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Olympia Frauenfußball: DFB-Frauen holen Goldmedaille

Von am 20. August 2016 – 0.45 Uhr 54 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball Nationalelf hat sich durch einen Finalerfolg gegen Schweden zum ersten Mal olympisches Gold geholt und Bundestrainerin Silvia Neid einen perfekten Abschied bereitet.

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Im Maracanã-Stadion von Rio De Janeiro gewann die DFB-Elf gegen die Schwedinnen mit 2:1 (0:0).

Dzsenifer Marozsán (48.) mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze und ein Eigentor von Linda Sembrant nach Freistoß von Marozsán an den Pfosten (62.) brachten die DFB-Frauen auf die Siegerstraße, der eingewechselten Stina Blackstenius gelang für die Skandinavierinnen nach Vorarbeit von Olivia Schough der Anschlusstreffer (67.).

Kanada holt Bronze

Im Spiel um Platz 3 setzte sich Kanada in Sao Paolo mit 2:1 (1:0) gegen Gastgeber Brasilien durch. Deanne Ross (25.) und Christine Sinclair (52.) trafen für Kanada, Beatriz gelang nur noch der Ehrentreffer (79.).

Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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54 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    Glückwunsch an die Goldmedaillengewinnerinnen.

    Die gleichen Probleme wie schon hier mehrfach diskutiert, aber mit einer guten Team-Leistung.
    Maro hatte sich offenbar diese Plattform aufgehoben um endlich mal eine Leistung in einem wichtigen Spiel zu zeigen die auch dem Team mal wirklich hilft.

    Wie Recht doch Lotta Schelin hatte !!!

    (18)
  • Karl sagt:

    Freunde, Das muss ich jetzt einfach loswerden. Die N11 hat obwohl das Trainerteam, angefangen von der Nominierung der Spielerinnen ueber die taktische Aufstellung, die falsche Auswahl und den falschen Einsatz der Spielerinnen die dabei waren alles falsch gemacht hat was man falsch machen konnte die Olympische Goldmedaille gewonnen. Die haben das wohl vielleicht alles extra gemacht um eventuelle Gegner nicht zu blamieren. Wie ueberlegen waere wohl das Turnier mit der ersten Elf gelaufen 🙂 . Dann tun im Spiel in den Schlussminuten einige der Spielerinnen noch alles um in die Verlaengerung zu kommen doch die Schwedischen Wunderstuermerinnen koennen auch daraus kein Kapital schlagen, aber vielleich wollten sie ja einfach nicht noch eine Verlaengerung 🙂

    (22)
  • BirgitsStiefsohn sagt:

    Auch in diesem Spiel war ich überrascht über die vielen technischen und spielerischen Unzulänglichkeiten der deutschen Mannschaft. Ich konnte nicht sehr viele Spiele sehen, aber wenn Deutschland mit dieser Leistung Gold gewinnen kann, dann hat das Niveau im Frauenfußball wirklich erschreckend nachgelassen. Das kann doch nicht sein. Was war also los bei diesem Turnier?

    (16)
  • FFFan sagt:

    Olympiasieger!!! 🙂

    Jetzt müssen nur noch die Jungs heute ’nachziehen‘. Das Maracana ist ein guter Ort, um Geschichte zu schreiben!

    (12)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Behringer Torschützenkönigin – allein das spricht schon Bände und legt kein gutes Zeugnis ab für die Stürmerinnen der ganzen Welt!
    Vertändelt dann im Vorwärtsgang völlig ohne Not den Ball und serviert den Schwedinnen damit den Anschlußtreffer und diese riechen natürlich nochmal Lunte. Blackstenius im Sandwich zweier Verteidigerinnen kann dennoch einnetzen, welch Fauxpas!
    Kemme fing genauso schwach an wie sie die gesamte 1. HZ im HF gespielt hatte. Maro bis auf die 2 Aktionen, Tor und Freistoßlattentreffer, erneut weit unter der Erwartungshaltung (auch ihrer?)! Däbritz dieses Mal nicht so auffällig, dafür „Laufwunder“ Leupolz einen Tick besser als zuletzt. Popp hat auch mitgespielt? Stimmt ja, eine Kopfballrückgabe auf Lindahl gab es da… Anja Mittag schlechteste Deutsche, absolut neben den Schuhen wie das gesamte Turnier, hatte gegen Ghana alles Pulver verschossen!
    Dennoch meinen Glückwunsch zum 1. Olympiasieg in der Agenda des dt. FF!!! In ein paar Jahren wird die Art + Weise wie es dazu kam, verblasst sein, aber das Gold glänzt immer noch.
    Freude kam bei mir auch über das Ergebnis des kleinen Finales auf, denn Kanada hatte eine gute Truppe am Start und gewann gegen bereits demoralisierte, weil nicht im Endspiel stehende, Brasilianerinnen!

    (15)
  • vikkybummsy sagt:

    Jetzt wird es Zeit das wir uns bei den Schwedinnen bedanken.
    Erst räumen sie uns die Brocken aus dem Weg und dann erschiessen sie sich selbst noch..
    Das Endspiel wurde nichtsdestotrotz verdient gewonnen. Glückwunsch…
    Die besten Spielerinnen waren für mich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst…ooops

    (30)
  • Königin sagt:

    Wir sind „Olympiasieger“ – wie geil ist das denn:) Glückwunsch an die Mädels u. das Trainerteam um Silvia Neid … Ihr gönne ich das wirklich sehr… Auch wenn die vielen Kritiker nie verstummen… Auch wenn die deutschen Ladies nicht immer überzeugten … Ich freue mich riesig – ein wenig tut es mir für Simone Laudehr leid – aber Anja Mittag hat mir ihrer tollen Geste gezeigt, dass Simone auch eine Gewinnerin ist…

    (13)
  • Jochen-or sagt:

    Gratulation!

    Sicherlich besser als die Schwedinnen und daher ein verdienter Sieg!

    Aber was ist das für ein Fußball?

    Da ist man umso erwartungsfroher, wenn man heute die zusammengestoppelte Herrenjugend sehen kann, die sich in nur 2(!) Wochen gefunden hat und einen ansehnlichen Fußball spielt.

    Schwer für Jones, weil man vergessen wird, in welchem Stil und auf welchem Niveau Neid in den letzten Jahren erfolgreich war.
    Immerhin dürfte man in der U17 einige zukunftsträchtige Talente besitzen, so dass man in einigen Jahren sich nicht nur über Erfolge, sondern womöglich an spielerische Qualität erfreuen kann.

    Fürs internationale Image ist dieser Sieg alle Male gut, denn wie schnell ist vergessen, in welchem Stil Erfolge „errungen“ wurden.

