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DFB-Elf mit Remis gegen England

Von am 26. November 2015 – 20.19 Uhr 22 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf musste sich heute Abend in der MSV-Arena von Duisburg in einem Testspiel gegen England mit einem Remis begnügen.

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Die DFB-Frauen kamen vor 6 700 Zuschauern nicht über ein 0:0 hinaus und schafften somit trotz einer ordentlichen Leistung nicht, für die 0:1-Niederlage im Spiel um Platz 3 bei der Frauenfußball-WM in Kanada Revanche zu nehmen.

Erste Möglichkeiten
Die DFB-Auswahl begann mit Schwung und hatte die erste gute Chance, als Anna Blässe nur knapp eine Hereingabe von Simone Laudehr verpasste (7.). Babett Peter per Kopf (10.) und Anja Mittag mit einem Fernschuss (17.) hatten weitere gute Möglichkeiten.

Benkarth und Bardsley können sich auszeichnen
Auch Englands Torhüterin Karen Bardsley konnte sich mehrfach auszeichnen, etwa bei einem Schuss von Debütantin Felicitas Rauch (26.) oder kurz vor der Pause gegen Leonie Maier (42.), als sie den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Doch auch Laura Benkarth konnte in ihrem ersten Länderspiel ihre Klasse zeigen, als sie gegen Demi Stokes glänzend parierte (40.).

Anna Blässe (li.) im Zweikampf mit Anna Greenwood

Anna Blässe (li.) im Zweikampf mit Anna Greenwood © Nora Kruse

Zahlreiche Wechsel
In der zweiten Halbzeit wechselte Bundestrainerin Silvia Neid muter durch: für Anna Blässe, Lina Magull, Simone Laudehr und Melanie Behringer kamen Mandy Islacker, Sara Däbritz, Melanie Leupolz und Tabea Kemme ins Spiel.

Weitere Chance
Die DFB-Elf brauchte eine Weile, um ihren Rhythmus wieder zu finden. Babett Peter hat die nächste gute Chance, doch ihr Schuss strich knapp am Pfosten vorbei (65.). Dzsenifer Marozsán köpfte freistehend den Ball direkt in die Arme von Bardsley (76.), doch es blieb beim torlosen Remis.

Lob für Magull und Rauch
Anja Mittag meinte nach der Partie: „Die Engländerinnen haben uns ganz schön gefordert. Wir haben aber heute leider nicht das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben. Allerdings haben Felicitas Rauch und Lina Magull ein super Spiel gezeigt. Auf die jungen Spielerinnen können wir hoffen – das ist das Positive heute.“

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Endlich mal ein Team, daß die DFB-Mannschaft richtig fordern konnte!!!
    Nach den letzten Spaziergängen zeigte sich gegen die weiter erstarkten Britinnen sehr deutlich, wo man ansetzen muß!!!

    Vor allem im kreativen Mittelfeld krankt es mM nach sehr!!!
    Sowohl Goeßling, als auch Behringer fand ich ziemlich schwach!!!
    Marozsan ist noch nicht fit, was niemanden überraschen dürfte!!!
    Auch Laudehr hat mich ziemlich enttäuscht!!!
    ANJA MITTAG kam ebenfalls mit der harten Gangart der Engländerinnen überhaupt nicht gut zurecht!!!

    Positiv fand ich unsere Defensive, vor allem die starke BABETT PETER!!!
    Aber auch die von mir so oft gescholtene Annike Krahn räumte da hinten ordentlich auf!!!
    Sehr stark einmal mehr Leonie Meier!!!
    Und besonders habe ich mich natürlich für FELI RAUCH gefreut, daß ihr A-Natiodebüt so erfolgreich ausfiel!!!
    Auch TABBI KEMME hat nach ihrer Verletzungspause wieder recht ordentlich gespielt, wenngleich sie noch nicht in ihrer WM-Form ist!!!
    Ich habe also zu keiner Zeit eine Saskia Bartusiack vermißt!!!

    Vorn ist natürlich noch viel Luft nach oben!!!
    Vor allem das Flügelspiel hat mir heute gefehlt!!!
    Aber das Potenzial ist durchaus vorhanden, und müßte sich nur noch einspielen dürfen!!!
    Es bleibt aber zu befürchten, daß Islacker & Co ganz schnell wieder draußen sind, wenn Popp zurückkehrt!!!
    Auch eine SVENJA HUTH hätte mM in ihrer jetzigen Form ein Natio-Comeback verdient!!!

