USA nach Galavorstellung neuer Weltmeister

Von am 6. Juli 2015 – 2.59 Uhr 31 Kommentare

Die USA haben zum ersten Mal seit 1999 den Titel bei der Frauenfußball-WM geholt. Im Finale gegen Japan spielten sich die Amerikanerinnen gleich zu Beginn in einen wahren Torrausch. Carli Lloyd war mit drei Treffern überragende Akteurin bei der gelungenen Revanche für die Final-Niederlage vor vier Jahren.

Vor 53 341 Zuschauern im ausverkauften BC Place Stadium in Vancouver feierten die USA einen 5:2 (4:1)-Sieg. Carli Lloyd (3., 5., 16.), Lauren Holiday (14.) und Tobin Heath (54.) erzielten die Treffer für die Amerikanerinnen, für Japan trafen Yuki Ogimi (27.) und US-Spielerin Julie Johnston per Eigentor (52.).

Schnellste Treffer der Finalgeschichte
Die Amerikanerinnen erwischten einen Traumstart, wie ihn kein Hollywood-Drehbuch hätte besser schreiben können. Nach einer Ecke von Megan Rapinoe spritzte Carli Lloyd mit geschicktem Laufweg in den Ball und erzielte die frühe Führung (3.). Und kaum zwei Minuten später trat Lauren Holiday einen Freistoß halbhoch nach innen, wieder war die japanische Abwehr bei der eher flachen Hereingabe im Tiefschlaf und erneut war Lloyd zur Stelle (5.). Es waren die zwei schnellsten Tore in einem WM-Finale aller Zeiten.

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Die USA bejubeln den ersten WM-Titel seit 16 Jahren. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Die USA bejubeln den ersten WM-Titel seit 16 Jahren. © Nora Kruse, ff-archiv.de

USA im Torrausch
Das Stadion traute seinen Augen nicht, als Holiday nach einem Querschläger von Azusa Iwashimizu mit einem Volleyschuss in den Winkel das 3:0 erzielte (14.), noch nicht einmal eine Viertelstunde war gespielt. Und nur Augenblicke später standen die US-Fans richtig Kopf, als Lloyd mit einem famosen Distanzschuss fast von der Mittellinie den vierten US-Treffer erzielte, Japans Torhüterin Ayumi Kaihori stand zu weit vor ihrem Tor (16.). Fast hätte die überragende Lloyd per Kopf gar ihren vierten Treffer erzielt (18.).

Solo und Angerer teilen sich Rekord
Die Amerikanerinnen blieben weiter am Drücker, Alex Morgans Schuss hielt Kaihori sicher (25.). Doch Japan gab sich nicht geschlagen, Yuki Ogimi verkürzte mit einem Drehschuss nach Flanke von Nahomi Kawasumi, die US-Verteidigerinnen Meghan Klingenberg und Julie Johnston sahen ausnahmsweise nicht gut aus (27.). Damit wurde US-Torhüterin Hope Solo erstmals nach 540 Minuten wieder bezwungen, genauso lang wie Nadine Angerer bei der WM 2007. Die Japanerinnen fassten nun etwas Mut, Aya Miyama prüfte Hope Solo (30.), insgesamt war das Spiel bis zur Pause ausgeglichener.

Japan beweist Moral
organ Brian setzte nach Vorarbeit von Lloyd den ersten Akzent der zweiten Halbzeit, Kaihori lenkte den Ball mit einer Faust übers Tor (50.). Japan sich aber nicht geschlagen. Einen weiten Freistoß von Miyama lenkte Johnston per Kopf ins eigene Tor (52.), das Spiel schien eine neue Dramturgie zu bekommen, doch nach Vorarbeit von Morgan stellt Tobin Heath postwendend den Abstand wieder her (54.). Rumi Utsugi versuchte es mit einem Distanzschuss, der knapp am Tor vorbeistrich (62.), auf der Gegenseite ließ Alex Morgan ihre Klasse bei einem Drehschuss aufblitzen (63.). Japans Moral war weiter bemerkenswert, die eingewechselte Yuika Sugasawa versuchte es per Kopf, doch Solo hielt (76.). Abby Wambach und Christie Rampone kamen in die Partie, die USA spielten die Partie nach Hause.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

31 Kommentare »

  • Spielerfrau sagt:

    Congrats to the US Soccer Girlz –

    was für ein Spiel, hat stellenweise an das legendäre Spiel gegen Brasilien erinnert.

