SheBelieves Cup: DFB-Frauen verlieren gegen USA

Von am 2. März 2018 – 8.28 Uhr 36 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat ihr Auftaktspiel beim SheBelieves Cup in Columbus/Ohio gegen Gastgeber USA verloren.

Spielszene der Partie Deutschland gegen USA mit Megan Rapinoe und Svenja Huth

Megan Rapinoe (li.) im Duell mit Svenja Huth © imago / ZUMA press

Bei der 0:1 (0:1)-Niederlage erzielte Megan Rapinoe (17.) für die Amerikanerinnen vor 14.591 Zuschauern den einzigen Treffer der Partie. Die DFB-Elf hatte ihre beste Chance kurz darauf, doch Kapitänin Dzsenifer Marozsán traf nur den Pfosten (20.).

Anzeige

England souverän

Im zweiten Spiel des Tages gewann England unter dem neuen Trainer Phil Neville gegen Vorjahressieger Frankreich mit 4:1 (3:0).

Toni Duggan (7.), Jill Scott (28.) und Jodie Taylor (39.) sorgten bereits für eine klare englische Führung zur Pause. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Fran Kirby auf 4:0 (46.), Frankreich gelang nur noch der Ehrentreffer durch Gaëtane Thiney (77.).

Nächste Spiele

Die DFB-Elf trifft am Sonntag, 4. März, 21 Uhr (SPORT1 live), in Harrison/New Jersey auf England. Am Mittwoch, 7. März, 22 Uhr (SPORT1 live), geht es dann zum Abs chluss in Orlando/Florida gegen Frankreich.

USA – Deutschland 1:0 (1:0)

USA: Naeher – Smith, Dahlkemper, Davidson, O’Hara (79. Short) – Ertz (72. McCaskill), Horan, Lloyd (K.) (65. Brian) – Pugh (90.+1 Williams), Morgan (90.+4 Long), Rapinoe (86. Sonnett)

Deutschland: Schult – Faißt, Peter (54. Goeßling), Maier (76. Kayikci), Hendrich – Marozsan (K.), Kemme, Däbritz, Dallmann (68. Magull) – Huth, Popp

Tore: 1:0 Rapinoe (17.)

Schiedsrichterin: Melissa Borjas (Honduras)

Zuschauer: 14.591

Gelbe Karten: Popp, Kemme

Tags:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • WoNaDo sagt:

    Es wird hier sehr viel über Fehler und Fähigkeiten einzelner Spielerinnen diskutiert, aber wenn ein Spiel dadurch entschieden wird, dass Spielerinnen mal Fehler machen, dann sollte eher das Spielsystem hinterfragt werden. Fehler, auch gravierende, macht jeder Sportler immer wieder mal, gleichgültig, ob männlich oder weiblich.

    Der Gegner schaltete sehr schnell von der Abwehr auf (überfallartige) Angriffe um, so dass bei einer derart hochstehenden letzten Reihe so ziemlich jeder Fehler böse bestraft werden kann. Ich bin schon ziemlich alt (65) und habe bis vor über 30 Jahren selber noch Fussball gespielt (zuletzt in der Uni-Runde, angesiedelt bei der TU-Berlin im Verein „FES Fossil“ – Nomen est Omen 😉 ), und zwar rechts hinten. Bis ungefähr zu dieser Zeit galt Tackling noch als gutes normales Mittel eines Aussenverteidigers. Erst so langsam setzte sich die Auffassung durch, dass dies nur ein letztes Notfallmittel sein sollte, weil man sich selber aus dem Spiel nahm, wenn man keinen Erfolg hatte.

    Die wirklich gefährlichen Szenen, wie auch die beim Gegentor, basierten doch auf einem ähnlichen Effekt: Verliert man das Duell, ist der Gegner weg, wenn man ihn nicht durch ein Foul bremst, was aber durchaus eine Rote Karte nach sich ziehen kann.

    Das Trainerteam hätte vielleicht schneller reagieren und die Absicherung im defensiven Mittelfeld verstärken sollen. Wie ich schon weiter oben schrieb, können zwei dort sehr robust agierende Spielerinnen die eigene Abwehr in solchen Situationen entscheidend unterstützen, zumal sie vor der Abwehr auch in Notfällen normalerweise nur eine gelbe Karte, aber keine rote riskieren.

    Vielleicht sollte die Mannschaft gegen so starke und umschaltschnelle Mannschaften einfach im defensiven Mittelfeld und der Abwehr nicht so hoch stehen, unabhängig vom Thema Dreier- oder Viererkette.