    (24)
  • F.B. sagt:

    Man hatte bei diesem Olympischen Turnier das Gefühl, es handelt sich um ein Hindernislauf, bei dem die in Führung liegenden Nationen in die Hürden laufen und der abgeschlagene Vierte humpelnd und mit einer schwachen Zeit gewinnt.
    Dem Großteil der Spielerinnen gönne ich den Titel, auch wenn die meisten davon ihre Leistung bei diesem Turnier nicht abrufen konnten. Das Trainerteam hat allerdings nicht den Abschied bekommen, den es sich verdient hat.
    Dass Melanie Behringer jetzt auch noch Torschützenkönigin geworden ist, sagt viel über das Turnier aus. Sie müsste aber eigentlich noch einen zweiten Titel bekommen, nämlich „Beste Vorbereiterin von Gegentoren“. Hier aber nur ganz knapp vor D. Marozsan, die vielleicht einen Antrag stellen sollte, dass beim Fußball nicht mehr gelaufen, sondern nur noch stehend gespielt wird.

    Es ist in der Tat sehr schwer, eine Spielerin herauszuheben, die dem Turnier aus deutscher Sicht ihren Stempel aufgedrückt hat. Sicher war Sara Däbritz die beste deutsche Spielerin über das Turnier gesehen, sie ist dann aber leider im Finale untergegangen. Alex Popp mit einem guten Start ins Turnier, aber ab der K.O.-Phase mit deutlich weniger Torgefahr. Almuth Schult hat sich wirklich deutlich gesteigert, hätte ich nach dem Australien-Spiel nicht gedacht. Aus der Viererkette kann man eigentlich niemanden hervorheben. Annike Krahn hat sich freilich ab der K.O.-Runde gesteigert, aber ich bin auch froh, wenn ab September jemand auf dieser Position spielt, der mit dem Ball umgehen kann.

    Positiv bei diesem Turnier vielleicht nur die Auftritte von Kanada, auch wenn sie es dann im Halbfinale nicht geschafft haben, ihre Leistung abzurufen. Für Schweden ist die Silbermedaille sicher ein großer Erfolg, da war die Nationalmannschaft ja nach der letzten WM in keinem guten Zustand. Trotzdem schade, dass man sich von dem schönen Offensivspiel von 2011 und 2013 verabschiedet und auf eine Mauertaktik gesetzt hat. Frankreich für mich mal wieder der Verlierer des Turniers. Seit Jahren bekommt es kein Trainer hin aus dieser Ansammlung an Stars eine funktionierende Mannschaft zu formen, die auch in der Lage ist Tore zu schießen. Ähnlich die Situation bei Brasilien, die eine Riesenchance auf den Titel hatte und es dann am Ende – wie so oft bei großen Turnieren – wieder nicht über die Ziellinie retten konnte. Das hat unsere Mannschaft in jedem Falle (bei allen Schwächen) Frankreich und Brasilien voraus. Bei den USA würde ich das Ganze als Betriebsunfall verbuchen, da steht aber wohl noch ein größerer Umbruch bevor.

    Was bleibt jetzt? Aus deutscher Sicht werden einige in die Jahre gekommenen Spielerinnen hoffentlich den Erfolg nutzen, um auf dem Höhepunkt abzutreten. Von Marcus Höger erhoffe ich mir, dass künftig wieder das Leistungsprinzip Einzug erhält. Was den Nachwuchs betrifft, sind wir gut genug aufgestellt, Sara Däbritz hat bei diesem Turnier schon gezeigt, zu was sie in der Lage ist, Svenja Huth und Lina Magull ziehen hoffentlich bald nach. Für die EM im nächsten Jahr wünsche ich mir dann, dass die siegreiche Mannschaft sich den Sieg auch selbst erspielt und nicht nur von der Schwäche der Gegnerinnen profitiert.

    (27)
  • Tedesco68 sagt:

    Wenn jetzt noch einige der hier häufig genannten Neid-Lieblinge den Satz „dass man aufhören soll,wenn es am schönsten ist“ befolgen, dann tröstet das über 2 Wochen Rumpelfussball und jahrelangem Stillstand hinweg und die Goldmedaille hätte noch einen positiven Effekt. In 3-4 Wochen sind wir schlauer….

    (17)
  • gerd karl sagt:

    Hahahahaha,da sind aber viele Hater des Deutschen Frauenfußballs sauer das Deutschland gewonnen hat.
    Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa, Deutschland ist verdient Olympiasieger geworden.
    Und jetzt können die Hater weiter schimpfen.

    (-33)
  • Volker sagt:

    Hallo Königin: Es ist erfrischend Leuten zu begegnen die sich einfach nur freuen können und Spaß am Sport haben. Ich habe hier auch ein Feuerwerk von Kritiken gegen unsere Nato abgelassen. Aber gestern Abend habe ich doch wieder Stolz und Freude fühlen können.Ich hoffe das sich diese „Goldstimmung“ positiv auf die Bundesliga auswirkt. So wie der Hype von 2011 abgeklungen ist,so könnte dieses Gold wieder einen Aufschwung hervor bringen.

    (15)
  • Altwolf sagt:

    Mit dem Gewinn der Goldmedaille haben sich die beteiligten Spielerinnen und der Trainerstab etwas Unvergessliches geschaffen und damit ist die Ära Silvia Neid mit etwas Großem zu Ende gegangen.

    Deshalb „Deckel“ drauf und gespannt sollten wir erst einmal vorurteilsfrei abwarten, mit welchen Vorsellungen S. Jones u.M.Högner das Projekt „neue“ N-11 angehen werden.

    Mit welchem Spielsystem wird sie sich Erfolg erhoffen und mit welchen Spielerinnen glaubt sie diese Spielphilosophie dann umsetzen zu können.

    Ich glaube, das der FF vor einem weiteren Entwicklungsschritt steht, denn wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, sind Physis u. Defensivverhalten bei vielen Teams deutlich besser geworden und der erforderliche Schritt der führenden FF-Teams wird sein das Pressing zu intensivieren und noch konsequenter das Umschaltspiel zu perfektionieren.
    Insbes. müssen die Offensivstrategien mit schnellem Kurzpassspiel, mit Flügelspiel die Räume erweitern u.mit intensivem Laufspiel die beliebten 4- u. 5er-Ketten zu knacken.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die kommende Spielzeit.

    (27)
  • Doris sagt:

    Hallo Deutschland,

    herzlichen Glückwunsch an unsere Mädel’s in Rio. Ein besonderer Glückwunsch für Silva Neid. Sie hat unglaubliches für den FF geleistet. All jene die nur herumnörgeln und Sportler kritisieren sollten erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren.
    Es ist ohnehin schon sehr bedenklich das viele Medien nicht mehr Objektiv Bericht erstatten.
    Ich wünsche allen einen respektvollen Umgang miteinander.

    (1)
  • Volker sagt:

    gerd karl: „Hater“ des Frauenfußball erkennt man daran das sie immer wieder Vergleiche zum Männerfußball anstreben. Um den Frauenfußball zu Disqualifizieren. Die Leistungen in diesem Turnier haben durchaus Stoff für Kritik und Sorge geliefert. Ich möchte in der Zukunft auch keinen „Rumpel Fußball“ sehen. Den das ist es was die „Hater“ wollen!

