Frauen-Bundesliga: Was Ihr über den 1. Spieltag wissen müsst

Von am 1. September 2017 – 11.07 Uhr 7 Kommentare

Die Spielerinnen der 12 Bundesligisten freuen sich auf die neue Saison.

Spielerinnen der 12 Bundesligisten freuen sich auf die neue Saison. Von links nach rechts: Susann Utes (FF USV Jena), Anne van Bonn (SC Sand), Nilla Fischer (VfL Wolfsburg), Kathleen Radtke (MSV Duisburg), Lina Magull (SC Freiburg), Felicitas Rauch (Turbine Potsdam), Marie-Louise Eta (Werder Bremen), Sophie Howard (TSG 1899 Hoffenheim), Ina Lehmann (SGS Essen), Melanie Behringer (Bayern München), Julia Arnold (1. FC Köln), Marith Prießen (1. FFC Frankfurt) © imago/Nordphoto

An diesem Wochenende startet die Frauenfußball-Bundesliga in ihre neue Saison. Wir blicken auf die Duelle des ersten Spieltags.

Wolfsburg gegen Hoffenheim (Samstag, 14 Uhr)

Der VfL Wolfsburg und sein neuer Trainer Stephan Lerch sehen sich nach einem produktiven Trainingslager in Österreich und einer Steigerung von Testspiel zu Testspiel gerüstet für den Bundesligastart. Im Kader gab es gegenüber der Vorsaison bis auf einige Abgänge kaum Veränderungen, die Wolfsburgerinnen gehen auch diesmal als großer Titelfavorit in die neue Saison. Fehlen wird an den ersten beiden Spieltagen aus nicht näher erläuterten disziplinarischen Gründen DFB-Nationalspielerin Isabel Kerschowski. Lerch meint: „Hoffenheim steht defensiv sehr kompakt und wird sicherlich auf Konter setzen. Deshalb wollen wir mutig nach vorne spielen!“

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Die TSG 1899 Hoffenheim weiß, dass viel zusammenkommen muss, um beim Meister VfL Wolfsburg etwas Zählbares mitzunehmen. „Das geht nur mit einer geschlossenen Teamleistung, viel Leidenschaft und ein bisschen Fußballglück“, so Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann, der sechs neue Spielerinnen integrieren musste. Zudem wurde die Spielidee aufgrund der Verletzungen mehrerer Spielerinnen (Billa, Bürger, Tufekovic, Zeller) noch einmal überdacht. „Unser Ziel wird erstmal sein, eine bessere Vorrunde zu spielen als in der vergangenen Saison, dann sehen wir weiter“, so Ehrmann.

SGS Essen – FC Bayern München (Samstag, 14 Uhr, WDR/TELEKOM SPORT live)

Nach dem Umzug auf den FC Bayern Campus und einem erfolgreichen Trainingslager in Österreich steht für den FC Bayern München gleich zu Beginn ein schweres Auswärtsspiel auf dem Programm.Zum Auftakt geht es nicht darum, den großen Glanz zu versprühen. Wir müssen um jeden Zentimeter fighten“, so Bayern-Trainer Thomas Wörle. In der Vergangenheit tat sich der Vizemeister bei der SGS Essen häufig schwer. Zur Zielsetzung für die neue Saison meint Wörle: „Den Umbruch in die richtigen Bahnen zu lenken und um die Champions-League-Plätze mitkämpfen.“ Zum Auftakt fehlen neben den beiden langzeitverletzten Lena Lotzen und Anna Gerhardt auch Melanie Behringer, Sydney Lohmann, Viktoria Schnaderbeck und Jovana Damnjanovic.

Werder Bremen – SC Sand (Sonntag, 11 Uhr)

Der SC Sand will zum Auftakt in seine vierte Bundesligasaison bei Aufsteiger SV Werder Bremen mit einem Erfolgserlebnis starten. „Das Spiel werden wir selbstbewusst angehen und es ist wichtig, dass wir einen guten Start in die Saison hinlegen“, so Sands Trainer Sascha Glass. Neben den beiden erfahrenen Spielerinnen Sylvia Arnold und Selina Wagner, die vom SC Freiburg in die Ortenau wechselten, hat Sand vier junge Akteure geholt, muss aber auch die Abgänge von so hochkarätigen Spielerinnen wie Jovana Damnjanovic, Dominika Skorvankova und Cecilie Sandvej sowie das Karriereende von Chioma Igwe verkraften.

