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Wolfsburg zieht ins Champions-League-Finale ein

Von am 1. Mai 2016 – 21.31 Uhr 7 Kommentare

Der VfL Wolfsburg steht zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren im Finale der Champions League. Durch den klaren Hinspiel-Vorsprung konnte sich die Elf von Trainer Ralf Kellermann beim 1. FFC Frankfurt eine Niederlage leisten – zum ersten Mal ging Wolfsburg in der Champions League auswärts als Verlierer vom Platz.

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Prießen köpft Frankfurt zum Sieg

Vor der stattlichen Kulisse von 3 720 Zuschauern im Stadion am Brentanobad gelang dem Titelverteidiger durch einen Kopfballtreffer von Marith Prießen in der Schlussminute ein 1:0 (0:0)-Erfolg. Dennoch zu wenig, nach der 0:4-Hinspiel-Niederlage in Wolfsburg eine Woche zuvor. Wolfsburg trifft im Finale am 26. Mai in Reggio Emilia auf den Sieger des Duells Olympique Lyon gegen Paris Saint-Germain. Lyon geht mit einem 7-Tore-Vorsprung ins Rückspiel am Montagabend im Pariser Prinzenparkstadion.

Laudehr verletzt, Garefrekes von Beginn an

Die Frankfurterinnen mussten auf die verletzte Mittelfeldspielerin Simone Laudehr verzichten, die sich unter der Woche im Training am Fuß verletzt hatte. Dafür stand diesmal Kapitänin Kerstin Garefrekes wieder in der Startformation.

Frankfurt motiviert, aber zu harmlos

Den Frankfurterinnen war von Beginn an das Bemühen anzusehen, sich besser zu verkaufen, als bei der bitteren Niederlage eine Woche zuvor. Dennoch tat sich die Elf von Trainer Matt Ross, der sein Team vor dem Spiel mit einer Motivationsrede auf die Partie eingestimmt hatte, äußerst schwer, Löcher in die kompakte Wolfsburger Defensive zu reißen. Der starke Wind und die frühsommerlichen Temperaturen machten beiden Teams zu schaffen.

Spiel mit wenig Chancen

„Es war ein Spiel, indem beide Teams kaum Chancen hatten“, konstatierte Wolfsburgs Stürmerin Alex Popp später. Mandy Islacker auf Seiten der Gastgeberinnen sowie Elise Bussaglia auf Seiten der Gäste sorgten jeweils für einen Hauch von Gefahr vor den gegnerischen Toren. Und so ging es torlos in die Halbzeitpause.

Marith Prießen

Marith Prießens Kopfballtor bescherte dem 1. FFC Frankfurt einen Achtungserfolg © foto2press / Oliver Zimmermann

Kaum Highlights

Yuki Ogimi und Jackie Groenen sollten in der zweiten Halbzeit mehr Schwung ins Frankfurter Angriffsspiel bringen, doch nach wie vor gelang es dem Titelverteidiger nicht, die Wolfsburgerinnen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Eine Fernschuss von Marozsán nach einer guten Stunde war eines der wenigen Highlights.

Wolfsburg verliert erstmals auswärts in der Champions League

Und so dauerte es bis in die Schlussminute, ehe die Frankfurterinnen sich doch noch über eine gelungene Wiedergutmachung freuen durften und darüber, Wolfsburg die erste Auswärtsniederlage in der Champions League bereitet zu haben. Eine Ecke von Marozsán fand den Weg zu Abwehrspielerin Marith Prießen, die per Kopf und ihrem ersten Champions-League-Treffer den Sieg perfekt machte, sich aber nach der Partie nicht so recht freuen konnte.