    Die Japanerinnen haben sich aber wieder aufgerafft, leider war die erste Viertelstunde (!) entscheidend.

    Machte richtig Freude, haben sich beide Teams die Tore aufgehoben fürs Finale?

    Gänsehautmoment, als Wambach aufs Feld kam.

    Und warum durfte Celia ihren Schuh nicht mehr abholen? Zahlt der DFB keine weitere Hotelübernachtung?

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  • Wolfsburg Fan sagt:

    Gefällt mir überhaupt nicht, jetzt rennen die arroganten Amis bald mit 3 Sterne auf der Brust. Danke an Sasic & Krahn… Zum k*tzen!

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  • Sylvijaaa sagt:

    Einseitiges Finale, weil die FIFA eine absurde Auslosung bestimmt hat. Japan gehörte nicht in dieses Finale. Das konnte man schon gegen die Schweiz, Niederlande und England sehen.
    Wenigstens hatte die Schiedsrichterin nicht genug Zeit dieses Finale auch noch zu einer Farce zu machen.

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  • Detlef sagt:

    Glückwunsch an die US-Girls!!!
    Sie haben sich den Sieg diesmal absolut verdient!!! 😉

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  • FFFan sagt:

    Die angeblich „überalterten“ US-Girls haben es allen mochmal gezeigt! Sie haben sich ihre beste Leistung fürs Finale aufgehoben! Ihre Gegnerinnen konnten einem leid tun, sie wußten gar nicht wie ihnen geschah. Leider war nach der furiosen Anfangsphase ein wenig die Luft raus. Trotzdem blieb es bis zum Schluss ein unterhaltsames Fußballspiel.

    Die USA sind ein würdiger Weltmeister, und Carli Lloyd war die Top-Spielerin des Turniers!

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  • Andi sagt:

    Nachdem ich heute im Stadion war… herzlichen Glückwunsch an die USWNT. Es war zwar nicht spannend, aber hat Spass gemacht. Ausserdem war es wirklich nicht die Fabelleistung die den Amerikanerinnen hier attestiert wird. Zwei Standards und einen schönen Distanzschuss genutzt und das Spiel war auch dank des gewonnenen Münzwurfs entschieden. Warum? Weil die Sonne verdammt tief stand und ich dieser Tatsache eine gewisse Mitschuld anrechne. Aber nichtsdestotrotz verdient gewonnen, weil einfach fast alle Chancen eiskalt genutzt. Die allgemeine Leistung war bis auf Carli und Ali einfach nur solide. Nicht mehr und nicht weniger.

    Übrigens habe ich heute die Gelegenheit gehabt mit vielen Amerikanern zu sprechen und lasst Euch eines sagen, die halten definitiv mehr auf unsere NT als sehr viele hier in den Kommentaren.

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  • xXx sagt:

    Japan gehörte natürlich in dieses Finale. Sie waren die einzige Mannschaft, die alle 6 Spiele gewonnen haben, bis es ins Finale ging. Klar sie haben immer nur mit einem Tor unterschied gewonnen und in diesen 6 Spielen nur 9 Tore gemacht, aber die USA haben in ihren ersten 6 Begegnungen auch nur 9 Tore erzielt und sind eher durch ihre Defensive positiv aufgefallen.

    Insgesamt stört mich an dem WM-Titel der USA, dass sich nun wieder eine Mannschaft im Frauenfußball als beste Mannschaft der Welt bezeichnen darf, die von vornherein nicht nach einer spielerischen Lösung sucht, sondern fast ausschließlich lange Bälle spielt. So auch im Finale, 3 Tore nach Standardsituationen, 1 Tor nach einem langen, hohen Pass, der zu einem brutalen Abwehrschnitzer führte und dann dieser 40 Meter-Lupfer von Lloyd. Nach 15 Minuten führte die USA 4:0, ohne sich überhaupt nur eine richtige Torchance erspielt zu haben.

    Das man SO immernoch Weltmeister werden kann, ist kein gutes Zeugnis für den Frauenfußball.

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  • never-rest sagt:

    Die beste Mannschaft des Tuniers hat die WM in einem würdigen Finale gewonnen. Die ersten 20 Minuten waren denkwürdig, die armen Japanerinen wurden förmlich überrollt. Da gelang den Amis aber auch alles und bei Japan nichts. Klasse dass Japan trotzdem nie aufgesteckt hat und alles versucht hat, obwohl nach einem 0:4 Rückstand das Spiel natürlich gelaufen war. Übrigens hat der Japan-Trainer anders als wir das von unserer BT kennen, kompromisslos sofort personell und taktisch auf das Desaster in den ersten Minuten reagiert und dadurch das Spiel danach wieder offen gestalten können. Zwei völlig unterschiedliche Spielkonzepte sind mit den USA und Japan zusammen geprallt. Von beiden Mannschaften ließe sich eine Menge lernen. Insgesamt ein sehr unterhaltsames, wenngleich nicht unbedingt spannendes Spiel.

