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Topspiel in Frankfurt, Potsdam unter Druck

Von am 9. Oktober 2015 – 11.10 Uhr 8 Kommentare

Der 5. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga hält am Wochenende einen echten Leckerbissen bereit. Der 1. FFC Frankfurt empfängt am Sonntag den VfL Wolfsburg im heimischen Stadion am Brentanobad. Eröffnet wird der Spieltag aber bereits am Samstag.

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Am Samstagmittag um 12 Uhr (live auf Eurosport) hat Bayer 04 Leverkusen den 1. FFC Turbine Potsdam zu Gast. Vor der Saison hätte wohl kaum einer vermutet, dass hier der Tabellenelfte den Tabellenzehnten empfängt, doch beide Teams sind was die Punktausbeute angeht enttäuschend in die neue Saison gestartet.

Leverkusen peilt ersten Saisonsieg an
Leverkusens Trainer Thomas Obliers meint: „Wir betreiben immer wieder einen wahnsinnigen Aufwand, spielen phasenweise richtig stark und belohnen uns dann aber einfach nicht. Wenn wir unserer Linie treu bleiben und defensiv noch konzentrierter arbeiten, werden die Resultate bald positiv ausfallen. Wieso nicht schon gegen die Turbine?“, hofft auf den ersten Saisonsieg seiner Schützlinge.

Potsdam unter Druck
Völlig chancenlos dürften die Leverkusenerinnen nicht sein, denn beim Gast aus Potsdam ist derzeit Sand im Getriebe, zuletzt gab es eine unerwartete Heimniederlage gegen den SC Sand und der Druck ist nach dem schlechtesten Bundesligastart aller Zeiten groß, etwas Zählbares mit aus Leverkusen nach Hause zu bringen. Für Turbine-Torhüterin Lisa Schmitz wird es ein Wiedersehen mit ihren ehemaligen Teamkolleginnen geben.

Bernd Schröder schaut nachdenklich

Turbine-Trainer Bernd Schröder (li.) steht mit seinem Team gewaltig unter Druck © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Schröder beschwichtigt
„Leverkusen wird es uns nicht leicht machen. Deswegen wird es sicherlich ein kampfbetontes Spiel“, so Schmitz. Turbine-Trainer Bernd Schröder beschwichtigt: „Wir haben ohne Hektik und kontrolliert in den vergangenen Tagen weitergearbeitet. Ich bin weiterhin überzeugt davon, dass unsere Mannschaft eine gute Qualität hat.“

Wolfsburg außer Tritt
Unter Druck steht auch Vizemeister VfL Wolfsburg am Sonntag ab 13 Uhr (live im HR) beim Auswärtsspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Denn nach den verschenkten Punkten im Heimspiel gegen den SC Freiburg und dem blutleeren Auftritt beim serbischen Meister ZFK Spartak in der Champions League steht ein Fragezeichen hinter der Form der „Wölfinnen“, die bei einer Niederlage weiteren Boden auf die Konkurrenz verlieren würden.

Bell hofft auf ersten Bundesligasieg gegen Wolfsburg
FFC-Trainer Colin Bell meint: „Für mich steht nicht die Aussicht im Vordergrund, den Vorsprung auf einen direkten Konkurrenten in der Tabelle auf acht Punkte auszubauen. Wir sind vor allem heiß darauf, auch endlich in der Liga ein Spiel gegen Wolfsburg zu gewinnen. Seit ich in Frankfurt bin, haben wir zwar ein Pokalspiel, jedoch noch keine Bundesliga-Partie gegen die Wölfinnen erfolgreich gestalten können und jetzt ist es höchste Zeit, dies zu ändern. Keinesfalls dürfen wir uns vom aktuellen Tabellenstand des VfL beeinflussen lassen.“

Zweikampf zwischen Marith Prießen und Alex Popp

Packende Zweikämpfe garantiert: Marith Prießen (li.) im Duell mit Alex Popp © Herbert Heid / girlsplay.de

Lewandowski warnt vor Jena
Meister FC Bayern München ist beim Auswärtsspiel gegen den FF USV Jena klarer Favorit, auch wenn Bayern-Abwehrspielerin Gina Lewandowski meint: „Jena ist eine sehr aggressive und zweikampfstarke Mannschaft, die immer bis zum Ende fightet. Es wird uns bei diesem Spiel alles abverlangt werden. Gerade in den englischen Wochen wird das ein sehr schwieriges Auswärtsspiel für uns. Wir sind uns dessen bewusst und werden von Beginn an fokussiert zu Werke gehen.” Die Münchnerinnen müssen weiter auf Lena Lotzen, Katharina Baunach, Sarah Romert, Veronica Boquete und Mana Iwabuchi verzichten.

Freiburg bangt um Einsatz von Petermann und Puntigam
Der SC Freiburg empfängt mit dem Schwung des überraschenden Punktgewinns beim VfL Wolfsburg Aufsteiger SV Werder Bremen. Freiburgs Trainer Jens Scheuer meint: „Das wird ein hartes Stück Arbeit. Bremen steht defensiv absolut kompakt und diszipliniert. Sie verstehen es, aus einer hervorragenden Ordnung heraus, schnell nach vorne umzuschalten.“ Verzichten muss Scheuer möglicherweise auf Sarah Puntigam, die das Training am Dienstag mit einer leichten Verletzung abbrechen musste und Lena Petermann, die aufgrund einer Krankheit ebenfalls nicht trainieren konnte.

Sand sieht sich auf gutem Weg
Der SC Sand will den überraschenden Auswärtssieg beim 1. FFC Turbine Potsdam mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Köln veredeln. Sands Trainer Alexander Fischinger erklärt: „Wenn wir die Leistung und das Zweikampfverhalten bestätigen und noch einen draufpacken können, sind wir auf einem enorm guten Weg“, so Fischinger vor dem Duell mit den noch punktlosen Kölnerinnen.

