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EM-Quali: Favoritensiege zum Auftakt

Von am 19. September 2015 – 12.08 Uhr 2 Kommentare

Am Donnerstag und Freitag standen die ersten Qualifikationsspiele zur Frauenfußball EM 2017 in den Niederlanden auf dem Programm. Dabei setzten sich neben Deutschland und Italien auch Österreich, Schweden, Kroatien, Finnland und Serbien in ihren Auftaktspielen durch.

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Die DFB-Elf kam zu einem überzeugenden 12:0 (7:0)-Sieg gegen einen überforderten Gegner aus Ungarn. Österreich startete mit einem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg in Kasachstan.

Nicole Billa und Raffaella Manieri treffen
Für die Österreicherinnen traf beide Male Nicole Billa, Stürmerin der TSG 1899 Hoffenheim in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1) und kurz vor Spielende (89.). Italien hatte beim 6:1 (3:1)-Sieg gegen Georgien eine kurze Schrecksekunde zu überstehen, denn bereits in der 3. Minute gerieten die Italienerinnen durch einen Treffer von Gulnara Gabelia in Rückstand, doch noch vor der Pause drehten die Squadra Azzurra die Partie, unter anderem durch ein Tor von Bayern Münchens Abwehrspielerin Raffaella Manieri, die den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 erzielte. Schweden kam in seinem ersten Spiel nach der verkorksten Frauenfußball WM in Kanada in Moldawien unter der Leitung von DFB-Schiedsrichterin Riem Hussein zu einem 3:0 (1:0)-Sieg in Moldawien.

Blitzstart für Schweden, Tore von Iva Landeka und Kristina Šundov
und Olivia Schough sorgte mit ihrem Treffer für einen Blitzstart (1.), Lotta Schelin per Foulelfmeter (42.) und die eingewechselte Pauline Hammarlund (88.) erzielten die weiteren Tore. Kroatien, am Dienstag nächster Gegner der deutschen Frauenfußball Nationalelf, kam in der Türkei nach 0:1-Rückstand zu einem 4:1 (1:1)-Erfolg. Die Türkinnen gingen durch Yağmur Uraz in Führung (17.), Iva Landeka vom FF USV Jena erzielte den Ausgleich (29.). Maja Joščak (71.), Kristina Šundov von Bayer 04 Leverkusen (80.) und die eingewechselte Martina Šalek (90.+2) sorgten für einen Sieg der Kroatinnen. Zu jeweils knappen 1:0-Siegen kamen Finnland gegen Montenegro und Serbien in Estland. Für die finnische Frauenfußball Nationalelf erzielte Ria Öling den Treffer des Tages (67.), für Serbien traf Milica Mijatović kurz vor der Pause (43.).

Aufgestocktes Teilnehmerfeld
An der Endrunde der Frauenfußball Europameisterschaft 2017 werden zum ersten Mal 16 statt 12 Teams teilnehmen und so sind die Hoffnungen in einigen Ländern besonders groß, ihr Debüt auf der großen internationalen Bühne geben zu können. Bis zum 20. September 2016 läuft die EM-Qualifikation, die acht Gruppenbesten und die sechs besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt für die Endrunde, die zwei verbleibenden Gruppenzweiten bestreiten zwischen dem 17. und 25. Oktober 2016 zwei Play-off-Spiele. Hinzu kommt bei der im Juli und August 2017 ausgetragenen Endrunde Gastgeber Niederlande. Dort werden dann vier Gruppen zu je vier Teams gebildet, die zwei besten Teams jeder Gruppen ziehen ins Viertelfinale ein. Ab dort geht es dann im K.-o.-Modus weiter. Womensoccer analysiert die acht Gruppen.