    C. Lloyd völlig zu Recht zur besten Spielerin des Tuniers gekürt. Sie hat schon in den Partien davor ihre Weltklasse unter Beweis gestellt.

    Überrascht war ich nur von der schlechten Tagesform von Johnston, die in diesem Spiel mehr Fehler gemacht hat, als in allen anderen Spielen davor.

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  • egjowe sagt:

    @Sylvijaaa

    Du hast vollkommen recht mit der sogenannten „Auslosung“.
    Da hat die FIFA von Anfang an manipuliert.
    Die Gruppenköpfe wurden festgelegt und nicht ausgelost.
    Festgelegt war auch schon, welche Gruppenersten wann aufeinandertreffen werden/können, da der weitere Verlauf (wer gegen wen) des Turniers ja auch feststand.
    Insofern war klar, dass sich, von der Wahrscheinlichkeit her, die vermeintlichen „europäischen“ Favoriten bis zum Finale gegenseitig ausschalten werden, weil die FIFA bestimmte, welche gesetzte Mannschaft in Gruppe A, B, C usw. spielt.
    Vorteile für Japan und Kanada waren unverkennbar.
    In der Realität gab es dann auch noch fragwürdige Elfmeterpfiffe.

    All dies soll aber nicht die Leistung der US-Girls schmälern.
    Denn gerade sie hatten einen ähnlich schweren Weg zu gehen wie die deutsche Mannschaft.
    Meine Gratulation !!!

    Mit mein Tipp vom 3.7.2015 lag ich nach meinen Eindrücken vorangegangener Spiele also doch richtig.
    egjowe sagt:
    3. Juli 2015 um 14.09 Uhr
    Ich sehe klare Vorteile bei den US-Girls.
    ………….
    Mein Tipp:
    Klare Angelegenheit für die USA.

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  • AG sagt:

    Mich hat das Spiel begeistert, dank der USA. Der ICE (Zitat Natze) kam sofort nach Anpfiff angerollt. Das gute, schnelle Umschaltspiel der USA, kombiniert mit dem absoluten Willen waren entscheidend. Ich hatte keine Sekunde Zweifel am Erfolg der Amis.

    Klare Chancen hin oder her. Ein 4:0 nach 15 Minuten entsteht nicht im Schlaf.
    Warum ergeben sich denn Standards? Diese müssen sich auch erst erspielt und erarbeitet werden. Das erste Tor war sehr raffiniert und super einstudiert. Gerade bei solchen Situationen sieht man doch deutlich, dass sich die Amis was einfallen lassen haben. Auch solche Lösungen sind wichtig.
    Und es gab dann doch noch die ein oder andere gute Chance aus dem Spiel heraus, die man auch nicht unterschlagen darf.
    Die Leistung Japans war schon etwas enttäuschend…aber gehörten für mich auch nicht ins Finale. Die hatten sehr viel Glück auf ihrem Weg ins Endspiel.

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  • Zaunreiter sagt:

    Wenn ich mir hier so manche Kommentare durchlese, habe ich das Gefühl, da sind ein paar Neid-JüngerInnen unterwegs, die genauso wie „unsere“ Chefin in ihrer Verbissenheit und ihrem Hass auf die USA nicht gönnen können.
    Die USA sind verdient Weltmeister! – Get it!
    Ich gönne ihnen den dritten Stern.
    Die US-Girls sind lauter, bieten mehr Show und wirken auch vielleicht arroganter als die deutschen Frauen. Aber so ein Verhalten ist mir wesentlich lieber als diese deutsche Verbissenheit. Dieses „deutschtugendhafte“ wird wie eine Monstranz vor sich hergetragen. Und alle anderen sind dann schuld, wenn es nicht läuft.

    Heute, als die beiden Teams auf das Feld aufliefen, musste man nur Carli Lloyd in die Augen gucken. Das wirkte wie im Tunnel. So ein „in sich drin sein“ hab ich bei dieser WM noch bei keiner anderen gesehen.
    Und dieses „in sich drin sein“ müsste man als deutsche Spielerin auch mal beherrschen können!