    (24)
  • Volker sagt:

    Sie standen Gestern vor 65tausend Zuschauern mir einer Goldmedaille um den Hals in der Öffentlichkeit, wurden mir Ehrungen und Glückwünschen überhäuft. In wenigen Wochen spielen Sie wieder vor 1000-1500 Zuschauern. Von den Medien relativ unbemerkt. Dieses Extrem zu verkraften und dabei zu bleiben ist eine große Leistung und verdient hohen Respekt vor diesen Frauen! Wir sehen nur den physischen Ablauf und beurteilen diesen. Das die psychische Belastung dabei eine Rolle spielt vergessen die meisten. Das sollte der ein oder andere Kritiker im Hinterkopf behalten.So und jetzt ein paar „Daumen hoch“ für Königin und Doris für die besten Kommentare!

    (8)
  • Karl sagt:

    Ich lese hier oft in den Kommentaren das Wort „Rumpelfussball“ . Kann mir mal jemand genau erklaeren was das ist ?
    Und vor allem waere ich gespannt auf die Erklaerung wie die Nationalmannschaft keinen solchen spielen sollte wenn es alle Vereinsmannschaften der Bundesliga , aus deren Spielerinnen sich die Nationalmannschaft zwangslaeufig groesstenteils rekrutiert auch tun ?
    Welche anderen Nationalmannschaften spielen keinen Rumpelfussball ? Frankreich ? Japan? oder ist der Powerrunpelfussball des US-Teams ok?
    Wie auch immer , ich oute mich jetzt als Fan des Rumpelfussballs wenn die Alternative so ein langweiliges Ballgeschiebe wie das japanische – oder das der spanischen oder deutschen Maenner ist ? Ist es so?

    (0)
  • FrankE sagt:

    Glüchwunsch an das deutsche Team!
    Mein besondeter Dank gilt den Mathildas für einen geschenkten Punkt , für ein Gegentor im entscheidenden Moment.,

    Der Meinung. von Frau Neumann, Deutschland. sei das stärkste Team in diesem Turniet gewesen kann ich mich nicht anschließen

    (11)
  • Rainer sagt:

    Ich sehe in diesem Forum keine „Hater“. Es gibt oft scharfe Kritik, aber selbst die ist nur selten polemisch und was Grenzen überschreitet, wird eh von Markus entfernt bzw den Vorschriften des Forums nach geglättet.
    Auch die Kritik an Silvia Neid ist nicht übermäßig gewesen. Dass sie fußballerisch seit 2007 kaum etwas verändert hat, kann man wohl nicht bestreiten. Persönliche Angriffe habe ich hier nicht gesehen, deshalb kann ich weder den Einwurf von Gerd Karl noch den Freistoß von Doris so richtig nachvollziehen. Dass Frau Neid eine der absolut erfolgreichsten Personen innerhalb des Frauenfußballs weltweit ist, stellt doch ernsthaft niemand in Abrede.
    Zwei Weltmeisterschaften, acht Europameisterschaften und auch der (glückliche) Olympiasieg und alle anderen Medaillen und Auszeichnungen, die ich auf die Schnelle nicht zusammen bekomme, sprechen doch Bände. Gleichwohl wird der zur Neutralität fähige Betrachter kaum verneinen können, dass die frühere Überlegenheit der deutschen Mannschaft futsch ist. Dass sich das Spiel kaum weiterentwickelt hat. Und dass Deutschland bei aller harten Arbeit, die ich nicht in Abrede stelle, dennoch nicht selten mit einer gehörigen Portion Dusel unterwegs ist. 2013 haben wir bei der EM sechs Tore in sechs Spielen erzielt, 2009 waren es alleine sechs im Finale. Nadine Angerer hat zwei Elfer gehalten im Finale 2013, einen hervorragend pariert, beim anderen wurde sie glücklicherweise angeschossen. Schweden hat uns im olympischen Turnier die schweren Brocken aus dem Weg geräumt und sich dann fast selber geschlagen, weil man die erfolgreiche Taktik aufgegeben hat und auch noch ein extrem blödes Eigentor fabriziert hat. Sind wir „Hater“, sobald wir uns bemühen, eine Sache von mehreren Seiten perspektivisch und kritisch zu betrachten?

    In der FAZ hat Daniel Meuren dennoch einen sehr differenzierten Artikel über die Trainerin geschrieben, der einerseits die Leistungen würdigt, andererseits aber auch erklärt warum viele, auch nicht wenige Spielerinnen der N11, nie „so richtig warm“ mit ihr geworden sind. Niemand kann raus aus seiner Haut.

    Was den persönlichen Kontakt zu den Spielerinnen angeht, die Distanz und auch die Kälte, die Herr Meuren in seinem Artikel andeutet, so kommt mit Steffi Jones eine völlig andere Persönlichkeit in den Vordergrund. Steffi strahlt nicht Distanz, sondern Nähe aus. Dennoch entstammt natürlich auch sie der berühmten „Frankfurter Schule“, die nicht nur in der deutschen Philosophie, sondern eben auch im Frauenfußball eine gewisse Bedeutung hat.

    Ich hoffe, dass Steffi einen ähnlichen Weg geht wie Pia Sundhage hier, was die Menschenführung angeht. Dass sie einerseits Chefin ist, aber andererseits auch Kumpel. Das geht nämlich. Nicht jeder kann das, und das muß man ihr auch nicht vorwerfen, wir sind verschieden.

    Lasst mich um Schluss doch noch etwas aus dem Männerfußball holen und hoffen, dass ich deshalb nicht zum Hater des Frauenfußballs abgestempelt werde: Typmässig würde ich mir für sehr viele Mannschaften im Fussball, egal welchen Geschlechts und auch in anderen Ländern einen Menschen mit der Warmherzigkeit, der Abgeklärtheit und der Fähigkeit zur persönlichen Distanz zu sich selber sowie der Kompetenz eines Horst Hrubesch wünschen.

    (43)
  • Rainer sagt:

    @Karl: Rumpelfußball ist für mich der planlose Fußball, der eigentlich nur auf Laufen und starke Physis basiert, und den die deutschen Männer in den 1980er Jahren gespielt haben, als wir in Endspiele kamen, uns aber nicht sonderlich beliebt gemacht haben in der Welt.
    Der Fußball, den die Japanerinnen zur Zeit nicht ganz so erfolgreich spielen, basiert auf einer ungeheuren Ballbeherrschung und Sicherheit. Das Tikki-Takki, das schnelle, präzise Kurzpassspiel, mit dem die Japanerinnen die Lücken finden wollen, ist sehr schön anzuschauen. Ähnlich schön spielen und „sterben“ leider immer wieder die Französinnen, denen es so geht wie den spanischen Männern, die viele Turniere lang immer Mitfavorit waren und immer unerklärlich scheiterten, dann aber irgendwann ihr eigenes Problem überwunden haben. Der Tag wird kommen.
    Die USA spielen sicher auch Rumpelfußball, allerdings im Vergleich zum heutigen Deutschland mit Superturbo und einer Aggressivität, die keinesgleichen hat. Aber ich weiß aus Diskussionen mit Menschen aus dem amerikanischen Team und darum herum, dass man sich bewusst ist, dass man mittel- und langfristig Elemente des japanischen und französischen Fußballs braucht, um weiterhin Erfolg zu haben.

