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Bayern gewinnt zweistellig, Jena mit Mühe

Von am 9. Oktober 2016 – 19.37 Uhr 7 Kommentare

Meister FC Bayern München präsentierte sich in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals in Torlaune. Mehr Mühe als erwartet hatte der FF USV Jena.

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Der FC Bayern München gewann beim Regionalligisten 1. FC Riegelsberg mit 15:0 (6:0). Melanie Leupolz (14.), Anna Gerhardt (18., 39.), Claire Falknor (29., 34.) und Nicole Rolser (45.) sorgten bereits für eine klare Halbzeitführung. Nach der Pause trafen Leonie Maier (57., 65.), erneut Rolser (60.), Vivianne Miedema (67.), Stefanie van der Gragt (73., 78., 85. Foulelfmeter), Leupolz mit ihrem zweiten Treffer (83.) sowie Melike Pekel (87.) sorgten dann für ein wahres Torfestiva.

Islacker trifft doppelt, Essen ohne Mühe

Der 1. FFC Frankfurt gewann bei Regionalligist Hegauer FV dank zweier Treffer von Stürmerin Mandy Islacker (30., 79.) mit 2:0 (1:0).

Die SGS Essen setzte sich beim Regionalligisten FC Bergedorf 85 souverän mit 5:0 (2:0) durch. Sara Doorsoun-Khajeh traf vor der Pause doppelt (18., 31.), in der zweiten Halbzeit waren Charline Hartmann (60.), die eingewechselte Margarita Gidion (81.) und Jacqueline Klasen (89.) erfolgreich.

Jube des FC Bayern München

Die Spielerinnen des FC Bayern München bejubeln einen ihrer 15 Treffer © Karsten Lauer / girlsplay.de

Favoritensiege für Hoffenheim, Leverkusen und Gladbach

Die TSG 1899 Hoffenheim gewann mit 4:0 (2:0) beim VfL Sindelfingen. Kristin Demann (35.) und Martina Moser (36.) sorgten für einen Doppelschlag, nach dem Seitenwechsel waren Fabienne Dongus (50.) und Christine Schneider (68.) erfolgreich.

Bayer 04 Leverkusen gewann bei Zweitligist 1. FC Saarbrücken 4:0 (2:0). Francesca Weber (21.) und Nina Ehegötz (42.) trafen in der ersten Halbzeit, nach der Pause waren Ramona Petzelberger (76.) und Laura Widak (84.) erfolgreich. Borussia Mönchengladbach siegte beim Regionalligisten Magdeburger FC 1:0 (0:0). Tiffany Cameron erzielte den einzigen Treffer der Partie (68.).

Spielszene Hohen Neuendorf gegen FF USV Jena

Der FF USV Jena tat sich schwerer als erwartet © Sascha Pfeiler/ girlsplay.de

Jena erst nach Verlängerung weiter

Der FF USV Jena setzte sich bei Zweitligist SV BW Hohen Neuendorf hingegen erst nach Verlängerung mit 3:1 (1:1) durch. Lucie Voňková sorgte zwar per Elfmeter für die frühe Gästeführung (16.), doch die Gastgeberinnen glichen in der Nachspielzeit durch Vanessa Göldner (90.+3) aus. Die erst kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselte Laura Ramos (99., 120.+2) erlöste dann den Erstligisten mit ihren beiden Treffern.

Mainz gegen Sand wird nachgeholt

In den beiden Zweitliga-Duellen gewann Arminia Bielefeld gegen den FSV Gütersloh 2009 mit 6:2 (3:1), der SV Weinberg siegte beim TSV Crailsheim 2:1 (1:1). Die Partie von Zweitligist TSV Schott Mainz gegen Vorjahresfinalist SC Sand wurde wegen des Unfalltods der Mainzer Spielerin Larissa Gördel abgesagt, ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Bereits am Samstag war Bundesliga-Spitzenreiter 1. FFC Turbine Potsdam überraschend beim SV Werder Bremen aus dem Pokal geworfen worden.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Spielbericht: Hegauer FV – 1.FFC Frankfurt

    Große Vorfreude herrschte beim Hegauer FV vor dem Sechzehntelfinale des DFB-Pokals: der Regonalligist empfing den Bundesligisten 1.FFC Frankfurt. 900 Zuschauer fanden trotz kühlen Herbstwetters den Weg ins Engener Hegaustadion, wo der neunmalige südbadische Pokalsieger den neunmaligen DFB-Pokalsieger herausforderte.