    (6)
  • enthusio sagt:

    Spielbericht USA-Framkreich:
    Frankreichs Trainerin Corinne Diacre hat nach der katstrophalen Leistung ihre Aufstellung gegen die USA völlig umkekrmpelt und nicht weniger als 8 (!) neue Spielerinnen gebracht. Nur Mbock Bathy, Kapitänin Henry und Le Sommer blieben in der Startaufstellung.
    Frankreich war auch spielerisch auf dem Platz nicht wiederzuerkennen und hielt bei Bedarf auch mit der nötigen Härte dagegen. Das Spiel wogte in der 1.Halbzeit ganz ansehnlich hin und her, Torchancen ergaben sich in den ersten 30 Munuten allerdings nicht. Alex Morgan hatte allerdings Pech, dass sie nach einem Zuckerpass von Rapinoe hauchdünn im Abseits stand.
    In der 30 Minute dann die erste Torchance des Spiels, doch Pugh zielte vorbei. Doch 5 Minuten später bekam die französische Abwehr den Ball nach einem angeschnittenen Rapinoe-Freistoß nicht aus der Gefahrenzone, nach einem Getümmel im Strafraum konnte Bouhaddi einen Schuss Sullivans aus kurzer Distanz noch abwehren, den Nachschuss von Pugh allerdings nur noch ins eigene Tor ablenken.

    Kurz dareauf war aber Frankreich am Zuge, ein schöner Heber von gauvin senkte sich nach einem Stellungsfehler von naeher auf die Latte. Eine Minute später fiel dann aber der hochverdiente Ausglkeich, als Mbock Bathy einen weiten Ball aus der Abwehr spielte, Le Sommer ihn erlaufen konnte, gekonnt Dahlkemper und Naeher umspielte und den Ball ins Tor schob. Ein tolles Tor !

    Zur 2. Halbzeit brachte Ellis 3 neue Spielerinnen, doch die erste Torchance hatte erneut Frankreich, allerdings konnte Davidson vor Thiney klären.
    Auch drei weitere Wechsel der Amerikanerinnen (LLoyd, Dunn und Press) brachten keine weiteren nennenswerten Tormöglichkeiten, während auf der anderen Seite nach einer präzisen Hereingabe Asseyis von rechts Gauvin in guter Position im Strafraum an der reaktionsschnell reagierenden Naeher scheiterte. Der anschließende Eckball konnte nicht geklärt werden, so dass zwei Schussversuche nacheinander von einer Verteidigerin und Naeher abgewehrt werden mußten.

    Diacre wechselte nur eine einzige Spielerin ein – in der 86. Minute. Das sagt alles über das Spiel.
    Hut ab vor dieser Leistung der Französinnen, es war wie eine Wiederauferstehung gegenüber dem Englandspiel.

    (8)
  • Fan2 sagt:

    @Altwolf: Wenn du wissen willst, was ich meine, dann schau dir Ellen White gegen Goeßling bzw. Hendrich aktuell an. Ein fast schon sicherer Sieg wurde hier hergeschenkt und wäre fast noch zu einer Niederlage, weil sich Goeßling und Hendrich einen kapitalen Schnitzer lieferten vor dem 2:2 und danach noch einige Chancen einfach dadurch zustande kamen, dass White oder auch andere (Minute 88) einfach mal locker durch die Abwehr hindurchspazieren durften. Da war Almuth Schult dann ehrlich mal eine der besseren im deutschen Team.
    Da geht es noch nicht einmal nur um Laufdefizite, sondern mindestens noch um Stellungsspielfehler, wobei man da nicht nur von Fehlern sprechen kann, sondern das ist einfach Unvermögen. Da können sie vorne noch so gut spielen (und da waren heute durchaus einige dabei), wenn du dir hinten 3-4 solcher Dinger fängst, woraus dann zwei Tore resultieren, dann spielst du so ein Spiel nunmal nur Unentschieden.

    Die Abwehr ist einfach nur grauenhaft, da muss dringend etwas getan werden. Daran hätte auch Peter allerdings nichts geändert. Übrigens, dass Goeßling in der Abwehr randurfte, zeigt, dass Jones aus der EM nichts, aber auch gar nichts gelernt hat. Es ist ja schön und gut, dass sie wieder rehabilitiert wurde, sie aber erneut in der Abwehr einzusetzen, wo sie bereits gegen Dänemark bei der EM gravierende Schwächen zeigt, und daran noch festhielt, obwohl sie verletzt war und offensichtlich überhaupt nicht mehr sprinten konnte in der zweiten Hälfte, sodass White aber auch jedes Laufduell um Längen gewann, das zeigt noch einmal die gesamte katastrophale Leistung von Jones.

