Tabea Kemme und Lia Wälti verlassen Turbine Potsdam

Von am 20. Februar 2018 – 9.09 Uhr 10 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam wird ab der kommenden Saison ohne seine Kapitänin Lia Wälti und DFB-Nationalspielerin Tabea Kemme auskommen müssen. Die beiden werden den Verein Richtung Ausland verlassen.

Lia Wälti und Tabea Kemme bejubeln einen Treffer für Turbine Potsdam

Lia Wälti (li.) und Tabea Kemme zieht es ins Ausland © imago / Camera

„„Lia und Tabea sind zwei Gesichter, die die Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt haben“, so Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“.

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„Hätten sie gerne gehalten“

„Natürlich hätten wir sie gerne gehalten. Ich gehe davon aus, dass sie bis zum letzten Moment alles für den Verein geben werden“, bestätigt er, dass die beiden ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern werden.

„Potsdam viel zu verdanken“

Wälti erklärt: „Ich habe Potsdam viel zu verdanken. Ich habe hier die Chance bekommen, Luft im Profifußball zu schnuppern. Aber eine sportliche Karriere dauert nicht ewig, ich will mich noch einmal neu durchsetzen.“

Wechsel ins Ausland geplant

Und Kemme erklärt: „Es war immer mein Wunsch, in meiner Fußball-Laufbahn noch einmal im Ausland zu spielen – aber vorher wollte ich mein Polizeistudium beenden.“ Das ist nun geschehen, so dass ein Engagement etwa in England, Frankreich oder Spanien denkbar ist.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • FrankE sagt:

    Was die Fans seit Saisonbeginn befürchtet hatten, was seit Jahreswechsel als Gerücht umging ist nun Gewissheit. Für Nachrufe, Trauer etc. finde ich es zu früh, schließlich ist da noch eine Rückrunde zu spielen und Turbine wird dafür beide mit voller Einsatzbereitschaft brauchen. Wenn man dabei etwas Positives sehen kann, dann dass beide den Verein frühzeitig signalisiert haben was los ist, so konnte man sich darauf vorbereiten.

    (25)
  • Detlef sagt:

    Natürlich war es schon länger klar, daß beide ihren Vertrag nicht verlängern werden!!!
    Vor allem das letzte Interview von TABBI KEMME, daß sie auf DFB.de gegeben hatte, klang so garnicht danach, als ob sie uns verlassen möchte!!!
    Das ließ doch so ein paar Hoffnungen aufkommen, daß beide Sympathieträgerinnen doch noch verlängern würden!!!

    Jetzt steht es aber schwarz auf Weiß geschrieben, und alle Hoffnung ist mausetot!!! 🙁
    Natürlich ist das nicht das Ende von TURBINE, denn solche Verluste haben wir ja immer wieder ausgleichen müssen und können!!!
    Es dauert jetzt halt nur wieder etwas, bis die Hierarchie hergestellt ist!!!

    Zudem werden die beiden sicher nicht die einzigen bleiben, die uns nach der Saison, oder schon vorher verlassen werden!!!
    Positiv ist somit für mich, daß beide ihren laufenden Vertrag einhalten, und nicht schon zur Winterpause gewechselt sind!!!
    Ich bin mir deshalb sicher, daß beide auch alles geben werden!!!

    (22)
  • Willemijn sagt:

    Wer kann es Ihnen verübeln? Tabea kennt ja quasi nur Turbine. Jünger wird sie nicht, hat man dann die Chance etwas Neues zu entdecken, sogar mit jemandem den man mag, ist das doch wirklich schön.

    (22)
  • Onkel Fußball sagt:

    Ich verstehe die frühe Bekanntgabe der Wechselabsichten der beiden Spielerinnen nicht, damit schneidet sich der Verein ins eigene Fleisch.
    Das sorgt für schlechte Stimmung bei den Fans und in der Mannschaft.

    Unter Schröder gab es solche Situationen mitunter auch, allerdings wurden die betroffenden Fußballerinnen bis zum Saisonende nie wieder eingesetzt (Sara Doorsoun fällt mir da schmerzlichst ein).

    Vielleicht ist es den beiden Spielerinnen aber auch recht, wenn jetzt bereits diverse Vereine in den Vertragspoker einsteigen.

    (-12)
  • FrankE sagt:

    @Onkel Fußball
    Ich verstehe nicht wie die öffentliche Bekanntgabe für schlechte Stimmung in der Mannschaft oder bei den Fans sorgen kann? Wenn die Fans bereits seit einigen Wochen Bescheid wissen (und wir wussten Bescheid), dann weiß es das Team bestimmt noch länger.

    Nach meinen Infos sind alle Entscheidungen gefallen, also nix mit Vertragspoker. Nachdem die Entscheidungen gefällt worden sind kam die Bekanntgabe, warum ein Geheimnis aufbauen wo keins ist?

    Nach wie Vor finde ich nichts im Vorgehen der beiden was man ihnen vorwerfen kann und wie ein Bernd Schröder reagiert hätte ist doch nur Spekulation, Tatsache ist aber, verantwortlicher Trainer ist Matthias Rudolph. Lia und Tabbi haben bisher immer eine vorbildlich professionelle Einstellung gezeigt und ich habe keine Zweifel daran, dass das auch so bleibt und sie bis zum letzten Spieltag dieser Saison TURBINEN sein werden

    (21)
  • Per Larssen sagt:

    Grundsätzlich finde ich es nur gut und fair, wenn Wechselabsichten – insbesondere wenn es wie im Falle von Wälti und Kemme die Spatzen schon längst von den Dächern gepfiffen haben – frühzeitig bekanntgegeben werden. Das sich damit ein Verein ins eigene Fleisch schneidet, glaube ich kaum – zumal das Fußballgeschäft ansonsten ja nun nicht gerade für Transparenz bekannt ist.