    (25)
  • Karl sagt:

    @Rainer: Danke , das ist eine gute Erklaerung. Es ist auch einleuchtend dass nicht nur die amerikanische sondern auch die deutsche N11 Elemente dieses Stils uebernehmen muss , aber eben nur Elemente. Jeder Versuch diesen Spielstil komplett zu kopieren waere zumindest meiner Meinung nach der direkte Weg in die Bedeutungslosigkeit. Es bleibt aber die Frage wie die Nationalmannschaft das bewerkstelligen soll wenn die Vereinsmannschaften weiterhin einen anderen Stil pflegen .

    (10)
  • Sundermann sagt:

    @Rainer
    Korrekt heisst es Tiki-Taka.

    (-2)
  • Ludwig sagt:

    Gratulation an die N11 zur Goldmedaille. Mir ist es ähnlich gegangen wie Volker. Ich habe ziemlich mitgezittert, vor allem in der Endphase. Und danach habe ich mich gefreut.

    Ich habe mir das Spiel aufgenommen und noch mal in Ruhe angesehen. Wenn man das Ergebnis kennt, sieht man Dinge, auf die man während der direkten Übertragung gar nicht achtet. Deswegen hat mich der Kommentar von F. B. auch dazu gebracht, besonders auf Dszenifer Maroszan zu achten, besonders da Bernd Schmelzer bei einem Spiel berichtet hat, dass sie im Spiel davor nach Tabea Kemme die meisten Meter in der Mannschaft gemacht hat. Wie viele es im Finale waren, weiss ich natürlich nicht. Aber sie hat reichlich zurück gelegt. Dass sie Standfussball gespielt hat, ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Sie hat nicht weniger Einsatz gezeigt als alle anderen. Kritik gut und schön. Aber aus der Luft muss sie auch nicht gegriffen werden. Dann wird sie zur Meckerei.
    Ich begebe mich mal ins Reich der Spekulation. Sie ist eine Spielerin, die im Prinzip von ihrer überragenden Balltechnik und Spielübersicht lebt. Außer ihr und Necib habe ich eigentlich noch keine andere wahrgenommen, die beides in der Form vereinigt. Auf der einen Seite wird Rumpelfussball kritisiert, und dann wird ihr vorgeworfen, dass sie nicht genug rumpelt. Verkehrte Welt. Und nun zu meiner Spekulation: Gerade bei diesem Turnier hat sie offenbar ziemlich mitgerumpelt. So viele Fehlpässe wie in den letzten Tagen kennt man eigentlich nicht von ihr(mal davon abgesehn, dass sie hin und wieder auch zu einer gewissen Lässigkeit tendiert). Könnte es nicht sein, dass hier ein direkter Zusammenhang besteht?

    @Karl:
    Meine Rede. Wenn die Vereine nicht die Basis legen, ist die Nationalmannschaft aufgeschmissen.

    @Altwolf zum Thema Spielsystem und Spielerinnen. Das ist die Frage, ob Steffi Jones ein System im Kopf hat und sich danach die Spielerinnen aussucht, oder ob sie sich umsieht, welche Spielerinnen zur Verfügung stehen und wie sie für diese ein System zusammen bringt, weil ohne eine echte Knipserin nach meiner Ansicht z. B. ein 4-2-3-1 nicht viel Sinn macht. Ich komme deshalb darauf, weil ich mal irgendwo gelesen habe, dass Brasilien groß geworden ist, weil der damalige Trainer mit den Spielern, die er hatte bzw. spielen lassen wollte, nicht das damals voherrschende 2-3-5 erfolgreich spielen konnte und deshalb das 4-2-4 entwickelt hat.

    (13)
  • labersack sagt:

    Tiki-Taka gegen 6-3-1 oder maximal 5-3-2, da ist doch drei mal Behringer wesentlich erfolgreicher. Hört doch auf zu fantasieren solange ihr nicht eine deutsche Tiki-Taka Spielerin benennen könnt.

    (-2)
  • Wolle sagt:

    @Karl
    Ich lese hier oft in den Kommentaren das Wort „Rumpelfussball“ . Kann mir mal jemand genau erklaeren was das ist ?
    In „meinem Fußball-Duden“ steht bei Rumpelfußball:
    Ist die bevorzugte Spielart der Akteure , die mangels technischer Qualität und fehlender Ideen ein Passspiel zum Spielaufbau und Herausspielen von Torchancen nicht umsetzen können. Für Zuschauer unattraktiv. Da es im FF davon nicht allzu viele gibt, ist diese Spielart zu vermeiden. Dt. Akteure die diese Spielart trotzdem bevorzugen sind z.B.: A. Krahn, S. Bartusiak

    Ich hoffe, ich konnte Dir damit helfen.

    (10)
  • OrbisJack sagt:

    @Rainer

    Du hast einige Mannschaften da kommentiert bezüglich ihre Spielstil…eine Mannschaft aber (noch) nicht, die zwar theoretisch für Rio qualifiziert aber an Hand die kömische Geschichte nicht dabei waren (und somit Schweden ein Silber ermöglichte)…die Engländerinnen.

    Wenn man sieht wie die Fussball niveau war in Brasilien, und vorallem wie Schweden die KO gespielt hat, glauben viele da dass die mindestens eine Medallie hätten gewinnen können.

    Und nächste Sommer werden die viel machen in die Niederlände.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Dann also doch!!!
    Der Einäugige gewinnt gegen den Blinden, oder Not gegen Elend, oder Grusel gegen Langeweile!!!

    Oh Du großer Fußballgott, was hast Du Dir hier in Rio bloß dabei gedacht!!! 🙁

    Ich wollte mir dieses zu erwartende Gruselfinale ja eigentlich nicht antun!!!
    Auf dem Weg zum TURBINE-Testspiel, konnte ich dann aber doch nicht anmichhalten, konnte aber wegen schlechtem WLan nur das Tor der Schwedinnen live sehen!!!

    Ganz so schlecht wie erwartet wars dann wohl doch nicht!!!
    Doch allein die Tatsache, daß man zur Goldmedaille ein Eigentor der Trekronors brauchte,

    (-21)
  • wfm sagt:

    @Rainer
    Wieder reichlich viel Spekulationen im Rundumschlag-Text, bei dem auch die taktischen Entwicklungen beim FF ausgeblendet bzw. nicht genug berücksichtigt werden. Das Finale 2009 läßt sich gar nicht vergleichen, weil es heute selbst bei sogenannten „kleineren“ Ländern derartige konditionelle Einbrüche wie bei den englsichen Ladies damals kaum noch gibt.
    Zur Kälte von Neid – ohne auf sie näher eingehen zu wollen – sei eine Aussage des erfolgreichen Beachvolleyballtrainers Jürgen Wagner zitiert: „Harmonie ist ein Killer des Erfolgs“! Womit ich nur sagen will, dass es nicht ausgemacht ist, was jemals der beste Weg ist, eine Mannschaft zu führen. Pep Guardiola ist auch nicht gerade dafür bekannt besonders kuschelig zu sein, von Mourinho ganz zu schweigen.

