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EM-Quali: DFB-Elf souverän

Von am 25. Oktober 2015 – 16.47 Uhr 11 Kommentare

Vierter Sieg im vierten Spiel – die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation den erwarteten Erfolg gegen die Türkei gefeiert. In Sandhausen kam die DFB-Elf zu einem ungefährdeten Sieg.

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7:0 (3:0) hieß es am Ende für die deutsche Mannschaft, die damit auch im vierten Qualifikationsspiel ohne Gegentor blieb.

Frühe Führung durch Islacker
Die DFB-Elf war gegen überforderte Türkinnen von Beginn an die tonangebende Mannschaft. Mandy Islacker erzielte nach Vorbereitung von Sara Däbritz in der sechsten Minute bereits das 1:0. Für die Stürmerin vom 1. FFC Frankfurt war es das zweite Tor im zweiten Länderspiel. In der Folge hatte die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid zahlreiche Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Anja Mittag scheiterte in der achten Minute an der türkischen Torhüterin Ezgi Çağlar. Insgesamt machte Çağlar jedoch nicht den sichersten Eindruck, ließ viele Bälle abprallen, und die deutsche Mannschaft hätte versuchen müssen, häufiger zum Abschluss zu kommen.

Schult beschäftigungslos
Dafür war das Spiel der DFB-Elf aber oftmals zu umständlich und ungenau. Die Fehlpassquote war hoch, wenngleich die Türkinnen daraus keinen Profit ziehen konnten. Die Partie spielte sich hauptsächlich in der türkischen Hälfte statt. Almuth Schult im deutschen Tor blieb in der ersten Halbzeit beschäftigungslos. Aus dem Getümmel heraus traf Anja Mittag in der 29. Minute zum 2:0. Acht Minuten später wurde sie im Strafraum von den Beinen geholt. Melanie Behringer verwandelte den fälligen Foulelfmeter zum 3:0-Halbzeitstand (37.).

Lina Magull (r.) traf in ihrem zweiten Länderspiel doppelt. © foto2press / Oliver Zimmermann

Lina Magull (r.) traf in ihrem zweiten Länderspiel doppelt. © foto2press / Oliver Zimmermann

Wechsel bringen Erfolg
Nach dem Seitenwechsel blieb die deutsche Mannschaft überlegen, klare Chancen blieben allerdings zunächst Mangelware. In der 60. Minute verpasste Islacker eine Hereingabe von Mittag. Zwei Auswechselungen brachten schließlich noch einmal Bewegung ins Spiel der Deutschen. In der 64. Minute kam Anna Blässe für Behringer. Nur fünf Minuten später war es die Wolfsburgerin, die das 4:0 von Däbritz vorbereitete. In der 71. Minute wechselte Neid ein drittes Mal. Islacker verließ das Spielfeld für Lina Magull, die die verbleibende Zeit noch für zwei Treffer nutzte.

Magull trifft doppelt
In der 78. Minute erzielte Magull nach Vorarbeit von Däbritz und Mittag das 5:0, eine Minute später hatte sie das 6:0 auf dem Fuß. Çağlar lenkte den Ball allerdings noch über die Latte. Von dort prallte der Ball in der 86. Minute ab, Magull war zur Stelle und markierte das 6:0. Der stark aufspielenden Däbritz gelang in der Nachspielzeit der 7:0-Endstand.

Länderspiel gegen England
In der EM-Qualifikation liegt die deutsche Mannschaft damit mit vier Siegen aus vier Spielen ungefährdet auf dem ersten Platz in Gruppe 5. Das nächste Qualifikationsspiel findet erst am 8. April statt. Dann ist der amtierende Europameister in der Türkei zu Gast. Zuvor kommt es am 26. November in Duisburg zum Länderspiel gegen England.

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11 Kommentare »

  • Bastieff sagt:

    Magull und Islacker wieder prima gespielt. Auch die eingewechselte Blässe konnte sehr gute Akzente setzen. Schön, dass SN auch Demann eingesetzt hat. Sie hatte allerdings einen recht ruhigen Tag erlebt, aber trotzdem Erfahrung gegen eine internationale Truppe sammeln können.
    Die Außenbahnen waren sehr agil und wendig und konnten auch überzeugen.

    (14)
  • Königin sagt:

    Gratulation – aber solche Ergebnisse sind für mich kaum zu ertragen sorry – die Türkei hat nach ihren Möglichkeiten versucht die deutschen Damen zu ärgern – aber es war ja sooo eindeutig.. Wie soll man/frau so ein Spiel einordnen… Wenn irgendwann mal die ganz starken Gegnerinnen kommen, dann erst wird sich zeigen, wohin die Reise der deutschen Frauen geht… Dann werde ich auch wieder euphorischer sein…

    (7)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Mein Dank gilt der Bundesgöttin für 20 min. Spielzeit für Lina Magull! Nicht nur wegen ihrer beiden Tore, sondern weil sie ein deutlich belebendes Element im dt. Spiel war und den bis dahin drögen Fussball aus seiner Lethargie riss. Die Teamkolleginnen nahmen dies daraufhin auch zum Anlass wieder mehr Leistung zu zeigen.

