Champions League: Wolfsburg und Lyon auf Finalkurs

Von am 24. April 2016 – 21.37 Uhr 22 Kommentare

Der VfL Wolfsburg steht nach einer überzeugenden Leistung mit einem Bein im Finale der UEFA Women´s Champions League. Im Halbfinal-Hinspiel ließen die „Wölfinnen“ dem 1. FFC Frankfurt nicht den Hauch einer Chance. Noch schlimmer kam Paris Saint-Germain bei Olympique Lyon unter die Räder.

Der VfL Wolfsburg gewann das deutsche Duell gegen den 1. FFC Frankfurt vor 3 007 Zuschauern souverän und auch in der Höhe verdient mit 4:0 (1:0). Beim 1. FFC Frankfurt stand Dzsenifer Marozsán nach überstandener Wadenprellung in der Startformation, Kapitänin Kerstin Garefrekes blieb zunächst auf der Bank, Saskia Bartusiak übernahm die Kapitänsbinde.

Kerschowski eröffnet Torreigen

Von Beginn an kaufte der VfL Wolfsburg den Frankfurterinnen den Schneid ab. Isabel Kerschowski sorgte nach Flanke von Ramona Bachmann aus kurzer Distanz früh für die Führung (7.). Dem druckvollen und konzentrierten Spiel der Wolfsburgerinnen hatte Frankfurt nur wenig entgegenzusetzen, Alex Popp baute die Führung mit einem platzierten Schuss aus (28.).

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Alex Popp jubelt

Alex Popp bejubelt ihren Treffer zum 2:0 © foto2press / Michael Täger

Entscheidung vor der Pause

Noch vor der Pause erhöhte Babett Peter per Kopf auf 3:0 (42.), Elise Bussaglia hatte maßgerecht vom rechten Flügel geflankt. Mit der Einwechslung von Garefrekes kam mehr Zug ins Frankfurter Spiel, Mandy Islacker vergab die beste Frankfurter Möglichkeit (47.).

Wolfsburg lässt weitere Chancen liegen

Wolfsburg ließ aber nicht nach und erzielte durch Bachmann den vierten Treffer, Ann-Katrin Kremer ließ den Schuss der Schweizerin durch die Finger gleiten (58.). Die Gastgeberinnen versäumten es in der Folge, das Ergebnis weiter auszubauen. Erneut Bachmann und die eingewechselte Tessa Wullaert ließen beste Chancen liegen, so dass Frankfurt mit der 0:4-Niederlage am Ende noch gut bedient war.

Lyon glänzt vor Rekordkulisse

Mit einem noch klareren Vorsprung wird Olympique Lyon gegen Paris Saint-Germain ins Rückspiel gehen. Der französische Meister feierte vor der französischen Rekordkulisse von 22 050 Zuschauern einen furiosen 7:0 (3:0)-Erfolg.

In der von DFB-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geleiteten Partie sorgte Lyon bereits in einer furiosen ersten Halbzeit für die Entscheidung. Ada Hegerberg (18., 40.), Eugenie Le Sommer (28., 43.) und Camille Abily (45. +1) trafen vor der Pause. Louisa Necib (73.) und Lotta Schelin (76.) machten den denkwürdigen Erfolg perfekt.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Gerd karl sagt:

    Keine panik wegen der Zuschauerzahlen, in wolfsburg wollen einige fangruppen ab der naechsten saison die frauen unterstützen.
    Das aok stadion ist noch nicht so angenommen wie das Stadion am elsterweg.
    Sollte man berücksichtigen.

    (-2)
  • netflyer sagt:

    Kann mir bitte jemand erklären, wie man als Trainer bei einem solchen Spielverlauf in der ersten Halbzeit nicht wechselt? Spätestens nach 20 Minuten hätte man sehen müssen, dass Kuznik völlig neben sich stand an diesem Tag. Man tut ihr und der Mannschaft keinen Gefallen, sie durchspielen zu lassen. Es gibt eben manchmal so Tage, da klappt gar nichts. Dafür gibt es ja Trainer, die handeln können sollten. Natürlich hätte man die halbe Mannschaft auswechseln können, aber bei Kuznik war es am offensichtlichsten von Anfang an.