    (5)
  • Detlef sagt:

    @wfm,
    Es geht hier nicht um den „Kuschelfaktor“ von Steffi Jones und Markus Högner!!!
    Beide werden auch unpopuläre Entscheidungen treffen müssen, daß steht jetzt schon fest!!!

    Aber sie sollen sie erklären müssen, wie man es ja auch von Jogi Löw erwartet!!!
    Und es muß nachvollziehbar sein, und nicht so ein bundesgöttliches Allgemeinplätzchen wie bei PAULINE BREMER und FELI RAUCH!!!

    (2)
  • Detlef sagt:

    @Rainer,
    Es wäre wirklich interessant gewesen, wenn Pia Sundhage auch im Finale diesen doppelten Catenaccio gespielt hätte!!! 😉

    (4)
  • Altwolf sagt:

    @Ludwig.

    Da pflichte ich dir bei. Wenn S.Jones nicht die Spielerinnen für ein angedachtes System findet, wird sie sicherlich ein System suchen müssen, was zu diesen Spielerinnen paßt – !! es sei denn, man „verbiegt“ einige der vorhandenen Spielerinnen in dieses System, z.B. sie auf anderen Positionen spielen zu lassen oder gar sie in ihrer Spielart in der N-11 umzufunktionieren.
    Das wäre aber der „worst case“ im Leistungsfußball.

    Zu D.Maroszan kann ich dir,was das letzte Spiel betrifft, so auch meine frühere Formulierung dazu, bestätigen, daß ihr Einsatz u.auch ihre läuferischen Bemühungen sich deutlich von den vorangegangenen Spielen unterschieden haben.
    Sie hat zweifellos eine besondere Fähigkeit der Ballführung und der Schusstechnik, doch bei der „Spielübersicht“ folge ich dir nicht.
    Sie hat einfach nicht die Mentalität und den Einsatzwillen ihre Fähigkeiten über 90 min und konstant über mehrere Spiele hinweg abzurufen. Sie erscheint mir zu sehr von der Lust am aktuellen Spiel und dem Freiraum anhängig zu sein, den ihr ihre Mitspielerinnen erarbeiten und deshalb wird sie immer mal zwar glanzvolle Momente
    haben, jedoch nicht Spiele bestimmen bzw. lenken.

    (10)
  • Volker sagt:

    Nur mal zur Klärung: „Rumpelfußball“ ist eine Schöpfung aus dem kreativen Wortschatz eines Bernd Schmeltzer. Der den Spielerischen und Technischen Zustand von Fußball Mannschaften in einem Wort zusammen fassen soll. Ob dieser Begriff jemals in Verbindung mit der Spielweise einer Männermannschaft gebraucht wurde weiß ich nicht. Sarkastische oder ironische Begriffe wie „Fehlpassfestival“ und „Rumpelfußball“ haben sich in den Kommentaren speziell im Frauenfußball etabliert. Seltsamer Weise sogar bei den Fan`s des FF.

    (4)
  • Volker sagt:

    Hervorragender Kommentar von Rainer, Danke! An dieser Stelle möchte ich meine Glückwünsche an die Jungs von Horst Hrubesch einfügen. Wahnsinnige Leistung!!!! Neymar platt gespielt und ich HASSE 11m Schießen!

    (2)
  • FFFan sagt:

    @ Karl:
    „Ich lese hier oft in den Kommentaren das Wort „Rumpelfussball“ . Kann mir mal jemand genau erklaeren was das ist?“

    Unter „Rumpelfußball“ versteht man gemeinhin einen technisch und spielerisch äußerst limitierten Fußball.

    Die Wortschöpfung geht übrigens zurück auf Franz Beckenbauer, der die deutschen Kicker während der EM 2000 als „Rumpelfüßler“ bezeichnete!

    (10)
  • Andreas sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an unsere Fußballfrauen. Ein absolut verdienter Sieg. Deutschland hat i.w. das Spiel gemacht und hatte deutlich mehr und bessere Chancen. Schweden hätte sich auch nicht beschweren können, wenn Deutschland 4 oder 5 Tore gemacht hätte, auch wenn das natürlich dann zu hoch gewesen wäre. Dass es am Ende überhaupt nochmal spannend geworden ist, war absolut überflüssig. Was Behringer da gemacht hat bei dem Ballverlust, der zum Tor geführt hat, war mal wieder haarsträubend. Und wie aufreizend behäbig sie der dann ballführenden Schwedin hinterhergetrabt ist, hat mir schon bevor das Tor dann gefallen war die Zornesröte ins Gesicht getrieben.
    Spielerisch, muss man natürlich ganz klar sagen, war das oft sehr dürftig. Dieses Fehlpassfestival (wie ja schon seit sehr langer Zeit) ist echt nicht zum Aushalten. Behringer und Mittag waren Totalausfälle und auch Leonie Meier ist derzeit außer Form. Anders als bei Behringer (die ihre Berechtigung durch die 5 Tore aber eindeutig hatte) und Mittag, wird das bei ihr aber auch wieder besser werden. Gleiches gilt für Leupolz. Kemme, die gruselig angefangen hat, hat sich immerhin nach 10 Minuten gefangen und war dann eine der Besten und Popp rackert zwar wie ein Pferd, braucht aber viel zu viele Chancen, um mal ein Tor zu machen, was ihr gestern bei zwei hochkarätigen Chancen wieder nicht gelang.
    Insofern teile ich in dem Punkt ganz klar die kritische Meinung vieler hier. Was ich aber nicht so sehe ist, dass die Mannschaft mit Dusel Olympiasieger geworden ist. Ich habe hier keine Mannschaft gesehen, die besser war als Deutschland, was eher spiegelbildlich für den momentanen Zustand des Frauenfußballs steht, als dass es für die Qualität der Deutschen Mannschaft spricht. Es ist aber für mich kein Dusel, wenn gegnerische Mannschaften hochkarätige Chancen nicht verwerten können. Das ist höchstens das Unvermögen dieser Mannschaften und teilweise auch das Können von Almut Schult, die sich in den KO-Spielen sehr gesteigert hat und dann ein sicherer Rückhalt war.
    Silvia Neid gönne ich diesen Abschied ausdrücklich. Ich bin zwar wie die meisten hier froh, dass ihre Zeit nun rum ist, unter dem Strich bleibt aber, dass ihre Ära mit 2 Europameisterschaften, einem WM Titel und dem Olympiasieg eine ausgesprochen erfolgreiche Zeit für den Deutschen Frauenfußball war. Auch die Popularität der N11 ist in ihrer Zeit deutlich gewachsen.

