Englands Trainer Mark Sampson gefeuert

Von am 20. September 2017 – 23.09 Uhr 16 Kommentare

Nur einen Tag nach dem 6:0-Sieg gegen Russland zum Auftakt der WM-Qualifikation ist Englands Trainer Mark Sampson entlassen worden.

Englands Trainer Mark Sampson muss gehen

Englands Trainer Mark Sampson muss gehen © UEFA

Zu der Begründung heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des englischen Fußballverbands FA, Sampson habe in seiner Zeit als Trainer von Bristol Academy professionelle Grenzen zwischen Trainer und Spielerinnen überschritten, bevor er im Dezember 2013 Trainer der englischen Nationalelf wurde. Erst jetzt sei dem Verband ein umfassender Bericht der damaligen Vorkommnisse vorlegt worden.

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Inakzeptables Verhalten unstrittig

„Es ist unsere Einschätzung, dass der Bericht ohne Zweifel das unangemessene und inakzeptable Verhalten eines Trainers offenlegt“, so die FA. „Auf dieser Basis haben wir schnell gehandelt und uns auf eine Aufhebung des Vertrags von Sampson geeinigt.“

FA unterstützt unabhängige Ergebnisse

Zuletzt war Sampson wegen Rassismus-Vorwürfen der früheren Nationalspielerin Eniola Aluko unter Druck geraten. Hinsichtlich dieser Vorwürfe sei der Verband auf der Linie der Ergebnisse der unabhängigen Rechtsanwältin Katharine Newton.

Untersuchungen gehen weiter

Sampson hatte alle Anschuldigungen gegen ihn zurückgewiesen und kein Fehlverhalten war nachgewiesen worden. „Wir werden die unabhängige, fortlaufende Untersuchung weiterhin unterstützen und neue Ergebnisse und Empfehlungen veröffentlichen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • bale sagt:

    oh mann was kommt denn jetzt noch alles raus und was sagen JETZT die Spielerinnen.

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  • Volker sagt:

    „professionelle Grenzen zwischen Trainer und Spielerinnen überschritten“ eine selten blöde Formulierung! Die Interpretation liegt bei der Fantasie des Lesers und was die Boulevardpresse daraus macht. Start frei jede Art von Schmutzkampagne. Hier wurde gesucht weil man finden wollte, Konkreteres wird man wohl nie erfahren. Gab es Klagen oder Beschwerden von Spielerinnen aus der Bristol Academy? Wenn Ja , warum ist Sampson dann Trainer geworden? Ein undurchsichtiges Wirrwarr finde ich. Das sich Rassismus Vorwürfe auch instrumentalisieren lassen ist bekannt. Was sagen die Spielerinnen? oder dürfen Sie eine Meinung haben.? Der Fußballverband FA zeigt unschuldige Ahnungslosigkeit. Ich bin bei der Beurteilung solcher Meldungen sehr Vorsichtig geworden.

    (5)
  • Dussel Duck sagt:

    Im heutigen Guardian findet sich noch mal eine Zusammenfassung dessen, was über die Sache bekannt ist. Der Artikel lässt kaum ein gutes Haar am englischen Fußballverband und vermutet, Sampsons lange bekannte Eskapaden als Trainer von Bristol Athletic (er hat wohl nicht immer den Abstand zu seinen Spielerinnen gewahrt) seien im Wesentlichen ein Vorwand, um heute den Rassismusvorwurf nicht weiter untersuchen zu müssen.
    Na ja, ich habe mal die Internetadresse der betreffenden Seite einfach hier eingefügt:
    https://www.theguardian.com/football/2017/sep/20/mark-sampson-fa-england-buck-passing-daniel-taylor

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  • bale sagt:

    habe jetzt noch mal ein bisschen die englischen seiten gelesen.es wirft ein schlechtes licht auf den FA.SIE haben ja schon 2014 Informationen zugespielt bekommen über die bristol zeit und trotzdem wird er Trainer,hat auch verschiedene Mädels Abteilungen geleitet.der FA verantwortliche drückt sich vor den konkreten Anschuldigungen und lässt so viel raum für Spekulationen sehr schlechte öffentlichkeitsarbeit.vielleicht trauen sich jetzt die Spielerinnen sich zu äussern.meiner Meinung hat es mit dem Rassismus nix zu tun man will eher das andere vertuschen,weil man ihn trotzdem eingestellt hat!!!!!!!!!!!!!! Werde es weiter verfolgen.es gab vor kurzem auch im jungen-fussball in England sehr unangenehme Enthüllungen.

