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Olympia-Quali: Schweiz startet mit Niederlage

Von am 3. März 2016 – 8.35 Uhr 14 Kommentare

Die Schweizer Frauenfußball Nationalelf hat im Kampf um den letzten europäischen Startplatz für das Olympische Frauenfußball-Turnier in Rio de Janeiro einen herben Dämpfer erhalten. Die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg verlor nach einer spannenden Partie gegen die Niederlande.

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Vor 6 500 Zuschauern im Kyocera-Stadion von Den Haag unterlagen die Schweizerinnen mit 3:4 (1:1) gegen die Gastgeberinnen. Fabienne Humm bescherte den Schweizerinnen ein Traumstart (4.), doch Manon Melis glich für die Niederländerinnen durch einen verwandelten Foulelfmeter aus (29.).

Fünf Tore in der zweiten Halbzeit

Anfangs der zweiten Halbzeit stellten die Gastgeberinnen dann mit drei Toren binnen sieben Minuten die Weichen für den Sieg. Vivianne Miedema (56.) mit einem Flachschuss, Mandy van der Berg (61.) per Kopf und Shanice van de Sanden (63.) trafen in schneller Abfolge. Doch die Schweiz bewies Moral und kam durch Treffern von Rahel Kiwic (74.) und Ramona Bachmann (83.) noch einmal heran.

Martina Voss-Tecklenburg ist optimistisch. © Nora Kruse

Kalte Dusche zum Auftakt: Martina Voss-Tecklenburg © Nora Kruse

Große Enttäuschung

Voss-Tecklenburg meinte nach der Partie: „Auf diese Art und Weise zu verlieren, da ist die Enttäuschung so kurz nach dem Spiel groß. Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Holland hat unsere individuellen Fehler bestraft. Ich muss meinem Team aber ein Kompliment machen, wie sie nach den drei Gegentoren in der zweiten Halbzeit Charakter gezeigt hat. Das war toll.“

Dahlkvist trifft bei Schweden-Sieg

Im zweiten Spiel des Tages in Rotterdam gewann Schweden das skandinavische Duell gegen Norwegen mit 1:0. Lisa Dahlkvist erzielte für die Schwedinnen bereits in der dritten Minute den Siegtreffer.

Schweiz am Samstag unter Zugzwang

Weiter geht es am Samstag, 5. März, 19.30 Uhr. Dann ist die Schweiz gegen Schweden bereits unter Zugzwang, die zweite Partie bestreiten Norwegen und die Niederlande. Nur der Sieger des Miniturniers qualifiziert sich für Rio.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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14 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Hier ist eine Zusammenfassung des Spiels Schweiz-Niederlande mit holländischem Kommentar:

    https://twitter.com/oranjevrouwen/status/705292761650495488

    (3)
  • F.B. sagt:

    Ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Spiel. Sicher eine große Enttäuschung für die Schweiz vor allem, wenn man bedenkt, was da gestern für Spielerinnen auf dem Platz gestanden haben. Schwer verständlich, warum die Schweiz gegen Mitte der ersten Halbzeit aufhörte Fußball zu spielen und den Niederländerinnen komplett das Feld überließ. Die drei Tore in sieben Minuten waren dann zu viel des Guten, auch wenn die Mannschaft danach Moral bewies.
    Überraschend und definitiv nach hinten losgegangen ist dabei die Tatsache, dass einige Spielerinnen auf ganz anderen Positionen als im Verein eingesetzt wurden. So spielte Ana Crnogorcevic rechts hinten in der Abwehrkette (anstatt wie zuletzt in Frankfurt links vorne im Sturm) und war damit sichtlich überfordert (u.a. den Elfmeter verschuldet), Lara Dickenmann vorne links (statt rechts hinten wie zuletzt in Wolfsburg) und Vanessa Bernauer auf der rechten Außenbahn. Dickenmann war dabei nach ihren starken letzten Auftritten kaum wiederzuerkennen, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und eine unglaubliche Fehlpassquote. Interessant war auch einmal zu verfolgen, wie Ramona Bachmann in einer Mannschaft zurecht kommt, in der sie schon lange spielt – nämlich genau so wenig wie in Wolfsburg. Dieser Spielerin geht einfach komplett die Bindung zu ihren Mitspielerinnen ab, es fehlen ihr jegliches Spielverständnis und Übersicht. So übersah sie u.a. in der zweiten Halbzeit, als sie alleine vor der Torhüterin stand, eine völlig freie Mitspielerin neben ihr. Da wird man auch in Zukunft in Wolfsburg mit ihr noch viel „Spaß“ haben.

