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Schluss mit der Schönfärberei!

Von am 2. Juli 2015 – 2.33 Uhr 78 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat durch eine 0:2-Niederlage gegen die USA den Einzug ins Finale der Frauenfußball-WM in Kanada verpasst. Doch es war nicht Pech, das die DFB-Elf ausgebremst hat.

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Zugegeben: Das Glück war der deutschen Frauenfußball-Nationalelf im WM-Halbfinale gegen die USA nicht hold. Erst verschoss Célia Sasic einen Elfmeter, dann gab es einen fragwürdigen Elfmeter für die Amerikanerinnen. Dennoch: Verdient hätte die DFB-Elf den Finaleinzug nach den Leistungen gegen Frankreich und die USA nicht. Schon das Erreichen des Halbfinales kam unter glücklichen Umständen zustande. In den Duellen mit den neben Japan beiden besten spielerischen WM-Teams aus Frankreich und den USA traten sowohl die individuellen als auch die taktischen Defizite offen zutage. „Wie wir uns im Verein technisch weiterentwickeln müssen, so muss sich auch die Nationalelf technisch weiterentwickeln, dass man sich auf engem Raum fußballerisch befreien kann. Frankreich und Japan haben im Spielaufbau Vorteile“, sagt etwa VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann.

Nur zwei Weltklassespielerinnen
Das Prädikat Weltklasse verdienten sich innerhalb der DFB-Elf nur Torhüterin Nadine Angerer und mit Abstrichen Simone Laudehr. Das ist heute zu wenig, um den WM-Titel zu holen. Spielerinnen wie Annike Krahn mögen über reichlich Erfahrung sowie ein gutes Auge und Stellungsspiel verfügen, in der Endphase einer WM ist das auf dem Topniveau gegen Gegner mit individuellen Einzelkönnerinnen wie etwa Alex Morgan aber nicht mehr genug. Dabei stand auf der Bank in der dreifachen Champions-League-Siegerin Josephine Henning eine bessere Alternative bereit. Im gemeinsamen Verein Paris St. Germain spielte Krahn in der Regel nur, wenn Henning verletzt war.

Sasic mit Defiziten
Auch Célia Sasic blieb den Beweis der Weltklasse einmal mehr schuldig. In 1:1-Situationen gegen starke Abwehrspielerinnen kann sie sich trotz allen Bemühens nicht durchsetzen, bei der Ballannahme und Ballmitnahme hat sie weiterhin technische Defizite. Auch wenn es womöglich vor allem dank dreier Tore gegen Fußballzwerg Elfenbeinküste und zweier verwandelter Elfmeter für den Goldenen Schuh als beste WM-Torschützin reichen wird – Oleg Salenko, Torschützenkönig der Männer-WM 1994, lässt grüßen, der fünf seiner sechs Treffer in einem einzigen Spiel gegen einen unterlegenen Gegner erzielte. Auch andere Spielerinnen müssen sich hinterfragen, ob sie genug dafür tun, ihre individuellen Schwächen abzustellen.

Zu früh zufrieden
Bei der WM zeigte die DFB-Elf eine gute Halbzeit gegen Norwegen, holte einen überzeugenden Sieg gegen allerdings schwache Schwedinnen und bot eine kämpferisch ansprechende Leistung gegen Frankreich. Unterbewusst hat sich eine gewisse Selbstzufriedenheit breit gemacht. So wurden die erfolgreiche Olympia-Qualifikation und das Erreichen des WM-Halbfinales bereits vor dem Spiel gegen die USA als großer Erfolg gewertet. Nicht unbedingt der Nährboden für eine weitere Leistungssteigerung. Diese schmerzhafte Erfahrung musste auch schon Paris St. Germains Trainer Farid Benstiti vor dem Champions-League-Finale gegen den 1. FFC Frankfurt machen, als er seinem Team öffentlich attestierte, mit dem Finaleinzug bereits mehr als erwartet geleistet zu haben und somit den Druck aus dem Kessel nahm.

