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DFB-Pokal: Wolfsburg erster Viertelfinalist

Von am 3. Dezember 2016 – 9.00 Uhr 7 Kommentare

Frauenfußball Bundesligist VfL Wolfsburg hat als erstes Team das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Allerdings hatte der Erstligist bei Zweitligist Arminia Bielefeld deutlich mehr Mühe als erwartet, bis der Erfolg in trockenen Tüchern war.

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Beim 2:0 (0:0)-Sieg der Wolfsburgerinnen dauerte es über eine Stunde, ehe Anja Mittag mit einem Heber vor 1 350 Zuschauern in der Bielefelder SchücoArena die Führung für die Gäste erzielte. Erst kurz vor Schluss machte die eingewechselte Ewa Pajor den Erfolg perfekt (88.).

Frauenfußball - Logo des VfL Wolfsburg Frauenfußball

Logo des VfL Wolfsburg Frauenfußball © VfL Wolfsburg

Mühsamer Sieg

Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Insgesamt bin ich nicht zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Aber das war auch dem Gegner geschuldet. Unterm Strich haben wir die Pflichtaufgabe erfüllt, sind ohne Gegentor geblieben und eine Runde weiter.“

Zwei Spiele am Samstag

Heute werden zwei weitere Partien ausgetragen: Ab 13 Uhr ist Meister FC Bayern München bei Viertligist DJK Armina Ibbenbüren in Westfalen zu Gast. IAb 14 Uhr tritt der SC Sand beim SV 67 Weinberg an, Tabellenletzer in der 2. Frauenfußball Bundesliga Süd.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    „Wir wissen, dass wir als klarer Favorit nach Bielefeld fahren. Wir wollen deutlich gewinnen und den Klassenunterschied zeigen. Wir kennen die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Liga.“
    So lautete das oben veröffentlichte Statement Ralf Kellermanns.

    Mit dieser Erwartung saßen sicherlich auch 1.385 Zuschauer in der Schüco Arena – und rieben sich die Augen. Natürlich, es war im wesentlichen ein Spiel auf ein Tor, insofern konnte man schon von einem Klassenunterschied sprechen. Merle Frohms im Tor verlebte einen ruhigen Abend, auch wenn Bielefeld gelegentlich einige im Ansatz ganz gute Schnellangriffe mutig vors Wolfsburger Tor brachte.
    Aber es war absolut beeindruckend, wie kompakt Bielefeld hinten stand und wie souverän die Mannschaft ihre Defensivarbeit verrichtete. Durch die Mitte war praktisch kein Durchkommen, auf Distanzschüsse verzichteten die Wölfinnen daher komplett. Stattdessen versuchte man mit weiten Ballen über die Flügel auf Wullert/Blässe (rechts) oder Dickenmann (links) die Abwehr zu knacken und durch gezielte Pässe/Flanken Mittag und Jakabfi mit verwertbaren Bällen zu füttern. Dies gelang allerdings nicht, weil viele Bälle zu ungenau gespielt wurden, die Abwehspielerinnen sehr konzentriert agierten und keine Wolfsburgerin eine zündende Idee hatte. Erneut konnten Simic und Gunnarsdottir im Mittelfeld keine Impulse setzen, von Mittag und Jakabfi war wenig zu sehen, und was aufs Tor kam, wurde von Vivien Brandt im Bielefelder Tor problemlos gehalten. Im Grunde ging in der 1. Halbzeit nur von Dickenmann etwas Torgefahr aus.

    So dauerte es bis zur 64. Minute, als etwas Konfusion in der Bielefelder Abwehr herrschte, Dickenmann zunächst den Innenpfosten traf, die Abwehr den Ball nicht klären konnte und im Anschluß Mittag den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Direkt danach wechselte Kellermann Alex Popp für die Torschützin sowie Ewa Pajor für die ebenfalls farblose Tessa Wullart ein. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts – auch nicht nach der Einwechselung von Bussaglia für Simic. Wolfsburg hatte keine Ideen, den Bielefelder Beton zu knacken, von Popp war überhaupt nichts zu sehen und (nicht nur) in der Schlussphase wurden die tapferen Bielefelderinnen immer wieder von ihren Fans frenetisch angefeuert. Erst als in der Schlussphase die Kräfte etwas nachließen, konnte Ewa Pajor in der Nachspielzeit auf 0:2 erhöhen.