    So…jetzt dürft ihr noch auf die böse Hope Solo einschlagen.
    Ach…und vergesst mir nicht die alten Frauen Wambach und Rampone.

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  • Hitzfeld09 sagt:

    Fußball ist einfach oft ein Glücksspiel.

    Wäre der Elfer von Celia reingegangen (kein Vorwurf an Celia, im Gegenteil, alle Achtung, dass sie so couragiert hingegangen ist!!!!!!), dann wären sie ins Finale gekommen (mit Glück …) und dann hätte die DFB-Elf ein so desolates Japan durchaus besiegen können.

    Dann würden die Medien und alle Kommentatoren jubeln etc.pp.

    Aber so gibt es jetzt Riesendiskusionen, dass alles falsch läuft …

    Vielleicht ist das im Endeffekt nicht das Schlechteste, denn es wird schwierig, die Wahl von jemand ohne alle Coach-Erfahrung für den N11-Trainerposten zu verteidigen.

    Die Öffentlichkeit legt das Augenmerk inzwischen ziemlich genau auf die Arbeit des N11-Coachs.
    Auch wenn diese Aufregung wohl eher übertrieben ist:
    Man kann das auch als eine neue Würdigung des Frauenfußballs durch die Öffentlichkeit verstehen.

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  • Rainer sagt:

    Hochverdienter WM-Titel für die USA! Glückwunsch. Aber leider hat sich der Fußball des 20. Jahrhunderts durchgesetzt. Laufen, schießen, laufen, schießen. Möglichst viel Adrenalin aufpumpen und dann den Gegner aggressiv überrollen.
    Die WM 2015 ist aus meiner Sicht eine spielerische Enttäuschung gewesen. Spielerisch waren Frankreich und Japan wieder mal da Beste, was geboten wurde aber beide Teams wurden von Kampfmaschinen niedergewalzt, wobei die Französinnen selbst schuld waren, weil sie am leeren deutschen Tor mindestens zweimal vorbeischossen.
    Insgesamt hat mich Kamerun am meisten positiv überrascht, das war erfrischend in der Offensive. Auch Nigeria im Spiel gegen Schweden, aber leider spielen beide Teams letztlich zu unorganisiert.
    Enttäuschend waren: Schweden, Norwegen, Deutschland, Spanien.
    Großes Lob an England und Mark Sampson auch England kämpfte mehr Fußball als dass es spielte, aber mit begrenzten Mitteln beste europäische Mannschaft zu werden, das hat niemand erwartet. England hatte ein Team von elf Freundinnen. Das sah weder bei Schweden noch bei Deutschland so aus, wenn man die Bildsprache nach den Niederlagen sieht.

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  • Peter sagt:

    Es ist erschreckend, was die FIFA an Schiedsrichterinnen aufs Feld gelssen hat.
    Ich gehe hier nur auf das Spiel Deutschland – USA ein.
    Hier war es wirklich auch für absolute Laien zu sehen, daß dieser Elfmeter unberechtigt war. In der Gruppenphase kann man das vielleicht noch wegstecken…aber in einem Halbfinale ???
    Diese Entscheidung war für mich jedenfalls spielentscheidend.
    Ein Sieg, ohne Schiedsrichter Bonus, wäre für die USA unwahrscheinlich gewesen. Man denke auch an die versagte Rote Karte gegen Julie Johnston.
    Daß die deutsche Mannschaft streckenweise einfallslos und abschlußschwach [nicht nur in diesem Spiel] war, sollte man nicht zum Grund nehmen, ihnen jeglichen Erfolg abzusprechen. Bitte nur mal die anderen Mannschaften ansehen, die auch keine durchgehend überragenden Leistungen geboten haben.
    Die Selbstbeweihräucherung der USA ist peinlich, weil sie das Finale nur durch eine Riesenportion Glück erreicht haben. Klar, Glück muß man auch haben, aber nicht durch krasse Fehlentscheidungen.
    Die Fehler aus meiner Sicht, die Silvia Neid gemacht hat, waren versäumte Einwechslungen von Dräbitz, Behringer und Petermann.
    Wieso saß Behringer überhaupt so oft auf der Bank ???
    Sie war eine der Wenigen, die die Schüsse überhaupt aufs Tor brachte.
    Auf Sasic hätte man spätestens ab dem Halbfinale verzichten könnnen, da war sie sowieso nur noch Statistin.
    Letztendlich ist es mir völlig unverständlich, warum man diese Fehlentscheidungen [USA/Elfmeter&rote Karte Johnston + England/Elfmeter] unter den Tisch fallen läßt, totschweigt, sogar noch behauptet sie wären berechtigt.
    Man stelle sich das mal bei einem bedeutenden Championsleague oder WM Halbfinale der Männer vor…die Presse würde das rigoros ausschlachten.
    Ich finde Frauenfußball toll und habe fast alle Spiele gesehen. Schade, daß diese WM durch unfähige Schiedsrichterinnen entschieden wurde.