Kein Überraschungsfaktor
Nach der durchwachsenen Leistung gegen Frankreich gegen die USA eine nahezu unveränderte Startformation aufzubieten, setzte ebenfalls ein falsches Signal sowohl an die Spielerinnen auf dem Platz wie die auf der Ersatzbank. Taktisch erinnerte das Halbfinale fatal an das Viertelfinale gegen Japan vor vier Jahren. Schon gegen Frankreich war das 4-2-3-1-System nicht die beste Variante, gegen die USA blieben überzeugende taktische Umstellungen vor und während des Spiels aus.

Enttäuschung bei der DFB-Elf nach dem Halbfinalaus.© Nora Kruse, ff-archiv.de

Enttäuschung bei der DFB-Elf nach dem Halbfinal-Aus © Nora Kruse, ff-archiv.de

Falsche Signale
Ganz anders der Gegner, dem mit dem Wechsel von Carli Lloyd in eine offensivere Position mit vielen individuellen Freiheiten ein entscheidender Schachzug gelang. Dass dann ausgerechnet die noch angeschlagene Dzsenifer Marozsán in der Schlussphase als einzige Einwechselspielerin die Kohlen aus dem Feuer holen sollte, passte da in das Gesamtbild. Genauso wie das falsche Signal, trotz eines Rückstands eine gleichermaßen vorlagenstarke wie treffsichere Stürmerin vom Platz zu holen und durch eine Mittelfeldspielerin zu ersetzen.

Kein Plan B
Wie vor vier Jahren verstand es Bundestrainerin Silvia Neid nicht, mit einem wie auch immer gearteten Wechsel, sei es einer taktischen Änderung auf dem Feld oder individuell von der Bank, frische Impulse zu setzen. Ein Plan B war wie schon damals in Wolfsburg nicht zu erkennen. Es wurde verpasst, in der Schlussphase das starre taktische Korsett aufzubrechen – wenigstens hätte man es allein schon wegen der Signalwirkung auf die eigenen und die gegnerischen Spielerinnen probieren können.

Bell: „Deutschland hat nur reagiert“
Colin Bell, Trainer von Champions-League-Sieger 1. FFC Frankfurt, sagt: „Die deutsche Mannschaft hat nur reagiert, nicht agiert. Dabei ist sie in der Lage, ein Spiel zu dominieren.“ Und so bleibt auf den Tag genau zehn Jahre, nachdem Silvia Neid das Amt übernommen hat, wie schon bei der Heim-WM das Bild einer eher ratlosen Neid in den Köpfen hängen. Doch auch auf dem Feld vermochte es keine Spielerin, mit einer ungewöhnlichen Aktion Akzente zu setzen. Womöglich, weil Individualität und individuelle Geniestreiche im von der U15 an gelehrten, einheitlichen taktischen Konzept des DFB keinen Platz haben und auch nicht honoriert werden.

Schönfärberei statt kritischer Analyse
„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Neid auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen die USA. Bleibt zu hoffen, dass zumindest nach Turnierende die Schönfärberei in der Schublade verschwindet und Platz schafft für eine schonungslose, kritische Analyse. Denn es gilt noch bevor der Staffelstab an Steffi Jones weitergereicht wird, sich kritische Fragen zu stellen. Etwa, wie die individuelle, technische Ausbildung der Spielerinnen optimiert werden kann, mit welchen Mitteln man in den kommenden Jahren den zunehmenden Trend des ballbesitzorientierten Kombinationsfußballs begegnen will und wie man in Zukunft den Spielerinnen ein größeres taktisches Know-how verpasst. Dabei sollten auch externe Experten ein Wörtchen mitreden dürfen, wie es etwa bei der Männer-Nationalmannschaft unter der Leitung von Urs Siegenthaler bereits seit Ende 2004 praktiziert wird.

Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

78 Kommentare »

  • Kicker20 sagt:

    Endlich mal alles klar ausgesprochen und zusammengefasst!
    Dieses Schöngerede ist kaum zu ertragen.
    Zudem hätten viele weitere Spielerinnen das Potenzial zu „Weltklassespielerinnen“,wenn man diese denn auf ihren eigentlichen Positionen spielen lassen würde.
    Neid hat lange Jahre gute Arbeit geleistet,keine Frage.Allerdings hat sich der Frauenfußball in den letzten Jahren weiterentwickelt,ist technisch stärker und kreativer geworden.Und genau diesen Punkt hat frau Neid verpasst,der Frauenfußball funktioniert eben nicht mehr wie vor 8 Jahren. Zudem dieses krampfhafte Klammern an einigen Spielerinnen wie Krahn oder Sasic in jedem Spiel,egal wie schlecht die jeweilige Leistung ist.
    Die Frage ist da zum Beispiel auch,warum nach dem Ausfall von Keßler und Alushi keine Kreativspielerinnen (nach-)nominiert wurden.
    Aber gut,man kann dies nicht mehr ändern.Allerdings hoffe ich,dass es wirklich einen Umbruch in nächster Zeit mit dem Trainerwechsel usw. gibt.

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  • balea sagt:

    Danke Herr Juchem,

    sehr wichtige und richtige kritische Anmerkungen. Nachdem ich heute abend noch Frau Fitschen in einem ZDF Interview habe sagen hören, dass die Mannschaft „doch sehr gut gegen den Ball gearbeitet“ hätte (und Wechsel deswegen sowieso nicht nötig gewesen wären), kann ich nur sagen: Ich würde mir mal eine deutsche Frauschaft wünschen, die auch mal sehr gut MIT dem Ball arbeitet. Aber das setzt wohl ein Umdenken voraus. Hoffentlich kein Wunschtraum.

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  • BirgitsStiefsohn sagt:

    Die Äußerungen von Sylvia Neid und Doris Fitschen nach der Niederlage konnten einem wirklich erstmal die Sprache rauben. Vielleicht hatte das wirklich nur taktische Gründe, um den Druck von den Spielerinnen zu nehmen. Aber so geht das nicht.
    Wenn man sieht, welch begeisterndes Spiel die vorher wesentlich schwächer einzuschätzenden Engländerinnen gegen Japan geliefert haben, dann kann einem für das Spiel um den dritten Platz wirklich bange werden.

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  • Thomas Oeckenpöhler sagt:

    Lieber Markus Juchem, sie sprechen mir aus der Seele. Ich war vom Deutschen Spiel auch sehr enttäuscht. Die Frauschaft war zu defensiv ausgerichtet und es fehlte der Zug zum Tor. Olympia Quali ist schön, aber Steffi sollte die Chance bekommen das Team darauf entsprechend vorzubereiten. Wen wundert es ernsthaft, das Maren Meinert kein Interesse hat, die Erste zu betreuen. Leider ist man / Frau beim DFB nicht bereit Personal zu beschäftigen das auch mal kritische Anmerkungen macht. MVT wurde nicht zum Traineramt eingeplant, weil sie sagt wo der Schuh drückt. Schade. Trotzdem natürlich viel Erfolg im Spiel um Platz drei und WM – Bronze gegen England.

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  • Wolfsburg Fan sagt:

    Ich hab euch oft gewarnt dass wenn wir ohne Spielmacherinnen im Mittelfeld und zwei vernünpftige Flügelspielerinnen gegen Mannschaften wie USA oder Frankreich Schwierigkeiten haben werden.
    Ich hatte schon von Anfang an ein ungutes Gefühl im Magen, da wir bei der WM ohne ein vernünpftiges Mittelfeld (+Spielmacher) und Flügelspielerinnen aufgetreten sind, Laudehr rechts wirkte für mich im Schweden Spiel nicht mehr fit genug und Popp lief die ganze WM wie Falschgeld herum und konnte keine vernünpftigen Flanken oder Pässe kreieren und dribble stark ist sie auch überhaupt nicht, Popp war und ist links außen völlig falsch auf der Position.
    Leupolz & Goeßling haben beide als Mittelfeld Akteure überhaupt nicht funktioniert geschweige harmoniert. Leupolz ist für mich die größte Enttäuschung in der Mannschaft gewesen, sie macht viele Fehlpässe, verliert leicht den Ball, hat kaum Spielintelligenz… In der Bundesliga haben wir mit Ramona Petzelberger und zwei andere die besser sind als Leupolz.

    Technisch und Taktisch MUSS sich schnell was tun in den Bundesliga frauen Klubs, damit das Rumpelfußball in der Nationalmannschaft endlich aufhört, so gewinnt man heute keine WM’s mehr. Wir sollten uns ein Vorbild an Lyon und der französischen Nationalmannschaft nehmen.

