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Spitzenspiel und Prestigeduell

Von am 19. Februar 2016 – 10.28 Uhr 17 Kommentare

Der 14. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hält gleich zwei Top-Spiele bereit: Am Samstag (12.15 Uhr live auf DFB-TV) empfängt der VfL Wolfsburg Tabellenführer FC Bayern München. Tags darauf spielt der 1. FFC Turbine Potsdam gegen den 1. FFC Frankfurt.

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Es ist ein spannendes Fernduell, dass sich der VfL und der 1. FFC Frankfurt liefern. Momentan liegen beide Teams punktgleich auf den Rängen zwei und drei. Meister FC Bayern München hat bereits einen Vorsprung von zwölf Zählern.

Kampf um Rang zwei
Seit 36 Spielen ist der FC Bayern München in der Liga ungeschlagen. Aufgrund dieser Serie und des großen Vorsprungs der Münchenerinnen stellt auch VfL-Trainer Ralf Kellermann das Fernduell um den zweiten Platz in den Vordergrund: „Dieses Spiel ist natürlich sehr bedeutend für uns. Ich sage aber bewusst: nicht um Deutscher Meister zu werden, sondern um den zweiten Platz zu behaupten. Sollten die Bayern mal schwächeln, dann müssen wir zur Stelle sein. Ansonsten ist es aber unrealistisch, den Rückstand noch aufzuholen.“ Personell sieht es im VfL-Kader gut aus. Einzig hinter dem Einsatz von Vanessa Bernauer, der zwei Weisheitszähne gezogen wurden, steht noch ein Fragezeichen.

Noelle Maritz (re.) im Duell mit Sara Däbritz

Duell an der Spitze: Der FC Bayern ist beim VfL Wolfsburg zu Gast. © Karsten Lauer / girlsplay.de

Das ewige Duell
Wolfsburgs Konkurrent um die direkte Qualifikation für die Champions League ist der 1. FFC Frankfurt, der am Sonntag beim 1. FFC Turbine Potsdam antritt. Für den bisherigen Interimstrainer Matt Ross ist es das erste Spiel als Cheftrainer. „Spiele zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam, den Pionieren im deutschen Frauenfußball, sind immer etwas Besonderes – völlig unabhängig von der aktuellen Tabellensituation“, so Ross – denn so weit lagen die beiden Teams in der Tabelle schon lange nicht mehr auseinander. Die Potsdamerinnen rangieren derzeit auf dem achten Platz, zum Rückrundenauftakt beim SC Freiburg setzte es eine 0:2-Niederlage.“Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch am Sonntag wieder in der defensiven Stabilität sowie in der Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Gerade in den Vergleichen mit den Top-Teams der Liga – und hierzu zähle ich Turbine ungeachtet des aktuellen Tabellenstands – kommt es darauf an, seine Chancen konsequent zu nutzen“, sagt Ross.

Süd-Derby
Die Freiburgerinnen, die gegen den 1. FFC Turbine Potsdam und den 1. FFC Frankfurt in der laufenden Saison Heimsiege feiern konnten, treten am Sonntag bei Tabellenschlusslicht 1. FC Köln an. Im Falle eines erneuten Sieges könnte der Sport-Club auf den vierten Tabellenrang klettern. Dafür ist aber die Mithilfe der TSG 1899 Hoffenheim nötig. Sie spielt auf eigenem Platz gegen den SC Sand, der einen Punkt mehr auf dem Konto hat als Freiburg. „Der SC Sand hat mit einem deutlichen Sieg gegen die SGS Essen seine starke Form nach der Winterpause bereits bewiesen. Die Südbadenerinnen stiegen mit ihren 21 Punkten auf Platz vier der Bundesligatabelle. Damit hat der Sport-Club bereits mehr Punkte gesammelt als in der gesamten Vorsaison“, zollt TSG-Trainer Jürgen Ehrmann dem Gegner großen Respekt. Einen Grund für die bisherigen Leistungen sieht Sands Trainer Alexander Fischinger auch in Harmonie des Teams. „Wir haben eine positive Stimmung in der Mannschaft und es hat sich gezeigt, dass es richtig war, auf Neuzugänge zu verzichten.“

Jena will Auftrieb nutzen
Die weiteren Spiele am Sonntag sind das Duell zwischen dem SV Werder Bremen und dem FF USV Jena sowie das zwischen der SGS Essen und Bayer 04 Leverkusen. Zwischen Bremen und dem FF USV Jena geht es vor allem um Punkte gegen den Abstieg. Während Werder momentan auf dem vorletzten Rang liegt, rangiert der USV auf Platz neun und hat durch das 3:1 gegen Leverkusen in der vergangenen Woche bereits wertvolle Punkte gesammelt. Neun Zähler beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsränge – ein Polster, das man in Jena nur zu gerne weiter ausbauen würde: „Wir wollen die gute Ausgangsposition, die wir uns mit dem Sieg gegen Leverkusen erarbeitet haben, in Bremen nutzen, um weiter Abstand nach unten zu bekommen“, sagt USV-Cheftrainer Daniel Kraus.