Gruppe 1: Island, Schottland, Weißrussland, Slowenien, Mazedonien
In Gruppe 1 werden sich Island und Schottland ein heißes Duell um den Gruppensieg liefern. Während Island sich zweimal in Folge für die EM-Endrunde qualifizierte (2009 und 2013) hofft diesmal auch Schottland, endlich den Sprung zu schaffen, nachdem man zweimal zuvor erst in den Play-offs knapp scheiterte. Die Isländerinnen haben zum Auftakt am 22. September gegen Weißrussland unter der Leitung von DFB-Schiedsrichterin Marija Kurtes einen Dreier fest eingeplant, Schottland reist nach Slowenien, um am selben Tag ebenfalls mit einem Erfolgserlebnis zu starten. Erst am 3. Juni und 20. Oktober 2016 treffen die beiden Gruppenfavoriten in den direkten Duellen aufeinander, hier dürfte also erst spät die Entscheidung über den Gruppensieg fallen.

Gruppe 2: Spanien, Finnland, Irland, Portugal, Montenegro
Nach ihrem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der Frauenfußball WM in Kanada will Spanien unter Trainer Jorge Vilda, der Ignacio Quereda ablöste, eine neue Ära einleiten. Doch in Finnland, Irland und auch Portugal treffen die Spanierinnen auf durchaus erstzunehmende Gegnerinnen. „Wir haben schon eine Chance auf den zweiten Platz, auch wenn es nicht leicht wird“, sagt etwa Irlands Trainerin Sue Ronan. Und selbst Portugal, das sich bei der Auslosung nur in Topf 4 vorfand, hat in den vergangenen Jahren unter Trainer Francisco Neto deutliche Fortschritte gemacht und ist ebenfalls nicht chancenlos. „Wir werden alles daran setzen, uns zu qualifizieren und wir freuen uns natürlich auf die Duelle mit Spanien. Die Spiele werden viele Zuschauer ins Stadion locken. Spanien ist klarer Gruppenfavorit, doch der zweite Platz dürfte hart umkämpft sein. Die Spanierinnen steigen erst am 27. Oktober in die Qualifikation ein, Finnland bestreitet nach dem 1:0-Sieg gegen Montenegro noch ein Auswärtsspiel in Irland. Portugal startet ebenfalls am 27. Oktober mit dem bereits wichtigen Heimspiel gegen Irland.

Gruppe 3: Frankreich, Ukraine, Rumänien, Griechenland, Albanien
Frankreich als Viertelfinalist der Frauenfußball WM 2015 und der Frauenfußball EM 2013 dürfte der Sieg in Gruppe 3 nur schwerlich zu entreißen sein, zu offensichtlich sind die Kräfteverhältnisse in dieser Gruppe. 33 Mal haben die Französinnen in Qualifikationsspielen in Folge gewonnen, gegen Rumänien am 22. September dürfte die Siegesserie eine Fortsetzung erfahren. Alle anderen Teams starten erst im Oktober in die Qualifikation. Schärfster Widersacher Frankreichs dürfte die Ukraine sein, die 2009 an der EM-Endrunde in Finnland teilnahm. Neuling Albanien nimmt erstmals an einer EM-Qualifikation teil.

Gruppe 4: Schweden, Dänemark, Poland, Slovakei, Moldawien
Die beiden skandinavischen Teams aus Schweden und Dänemark werden den Sieg in Gruppe 4 wohl unter sich ausmachen. Die Schwedinnen scheiterten 2013 bei der EM-Endrunde im eigenen Land nur knapp im Halbfinale mit 0:1 gegen Deutschland, bei der Frauenfußball WM 2015 in Kanada enttäuschte die Elf von Trainerin Pia Sundhage aber auf ganzer Linie und musste bereits nach dem Achtelfinale gegen Deutschland die Heimreise antreten. Nach dem Auftaktsieg in Moldawien wird das Heimspiel gegen Polen am 22. September ein erster kleiner Prüfstein. Dänemark erreichte 2013 nach einem Sieg gegen Frankreich überraschend das Halbfinale. Bereits am 27. Oktober geht es zum ersten Duell mit Schweden nach Göteborg.

Gruppe 5: Deutschland, Russland, Ungarn, Türkei, Kroatien
Mit dem 12:0-Sieg gegen Ungarn ist Deutschland erfolgreich gestartet, am 22. September steht das Auswärtsspiel in Kroatien auf dem Programm, das zum Auftakt mit 4:1 in der Türkei gewann. Nach dem 4. Platz bei der WM in Kanada wird das Team erstmals ohne Torhüterin Nadine Angerer und Célia Šašić antreten, die beide ihre Karriere beendet haben. Steffi Jones nimmt als Assistentin neben Silvia Neid auf der Trainerbank Platz nehmen. Für Russland, das in der Gruppe den zweiten Platz anpeilt, geht es am 22. Oktober mit der schwersten aller Aufgaben los, einem Auswärtsspiel in Deutschland. Im Rahmen der Qualifikation für die WM 2015 kamen die Russinnen in Deutschland mit 0:9 unter die Räder.

Logo der Frauenfußball EM 2017

Logo der Frauenfußball EM 2017 © UEFA

Gruppe 6: Italien, Schweiz, Tschechische Republik, Nordirland, Georgien
Die Schweiz stieß bei ihrer erstmaligen WM-Teilnahme in Kanada zwar bis ins Achtelfinale vor, musste aber dennoch ein wenig Lehrgeld zahlen und konnte nicht ganz die Erwartungen erfüllen. Umso größer ist nun der Ehrgeiz, sich nun gleich wieder für ein großes internationales Turnier zu qualifizieren, auch die Chance auf die Olympischen Spiele 2016 ist noch intakt als eines von vier Teams, das im Februar 2016 eine Olympia-Qualifikation austragen wird. Mit Italien dürfte sich die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg einen heißen Kampf um den Gruppensieg liefern und schon am 24. Oktober müssen die Schweizerinnen gleich in Italien antreten, das sich bisher für alle EM-Endrunden qualifiziert hat und zum Auftakt mit 6:1 gegen Georgien gewann.

Gruppe 7: England, Belgien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Estland
England war die große Überraschung der Frauenfußball WM 2015 in Kanada, Trainer Mark Sampson gewann im Spiel um Platz 3 gegen Deutschland. Am 21. September starten die Engländerinnen mit einem Auswärtsspiel in Estland, das zum Auftakt eine 0:1-Niederlage gegen Serbien einstecken musste. Vor allem Belgien mit Topstürmerin Tessa Wullaert vom VfL Wolfsburg will den Engländerinnen den Gruppensieg streitig machen. Die Belgierinnen starten am 22. September mit einem Spiel gegen Bosnien und Herzegowina.

Gruppe 8: Norwegen, Österreich, Wales, Israel, Kasachstan
Bei der vergangenen EM-Endrunde in Schweden stieß Norwegen bis ins Finale vor und unter dem neuen Trainer Roger Finjord, zuvor Assistent von Even Pellerud, ist zum Auftakt in Kasachstan am 22. September ein Dreier fest eingeplant. Diese Hausaufgabe hat Österreich mit einem 2:0-Sieg bei den Kasachinnen bereits erfolgreich gelöst. Der mit Spielerinnen aus der Allianz Frauen-Bundesliga gespickte österreichische Kader hat gute Chancen, sich erstmals für eine EM-Endrunde zu qualifizieren und womöglich auch den Norwegerinnen den Gruppensieg streitig zu machen. Für die Österreicherinnen geht es am 22. September mit einem Heimspiel gegen Wales weiter, das unter der neuen Trainerin Jayne Ludlow sich ebenfalls Hoffnungen auf eine Endrunden-Teilnahme macht. Israel startet am 22. Oktober mit einem Heimspiel gegen Kasachstan.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Karl sagt:

    „bei der Frauenfußball WM 2015 in Kanada enttäuschte die Elf von Trainerin Pia Sundhage aber auf ganzer Linie und musste bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. “

    Die Vorrunde hat Schweden noch knapp ueberstanden. Das Aus kam im 8telfinale gegen Deutschland…

    (3)
  • Markus Juchem sagt:

    @Karli: Sorry, wird korrigiert.

    (1)

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