    Ins eigene Fleisch schneidet man sich stattdessen viel eher, wenn man diese Spielerinnen nicht mehr einsetzt. Es sei denn, man möchte von Stund‘ an nicht mehr leistungsorientiert aufstellen (oder die Spielerinnen bringen auf einmal ihre Leistung nicht mehr auf den Platz). Ansonsten sind solche Verhaltensweisen wie diejenigen, die Schröder hier früher an den Tag gelegt hat, nur eines: die eines trotzigen Kindes!

    (27)
  • Onkel Fußball sagt:

    Ich glaube, meine Schröder-Anmerkung ist falsch aufgenommen worden.

    Das sollte keine Anregung oder Befürwortung sein, sondern ein Vergleich mit vergangenen
    Turbine-Zeiten.

    Deshalb schrieb ich auch: „Sara Doorsoun fällt mir da schmerzlichst ein.“

    (7)
  • micky sagt:

    Oh jey, ein bischen traurig bin ich schon über die Nachricht, dass uns Tabbi und Lia zum Saisonende verlassen wollen. Selbst wenn es die Spatzen von den Dächern pfiffen und die Ausleihe (nicht Weggabe!) von Lydia Kulis bis zum Saisonende, sowie die Neuverpflichtung der tschechischen Nationalspielerin Klara Cahynova von Slavia Prag ein direkter Fingerzeig waren. Insbesonderer da Cahynova als zweikampfstarke und präzise Mittelfeldspielerin geholt wurde.

    Tabbi und Lia sind zwei erfahrene Führungsspieler und werden nicht so einfach zu esetzen sein. Das aber Tabbi mit 27 Jahren davon 12 Jahre bei Turbine mal was neues machen möchte, ist in meinen Augen verständlich.

    Champions League Sieger, 4 x deutsche Meisterschaft, U 20 Weltmeisterin und das alles für und mit Turbine sind Grund genug ihr dankbar zu sein.

    Ich wünsche jedenfalls beiden Spielerin alles Gute in ihren neuen Vereinen.

    Andererseits haben wir zur Zeit eine ganze Reihe hervorragender Tallente in der 1.Mannschaft, die allesamt das Zeug haben Tabbi und Lia in Perspektive zu ersetzen. Tori Schwalm, Gina Chmielinski, Nina Ehegötz, Caroline Siems,Melissa Kösler sind meine „Jung-Favoriten“ für die Zukunft. Wenn es Matthias Rudolph
    gelingt diese Spielerinnen in naher Zukunft weiter aufzubauen – und davon gehe ich aus – ist mir um die Zukunft von Turbine nicht bange.

    Der weitere Abgang von Elise Kellond Knight kam folgerichtig.Elise ist eine sympatische Spielerin, kam aber bei Turbine leider nicht so zurecht wie erhofft. Auch ihr alles Gute in ihrem Heimatland Australien.

    (26)
  • Witzfigur sagt:

    Meine fiktive Liste weiterer Abgänge sieht so aus:
    – Marina Georgieva
    – Lara Prasnikar
    – Jennifer Cramer
    – Eseosa Aigbogun
    – Anna Gasper
    ggf. kommen hinzu:
    – Laura Lindner
    – Felicitas Rauch
    Ob man Lidija Kulis gehen lassen wird, kann man zumindest bezweifeln; wird auch von den Leistungen beim Effzeh abhängen.
    Das der Abgang von Lia Wälti so überraschend nicht kommt, zeigt mir die Verpflichtung von Klara Cahynova, die diese Lücke u.U. wohl adäquat nicht ausfüllen wird können. Man hat sowieso die falsche tschechische Nationalspielerin verpflichtet, denn man hätte eher bei Sparta als bei Slavia schauen sollen…

    (-11)
  • AchimBerlin sagt:

    Ja, auch mir blutet das Herz! Das war gestern ein Schock für mich, obwohl auch bei mir die Potsdamer Gerüchteküche spätestens im Dezember 2017 angekommen war. Wenn man ins Karli geht, bleibt das ja nicht aus.
    Was mir aber bei aller Diskussion zu kurz kommt: Wir reden hier nicht über „Fußballmaschinen“, wir reden hier über junge Frauen, die zwar wirklich alles für ihren Sport und für ihren Verein geben, deren Leben aber weitaus mehr Facetten als nur Fußball hat (Tabbi hat das immer betont). Jetzt möchten sie Veränderung, neue Herausforderungen, auch sprachlich, neue kulturelle Erlebnisse. Das ist ihr gutes Recht!
    Ich persönlich wünsche Lia und Tabbi, dass sie kluge Entscheidungen für sich treffen und dann dort, wo sie spielen werden, Freude und Erfolg haben.
    Ganz sicher werde ich unseren „Käpt’n“ Lia nicht vergessen und „21 – Kemme“ wird für mich so etwas wie ein Synonym für Turbine Potsdam bleiben.
    Alles, alles Gute, Mädels!

    (30)

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