    (7)
  • Altwolf sagt:

    Es war sicherlich die beste Saisonleistung, die die Wölfinnen hier gegen den 1.FFC gezeigt haben. An diesem Abend haben sie sich als wirkliches Team gezeigt, in dem alle an dem Ziel, nämlich unbedingt zu gewinnen, von der 1. bis zur letzten Minute gearbeitet haben.
    Wenn in solch einem Spiel schon von Anfang an fast alles gelingt, dann darf man auch den 1.FFC nicht so sehr kritisieren, der unter Dauerdruck kaum zu einer Spielordnung fand. Genauso haben es die Wölfinnen auch schon im AFBL Spiel in der 1.HZ beim 2:0 in Frankfurt gezeigt.
    Auch wir hatten schon so einen Tag, als uns gegen Turbine ebenfalls nichts gelang u. den Turbinen alles, was dann ja auch mit 5:2 für Turbine endete.

    Mir hat ebenfalls die Leistung von Joelle Wedemeyer mit ihrer doch sehr ruhigen und sicheren Spielweise gefallen, da sie immer wieder versuchte den Ball schnell und genau abzuspielen. Auch ihre Vorstöße waren gelungen, so wie ihr Tackling gegen Crno im 16er schon Klasse war. Vielleicht braucht sie noch ein wenig mehr Robustheit, um auch gegen mehr körperlich spielende Stürmerinnen zu bestehen.

    Auch wenn OL sicher ein überragendes Team zusammen hat und offenbar gegen PSG ein Feuerwerk abbrannte, so sehe ich, wie schon 2013 im sehr wahrscheinlichen Finale, eine ganz andere Partie auf uns zu kommen. Wie auch damals, muß sich OL auch unter frühem konsequenten Pressing erst einmal zurechtfinden und entsprechend Torchancen kreieren, die dann auch genutzt werden müssen.Soviel Druck auf den Spielaufbau ist OL aus der Liga sicherlich nicht gewohnt.
    Ich denke sogar, daß die Wölfinnen als Team von den einzelnen Spielerinnen her sogar günstiger besetzt sind, da insges. schnellere Spielerinnen zur Verfügung stehen und auch die Defensive besser ist als damals mit Josi u. Ivonne Hartmann u. der Notlösung Alex auf LAV. Lediglich das MF war natürlich mit Kessi u. Lena optimal besetzt.
    Es ist auch gut das die beiden derzeit besten international spielenden Teams wohl auch das Finale austragen werden.

    Was die Zuschauerzahl betrifft, hätten wir uns schon 3500 – 4000 gewünscht, doch ein wenig ist auch im Laufe der letzten 3 Jahre das „Besondere“ an diesen Spielen verloren gegangen.
    Auch sollte man die Zahlen von OL u. WOB nicht unmittelbar vergleichen. WOB hat 124.000 Einwohner, OL ca. 1.000.000 und hier in WOB spielt auch die Nähe zu dem MF e.große Rolle, was derzeit nicht gerade Lust auf Fußball macht, nachdem man vom Heimspiel gegen Real so euphorisiert war.
    Zudem sind die meisten FF-Besucher in WOB entweder rel.junge
    oder eben viele ältere Zuschauer (Rentner), denen die Witterungsbedingungen schon mehr zusetzen u. deshalb oft schon mal aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben.
    Der Elsterweg ist praktisch in einem Wohngebiet gelegen, während das AOK-Stadion außerhalb liegt und bei solchem Wetter nicht so gut zu Fuß zu erreichen ist.

    Ich werde auch das Spiel in Frankfurt besuchen und bin überzeugt, daß da keine B-Teams auflaufen werden, auch wenn vielleicht die ein oder andere Spielerin von der Bank mal mehr Spielanteile bekommen wird. Ich denke R.Kellermann wird zumindest in der 1.Hz das Weiterkommen fix machen und dann die Stammkräfte entlasten. Auch der 1.FFC wird sicher alles daransetzen sich besser zu präsentieren.