    Ich fand das Spiel durchaus sehr unterhaltsam, auch weil das Dreilöwenteam sich nicht versteckte, und durchaus auch einige gute Chancen hatte!!! 🙂

    Ich bin sehr gespannt auf die nächste EM, ob die Ladies von der Insel ihre Form nicht nur konservieren, sondern vielleicht sogar noch steigern können??? 😉

    (9)
  • enthusio sagt:

    Es war schon ein recht zähes Spiel mit wenigen wirklich gut herausgespielten Torchancen.

    In der ersten Halbzeit gefiel mir besonders die erfrischende Spielweise unserer Debütantin Felicitas Rauch, die auf der linken Seite für ordentlich Wirbel sorgte, ihre dicke Torchance aber leider nicht verwerten konnte. Leider war von ihr dann in der 2. Halbzeit nicht mehr viel zu sehen.

    Auch die zweite Debütantin Laura Benkarth spielte insgesamt recht ordentlich, von einem Lapsus, den eine Engländerin aber nicht für sich nutzen konnte, und einigen schlechten Abstößen einmal abgesehen. Sie schien etwas nervös gewesen zu sein und muß noch lernen, etwas ruhiger und abgeklärter zu agieren.Bei der einzigen dicken Torchance der Engländerinnen im gesamten Spiel verhinderte sie reaktionsschnell einen Rückstand.

    Lina Magull fügte sich ebenfalls gut ein, spielte u.a. den zentimetergenauen Pass in die Tiefe, der zu Rauchs guter Chance führte

    Von den eingewechselten Spielerinnen konnten mich eigentlich nur Marozsan mit ihrer Ballsicherheit und einigen gelungenen Aktionen (ihre vergebene Kopfballchance gehörte nicht dazu 🙂 ) sowie Leupolz mit ihren beiden energischen Torschüssen überzeugen. Vom Rest war praktisch nichts zu sehen.

    Torgefahr ging einige Male auch von Babett Peter aus.

    Als schwächste Spielerinnen empfand ich diesmal Behringer, die überhaupt keine Impulse setzen konnte, und Maier, die – abgesehen von ihrem gefährlichen Torschuss kurz vor der Pause – über den rechten Flügel diesmal erstaunlich wenig Druck erzeugte. Da kam von Rauch (in der 1. Halbzeit) wesentlich mehr.

    Fazit: Deutschland wirkte bemüht, aber es fehlten die Ideen, um das englische Abwehrbollwerk zu knacken. Einige Schussversuche (Maier, Peter) sahen ganz ansehnlich aus, abei den wenigen dicken Torchancen innerhalb des Strafraums (Rauch, Marozsan) fehlten die Qualitäten eines Vollstreckers. Das Fehlen der kopfballstarken Alex Popp (und erst recht der zurückgetretenen Celia Sasic) konnte einfach nicht kompensiert werden. Mittag und Islacker wirkten diesmal trotz aller Bemühungen ziemlich blass. An dieser Baustelle im Angriff muß das Trainerteam im Blick auf Rio noch arbeiten. Allerdings gibt es momentan nur wenige international hochklassige deutsche Stürmerinnen. Ich würde (wie schon bei Islacker) es deshalb auch gut finden, wenn Charline Hartmann aus Essen trotz ihrer (bald) 30 Jahre in der Natio mal eine Chance bekäme.

    (9)
  • xyz sagt:

    Wenn das Spiel auch 0:0 endete.Magull und Rauch haben absolut überzeugt!Doorsoun scheint scheint ja beim DFB Training ihre Chance wieder nicht genutzt zu haben.Auch bei einem Testspiele bekam sie nicht eine Minute Spielzeit.Sind eben starke Spielerinnen leistungsfähig vor ihr.Da muss man es erst mal besser sein (werden)als die starken jungen Wilden ,wie Däbritz,Magull,Leupolz,Rauch u.s.w.