    Frankfurt musste weiterhin ohne A.Crnogorcevic (Pfeiffersches Drüsenfieber), T.Pawollek (U17-WM) und T.Panfil (Reha nach Kreuzbandriss) auskommen. Darüberhinaus gönnte FFC-Trainer M.Ross S.Bartusiak, L.Störzel, S.Schmidt (alle Bank) und J.Groenen (nicht im Kader) eine Pause, dafür spielten J.Hechler, I.Möller, S.Matheis und N.Anstatt.

    Auch HFV-Coach Gino Radice tauschte im Vergleich zur ‚Generalprobe‘ (8-1 im SBFV-Pokal beim FC Hausen i.W.) dreimal Personal: Selina Szell, Anja Hahn und Carmen Hirt rückten in die Startelf, während Hannah Keller, Jana Braun und Lea Scharf zunächst auf der Bank Platz nahmen.

    Nach einer Schweigeminute für die ehemalige FFC-Spielerin L.Gördel, die in der Nacht zum Sonntag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, konnte es dann auch losgehen.

    Frankfurt agierte im gewohnten 4-4-2. Vor Torfrau D.Schumann bildeten M.Prießen, J.Hechler (kürzlich beim U18-Länderpokal als beste Spielerin ausgezeichnet), P.Nietgen (vertrat Bartusiak als Kapitänin) und I.Möller die Viererkette. Im zentralen Mittelfeld spielten K.Hendrich und S.Matheis, während N.Anstatt (rechts) und Y.Nagasato (links) vom Flügel die beiden Stürmerinnen M.Islacker und L.Munk mit Flanken ‚füttern‘ sollten.
    Die Gastgeberinnen setzten dem ein sehr defensiv ausgerichtetes System entgegen, das man als 4-1-4-1 bezeichnen könnte: Im Tor stand wieder Stammtorhüterin Selina Szell, die Abwehr bestand aus Corinna Knisel, Eve Schmidt, Anja Hahn und Carina Walde, davor noch ‚Abräumerin‘ Carmen Hirt, die bei Bedarf in die Kette mit einrückte, um das Zentrum noch mehr zu verdichten. In der vorderen Viererkette standen Verena Fischer, Jana Kaiser, Tabea Griß und Nadine Grützmacher, einzige Sturmspitze war Luisa Radice.

    Wie erwartet fand das Spiel ausschließlich in der Hälfte der Hegauerinnen statt, die dem Favoriten „mit Mut, Wille, Leidenschaft und taktischer Disziplin“ Paroli bieten wollten. Sie beschränkten sich ganz darauf, hinten kompakt zu stehen und die Räume eng zu machen. Dementsprechend versuchten die Gäste, den Ball laufen zu lassen und das Spiel breit zu machen. Die Innenverteidigung der Hessinnen stand an der Mittellinie, die Außenverteidigerinnen schalteten sich ins Angriffsspiel ein. P.Nietgen spielte einige gute Diagonalbälle auf die Flügel, von wo dann meist direkt in den Strafraum geflankt wurde. Abgesehen von einer Direktabnahme von M.Islacker, die knapp über den Kasten ging (16.) und einer brenzligen Situation, als C.Knisel im letzten Moment vor der einschussbereiten Islacker klären konnte, nachdem S.Szell einen Fernschuss von S.Matheis hatte nach vorne abprallen lassen (17.) kam der Bundesligist in den ersten 30 Minuten aber trotz ‚gefühlten‘ 90 Prozent Ballbesitz kaum zu zwingenden Chancen. Die Fans, soweit sie es mit dem Hegauer FV hielten, bibberten eher vor Kälte als vor Angst. Frankfurt war lediglich bei Standards und Distanzschüssen gefährlich, doch die aufopferungsvoll kämpfende Heimmannschaft brachte immer noch einen Fuß oder Kopf dazwischen.

    Nach einer halben Stunde war es dann aber doch passiert: nach einem weiten Ball in den Strafraum legte Y.Nagasato perfekt für M.Islacker ab, und die Nationalspielerin ließ sich diese Chance nicht entgehen! Die Japanerin und die Bundesligatorschützenkönigin der vergangenen Saison waren die mit Abstand auffälligsten und besten FFC-Spielerinnen.