    (9)
  • wisser sagt:

    ich kenne martina schon viele jahre, kenne ihre qualität, vor allem ihren ehrgeiz. war erschrocken, als es bei dem zwischenzeitlichen ergebnis nach einer klatsche aussah, wie das martina mitgenommen hatte.sie sah um jahre gealtert aus. mehr als verständlich, ich fühlte mit ihr!

    (0)
  • OrbisJack sagt:

    Für mich war das ein sehr unterhaltsames Spiel, aber mit beide gute und schlehcte Spielzüge. Die Schweiz hat mich aber über lange strecken enttäuscht, wenn man die Spielerinnen betrachtet die sie haben.

    Für Holland war das aber ein gutes Ergebnis…und erlebnis. Interessant dass viele Niederländerin sich für die Englische Liga entschieden haben. Mal sehen wie das alles läuft.

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  • holly sagt:

    @ F.B. Cerno spielt ja oft in Frankfurt in der Abwehr und versagt da auch regelmässig. Da hätte man schlauer sein können. Die Schweiz hat zwar viele gute Spielerinnen aber kein Team. Das große Problem ist die Abwehr.
    Die Niederländerinnen sind über sich hinausgewachsen bzw haben die Schwächen des Gegners genutzt.
    Der Reporter fand ich gestern recht schwach, das er nicht mal wusste das Groenen eigentlich für Belgien spielen wollte und es sich aber wieder anders überlegt hat. Das sollte ein gut vorbereiter Journalist schon wissen. Darum erst so spät ihr erstes LSP für die NL

    (-7)
  • Emma sagt:

    Ich habe mich vor dem Spiel noch gefragt, ob MVT ihre Taktik, welche ja in den Spielen nach der WM sehr gut funktionierte (Crno mit 6 Tore in 5 Spielen als Aussenverteidigerin), durchzieht oder nicht. Sie hats gemacht und nach dem Spiel muss man sagen, leider. Besser wäre wohl tatsächlich gewesen, auf die Situation in den Klubs zu reagieren und z.B. die Positionen von Dickenmann und Crnogorcevic zu tauschen. Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.

    Zu sagen, die Schweiz (oder gewisse Spielerinnen) hätten total versagt und Holland sei über sich hinaus gewachsen finde ich dann doch etwas vermessen. Vor allem wenn man auf die aktuelle Weltrangliste schaut, wo Holland 8 Plätze besser klassiert ist als die Schweiz.

    (14)
  • shane sagt:

    „Dieser Spielerin geht einfach komplett die Bindung zu ihren Mitspielerinnen ab, es fehlen ihr jegliches Spielverständnis und Übersicht.“

    nun jegliches verstaendnis sicher nicht. in rosengard hat sie recht ordentlich mit der mannschaft harmoniert. daher wohl auch eine frage des spielstils der jeweiligen mannschaft – und der dt. scheint ihr nicht zu liegen. was aber bezueglich club beide seiten durchaus vorher haetten wissen koennen. auch eine marta, die ja vom stil aehnlich spielt, wuerde in deutschland nix reissen.

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  • FFFan sagt:

    @ shane:
    „auch eine marta, die ja vom stil aehnlich spielt, wuerde in deutschland nix reissen.“

    Was zu beweisen wäre!

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  • F.B. sagt:

    @shane:
    Du hast recht, man hätte da in Wolfsburg wesentlich genauer hinschauen müssen. Aber bei Kellermann hat ja die Frage, ob eine Spielelerin zur Spielweise der Mannschaft passt, schon länger keine Priorität mehr.

    Martha schätze ich von der Spielanlage doch etwas anders ein als Bachmann, ist in den letzten Jahren deutlich mannschaftsdienlicher geworden.

    Ich kann zu Bachmanns Leistung bei Rosengrad nicht viel sagen, weil ich sie nur zweimal in der CL habe spielen sehen. Mir ist nur aufgefallen, dass sie bei der Schweiz genauso spielt wie in Wolfsburg, von daher scheint mir das kein Problem des „deutschen“ Spielstils zu sein, sondern eines von Bachmann. Sie schaut bei ihren Aktionen nur auf den Ball, hat kein Auge für freie Mitspielerinnen und spielt Pässe und Hereingaben oft im falschen Moment. Es würde mich stark wundern, wenn das bei Rosengard anders wäre. Vielleicht hatte sie ja dort die Möglichkeit sich auf ihre einzige Stärke, die Tempodribblings, zu konzentrieren und war von jeglichen anderen Aufgaben entbunden. In diesem Fall wird sie aber sowohl bei Wolfsburg als auch der Schweiz nichts reißen, schon alleine deshalb, weil sie die dafür nötigen Räume selten bekommt.

