Frauen-Bundesliga: Was jeder über den 2. Spieltag wissen sollte

Von am 8. September 2017 – 8.31 Uhr 8 Kommentare

Der komplette zweite Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga wurde wegen der bevorstehenden U19-EM-Qualifikation von Sonntag auf Samstag vorgezogen. Eine der reizvollsten Partien ist das Duell zwischen dem FC Bayern München und dem SC Freiburg.

Spielszene FC Bayern München gegen SC Freiburg

Immer heiß umkämpft: Duelle zwischen Bayern München und dem SC Freiburg © Karsten Lauer / girlsplay.de

FC Bayern München gegen SC Freiburg (Samstag, 13 Uhr, SPORT1/DFB-TV/TELEKOM SPORT live)

Nach dem souveränen Saisonauftakt will Vizemeister FC Bayern München im Heimspiel gegen den SC Freiburg nachlegen. „Das wird ein weiterer wichtiger Gradmesser für uns“, sagt Bayern-Stürmerin Mandy Islacker, die in der Vorwoche beim Sieg in ihrer Heimatstadt Essen zu den Torschützinnen gehörte. „Technisch versiert, spielstark, torgefährlich“ – so schätzt Bayern-Trainer Thomas Wörle den Gegner ein, den er zu den Topclubs der Liga rechnet. Nicht mit dabei sein können Viki Schnaderbeck, Jovana Damnjanovic, Sydney Lohmann sowie die beiden langzeitverletzten Lena Lotzen und Anna Gerhardt.

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Seit einer 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München im vergangenen Februar ist der SC Freiburg in elf Spielen (acht Siege, drei Remis) der Frauenfußball-Bundesliga ungeschlagen. Eine Serie, die die Elf aus dem Breisgau gerne fortsetzen will. „Uns erwartet ein abgezockter Gegner, der körperlich robust auftritt und uns alles abverlangen wird“, weiß Freiburg-Trainer Jens Scheuer um die Schwere der Aufgabe. Der Einsatz von Nationalspielerin Lena Petermann (Muskelfaserriss) ist fraglich. Marie Müller (Meniskusverletzung) und Sandra Starke (Schambeinentzündung) fehlen definitiv.

SC Sand gegen VfL Wolfsburg (Samstag, 14 Uhr)

Zwei Mal in Folge zog der SC Sand im DFB-Pokal-Finale gegen Meister VfL Wolfsburg den Kürzeren. Und das Duell beider Teams erhält zusätzliche Brisanz durch den Wechsel von Sands Trainer Sascha Glass und Assistentin Mirella Junker sowie Abwehrallrounderin Johanna Tietge, die im Sommer von Niedersachsen nach Südbaden wechselten. Beide Teams starteten mit Siegen in die neue Saison.

„Das Wichtigste war der gute Start und dass wir im Hinblick auf das Spiel gegen den VfL mit drei Punkten nach Hause kommen“, so Glass, der sich keinen Illusionen hingibt: „Das wird schon eine schwere Aufgabe, aber unser Sieg und der wieder ohne Gegentreffer hat der Mannschaft weiter Selbstvertrauen gegeben.“ Verena Aschauer kehrt nach abgelaufener Sperre wieder in den Kader zurück. Für die Fans gibt es einen Familientag mit verschiedenen Aktionen. Dazu kommen die neue Anzeigetafel und der Medienturm erstmals zum Einsatz.

Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch meint: „Jeder weiß inzwischen, welche Atmosphäre einen erwartet. In Sand ist es immer sehr besonders, die Zuschauer stehen sehr nach am Spielfeld. Wir rechnen mit einer kampfbetonten Begegnung. Der Gegner wird kompakt stehen und nach vorne versuchen, Nadelstiche zu setzen. Darauf sind wir eingestellt, wollen aber natürlich unseres eigenes Spiel durchziehen und uns Torchancen erarbeiten. Insgesamt sehe ich uns gut vorbereitet.“ Katharina Baunach fehlt wegen Fersenproblemen, Babett Peter hat nach ihrem Nasenbeinbruch gegen Hoffenheim eine Maske bekommen und wird spielen können. Zsanett Jakabfi ist nach ihrer Sprunggelenksverletzung ebenfalls wieder im Training und eine Option für den Kader.

TSG 1899 Hoffenheim gegen 1. FFC Frankfurt (Samstag, 14 Uhr)

Für die TSG 1899 Hoffenheim gilt es im ersten Heimspiel die herbe 0:6-Klatsche beim VfL Wolfsburg zum Saisonauftakt zu verdauen. „Das steckt man nicht einfach weg“, so Hoffenheim-Trainer Jürgen Ehrmann. „Jetzt wollen wir natürlich gegen den 1. FFC Frankfurt etwas holen. Ein Heimsieg wäre schön, das haben wir gegen die Frankfurterinnen noch nie geschafft. Dazu wollen wir auf jeden Fall wieder kompakter agieren, der Schwerpunkt in dieser Woche lag zudem auf der Handlungsschnelligkeit.“ Eventuell ist Nicole Billa nach ihrer im EM-Halbfinale gegen Dänemark erlittenen Fußverletzung wieder einsatzbereit.

