Frauen-Bundesliga: Vorschau 16. Spieltag

Von am 1. April 2017 – 9.27 Uhr 4 Kommentare

Am 16. Spieltag der Frauenfußball Bundesliga gilt es für Tabellenführer Turbine Potsdam die Auswärtshürde bei der SGS Essen zu bewältigen. Der SC Sand und die TSG 1899 Hoffenheim hoffen als Außenseiter von der Müdigkeit der in der Champions League ausgeschiedenen Teams aus München und Wolfsburg zu profitieren.

Sand reist nach München

Der Sand reist als Außenseiter zur Partie beim FC Bayern München (Sonntag, 17 Uhr, SPORT1 live), daran ändern auch die Verletzungssorgen im Münchener Kader nichts. „Ich übertreibe mal: Bayern hat einen Kader von 30 Spielerinnen und kann solche Ausfälle anders wegstecken als wir“, erklärt Sands Trainer Richard Dura.

Er selbst muss auf die frisch operierte Dominika Skorvankova und auf die Ex-Münchenerin Laura Feiersinger verzichten, bei der ein Einsatz noch zu früh käme. Wie man gegen eine Mannschaft wie Bayern München gewinnen kann, hat Sand in der Vorsaison im DFB-Pokal beim 2:1-Sieg bewiesen. Größter Einsatz, frühes Stören und vor allem das Unterbinden der gefährlichen Standardsituationen.

Anzeige

Aufbauarbeit war notwendig

Bayern-Trainer Thomas Wörle meint: „Das wird ein sehr schweres Spiel für uns, auch nach der Erfahrung von Paris. Nach dem Ausscheiden ist natürlich eine große Tristesse da.“ Neben den Langzeitverletzten fehlen zudem nun Lena Lotzen und die gesperrte Leonie Maier. Verena Wieder und Sydney Lohmann kehren nach ihrer DFB-Abstellung in den Kader zurück.

Kompaktheit gefragt

„Sand weiß natürlich, dass wir müde und personell angeschlagen sind. Sie spielen einen physischen, aggressiven Fußball mit schnellen Leuten in der Offensive“, so Wörle, „wir müssen sehr kompakt agieren und im sechsten Spiel in 19 Tagen nochmal alles reinwerfen.“

Sorgen Frankfurt und Jena wieder für Torfestival?

Die Bilanz des 1. FFC Frankfurt gegen den FF USV Jena liest sich ausgesprochen positiv: in 15 Bundesligapartien gab es 13 Siege und 2 Remis. Doch im Ernst-Abbe-Stadion ging es jüngst immer spannend zu, gleich zweimal gewann der FFC erst durch ein Tor in der Nachspielzeit. Noch in bester Erinnerung in der 5:4-Sieg des 1. FFC Frankfurt in der Vorsaison.

Knifflige Herausforderung

FFC Trainer Matt Ross meint: „Auswärtsspiele in Jena waren in den letzten Jahren immer wieder eine knifflige Herausforderung und nichts Anderes erwarte ich auch für die Partie am Sonntag. Unabhängig von der aktuellen Tabellensituation verfügt der FF USV Jena über ein Team, das immer mit einer hohen Intensität sowie großem Teamgeist agiert.“ Abwehrspielerin Peggy Nietgen ist nach ihrem Muskelfaserriss im Oberschenkel erst am Mittwoch wieder ins Teamtraining eingestiegen. Ein Einsatz am Sonntag kommt für sie womöglich noch etwas zu früh.

Jena ohne Vonkova

Jenas Trainerin Katja Greulich meint: „Frankfurt kommt einerseits mit reichlich Erfahrung, andererseits bringen sie einige junge, spielwillige Spielerinnen mit. Das ist eine spannende Mischung und damit auch interessante Herausforderung für uns.“ Dass sie dabei auf ihre bislang beste Torschützin Lucie Vonkova (vier Tore) wegen deren Gelb-Rot-Sperre verzichten muss, macht die Herausforderung noch einmal größer.

Hoffenheim hofft auf fehlende Wolfsburger Frische

Und auch die TSG 1899 Hoffenheim würde gerne dem favorisierten VfL Wolfsburg ein Bein stellen. Die nach der Saison zum FC Zürich Frauen wechselnde Kapitänin Martina Moser meint: „Sie haben mehrere englische Wochen hinter sich und vielleicht haben wir das Glück, dass sie nicht ganz so frisch sind wie wir. Wir müssen schauen, dass wir hinten zu null spielen und vielleicht gelingt uns dann mal mit einem starken Angriff oder einem gut ausgespielten Konter ein Tor.“ Außer den Langzeitverletzten Selina Häfele und Lina Bürger stehen alle Spielerinnen zur Verfügung.

