass durch eine „fiese“ Aktion (taktisches/sonstiges Foul, Handspiel) das Spiel selbst unterlaufen wird (der Zweck desselben, das Wesen).

    Es ist das Gegenteil von Sport. Drum.

    (9)
  • Witzfigur sagt:

    Lachhaft und nicht nachvollziehbar diese Dauer! Kriterium für mich ist, dass die Angreiferin noch nicht mal zu Boden ging und hätte bei Vorteilgabe sogar noch wieterspielen können.

    (-7)
  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Die Strafe ist für mich unverhältnismäßig hoch!!!“

    –> Für mich nicht! Zumal D.Schumann ‚Wiederholungstäterin‘ ist. Das ist bereits ihre dritte Rote Karte – möglicherweise Bundesligarekord?!

    „Ist für Frankfurt jetzt natürlich blöd, da BRY ja noch verletzt ist!!!“

    –> Glück im Unglück: das nächste Bundesligaspiel des FFC ist erst am 22.April; vielleicht steht die US-Amerikanerin dann schon wieder zur Verfügung.

    (10)
  • tavalisk sagt:

    @Witzfigur
    „Kriterium für mich ist, dass die Angreiferin noch nicht mal zu Boden ging…“

    Den Platzverweis gab es für ein Handspiel außerhalb des Strafraums, mit dem sie eine Tormöglichkeit des Gegners verhinderte. Was für eine Rolle spielt es da, ob die Angreiferin zu Boden ging? Das wäre doch, wenn überhaupt, höchstens bei einem Platzverweis wegen Foulspiels relevant.

    (11)
  • strike sagt:

    Geht nicht. Kulis von Köln 1. Spiel Sperre ist ok aber warum dann Schumann 2 Spiele.

    Der Vergleich mit Blässe geht ja gar nicht, die ist aus Wolfsburg die kann man doch nicht wegen unsportlichen Verhalten sperren.
    Der würde ich 4 Spiele aufbrummen für diese Aktion, das hat nichts verloren auf dem Platz.

    Aber wie gesagt, den Unterschied macht der Status einer Natiospielerin.

    (-7)
  • Witzfigur sagt:

    @tavalisk
    Das wußte ich bisher nicht.

    (0)
  • Detlef sagt:

    @tavalisk,
    Ob eine klare Torchance verhindert worden wäre, kann man mM doch erst dann entscheiden, wenn man zunächst Vorteil laufen lässt!!!
    Sollte dies nicht zu einem Treffer führen, kann man immer noch Freistoß geben, und der Torhüterin dann Rot zeigen!!!

    Wenn die Vorteilssituation zu einem Treffer führt gibt es natürlich keinen Freistoß, und die Torhüterin bekommt dann nur Gelb für das Handspiel außerhalb des 16-ers!!!
    So würde ich die Regel auslegen!!!

    Deshalb ist es schon abhängig davon, ob die Angreiferin gefoult wurde oder eben nicht!!!

    Und egal wie, ist die Strafe trotzdem zu hoch!!!
    Verena Faißt hat mM damals auch nur ein Spiel Sperre dafür bekommen, als sie SVENJA HUTH vorm 16-er von den Füßen geholt hatte (klare Vereitelung einer Torchance, denn SVENJA konnte ja nicht mehr weiterlaufen), und glattrot gesehen hat!!!
    Hier ist eben der deutliche Unterschied zwischen Nationalspielerin und Nichtnationalspielerin zu sehen!!!

    (-6)
  • Markus Juchem sagt:

    @Detlef: Die Entscheidung, ob eine „Notbremse“ eine Sperre von einem oder zwei Spielen nach sich zieht, hängt davon ab, ob es anschließend zu einem Torerfolg kommt oder nicht, nicht davon, ob man Nationalspielerin ist oder nicht. 😉 Insoweit sind die zwei Spiele Sperre hier das übliche Strafmaß.

    (16)
  • tavalisk sagt:

    @Detlef
    „Deshalb ist es schon abhängig davon, ob die Angreiferin gefoult wurde oder eben nicht!!!“

    Das denke ich nicht. Die Duisburger Spielerin wurde ja auch nicht gefoult. Ihr wurde von Schumann der Ball mit der Hand vom Fuß gewischt, in einem Bereich des Spielfelds, in dem der Handeinsatz eben auch für Torhüterinnen untersagt ist. Andernfalls wäre sie allein auf das leere Tor zugelaufen, da auch keine Frankfurter Feldspielerin mehr in der Nähe war. Von daher ist sowohl die Entscheidung auf Platzverweis, als auch das jetzt verhängte Strafmaß in meinen Augen völlig o.k. und im Fußball – unabhängig von Geschlecht und Nationalspieler(innen)status – meines Wissens nach auch gängige Praxis.

