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Champions League: Frankfurt siegt, Bayern rettet Remis

Von am 7. Oktober 2015 – 22.25 Uhr 9 Kommentare

Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt hat sich im Sechzehntelfinal-Hinspiel der UEFA Women´s Champions League durch einen Sieg bei Standard Lüttich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet. Bayern München verhinderte beim FC Twente in Enschede erst durch einen späten Treffer eine Niederlage.

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Arbeitssieg des 1. FFC Frankfurt
Beim 2:0 (1:0)-Sieg brachte die Kanadierin Sophie Schmidt ihr Team mit einem verwandelten Foulelfmeter früh in Führung (10.), Davina Philtjens hatte zuvor Ana-Maria Crnogorčević zu Fall gebracht. Doch es dauerte bis in die Schlussphase, ehe Kapitänin Kerstin Garefrekes für die Entscheidung sorgte (86.).

Bayern gerät in Rückstand
Noch schwerer tat sich der Deutsche Meister FC Bayern München beim 1:1 (0:1) vor der stattlichen Kulisse von 6.512 Zuschauern in Enschede. Renate Jansen brachte die Niederländerinnen mit einem Heber von der Strafraumgrenze nach einer halben Stunde in Führung (30.).

Leupolz rettet Remis
Melanie Leupolz verhinderte nach feiner Einzelleistung gegen drei Gegenspielerinnen mit einem fast identischen Treffer erst in der Schlussphase für immer druckvoller agierende Bayern eine Pleite (85.). Kurz vor Schluss wäre den Münchnerinnen fast noch der Sieg gelungen, doch der abgefälschte Schuss der eingewechselten Kristie Mewis ging knapp am Tor vorbei (90.+1).

Bachor lässt Lillestrøm jubeln
Der Schweizer Meister FC Zürich Frauen unterlag beim Lillestrøm SK mit 0:1 (0:0). Den Treffer des Tages erzielte Ex-Bundesligaspielerin Isabell Bachor (63.). In der vierten Minute der Nachspielzeit sah Isabell Herlovsen die Rote Karte.

St. Pölten verliert Champions-League-Krimi
Eine turbulente Partie sahen die Zuschauer der Partie FSK St. Pölten-Spratzern gegen AGSM Verona CF. Die Österreicherinnen mussten sich am Ende knapp mit 4:5 (3:3) geschlagen geben. Nach der schnellen italienischen Führung durch Camilla Larsen (21.) und Tatiana Bonetti (24.) hatten die Gastgeberinnen postwendend durch Jennifer Pöltl (29.) und Lilla Sipos (31.) eine Antwort parat.

Melanie Leupolz jubelt

Melanie Leupolz verhinderte mit ihrem sehenswerten Treffer eine Niederlage (Archivbild) © Karsten Lauer / girlsplay.de

Gabbiadini sorgt für Entscheidung
Ex-Bundesligaspielerin Fanni Vágó brachte St. Pölten durch einen verwandelten Foulelfmeter dann gar in Führung (37.), doch diesmal gelang Valeria Pirone der schnelle Ausgleich (41.). Pirone sorgte dann für die neuerliche Führung der Italienerinnen (73.), doch noch einmal schaffte Viktoria Pinther den Ausgleich (77.). Für die Entscheidung sorgten dann Melania Gabbiadini mit einem verwandelten Foulelfmeter (82.).

Erfolgreiches Schweden-Duo
Die beiden schwedischen Teams FC Rosengård (2:0 bei PK-35 Vantaa) und KIF Örebro DFF (3:0 bei PAOK) kamen zu den erwarteten Favoritensiegen. Der FC BIIK-Kazygurt trotzte dem FC Barcelona ein 1:1 (0:1) ab und erwies sich wie schon gegen den 1. FFC Frankfurt in der vergangenen Saison als äußerst unbequemer Gegner.

Spaniens Teams tun sich schwer
Spaniens zweiter Vertreter Atlético Madrid unterlag auf eigenem Platz mit 0:2 (0:1) gegen Zorkiy. Russlands zweites Team Zvezda 2005 feierte mit einem 3:1 (3:1)-Erfolg ebenfalls einen Auswärtssieg. ACF Brescia gewann gegen Liverpool LFC mit 1:0 (1:0). Für die Überraschung des Tages sorgte SK Slavia Prag, das gegen Vorjahres-Halbfinalist Brøndby nach 0:1-Rückstand mit 4:1 (3:1) gewann und somit gute Chancen aufs Weiterkommen hat.