Duell der Selbstbewussten
Duell der Die SGS Essen gehört als Tabellendritter zu den bisher positiven Überraschungen der Saison. Doch am Sonntag ist die TSG 1899 Hoffenheim zu Gast, die ihrerseits im bisherigen Saisonverlauf einen ebenfalls positiven Eindruck hinterließ. Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann meint: „Noch werden wir von vielen als Underdog angesehen, aber wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, dann muss Essen auch alles mitbringen, um uns zu schlagen.“

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • OrbisJack sagt:

    Also, ich lehne mich erneut aus Fenster:

    Wolfsburg schlägt Frankfurt (knapp).
    Bayern, Freiburg,Essen und Leverkusen gewinnen alle auch.
    Remis zwischen Hoffenheim und Sand.

    (-3)
  • shane sagt:

    angesichts dessen, dass hoffenheim gegen essen spielt ist mindestens ein tipp schonmal falsch, glaskugel-jacki. doch nochmal putzen? 😉

    (1)
  • OrbisJack sagt:

    LOL! Ooops.

    Meinte Sand und Köln.

    (3)
  • FFFan sagt:

    Ich finde es ein wenig schade, dass das Spitzenspiel zwischen Frankfurt und Wolfsburg am Ende einer ‚englischen‘ Woche stattfindet. Am Ende einer normalen Trainingswoche wäre vermutlich ein besseres Spiel zu erwarten.

    Vor allem die Gäste aus der ‚Autostadt‘ stehen nach erheblichen Reisestrapazen und einem Tag weniger Pause vor einer schweren Herausforderung. Zu allem Überfluss hat sich im CL-Spiel auch noch Alex Popp verletzt.

    (-2)
  • football-women.com sagt:

    @FFFan
    Ja, nein.
    Eher Nachteil Frankfurt, man hatte den schwereren Gegner und musste konzentrierter Antreten? Für Wolfsburg war das eher eine freiwillige Spassveranstaltung? Da hätte man die ganze Truppe schonen können, es wäre wohl smarter gewesen, könnte man daraus lernen.
    Und ob Popps Verletzung sich nicht, nur für das Wolfsburger Spiel wohlgemerkt, sogar als vorteilhaft herausstellen könnte, werden manche vielleicht erst am So lernen.
    Wie unverfroren oberlehrerhaft man das nun schon wieder auch immer verstehen möchte. 😉
    Ich verstehe es doch selber manchmal nicht, werde es aber vielleicht noch lernen.

    (-6)
  • enthusio sagt:

    @shane:

    zumindest für das Spiel Leverkusen-Potsdam brauchte OrbisJack seine Glaskugel nicht zu putzen, mit der Potsdamer Niederlage lag er – anders als ich – absolut richtig.
    Alle Achtung, Orbis-Jack, alle Achtung, Leverkusen !
    Der Sieg war aufgrund der guten 1. Halbzeit und der klareren Torchancen (Bayer hatte 3, Turbine nur 2) absolut verdient.

    (4)
  • F.B. sagt:

    Dann hoffe ich doch mal, dass OrbisJac weiter einen guten Lauf hat und auch der Tipp Frankfurt-Wolfsburg passt;-)
    Auch wenn Popp in der letzten Zeit keinen guten Spiele gemacht hat, wiegt ihr Ausfall psychologisch sehr schwer. Und es fehlt mit ihr einfach eine Kämpferin vorne, die sich auch nicht zu schade ist, mal hinten auszuhelfen. Eine gute Nachricht sind die Rückkehr von Blässe und Hansen. Blässe sollte wieder ihren Platz hinten rechts einnehmen, Hansen ist sicher keine Startelf-Kandidatin, aber für 15-20 Minuten sicher eine Option. Im Mittelfeld bin ich gespannt, ob man Bernauer wieder neben Gößling spielen lässt oder auf die in der CL 90 Minuten auf der Bank sitzende Bussaglia zurückgreift. Für Bernauer spricht, dass sie mit Gößling eingespielt ist und diese Kombi schon in einigen Topspielen überzeugen konnte (so z.B. 2:0 gegen Frankfurt im letzten Jahr). Im Moment wage ich es aber kaum eine Prognose abzugeben. Es hängt sicher auch viel davon ab, ob Frankfurt an die bisherigen Saisonleistungen anzuknüpfen vermag oder – wie nicht selten in den letzten Jahren – in entscheidenden Ligaspielen einbricht.

    (1)
  • FFFan sagt:

    @ (Ex-)Dummkopf:
    „Eher Nachteil Frankfurt, man hatte den schwereren Gegner und musste konzentrierter Antreten? Für Wolfsburg war das eher eine freiwillige Spassveranstaltung?“

    Es war ja nicht freiwillig, und Spaß hat es schon gar nicht gemacht, sich auf dem tiefen Boden gegen einen destruktiven Gegner 90 Minuten lang erfolglos abzuquälen. Die Verletzung von A.Popp als Vorteil für Wolfsburg zu bezeichnen, ist schon unverschämt. Ein Vorteil ist höchstens, dass Hansen wieder eine Option ist.

    Warum sollte es für Frankfurt ein Nachteil sein, unter der Woche die Konzentration hoch gehalten und gegen einen anspruchsvollen, aber schlagbaren Gegner ein Erfolgserlebnis gefeiert zu haben? Dazu kommt ein Tag mehr Pause sowie ein Heimspiel! Meines Erachtens spricht heute einiges für Frankfurt, aber das heißt nicht, dass Wolfsburg keine Chance hat. Das ist ja das Schöne am Fußball, dass man nicht weiß, wie es ausgeht… 😉

    (6)

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