Italien: Antonio Cabrini muss seinen Platz räumen

Von am 4. August 2017 – 16.09 Uhr 8 Kommentare

Antonio Cabrini, Weltmeister 1982 und ehemaliger Abwehrspieler von Juventus Turin, ist nicht mehr Trainer der italienischen Nationalelf. Nachfolgerin wird Milena Bertolini.

Die 51-Jährige, früher Trainerin in Verona, Reggiana und Pescara, übernimmt ab sofort den Posten als Trainerin.

Traum geht in Erfüllung

„Für mich geht ein Traum in Erfüllung, dass ich die Nationalmannschaft trainieren darf“, so Bertolini, die als Trainerin drei Meistertitel, drei Pokalsiege und vier Superpokale gewann. Zuvor hatte Cabrini die Mannschaft fünf Jahre lang seit 2012 betreut.

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Antonio Cabrini

Italiens Trainer Antonio Cabrini gibt nach fünf Jahren sein Amt auf © Sportsfile

Ziel WM 2019

Bertolini erklärt weiter: „Ich werde ab heute mit derselben Leidenschaft zu Werke gehen, die meine gesamte Karriere als Spielerin und Trainerin gekennzeichnet hat. Wir haben eine große Herausforderung, Italien zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder für eine WM zu qualifizieren, 2019 in Frankreich, aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können.“

Bei der EURO in der Gruppenphase ausgeschieden

Bei der EM in den Niederlanden war Italien bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, nach Niederlagen gegen Russland und Deutschland sowie einem Sieg gegen Schweden.

WM-Quali-Start am 15. September

Bertolini wird ihr Amt am 16. August antreten. Erste Bewährungsprobe wird das Auftaktspiel in der WM-Qualifikation am 15. September in La Spezia gegen Moldawien sein. Italien trifft dort neben Moldawien auf Belgien, Portugal und Rumänien.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Der – wie Steffi Jones – noch unerfahrene französische Trainer Olivier Echouafni hat trotz der schwachen Leistung seiner Mannschaft bei der EM eine Jobgarantie vom französischen Fußballverband erhalten.

    http://uefafrauenem.sportschau.de/niederlande2017/nachrichten/Umstrittener-Echouafni-bleibt-Frankreich-Coach-,uefafrauenem1886.html

    Von unserem DFB-Boss Reinhard Grindel hört man dagegen andere, zurückhaltende Töne.

    http://uefafrauenem.sportschau.de/niederlande2017/nachrichten/Entscheidung-ueber-Jones-Zukunft-noch-im-August,uefafrauenem2174.html

    Der DFB sollte Steffi Jones und Markus Högner schnellstens das Vertrauen aussprechen und ihnen die nötige Zeit geben, ihre Spielphilosophie der Mannschaft zu vermitteln. Der Erfolg wird sich dann schon wieder einstellen.

    (-9)
  • tomasz87 sagt:

    Steffi Jones hat sich ja schon auch ebenso gegen logische Denken geeussert und ist, deshalb ja auch Leibling auf diese Seite.Aber ich finde es auch gut von dfb wenn auch 2019 Jones nähmen und andere Nationen nochmal vortreten lassen.Dänemark haben Jones und dfb viel dankbarkeit zu verdanken, und auch Östereich die Danken Jones auch endlich zum ersten Mal besser sind als Deutschland. Ist das nicht auch tol.

    (-6)
  • Doc sagt:

    @enthusio

    „Der Erfolg wird sich dann schon wieder einstellen.“

    Weißt Du, HOFFNUNG war schon immer die schlechteste aller Strategien!

    …und aus was genau besteht eigentlich diese Spielphilosophie?
    Mach‘ mich bitte schlau.

    (8)
  • enthusio sagt:

    @Doc:
    „Weißt Du, HOFFNUNG war schon immer die schlechteste aller Strategien!“

    Nein, ich setze dagegen: die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich glaube nämlich weiterhin daran, dass Jones und Högner die richtigen Leute für unsere Nationalmannschaft sind.