    Kann mir das einer beantworten :-/ Wieso wurden Spielerinnen die eine super Saison gespielt habe z.B. Anna Blässe, Peggy Kuznik, Marith Prießen & Sandra Starke völlig ignoriert aber dafür schwache wie Lotzen & Bartusiak in den Kader berufen?

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  • timmy sagt:

    Im Spiel um Platz 3 spielen dann 10 Neue von Beginn. Neid kann sagen, sie hat allen eine Chance gegeben und der standesgemäße Sieg wird dann als erfreulicher Abschluss gefeiert.

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  • Gregor Schürer sagt:

    Sehr richtig und wahr. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum Neid nach dem 0:1 gegen die USA – da waren immerhin noch 20 Minuten zu spielen – nicht sofort zwei neue Spielerinnen gebracht und die Taktik auf Volloffensive umgestellt hat. Außerdem lag unser Problem in der Defensive m.E. nicht an den beiden Außenverteidigerinnen Tabea und Leonie, die stark gespielt haben, sondern an den Innenverteidigerinnen Krahn und Bartusiak. Und im Mittelfeld an einer schwachen Lena Goeßling, die nach vorne überhaupt keine Akzente setzen konnte und sehr viele Fehlpässe fabriziert hat Und auch in der Offensive gibt es Alternativen. Nicole Rolser ist mit den FC Liiverpool englischer Meister geworden und hat eine bärenstarke Saison auf der Insel gespielt..

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  • Sven sagt:

    Vermutlich gibt’s am Samstag wieder ein Grottenkick gegen eine allenfalls mittelmäßige englische Mannschaft, obwohl Frau Neid wohl vorher wieder ein „Spiel auf Augenhöhe gegen ein Topgegner“ prognostizieren dürfte….

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  • Schelle sagt:

    Sehr guter Kommentar Herr Juchem.

    Ich sehe ähnliche Defizite
    – Starres System
    – Mentales Einlullen (eventuell ein wenig verständlich als Result auf den wohl zu hohen Druck während der WM 2011 – aber die US hat von Anfang an gesagt wir wollen Weltmeister werden – bei uns war man scheinbar schon mit dem HF zufrieden – das war wohl leider auch ein wenig in den Köpfen drin)

    Auch der Nachwuchsbereich macht wenig Hoffnung. Wir haben keine Spielerin mehr, die den Unterschied ausmachen kann. Wenn ich mir die nun kommenden Jahrgänge anschaue mache ich mir Sorgen: Ich sehe da Leupolz und Bremer evtl auch noch Daebritz. Und dann kommt meiner Meinung nach nicht mehr viel die nächsten Jahre. Wir bekommen viele gute Bundesligaspielerinnen aber ich sehe kein Talent, was in der DFB Elf den Unterschied ausmachen kann.

    Da ist außer den genannten keine mehr mit großem Potential in der U20 Mannschaft gewesen, die Weltmeister wurde. Aus der U17, die vor 2 Jahren Europameister wurde stachen Sehan, Specht, Hartig und Walking heraus. Alle werden in der A-Nationalmannschaft leider keine Bäume ausreißen (geschweige denn sie je erreichen).

    Ähnliches sage ich für die Spielerinnen der aktuellen U17 voraus. Krug hat mir da noch am besten gefallen. Aber ist sie schnell genug für die internationale Spitze?

    Ich habe Probleme zu verstehen, wieso viele U15 Mannschaften von Bundesligavereinen nicht in Jungenklassen spielen. Ich glaube nicht, dass Spielerinnen, die mit 13 und 14 außschließlich mit anderen Mädchen trainieren und auch außschließlich gegen Mädchen spielen, später das Durchsetzungsvermögen, die Ausgebufftheit, die Individualität und die Physis haben werden um international auf hohem Niveau bestehen zu können.

    Früher hatten viele Vereine noch die Gelegenheit, mit ihrer U17 Mannschaften in Jungenklassen mitzuspielen (Turbine in der Jungen Brandenburgliga). Aber seit Einführung der U17 Bundesliga ist das nicht mehr möglich. Das mag gut sein für den Breitensport und für die Mädels mag es angenehmer sein, sich nur untereinander zu messen. Aber ob das auch gut für die Entwicklung potentielle Spitzenspielerinnen ist wage ich zu bezweifeln.