    Fazit: Ohne Lena Goeßling ist Wolfsburg in der Offensive nicht viel wert, die Chancenverwertung ist weiterhin defizitär, das Wolfsburger Spiel war grauenvoll anzusehen. Erstaunlich, dass Kellermann in der Coachingzone so ruhig agierte. Das Weiterkommen wurde (natürlich) erreicht, das gesteckte Ziel (ein deutlicher Sieg) aber klar verfehlt.

    Ich habe mich gefreut, dass das Spiel im Männerstadion ausgetragen wurde und man von seinem Tribünenplatz aus das Spiel sehr gut verfolgen konnte. Schade allerdings, dass die Verantwortlichen es nicht für nötig hielten, ein Programmheft (oder zumindest ein Blatt mit der Mannschaftsaufstellung) herauszugeben.

    https://www.vfl-wolfsburg.de/info/aktuelles/detailseite/artikel/mit-20-pflichtsieg-ins-viertelfinale-44696.html

    (9)
  • F.B. sagt:

    @enthusio:
    Vielen lieben Dank für den ausführlichen Artikel zum Spiel. Deine Eindrücke decken sich mit dem, woran das Wolfsburger Spiel in den letzten BL-Spielen immer wieder gekrankt hat. Wenn man sich ansieht, wer in der Startformation gestanden hat, muss an zu dem Schluss kommen, dass Kellermann nicht mit einer solchen Gegenwehr gerechnet hat. Auf der anderen Seite stand genug Qualität auf dem Platz, um ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen.
    Zwei große Schwachstellen scheinen nach wie vor vorhanden zu sein: Die Chancenverwertung und das zentrale Mittelfeld. Unerklärlich für mich in diesem Zusammenhang, dass Kellermann nach wie vor unbeirrt an Sara Gunnarsdottir festhält, die zuletzt mehrfach gezeigt hat, dass sie mit ihrer Rolle überfordert ist. Auch das erneute Aufstellen von Julia Simic trägt dann freilich nicht zu einem Qualitätsgewinn in der Zentrale bei. Sollte Lena Gößling nicht rechtzeitig bis zu den beiden wichtigen Liga-Spielen gegen Essen und Freiburg fit werden, wird es enorm schwer. Wenn eine Mannschaft wie Bielefeld schon unsere Schaltzentrale zum erliegen bringen kann, wird das Freiburg und Essen erst recht gelingen. Die einzige sinnvolle Lösung würde ich dann in einer Doppel-Sechs bestehend aus Vanessa Bernauer und Alex Popp sehen. Vanessa war zuletzt deutlich stärker als Sara und Alex hat das im CL-Hinspiel auch schon recht überzeugend gemacht (im Gegensatz zu ihrer derzeitigen Rolle als Chancentod im Sturm). Allerdings sind beide auch keine Spielerinnen, die die Regie-Rolle von Lena übernehmen können. Da muss sich das Trainerteam einiges einfallen lassen und zwar wesentlich mehr als gestern.
    Auffällig noch: Ramona Bachmann spielte wie zuletzt im CL-Rückspiel keine einzige Minute, obwohl nirgends von einer Verletzung oder Erkrankung die Rede war. Ob Kellermann endlich einsichtig geworden ist?

    (6)
  • holly sagt:

    F.B. die Spiele gegen Essen und Freiburg kann man nicht mit dem Spiel gegen Bielefeld vergleichen. Bielefeld stand nur hinten drin bzw kam nicht raus. Freiburg und Essen werden sich nicht hinten rein stellen, sondern mit spielen. Schon darum wird der VFL mehr Platz dann haben. Ob sie das dann besser nutzen sei mal dahin gestellt.