Der Knoten soll platzen
Die Leverkusenerinnen haben hingegen nur zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, die SGS Essen liegt hingegen auf Rang sechs der Tabelle und könnte sich mit einem Sieg in der oberen Tabellenhälfte weiter etablieren bzw. im Bestfall sogar auf Rang vier klettern. Das möchte die Werkself am Sonntag nur zu gerne verhindern, doch in Leverkusen läuft es nicht rund. Taktische Disziplin fordert Trainer Thomas Obliers vor dem Duell. Seine Offensive ist die bislang schwächste der Liga. „Alle Angreiferinnen müssen vor dem Tor ruhiger agieren, den Kopf ausschalten und das Ding jetzt einfach mal versenken. Es ist nötig, dass vorne der Knoten einfach mal platzt und sich die Mädels mit Treffern selbst belohnen„, hofft Obliers auf einen kleinen Befreiungsschlag.

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17 Kommentare »

  • OrbisJack sagt:

    Bei dem Spitzenspiel (und der Neue Klassiker der Bundesliga), ist es schwer zusagen wer da am Ende gewinnt. Ich tippe (sehr leicht) auf Wolfsburg an hand dass die die Punkte mehr brauchen im Moment als München.

    Potsdam-Frankfurt ist (für mich) keine Klassiker mehr, sondern nur ein normale Ligaspiel die Frankfurt problemlos gewinnen wird (daher Wolfsburgs Zugzwang).

    Freiburg, Essen und Jena wird auch gewinnen, zwsichen Sand und Hoffenheim sag ich unentschieden.

    Die Zuschauerzahl in Wolfsburg wird mich interessieren.

    (0)
  • Detlef sagt:

    @OrbisJack,
    Deine Gedankengänge kann man aber auch umdrehen!!!

    Wolfsburg muß unbedingt gewinnen, wenn sie Platz 2 behalten wollen!!!
    Wie gut können die Wölfinnen mit Druck umgehen???
    Haben sie ihre mehr als deutlich sichtbaren Probleme jetzt im Griff???
    Die Bayern-Ladies haben überhaupt keinen Druck, und können WOB beruhigt kommen lassen, um dann auf ihre gefährlichen Konter zu vertrauen!!!

    Frankfurt gegen Potsdam bleibt der Klassiker, auch wenn durch den aktuellen Tabellenstand, und die Veränderungen der finanziellen Dominanz sich einiges geändert hat!!!
    Vor dem Spiel in WOB haben nur die kühnsten Optimisten an einen Sieg des krassen Außenseiters Potsdam geglaubt!!!
    Frankfurt ist schwächer als WOB, und hatte gegen Hoffenheim auch sehr viel Glück, daß die Kraichgauerinnen ihre Chancen nicht richtig nutzen konnten!!!

    TURBINE ist momentan eine Wundertüte, da kann man vorher nie genau wissen was an diesem Tag drinsteckt!!! 🙁
    Mit dem Heimvorteil im Rücken kann man am Sonntag vielleicht wieder ein deutliches Lebenszeichen setzen!!!
    Ich bin jedenfalls sehr gespannt!!! 🙂

    (-1)
  • never-rest sagt:

    Das absolute Sahnestück des FCB ist die Defensive inkl. MF mit Behringer und Leupolz. Wenn es WOB diesmal schafft das Bayern-Bollwerk zu knacken, ohne die eigene Abwehr zu vernachlässigen und sich auskontern zu lassen, sollte ein kanpper Sieg drin sein, zumal die Bayern Ladies nicht unbedingt punkten müssen. Der Punktevorsprung reicht locker für die Meisterschaft.