    (9)
  • balea sagt:

    Auf das sehr schwache MF wurde ja schon hingewiesen. Es ist natürlich sowohl für die Abwehr schwierig, hinten raus zu spielen, als auch für die Flügel problematisch, wenn das MF im Grunde genommen ausfällt. Irgendwann landet dann der Ball bei Mittag, die ihn gegen jegliche Spielerin verteidigt, egal welche Trikotfarbe und ihn dann anschliessend verdaddelt.
    Maroszan war mal wieder talentiert.
    Vielleicht ist es inzwischen in den Köpfen der etablierten Spielerinnen festbetoniert, dass man eine gewisse monomanische Spielweise an den Tag legen soll – Laudehr ist dafür auch so ein Beispiel. Maier und Kemme waren eher bemüht, haben sich aber immerhin in die Zweikämpfe begeben. Blässe hat mir ebnfalls noch gefallen. Rauch war in der HZ1 besonders stark, in der HZ2 weniger auffällig – einfach auch, weil die gute Magull fehlte, mit der sie kombinieren konnte. Mittag hat da ja eher gute Spielzüge verhindert, Islacker viel zu sehr aufs Sturmzentrum fixiert und zu unflexibel.
    Auch wenn D mehr hochkarätige Chancen gehabt hat – die Engländerinnen haben genau gewusst, wie sie dieser deutschen Natio den Zahn ziehen konnten. Nächstes Jahr werden sie – wenn sich bei Neids Truppe nichts ändert auch noch das nötige Selbstbewusstsein ausspielen und so ein Spiel dann verdient mit 0:1 gewinnen.

    (-3)
  • Sylvijaaa sagt:

    Bei den letzten 4 Spielen(7 Stunden !!!) gegen gute Gegner gerademal 1 Elfmetertor. Das sagt doch alles.
    Alle warten auf Bremer und Popp dabei sind die auch (noch) keine Weltklasse.
    Behringer zeigt mal wieder, dass es international nicht reicht. Laudehr seit der WM völlig außer Form.
    Blässe fehlt jegliche Technik.
    Däbritz auf dem Flügel ist eine totale Fehlbesetzung. Im 1-gegen-1 kann sie sich einfach nicht durchsetzen.
    Auch der Spielaufbau aus der Abwehr ist „ausbaufähig“.
    Die jüngsten,Rauch und Magull, waren auch mit die Besten und mit Abstrichen auch Marozsan nach ihrer Einwechslung. Um diese Spielerinnen muss die N11 aufgebaut werden. Aber die Zeiten als man mit einer B-11 auch noch starke Gegner schlagen konnte sind wohl vorbei.

    (21)
  • Hannis sagt:

    Im Gegensatz zu vielen sehe ich nicht, dass Islacker Nationalmannschaftsniveau hat. Für höhere internationale Aufgaben fehlt ihr die Athletik.

    Anja Mittag bekommt gegen stärkere Gegner immer mehr Probleme, da auch sie -obwohl schneller als Islacker- mit athletischen Mannschaften Probleme hat und die Athletik der Abwehrspielerinnen international zugenommen hat.

    Wir bemängeln zurecht oftmals die Kreativität des Mittelfeldes. Leider machen es unsere Stürmerinnen und offensiven Außenspielerinnen, dem Mittelfeld auch nicht einfach „kreativ“ zu sein. Dort bleibt zu hoffen, dass Bremer weniger verletzungsanfällig wird und sich weiterhin gut entwickelt.

    Im zentralen Mittelfeld sehe ich immer noch Goessling, Marozsan und Leupolz (bei letzterer muss allerdings noch eine Steigerung her – sie erscheint mir aber ehrgeizig und zielstrebig genug zu sein, sich weiterhin zu entwickeln. Sie ist ja immer noch recht jung). Mit Magull scheint sich da im offensiven Teil eine sehr gute Alternative zu entwickeln.

    Behringer sehe ich da schon lange nicht mehr. Mir ist sie zu langsam und zu behäbig. Bei Däbritz bin ich nicht sicher, wohin die Reise geht. Ich denke, sie muss erst mal im Verein eine Rolle finden.

    (13)
  • FrankE sagt:

    Der Spielweise des deutschen Teams konnte man anmerken dass es ein Freundschaftspiel war. Die Laufbereitschaft war nicht bei hundert Prozent. Das führte dazu dass das Spiel aus der Abwehr heraus mangels Anspielstationen immer wieder stockte. Häufig blieb nur das Siel „hinten rum“ über die Torhüterin. Auffällig war wie die Engländerinnen dann immer wieder Druck auf die Torhüterin ausübten. Davon war bei uns leider wenig zu sehen, was mich bei der Qualität der englischen Torhüterin überrascht hat.
    Grundsätzlich fand ich die Leistungen ok. Wichtiger war doch, dass sich in diesem Freundschaftspiel nicht noch jemand überflüssigerweise verletzt.