    (6)
  • Der Zuschauer sagt:

    Noch ist nichts genaues amtlich und solange sollten wir hier und die Presse den Ball flach halten. Nur wenn 100% Tatsachen bewiesen werden können sollte die FA handeln.Da sie gehandelt hat werden die Vorwürfe auch stimmen.Und noch eins,es wäre nicht der erste Fall,daß eine Frau ihre Körper als Karriereschub benutzt.

    (-20)
  • Zaunreiter sagt:

    Das wurde auch Zeit, dass dieser unangenehme Mensch gehen muss.

    Für mich stellt sich die Frage: Was sagt das über die Spielerinnen aus, wenn sie – wie überall kolportiert – nach dem 1:0-Führungstreffer alle demonstrativ zur Bank rennen.
    Ist das dann das „Stockholm-Syndrom“? Oder falsch verstandene Loyalität?
    Was passiert jetzt mit der Überbringerin der schlechten Botschaft?
    Wir erinnern uns: Der Verrat wird geliebt, aber nicht der Verräter.

    (3)
  • Emma sagt:

    @Der Zuschauer

    Das ist doch wohl nicht dein Ernst!

    @womensoccer.de Wieso werden hier sexistische Kommentare freigeschaltet?

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  • Zaunreiter sagt:

    Emma, sorry, aber ich muss jetzt mal dem Zuschauer zur Seite springen und mit Voltaire antworten:
    „Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.“

    Der letzte Satz des Zuschauers ist Fakt. Erinnere dich an Carolin Kebekus und ihren Beitrag, wenn Männer mit ihren Augen in die offenen Blusen von Frauen reinfallen. Nur, dass die Männer dann leider vergessen, dass die Frauen sich entweder für sich selbst schön machen oder vielleicht ja Brad Pitt begegnen könnten.

    Und du kannst das sog. „älteste Gewerbe der Welt“ nicht negieren, wenn du die Augen davor verschließt.
    Du machst das vielleicht nicht, aber es gibt Frauen, die setzen ihre Ausstrahlung (nehm ich mal statt Schönheit, weil das ja subjektiv ist) als Mittel ein, um vorwärts zu kommen. In einer patriarchalen Gesellschaft wie der unseren braucht das kein Mann. Der muss dann halt eher aggressiv auftreten.

    Der Zuschauer hat eine unbewiesene Behauptung aufgestellt. Auf der Grundlage dessen, dass „Sampson ‚professionelle Grenzen‘ zwischen Trainer und Spielerinnen überschritten habe“. Das ist ein so dehnbarer Begriff, deswegen setzt man niemanden kurzerhand vor die Tür. Man könnte auf die Idee kommen, die 80.000 Pfunde von der FA für Aluko sind Schweigegeld. Da kommt man doch erst recht auf „dumme Gedanken“. Da wurden dann die härteren Geschütze aufgefahren, was ich auch gut finde, wenn ich daran denke, was er mit Aluko, Asante, Sanderson und Spence (die, die viermal im Gefängnis gesessen haben soll) angestellt hat.
    Sein diabolisches Grinsen kann er jetzt zuhause vorm Spiegel weiter üben.
    Was noch bezeichnend ist, ist das laute Schweigen von Houghton, Williams, Taylor und Bronze. Stattdessen rennen sie nach dem ersten Tor von Nikita Parris – einer Farbigen (sic!) – zu ihrem Trainer. Hat er die alle gehirngewaschen?