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  • Königin sagt:

    Auch wenn Wolfsburg wirklich gut gespielt hat und ich auch herzlichst gratuliere, von Frankfurt bin ich doch wirklich sehr enttäuscht… Fast alle Spielerinnen sind ihren Gegnerinnen nur hinter gelaufen und vorne im Sturm da konnte einem die Mandy ja nur leid tun…Aber als erstes hätte ich Maroszan sofort raus genommen… kaum ein Ball ist bei den Mitspielerinnen angekommen und dieses „Alibi“-Zweikampfverhalten = das reicht nicht aus für die ChampionsLeague… Ich hoffe, dass die Frankfurterinnen sich wenigstens beim Rückspiel irgendwie ehrenhaft verabschieden…

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  • holly sagt:

    @Königin, was erwartest du von einer Spielerin die die ganze Woche nicht trainieren kann, wegen einer Verletzung. Da sollte man den Trainer eher in Frage stellen warum er nicht fitte Spielerinnen einsetzt obwohl er Alternativen auf der Bank gehabt hätte.
    Im Endeffekt tut man der Mannschaft keinen Gefallen mit sowas und der verletzten/angeschlagenen Spielerin erstrecht nicht.

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  • Anna Lühse sagt:

    OL wurde (hier) schon so oft gehypet, und dann haben sie gegen dt. Teams den Kürzeren gezogen.
    Aus dem 7:0 kann man nur ableiten, was OL an einem guten Tag hinbekommt.(OL hat in der Liga einmal 5:0 gegen PSG gewonnen (9/2015) – also ähnlich wie im CL HF, einmal gabs ein 0:0 (2/2016), in der Liga liegen beide nur 3 Punkte entfernt.)

    Wie man gesehen hat, kann WOB an einem sehr guten Tag den FFC mit einem sehr schlechten Tag in ähnlicher Manier vom Platz fegen …

    Fürs voraussichtliche Finale heißt das: Der Ball ist rund.

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  • F.B. sagt:

    Im Prinzip wurde schon alles gesagt. Auch für mich war es die beste Saisonleistung der Wölfinnen. Entscheidend aus meiner Sicht, dass wirklich alle Spielerinnen mitgezogen haben, taktisch extrem diszipliniert waren und auch eine Ramona Bachmann endlich verstanden zu haben scheint, dass außer ihr noch andere Spielerinnen auf dem Platz sind. Daneben war definitiv entscheidend, dass – wie von vielen hier gefordert – Lena Gößling wieder ins Mittelfeld vorgezogen wurde und Joelle Wedemeyer Vertrauen ausgeschenkt bekam. Ich finde, Kellermann sollte öfters hier mitlesen;-)

    Für den Sonntag rechne ich damit, dass dieselbe Elf noch einmal aufläuft. Vorausgesetzt natürlich, es kommt keine weitere verletzte oder angeschlagene Spielerin hinzu. Die Aussagen von Kellermann waren da sehr eindeutig und auch nach dem 3:0 gegen Brescia ist man ja im Rückspiel mit der vollen Kapelle angetreten. Freuen würde es mich dann, wenn Luisa Wensing noch ein wenig Spielzeit erhält.

    Was Lyon zurzeit abzieht, ist in der Tat beachtlich. Man sollte jedoch bedenken, dass die einzige Topmannschaft, gegen die gespielt wurde, Paris war. Die anderen Ligaspiele sind nur Formsache. Ich bin daher sehr gespannt, wie man sich im (höchstwahrscheinlichen) Finale präsentieren wird. In einer Form wie gegen Frankfurt hat Wolfsburg gute Karten mitzuhalten, in derjenigen der ersten Halbzeit gegen Essen wird man untergehen. Die Hoffnung ist dabei, dass jetzt endlich mit der Experimentiererei Schluss ist und man die Spielerinnen auf Positionen spielen lässt, die ihren Qualitäten am besten entsprechen.

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