    D.Schumann hatte unterdessen eine ganze Platzhälfte für sich allein. In der 39.Minute bekam sie erstmals etwas zu tun, als A.Hahn einen Freistoß aus 40 Metern direkt aufs Tor schoss – eine leichte Übung für die Frankfurter Torhüterin. Gefährlicher wurde es jedoch wenige Minuten später: die bis dahin eher etwas ‚blasiert‘ wirkende L.Radice setzte sich über rechts energisch durch, ließ P.Nietgen stehen, scheiterte jedoch an Schumann (44.). Die anschließende Ecke sorgte nochmals kurz für Gefahr, dann war Pause.

    Ohne Spielerwechsel ging es in die zweite Halbzeit, die gleich mit einem ‚Aufreger‘ begann: HFV-Torhüterin Szell hatte sich bei einem an sich harmlosen Flankenball kolossal verschätzt und lenkte das Spielgerät erst an den Pfosten und dann ins Toraus (50.). Glück gehabt! Inzwischen hatte leichter Regen eingesetzt, aber das Spiel wurde nicht unterhaltsamer, weil nach wie vor nur eine Mannschaft spielte. Die Heimelf war mit zunehmender Spieldauer immer weniger zu einem geordneten Spielaufbau in der Lage und brachte nur noch Befreiungsschläge zustande. Die Torchancen für den FFC, der im Verlauf der 2.Halbzeit mit L.Ebert, A.Emmerling und S.Ostermeier drei weiteren ‚Youngstern‘ eine Bewährungschance gab, häuften sich in dieser Phase: N.Anstatt vergab freistehend im Strafraum (52.), ein Freistoß von L.Munk strich über den Querbalken (68.), ein Tor von Islacker wurde wegen Abseits nicht gegeben (70.). In der 77.Minute konnte sich S.Szell auszeichnen, als sie einen weiteren Gewaltschuss von S.Matheis spektakulär über die Latte lenkte . Eine Minute später war sie jedoch machtlos, als erneut M.Islacker im Strafraum zu viel Platz hatte und einen (Halb-)Volley im Tor versenkte. Damit war die Entscheidung gefallen. Die letzte Gelegenheit der Partie hatte M.Prießen, doch Szell parierte stark per Fußabwehr (88.). Kurz darauf ertönte der Schlusspfiff von Schiedsrichterin Monika Pieczonka, die mit dem sehr fairen Spiel keine Schwierigkeiten hatte und ohne gelbe Karten auskam.

    Fazit: mit einem 2:0-‚Arbeitssieg‘ zieht der 1.FFC Frankfurt ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Am nächsten Wochenende geht es in der Bundesliga zuhause gegen den FF USV Jena. Der Hegauer FV hingegen kann sich von nun an wieder auf den Abstiegskampf in der Regionalliga konzentrieren.

    (14)
  • FFFan sagt:

    @ Markus:
    „Der FF USV Jena setzte sich bei Regionalligist SV BW Hohen Neuendorf hingegen erst nach Verlängerung mit 3:1 (1:1) durch.“

    Hohen Neuendorf ist durch den Rückzug des 1.FC Lübars weiterhin Zweitligist!

    (3)
  • Markus Juchem sagt:

    @FFFan: Danke, korrigiert.

    (3)
  • Altwolf sagt:

    @FFFan.
    Danke für die detailierten Informationen und Abläufe und Kompliment, ein absolut professioneller Spielbericht.
    So ist nachvollziehbar, warum sich ein Erstligist gegen e. Viertligisten so ungewöhnlich schwer tat.

    (6)
  • sangokaku sagt:

    @FFan
    Hier spricht die personifizierte Kompetenz ;), hat richtig Spass gemacht zu lesen – vielen Dank!

    @Altwolf
    Deine ‚message‘ ist angekommen, trotzdem (der korrektheit halber): Drittligist, nicht „Viertligist“.

    (7)
  • Altwolf sagt:

    @sangokaku.
    Danke für die Korrektur. Ich wollte damit eher meinen Respekt ausdrücken und dem Hegauer FV nicht die sportliche Klasse absprechen.

    (1)
  • FFFan sagt:

    @ Altwolf & sangokaku:

    Danke fürs Feedback! 🙂

    „Viertligist“ ist fies, auch wenn die Hegauerinnen momentan Tabellenletzter der Regionalliga Süd sind. 😉

    (5)

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