Ohne die verletzte Jackie Groenen, dafür aber womöglich wieder mit seiner neuen Kapitänin Marith Prießen (Mittelhandbruch) will der 1. FFC Frankfurt den gelungenen Saisonauftakt veredeln. Vor allem die Präzision beim letzten Pass sowie beim Torabschluss sowie das Positionsspiel sollen gegenüber dem Auftaktsieg gegen Köln verbessert werden. „Tatsache ist, dass das Verhältnis zwischen erspielten Chancen und Toren ausbaufähig ist“, so FFC-Trainer Matt Ross. Die Japanerin Kumi Yokoyama dürfte in Hoffenheim ihr Startelf-Debüt geben.

MSV Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam (Samstag, 14 Uhr)

Der MSV Duisburg will nach der knappen Niederlage beim SC Freiburg auch im ersten Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam „ein unangehmer Gegner sein“, so Duisburgs Trainer Christian Franz-Pohlmann, der auf die gesperrte Marina Himmighofen verzichten muss und womöglich auch auf die angeschlagene Torhüterin Lena Nuding (Schulterprellung). Turbine-Trainer Matthias Rudolph, der am Mittwoch seinen 35. Geburtstag feierte, meint: „Der MSV Duisburg hat am letzten Wochenende gegen den SC Freiburg eine sehr konzentrierte und disziplinierte Leistung abgeliefert und es wird schwer werden, ihr Bollwerk zu durchbrechen. Aber wir wollen uns die drei Punkte unbedingt holen.“

1. FC Köln gegen SGS Essen (Samstag, 14 Uhr)

Gegen den FC Bayern München präsentierte sich die Offensive der SGS Essen bei der Niederlage zum Saisonauftakt noch zahnlos. Das soll sich bei Aufsteiger 1. FC Köln ändern. „Für uns gilt es, den Kampf zu 100% anzunehmen und unsere Offensivqualitäten umzusetzen“, so Essens Kapitänin Ina Lehmann. Auf die Essenerinnen wartet in der Domstadt alles andere als ein Spaziergang. Der 1. FC Köln zeigte trotz der Niederlage beim 1. FFC Frankfurt zum Saisonauftakt gute Ansätze. „Herauszuheben ist die sehr aggressive Zweikampfführung und das schnell Umschalten nach Ballgewinn. Es wird ein hartes Stück Arbeit, wenn wir die Punkte aus Köln mitnehmen wollen.“, so Essens Trainer Daniel Kraus. Zumal er neben den langzeitverletzten Nina Brüggemann, Kirsten Nesse und Ramona Petzelberger zusätzlich auch noch auf Stürmerin Nicole Anyomi (muskuläre Probleme) verzichten muss. Darüber hinaus ist Sara Doorsoun noch gesperrt.

FF USV Jena gegen SV Werder Bremen (Samstag, 14 Uhr)

Der FF USV Jena empfängt im 200. Bundesligaspiel seiner Vereinsgeschichte Aufsteiger SV Werder Bremen. In der Vorwoche gab es für die Elf aus Thüringen zwar eine Niederlage im Ostderby beim 1. FFC Turbine Potsdam, doch dabei zeigte die Elf von Trainerin Katja Greulich gute Ansätze. Der Aufsteiger ließ sich bei der Auftaktniederlage gegen den SC Sand früh den Schneid abkaufen. „Da müssen wir beim nächsten Spiel schauen, dass wir von Beginn an schnell reinkommen“, mein Bremens Kapitänin Marie-Louise Eta.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • ruhri sagt:

    @Markus:

    Die Essener Kapitänin heißt Ina Lehmann!

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  • Markus Juchem sagt:

    @ruhri: Danke, schon korrigiert.

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  • enthusio sagt:

    Bei der SGS Essen fehlt auch die gesperrte Sara Doorsoun beim Spiel in Köln.
    Bei Wolfsburg fehlt in Sand Katharina Baunach weiterhin mit Fersenproblemen.
    Interessant wird sein, ob bei Potsdam Neuzugang Rahel Kiwic Einsatzminuten bei ihrem alten Club MSV Duisburg erhält.

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  • Markus Juchem sagt:

    @enthusio: Danke für den Hinweis mit Doorsoun. Hatte ich ganz vergessen, war glaube ich auch in der Essener PM nicht erwähnt oder ich habe es überlesen. Das Fehlen von Katha Baunach steht aber ganz sicher hier schon im Text! 🙂 Von Potsdam gibt es leider wie gewohnt nur spärliche Infos auf das nächste Spiel.

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  • enthusio sagt:

    @Markus Juchem:
    „Das Fehlen von Katha Baunach steht aber ganz sicher hier schon im Text!“

    Stimmt, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. 🙂

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  • Detlef sagt:

    Ich glaube man kann davon ausgehen, falls sich niemand verletzt hat, daß TURBINE wieder so beginnen wird wie gegen Jena!!!
    BIANCA SCHMIDT wird den „Pferdekuß“ auch wieder überstanden haben!!!

    Neben RAHEL KIWIC bleibt auch zu hoffen, daß SARAH ZADRAZIL bald wieder ein paar Minuten Einsatz bekommt!!!
    Ich weiß aber nicht, wie weit die Österreicherin schon ist??? 🤔

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  • enthusio sagt:

    @Detlef:

    Sarah Zadrazil hat gestern in der 2. Mannschaft beim Sieg gegen Meppen 90 Minuten durchgespielt.

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  • Detlef sagt:

    @enthusio,
    Danke, die gute Nachricht erreichte uns auch im fernen Duisburg!!!
    SARAH ZADRAZIL steuerte beim 5:1 Heimsieg sogar einen Treffer bei!!!

    https://www.turbine-potsdam.de/2017/09/09/zweite-mannschaft-mit-einem-51-sieg-zur-tabellenfuehrung/

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