    Und noch ein abschliessendes Wort an Wolfsburg Fan und co. Bei aller berechtigter Kritik – in einem Punkt sehe ich keine großen Defizite. Ich sehe keine Spielerin, die von Neid nicht nominiert wurde, welche uns in den Spielen gegen Frankreich und den USA entscheidend weitergeholfen hätte.

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  • FFFan sagt:

    Bin mit den Aussagen des Artikels weitgehend d’accord, aber diese Passage ist unzutreffend:

    „Im gemeinsamen Verein Paris St. Germain spielte Krahn in der Regel nur, wenn Henning verletzt war.“

    Das mag in der Hinrunde so gewesen sein, aber in der Endphase der Saison, z.B. auch im CL-Finale, spielte A.Krahn, obwohl J.Henning wieder fit war. Außerdem hat Krahn im Viertelfinale eine überragende Leistung gezeigt und wurde zu Recht von allen gelobt. Ob Henning das genausogut hinbekommen hätte, wissen wir nicht.

    P.S. @ Markus:

    Könntest du bitte skizzieren, was genau du unter „ballbesitzorientiertem Kombinationsfußball“ verstehst?

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  • Michele sagt:

    Ich kann mich immer noch nicht beruhigen: Was Neid und Fitschen da in Interviews von sich geben, ist einfach nur traurig!
    Warum hat sie nur einmal gewechselt? Ach ja, man hat ja gut gespielt!
    Nach der WM wird man sich dann hinstellen und sagen, dass alles toll!

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  • wfm sagt:

    Journalisten haben ja das Pech, dass sie stets etwas schreiben müssen, ob es nun gerade passt oder nicht. Ich kann mich den Lobhudeleien von Markus Juchem hier und heute leider nicht anschließen. Obwohl ich ihn sonst als einen der wenigen kompetenten Beobachter der Frauenfußballs sehr schätze. Von den übrigen selbsternannten Experten für Frauenfußball erwarte ich ja nichts anderes. Aber was bitteschön erwarten sie von einer Trainerin deren Mannschaft gerade ein riesige Enttäuschung erlebt und zugleich ein wichtiges Spiel gegen einen erneut sehr starken Gegner auszutragen hat? Dass sie sich hinstellt, Selbstkritik oder gar Kritik an ihrer Mannschaft übt? Absurd! Kein Wunder also, dass sich Neid vor ihre Mannschaft stellt Wenn es einen Grundsatz für erfolgreichen Leistungssport gibt dann den, dass die volle Konzentration immer der nächsten Aufgabe gelten muss.
    Ich verstehe auch viele Entscheidungen von Neid nicht. Dennoch ohne alles schön reden zu wollen. Für eine sportlich faire Beurteilung – nach dem Spiel um Platz 3 – sollte man sich doch an ein paar Dinge erinnern, auch wenn es schwer fällt.
    Die deutsche N11 hatte von allen Spitzenmannschaften die kürzeste Vorbereitungszeit. Darüber hinaus könnte das bisherige Pfund deutscher Mannschaften, die Wettkampfhärte durch die starke und ausgeglichene Liga sich für dieses Turnier als Handicap erweisen bzw. erwiesen haben. Die Spielerinnen welcher anderen Mannschaft hatten eine vergleichbare Belastung vor dem Turnier durch eine derart harten Saison hinter sich, nicht nur mit englischen Wochen sondern Monaten? Von daher wird vielleicht verständlich warum die sonst für ihre Fitness bekannte deutsche Mannschaft es bei dieser WM nicht geschafft hat, ihr Spiel über 90 Minuten durchzuziehen. Die deutsche Mannschaft hat zudem die schwerwiegendsten Ausfälle zentraler Spielerinnen mit Keßler, Maro und Lira, die überhaupt nicht 1 zu 1 zu ersetzen sind (so Kellermanns Worte zu Keßler) und von daher auch taktische Flexibilität erschwerten, die ich mir auch gewünscht hätte. Schließlich und endlich sei daran erinnert, dass die deutsche N11 den härtesten Weg über Norwegen, Schweden und die USA zu bewältigen hatte.
    Alles das wird in den Kommentaren nicht mal erwähnt, sondern völlig ausgeblendet.