    Grosse Kritik ist an den Veranstaltern zu üben. Wie kann es sein, dass nach dem Spiel hunderte Zuschauer (keine Übertreibung) mehr als 45 Minuten an der Bushaltestelle auf einen Bus warten müssen? Die Polizei teilte auf Anfrage mit, sie hätte die DVG gerade informiert, dass am Stadion hunderte Zuschauer auf Abfahrtsmöglichkeiten warten würden. Die Reaktion der DVG war:“ Echt, uns hat keiner über eine Vetranstaltung im Stadion informiert!“ (Dies wurde von mehreren Polizisten so bestätigt.)

    Das war nix Leute!

    Ein Kompliment hat sich der Ordnungsdienst verdient, die Einlasskontrollen waren sehr genau, trotzdem kam es nicht zu langen Rückstaus am Einlass. Das war professionell.

    (14)
  • cosinus sagt:

    Es war ein guter Testpartner, der teilweise eine überharte Gangart aufzeigte, aber auch gute Chancen heraus gespielt hat.
    Für mich unverständlich, daß S.N. in der 1. HZ kein Einfluß nahm,da im Mittelfeld alle Spielerinnen zu weit von ihren Gegenspielerinnen waren, und demzufolge konnten die Britinnen ihr Spiel aufziehen.Schwach war die hohe Fehlpassquote einiger Spielerinnen (Krahn,Gößling usw.)Stark fand ich Rauch, Magull, Peters und später Däbritz und Kemme.

    (12)
  • waiiy sagt:

    Ich habe mich gestern gefreut, dass Rauch wirklich ein wenig davon zeigen konnte, was sie zur Zeit im Verein abbrennt. Sie ist wirklich eine Alternative.

    Zum Zweiten ist mir aufgefallen, dass eingespielte Duos in der N11 oft besser sind als leistungsstärkere Einzelspielerinnen. Das zeigt sich oft auf den Flügeln, wo ich rechts Maier/Leupolz bzw. Däbritz und links Kemme/Rauch bevorzugen würden. Die Automatismen sind dann einfach besser.

    Für mich waren Mittag und Laudehr Fremdkörper mit all den „Küken“ um sich herum. Da sieht man den Generationswechsel.

    Ja, die 6-er waren gestern nicht so wirkungsvoll. Aber die erste Aufgabe auf dieser Position ist es auch, den Druck durch die Mitte abzuhalten. Da ist England stark und deshalb hatten sie es schwer. Da fehlt dann auch die Möglichkeit, mehr nach vorn wirksam zu werden.

    Alles in allem ist England derzeit unsere Kragenweite. Ganz zur Weltspitze reicht es nicht mehr. Man darf gespannt sein, wie sich das Verhältnis weiter entwickeln wird. Immerhin hat England einen Aufwärtstrend und Deutschland stagniert eher seit 2010.

    Von daher bin ich froh, wenn dann hoffentlich vor allem taktisch neue Impulse von der Bank kommen in einem Jahr. Aber Ich finde auch, dass Neid gestern zu großen Teilen die richtigen Spielerinnen aufgestellt hat und in einem Spiel gegen einen starken Gegner die richtigen Sachen ausprobiert hat. Das hatte ich oft kritisiert und gestern war das gut gemacht.

    (15)
  • jochen-or sagt:

    Die N11 besitzt aktuell und mutmaßlich auch für längere Zeit nur das Niveau der englischen Mannschaft.
    Ich sehe nicht, dass wir in den nächsten 4 Jahren irgendwelche internationalen Titel erringen.
    Die USA und Frankreich sind sowie stärker.
    Andere Teams wie z.B. die Norwegerinnen (Hegerberg, Hansen) oder auch die Schwedinnen (Blackstenius) haben bessere Talente in der Hinterhand.
    England spielt auf unserem Niveau und mutmaßlich bald auch die Niederlande.
    Japan, China, Nordkorea, will ich da gar nicht einschätzen.