Verhaltene Freude

„Von dem Sieg können wir uns nichts kaufen. Wir haben unsere Chancen letzte Woche weggeworfen. Aber zumindest haben wir gezeigt, dass wir es besser können.“ Bei den Gästen war die Freude groß, nach 2013 und 2014 zum dritten Mal das Champions-League-Finale erreicht zu haben. „Wir haben gemacht, was wir tun mussten, um ins Finale einzuziehen. Wichtig war vor allem, kein frühes Gegentor zu kassieren“, so Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Lena Goeßling.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Altwolf sagt:

    Das Beste an dem Ereignis war das Wetter,vom Wind einmal abgesehen.
    Etwas mehr Fußball hatte ich mir schon erhofft, denn nach anfänglich kampfbetontem Hin- und Her, konnte man in HZ1 nur einige wenige fußballerische Momente erkennen, was sich in HZ 2 dann noch dürftiger darstellte.
    Die eine Seite wollte, konnte jedoch nicht so richtig und die andere Seite wollte nicht so richtig.
    Letztendlich hat sich der 1.FFC aufgrund der Bemühungen sich besser zu präsentieren als zuvor, diesen Sieg auch verdient, denn WOB reduzierte sich eigentlich nur auf die Defensive.
    D.Maroszan diesmal mit einigen technisch guten Aktionen und guter Ballführung im Mittelfeld, jedoch irgendwie ohne Effektivität in Richtung Tor.
    Ansonsten keine Spielerin, die sich besonders hervorgetan hätte. D.Schumann machte auf mich einen ordentlichen Eindruck.

    Ansonsten lagen die „Highlights“ dieser Begegnung mehr im Umfeld. So irrte ich, aus WOB kommend, aufgrund ständig gesperrter Straßen mit Hilfe des Navis in Frankfurt herum,bis endlich e.Polizist den Weg aus diesem Labyrint aufzeigte und das Stadion am Brentano-Bad zugänglich wurde.

    Ein launiger Stadionsprecher, sehr viel angenehmer als der Vorgänger, ermöglichte den Wölfe-Fans das Skandieren der eigenen Team-Aufstellung und als Dank halfen die Wölfe-Fans dann den Frankfurtern bei deren Aufstellung, da das nicht so kräftig rüberkam und wohl einige Zuschauer die Namen nicht so präsent hatten.
    Auch der Trost an WOB, doch glücklicherweise eine erfolgreiche Frauenmannschaft zu haben, kam gut an.

    Unglücklich dann die Worte des anwesenden Oberbürgermeisters, der statt den 1.FFC leider d. FSV Frankfurt begrüßte.
    Gut auch die Portion Pommes frites für 2.50 €.
    Ansonsten sorgten noch 3 Hubschrauber am Himmel für Abwechselung.
    Aber all das nimmt man in Kauf, wenn schließlich das Finale perfekt gemacht wird.

    (11)
  • never-rest sagt:

    Danke Altwolf für deinen Spielbericht und bessser noch die launigen Eindrücke vom Drumherum im Bretano-Bad. Wie ein echter Sportsmann eben. Konnte nur die 2. Hälfte des Spiels am TV sehen. Fußballerisch war ja eher wenig los.

    (5)
  • F.B. sagt:

    Das war gestern definitiv ein Spiel, bei dem das Drumherum interessanter war als das Spiel selbst. Toll, dass so viele Fans den Weg nach Frankfurt gefunden haben, die Stimmung war großartig. Dass der Stadionsprecher die Fans der Auswärtsmannschaft die Aufstellung mitverkünden lässt, kommt auch nicht alle Tage vor. Die Verkehrsbehinderungen und die Hubschrauber, von denen Altwolf spricht, waren ünbrigens dem Radrennen geschuldet, das traditionell am ersten Mai ausgetragen wird und womöglich eine noch größere Zuschauerzahl verhindert hat.