    (-1)
  • holly sagt:

    ich weiss nicht ob man die Qualität der schwedischen mit der dt.Liga vergleichen kann. In letzter Zeit hat sie in schweden schon nachgelassen. Auch wenn dadurch die Mannschaften dichter beiander sind. Das liegt aber nicht daran das die anderen besser geworden sind, sondern die guten schlechter.
    @ Emma, weltranglisten haben den gleichen Aussagewert wie Wetter vorher sagen.

    (-4)
  • Beobachter sagt:

    Die Schweizer hat gegen Holland eine grosse Chance verpasst. Aufstellungstechnisch war eigentlich nur die Nomination von Bernauer auf der Aussenposition eine Überraschung und nicht nachvollziehbar. Wälti in die IV, Kiwic raus und Bernauer ins Zentraum hätte womöglich mehr gebracht. Im seitl. Mittelfeld hätte es einige Möglichkeiten gegeben. Zur Crnogorcevic-Position. Ist nun mal eine Problemposition (neben der Goalie-Position) bei der CH. Neben Maritz fehlt ne verlässliche AV. Rinast offenbar derzeit auch nicht mehr die Lösung. Und anderen wird nicht vertraut. Humm wäre womöglich ne Möglichkeit. Aber halt auch nur ne Notlösung. So denn: Voss ist eben wenig mutig in den Entscheidungen. Die Arrivierten spielen. Und bei Bachmann muss man halt wiederholt sagen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Sie hat Anlagen wie kaum ein andere und macht nichts draus resp. entwickelt sich nicht mehr weiter. Wie schon beschrieben – entweder sieht sie ihre Mitspielerinnen nicht nicht, oder sie will sie nicht sehen. Dazu: auch bei den Auswechslungen fehlt Voss der Mut. Die „Stars“ laufen durch, auch wenn nichts kommt. Schade.

    (2)
  • dummkopf/football-women.com sagt:

    @beobachter
    guter name lässt auf beobachtung schliessen.
    Wälti in die IV wäre zu überlegen, würde aber den ganzen Stil und Aufbau ändern. TH ein Problem? Ich verwechsle die immer, aber die beim FCZ nicht spielt ist sehr gut. Kann nur sein, da ich sie nicht oft sehe, dass sie tendiert, Böcke zu schiessen. Thalmann aber auch ok.
    So wie die CH gerade läuft: auch da Dickenmann als AV? Kuster hat in Italien auch sehr gut gespielt. Vielleicht besser als Maritz die zZt leider sehr überspielt wirkt.
    Dass MVT wenig mutig ist? Rinast als dt Zweitligaspielerin bei der WM bringen und Terchoun? Da brauchen andere Jahre um soviel „mut“ aufzubringen.
    Zu Bachmann hier in engl.:

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  • Beobachter sagt:

    Wälti hat in der „Nati“ schon in der IV gespielt. Michel ist ok aber einfach zu klein, dass lässt sich nicht wegzudiskutieren. Grosser Respekt vor Thalmanns Ehrgeiz. Wie sich nach dem Kreuzbandriss zurückgekämpft hat. Nur: schau dir ihr Vita an. etwa 15 Klubs in 10 Jahren. Wenn man ein Problem im Club will, muss man sie holen (neuestes Bsp. in Basel). Kuster hat das auch ok gemacht. Offenbar ist das grosse Vertrauen aber auch nicht da. Rinast kam zum Handkuss weil es genau auf dieser Position kaum Alternativen. Aber fussballerisch halt arg mit Limiten. Und zu Terchoun. Wenn man die Qualitäten von ihr nicht sieht muss man regelrecht blind sein. Sie hätte schon mit zur WM mit sollen. Da brauchts aber überhaupt keinen Mut.

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  • Beobachter sagt:

    Und zu Bachmann. Für mich ist sie trotz ihrer überragender Qualitäten ein grosser Faktor für das mässige Abschneiden an der WM. Es reicht nicht ein paar Tore gegen ein inferiores Ecuador zu machen (notabene dann als der Match entschieden war). In den entscheidenden Momenten gegen Kanada und Kamerun kam wenig bis nichts. Dies in der Kombination dass Dickenmann angeschlagen war, Crno ein weiteres Mal enttäuschte führte mitunter zum Aus. Von den Leistungsträgern überzeugte einzig Abbé (die zwischenzeitlich auch ausfiel) und Wälti. Bernauer genoss kaum Vertrauen. Und Moser ist einfach ne solide MF-Spieler die fünf Meter Bälle schlägt. Bürki wiederum wurde nach ihrer Verletzung zwar mitgenommen, bekam aber keine Chance. Und dann kommt am Ende die Mär mit der fehlenden Turniererfahrung.

    (3)

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