    Wenn man die Beobachtung schon mal gemacht hat, dass normalerweise Stürmerinnen schneller sind als Abwehrspielerinnen, dann sollte man vielleicht mal was daran tun, dass die Abwehrspielerinnen schneller werden. Vielleicht war das ja das Geheimnis, wieso Popp als LV gar nicht so schlecht war.
    Aber nicht nur schneller, sondern eben auch einfach spielintelligenter und besser im Stellungsspiel. Ich habe nicht den Eindruck, dass auch nur eine der Spielerinnen (Goeßling, Hendrich, Peter) wirklich ein Spielverständnis hat und vorausschauend spielt. Man hat im Gegenteil das Gefühl, dass, sobald der Gegner mal schnell nach vorne spielt, hinten komplett die Ordnung zusammenbricht und einfach riesige Lücken entstehen.
    Da geht es noch nicht mal darum, dass es mal vorkommt, dass ein Fehler passiert, der kann tatsächlich passieren und dann auch ausgebügelt werden, aber hier liegt ja eine Systematik vor. Das hat Prinzip, das ist eben schlicht und ergreifend Unvermögen, man kann es einfach nicht anders sagen.

    Alternativen gäbe es: Eine musste heute 86 Minuten auf der Bank schmoren, bis das Experiment Goeßling dann endlich aufgelöst wurde. Elsig hat vielleicht auch nicht die absolute Schnelligkeit, aber sie hat das Spielverständnis, die Übersicht und das Stellungsspiel, um solche Situationen zu entschärfen.
    Langfristig ist auch Demann wieder eine Option, genauso wie beispielsweise Fellhauer, Knaak, Schöne, Schiewe von Freiburg, da gibt es gleich ne ganze Horde von Alternativen. Und wir reden dann auch mal wieder über Marith Prießen, auch Feldkamp könnte diese Position übernehmen. Alles Spielerinnen, die es zumindest nicht schlechter machen könnten als Goeßling und Hendrich heute und Peter in vergangenen Spielen.

    (7)
  • codo25 sagt:

    @Fan2: die Probleme in der Abwehr sind ja schon seit längerer Zeit offensichtlich. Hier sind aber wohl primär die Vereine gefragt, um Tempo und Athletik insgesamt zu optimieren. Was die Spielintelligenz betrifft: die gibt es schlichtweg nicht! Sobald die Mannschaft unter Druck gerät, zerfällt sie zu einem Haufen von Individuen, die jeder für sich, aber nicht als Team spielen. Gründe dafür mag es mehrere geben:
    1. Schlechte Vermittlung der Spiel- Philosophie ( Verantwortung der Trainerin)
    2. Zu viele Umbesetzungen auf einzelnen Spielerpositionen (Verantwortung der Trainerin)
    3. Festhalten an schwaechelnden Spielerinnen (Verantwortung der Trainerin)
    4. Mangelnde Übersicht und Struktur auf dem Spielfeld ( Verantwortung der Spielführerin)
    5. Mangelnde Verantwortung auf dem Spielfeld (jede einzelne Spielerin)

    manches mag sich gegenseitig bedingen, deshalb sollte hier dringend noch vor den nächsten Vorrundenspielen eine gründliche Analyse stattfinden. Wenn ich Sprüche höre wie:“ ich habe meine Arbeit selbstkritisch hinterfragt“,kriege ich Schnappatmung. Bei aller Wertschätzung für Steffi Jones: wer hat sie bei dieser Selbstkritik beraten? Ihr Teamkollege, der im gleichen Boot sitzt? Frau Ratzeburg oder Herr Grindel?
    Ich arbeite selbst seit über 10 Jahren als Coach im Bildungsbereich. Externe Beratung durch Supervisoren gehört bei uns zum Standard und sollte endlich auch beim DFB praktiziert werden!

    (7)
  • FFFan sagt:

    @ Fan2:
    „Und wir reden dann auch mal wieder über Marith Prießen…“

    Doch nicht Prießen! Sophia Kleinherne!! Die ist mit ihren 17 Jahren jetzt schon Frankfurts beste Innenverteidigerin und wird in den nächsten Jahren bestimmt noch besser. Mit ihr haben wir in Deutschland auf dieser Position nach längerer Zeit endlich mal wieder ne richtig Gute!

    (5)
  • FFFan sagt:

    @ codo25:
    „Externe Beratung durch Supervisoren gehört bei uns zum Standard und sollte endlich auch beim DFB praktiziert werden!“

    Wird es jetzt ja auch! Beim SheBelieves Cup wird die Mannschaft begleitet von Joti Chatzialexiou. Den kannte ich bisher gar nicht. Anscheinend ein ‚Technokrat‘ aus der DFB-Zentrale, der die Arbeit des Trainerstabs unter die Lupe nehmen und evaluieren soll…

    (1)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>