    Ob es Veränderungen bei der N11 geben muss, welcher Art auch immer, soll damit gar nicht abgebügelt werden.

    Übrigens hätte das Spiel gegen die USA auch ganz anders laufen können. Es hätte die fällige rote Karte für die Notbremse gegen Popp gegeben und Celia verwandelt den 11 Meter. Die USA müssen in Unterzahl aufmachen und bieten Raum für Konter, den die deutsch N11 dann nutzen kann. Sie gewinnen das Spiel und werden dann am Ende sogar Weltmeister. Alles wäre dann in Butter und die Spielrinnen der deutschen N11 wären Weltklasse! Oder doch nicht?

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  • Schnappa sagt:

    Klasse auf den Punkt gebracht! Ich weiß nicht was mich mehr ärgert: Die Niederlage oder der anschließende Umgang damit seitens der Verantwortlichen, welche sich nicht verantwortlich fühlen wollen.
    Meine generelle Meinung zu dem Thema hat sich seit 2013 auch nicht geändert:
    http://www.womensoccer.de/2013/07/17/ideenlose-dfb-elf-unterliegt-norwegen/#comment-630637

    @timmy
    Für die betroffenen Spielerinnen würde ich das sehr hoffen. Und am Ende überzeugt die eine oder andere sogar noch mit guter Leistung.

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  • waiiy sagt:

    Sehr guter Kommentar!

    Übrigens kann man Angerer als Werltklassespielerin in 3 Tagen auch streichen, da sie ja nicht mehr in der N11 spielen wird.

    Ich glaube nicht, dass es gegen diese Engländerinnen zum Sieg reichen wird und das wäre auch nicht gut.

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  • Schelle sagt:

    Und noch ein Wort zum System.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass der DFB im Frauenbereich auf „Teufel komm raus“ das niederländsiche System der 90er Jahre kopieren möchte. Man spielt in allen Jugend- und Senioren Mannschaften nur ein System. Dieses System galt lange Zeit als das non plus ultra System.

    Nun muss man wissen, dass die Niederlande, als sie mit diesem System Erfolg hatte, auch immer herausragenden Individualisten in ihren Reihen hatte. Und auch in den Niederlanden gilt das System nicht mehr als unantastbar (van Gaal ist sogar während der WM 2014 davon abgewichen).

    Auch hier heißt es sich in der Tat zu hinterfragen. Der neuere und erfolgreichere Trend scheint Flexibilität zu sein.

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  • opossum69 sagt:

    Sehr guter Artikel!Aber der Hund liegt schon viel tiefer begraben in den Zulieferern. Findet in den einigermaßen etablierten Vereinen noch eine gute Jugendarbeit statt, wird diese doch auch da meistens im Amateurstatus ausgeführt. Spätestens im Frauenbereich ist dann der Hobbycharakter der Tod jeder qualitativen Weiterentwicklung in eine Richtung, die den im o.g. Artikel auch nur irgendwann annähernd nahe kommen. Qualität kostet Geld, im Jugendbereich und im Frauenbereich erst recht, wenn man die Frauen und Mädels nicht nur im studentischen Konsens beschäftigen will.Die wenigsten können sich ab diesem Alter so weiter entwickeln, dass sie qualitativ in den gewünschten Bereich kommen.

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  • waiiy sagt:

    Ich finde, dass in Deutschland zuviel „gleich gemacht“ wird. Alles sind immer gleich wichtig. Und wenn man jemand den Status „Star“ bekommt, dann ist es ein Mensch, der von der ganzen Mentalität dafür gar nicht geeignet ist (Marozsan) und eigentlich eher der Künstler ist. Dadurch fehlen am Schluss Figuren, die in schwierigen Situationen das Heft in die Hand nehmen und Spiele drehen können.

    Bei uns gibt es keine Lloyd, zu der alle hinschauen, keine Rapinoe oder Wambach, die ein ganzes Stadion auf den Kopf stellen, wenn sie eingewechselt werden, keine Sawa, die man mit 37 zurückholt, weil sie selbst als Einwechselspielerin die Mannschaft mitreißt.