    Für die Zukunft wünsche ich mir vor allem, dass Behringer und Mittag diesen Triumph nutzen, um sich ehrenvoll aus der Nationalmannschaft zu verabschieden. Bei unserer Innenverteidigung bin ich mir da nicht so sicher, da es für mich fraglich ist, ob es aktuell gleichwertige Alternativen gibt. Peter vielleicht, aber Henning hat ihre Chance definitiv nicht genutzt. Die Frage des künftigen Spielsystems ist aus meiner Sicht eher zweitrangig. Viel wichtiger ist, in die technische Ausbildung der nachwachsenden Spielergeneration zu investieren, damit die N11 auch spielerisch wieder besser wird. Mindestens mit Bremer und Magull stehen ja auch zwei in den Startlöchern, die bei Steffi Jones sicherlich eine größere Rolle spielen werden. Ich bin mal auf die nächsten Qualispiele gespannt. Mal schauen ob sie da bereits Dinge verändert. Vielleicht wird sie da ja zu Experimenten gezwungen, weil viele Nationalspielerinnen ja jetzt eigentlich erst mal etwas Urlaub brauchen und dann erst in die Saisonvorbereitung einsteigen müssen.

    Ein grandioser Schachzug des DFB war aber eindeutig die Einschleusung von Claudia Neumann als Moderatorin beim ZDF. Da wurde man doch immer wieder von schlechten Aktionen der Mannschaft abgelenkt, weil man sich über ihren Kommentar ärgern musste. Manchmal war das so hanebüchen, dass ich mich gefragt habe, ob sie schon jemals zuvor ein Fußballspiel gesehen hat. Und diese ewige Schönfärberei, nicht zum Aushalten. Die Krone war für mich, dass sie Behringer auch ohne Berücksichtigung der 5 Tore als die dominierende Spielerin der Deutschen Mannschaft bezeichnet hat.

    (9)
  • Schelle sagt:

    @Andreas,

    guter Kommentar. Ich kann vielem davon zustimmen.

    Die Situation um Behringer und Mittag sehe ich genauso

    Und auch das leidige Innenverteidigerinnen Thema wird uns wohl weiterhin begleiten. Krahn und Bartusiak haben viel für den deutschen Frauenfussball getan. Beide haben immer mit Herzblut gespielt. Ich gönne Ihnen diesen Olympiasieg von ganzen Herzen.

    Wenn beide nicht mehr spielen sollten, werden viele hier sehen, dass wir nun mal nicht viele sehr gute Innenverteidigerinnen haben. Ich sehe da auch in Zukunft ein Problem. Auch wenn es von vielen hier anders gesehen wird. Aber in der Innenverteidigung haben wir ein Talentproblem (Peter ist nun auch nicht wirklich jung)

    Ob Magull wirklich so stark ist, bezweifele ich. Ich hoffe aber, dass ich mich irren werde. Mir fehlt bei ihr die Dynamik und Durchsetzungsfähigkeit, welche auf Top-Niveau benötigt wird.

    Ich bin nicht sicher, ob ich es Frau Neid wirklich gönne. Sie macht mir einen zu selbstverliebten Eindruck.

    Ich gönne es aber ausdrücklich den Spielerinnen und dem deutschen Frauenfußball. Es war nicht alles Gold was glänzte, aber der Erfolg wird dem deutschen Frauenfußball (hoffentlich) gut tun.

    Auf jeden Fall besser als ein frühes Ausscheiden, welches auch ich im Vorfeld prognostiziert hatte.

    (10)
  • Ludwig sagt:

    @Altwolf:
    Nur um die Begriffe zu klären: Ich denke schon, dass es gerade ihre Spielübersicht ist, die sie auszeichnet. Sie hat zu oft bewiesen, dass sie auch aus der Bedrängnis heraus ein Auge dafür hat (oder haben kann), wohin sie den Ball gerade auch in den freien Raum spielen muss, um eine Mitspielerin effektiv einzusetzen. Warum sie das nicht öfter und konstant zeigt, kann dermaßen viele Gründe haben, dass ich mich an der Stelle lieber einer Spekulation enthalte. Fest steht nur, dass es bedauerlicherweise so ist.
    Zu dem Punkt, Spielerinnen in ein System zu pressen, ist mir Lena Lotzen eingefallen, die unbedingt mit zur EM musste und weil sie unbedingt spielen musste, war sie auf der rechten Außenposition, wo sie aber offenbar nicht hingehört und vermutlich deshalb auch kein einziges gutes Spiel gemacht hat. Nicht, weil sie nicht Fussball spielen könnte.
    @Andreas:
    Da muss der DFB seine Finger gar nicht im Spiel haben. Die Reporter beim Fernsehen betreiben im Prinzip alle Hofberichterstattung. Da war es für mich schon beinahe Aufsehen erregend aufrührerisch, dass Bernd Schmelzer kürzlich mal gesagt hat, dass er zur Abwehrleistung lieber nichts sagt.

    (12)
  • Wolle sagt:

    @Andreas
    Also das Deutschland noch 4-5 Tore hätte machen müssen sehe ich nicht so. In der 1. Hz eine größere Chance, in der 2. Hz vielleicht noch 2. Schweden hätte aber auch noch das ein oder andere Tor machen müssen, vor allem zum Schluß.
    Glücklich war der Olympiasieg insofern, das Simbabwe noch 1 Tor gegen AUS gechossen hat und Schweden im Vorfeld USA und BRA herausgekegelt hat. Es hätte auch ganz anders laufen können, aber Glück gehört halt auch dazu.

    Ansonsten war Olympia wenig berauschend, eigentlich eher ein Rückschritt für den FF. Bis zum Finale war es auf keinen Fall Werbung für den FF.
    Auch wenn unsere N11 verdient gewonnen hat, war es für ein Finale doch eher fade Kost. Wieder jede Menge Stockfehler, wenig Spielfluß, Schweden war da noch schlimmer. Einziger Lichtblick das 1:0 von Maroszan, mit ganz viel Gefühl in den Winkel gechippt, Marke Tor des Monats.
    Ganz anders tags darauf das Herrenfinale. Ein hochklassiges Spiel, beide Mannschaften spielten attraktiven Angriffsfußball.

