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Frauen-EM: Österreich stürmt und Frankreich rettet sich ins Viertelfinale

Von am 27. Juli 2017 – 1.34 Uhr 16 Kommentare

Die österreichische Frauenfußball-Nationalelf hat mit einem beeindruckenden Sieg gegen Island gleich bei ihrem EM-Debüt als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Dort steht auch Frankreich, das sich gegen die Schweiz in Unterzahl in der Schlussviertelstunde den notwendigen Punkt erkämpfte.

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Österreich gewann im Sparta-Stadion von Rotterdam vor 4120 Zuschauern gegen Island souverän mit 3:0 (2:0) und schloss damit die Gruppe C als Sieger ab. Sarah Zadrazil (36.) und Nina Burger (44.) trafen vor der Pause, die eingewechselte Stefanie Enzinger setzte mit ihrem ersten Treffer im Nationaldress für die über weite Strecken klar überlegenen Österreicherinnen den Schlussakkord (89.).

Logo der Frauenfußball EM 2017

Logo der Frauenfußball EM 2017 © UEFA

Abily rettet zehn Französinnen

Für Frankreich begann die Partie gegen Schweiz beim 1:1 (0:1) in Breda mit zwei herben Tiefschlägen, denn erst wurde Abwehrspielerin Eve Perisset nach einer Notbremse gegen Ramona Bachmann vom Platz gestellt (17.), dann brachte Ana-Maria Crnogorcevic die Schweiz per Kopf nach Freistoß von Martina Moser in Führung (19.). Doch am Ende verhinderte Mittelakteurin Camille Abily mit einem direkten Freistoß (76.), den die Schweizer Torhüterin Gaelle Thalmann durch die Finger rutschen ließ, das drohende Turnieraus eines der Titelfavoriten.

Die Spiele am Donnerstag

20.45 Uhr: Schottland – Spanien (Deventer)
20.45 Uhr: Portugal – England (Tilburg)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Rund 85 Jahre nach Sindelar & Co. hat Österreich wieder ein ‚Wunderteam‘!!! 😉

    (6)
  • FrankE sagt:

    Riesen Glückwunsch an die Ösis!!!!!!!! Jetzt werden eure Männer wohl im Boden versinken. Ein toller Erfolg gegen die Isländerinnen und ein verdienter Einzug ins Viertelfinale.

    Was die Französinnen gestern zeigten war fast wie ein déja vu. Schlechte Chancenverwertung, ungenaue Pässe…. Beeindruckt hat mich Lia Wälti , aber auch Rahel Kiwic machte ein gutes Spiel . Das ganze Schweizer Team gestern mit einer richtig guten Mannschaftsleistung.

    (14)
  • Aldur sagt:

    Nun ist ein Viertelfinalduell zwischen England und Frankreich relativ wahrscheinlich geworden. Das gab es bei der WM 2011 schon einmal im Viertelfinale und England unterlag damals – wie könnte es anders sein – im Elfmeterschießen. Ich kann mich gut an dieses nervenaufreibenden Spiel erinnern, was ich seinerzeit in Leverkusen im Stadion verfolgte. Diesmal würde England wohl als Favorit in so ein Duell gehen. In jedem Falle wird sich ein Mitfavorit auf den Titel früh verabschieden.

    Gestern sind die Französinnen natürlich mit einem tiefblauen Auge davongekommen. Ich gehe allerdings durchaus mit dem Eurosport-Kommentator d’accord, dass man bei der Situation, die zur Hinausstellung von Perisset führte, bereits zuvor das Sperren ohne Ball von Bachmann hätte abpfeifen müssen. Da hatte Frankreich sicher Pech mit der Schiedsrichterin, die ohnehin wohl nicht ihren besten Tag hatte.

    Österreich muss man inzwischen wohl alles zutrauen. Jetzt wäre ja sogar ein Halbfinalduell mit Deutschland im Bereich des Möglichen. Die erste Elf der ÖFB-Frauen scheint momentan jeden schlagen zu können. Die Frage wäre nur, ob sie auch in der Lage wären, etwaige Ausfälle gleichwertig zu kompensieren.

    (6)
  • enthusio sagt:

    Zwar haben die Schweizerinnen gegen die favorisierten Französinnen besser als erwartet agiert, aber kein Mittel gefunden, in Überzahl den Sack zuzubinden.
    Die Französinnen dagegen haben es trotz ungenauer Pässe und schlechter Chancenverwertung immerhin geschafft, in 80 Minuten Unterzahl mindestens gleichwertig das Spiel zu gestalten und das (in der Entstehung glückliche) wichtige Ausgleichstor zu erzielen.
    Zur Belohnung bekommen sie England als Gegner im Viertelfinale, wo alles wieder bei Null losgeht, während die Schweizerinnen mit leeren Händen nach Hause fahren.