    (9)
  • Andi sagt:

    Es ist sehr interessant die Kommentare hier und die Artikel zu lesen. Von einem Konsens was die Bewertung des Spieles angeht, kann man wohl nicht sprechen.

    Eine fast einhellig gute Bewertung erhält eigentlich nur Feli Rauch, ansonsten liegen teilweise Kontinente zwischen den Bewertungen.

    Das ist etwas das ich neutral betrachtet schon bemerkenswert finde. Werde mir heute Abend mal die Aufzeichnung des Spieles gönnen und auf die hier angemerkten Punkte achten. Mal sehen, zu was für einem Ergebnis ich komme. 🙂

    (7)
  • never-rest sagt:

    Begeistern oder wenigstens überzeugen konnte mich die N11 auch gegen England nicht. Es fehlen derzeit einfach die Ideen gegen die robust verteidigenden Engländerinnen genug Torchancen heraus zu spielen. Die wenigen guten Chancen wurden auch noch leichtfertig vergeben.

    Das Karrierende bzw.Ffehlen so prägender Spieler wie Garefrekes, Sasic, Alushi und Keßler machen sich eben doch bemerkbar. Es findet gerade ein personeller Umbruch statt, wobei ich nicht sicher bin, welche der talentierten Spielerinnen auch wirklich den internationalen Durchbruch schafft. Bei Moraoszan habe ich schon fast die Hoffnung aufgegeben. Allerdings ist sie nach ihrer langer Verletzungspause noch nicht wieder richtig in Form. Auch Däbritz und Leupolz in der 2. Hz. konnten keine Wirkung erzielen. Von Mittag und Behringer war ich einfach nur enttäuscht. Von so erfahrenen Spielerinnen erwarte ich einfach viel mehr.

    Positiv, dass SN personell mal etwas ausprobiert hat. Mut machen mir die beherzten Auftritte von Rauch und Magull, die aber sicher noch Zeit brauchen. Auch die Torhüterin Benkrath hat ihre Sache gut gemacht. Sie strahlte (bis auf einen Klops, den sie aber sofort wieder wett gemacht hat) viel Ruhe aus. Scheint mir fußballerisch etwas mehr drauf zu haben als Schuldt.

    Auch wenn die anderen FF-Nationalteams deutlich aufgeholt haben, steckt in unserer Elf viel mehr drin, als sie gestern gezeigt hat. Kämpferisch war mal wieder alles ok. Aber es fehlen aktuell Spielwitz, taktische Finessen und vor allem im Sturm eine echte Torjägerin. Leider ist keine Miedema, Hansen o.ä. in Sicht. Popp ist ja, warum auch immer, mehr zu einer offensiven Mittelfeldspielerin bwz. Halbstürmerin sowohl bei WOB als auch in der N11 umfunktioniert worden. Wünschte mir schon jetzt frischen Wind auf der Trainerbank, aber wir werden wohl oder übel erst das Olympiaturnier abwarten müssen, bis sich vielleicht etwas bewegt. Solange werden wir uns wohl an das Mittelmaß unserer N11 gewöhnen müssen.

    (20)
  • Königin sagt:

    Also ich fand dieses 0:0 sehr unterhaltsam – wer geglaubt hätte, dass diese total motivierten und sehr laufstarken Engländerinnen locker besiegt werden, na ja der träumt wohl sehr gerne .. 🙂 Ich sehe lieber so ein enges Spiel als diese langweiligen klaren Siege in der Quali.. Natürlich war nicht alles perfekt – aber das lag natürlich auch am Gegner.. England wird weiter die Weltspitze „aufmischen“ und die deutsche Mannschaft muss sehen, dass der Anschluss nicht verlorengeht… aber da bin ich doch sehr zuversichtlich … Die Abreise für die Fans = Katastrophe – wer hat da gepennt= DFB Stadt Duisburg… 🙁

    (7)
  • Tedesco68 sagt:

    Nachdem ich die PK von S. Neid gesehen habe, bin ich mal auf die zukünftige Entwicklung gespannt. Sie nennt neben der Chancenverwertung die technischen Probleme unter Druck als größtes Manko. Es ist in der Tat erschreckend, wie viele Spielerinnen schon Probleme bei der Ballannahme haben. Häufige Konsequenz bei aggressiven Gegnern: unsauberes Passspiel oder sofortiger Ballverlust. Ich frage mich nur, wie sie das kurzfristig verbessern will. Oder sollte doch endlich ein Sinneswandel bei ihr stattfindenden und sie legt bei der Kaderzusammenstellung mal ihre eigenen, nun so häufig genannten Maßstäbe an.

    (8)
  • Groggi sagt:

    @ Tedesco68,

    wer sagt Dir denn, dass sie andere Spielerinnen ausgemacht hat, die diese technischen Probleme nicht haben?

    Sie kann sich die Spielerinnen ja schliesslich auch nicht schnitzen.

    Man sollte sich aber schon Gedanken machen, wie man in Zukunft Spielerinnen bekommt, welche diese Schwächen nicht aufweisen.

    Ich denke, dass häufige Spiele gegen Juniorenmannschaft ein Mittel wäre, da die Spielerinnen sich dann eventuell besser an das Spielen unter Druck gewöhnen. Die Tendenz scheint aber in Deutschland eher dahin zu gehen, immer weniger dieser Spiele zu haben (U17 Bundesliga, etliche Vereine lassen selbst die U15 ausschliesslich gegen Mädchen spielen, etc)

    Ansonsten helfen wohl nur sehr gute Trainer/-innen im Juniorinnen-/Mädchenbereich

    (10)
  • holly sagt:

    was nützen dir Spiele gegen Juniorenmannschaften? Wenn du nicht die technischen Voraussetzungen hast. Nachdem der DFB jahrelang nur auf Leichtahtleten wert gelegt und Ball wegdrescher. Muss man in der Ausbildung der Mädchen wieder mehr wert auf Technik legen. Dann kommt alles wieder von allein. Bloß werden wir diese letzten verschenkten 7-8 Jahre nicht über Nacht aufholen. Da bisher im Nachwuchs noch kein umdenken statt gefunden hat. Werden wir uns mindestens die nächsten 10 Jahre an solche Spiele gewöhnen. Sie müssen beim Nachwuchs wieder einfangen beim Fussball einmal eins. Das ist leider die Wahrheit auch wenn sie grausam ist.

    (3)
  • dummkopf/football-women.com sagt:

    Sorry, komme hier nicht mehr zu viel.
    Habe einen Bericht in englisch, für die Fachinteressierten

    Interessant. Stimmt tatsächlich. technische Probleme unter Druck als Hauptproblem erkannt. Geht das?
    Wohl eher ein Widerspruch in sich.

    (-5)
  • Altwolf sagt:

    Oha, was für eine umwerfende Erkenntnis von S.Neid. Jetzt, nach intensiver Analyse und Studium des letzten WM-Turniers, ist ihr aufgefallen, daß sich offenbar die Spielweise auch international geändert hat.
    Deutlich bessere physische Verfassungen und besseres taktisches Verhalten der Spielerinnen, auch sogg. kleinerer FF-Nationen, ermöglichen ein aggressiveres Angehen beim Spiel gegen den Ball genauso, wie das Doppeln gegen die ballführenden Gegenerinnen.

    Erst in letzter Zeit (mit oder ohne Hilfe e. St.Jones) hat die BT erkannt, das ihr bisheriges Spielsystem – immer durch die Mitte u. mit Verlegenheitslösungen auf d. Flügeln wie z.B. mit S.Laudehr, L.Lotzen o. auch A.Popp – international inzwischen überholt ist.
    Bei dem inzwischen deutlich stärkeren Defensivverhalten der Teams ist die Lösung über das Auseinanderziehen des Spieles über die Flügel mit schnellen Aussenspielerinnen zu suchen und dies praktiziert nicht nur WOB, sondern auch Bayern München hat sich mit schnellen Offensivspielerinnen darauf eingestellt. Problem dabei ist,das man dafür auch ein spielerisch gutes MF benötigt, so wie es OL hat und die Wölfinnen mit N.Keßler u. L.Gößling hatten u. nun versuchen müssen, diese Schaltzentrale mit V.Bernauer u./o. E.Bussaglia neben L.Gößling zu ersetzen, was zuletzt wieder besser funktionierte.

    Genauso, wie es von der spielerischen Qualität her bei Bayern München m. M.Behringer u. M.Leupolz noch klemmt (mit Vero sollte es dann besser werden),klemmt es auch dort bei d. N11. Zu spät sind für die N-11 reine Flügelspielerinnen ,wie z.B. A.Blässe, in das Spiel einbezogen worden.
    Immer noch hängt die BT an den „alten und bewährten“ Kräften, die ein solch verändertes System wahrscheinlich nicht mehr umsetzen können.
    Ballannahmen bei engstehenden o. attackierenden Gegnerinnen sauber anzunehmen und auch sauber wieder weiterzupassen ist eine Frage des Trainings u. der ständigen Übung auch im Spiel, verbunden aber auch mit der nötigen geistigen Frische u. Beweglichkeit sich darauf einzustellen u. auch schnell genug die Spielsituation u. die nächste freie Mitspielerin zu erfassen. Dazu gehören auch entsprechende Abstimmungen im Training insbes. auch bei der N-11.
    So kann unter Pressing des gegenerischen Teams das Spiel aus der Defensive nur sicher eröffnet werden, wenn sich auch die MF-Spielerinnen immer wieder als Anspielstation insbes. durch läuferischen Einsatz bzw. erkennen der Spielsituation anbieten, was man über das ganze Spiel gesehen eigentlich nur bei L.Gößling erkennen kann, die das allerdings auch beim VFL genauso spielt u. auch B.Peter diese Form des Spielaufbaus geläufig ist, wie das ja auch im Spiel gegen den LFC Chelsea schon genauso praktiziert wurde und auch beide bestens damit zurechtkamen.
    Es ist aus meiner Sicht das entsprechende Training, was bei der N-11 fehlt, da kann man das doch gut untereinander trainieren, denn allein mit dem Ball zeigen die meisten für die N-11 Nominierten doch schöne Kunststückchen beim Aufwärmen.

    Es ist eine andere Zeit des FF angebrochen und da muß man e. K.Garefrekes o. C.Sasic nicht nachweinen, da insbes. KG nach ihrer USA-Zeit u. fehlender regenerativer Vorbereitungszeit, genauso wie damals C.Pohlers, nicht mehr ihr früheres Leistungsniveau erreichen konnten.
    Bei F.Aliushi (wenn in ordenlicher Form) u.N.Keßler fehlt da schon eher Qualität, die jetzt der N-11 sicherlich gut täte.

    (6)
  • enthusio sagt:

    @Altwolf:

    Der Schwachpunkt Deiner Argumentation ist, dass Wolfsburg und München ausländische Spielerinnen (Hansen, Evans, Lewandowski) als schnelle Flügelspielerinnen einsetzen können, Silvia Neid aber nur die wenigen deutschen (Blässe, Maier, Rauch) zur Verfügung hat, die sie ja auch schon einsetzt (Ausnahme: Doorsoun).

    Verena Faißt etwa ist ja in Wolfsburg nur noch Ersatz, mit wenigen Einsätzen. Und Anna Blässe hat am Donnerstag auch keine Bäume ausgerissen.

    Was die Mittelfeldspielerinnen angeht: Goeßling ist zwar technisch gut, doch Ideenreichtum oder gar Torgefahr ging von ihr gegen England auch nicht aus. Außer ihrer Vorlage für den Marozsan-Kopfball kann ich mich bei den Mittelfeldspielerinnen nur an zwei Distanz-Versuche von Leupolz aus der zweiten Reihe erinnern. Ansonsten mußte 2x eine Innenverteidigerin (Peter) und 1x eine Außenverteidigerin (Maier) für Torgefahr sorgen.

    Das Hauptproblem ist aber, dass Deutschland keine „Knipser“ mehr hat. Und wenn dann noch ein Kopfballungeheuer wie Alex Popp fehlt, muß man hoffen, dass andere auch Kopfballtore erzielen können. Diese Fähigkeiten sehe ich aber bei den verbliebenen Offensivspielerinnen wie Mittag und Islacker nicht.

    Es gibt also momentan viele Baustellen in der Nationalmannschaft. Steffi Jones und ihr neues Trainerteam werden viel Arbeit vor sich haben.

    (10)
  • Altwolf sagt:

    @enthusio.
    Es geht dabei doch um die Auswahl der deutschen Spielerinnen, die z.B. die Flügel besser besetzen könnten und da muß man sich entsprechend frühzeitig umsehen.
    So hatte sie zur WM A.Blässe zwar mal eingeladen,jedoch nicht mitgenommen und P.Brehmer mitgenommen, jedoch nicht eingesetzt,statt dessen L.Lotzen spielen lassen.