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  • Jan sagt:

    Endlich mal ein Finale mit vielen Toren! (Ein 5:2 gab’s mal im WM-Finale 1958.) Dass Standards immer wichtiger werden, hatte sich ja schon bei der WM 2014 gezeigt. Die USA haben das zu Beginn beängstigend effektiv umgesetzt und den geringsten Fehler bestraft.

    Dass die USA anfangs auf Teufel komm raus losstürmen würden, war fast zu erwarten, weil sie immer unbedingt schnell das 1.Tor erzielen wollen. Wer darauf nicht vorbereitet ist und kein Mittel parat hat, kann gnadenlos untergehen. Es wäre aber auch schade gewesen, wenn sich diese US-Generation den langen Traum vom WM-Titel nicht hätte erfüllen können. Spielerin u. Trainerin des Jahres stehen fest.

    Deutschland ist nach der mäßigen Ausbeute nach dem Achtelfinale mit Rang 4 noch gut bedient. Andere gute Teams mussten da früher die Segel streichen. Für Olympia 2016 ist dann hoffentlich mehr Zeit für Vorbereitung u. Regeneration.

    Hier die neueste Gesamt-Sterne-Statistik als dt.Trostpflaster:
    6* Deutschland (4*+2*)
    5* Brasilien
    4* Italien
    4* Uruguay
    3* USA
    2* Argentinien
    1* Norwegen
    1* Frankreich
    1* Japan
    1* England
    1* Spanien
    (Die USA haben Argentinien überholt, das binnen 1 Jahres 2 Finals verloren hat.)

    Knipst noch schnell die beiden Weltranglisten nebeneinander mit jeweils Deutschland auf Platz 1.

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  • egjowe sagt:

    @Zaunreiter

    Von sich selbst überzeugt zu sein,
    wird häufig als „Arroganz“ fehlinterpretiert.

    Ich stufe das Verhalten der US-Girls als
    positives und gesundes Selbstbewusstsein ein.

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  • Peter sagt:

    Ich hätte vielleicht noch anmerken sollen, daß ich absolut keinen Hass auf Amerikaner habe.
    Im Gegenteil, meine Mutter ist Amerikanerin und ich habe lange Zeit bei den amerikanischen Streitkräften gearbeitet. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß ich in einigen Jahren in die USA auswandern werde.
    Ich habe mich nicht über die USA geärgert, sondern über die Schiedsrichterinnen.

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  • Andi sagt:

    Bin doch immer wieder fasziniert, wie sehr sich doch das Bild eines Spiels das man vor dem Fernseher hat zu dem im Stadion zu unterscheiden scheint.

    Übrigens sind die Amis das fairste Publikun das ich bis dato in einem Fussballstadion erleben durfte. Respekt!

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  • Karl sagt:

    @Jan: Deine Gesamsterne Liste gefaellt mir , aber wieso hat den Uruquay 4 Sterne. Meines Wissens haben die leider nur 2 ?

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  • jochen-or sagt:

    Glückwunsch an die US-Girls.

    Leider habe ich es nach dem 3:0 vorgezogen zu schlafen.
    Hätte ich doch wenigstens noch 2 Minuten durchgehalten, hätte ich live das 49 m-Tor in der 16. Minute gesehen.

    Aber insgesamt empfand ich die WM als Rückschritt.
    Richtig gefallen haben mir nur die Französinnen.

    Nach dem Halbfinale hat mich die Überlegenheit der US-Girls über Japan nicht überrascht. Eigentlich gehörte England in das dann auf diese Weise schnell langweilige Finale.
    Auf dieser Seite des Tableau spielte einfach keine richtig starke Mannschaft.

    Frankreich -USA – das wäre „das“ Endspiel gewesen.
    Kampfkraft gegen Eleganz und intelligentes Spiel.

    Vielleicht bekommen wir das bei Olympia!