    (0)
  • Der Zuschauer sagt:

    Hallo Emma,

    Körperbetontes Spiel ist eines der Grundlagen eines Fußballspieles,sowohl bei Männern als auch bei den Frauen. Und mit einer körperbetonten Spielweise kann auch Frau sich beim Trainer hervortun, sie spielt halt sehr robust. Was Du da wieder hinein interpretiers, ist leider Deine Sache. Wie es aussieht haben alle anderen mich hier schon verstanden.Es ist doch normal,dass ein Trainer und eine Spielerin sich vielleicht mögen und wenn es dann zu Ende geht werden unschöne Gerüchte in die Welt gesetzt, die den Trainer stürzen.
    Das hat mit sexistisch überhaupt nichts zu tun. Das war und ist einfach das ganz normale Leben.

    (-12)
  • Sundermann sagt:

    In der Angelegenheit geht es bestimmt nicht um körperbetontes Spiel.

    „Und noch eins,es wäre nicht der erste Fall,daß eine Frau ihre Körper als Karriereschub benutzt.“

    Übersetzt heisst das: die Karriereleiter hochklettern mit Umweg über das Bett.

    „Es ist doch normal,dass ein Trainer und eine Spielerin sich vielleicht mögen und wenn es dann zu Ende geht werden unschöne Gerüchte in die Welt gesetzt, die den Trainer stürzen.“

    Also böse Spielerin, armer Trainer.

    OMG

    (13)
  • balea sagt:

    In England (und anderswo) beginnt sich der FF zu professionalisieren und da müssen sich sicher auch die FA, die Trainer und anderes „Umfeld“ sputen, um nicht den Anschluss an die Realitäten zu verlieren.
    Mit „Realitäten“ meine ich zunehmend professionellere und damit selbstbewusstere Spielerinnen, die sich nicht mehr alles bieten lassen (vom Umfeld, der Öffentlichkeit, den Fans) und „Vorkommnisse“ des alltäglichen Berufslebens an den öffentlichen Diskurs geben, statt sie still zu ertragen.

    (4)
  • Der Zuschauer sagt:

    Hallo Sundermann,

    Nicht böse Spielerin, armerTrainer,sondern, böser Trainer,böse Spielerin,so wird ein Schuh draus !

    (-13)
  • Emma sagt:

    @Der Zuschauer

    Was hat körperbetontes Spiel mit Trainern zu tun, die anscheinend wesentlich jüngere (!) Spielerinnen belästigen und das Machtgefälle für sich ausnutzen? Täter-Opfer-Umkehr garniert mit der Behauptung, dass Frauen sich üblicherweise Männern anbieten und sie danach der sexuellen Belästigung bezichtigen, ist Sexismus in Reinform.

    @Zaunreiter

    Prostitution ist weder das älteste Gewerbe der Menschheit noch geht sie von Frauen aus, die sich anbieten, weil sie es toll finden. Sie entstand aus der Sklaverei und wird auch heute noch als „weiße Sklaverei“ bezeichnet.
    Aber was das mit dem Thema Mark Sampson zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

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  • bale sagt:

    wirklich mitreden können wirklich nur aktuelle oder jetzige Spielerinnen und ja balea ich stimme dir zu was du in deinem post schreibst.trainer haben eine Verantwortung und müssen sich zusammenreissen.

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  • balea sagt:

    Die taz hat den Fall auch nochmal zusammengefasst:
    http://taz.de/Trainer-der-Frauennationlelf-gefeuert/!5447765/

    Interessant, dass der erste (bislang einzige) Kommentar auch eher verharmlosend daherkommt. Wäre es beim Männerfussball auch so, dass zuallerst die Glaubwürdigkeit des Spielers in Frage gestellt wird? Andererseits gibt es bei den Männern die extreme Angst vor homosexuellen Outings, weil das bei den „Fans“ massiv negative Folgen haben könnte. Allerdings sollten sich die FFFans nicht deswegen von allen Vorurteilen freisprechen, bloss weil das Thema Homophobie hier nicht so eine Rolle spielt.

    (2)

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