    Den Östereicherinnen kann man zu ihrer phantastischen Leistung in der Gruppenphase nur gratulieren. Jetzt wird sich zeigen, wie sie mit der spanischen Spielweise klarkommen. Ein Halbfinale Deutschland-Österreich wäre ein Traum.

    (13)
  • tpfn sagt:

    Oh Osterlisch, Gratulation!!! Übrigens, die Bude in der 44 Minute machte auch Zadrazil, auf Twitter gibts entsprechende Beweisvideos. Ob die Schweiz auch ausgeschieden wäre wenn Wendie Renard nach ihrem derben Foul an Wälti vom Platz geflogen wäre? wahrscheinlich.

    (6)
  • Markus Juchem sagt:

    @tpfn: Burger hat dem Ball den entscheidenden Touch gegeben, deswegen hat die UEFA den Treffer offiziell Nina Burger gutgeschrieben.

    (7)
  • enthusio sagt:

    Die Engländerinnen haben im Viertelfinale gegen Frankreich einen entscheidenden Vorteil: Frankreichs Abwehrturm und Kopfballspezialistin Wendie Renard fehlt gelbgesperrt. Sie ist sicherlich nicht gleichwertig zu ersetzen. Da wird man sich auf ein spannendes Spiel freuen dürfen.

    (8)
  • tpfn sagt:

    @Markus Juchem
    Burger war nicht mehr am Ball, in den Videos sieht man dass Burger zu spät kommt und der Ball kein bischen seine Flugbahn ändert. Ich weiß natürlich dass sie nur die offiziellen Infos hier verbreiten dürfen, insofern ist das schon ok und wenn die Torjägerkrone nach Österreich geht weil Burger ein Tor mehr zugeschrieben bekommt, freuts mich auch.

    (-4)
  • waiiy sagt:

    In meinen Augen war die Schweiz gestern deutlich unterlegen. Sie haben aufopfernd gegen Frankreich dagegen gehalten und konnten so die meisten Chancen der Französinnen unterbinden. Aber ein eigenes Spiel konnten die Eidgenossinnen selbst in Überzahl nicht aufziehen. Und so wurde der Druck in der zweiten Halbzeit immer größer. Ich habe zwar die ganze Zeit gehofft, dass kein französischer Treffer fällt. Er war dann aber auch keine Überraschung.

    In der ersten Halbzeit, als die Schweiz noch die Kraft hatte, entstanden aus den eroberten Bällen starke Kontersituationen. Bachmann hatte ich nach dem letzten Spiel noch kritisiert. Diesmal muss man loben, dass sie als einzige Spitze nach vorn geschoben wurde. Da stand sie zumeist sowieso allein, sodass sie eben auch ins Dribbling gehen konnte / musste, was ihr entgegenkam. Die beiden Fouls (erst Gelb dann Rot) kurz nacheinander waren denn auch folgerichtig. Leider ließ vor allem bei ihr die Kraft irgendwann auch folgerichtig nach. Ich hätte sie nach 60 Minuten rausgenommen oder weiter nach hinten verschoben. So war jeder Befreiungsschlag auch ein Ball ins Nichts.

    Insgesamt war die Schweiz aber weniger nervös als in den beiden Spielen davor. Das liegt wohl daran, dass sie sich gegen Frankreich nicht als Favorit gesehen und den Druck selbst auferlegt haben.

    Glückwunsch nach Österreich zu einer außerordentlichen Gruppenphase! Das war Abruf der vollen Leistung in jedem Spiel und Spielfreude pur. So haben sie sich viele Sympathien erspielt. Ich freue mich persönlich sehr, dass Zadrazil und Burger mit Toren belohnt wurden. Gerade Burger reibt sich in jedem Spiel bis zur Aufopferung auf und lässt andere glänzen. Und gegen (mutmaßlich) Spanien kann man den Gegner wieder mit der Frankreich-Taktik entnerven. Da sind die Chancen nicht schlecht.