    Oder wird man wiederum alles so manipulieren, dass die 3 Besten der Rangliste auf der einen Seite und der Rest auf der „Brasilienseite“ spielt.

    Eigentlich eine Unverschämtheit und man sollte sich tatsächlich überlegen, ob man nicht eine taktische Niederlage nimmt, um auf die schwächere Seite zu wechseln und diese Manipulationen zu stoppen.
    Frankreich hätte dies ohne Gesichtsverlust gekonnt.
    Nach dem schnellen 2 : 0 gegen Mexiko die Beine hochlegen und kurz vor Schluss – falls notwendig – ein Bein heben.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Norwegen, Kanada und Japan sie aufgehalten hätten.

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  • gerd karl sagt:

    tolle arbeit der fifa und von concacaf.
    alle medien vertreter sind auf die fake gruppe des todes hereingefallen.
    usa, nigeria, schweden, brasilien, das diese drei mannschaften die usa nicht vordern war klar, die usa konnten sich sehr sehr schonend durch die gruppe spielen, dann kamen kolumbien und china die locker weggeputzt wurden.
    erst im halbfinale kam ein schwerer brocken auf die amerikanerinnen zu, nämlich deutschland, das aber durch gute planung der fifa und der concacaf, nord und mittelamerikanischer fussball verband, schon geschwächt aus ausgepowert war.
    denn die deutsche mannschaft hatte mit schweden und frankreich starke gegner, bei den schwedinnen körperlich, zwei sehr starke gegner die viel kraft gekostet haben.

    jetzt sagen viele warum sollte die fifa und die concacaf dies tun, ganz einfach, der frauenfussball markt in nordamerika ist für die fifa wichtig und für die concacaf, ussf gehört dazu, ist es wichtig das die nwsl die amerikanische profiliga gestärkt wird.
    mein beweis, 9 fifa funktionäre wurden verhaftet, alle 9 gehören der concacaf an, jeffrey webb der ehemalige präsident der concacaf ist einer von ihnen.

    im übrigen ist auch vielen amerikanischen medien vertretern der unterschiedliche schwierigkeitsgrad der uswnt und des deutschen teams zum finale aufgefallen.

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  • Andreas N. sagt:

    Interessant fand ich im gestrigen Finale die Parallelen zu einem Halbfinale der Männer-WM 2014. Zwei Lawinen innerhalb einer Viertelstunde (oder innerhalb 20 Minuten), die durch einen Eckball vom Reißbrett ausgelöst wurden. Bei beiden Eckbällen (2014: Kroos auf Müller; 2015: Rapinoe auf Lloyd) spielten mindestens vier weitere Mitspieler der eigenen Mannschaft eine genauso entscheidende Rolle wie Torschütze und Assist, nämlich die, die durch ihre – geplanten – Laufwege und „Standorte“ (Sperren) erst den Weg für Pass und Torschützen freimachten. Ebenso selten: zwei Tore nach Eckbällen, die mit dem Fuß erzielt wurden.

    Man kann also Standards planen, üben und dann auch in der Praxis erfolgreich anwenden. Viele andere Standards waren bei der WM ansonsten relativ altbacken.

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  • waiiy sagt:

    Glückwunsch an die USA zum Titelgewinn! Sie haben es absolut verdient und haben ihren Fußball am besten umgesetzt!

    Ich kann die Leute verstehen, die gern aufregenderen Fußball mit moderner Taktik sehen wollen. Aber man muss deutlich sagen, dass Fitness, Technik und vor allem die Einstellung die Grundlagen für jeden Fußball sind. Und wer da seine Hausaufgaben nicht macht, wird von den USA bei großen Turnieren immer bestraft, weil dieses Team dies absolut verinnerlicht hat und dazu seine unendliche Erfahrung voll ausspielt.

    Und da darf man auch jetzt nicht jammern, dass man lieber Fußball à la Frankreich sehen will. Frankreich hat die Hausaufgaben nicht gemacht und sich nur auf die Technik verlassen. Bei Deutschland haben Taktik und vor allem Einstellung versagt. Jeder wusste, wie die USA spielen und trotzdem wurde nichts dagegen unternommen.

    Japan war körperlich einfach zu schwach und mental falsch aufgestellt im Finale. Das änderte sich erst mit der Einwechslung von Sawa, die richtiggehend sauer war für eine zurückhaltende Japanerin, genauso wie dann auch Ogimi. Alle anderen haben sich überrollen lassen.