    Es fehlt die klare Ausrichtung das bisherige System zu ändern.

    L.Gößling ist nicht die, die ein Spiel strategisch lenkt, sondern ihre Stärke ist das Zulaufen von Räumen in der Defensive und das Antreiben des Spieles nach vorne. Dazu benötigt sie eigentlich eine N.Keßler um ihre Stärken wirklich zeigen zu können. Aber zumindest hat sie beim Spiel gegen die Engländerinnen den Ball behauptet und auch zumindest in HZ 2 versucht das Spiel nach vorn zu bringen. Die Anspiele auf die Außenpositionen kamen meist an, wurden aber dort oft wieder verloren.
    Bei einem doch rel.starken defensivem MF der Engländerinnen, war auch sie in den Offensivmöglichkeiten eingeschränkt.

    Das sich die N-11 in einem Umbruch befindet und dadurch auch spielerische Probleme hat, laste ich auch nicht der BT an, sondern ihr Statement bezüglich der technisch mangelnden Fähigkeiten der Spielerinnen unter „Druck“ den Ball zu verarbeiten.

    Was WOB und Bayern betrifft, ging es mir um die Erkenntnis, daß man sich hier schon auf ein geändertes Spielsystem personel und spieltechnisch eingestellt hat.

    (10)
  • F.B. sagt:

    Ich denke, gegen England war – neben den anderen bereits angesprochenen Problemen – vor allem die Laufbereitschaft das Problem. Das ist in meinen Augen auch durchaus verständlich, da jetzt einige Spielerinnen englische Wochen hinter sich haben und ein übergroßer Druck zu gewinnen nicht bestand. Dennoch schließe ich mich Altwolf dahingehend an, dass Lena Gößling die einzige Spielerin vor der Abwehr war, die sich beständig angeboten hat und sich bemühte, das Spiel anzukurbeln. Wenn sich vor ihr niemand bewegt und sie keine Anspielstation hat, kann sie aber natürlich auch nicht ihre Passstärke ausspielen. Es ist richtig, das man vor ihr eine Spielerin benötigt, die ihre Zuspiele verarbeitet und Zug zum Tor entwickelt. Anja Mittag hat das schon sehr viel besser gemacht wie am Donnerstag, ansonsten sehe ich (mittelfristig) Alex Popp auf dieser Position. D. Marozsan wäre für diese Position natürlich auch prädestiniert – sofern sie es endlich schafft, dauerhaft ihre phlegmatische Spielweise abzulegen.
    Was die Flügel betrifft: Von Anna Blässe hatte ich mir auch mehr erhofft. Dennoch ist sie für mich zurzeit – neben Pauline Bremer – diejenige Spielerin, die am meisten Druck über die Flügel entwickeln kann. Simone Laudehr steckt bereits die ganze Saison über in einer schweren Formkrise und Sara Däbritz kämpft auch noch mit den Nachwirkungen der WM. Da wird man sehen müssen, wie es bei den beiden in ein paar Monaten aussieht.
    Was die Fähigkeiten einer Knipserin betrifft: Die hatte man im Grunde seit dem Rücktritt von Inka Grings nicht mehr. Celia Sasic hat diese Fähigkeiten, wenn es drauf ankam (d.h. in den K.O.-Spielen bei EM und WM) vermissen lassen. Aber Wolfsburg und Bayern zeigen zur Zeit überzeugend, wie man ohne Knipserin auskommt.

    (9)
  • enthusio sagt:

    Habe mir das Spiel noch mal in voller Länge angesehen und muß meinen Eindruck zu Laura Benkarth teilweise revidieren. Nach Ansicht der Fernsehbilder ist mir deutlich geworden: Mit Ausnahme ihres einzigen Fehlers im ganzen Spiel hat sie souverän agiert, von Nervosität und schlechten Abstößen war nichts zu sehen.
    Ist schon interessant, dass Eindrücke im Stadion täuschen können. 🙂
    Für Laura Benkarth freut es mich, dass sie insgesamt ein gutes Spiel abgeliefert hat. Und Silvia Neid hat sicherlich keinen Fehler gemacht, sie der ebenfalls soliden Lisa Weiß vorzuziehen.
    Zumindest auf der Torhüterinnenposition sind wir auch nach Nadine Angerers Karriereende weiterhin gut aufgestellt.

    (16)

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