    (14)
  • tavalisk sagt:

    @Detlef:
    „Verena Faißt hat mM damals auch nur ein Spiel Sperre dafür bekommen, als sie SVENJA HUTH vorm 16-er von den Füßen geholt hatte (klare Vereitelung einer Torchance, denn SVENJA konnte ja nicht mehr weiterlaufen), und glattrot gesehen hat!!!“

    Huth hat in der angesprochenen Situation auch gar nicht versucht weiterzulaufen, sondern die Chance selbst noch mit einem Torschuss abgeschlossen, Sekundenbruchteile bevor sie von Faißt erwischt wurde. Das war ja eher eine Art Pressschlag. Insofern ein völlig anderer Sachverhalt.

    (6)
  • Detlef sagt:

    Ich empfehle diesen Bericht hier im Suchfenster einzugeben!!!

    „Verena Faißt für ein Spiel gesperrt“

    (-12)
  • Webcam sagt:

    Wie vehement sich Menschen, die die zum Platzverweis führende Situation gar nicht gesehen und noch weniger verstanden haben, sich über Ungerechtigkeit beschweren können … schon erstaunlich …

    (12)
  • Detlef sagt:

    @tavalisk,
    Wie hätte SVENJA weiterlaufen sollen, wenn sie von Faißt klar umgesenst wurde???

    @Markus,
    Wenn TURBINE den folgenden Freistoß versemmelt hätte, wäre Frau Faißt auch für zwei Spiele gesperrt worden???
    Das glaubst Du doch selber nicht!!!

    @Webcam,
    Ich finde es erschreckend, wie blauäugig Du hier argumentierst!!! 🙁
    Mal angenommen ich hätte beide Spiele nicht gesehen, und dann lese ich nur, daß in beiden Spielen jeweils eine Spielerin wegen „Notbremse“ vom Platz geflogen ist!!!

    Und dann lese ich weiter, daß eine Spielerin ein Spiel Sperre, und die andere zwei Spiele Pause bekommen hat!!!
    Dann frage ich mich doch warum!!!

    Also war eine Notbremse doch wahrscheinlich brutaler als die andere, und wurde somit doppelt so hart bestraft!!!
    Aber dann lese ich weiter, daß ein Handspiel außerhalb des 16-ers brutaler gewesen sein mußte als ein rüdes Foul an gleicher Stelle!!!

    Also findet den Unterschied!!! 😉

    (-8)
  • holly sagt:

    Mal wieder ein beispiel für Detlef seine verbortheit ich habe recht alle anderen sind Dilettanten. Jeder 8 jährige versteht das. Shane bitte bitte übernehmen

    (-1)
  • Miss Parker sagt:

    Ich kann Detef hier teilweise verstehen. Ich denke, es geht darum, warum ein Handspiel (ohne die körperiche Versehrtheit einer Spielerin zu gefährden) soviel höher bestraft wird, als ein Foul, bei dem die Verletzung einer Spielerin zumindest billigend in Kauf genommen wird. Die rote Karte für das Handspiel wird ja nicht beanstandet…nur die 2Spiele Sperre. Ein Spiel Sperre, wie beim Foul, wäre doch auch völlig ausreichend.
    Hier sollte der DFB bei den Regeln dringend nachbessern bzw. die Schiris konsequenter pfeifen. Denn das, was teilweise an rüdem Spiel auf dem Platz gezeigt wird, grenzt meist schon an Körperverletzung. Und manchmal wird sich nicht einmal danach entschuldigt. Fairness geht anders.
    Ich hoffe, dass Frau Haeberlin schnell wieder fit wird, um so die nächsten Spiele für Frankfurt im Tor zu stehen.

    (4)
  • Carly B sagt:

    Ich habe es so verstanden:

    – Handspiel i.d.R. gelbe Karte; es sei denn, die Schiedsrichterin erkennt die eindeutige Verhinderung einer Torchance. In diesem Fall entscheidet Sie auf

    – „Notbremse“. Dies gilt auch für andere Regelverstöße und zieht eine Strafe von zwei Spieltagen nach sich. Diese Strafe verringert sich um einen Spieltag, wenn unmittelbar aus dem folgendem Freistoß ein Gegentor erfolgt.

    – Foulspiel. Hier erfolgt die Spieltagsperre je nach Schwere des Foulspiel´s (wird Analysiert und Verhandelt) und beträgt eine bis mehrere Spieltage (Wochen oder gar Monate).

    (1)
  • sonic sagt:

    Interessant ist ja die Umfrage unter dem von Markus Juchem verlinkten Artikel. Die große Mehrheit teilt die Praxis der unterschiedlichen Bestrafungen für gleiche Vergehen offenbar nicht.

    Aus meiner Sicht sollten gesundheitsgefährdende Aktionen grundsätzlich höher bestraft werden als ein Handspiel.

    (7)
  • Carly B sagt:

    @.sonic, das wird in aller Regel auch so entschieden.
    Die Umfrage bezog sich aussschließlich auf die Strafe bei „Notbremsen“ und da finde ich es eher unerheblich ob bei Wiederfreigabe des Spieles ein Tor erzielt wird oder nicht.

    (2)

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