    Wenn die Mannschaften, die von den technischen und taktischen Voraussetzungen sich nicht auf die grundlegenden Sachen besinnen und diese pflegen, wird das nächste Finale zu Recht USA – England heißen, weil man dann allein mit körperlicher Fitness und eine aggressiven Grundeinstellung jedes Spiel gewinnen kann.

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  • egjowe sagt:

    @Karl

    Für ihre Siege 1924 und 1928 bei den olympischen Spielen
    gab es jeweils auch einen Stern, weil vor 1930
    noch keine Weltmeisterschaften ausgetragen wurden.
    Das Trikot hat 4 Sterne.

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  • Zaunreiter sagt:

    @Jan: Deine Sterne-Statistik halte ich für Firlefanz. Warum das bisher noch niemand geschrieben hat, weiß ich nicht. Aber „wir“, also Deutschland, brauchen kein Trostpflaster.
    Wir wollten doch mal weg von der Sichtweise, dass alles eine Sportart ist. Deshalb gibt es den Fußball, der von Männern gespielt wird und den, der von Frauen gespielt wird.

    Ich fand es gut, dass Französinnen und Engländerinnen ohne den Stern auf der Brust, der von ihren jeweiligen Männern errungen wurde, gespielt haben. Die Norwegerinnen trugen den ihren und die beiden bei Deutschland und den USA. Selbst die Spanierinnen haben auf den Stern ihrer Männer verzichtet. Die einzigen, die mit den fünf Sternen aufliefen, waren die Brasilianerinnen. Warum auch immer.
    Und die norwegischen Männer laufen bei ihren Länderspielen ja auch sternelos auf.

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  • Hitzfeld09 sagt:

    PS: Es gibt nach den drei letzten, enttäuschenden Auftritten nun eine bisher nicht gekannte mediale Aufmerksamkeit für die Zukunft des dt. Frauenfußballs, dokumentiert auch durch die Süddeutsche Zeitung:

    http://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-wm-der-frauen-visionaere-gefragt-1.2553716

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  • egjowe sagt:

    @Hitzfeld09
    Der Artikel gefiel mir gestern beim Stöbern nach Artikeln
    und Kommentaren über unsere Mannschaft auch am besten.
    Sachlich und auf den Punkt kommend.

    Ich hatte mir gestern noch einmal einige Spielabschnitte
    es Endspiels aus meiner Aufzeichnung angesehen.
    Dabei fiel mir sehr positiv auf, wie der japanische Trainer
    seine Mannschaft (selbst) nach dem 0:4 umstellte und einstellte.
    Und nicht ratlos an der Seitenlinie hin und herlief.

    Es zeigte Wirkung und vor allen Dingen,
    er hatte aus der Situation heraus einen Plan B entwickelt.
    Dann noch Sawa, die ihre Spieleinnen mitriss, um sich gegen
    das Unvermeidliche zu stemmen.
    Selbst nach dem schnellen 2:5 machten sie weiter und ihre eigentliche Stärke, das Kombinationsspiel, wurde immer sicherer und besser.
    Damit bauten sie noch einmal enormen Druck auf, der trotz etlicher gut herausgespielter Torchancen nicht zum Erfolg führte.
    Ein Tor 20 Minuten vor Ende der Partie hätte diese noch einmal kippen lassen können.
    Die Japanerinnen haben (leider erst) nach dem 0:4 zu ihrem besten Spiel in diesem Turnier gefunden.
    Für mich werden sie in den Medien viel zu schlecht bewertet.
    Liegt wohl letztendlich doch am Endergebnis.
    Hätte nach den Chancen in den letzten 30 Minuten auch 4:5 oder besser enden können.
    Ich gratuliere den Japanerinnen zu dieser Leistungssteigerung und ihrer Einstellung, niemals aufzugeben.
    Dank eines innovativen Trainers, der früh (nach 30 Minuten) die richtigen Schlüsse gezogen hat, auch wenn schon zu diesem Zeitpunkt der Spielstand bereits Aussichtslosigkeit signalisierte.

    Die Schiedsrichterin Monzul hat mich mal wieder aufgeregt mit ihren kleinlichen Korrekturen bei Freistößen, Ecken und Einwürfen.
    Nochmal einen halben Meter zurück oder ihr dürft euch nicht umarmen !
    Vielleicht hat sie Bedenken, dass sie keiner bemerkt,
    obwohl das dann immer die besten Schiedsrichterinnen sind.
    Erinnert sich noch jemand an die Schiedsrichterin im Spiel Deutschland-Thailand??
    Wahrscheinlich nicht, weil vollkommen unauffällig und damit sehr gut.