Aufsteiger Bremen will sich teurer verkaufen als noch vor zwei Jahren. Die neue Trainerin Carmen Roth meint: „Wir wollen selbstbewusst spielen und freuen uns, dass wir mit einem Heimspiel beginnen. Es liegt eine gute Trainingswoche hinter uns, weshalb wir mit Zuversicht in das Spiel gegen Sand gehen. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft alles in die Waagschale werfen wird, um erfolgreich in die Spielzeit zu starten.“

1. FFC Frankfurt – 1. FC Köln (Sonntag, 11 Uhr)

Der 1. FFC Frankfurt startet wie schon im Vorjahr gegen einen Aufsteiger in die neue Saison. Für drei Spielerinnen der Gäste ist die Partie ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein: Anne-Kathrine Kremer und Peggy Nietgen wechselten erst kürzlich von Frankfurt nach Köln, Silvana Chojnowski trug zwischen 2011 und 2013 das FFC-Trikot. Zum Ligastart wird den Frankfurterinnen die neue Kapitänin Marith Prießen fehlen, die sich einen Mittelhandknochen gebrochen hat und operiert werden muss. FFC-Trainer Matt Ross meint: „Unsere Gäste vom Rhein sind gleich zum Auftakt ein anspruchsvoller Prüfstein, schließlich hat sich der Aufsteiger mit namhaften und erfahrenen Bundesliga-Spielerinnen verstärkt. Bei allem Respekt bin ich aber zuversichtlich, dass wir gute Chancen haben, mit einer konzentrierten Teamleistung die ersten drei Punkte zu realisieren!“

1. FFC Turbine Potsdam – FF USV Jena
(Sonntag, 13.30 Uhr, SPORT1/TELEKOM SPORT/DFB TV live)

Nach Platz drei in der vergangenen Saison will sich der 1. FFC Turbine Potsdam auch in der neuen Saison im oberen Drittel positionieren. „Wir wollen unter die ersten Vier“, so Turbine-Trainer Matthias Rudolph. Mit größere Variabilität in den Spielsystems will man noch flexibler auf ungewohnte Situationen reagieren. Zudem kann sich Rudolph in der Schwedin Amanda Ilestedt wohl über den prominentesten Neuzugang der Liga freuen. Auch Ex-Duisburgerin Rahel Kiwic als torgefährliche Abwehrspielerin sowie Stürmerin Nina Ehegötz erweitern die Optionen für Trainer Rudolph.

Beim FF USV Jena gilt es kleinere Brötchen zu backen. Zwölf Abgängen stehen nur sieben Neuzugänge gegenüber. „Unser Hauptziel ist es natürlich, optimal in die Saison zu starten. Wir wollen diszipliniert spielen und ihnen möglichst Paroli bieten“, so Jenas Trainerin Katja Greulich, die mit ihrem Team den Klassenerhalt sichern will. Bis auf Neuzugang Tiffany Cameron (Muskelbündelriss) stehen alle Spielerinnen zur Verfügung.

SC Freiburg – MSV Duisburg (Sonntag, 14 Uhr)

Der SC Freiburg will gleich zum Saisonauftakt an die starke Leistung aus der Vorsaison anknüpfen. In der Vorbereitung gab es bis auf wenige Ausnahmen keine größeren Verletzungsprobleme und mit nur drei externen Neuzugängen fiel auch die Kennenlernphase leicht. Freiburgs Trainer Jens Scheuer meint: „Es ist sicherlich ein Vorteil, dass wir gerade im taktischen Bereich nicht viel Neues machen mussten, da die Automatismen aus der Vorsaison noch vorhanden sind und wir auf Altbewährtes zurückgreifen können, das wir innerhalb weniger Trainingseinheiten festigen können.“

Beim MSV Duisburg sind hingegen Trainer Christian Franz-Pohlmann und gleich zehn Spielerinnen neu. Der Trainer sieht sein Team trotz der Langzeitausfälle von Torhüterin Meike Kämper und Stürmerin Lisa Makas für die neue Saison gut aufgestellt. „Wir haben nicht nur die elf Spielerinnen auf dem Platz, sondern noch vier oder fünf auf der Bank, die wir ohne großen Leistungsabfall bringen können.“ Die neue Kapitänin Kathleen Radtke meint: „Wir wissen, dass wir auch große Teams schlagen können, wir haben Vertrauen in uns.“ Sie gibt einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel aus.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • ruhri sagt:

    Bei der SGS fehlt neben den verletzten Nina Brüggemann, Kirsten Nesse und Ramona Petzelberger auch die für zwei Spiele gesperrte Sara Doorsoun. Ob Lisa Weiß am Samstag im Aufgebot steht würde ich mal mit einem Fragezeichen versehen, da sie erst in dieser Woche wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen ist. Ziemlich sicher bin ich mir aber darin, dass Mandy Islacker in ihrer Heimatstadt – mal wieder – mindestens ein Tor für ihren neuen Verein erzielen wird.