    Zum Spiel: Dass die eine Mannschaft nicht wollte und die andere nicht konnte, trifft es schon ziemlich gut. In den ersten zehn Minuten, sah man den Frankfurterinnen die Bemühung an, doch noch mal etwas zu versuchen. Wirklich zwingend waren sie dabei aber nicht. Dass Laura Störzel und die auch dieses Mal wieder völlig überforderte Emilie van Egmont auf der Sechs spielten und die spielstarke Jackie Groenen auf der Bank saß, zeigte, dass Matt Ross kein Offensivfeuerwerk plante. Die Wölfinnen konzentrierten sich zunächst aufs Kontern und spielten lange Bälle auf Ramona Bachmann, die sich dabei jedoch zumeist festdribbelte. Im Laufe der ersten Halbzeit hatte dann der VfL mehr Ballbesitz, ohne jedoch übermäßigen Druck auszuüben. Man kontrollierte das Spiel und ließ nichts zu. Die Chancen auf beiden Seiten waren in der Regel das Resultat aus Flanken und Standards.
    In der zweiten Halbzeit konzentrierte man sich noch stärker aufs verwalten. Der 1. FFC wurde dann etwas druckvoller und ging auch verdient in Führung. So gesehen geht das Ergebnis in Ordnung. Hervorheben möchte ich auf Wolfsburger Seite Joelle Wedemeyer, die auch dieses Mal wieder eine tadellose Leistung, ohne die kleinste Unsicherheit und gefühlt 100%-Passquote aufbot. Wie sie sich in den beiden Champions League-Halbfinals präsentierte, ist für eine 19-Jährige mehr als nur beachtlich.

    (6)
  • enthusio sagt:

    Jetzt kommt es zum großen Finale gegen Lyon. Und ich bin gespannt, auf welcher Position Lena Goeßling eingesetzt wird. Anders formuliert: ob Joelle Wedemeyer auch in diesem wichtigen Spiel gegen eine derartige Weltklassemannschaft Kellermanns Vertrauen spürt.

    (1)
  • F.B. sagt:

    @enthusio: Davon gehe ich mal stark aus. Nach zwei dermaßen überzeugenden Auftritten wäre es unerklärlich, wenn er sie draußen lassen würde. Lena ist im Mittelfeld unverzichtbar, zumal Vanessa Bernauer noch nicht bei 100% ist und Elise Bussaglia am Sonntag keinen überzeugenden Auftritt hingelegt hat.
    Die Frage ist für mich eher, ob es bei der Dreierkette bleibt oder ob nicht wieder zur Viererkette zurückgekehrt wird. Oder sehen wir gar eine Fünferkette, mit Isabel Kerschowski auf der linken Seite? Der geballten Offensivkraft von Lyon muss auf jeden Fall etwas entgegen gehalten werden. Vielleicht ist ja auch die Variante der deutschen NM im letzten Spiel gegen Frankreich eine Option, mit einer Viererkette, die bei gegnerischem Ballbesitz von Lena zu einer Fünferkette erweitert wird. Defensiv hat das damals sehr gut funktioniert.

    (3)
  • FFFan sagt:

    @ enthusio:

    Ich sehe keinen Grund, an der Abwehrformation etwas zu ändern, zumal nicht ersichtlich ist, wer L.Goeßling im Mittelfeld ersetzen könnte.

    @ F.B.:

    Dreierkette? Das sieht mir eher wie eine Viererkette aus (auch wenn L.Dickenmann rechts etwas ‚höher‘ steht als B.Peter auf der anderen Seite.
    Wenn der „geballten Offensivkraft“ von Olympique Lyon etwas entgegengesetzt werden soll, darf Wolfsburg auf keinen Fall ‚Beton anrühren‘! Wozu es führt, wenn nur verteidigt wird und die eigenen Offensivbemühungen vernachlässigt werden, hat man im Rückspiel gegen Frankfurt gesehen. Im Finale wird es wichtig sein, dass ‚OL‘ auch in der Defensive beschäftigt wird.

    (0)
  • enthusio sagt:

    Ich habe mit meiner Vorahnung (Kommentar am 03.05., 0.22 Uhr) Recht behalten, Wedemeyer sitzt nur auf der Bank.

    Bei Lyon sitzt Schelin in ihrem letzten Spiel für Lyon überraschend nur auf der Bank, ebenso Thomis.

    (2)

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