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  • F.B. sagt:

    @holly:
    Das ist mir schon klar, aber Potsdam stand ja auch nicht hinten drin und wir hatten dennoch große Probleme, zu Möglichkeiten zu kommen. Sowohl bei Essen als auch bei Freiburg funktioniert zurzeit das Spiel im Mittelfeld hervorragend, beide können uns dort den Schneid abkaufen. Es nützt auch nichts, wenn wir mehr Platz haben, aber keine Spielerin einen gefährlichen Pass spielen kann.

    (6)
  • enthusio sagt:

    Bei herrlichstem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel waren immerhin 2.632 zahlende Zuschauer nach Ibbenbüren gekommen um zu sehen, wie der Ex-Verein von Kerstin Garefrekes (sie spielte dort von 1993-1998) als Viertligist sich gegen die Bayern schlagen würde.
    Der Spielverlauf schien zunächst den Erwartungen zu entsprechen, denn Miedema konnte bereits in der Anfangsphase mit zwei Toren ein Zeichen setzen. Doch interessanterweise ließ sich Ibbenbüren davon nicht beeindrucken, kämpfte vorbildlich und schaffte es tatsächlich, bis zur Halbzeitpause nur noch ein weiteres Gegentor (durch Däbritz) zu kassieren. Das lag allerdings an der grandios haltenden 28jährigen Torhüterin Stefanie Kösters, die mehrfach mit einigen sensationellen reaktionsschnellen Paraden einen höheren Rückstand verhinderte. (Zitat eines Zuschauers: „Die Bayern waren 5€ und die Torhüterin zusätzlich 1€ Eintrittsgeld wert.“)

    Thomas Wörle coachte auch nach der 2:0 Führung fast das ganze Spiel über engagiert und mit knappen Anweisungen an der Seitenlinie, ebenso sein Kollege auf Ibbenbürener Seite.
    Anders als gestern in Bielefeld war leider – bis auf wenige Ausnahmen bei den Bayern-Fans – keine Anfeuerung durch die Zuschauer zu hören, es blieb meist mucksmäuschenstill auf den überfüllten Stehplätzen.

    Die 2.Halbzeit ähnelte den ersten 45 Minuten, da Bayern schnell zwei Tore durch Däbritz und Miedema nachlegte, die Ibbenbürener Torhüterin sich erneut mehrfach auszeichnen konnte und man mehrfach am Aluminium scheiterte (insgesamt im ganzen Spiel wohl 4-5 mal).
    Da Bayern nach zwei unglücklichen Abwehraktionen der unerfahrenen Verteidigung auch noch zwei Foulelfmeter (durch Baunach und Wenninger) sicher verwandeln konnte (Zitat des gleichen Zuschauers: „Die schießen ja besser als die Männer.“) und auch Laudehr mit dem dritten Versuch noch ins Schwarze traf, nachdem zuvor der Ball zweimal kurz vor der Linie abgewehrt werden konnte, gab es doch noch einen standesgemäßen Bayern-Sieg.

    Übrigens wurde Anna Gerhardt nach ihrem U20-WM-Abenteuer 15 Minuten vor Schluss eingewechselt und veranstaltete auf der linken Angriffsseite noch einen ganz schönen Wirbel. Sie ist definitv eine Bereicherung für die Bayern.

    Gefreut hat mich besonders, Katharina Baunach nach ihrer langen Verletzungspause wieder spielen zu sehen.

    Spielerin des Spiels war für mich ganz klar die Ibbenbürener Torhüterin. Auf die sollten die Bundesligavereine mal ein Auge werfen.

    Sehr zu loben waren auch das professionell gestaltete Programmheft (mit einem Interview mit Kerstin Gareffrekes, die nach eigener Aussage eine Trainerlizenz erworben hat und in den letzten Monaten erste Erfahrungen in diesem Bereich sammeln konnte) sowie der fachkundige Stadionsprecher.

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  • Horst Schlämmer sagt:

    Also mit Ruhm, den Zeitungsberichten nach, hat man sich nicht bekleckert. Allerdings hat der VfL seine Pflicht erfüllt gegen den Zweitligisten.

    Interessant hierbei zu erwähnen, dass die zweite Vertretung bzw. der Unterbau, wie der Gegner Bielefeld in der 2. Liga Nord zu Hause ist.

    Und so ergab sich diese Konstellation Bielefeld gg VfL U23 vor ca 4-5 Wochen. Ergebnis war 0:7 für die U23 des VfL. Finde dies in der Betrachtung einen interessanten Aspekt.

    Schließlich ist Bielefeld als Aufsteiger mit einigen guten Spielerinnen bestückt und sicherlich nicht zu unterschätzen. Allerdings bei aller Wetschätzung hat es die Weltauswahl vom VfL in mehr als 60 Minuten nicht geschafft, spielerische Lösungen zu finden und ein Tor zu erzielen. Hätte ich so von der Papierform nicht erwartet.

    Vielleicht sollte sich Herr Kellermann auch beim Nachwuchs umschauen, denn dieser Nachwuchs scheint diese Saison sehr stark zu sein – Tabellenführer vor Bremen und Cloppenburg. Da sind mit Sicherheitqualitativ gute Spielerinnen, welche auch im Team Kellermann eine ordentliche Figur machen würden oder frischen Wind bringen.

    PS: In Cloppenburg gewann die U23 nach Lage der Dinge 5:1. Cloppenburg hat Duisburg aus dem Pokal geworfen.

    Also Herr Kellermann einfach einen Vlick intern werfen statt die europäischen Top Ligen abzugrasen.

    (6)
  • GG sagt:

    Den Schilderungen von @enthusio zur Partie in BI bleibt Nichts hinzuzufügen. Und auch den Schlußfolgerungen von @F.B. sowie @ Horst Schlämmer vermag ich weitestgehend zu folgen.
    Meine Hoffnung auf künftig bessere Spiele der Wölfinnen gründet sich auf folgende Aspekte:
    1) Mit einer zurückkehrenden Babs Peter in die Innenverteidigung gewinnt diese deutlich an Stabilität; darüber hinaus stehen bessere und effizientere Akzente nach vorne zu erwarten (Emily fehlt es an Spielpraxis und damit an einem routinierteren und selbstbewußteren Auftreten).
    2)SBG kann dann ihre Stärken einbringen, wenn sie Bindung hat. Mit Sici an ihrer Seite hatte sie diese jedenfalls nicht und wird diese vermutlich auch nie bekommen können. Lena wäre die Ideallösung; da ihre Rückkehr auf den Platz für 2016 wohl nicht mehr zu erwarten ist, plädiere ich für Alex Popp. Nicht zuletzt in Eslkilstuna hat sich diese Lösung ausgezeichnet bewährt.
    3) Das augenscheinliche Konzept mit #2 Mittelstürmerinnen (Jay und Anja) dürfte keine Fortsetzung finden können. Eine klare taktische Ausrichtung – mit der stets rackernden und nimmermüden Jay im Zentrum – wird Erfolg zeitigen.
    Und in diesem Zusammenhang: Ewa Pajor ist in meinen Augen erste Alternative im Sturmzentrum. Das mehr an Einsatzzeit (in der Anschlußvertretung) und augenscheinlich in erster Linie das seit Mitte des Jahres offenbar perfekt ergänzte Umfeld (mit der Verpflichtung von Agata T. für den U23-Kader) haben sie spürbar belebt.
    4) Auch wenn dieser Vorschlag möglicherweise nicht im Interesse von ISY Kerschowski ist, mit ihr auf der LV-Position (und Nölle Maritz auf RV) gewinnt das Wölfinnen-Spiel mehr an Dynamik. Anna Blässe ist unbestreitbar die schnellste Abwehrspielerin in der Rückwärtsbewegung, im Spiel nach vorne jedoch zu fehleranfällig – sehr schade.

    Kurzum: Mit der am vergangenen Freitag gewählten Aufstellung war nicht signifikant mehr als ein 2:0 zu erwarten. Kritisch ist, das diese Chance zu einer Manifestierung des zuletzt erfolgreichen Teams und Spielsystems nicht genutzt worden ist. Die Nagelprobe wartet am kommenden Sonntag – mit zurückkehrenden Lina und Selina und einer sicherlich hungrigen Freiburg-Mannschaft.

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