Aus eigener Kraft Meister werden

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meint: „Wir wollen weiter Siege einfahren, um die Chance zu wahren, aus eigener Kraft Deutscher Meister zu werden. Hoffenheim hat die letzten Spiele gut gepunktet und mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun. An einem guten Tag sind sie immer in der Lage, eine Spitzenmannschaft vor Probleme zu stellen.“

Goeßling und Jakabfi fehlen weiter

Der VfL Wolfsburg muss gegen Hoffenheim weiter auf Lena Goeßling (Knochenödem), Zsanett Jakabfi (komplexe hintere Kniegelenksverletzung). Jana Burmeister (Sehnenverletzung im Oberschenkel), Julia Simic (muskuläre Probleme) und Joelle Wedemeyer (Leistenprobleme) verzichten.

Freiburg gegen Gladbach womöglich ohne Zehnder

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison trifft der SC Freiburg auf Borussia Mönchengladbach. Nach den beiden Siegen in Liga (4:0) und DFB-Pokal-Achtelfinale (2:0) will die Elf von Trainer Jens Scheuer auch den dritten Erfolg perfekt machen. „Wir wollen die drei Punkte mitnehmen, um mit einem sehr guten Gefühl in die dann folgende Länderspielpause gehen zu können“, so Scheuer. Personell kann er nahezu aus dem Vollen schöpfen. Außer den Langzeitverletzten ist nur der Einsatz von Cinzia Zehnder (Zerrung) fraglich, die bereits in Frankfurt passen musste.

Turbine Potsdams Tabea Kemme in Aktion

Tabea Kemme (re.) hofft auf einen Einsatz in Essen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Härtetest für Potsdam

Auf Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam wartet bei der SGS Essen ein echter Härtetest. „Man muss sich nur anschauen, wie viele Nationalspielerinnen bei Essen im Kader stehen. Wir sind gewarnt“, so Potsdams Trainer Matthias Rudolph, der womöglich wieder auf Nationalspielerin Tabea Kemme zählen kann. Die Zielsetzung ist klar: „Als Tabellenführer wollen wir ein gutes Spiel abliefern und natürlich punkten.“

Abstiegsduell in Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen will im Heimspiel gegen den MSV Duisburg drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg einsammeln. Leverkusens Trainer Malte Dresen meint: „Wir konnten aus dem Auftritt in München viel Positives mitnehmen, und ich bin mir sicher, wenn wir ähnlich stabil, taktisch diszipliniert und mit der unbedingten Bereitschaft auf den Platz gehen, haben wir alle Möglichkeiten, um gegen den MSV zu gewinnen.“

Hegering fehlt, Einsatz von Diekmann und Weber fraglich

Die Bedeutung der Partie will er nicht zu hoch aufhängen: „Es ist noch kein Endspiel, weil auch danach noch 18 weitere Punkte vergeben werden, und auch bei einer Niederlage gegen Duisburg wären wir noch nicht abgestiegen.“ Nicht mit dabei ist Marina Hegering (Innenbandriss im Fuß). Zudem ist der Einsatz Rieke Diekmann (nach Sehnenproblemen wieder im Training) und Francesca Weber (nach schwerer Bronchitis) fraglich.

Tags: , , , , , , , , , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    @Markus Juchem:

    die erkrankte Leverkusener Spielerin heißt Francesca (nicht Franziska) Weber, der Vorname ist im Vorbericht der Leverkusener Homepage falsch veröffentlicht worden.

    Bei Essen ist zum Glück Charline Hartmann nach ihrer Gelbsperre wieder dabei, vermutlich auch Nicole Anyomi nach ihren drei Länderspieleinsätzen bei der U 17.

    (4)
  • enthusio sagt:

    Hier ein Hinweis auf das angekündigte Buch von Bernd Schröder, das im Juli erscheinen soll:

    https://www.turbine-potsdam.de/2017/03/27/bernd-schroeder-ein-trainerleben-fuer-den-fussball-biographie/#more-383

    (3)
  • FFFan sagt:

    Das heutige Spiel in München verspricht interessant zu werden:

    Können die Bayern nach dem blamablen Ausscheiden aus der Champions League eine ‚Reaktion‘ zeigen?

    Besonders im Fokus steht auch die Torhüterin des SC Sand: ist C.Schlüter wirklich schon reif für die Nationalmannschaft?

    (3)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar