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Jennifer Martens: Die Gegner überrascht

Von am 13. November 2015 – 12.18 Uhr

Nach einem Zwischenstopp beim Herforder SV spielt Jennifer Martens wieder bei dem Verein, bei dem alles begann: Werder Bremen. Wie sie den bisherigen Saisonverlauf beurteilt, wo sie die Stärken und Schwächen ihrer Mannschaft sieht und wie Werder Bremen der Klassenerhalt gelingen wird – dazu und mehr nimmt die Torhüterin im Interview Stellung.

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Am vergangenen Wochenende fand der siebte Spieltag statt. Wie fällt Ihr Fazit zum bisherigen Saisonverlauf aus?
Ich denke, wir können relativ zufrieden sein mit dem, was wir bis jetzt gezeigt haben. Viele Mannschaften hätten nicht damit gerechnet, dass wir so konstant gut spielen – vor allem gegen Mannschaften wie Bayern oder auch Wolfsburg. Viele waren auch positiv überrascht über den Ausgang des Spiels gegen Köln. Dass wir einen 0:2-Rückstand aufgeholt und das Spiel dann sogar 6:2 gewonnen haben, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Entsprechend positiv fiel auch die Resonanz aus. Wir haben viele Glückwünsche aus der Fußballszene erhalten.

Gegen welche Gegner hattet Sie sich vielleicht mehr erhofft, welche Spiele hingegen liefen überraschend gut?
Auf jeden Fall haben wir uns gegen Jena mehr erhofft. Das war natürlich ärgerlich, dass wir in der 91. Minute das 0:1 kassiert haben. Gegen Sand hätten wir natürlich auch gerne einen Punkt oder mehr mitgenommen. Aber wir hatten einfach keinen guten Tag erwischt und keine Konstanz im Spiel. Aber die Mannschaften, gegen die wir nun Punkte holen wollen, stehen ja noch bevor. Dazu zähle ich Leverkusen, Essen, vielleicht Hoffenheim. Das sind Spiele, die für uns wichtig sind.

Das Spiel gegen den FFC Frankfurt war ein starker Achtungserfolg – auch dank einer überragenden Leistung Ihrerseits. Wie haben Sie das Spiel erlebt?
Es war einfach wichtig, dass wir diesen Punkt gegen Frankfurt geholt haben. Wer weiß, wofür er am Ende gut ist? Wir haben alle super gespielt. Die Abwehr hat dicht gehalten und alle haben stark nach hinten gearbeitet.

Als nächster Gegner in der Bundesliga wartet Bayer Leverkusen. Welche Chancen errechnen Sie sich für das Spiel?
Gegen Leverkusen wollen wir drei Punkte holen. Wir müssen es ausnutzen, dass Leverkusen nicht so gut in die Saison gestartet ist, wie es sich die Mannschaft vielleicht erhofft hat. Das Team ist ein Gegner, gegen den man an einem guten Tag gewinnen kann.

Jennifer Martens hat mit Werder Bremen bisher gute Leistungen gezeigt. © foto2press / Dennis Gloth

Jennifer Martens hat mit Werder Bremen bisher gute Leistungen gezeigt. © foto2press / Dennis Gloth

Wo sehen Sie Verbesserungspotential? Was funktioniert hingegen schon richtig gut?
Was bei uns richtig gut läuft, ist das Defensivverhalten. Wir stehen als Mannschaft und arbeiten kompakt nach hinten.  Wir halten unsere Positionen, wir verschieben super. Im Spiel nach vorne müssen wir alle vielleicht noch etwas zielstrebiger werden; dass der entscheidende Pass nach vorne kommt und wir die Bude machen. Wir haben nicht viele Chancen, und die müssen wir einfach nutzen.

Werder Bremen ist in die Erste Bundesliga aufgestiegen. Wie wird Ihnen der Klassenerhalt gelingen? Was unterscheidet Sie von anderen Mannschaften, die vielleicht auch als vermeintliche Abstiegskandidaten gehandelt werden?
Was uns ausmacht, ist, dass wir als Team auftreten. Wenn jemand einen Fehler macht, wird nicht gemeckert. Jede Spielerin kämpft für die andere. Der Teamgeist wird für uns ausschlaggebend sein, mit dem wir den Klassenerhalt schaffen können.

Sie haben in Bremen Ihre Karriere begonnen und sind nach einem Zwischenstopp in Herford wieder zurückgekehrt. Inwiefern hat Sie die Zeit in Herford persönlich wie sportlich geprägt?
Aus der Zeit in Herford pflege ich noch immer einige Kontakte. Ich hatte dort eine super Zeit in der Mannschaft, auch wenn sie sportlich gesehen vielleicht ein Flop war. Ich habe nie gespielt, ich stand nie im Kader, aber auch das hat mich gestärkt. Und allein weil ich in Herford miterlebt habe, wie man um den Klassenerhalt spielt und worauf es im Endeffekt ankommt, hat mich die Zeit persönlich wie sportlich positiv geprägt.

Wie ist es, wieder zurück in Bremen zu sein? Wie haben Sie die Rückkehr in Ihr altes Team erlebt?
Die Rückkehr war eigentlich gar nicht so spektakulär. Zu meiner Zeit bei Herford hielt ich weiter intensiven Kontakt zur Mannschaft. Viele Spielerinnen kenne ich seit vielen Jahren. Ich kenne Bremen und das gesamte Umfeld also einfach sehr gut, sodass mir die Rückkehr ins Team nicht schwer fiel.

Haben Sieein Ritual vor dem Spiel? Wie bereiten Sie sich mental auf ein Spiel vor?
Abends vor dem Spiel versuche ich, früher zu Hause zu sein und entspanne beispielsweise vorm Fernseher, um mich in Ruhe aufs anstehende Spiel einzustellen. Ein richtiges Ritual pflege ich nicht. Ich haue aber sowohl beim Anpfiff der ersten als auch zweiten Halbzeit einmal gegen die Latte.

Wie motivieren Sie sich als Team?
Zwei, drei Lieder stimmen in der Kabine auf die Begegnung ein. Ansonsten bilden wir dann noch auf dem Feld einen Kreis, bevor das Spiel beginnt.

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