Die Spiele am Donnerstag

14.30 Uhr: ZFK Minsk – Fortuna Hjørring
15.00 Uhr: ZFK Spartak – VfL Wolfsburg (live auf Eurosport)
15.30 Uhr: KKPK Medyk Konin – Olympique Lyon
16.00 Uhr: Olympia Cluj – Paris Saint-Germain
20.30 Uhr: Chelsea LFC – Glasgow City

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Na, das ist ja mal ein überraschendes Ergebnis vor einer überragenden Kulisse geworden. Der Deutsche Meister Bayern München hätte beinahe in Enschede seinen Meister gefunden.

    Nach einem guten Start der Bayern mit einigen vielversprechenden Ansätzen hatten sich die Holländerinnen gut auf das Münchener Mittelfeldspiel eingestellt, standen hinten kompakt und ließen nicht mehr viel Chancen zu. Miedema, die sich sicherlich sehr viel vorgenommen hatte, war das ganze Spiel über völlig abgemeldet

    Das 1:0 war ein Traumtor von Jansen, die auf engstem Raum Holstad Berge ausspielte und umringt von drei Verteidigerinnen den Ball sehenswert über Korpela ins Tor hob.
    Die Münchnerinnen versuchten wiederholt, mit Gewalt durch die Mitte zu Torschussgelegenheiten zu kommen und vernachlässigten mir viel zu sehr das Flügelspiel.

    In der 2. Halbzeit wurde es nicht besser, Enschede hielt gut mit und ließ kaum nennenswerte Torchancen zu, aber Melanie Leupolz erzielte wenige Minuten vor dem Ende mit einer schönen Einzelleistung doch noch den Ausgleich.
    In der Nachspielzeit hätten Mewis und Leupolz noch das Siegtor erzielen können, was aber insgesamt unverdient gewsen wäre.

    Hut ab vor Enschede, das eine starke Leistung bot. Das Rückspiel könnte noch einmal sehr interessant werden.

    (16)
  • dummkopf / football-women.com sagt:

    F.B.
    Wenn offensiv kaum etwas gelingt ist es meist ein fussballfachliches Missverständnis, die Ursache in der Abwehrformation zu suchen. Wenn gegen München nichts und gegen Freiburg genauso wenig gelingt ist es ein logisches Missverständnis die Ursache in einer Änderung zu suchen, weil beide Varianten nicht funktioniert haben. Die Mittelfeldspielerinnen wissen, was sie tun sollen oder nicht – völlig unabhängig von Goessling.
    Und Simic ist auch ein wenig missverstanden worden. Die ist die mannschaftsdienlichste Spielerin. Vielleicht mögen sie deshalb einige Fans nicht. So müsste das vielleicht heissen. Ogimi und Faisst sind auch nicht mehr beliebt (gewesen), weil auch die zu mannschaftsdienliche Spielerinnen waren.
    Aber ich bin sehr gespannt, ob es in Wolfsburg genug Fans gibt, die die Parallelen zu Frankfurt nicht missverstehen.
    Das wird super interessant, bzw es war ja schon.
    Ich weiss ja nicht, ob jemand das mit dem Blog noch nicht mitbekommen hat. Aber wenn man sich da immer durcharbeitet, werden die Zusammenhänge hoffentlich irgendwann klarer.
    Wenn ich Zeit habe, schreibe ich auch einmal über Popp, Dickenmann und Bachmann. Auch da gibt es eine Menge. Bitte Geduld.

    (-11)
  • F.B. sagt:

    Jetzt sind Sie im Beitrag verrutscht, aber ich antworte dennoch;-)