    (18)
  • never-rest sagt:

    Zwei Spätberufene und zwei Youngster konnten in dem erwartet einseitigen Spiel Ausrufezeichen setzen: Islacker hat bewiesen, dass sie als Strafraumspielerin mit Torinstinkt eine Alternative ist. Blässe hat mit ihrer Schnelligkeit und Power dem fast eingeschlafenen Spiel unserer Elf endlich wieder Leben über Außen eingehaucht. Sie war an 3 Toren in knapp einer halben Stunde Spielzeit direkt beteiligt. Leupolz ist m.E. eindeutig besser im MF aufgehoben.

    Toll auch die Kurzvorstellung von Magull mit ihren sehenswerten Treffern und einem Kracher in den Winkel. Und schließlich Däbritz, die in der 2. Hälfte richtig aufblühte und richtig abgezokt noch zwei schöne Tore gemacht hat.

    Ansonsten ist der Erkenntnisgewinn des Spiels aber gering. Nach dem Freundschaftsspiel gegen England wissen wir mehr.

    (24)
  • FF-Fuchs sagt:

    Nachdem ich nun in Sandhausen live dabei war, fällt meine Analyse doch enttäuschend aus.
    Das Spiel war geprägt von vielen Fehlpässen. Trotz der zwei Tore war ich von Däbritz enttäuscht. Sie hat meistens die Zweikämpfe verloren und konnte auf der linken Seite keine Akzente setzen. Aber nicht nur von Däbritz, sondern auch Leupolz, Gössling konnten sich kaum durchsetzen. Trotz des frühen Tores kam kein Spielfluss auf. Die Tore wurden vornehmlich von individuellen Fehlern der Türkinnen erzielt.

    Erst als die gegnerischen Spielerinnen müde wurden, blühte unsere Mannschaft etwas auf.
    Insgesamt, trotz der sieben Tore, ein eher langweiliges Spiel.

    Leider ist Frau Neid nicht in der Lage, den Mut zu zeigen, neue Spielerinnen zu testen. Gerade gegen solche Mannschaften, könnte man komplett andere Spielerinnen auflaufen lassen. Z.B. die zweite Torhüterin, die nach drei Jahren zum Kader gehörend, noch kein Länderspiel machen durfte. Tut mir Leid Frau Neid aber das ist mutlos. Naja Hauptsache ihre Statistik ist fast makellos, das ist gut für ihr Ego. Das gilt natürlich auch für andere Spielerinnen, die nie eine Chance erhalten. z.B. aus der U 20 WM von 2012 und 2014.
    Es bleibt zu hoffen, dass Frau Jones das besser macht.

    Potenzial gibt es im deutschen Frauenfußball, man muß nur den Mut haben, dies auch zu testen.

    (1)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @FF-Fuchs
    1. Absatz völlig o.k., allerdings der Rest nicht stimmig!
    Nicht die Müdigkeit der Türkinnen war Schuld, die sah ich so nämlich nicht.
    Ich sah das, was ich oben bereits schrieb, zzgl. der Ergänzung von never-rest.
    Einen fehlenden Mut bei SN festzustellen, keine neuen Spielerinnen zu testen, kann eigentlich nicht Dein Ernst sein! Oder wozu zählst Du Islacker, Magull, Demann und Blässe?

    Wieso wird eigentlich beim Novemberspiel gegen England von einer Revanche geschrieben?
    Ich meine, die kann es so gar nicht geben! Ein eventueller Sieg in einem Freundschaftsspiel kann sich niemals zur nachträglichen Befriedigung für das WM-Ausscheiden eignen!
    Die Schmach für dieses schwache Spiel kann damit keinesfalls getilgt werden und das seitdem eine Kehrtwende im dt. Team eingesetzt hätte, ist wohl kaum feststellbar.

    (7)
  • F.B. sagt:

    @FF-Fuchs: Was verlangst du eigentlich? Von den U20 Weltmeisterinnen stand Däbritz in der Startelf und Magull wurde eingewechselt. Bremer ist zurzeit verletzt, hat aber in den letzten beiden Spielen von Anfang an gespielt und hat dazu gegen England sicher wieder gute Chancen. Petermann hat ja auch schon einige Einsatzzeiten bekommen, da wurde dieses Mal halt Islacker, eine „brandneue“ Spielerin, vorgezogen. Dazu Blässe, die sicher auch mal einen Startelf-Einsatz verdient und davon nach ihrem gestrigen Auftritt nicht mehr weit weg sein sollte. Auch Demann durfte als Neuling jetzt schon zweimal spielen. Gut, Benkarth hätte sicherlich endlich mal auch einen Länderspiel-Einsatz verdient. Insgesamt ist das aber doch für die Verhältnisse von Neid wahnsinnig mutig, ich denke, niemand hätte z.B. Islacker zweimal in der Startelf erwartet. Wer ins Stadion geht und erwartet, dass eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz steht, der hat anscheinend seit 10 Jahren kein Länderspiel gesehen;-) Ich bin ja auch alles andere als ein Fan von Neid, aber ein mangelndes Testen neuer Spielerinnen, kann man ihr in den letzten beiden Spielen definitiv nicht vorwerfen.