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  • Carly B sagt:

    Die hier mehrfach erhobenen Manipilations- und Verschwörungstheorien sind für mich nicht nachvollziehbar. Nimmt man die letzten Meisterschaften als Grundlage spielen M.E. bei “ normalen “ Ergebnissen während der Gruppenphase
    in einem Pool Japan (Weltmeister), Schweden (WM-Dritter), Kanada (Halbfinale OL) und Norwegen( EM-Zweiter)
    und in dem zweiten Pool USA( WM-Zweiter u. OL-Sieger), Frankreich (WM-Vierter und Ol-Halbfinalist) sowie Deutschland (EM-Sieger).
    Ich sehe da nominell keine gravierende Unterschiede auf dem Weg zum Endspiel.

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  • Jan sagt:

    @egjowe: Dass Asiaten nie aufgeben, war schon häufig zu bestaunen.

    @Zaunreiter: Wieso sollen Männer- u. Frauenfußball denn unterschiedlich sein? Bei beiden gelten (inzwischen) dieselben Regeln. (Früher dauerte ein Frauenfußballspiel 80 Min.) Im Eishockey u. Baseball/Softball hingegen gelten abweichende Regeln.

    Nach Deiner verqueren Logik – partout zwischen Männer- u. Frauensportarten zu trennen – müssten Mixed-Wettbewerbe (z.B. im Tennis od. Biathlon) ja wiederum eine völlig neue Sportart darstellen. So ein Quatsch. Ich finde, da sollte Dein Feminismus, der Dir gegönnt sei, nicht übers Ziel hinaus schießen.

    Und wieso soll man Sterne nicht mal unkonventionell addieren dürfen? Denn es zeigt Deutschlands Qualität, als einziges Land bei Frauen UND Männern Sterne geholt zu haben – und das sogar jeweils mehrfach! – Frage: Welchem Land traut Ihr das am ehesten als nächstes zu? (Ich: vllt. Frankreich 2019?)

    Normalerweise tragen die Männer ihre Sterne, und die Frauen die ihren. Nur eben Brasilien handhabt es (bisher noch) anders. Glaub‘, Norwegen trug bei der WM 2015 zum 1. Mal einen Stern, oder?

    Und wer wie Zaunreiter der Meinung ist, Deutschland brauche kein Trostpflaster, darf gerne weiter auf der dt. Frauen-Nationalmannschaft rumhacken. Ich hab jedenfalls mal gelernt, dass man auf Jemanden am Boden liegenden nicht länger rumtrampeln soll. Oder habt Ihr gesehen, ob auf Lavogez, Bassett, Iwashimizu, Kaihori, Sasic od. Kemme “rumgetrampelt“ wurde? – oder ob sie getröstet werden mussten?

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  • egjowe sagt:

    @CarliB

    So kann man das natürlich auch verdrehen.

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  • Zaunreiter sagt:

    @Jan: Ich hacke nicht auf der deutschen Nationalmannschaft herum. Ohne die hätte ich mich nicht seit 2007 mit dem FF beschäftigt. Aber wie das halt so ist: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und im Laufe dieser Zeit habe ich so einiges an Schatten gesehen.
    Wenn ich denn herumhacke – so wie du das bezeichnest – dann kritisier ich das Arbeitsverhalten der Golfspielerin aus dem Siegerland. Das grenzt übrigens an meinen hessischen Heimatkreis.
    Mein Trostpflaster sähe so aus. Silvia Neid und ihre Schwestern im Geiste überlassen den Frauenfußball und die dazugehörige Jugendarbeit anderen Personen. Das würde Innovationen bringen. Sieht man ja auch in England, wo Hope Powell vor die Tür gesetzt wurde. Und hoffentlich begreift man das auch in Spanien. Frankreich ist zu Bergeroos Zeiten besser als noch unter Bini.
    Dann wäre auch Schluss mit diesen seltsamen Ehrencodices. Der Weg dieser Codices ist mit vielen hoffnungsvoll gewesenen jungen Spielerinnen gepflastert. Für diese Frauen sollte jeden Abend eine Kerze im Fenster aufgestellt werden. Nur hab ich leider nicht so viele Fenster.
    Und so lange eine Silvia Neid in Amt und Würden ist, so lange unterstütze ich eben nicht die deutsche Frauen-Natio. Da halte ich es doch lieber aus meiner francophilen Neigung mit Frankreich. Oder mit der Schweiz, den USA oder England.

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