    (5)
  • Detlef sagt:

    Da hat TURBINE aber nur seine Ersatz-Kapitänin geschickt!!! 😉
    FELI RAUCH hat diesen Posten ja schon letzte Saison in der Hinrunde übernommen, bis LIA WÄLTI wieder einsetzbar war!!!

    Die Schweizerin ist aber nun zu Beginn der Saison schon topfit, und wird Sonntag ganz sicher die Binde tragen!!! 🙂

    PS:
    Platz 4 ist jetzt also das offizielle Trainerziel, naja…..!!! 🙁
    Bloß gut, daß die TURBINEN da viel ehrgeiziger sind!!! 🙂

    (-2)
  • Zaunreiter sagt:

    Hab ich erst kürzlich nicht hier gelesen, dass Frau Breitner Kapitänin in Hoffenheim geworden ist und ebenso auch Frau Schöne in Freiburg?

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  • Aldur sagt:

    Zunächst mal freut es mich, dass das Auftaktmatch der SGS auf Samstag vorgezogen wurde, da ich am Sonntag in den Urlaub starte, und so doch noch im Stadion dabei sein kann.

    Wenn ich einen Tipp für den Saisonausgang abgeben müsste, würde ich auf den ersten vier Tabellenplätzen die exakt selbe Reihenfolge wie im Vorjahr erwarten. Wolfsburg ohne spektakuläre Zugänge – allerdings werden Goeßling und Jakabfi, nach ihren langen Ausfallzeiten in der Vorsaison, fast wie solche sein. Wenn Bayern den Kaderumbruch hinbekommt, sind sie der Papierform nach die klare Nr.2. Andernfalls könnten Potsdam und Freiburg da sein. Beide verlieren mit Wesely respektive Zehnder jeweils nur eine Stammspielerin aus den gut funktionierenden Teams der Vorsaison und verstärken sich punktuell ganz gut.

    Spannung erwarte ich im aber Abstiegskampf. Traditionell sind die Aufsteiger ja die ersten Abstiegskandidaten. Angesichts der beachtlichen Kaderumbrüche in Jena und Dusiburg würde ich das diese Saison aber nicht so pauschal formulieren. Auch Hoffenheim verliert zwei Schlüsselspielerinnen, ohne diese durch augenfällig gleichwertigen Ersatz zu kompensieren.

    Für Essen und Sand darf man wohl jeweils eine sorgenfreie Spielzeit erwarten. Spannend wird sein, wo die Reise für den einstigen Branchenprimus aus Frankfurt hingeht. Das vermag ich überhaupt nicht einzuschätzen.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Die neue Kapitänin in Duisburg heißt KATHLEEN RADKE, wie auch unter dem Foto richtig geschrieben!!! 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    @Detlef und Zaunreiter: Danke für den Hinweis. Ich formuliere die Bildunterschrift um, da nicht alle ihre eigentlichen Kapitäninnen zu der Veranstaltung entsandt hatten.

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  • never-rest sagt:

    @Aldur: Gebe Dir Recht, was WOB als Meisterschaftsfavoriten betrifft. Bin allerdings gespannt, ob Lena Goeßling noch einmal an ihre alte Form anknüpfen kann. Denke außerdem, dass Islacker diese Saison Konkurrenz um die Torjägerkrone durch Pajor und/oder Harder bekommen könnte.

    Turbine und der FCB werden sich mit dem SC Freiburg um die nachfolgenden Plätze streiten. Beim FCB rechne ich nach dem masiven Umbruch aber erst einmal mit erheblichen Startproblemen.

    Die Reise von dem 1FFC wird m.E. dagegen erst einmal ohne Islacker in Richtung Tabellenniemandsland gehen. Mit der SGS und Sand gibt es bestimmt einen spannenden Positionskampf im Mittelfeld der Tabelle.

    Leider befürchte ich, das Werder zu schwach ist die Klasse zu halten. Den zweiten Abstiegsplatz machen Köln, Duisburg, Jena und Hoffenheim untereinander aus.

    Das schöne an solchen Prognosen ist, dass sie meist nicht eintreffen und alles anders kommt als man denkt.

    (6)

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