Frauen-WM 2019: Auftakt zur WM-Qualifikation

Von am 13. September 2017 – 15.03 Uhr 3 Kommentare

Mit der Partie Färöer-Inseln gegen die Tschechische Republik startet am Donnerstag, 14. September, die europäische Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich. Acht europäische Startplätze sind neben dem Gastgeber zu vergeben, die DFB-Elf steigt am Samstag in den Wettbewerb ein. Wir erklären den Modus und werfen einen Blick auf die Gruppen.

DFB-Spielerin Kristin Demann am Ball während der EM 2017

Kristin Demann startet mit der DFB-Elf am Samstag gegen Slowenien in die WM-Qualifikation © Brendan Moran Sportsfile/UEFA

Der Modus hat es in sich, denn nur die Sieger der jeweils aus fünf Teams gebildeten sieben Gruppen qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Die vier besten Gruppenzweiten (Bilanz gegen den Ersten, Dritten und Vierten der Gruppe) bestreiten im Oktober/November 2018 zwei Play-off-Runden, in denen der letzte europäische Startplatz vergeben wird.

Anzeige

Gruppe 1: England, Russland, Wales, Bosnien und Herzegowina, Kasachstan

Als Topfavorit in Gruppe 1 geht EM-Halbfinalist England in die Qualifikation, der bei der vergangenen WM 2015 in Kanada mit einem 1:0-Sieg gegen Deutschland Platz 3 holte. In den vergangenen Wochen machte das englische Team eher abseits des Platzes Schlagzeilen. Trainer Mark Sampson sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Der sportlichen Dominanz der Engländerinnen in dieser Gruppe dürfte das keinen Abbruch tun. Noch am ehesten gefährlich werden könnte den Engländerinnen Russland, das unter Trainerin Elena Fomina sichtlich Fortschritte macht.

Gruppe 2: Schweiz, Schottland, Polen, Weißrussland, Albanien

2015 qualifizierte sich die Schweiz unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg erstmals für eine Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Die Schweizerinnen müssen allerdings nun die Rücktritte von gleich sechs namhaften Spielerinnen verkraften (Martina Moser, Caroline Abbé, Vanessa Bürki, Stenia Michel, Sandra Betschart, Fabienne Humm). Die Schweiz ist dennoch Favorit in Gruppe 2, doch Schottland hat gute Chancen, den Schweizerinnen das Leben schwer zu machen.

Gruppe 3: Norwegen, Niederlande, Irland, Nordirland

Der Gewinn des EM-Titels hat in den Niederlanden einen Frauenfußball-Boom entfacht. Die 22.000 Tickets für das WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen im Oktober waren binnen drei Tagen ausverkauft. In Gruppe 3 bekommen es die Niederlande wie schon im EM-Eröffnungsspiel mit Norwegen zu tun, das bei der EM mit drei Niederlagen und ohne eigenen Treffer die Segel strich. Zudem wird Ada Hegerberg auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung stehen. Irland will unter Trainer Colin Bell wertvolle Erfahrungen sammeln. Die Entscheidung um den Gruppensieg wird zwischen den Niederlanden und Norwegen fallen.

Gruppe 4: Schweden, Dänemark, Ukraine, Ungarn, Kroatien

Dänemarks Spielerinnen befinden sich rund eine Woche vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation im Streik, weil der Verband den finanziellen Forderungen bisher nicht nachgegeben hat. Womöglich hat auch diese Diskussion zum Rücktritt von Trainer Nils Nielsen geführt, der interimsweise durch Søren Randa-Boldt ersetzt wird. Auch Schweden wird mit dem neuen Trainer Peter Gerhardsson in die Qualifikation gehen. Die beiden skandinavischen Teams werden den Gruppensieg unter sich ausmachen.

Gruppe 5: Deutschland, Island, Tschechische Republik, Slowenien, Färöer-Inseln

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf schied bei der EM in den Niederlanden bereits im Viertelfinale aus. Wie Norwegen und Schweden hat auch Deutschland bisher an allen sieben WM-Endrunden teilgenommen. Zum Auftakt geht es für die DFB-Elf in einem Heimspiel am Samstag in Ingolstadt gegen Slowenien. Nur Island ist in der Lage, den DFB-Frauen den Gruppensieg streitig zu machen.

Schlagwörter:

Gruppe 6: Italien, Belgien, Rumänien, Portugal, Moldawien

Auch wenn Italien und Belgien bei der EM in den Niederlanden bereits in der Vorrunde ausschieden, boten sie durchaus ansehnliche Vorstellungen. Beide dürften sich in dieser Gruppe 6 ein Duell um den Gruppensieg liefern, EM-Debütant Portugal geht als chancenreicher Außenseiter ins Rennen. Vielleicht die einzige Gruppe, in der gleich drei Teams reelle Chancen auf den Gruppensieg haben. Italien will sich unter der neuen Trainerin Milena Bertolini erstmals seit 1999 wieder für eine WM qualifizieren.

Gruppe 7: Spanien, Österreich, Finnland, Serbien, Israel

Überraschungs-EM-Halbfinalist Österreich warf im Viertelfinale Spanien nach Elfmeterschießen aus dem Turnier. In Gruppe 7 feiern beide Teams ein frühes Wiedersehen. Man darf gespannt sein, ob die Österreicherinnen den Schwung der EM mit in die WM-Qualifikation nehmen können. Spanien ist hier sicherlich leicht favorisiert, doch Österreich ist ebenfalls ein heißer Anwärter auf den Gruppensieg. Finnland tritt unter der neuen Trainerin Anna Signeul an, die zwölf Jahre lang Trainerin Schottlands war.

Termine

WM-Qualifkation: 14. September 2017 bis 4. September 2018
Play-off, Halbfinale: 1. bis 9. Oktober 2018
Play-off, Finale: 5. bis 13. November 2018
Auslosung Endrunde: November/Dezember 2018, Frankreich
Endrunde: Sommer 2019, Frankreich

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Zaunreiter sagt:

    Aluko und Sampson, die nächste Episode…

    Ich wusste nicht, wohin mit dem Artikel, aber da es ja um Englands Zukunft bzw. wer das ENG WNT in die WM-Quali führt, setz ich ihn hier rein.
    http://www.fr.de/sport/fussball-wettbewerbe/frauenfussball/england-um-keine-ausrede-verlegen-a-1350225,0#artpager-1350225-0

    (2)
  • bale sagt:

    meine in einem englischem blog gelesen zu haben,das der Bruder auch rassistisch ist,er ist auch immer an Bord bei den spielen.

    (2)
  • holly sagt:

    wenn das bei mehreren spielerinnen passiert ist, warum melden die sich dann nicht?

    (1)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar