DFB-Frauen: Dzsenifer Marozsán neue Kapitänin

Von am 21. Oktober 2016 – 15.44 Uhr 19 Kommentare

Dzsenifer Marozsán ist überraschend zur neuen Kapitänin der deutschen Frauenfußball Nationalelf ernannt worden. Das gab Bundestrainerin Steffi Jones auf einer Pressekonferenz in Regensburg am Tag vor dem Länderspiel gegen Österreich bekannt.

In den beiden Testspielen gegen Österreich in Regensburg und gegen die Niederlande in Aalen wird die Mittelfeldspielerin von Olympique Lyon erstmals als Kapitänin fungieren.

Dzsenifer Marozsan

Dzsenifer Marozsan ist neue Kapitänin der DFB-Frauen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

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Große Ehre

Marozsán erklärt: „Das ist eine große Ehre für mich. Dass sich Steffi Jones für mich entschieden hat, macht mich sehr stolz. Ich bin mir der Verantwortung, die diese Rolle mit sich bringt, sehr bewusst und sehe das als einen großen Vertrauensbeweis der Trainerin für mich. Ich will dieses Vertrauen rechtfertigen – auf dem Platz und daneben.“

Nationalspielerin seit 2010

Die 24-Jährige debütierte im Oktober 2010 in der DFB-Auswahl und absolvierte seither 66 Länderspiele, in denen sie 30 Tore erzielte. Ihre Vorgängerin als Kapitänin, Saskia Bartusiak, war nach dem Olympischen Frauenfußball Turnier zurückgetreten.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Schreck lass nach …

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  • Volker sagt:

    Wer nur ein wenig über Psychologie weiß kann diese Entscheidung nur genial finden.
    Anders gesagt: jeder weiß Sie kann wenn Sie will, jetzt muss Sie.

    (17)
  • Fußball, F1 sagt:

    Da muß sie aber endlich mal was zeigen

    (8)
  • Andreas sagt:

    Für mich genau die richtige Wahl. Meine Hoffnung hat sich damit erfüllt. Technisch ist sie sicherlich Deutschlands beste Spielerin. Was ihren Auftritten bisher gefehlt halt ist dieser absolute Wille voranzugehen. Ich hoffe, dass die Bundestrainerin das mit dieser Berufung endlich aus ihr rausholt. Jemanden anderes hätte ich in diesem Team auch nicht gesehen. Höchstens noch Simone Laudehr, die aber für diesen Job meiner Meinung nach zu oft verletzt ist. Auf jeden Fall kann Maroszan ein Spiel auch mal alleine entscheiden, wenn es nicht läuft.

    (5)
  • Aldur sagt:

    Das ist in der Tat überraschend. Man kann natürlich schwer beurteilen, wie ihr Standing innerhalb der Mannschaft ist, aber in der Außendarstellung wirkte sie auf mich bisher nicht so kommunikativ, wie man das von einer Kapitänin vielleicht erwartet.

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  • Detlef sagt:

    @Jennifer,
    So etwas Ähnliches ist mir auch durch den Kopf gegangen!!! 😉
    Aber womöglich will man sie so endlich einmal bei ihrer Ehre packen, damit ihre Leistungen nicht immer der berühmten Wundertüte entspringen!!!
    Wenn sie sich endlich richtig anstrengen muß, kann sie immer noch eine Weltklassespielerin werden!!!

    Leider waren für sie die Hürden bisher nicht hoch genug gewesen!!!
    Und so mußte sie sowohl in Frankfurt, als auch in der Natio nur immer so hoch springen, wie man ihr das Stöckchen hingehalten hatte!!!
    In beiden Fällen war sie für mich chronisch unterfordert!!! 🙁

    Aber sie kann sicher sehr viel mehr!!!
    Doch ihr fehlte bisher leider der Ehrgeiz, von sich aus höher zu springen als sie es mußte!!!
    Es bleibt also zu hoffen, daß sowohl in Lyon, als auch zukünftig in der Natio, die Hürden immer genau so hoch sind, daß sie eben gerade noch so drüberkommt!!!

    Vielleicht ist das Amt des Käptns genau der richtige Anfang dafür??? 😉

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  • wfm sagt:

    Der gößere Teil der Äußerungen zu Marozsan ist gelinde gesagt oberflächlich und von geringer Sachkenntnis getrübt. Sie ist spätestens seit Bell topfit, hat im Vorfeld zu Olympia zusätzliche Fitnesseinheiten in einem Studio absolviert. Sie läuft nicht weniger als andere und nur weil sie überwiegend one-touch spielt ist sie noch lange keine Standfußballerin. Fußball ist für sie wie Medizin, deshalb spielt sie auch nie für die Galerie und zurecht wird hervorgehoben, dass sie immer für das Team spielt. Man braucht sie auch nicht bei der Ehre zu packen, denn es ist ihr stets ein Ehre für ihre Mannschaft zu spielen.
    Zweifellos musste und muss sie weiterhin als Persönlichkeit wachsen. Darin liegt in der Tat auch eine Chance durch die Wahl zur Kapitänin der N11.
    Beim FFC war sie die effektivste Spielerin. Denn obwohl sie aufgrund der Verletzung bei der WM erheblich weniger Spiele für den FFC absolviert hat, standen am Ende der letzten Saison bei ihr genau so viele Scorerpunkte auf der Liste wie bei der Torschützenkönigin Mandy Islacker. Sie hat zum wiederholten Male für den FFC die Punkte gerettet. Sei es z.B. in Jena oder bei TP.
    Sie war beim CHL-Gewinn des FCC die überragende Spielerin mit beinahe 100 Ballkontakten. Bei der EM in Schweden sicherte ihr Tor nicht nur den Finaleinzug, sondern es war auch ihre One-Touch-Kombination mit Keßler, die die Defensive der Norwegerinnen ausgehebelt und dadurch die entscheidende Vorbereitung für den Siegtreffer zum Gewinn der EM durch Celia und Anja geschaffen hat.
    Dass sie im Finale bei Olympia die entscheidende Spielerin war, dürfte jeder noch in Erinnerung haben.
    Mit ihrer Wahl knüpft Steffie Jones an Birgit Prinz an, die sowohl als Person als auch als Spielführerin voranging. Auch ihre Außendarstellung war nicht immer optimal, aber innerhalb der N11 galt ihr Wort.

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  • Fidibus sagt:

    Hoffentlich kommt sie nicht zu spät zur Platzwahl …

    (-5)
  • sangokaku sagt:

    Volker/Andreas/wfm absolute Zustimmung, selbst wenn ihr hier nicht so viel Beifall erntet (als z.B. Jennifer).
    Diese Entscheidung kann für sie und dem ganzen Team nur vorteilhaft sein.
    Glückwunsch – Steffi, Verena & Markus!

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  • bale sagt:

    Mädels zeig es uns:)

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  • Volker sagt:

    wfm: meine völlige Zustimmung über die Qualität von Marozsan aber Sie hat auch ihre Schwächen.
    Ihr Ruf als Standfussballerin ist nicht so ganz unbegründet. Im 1gegen1 zieht Sie gern mal zurück und wirkt dann wie unbeteidigt. Einem Ball mal hinterher zu gehen sieht man auch selten von Ihr.
    Sie ist wohl eine der wenigen Spielerinnen die in einem Spiel „verschwinden können“ Bei Standarts wie Eckbällen oder Freistössen aber wieder auftaucht. Eine gewisse Launenhaftigkeit könnte man ihr auch zum Vorwurf machen. Das hat Sie bei einigen Spielen durch ihre Körpersprache deutlich gemacht. Daran wird Sie wohl arbeiten müssen. Erst Recht in der Position der Kapitänin.
    Dzsenifer Marozsán ist ohne Zweifel eine hervorragende Technikerin aber mit Schwächen im Zweikampf und Dominanz im Spiel.

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  • F.B. sagt:

    Ich habe auch erst mal den Kopf geschüttelt, wurde mit D. Marozsan sicher die Spielerin gewählt, der es am schwersten fällt vorne weg zu gehen und ein Zeichen zu setzen, wenn es eng wird. Sowohl bei EM, WM und Olympia war sie eine große Enttäuschung und ist immer dann, wenn es darauf ankam, abgetaucht. Daran ändert auch nicht ihr Tor zum 1:0 und die Vorarbeit zum 2:0: Sie ist stark bei Standards und wenn sie freie Schussbahn hat, gibt man ihr keinen Platz, ist sie nahe am Totalausfall.
    Aus diesem Grund leuchtet aber die Entscheidung von Jones gerade wieder ein: Will es Marozsan wirklich zu einer absoluten Topspielerin schaffen, dann muss sie jetzt endlich an ihren Schwächen arbeiten und mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen. Sie ist jetzt schon lange in der NM, hat bereits drei große Turniere absolviert – wenn sie jetzt nicht den entscheidenden Schritt macht, bekommt die Karriere womöglich einen Knacks. Und was könnte da besser sein, als ihr das Kapitänsamt zu übertragen? Man zwingt sie dazu, sich auf dem Platz nicht mehr zu verstecken. Das ist ihre Chance und sie muss sie unbedingt nutzen.

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  • enthusio sagt:

    Geniale Entscheidung ! Jetzt werden wir wieder Europameister und endlich auch wieder Weltmeister ! (Olympiasieger sind wir ja ohnehin schon.) Denn mit dieser Entscheidung konnte niemand rechnen, damit haben Steffi Jones und ihr Trainerteam alle Experten ausgetrickst.
    Selbst mich ! 🙂

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  • Ulf sagt:

    Ach du Scheiße !!!

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  • FFFan sagt:

    Nach wochenlangem Rätselraten, für wen sich die neue Bundestrainerin wohl entscheiden würde, ist nun also ‚weißer Rauch aufgestiegen‘ und das Geheimnis gelüftet: Dzsenifer Marozsan ist die neue Spielführerin der Frauen-Nationalmannschaft!

    Das stellt schon eine gewisse Überraschung dar, denn auf ‚Dzseni‘ als Kapitänin wäre zumindest ich jetzt nicht unbedingt als allererstes gekommen…

    Wie ist das nun zu bewerten? Gehen wir das Pro und Contra einmal in Ruhe durch:

    Einwand 1:
    D.Marozsan gehört mit ihren 24 Jahren noch zu den Jüngeren in der Mannschaft (Durchschnittsalter: 25 J.). Ältere Spielerinnen, die länger dabei sind und auch mehr Länderspiele aufweisen (z.B. B.Peter) könnten sich übergangen fühlen. Mit der Entscheidung für Marozsan gefährdet S.Jones ohne Not den Zusammenhalt im Team.
    Gegenargument:
    Mit 66 Länderspielen ist Marozsan kein ‚Frischling‘ mehr. Außerdem geht es bei der Besetzung von Ämtern nicht immer strikt nach dem ‚Senioritätsprinzip‘. Wenn man Steffi Jones glauben darf, genießt Marozsan bei ihren Kolleginnen hohes Ansehen – als Fußballerin und als Mensch! Das ist entscheidend, und deshalb wird es auch keine Probleme geben.

    Einwand 2:
    Der DFB bewirbt die „Allianz Frauen-Bundesliga“ offiziell als „stärkste Liga der Welt“ und ist bestrebt, deren Popularität zu steigern. Marozsan hat dieser Liga den Rücken gekehrt und ist zu Olympique Lyon gewechselt. Ausgerechnet eine ‚Legionärin‘ zur Nationalmannschaftskapitänin zu machen, sendet ein falsches Signal.
    Gegenargument:
    Marozsan hat lange genug in der Bundesliga gespielt; ihr Wechsel nach Frankreich tut der Attraktivität der Liga keinen Abbruch. Dass mit ihr und P.Bremer nun zwei deutsche Spielerinnen in der momentan wohl besten Vereinsmannschaft Europas spielen, unterstreicht nur die Qualität des deutschen Frauenfußballs. Außerdem sollte dieser Punkt für die ‚K-Frage‘ nur eine untergeordnete Rolle spielen.

    Einwand 3:
    Dzsenifer Marozsan mag die begabteste Fußballerin sein, die wir zurzeit in Deutschland haben, aber sie ist von ihrem Charakter her ein introvertierter Typ und daher als Spielführerin ungeeignet. Die Kapitänsbinde wird für sie eher eine Bürde sein.
    Gegenargument:
    Zugegeben: ‚Maro‘ ist nicht gerade eine „Führungsspielerin“ altdeutscher Prägung. 😉 Ein Kapitän muss aber auch kein ‚Lautsprecher‘ sein. Das war K.Garefrekes auch nicht, und trotzdem war sie eine hervorragende Kapitänin für den 1.FFC Frankfurt.
    Wie einige meiner Vorredner kann ich mir vorstellen, dass die Bundestrainerin mit der Ernennung zur Kapitänin das Ziel verfolgt, ihrer besten Spielerin einen Ansporn zu geben, mehr Verantwortung für das Team zu übernehmen. Vielleicht orientiert Jones sich dabei an B.Schröder, der 1999 Ariane Hingst zur Kapitänin von Turbine Potsdam machte. Die gerade 20-jährige war damals die einzige deutsche Nationalspielerin bei Turbine, ‚fremdelte‘ aber immer noch etwas mit der ostdeutschen Mentalität. Die ‚Beförderung‘ sollte ihre Identifikation mit dem Verein erhöhen. Bekanntlich wurde daraus eine ‚Erfolgsstory’…

    Fazit: Die Entscheidung für D.Marozsan als neue Spielführerin leuchtet nicht auf den ersten Blick ein und begegnet Bedenken. Sie muss aber nicht unbedingt schlecht sein und ergibt bei gründlichem Nachdenken durchaus Sinn!

    P.S.: Marozsan ist in der 34-jährigen Geschichte der deutschen Frauen-Nationalmannschaft die zehnte offizielle Mannschaftskapitänin (vertretungs- und interimsweise ‚Skipper‘ nicht mitgerechnet).

    Hier eine Liste ihrer Vorgängerinnen:

    Anne Trabant-Haarbach (1982-1983)
    Rieke Koekkoek (1984-1987)
    Silvia Neid (1988-1996)
    Martina Voss (1996-2000)
    Doris Fitschen (2000-2001)
    Bettina Wiegmann (2001-2003)
    Birgit Prinz (2003-2011)
    Nadine Angerer (2011-2015)
    Saskia Bartusiak (2015-2016)

    (12)
  • sangokaku sagt:

    FFFan, sehr schön – du sagst es (wieder mal) 😉 .

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  • Volker sagt:

    Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich war noch nie so gespannt auf Testspiele wie Heute. Dabei ist Gewinnen oder Verlieren schon fast nebensächlich.

    (3)
  • Sundermann sagt:

    @wfm

    Sehr guter Kommentar.

    (0)
  • KarlMai sagt:

    Hier mal eine Preview auf das heutige Spiel aus österreichischer Perspektive…

    http://ballverliebt.eu/2016/10/20/frauen-oesterreich-deutschland-schnaderbeck-jones/

    (2)

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