    (2)
  • bale sagt:

    auf ein faires spiel

    (5)
  • Altwolf sagt:

    Druck hin oder her, das zählt doch nicht. Die Wölfinnen wollen das Spiel gewinnen, zumal sie in München bei der Niederlage nicht das schlechtere Team waren und jetzt die Vorraussetzungen anders sind als damals zu Beginn der Saison.
    Seit langer Zeit können nun A.Popp u.C.Hansen mal gemeinsam im Sturm spielen und auch die IV ist wieder mit N.Fischer u.B.Peter komplett, A.Schult wieder dabei und sie sind auch fit.
    L.Gößling war damals die einzige N11-Spielerin mit Normalform.
    Und nach durchlaufener Vorbereitungszeit könnte sich endlich zeigen, ob R.Bachmann die erhoffte Verstärkung sein kann.
    Ich hoffe deshalb auf ein intensives, schnelles und unterhaltsames Fußballspiel, damit es auch eine Werbung für den FF wird.
    Wäre auch schön,wenn das Wetter etwas mitspielen würde.

    (3)
  • OrbisJack sagt:

    @detlef

    Ich habe schon gesagt dass das Spiel sehr schwer ist vorherzusagen…natürlich kann Bayern dort gewinnen, aber ich habe nur auf das ‚wer braucht das mehr‘ kriterium gesetzt.

    Dazu…ich halte Wolfsburg (auf dem Papier natürlich) als die best bestezte Kader Detschlands und nur hinter Lyon in Europa. Wenn sie diese hinrunde Probleme ausgebugelt haben…sind die wirklich kaum zu stoppen.

    Übrigens…wie lange werden Potsdam noch auf dem Freak ergebnis in Wolfsburg klammern? Ich glaube dass diesem ergebnis war zu 75% Wolfsburgs schwächen zu tun hatten. Nur drei Tagen später war die wahre Verhältnisse zu sehen (und dann wieder 10 Tagen später gegen Bayern). Gegen ein Bremen oder Köln kann Potsdam noch punkten, aber gegen die MEISTEN Mannschaften der Liga war die nicht gut genug.

    Was soll sich jetzt seit letzten Sonntag grossartig geändert haben?

    (-6)
  • Detlef sagt:

    @Altwolf,
    Der Druck unbedingt gewinnen zu müssen kann sowohl pushen als auch lähmen!!!
    Und das jetzt die üblichen Verdächtigen wieder auflaufen dürfen ist für diese zwar beruhigend, aber ohne Spielpraxis auch kein Garant für den Erfolg!!!

    @Orbis Jack,
    Richtig, das Kriterium „wer bracht den Sieg mehr“ kann (siehe oben) allerdings beides bewirken!!! 😉

    Also OK, Du nennst es „Freak-Ergebnis“, in Potsdam ist es die Bestätigung, daß nicht alles falsch war was man vor und während der Saison getan hat!!!
    Auch wenn WOB an diesem Tag nicht in Bestform war, muß man dies auch erst einmal so ausnutzen können!!!
    Auch Sand und Jena gelang dieses Bravourstück, allerdings nicht so deutlich!!!

    Die Spiele gegen Bayern haben beide gezeigt, daß es für uns auch anders laufen kann!!!
    Im ersten Spiel war die Wörle-Truppe schlecht, bis zur 65. min lagen sie zurück, ihnen gelang keine echte Torchance!!!
    Hier hat TURBINE das Spiel aus der Hand gegeben, und München reagierte eiskalt effizient!!!
    Im zweiten Spiel war es zwar ausgeglichener, aber nur Bayern konnte seine Chancen nutzen, Potsdam leider nicht!!!
    München mußte sich dabei nicht groß anstrengen, sondern nur auf die Potsdamer Fehler warten!!!
    Das Prädikat „nicht gut genug“ trifft sicherlich zu, aber chancenlos waren wir ganz sicher nicht!!!

    Frankfurt ist mM nach schwächer als Wolfsburg und München!!!
    Der für sie ungewohnte große Aderlaß nach der letzten Saison blieb nicht ohne Folgen!!!
    Trotzdem haben sie immer noch eine gute Mannschaft, mit einigen Ausnahmekönnerinnen!!!

    Am Brentanobad sahen wir nicht gut aus!!!
    Das knappe 1:0 war am Ende sogar sehr schmeichelhaft für uns!!!
    Frankfurt versiebte klarste Tormöglichkeiten im Dutzend!!!
    Ohne ihre Überlebensversicherung KG wären sie torlos geblieben!!!
    Auch wir hatten ein paar Möglichkeiten, vergaben aber eben so kläglich!!!