    Ich habe die Ursache nicht in der Abwehrformation gesucht, sondern in der durch diese Formation bedingten Umstellung im Mittelfeld und hier vor allem in der Tatsache, dass dort keine das Spiel ankurbelnde Spielerin mehr zu finden war. Bitte das nächste Mal genauer lesen. Es hat sich schon in der letzten Saison in einigen Spielen gezeigt, dass Wolfsburg im MF massiv geschwächt ist, wenn Gößling dort fehlt. Das ist eine nicht zu leugnende Tatsache, die sich auch in den Resultaten zeigte.
    Was Sie zu Simic sagen, werte ich jetzt mal als persönliche Präferenz gegenüber dieser Spielerin und nicht als objektives Urteil. Ernst meinen, können Sie das nämlich kaum. Sowohl bei Potsdam als auch bei Wolfsburg fehlt bei ihr jegliche Bereitschaft nach hinten zu arbeiten und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Daher ihre Unbeliebtheit bei den Anhängern. Wenn dann auch noch eine hohe Fehlpassquote und technische Mängel dazukommen, ist sie nun man nahe am Totalausfall.
    Die Parallen zu Frankfurt sehe ich sehr wohl und die beunruhigen mich auch ziemlich. Daher auch meine Kritik an der Transferpolitik und der Verpflichtung von Spielerinnen, die zwar individuelle Fähigkeiten mitbringen, aber nicht richtig in die Mannschaft passen (eben Simic und auch Bachmann) oder ihren Zenit überschritten haben (Bussaglia und Dickenmann). Dieses Zusammenkaufen finde ich äußerst problematisch.
    Ihren Blog habe ich zur Kenntnis genommen, die Analysen teile ich jedoch nicht immer, da zum Teil bestimmte Dinge schlicht ausgeblendet werden. Das ist aber natürlich legitim, da Teil jeder Analyse. Ich hoffe, es besteht auch ihrerseits die Bereitschaft nicht nur zu belehren, sondern sich gelegentlich auch mal belehren zu lassen;-)

    (8)
  • FFFan sagt:

    Titelverteidiger 1.FFC Frankfurt hat sich eine sehr gute Ausgangsposition fürs Rückspiel verschafft. Das 2-0 in Lüttich ist schon fast die ‚halbe Miete‘ (auch wenn man mit solchen Aussagen spätestens seit letzten Freitag vorsichtig sein muss! 😉 )
    Der FFC hat sich auch durch den kurzfristigen Ausfall von S.Laudehr nicht aus dem Konzept bringen lassen und ist auch im sechsten Pflichtspiel dieser Saison ohne Gegentor geblieben.

    Nicht ganz so ‚rosig‘ sieht es beim Deutschen Meister aus. Ein 1-1 gegen einen ‚eklig‘ zu spielenden Gegner, der selber kaum etwas fürs Spiel tut, aber die Räume eng macht und irgendwie immer noch einen Fuß dazwischenbekommt, ist aber gerade noch okay. Die Chancen aufs Weiterkommen sind jedenfalls intakt, notfalls genügt ein 0-0.
    Die Bayern haben vielleicht in der ersten Halbzeit den Fehler gemacht, zu vorsichtig zu agieren und in der Defensive auch etwas zu passiv zu sein. Mit dem 0-1 bekamen sie dafür die ‚Quittung‘. Im zweiten Spielabschnitt griffen die Münchnerinnen mutiger an, spielten aber oft zu umständlich, um Lücken in der gut gestaffelten Abwehr der Niederländerinnen zu erzeugen, und taten sich demzufolge weiterhin schwer. Erst in der Schlussphase gelang es, Torchancen zu kreieren und dann auch den (hochverdienten) Ausgleich zu erzielen. Dazu beigetragen hat wohl auch die Einwechslung von N.Rolser und K.Mewis (für S.Däbritz und V.Miedema), die noch einmal ‚frischen Wind‘ ins Spiel des FCB brachten.

    Somit steht aus deutscher Sicht nur noch das Gastspiel des VfL Wolfsburg bei Spartak Subotica aus. Gegen den international zweitklassigen serbischen Meister dürften die ‚Wölfinnen‘ aber wenig Probleme haben. Man darf gespannt sein, wie Trainer R.Kellermann dieses Spiel angeht: probiert er es mit der „Tuchel-Taktik“ und schont etliche Leistungsträgerinnen für das nur drei Tage später stattfindende Bundesliga-Spitzenspiel in Frankfurt, oder nutzt er das Champions-League-Spiel, um seine Stammelf einzuspielen?

    (2)
  • gerd karl sagt:

    http://video.sport1.de/sport

    die highlights der bayern

    (5)
  • bale sagt:

    habe ja das spiel auf oost tv gesehen superdtimmung!wie schaffen die das ein spiel
    so gut zu vermarkten.richtige coole Stimmung!!!!was meint ihr in München bitte alle fans mitbringen!!!!!!!!!!!!!!! danke

    (6)
  • dummkopf / football-women.com sagt:

    @F.B.
    Den Beitrag wollte ich gerade editieren, und konnte das nicht mehr, weil er von WS nach hier verschoben wurde. Passt ja aber auch.
    Ich schreibe das auch oft. Ich bin doch hier nicht, um zu belehren. Davon habe ich wenig Nutzen. Das ergibt sich leider nur scheinbar! so durch den fachlichen Wert der meisten Kommentare hier. Und diese Bemerkung vertritt lediglich meine Meinung, es steht aber jedem frei, das als Oberlehrerhaft zu empfinden. Eigentlich bin ich hier, um zu lernen. Für mich sind das aber daher hier in den Kommentaren leider in grosser Überzahl die „schräg-verrückt-verliebten“ Emotionen, die in den Kommentaren liegen, wobei ich deine jetzt gerade in dieser Hinsicht sehr interessant finde, da man dies bei manchen schon alleine an der Sprache erkennt, bei anderen wiederum nur am Inhalt.
    Mein Blog vertritt immer nur meine Meinung als Diskussionsgrundlage. Das darf jeder natürlich sehr gerne völlig anders sehen, und wenn ich merke, jemand macht sich eher Gedanken, als nur seine „Fan-Brille“ auszuschütten, auch dort über die Details diskutieren.
    Im übrigen sind wir eine Gruppe von Leuten, wo ständig jeder von jedem „lernt“.

    (-4)
  • Aldur sagt:

    Für meine Begriffe ein durchaus ansehnliches Spiel in Enschede gestern, wenn auch kein Offensivfeuerwerk. Abgesehen von den ersten 10 Minuten, wo man dachte Bayern würde Twente überrollen, haben die taktisch hervorragend eingestellten Holländerinnen ein gutes Beispiel abgeliefert, wie man einem fußballerisch überlegenem Gegner den Spaß an der Sache gehörig vermiesen kann, und das ohne den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor zu parken, sondern viel mehr mit viel Laufarbeit und flexibel eingesetztem Pressing. Bayern hätte sich sicher leichter getan, wäre eine der Chancen in der Anfangsphase genutzt worden, mit dem Rückstand wurde es dann natürlich noch ungemütlicher. Trotzdem sollte im Rückspiel im Normalfalle nichts anbrennen, zumal Twente durch das Auswärtstor der Bayern gezwungen sein wird, in München auch selbst etwas nach vorne zu unternehmen.

    Die Übertragung fand ich auch o.k. Der Kommentator, für den es vermutlich das erste Frauenfußballspiel war, schien ganz gut vorbereitet, auch wenn ein paar kleine Detailinformationen nicht ganz korrekt waren. Außerdem schien er tatsächlich vor Ort gewesen zu sein. Das merke ich deshalb an, weil bei den sonstigen Fußballübertragungen auf Sport1+ (z.B. Serie A (Männer)), wohl auch zuweilen aus dem Studio kommentiert wird. Bin mal gespannt, wie viel Aufwand (z.B. Vorbericht, Stimmen etc.) dann bei der Übertragung nächste Woche im Free-TV betrieben wird. Zumindest ist man ob des gestrigen Ergebnisses nicht in der Verlegenheit, künstlich Spannung herbeireden zu müssen. 😉

    (10)
  • bmg.1965 sagt:

    @enthusio

    Da ich das Spiel nicht gesehen habe, sondern nur eine kurze Zusammenfassung, möchte ich daher nur auf Deine Bewertung der beiden Tore im Spiel Enschede – Bayern eingehen. Das 1:0 war wirklich ein sehr schönes Tor. Die Stürmerin löst sich klasse von ihrer Gegenspielerin, nimmt den Ball toll an und spielt zwei Gegenspielerin hervorragend aus (allerdings nicht drei Spielerinnen: Behringer greift nicht ein (Alibilauf nach hinten), die zweite Abwehrspielerin kommt zu spät). Dann schiesst sie (allerdings ohne zu schauen) Richtung Tor. In der Zeitlupe sieht es zudem so aus, als wäre der Ball noch vom Bein ihrer Gegenspielerin abgefälscht worden. Tolles Tor, zweifellos. Über das Tor von Leupolz, das aus ähnlicher Position erzielt wurde, lässt Du Dich nicht so euphorisch aus. Dabei spielt sie drei Gegenspielerinnen aus (allerdings nicht so spektakulär, sondern zuerst durch einen Heber, anschliessend nur durch Körpertäuschung). Dann geht der Blick nach oben zu Tor und Torhüterin und schliesslich kommt der (ich „unterstelle“ 🙂 ihr einen bewussten) Schuß ins lange Eck. Für dieses Tor hast Du nur die Beschreibung „schöne Einzelleistung“. Ich möchte hiermit nicht die Leistung der niederländischen Torschützin schmälern, sondern die Leistung von Leupolz ins richtige Licht setzen. Beide Tore waren mit Sicherheit das Eintrittsgeld wert.

    (3)

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