    „…und aus was genau besteht eigentlich diese Spielphilosophie?
    Mach‘ mich bitte schlau.“

    Gerne doch. Allerdings ist das, was jetzt folgt, nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern hier unter Punkt 4 zu finden:
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/frauen-em-2017-neun-gruende-fuer-das-fruehe-aus-der-deutschen-nationalmannschaft-a-1160632.html
    „Als eine der zentralen Aufgaben für die EM machte das deutsche Trainerteam das Bespielen von kompakten Viererketten aus. Während Deutschland in der Defensive dünn besetzt war, konnte man bei technisch starken, kreativen Offensivspielerinnen aus dem Vollen schöpfen. Daher nahm Jones das Risiko in Kauf, hinten das ein oder andere Gegentor zu kassieren, um dafür vorne maximale Torgefahr zu entfachen.“

    Ohne Frage ist die Sache schief gelaufen, weil man wider Erwarten(!) vorne nicht mit Toren kompensieren konnte, was man hinten an Gegentoren zugelassen hat. Die Stürmerinnen haben eben nichts getroffen und unsere technisch starken Mittelfeldspielerinnen leider auch nicht. Hinzu kam das verletzungsbedingte Fehlen von Popp und die Nichtberücksichtigung von Schüller, so dass uns keine kopfballstarke Angreiferin zur Verfügung stand. (Petermann scheint sich im Training nicht angeboten zu haben.)

    Ein Wort noch zu den Torhüterinnen:
    Almuth Schult unterschied sich deutlich von den zahlreichen Pannentorhüterinnen dieser EM. Mit ihrer Turnierleistung kann sie sehr zufrieden sein.
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/frauen-em-2017-die-fehler-der-torhueterinnen-a-1160922.html

    (-2)
  • Aldur sagt:

    enthusio sagt:
    „Der – wie Steffi Jones – noch unerfahrene französische Trainer Olivier Echouafni hat trotz der schwachen Leistung seiner Mannschaft bei der EM eine Jobgarantie vom französischen Fußballverband erhalten.“

    Wobei Echouafni unter anderem schon in der zweiten französischen Liga (Männer) als Trainer tätig war. Seine mangelnde Erfahrung beschränkt sich also auf den Frauen-Bereich. Das ist schon eine etwas andere Situation als bei Jones.

    „Hinzu kam das verletzungsbedingte Fehlen von Popp und die Nichtberücksichtigung von Schüller, so dass uns keine kopfballstarke Angreiferin zur Verfügung stand.“

    Popp ist zuletzt weder im Verein, noch in der Natio als Stürmerin aufgeboten worden. Was macht Dich so sicher, dass sich das geändert hätte, hätte sie nicht verletzungsbedingt gefehlt?

    (12)
  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Der DFB sollte Steffi Jones und Markus Högner schnellstens das Vertrauen aussprechen…“

    Nein, im Gegenteil! Der DFB sollte jetzt sehr sorgfältig die Situation analysieren, das Für und Wider einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit S.Jones und ihrem Trainerteam prüfen und dann eine wohlüberlegte Entscheidung treffen.

    Übereilte ‚Treueschwüre‘ erweisen sich nämlich später oft als ‚Lippenbekenntnisse‘!

    (13)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Die Krux an der Trainerproblematik und -diskussion ist ja, dass der DFB trotz reichlich warnender Zeigerfinger, die Inthronisierung von Steffi Jones durchgeboxt hat und jetzt vor der Situation steht, dass er bei ihrer Amtsenthebung eingestehen würde, vor 10 Monaten wider besseren Wissens einen Fehler begangen zu haben.
    Diese Schlappe will man wohl unter allen Umständen vermeiden, selbst auf die Gefahr hin, es noch zu verschlimmbessern!

    (12)
  • enthusio sagt:

    @Aldur:

    „Wobei Echouafni unter anderem schon in der zweiten französischen Liga (Männer) als Trainer tätig war. Seine mangelnde Erfahrung beschränkt sich also auf den Frauen-Bereich. Das ist schon eine etwas andere Situation als bei Jones.“

    Nur zum Teil. Steffi Jones hat bekanntlich einen erfahrenen Frauenfussballtrainer an ihrer Seite.

    „Popp ist zuletzt weder im Verein, noch in der Natio als Stürmerin aufgeboten worden. Was macht Dich so sicher, dass sich das geändert hätte, hätte sie nicht verletzungsbedingt gefehlt?“

    Sicher macht mich gar nichts, Fußball ist bekanntlich keine Naturwissenschaft. Aber warum wäre Popp bei unserer Sturmflaute nicht als Stürmerin denkbar gewesen ? Ihre Kopfballstärke hat sie ja nicht über Nacht verlernt.

    @FFFan:
    Ich zweifle nicht an der Kompetenz von Jones und schon gar nicht von Högner. Was gibt es da zu prüfen ?
    Dass die Situation (also das Ausscheiden aus dem Turnier) analysiert werden muss, ist selbstverständlich.
    Man muß dem Trainerteam Geduld und Zeit einräumen und sollte keine Panikreaktionen verursachen. Wenn die vakante zweite Assistentenstelle kompetent besetzt wird, ist alles gut.

    (-6)

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