    Ansonsten teile ich die Einschätzungen von never-rest. Bei Magull bin ich sehr auf die weitere Entwicklung in den nächsten Monaten gespannt. Sie zeigte vor zwei Jahren auch schon bei Wolfsburg solche Spiele wie gestern, konnte das dann aber gegen Topmannschaften nicht umsetzen. In der letzten Saison wiederholte sich das dann, bis sie in der Rückrunde dann kaum noch eingesetzt und im Sommer schließlich verkauft wurde. Bei Leupolz zeigt die Form nach oben, auch wenn sie im 1:1 noch immer ihre Probleme hat. Sie ist aber in der Tat besser auf dem Flügel aufgehoben, besonders, wenn sie dann noch in die Mitte reinzuziehen vermag (wie Däbritz links).
    Für mich war für die Schlussoffensive – neben den Einwechslungen von Magull und Blässe – ausschlaggebend, wie sich Gößling vor dem 4:0, frei nach dem Motto „jetzt reichts“, ihren verlorenen Ball wieder zurückgeholt hat. Diese ganze Aktion, mit der scharfen Flanke von Blässe und dem entschlossenen Kopfball von Däbritz, hat die Mannschaft noch mal wachgerüttelt.
    Auf das Spiel gegen England bin ich jetzt auch sehr gespannt. Die haben übrigens jüngst 2:1 gegen China verloren.

    (7)
  • FFFan sagt:

    @ FF-Fuchs:
    „Leider ist Frau Neid nicht in der Lage, den Mut zu zeigen, neue Spielerinnen zu testen. Gerade gegen solche Mannschaften, könnte man komplett andere Spielerinnen auflaufen lassen. Z.B. die zweite Torhüterin…“

    Ja, sicher! Das wäre ein wahnsinnig aufschlussreicher Test geworden. Wie viele Ballkontakte hatte Schult am Sonntag? 😀

    Im Ernst: gerade solche Spiele sind denkbar ungeeignet, um neue Spielerinnen zu ‚testen‘! Erst gegen starke Gegner zeigt sich, wie weit eine Spielerin in ihrer Entwicklung tatsächlich schon ist. Ein Einsatz von (z.B.) Islacker, Magull oder Demann gegen England würde sicherlich mehr Erkenntnisse liefern.

    (3)
  • holly sagt:

    @F.B. Lina Magull ist ausgeliehen an Freiburg, nicht verkauft. In ihrer Zeit bei Wolfsburg vor der Ausleihe war sie auch oft schwer verletzt. Dann hat sie noch vor der letzten Saison die U20 WM direkt vom Krankenbett aufs Feld gespielt. Dann als Konsequenz daraus keine gute BL Saison gespielt. Was für mich auch verständlich ist.
    Das Lina ein riesen Talent ist wissen denke ich alle. Darum wollte Wob sie ja auch nur ausleihen und nicht abgeben.

    (11)
  • Ludwig sagt:

    @FF-Fuchs
    Was die Teilnehmerinnen der U20 WM von 2012 angeht: Ich weiss nicht, ob dir die Namen Maroszan, Maier, Leupolz, Wensing, Lotzen, Cramer und Benkarth etwas sagen.

    (9)
  • F.B. sagt:

    @holly: Du hast natürlich völlig recht, hab‘ mich verschrieben;-) Ich wollte aber nicht sagen, dass sie zwei schlechte Saisons gespielt hat. Es gab bei ihr Licht und Schatten. Bis zu ihrer Verletzung in der Saison 2013/14 hat sie in der Hinrunde fast immer gespielt, gegen schwächere Mannschaften einige Tore geschossen, ist dann aber gegen stärkere Teams komplett abgetaucht. In der letzten Saison war es ähnlich, durchaus vielversprechende Spiele in der Hinrunde, aber wieder gegen Potsdam, Frankfurt und vor allem gegen Paris enttäuscht. Sie wurde da im Verlauf der Saison und mit zunehmender Distanz zur Verletzung eher schwächer. Dabei hat sie sich auch selbst mit einer Aussage unter Druck gesetzt, dass sie gerne die Rolle von Keßler übernehmen würde.
    Ich wehre mich halt ein wenig dagegen, Magull zu sehr zu hypen, sonst kommen – sollte sie denn gegen England spielen und es nicht so klappen – gleich wieder Leute, die ihr das Talent absprechen.

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