    Und wer es mag noch ein paar Einzelkritiken zum gesamten Turnier und mein Blick in die Zukunft:
    A. Schult fand ich gar nicht so schlecht. Auf alle Fälle eine Steigerung von Spiel zu Spiel. Sie wächst so langsam in Ihre Position hinein.
    Bartusiak/ Krahn: Soviele Stockfehler und Missverständnisse. Bitte aufhören, jetzt ist die Gelegenheit. B. Peter mit einer J. Elsig wenn Sie fit ist oder einer R. Knaak wäre meine IV für die Zukunft.
    Kemme/ Maier: Gerade Maier offenbarte für mich übberaschend viele technische Mängel. Wo sind Ihr Mut und Selbstvertrauen hin? Von Kemme war nicht mehr zu erwarten. Startete übernervös ins Finale, bekam aber später Ihre Nerven besser in den Griff. Alternativen sind da eher Mangelware, vielleicht nochmal einer F. Rauch eine Chance geben.
    M. Behringer: Immer bemüht, produziert aber als 6er zu viele Fehlpässe. Denke auch für Sie die Gelegenheit aufzuhören. Als Alternativen zu Leupolz, Däbritz oder Gößling fällt mir die Leverkusener Hegering ein.
    Die größten Probleme haben wir auf den Außen. Egal wer auf dem Flügel bei Olympia gespielt hat, konnte sich dort nicht durchsetzen. Daraus resultierend kaum eine Flanke oder Pass von der Grundlinie. Bremer ist da rechts mein Favorit, links Laudehr. Ihre Erfahrung und Kampfkraft sind für ein neues Team unersetzlich, Sie würde ich auch zum Kapitän machen.
    In die Mittelfeld-Zentrale gehört m.M.n. Maroszan. Ihre Genialität hat Sie endlich mal im Finale gezeigt. Sie war der Dreh-und Angelpunkt unserer Offensive mit einer hohen Laufbereitschaft, allerdings immer noch mit haarsträubenden Patzern die Sie einfach abstellen muss. Alternativ gibts ja noch L. Magul, R. Petzelberger aus Lev oder L. Dallmann aus Essen. Die beiden Letzteren waren Fr. Neid zu klein, aber vlt. denkt S.Jones ja etwas anders.
    Vorne in den Sturm gehört A. Popp. Der Stern einer A. Mittag geht wohl auch so langsam unter. Bei Olympia war Sie glücklos, viele Fehlpässe und wieder der Chancentod. Alternative zu Popp könnte eine gesunde L. Lotzen werden.

    Auf alle Fälle wünsche ich S. Jones und Ihrem Team ein glückliches Händchen und besonders viel Mut bestimmte Dinge einfach mal anders auszuprobieren.

    (7)
  • Karl sagt:

    Vielen Dank fuer die vielen Antworten zu meiner Rumpelfussballfrage. Soweit ich das jetzt verstehe ist es an sich kein Spielsystem , kann aber wenn einige Individuen technisch nicht zu besserem Fussball in der Lage sind und die anderen sich denen anpassen dazu werden, und die Definition was Rumpelfussball ist und was nicht liegt in der Beurteilung des jeweiligen Zuschauers. So koennte man , je nachdem wie streng man die Massstaebe anlegt auch die Maennermannschaft des Rumpelfussballs bezichtigen , denn auch die spielen Paesse ins Nirwana und schiessen am Tor vorbei und treffen den Ball nicht etc…
    Ich finde es ok wie die Frauen Nationalmannschaft spielt und ich schaue gerne zu , uebrigens auch den anderen Frauennationalmannschaften, wie USA, Norwegen, Schweden, Frankreich. Aber ich haette natuerlich auch nichts dagegen wenn sie sich noch verbessern und ihren Spielstil etwas optimieren.

    (11)
  • Andreas sagt:

    @Wolle:
    Ich meinte insgesamt 4 – 5 Tore. In der 1. Halbzeit gab es den Kopfball von Leupolz übers Tor, den unfassbaren Fehlschuss von Mittag nach dem Abpraller und in der 2. Halbzeit die beiden Großchancen von Popp. Aber klar, so wie das Spiel dann lief, kann Schweden in der Drangphase zum Schluss auch noch den Ausgleich machen.

    Natürlich hatte Deutschland im Verlauf des Turniers auch mal Glück (s. auch die Männermannschaft mit ihrem Last Minute Ausgleich gegen Südkorea, ohne den sie in der Vorrunde ausgeschieden wären), aber das ist doch alles im normalen Rahmen eines Turniers. Man muss sich ja in Deutschland nicht dafür entschuldigen, dass die USA nicht gegen Schweden gewonnen haben und Brasilien war jetzt in den letzten Jahren auch nicht so die Knallermannschaft. Ich bleibe dabei. Deutschland ist zwar kein glanzvoller aber alles in allem doch verdienter Olympiasieger.

    (11)
  • Tedesco68 sagt:

    Zum Thema IV: Wenn J. Elsig gesund bleibt und an ihre früheren Leistungen anknüpfen kann, kann ich mir gut ein Duo mit K. Demann vorstellen. Elsig Zweikampf- und kopfballstark, allerdings mit zu vielen unnötigen Fouls und gelben Karten. Demann technisch und in der Spieleröffnung besser.
    B. Peter hat mich bei Wob und ihren Kurzeinsätzen in der N11 zuletzt gar nicht mehr überzeugt, ein deutlicher Abfall gegenüber ihrer Potsdamer Zeit.
    R. Knaak spielt bei Bayer soweit ich weiß im MF. Das Thema „Einsatz auf fremden Positionen“ wird unter S. Jones hoffentlich etwas zurückgefahren.

    (5)
  • jochen-or sagt:

    Süle hat mir bei Olympia gut auf der IV gefallen. 😉

    (2)
  • adipreissler sagt:

    Rumpelfussball ist für den Betrachter leicht erkennbar.
    Der DFB hat dereinst auf Initiative von Berti Vogts beschlossen, den Rumpelfußball bei den Männern abzuschaffen, was in der Spitze zu großen Teilen gelungen ist.
    Berti Vogts ergriff die Initiative übrigens, nachdem er mit seinem Team Europameister geworden war.

    http://www.zeit.de/2012/25/Fussballstars

    (3)
  • Detlef sagt:

    Tedesco68 schrieb ;
    „Elsig Zweikampf- und kopfballstark, allerdings mit zu vielen unnötigen Fouls und gelben Karten.“

    Als resolute IV-erin balancierst Du immer auf einem schmalen Grad!!!
    Auch eine Wendy Renard, Nilla Fischer, Carolin Abbè oder BABBS PETER müssen immer abwägen, welche Mittel sie einsetzen!!! 😉

    Wenn JOJO gesund und fit bleibt, führt kein Weg an ihr vorbei!!! 🙂

    (-2)
  • waiiy sagt:

    Glückwunsch an unsere Mädels für Gold und Glückwunsch nach Schweden zu Silber! Sie haben sich in diesem Turnier durchgesetzt und haben die Medaillen verdient!

    Nun ist also der Fußball der beiden Teams weltweit maßgebend. Ist das positiv? Wurden damit Zuschauer bei den teilnehmenden Nationen oder gar weltweit gewonnen? Konnte das Turnier begeistern?

    Für die Zukunft wünsche ich mir folgendes:

    1. England. Australien und Kanada sollen mehr Spielqualität finden, weil ich dort die Trainer für sehr fähig halte.

    2. USA, Japan und Schweden wünsche ich, dass sie den Mut für einen Neuanfang haben und wirklich fähige Trainer finden.

    3. Steffi Jones soll sich als Persönlichkeit so zeigen, wie ich es mir erhoffe und Deutschland mit einem guten Trainerstab ähnlich führen wie Horst Hrubesch. Dann kommt auch die Begeisterung wieder.