    (10)
  • Markus Juchem sagt:

    @tpfn: Burger hat in der Pressekonferenz nach dem Spiel gesagt, dass sie noch am Ball war und die UEFA ist nach Auswertung aller verfügbaren Bilder offenbar zu dem Urteil gekommen, dass ihr der Treffer zuzuschreiben ist. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

    (12)
  • Detlef sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an das ganze Team Österreich!!!
    Das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet, daß sie bei ihrem ersten großen Auftritt gleich so einschlagen!!!
    Ich hatte vielmehr gedacht, daß sie ihr Lehrgeld bezahlen müssen, und als Gruppenletzter die Heimreise antreten werden!!!
    Alles was jetzt noch kommt, sind Schokostreusel auf die Sahne!!! 🙂

    Freut mich natürlich auch besonders für SARAH ZADRAZIL, daß sie dieser EM bereits ihren Stempel aufdrücken konnte, und hoffe sehr, daß sie vor Selbstvertrauen nur so strotzt, wenn sie wieder nach Potsdam kommt!!! 🙂

    Tja, und die Schweiz war gestern ganz dicht dran an der Sensation!!!
    Sind früh in Führung, und auch früh in Überzahl gekommen, und wußten eigentlich nicht so recht, wie man damit umgehen soll!!!

    Für meinen Geschmack haben sie sich zu zeitig auf das Absichern ihres knappen Vorsprungs konzentriert, anstatt schon in Hälfte Eins noch nachzulegen!!!
    Es hätte ihnen klar sein müssen, daß ihnen die Beine eher schwer werden als den Französinnen!!!
    Die können eben den Ball laufen lassen, ohne sich selbst groß bewegen zu müssen!!!

    Allerdings war ich gestern sehr verwundert, wieviel Fehlpässe sich in ihr Spiel erneut eingeschlichen haben!!!
    Schon gegen die Ösies war mir dies aufgefallen!!!
    Und das sie gerne provozieren, und sich gern theatralisch fallen lassen, ist eigentlich auch bekannt!!!
    So sah mir auch die Szene, die dann zum Freistoß führte, sehr suspekt aus!!!
    Ich saß allerdings zu weit weg, um dies genau beurteilen zu können!!!

    Trotzdem machte die Schweiz gestern ihr bestes Spiel im Turnier!!!
    Sie sind schwach gestartet, und haben sich dann in jedem Spiel gesteigert!!!
    Hätte, hätte, Fahradkette, haben sich gestern viele Schweizer Anhänger gesagt!!!
    Mit einem Punkt aus dem ersten Spiel wäre man gestern ins VF eingezogen!!!

    (6)
  • jochen-or sagt:

    Ja, das wäre ein Halbfinale.

    Die Ösis gegen die Piefkes!

    Und dann noch ein neuerliches Cordoba!

    Schon jetzt hat die Presse in Austria in der Nationalhymne „Brüder“ durch „Schwestern“ ausgetauscht.

    (12)
  • tpfn sagt:

    @Markus Juchem
    wie ich oben bereits geschrieben habe, gibt es aus österreicher Sicht gute Gründe den Treffer Burger zuzuschreiben, das ändert aber nichts an dem Fakt dass Zadrazil das Tor geschossen hat! Wenn Burger tatsächlich mit ner Haarspitze am Ball gewesen sein sollte, was nicht danach ausschaut, so hatte diese Haarspitze überhaupt keinen Einfluss auf die Flugbahn des Balls und jetzt lassen Sie es bitte gut sein, ich sagte doch bereits dass ihre Infos völlig ok sind, niemand verlangt von Ihnen jede UEFA-Entscheidung in Frage zu stellen. Ich mach das normalerweise ja auch nicht, aber ich mag Zadrazil und deshalb hab ich mir das Ganze mal genauer angeguckt.

    (-23)
  • waiiy sagt:

    @jochen-or: Ein neues „Cordoba“ in einem Entscheidungsspiel?

    @tpfn: Und die „Österreicher“ schreiben der UEFA vor, wer den Treffer zugeschrieben bekommt?

    Beides Aussage, über die mal länger nachdenken sollte… 😉

    (8)
  • FrankE sagt:

    Hey Jochen-or,

    „Zadrazil…I werd narrisch!“

    Nach 1982 und Gijón nur saure Gurkenzeit, kein Wunder wenn die Presse zu Hause wuschig wird.

    (6)
  • bale sagt:

    bravo Österreich-schön diese spielfreude zu sehen ,ja ein bisschen taten die suisse Ladies einen schon leid,ja Bachmann hat irgendwie keine sturmpartnerin.war aber schon dramatisch die Schlussminuten.

    (10)

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