    Also was kann sich seit letzten Sonntag geändert haben???
    Sehr viel sogar, wie gesagt…….Wundertüte TURBINE!!!
    In Freiburg hat ganz gewiß die Einstellung nicht gestimmt, denn Schröder gab offen zu, daß man im Mösle nicht mit einer Niederlage gerechnet habe!!!
    Nach den Erfahrungen der Hinrunde hätte die Möglichkeit aber durchaus in Betracht gezogen gehört!!!
    Gegen Frankfurt ist eine Niederlage immer möglich, und so hoffe ich auf eine richtige Einstellung des Teams!!!
    Hoffenheim hat aufgezeigt, wie die Frankfurterinnen zu knacken sind!!!
    Nur darf man hinten nicht solche entsetzlichen Fehler machen, und man muß vorne seine Chancen besser nutzen als die Kraichgauerinnen dies taten!!!

    (-4)
  • F.B. sagt:

    Das einzige, was mir bei Wolfsburg gerade Sorgen macht, wäre ein Ausfall von Vanessa Bernauer. Wenn jetzt wieder eine zentrale Spielerin für die Balance zwischen Defensive und Offensive fehlt, könnte das bei dem zu erwartenden engen Spiel gerade den Ausschlag geben. Auf jeden Fall müsste man wieder umjustieren, was der Mannschaft definitiv keine Sicherheit gibt.
    Sicher ist nicht damit zu rechnen, dass Bayern groß auf die Offensive setzt, im schlimmsten Fall spielen sie so defensiv wie in Frankfurt und hoffen darauf, dass jemandem bei einem Freistoß oder einer Ecke im gegnerischen Strafraum der Ball vor der Füße fällt. Die einzige Möglichkeit das zu verhindern, wäre natürlich ein frühes Tor. Ich bin deshalb sehr gespannt, ob Wolfsburg gleich zu Beginn drücken wird oder ob man erst Mal abwartet, um in keinen Konter zu laufen.

    (4)
  • Altwolf sagt:

    @F.B.

    Für R.kellermann und die Wölfinnen gibt es nur eine Taktik und die heißt sicherlich nicht abwarten. Sie werden wie immer das Spiel machen und versuchen so schnell wie möglich ein Tor zu erzielen, so wie man es schon in Frankfurt erfolgreich gemacht hat.
    Die können das gar nicht anders, denn so ist auch das Team zusammengesetzt.
    Ich denke nicht,das es bei einem Ausfall von V.Bernauer zu einer Unruhe kommt,denn dann wird E.Bussaglia den Part übernehmen, damit zwar ein wenig an Kampfkraft verlieren,jedoch dafür etwas mehr Spielkultur geben.
    Die Bajuvarinnen werden ebenfalls ihren Spielstil nicht groß ändern und auf das zurückgreifen,was sie so erfolgreich gemacht hat.

    (5)
  • Anna Lühse sagt:

    Stand jetzt (32. min): Bayern Holzhackerinnen, werden aber für ihre Brutalität nicht verwarnt, und sind spielerisch unterlegen.

    (-2)
  • translate sagt:

    In Anbetracht dessen, dass der „ewige Klassiker“ zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr in bewegten Bildern zu sehen ist (weder auf rbb, hr etc.) lässt darauf schließen, dass er einiges (zumindest bei den Sendeanstalten) von seiner Ewigkeit bzw. ‚Strahlkraft‘ verloren hat.
    Schade.

    (3)
  • OrbisJack sagt:

    @translate

    Ist halt ein ganz normale Ligaspiel jetzt. Die neue „Klassiker“ ist jetzt Bayern-Wolfsburg und glaub das passt für die meisten in FF-Deutschlamd besser so.

    (-3)
  • FFFan sagt:

    Frankfurt führt zur Pause im ‚Klassiker‘ mit 2-1!

    Muss aber nichts heißen. In Wolfsburg lag Turbine nach der 1.Halbzeit auch noch 1-2 zurück…

    (0)
  • FFFan sagt:

    Das Turbine-‚Wunder‘ ist diesmal ausgeblieben. 3-4 am Ende. Was für ein Spiel!

    (5)
  • translate sagt:

    Wiederhole mich: „Schade!“, dass solche Spiele nicht (mehr!) übertragen werden!!!

    (6)
  • shane sagt:

    klassiker ist nicht das gleiche wie spitzenspiel. schalke – gladbach belibt ein klassiker, egal wo beide in der tabelle grade rumkrepeln. aehnlich mit frankfurt – potsdam, zumindest solange beide existieren und in liga 1 vertreten sind.

    frauenfussball-spitzenspiele werden schon extra mal von den regionalsendern uebertragen, klassiker nicht zwingend. wie mensch sieht.

    (3)

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