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Sara Doorsoun-Khajeh: Frau der leisen Töne

Von am 20. September 2015 – 11.10 Uhr

Sara Doorsoun-Khajeh ist keine Frau der großen Worte, sondern will auf dem Platz überzeugen. So macht sie das seit Jahren in der Bundesliga, und so will sie auch ihre erstmalige Berufung in die Nationalmannschaft angehen. „Ich versuche, einen positiven Eindruck zu hinterlassen; alles andere ergibt sich dann von selbst“, sagt die 23-Jährige gegenüber Womensoccer und erzählt, dass sie einst zum Fußball kam, weil ihr älterer Bruder als Kind nicht wusste, wohin mit seiner kleinen Schwester.

Andere Spielerinnen wechseln zu den Spitzenclubs, um ihre Chancen auf die Nationalmannschaft zu erhöhen, Doorsoun-Khajeh ging den anderen Weg. Nach nur einem Jahr beim 1. FFC Turbine Potsdam zog sie es zur SGS Essen. „Ich bin ein Wohlfühlmensch“, sagt die Mittelfeldspielerin, der Familie und Freunde gefehlt haben und der die familiäre Atmosphäre in Essen besser liegt als der hohe Leistungsdruck in Potsdam, wo man vor allem funktionieren müsse, wie sie sagt.

Sara Doorsoun-Khajeh möchte nun auch in der Nationalmannschaft überzeugen. © Karin Reuter

Sara Doorsoun-Khajeh möchte nun auch in der Nationalmannschaft überzeugen. © Karin Reuter

Nicht fürs Tor geboren

Dabei begann die fußballerische Karriere der gebürtigen Kölnerin wie bei vielen anderen. „Ich habe zwei ältere Geschwister, und meine Eltern sind beide selbstständig. Dadurch mussten meine Geschwister oft auf mich aufpassen. Mein Bruder ist fünfeinhalb Jahre älter als ich und wusste dann oft nicht, was er mit mir machen sollte. Also hat er mich einfach zu seinen Freunden mitgenommen“, erinnert sich die Tochter eines Iraners, von dem sie auch ihren Doppelnamen hat, und einer Türkin. Dort wurde Fußball gespielt, „und anfangs haben die mich ins Tor gestellt, weil sie nicht so recht wussten, wohin mit mir. Und niemand wollte ins Tor, alle wollten Tore schießen. Also haben sie gesagt, die Kleine kann ja mal ins Tor, Hauptsache, sie ist dabei. Aber ich glaube, die haben relativ schnell erkannt, dass das nicht meine Stärke ist.“ Die liegt heute auf der Außenbahn, wo sie ihre Schnelligkeit ausspielen kann.

Zu früh nach Potsdam

Von Beginn an durch ihre Eltern unterstützt, begann sie mit dem Fußball, spielte bei der SG Wattenscheid 09 und beim SC 07 Bad Neuenahr, ehe es sie 2012 zum 1. FFC Turbine Potsdam zog – allerdings nur für eine Saison. „Es war eine Riesenerfahrung, die ich in Potsdam sammeln durfte. Ich war 21, als ich nach Potsdam gewechselt bin, und vielleicht war das für mich auch zu früh.“ Die Nationalmannschaft hatte sie zwar immer leise im Hinterkopf, schließlich hatte sie alle Jugendteams des DFB durchlaufen, aber sie entschied sich zum Wechsel nach Essen. „Ich wollte es auch so probieren und schaffen und gleichzeitig meine Familie wieder näher bei mir haben.“

Sara Doorsoun-Khajeh in einem Spiel gegen den VfL Wolfsburg

Schlüsselspielerin bei der SGS Essen: Sara Doorsoun-Khajeh © Frank Gröner / girlsplay.de

Überraschende Nominierung

Bei der SGS Essen ist sie gerade in ihre dritte Saison gestartet, und dass sie gleich eine Nominierung für die Nationalmannschaft erhielt, überraschte sie. „Ich habe nicht damit gerechnet, denn es sind ja erst drei Spieltage vergangen“, sagt die Auszubildende zur Bürokauffrau. Aber es zeigt auch, dass sich der Wechsel für sie zu einem der kleineren Vereine ausgezahlt hat. „Ich bereue die Entscheidung in keinster Weise, und ein Rückschritt war es auch nicht. Mir wird in Essen die Zeit gegeben, die ich brauche, mit mir wird viel geredet. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich unter Druck gesetzt werde, und man lässt mich machen. Das ist das wichtigste. Hier herrscht nicht der Druck, funktionieren zu müssen, es werden einem auch Fehler verziehen.“

Ganz ohne Druck

Unter Druck setzen möchte sie sich nun bei der Nationalmannschaft auch nicht. „Ich bin ganz entspannt und froh, dabei sein zu können.“ Das Pensum im Training ist allerdings schon mal ein anderes als unter der Woche im Verein. „Das kann man nicht miteinander vergleichen. Hier muss man wirklich immer 100 Prozent geben, das ist schon ein Unterschied.“

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