    4. Die Schiedsrichterinnen sollen besser geschult werden und vor allem Tretereien von Beginn an unterbinden. Ansonsten leider der Fußball insgesamt.

    (7)
  • Tedesco68 sagt:

    @Detlef
    Auch wenn ich ungern den Vergleich mit den Männern ziehe, aber wenn Du die Entwicklung von Boateng siehst oder die Spielweise von Hummels, dann weißt Du, was ich mit zu vielen unnötigen Fouls meine.
    Klar ist es für IV ein schmaler Grat, aber das macht eben die Qualität aus, spiele ich Foul oder löse ich die Situation eleganter. Und in dieser Hinsicht war JoJo in der Vergangenheit oft zu ungestüm.

    (2)
  • Detlef sagt:

    @Tedesco68,
    Ich gebe Dir absolut recht!!!
    Aber damit sind die beiden Herren sogar im MF heute noch ziemlich einzigartig!!!

    Ein gutes Stellungsspiel, die richtige Intuition, und die nötige Grundschnelligkeit, sind auch bei JOJO ELSIG immer die erste Wahl!!!
    Und sie ist ja noch lernfähig!!! 🙂

    (3)
  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    Auch wenn Fußball ein reiner Ergebnissport ist, ist er doch auch abhängig von der Zuschauerresonanz!!!
    Und ein Rumpelfußball ala Deutschland oder Schweden ist eins ganz gewiß nicht, nämlich ansehbar!!! 🙁

    Deshalb wollen wir jetzt hoffen, daß nicht alle Nationen in Zukunft so spielen werden wie diese beiden!!!

    (3)
  • shane sagt:

    @adi: ein wunderbarer artikel. danke!

    sollte der frauenriege beim dfb zu taeglichen kaffeepause vorgelesen werden.

    (4)
  • FrankE sagt:

    @ waiiy
    Zu den von Dir erwähnten fähigen Trainern, ich hatte am Samstag die Gelegenheit mit Kay Kay, die bereits aus Rio zurück war, zu sprechen. Was die zu Ihrem Natio-Trainer zu sagen hat treibt jeden Hafenarbeiter, Bierkutscher oder ähnlichen die Schamesröte in´s Gesicht. Sie zumindest scheint Deine Einschätzung nicht zu teilen.

    (5)
  • Zaunreiter sagt:

    Ich möchte mich den Aussagen von Rainer vom 21. August um 11:55 Uhr und um 12:04 Uhr anschließen.

    (1)
  • F.B. sagt:

    @Ludwig:
    Ich würde in Bezug auf D. Marozsan gar nicht bestreiten, dass sie viele Meter macht, nur macht sie ihre Aktionen in der Regel nur aus dem Stand. Sie ist nur stark, wenn man ihr Platz lässt, so dass sie ihre Schusstechnik einsetzen oder auch mal einen gefährlichen Pass spielen kann. Wenn man ihr zusetzt und sie attackiert, ist sie schnell aus dem Spiel genommen. Aus diesem Grund taucht sie auch in 90% aller wichtigen Spiele ab: Gegen Köln oder Leverkusen in der Liga hat sie den Platz, den sie benötigt und ist in diesen Spielen in der Regel auch stark, trifft sie auf eine Mannschaft mit einer stärkeren Verteidigung, ist nichts mehr von ihr zusehen. Gegen Schweden hat man sie dann mal in einer Szene alleine gelassen und sie konnte unbedrängt zum Schuss kommen – das passiert gegen solche Mannschaften (und selbst gegen deutlich schwächere Teams bei Olympia) aber sehr selten. Was ihr zu einer richtig guten Mittelfeldspielerin fehlt, ist die Fähigkeit, ein Spiel auch mal an sich zu reißen, selbst Impulse zu setzen. Sie schwimmt in der Regel nur mit und ist darauf angewiesen, dass andere ihr Platz schaffen. In diesem Punkt sehe ich bei ihr in den letzten fünf Jahren keinerlei Entwicklung und anscheinend hat das bisher auch kein Trainer bei ihr so richtig eingefordert.

    Zur Innenverteidigerinnen-Debatte: Nach den Rücktritten von Saskia Bartusiak und Annike Krahn sollte Babett Peter die neue Abwehrchefin werden. Der zweite Platz wird sehr umkämpft werden. Josefine Henning hat bei Olympia gezeigt, dass sie leider sehr weit weg von ihrer früheren Wolfsburger Form ist, bei ihr wird es darum gehen, dass sie in England erst mal Spielpraxis bekommt. Johanna Elsig ist vielleicht tatsächlich die Spielerin, die am meisten Qualität mitbringt und sowohl bei Zweikampfstärke und Kopfballspiel als auch in der Spieleröffnung unter dem Strich am besten abschneidet. Hier wird dann die Frage entscheidend sein, ob sie längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Darüber hinaus traue ich Joelle Wedemeyer in Zukunft auch eine wichtige Rolle in der NM. Die EM im nächsten Jahr kommt wahrscheinlich noch zu früh, aber in Anbetracht ihrer extrem starken Entwicklung in der Rückrunde könnte ich mir auch vorstellen, dass sie demnächst mal im Kader steht. Marith Prießen vom 1.FFC könnte ich mir auch noch vorstellen – sie ist vielleicht nirgends extrem überragend, hat aber auch keine wirkliche Schwäche. Eine solide Verteidigerin. Kristin Demann hat mich in den zugegeben wenigen Spielen, die ich bisher von ihr gesehen habe, noch nicht so wirklich überzeugt, ihr fehlt es in meinen Augen noch an Souveränität. Wird auf jeden Fall spannend, wie der Kader demnächst aussehen wird.

    (7)
  • adipreissler sagt:

    Da ja Übereinstimmung besteht, dass nur limitierte IV zu Fouls greifen müssen (ich glaube keine der Protagonistinnen kriegt viele Karten wg. Meckerns etc.) hier mal die Karten-Statistik von soccerdonna.de. Da gelbe Karten insbesondere bei Fouls bei den Frauen sehr selten gezeigt werden, kann man die zugrundliegende Zahl mit einem ziemlich hohen Wert X multiplizieren.

    Überrascht bin ich nur von der Zahl bei Krahn.

    Soviel Spiele (zwischen 103 und 247 sind erfasst) benötigte die Spielerin für 1x Gelb (Bartusiak hat mal eine Rote gekriegt, die habe als 3 Gelbe gerechnet):

    Elsig: 3
    Nietgen: 9,4
    Bartusiak: 15
    Krahn: 31

    Das ist schon ein Klassenunterschied.

    (10)
  • FFFan sagt:

    @ adipreissler:
    „(ich glaube keine der Protagonistinnen kriegt viele Karten wg. Meckerns etc.)“

    Doch, gerade J.Elsig hat angeblich mehr als die Hälfte ihrer Karten für ‚Meckern‘ u.ä. kassiert!

    (2)

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