    In der Bundesliga fällt das gar nicht auf, weil es da sowieso keine Spielerin gibt, die das macht (jaja, jetzt kommen Fischer, Garefrekes, Behringer und Kemme aus der Kurve, aber das sind in meinen Augen keine Stars).

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  • Andreas sagt:

    Auch von mir großes Lob. Sehr guter Artikel. Diese Schönfärberei ist echt schwer zu ertragen. Und damit ist für mich nicht gemeint, dass sich die Bundestrainerin schützen vor die Manschaft stellt, aber so zu tun als ob jetzt alles toll wäre, nur weil man wieder unter den besten 4 Manschaften der Welt war, geht einfach nicht. Aber zu soviel Selbstkritik ist SN wahrscheinlich einfach nicht fähig. Und wenn der einzige Lernprozess der letzten WM eine größere Lockerheit war, und dass sie jetzt von allen Spielerinnen geduzt werden darf, ist das eben zu wenig. Eine Bundestrainerin müsste sich ja eigentlich ständig hinterfragen und das Spielsystem an aktuelle Entwicklungen und auch das vorhandene Spielerpersonal anpassen. So ist Löw 2014 Weltmeister geworden. Aber genau das passiert bei den Frauen nicht. Und wird es wahrscheinlich auch bis zur Olympiade nicht geben.
    Diese Schönfärberei gibt es ja aber nicht nur beim DFB. Auch die Leitmedien spielen das Spiel mit. Die Kommentatoren von ARD und ZDF sind in ihrer Lobhudelei oft kaum zu ertragen. Einzig Kim Kulig hat da mal etwas frischen Wind reingebracht. Und jetzt habe ich doch auch tatsächlich mal einen kritischen Artikel auf der Webseite vom ZDF gefunden, was mich total überrascht hat:

    Ich wünsche unseren Mädels aber trotzdem einen versöhnlichen Abschied und einen Sieg im Spiel um Platz 3. Schon weil so eine WM ja eine der wenigen Gelegenheiten ist, wo das Zuschauerinteresse im Fernsehen mal etwas höher ist. Soweit geht es dann doch nicht, dass ich auf eine Niederlage hoffe, nur damit die Kritik an SN noch lauter wird.

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  • Floria Buechting sagt:

    Huhu zusammen,
    erstmal Kompliment, gut gebrüllt, Meister Markus 🙂

    Ich kann dem Ganzen hier nur zustimmen, auch wenn ich dem „Elend“ aus beruflichen Gründen nicht immer live und vollständig beiwohnen konte. Das Team wirkt – wie schon zu „meinen“ letzten Frauenfussball-Jahren 2009 und 2010 – oft etwas holzig, starr… Fast stur… und damit ist es auch leicht auszurechnen. Es fehlen mir auch ein paar Beißer und Typen. Eigentlich kann ich im ersten Blick nur mit Nadze und Simon voll identifizieren, spannende – und offenbar auch durchaus talentierte – Gesichter wie Lena Petermann finden zu wenig statt, Spielerinnen mit hohem Potential wie Lena Gößling wirken gehemmt – engagiert, aber manchmal fast hilflos. Dazu werden Spielerinnen aufgeboten, für die auch mit der wenigen Zeit, die ich in die Bundesliga investiere, bessere nicht-nomminierte Alternativen aus der Heimat oder der Ersatzbank nennen könnte.

    Es ist ein Geschenk, bei dieser WM sich erst am vorletzten Tag verabschieden zu müssen, aber es müssen klare Worte wie die von Markus gefunden werden, wenn man nicht einen dauerhaft nachhaltigen Schaden für den Frauenfußball erzeugen möchte. Schließlich ist die N11 immer noch der Publicity-Motor für den Sport in Deutschland, auch wenn es stärker werdende Events wie die Champions League gibt.

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  • translate sagt:

    @wfm
    „Aber was bitteschön erwarten sie von einer Trainerin deren Mannschaft gerade ein riesige Enttäuschung erlebt und zugleich ein wichtiges Spiel gegen einen erneut sehr starken Gegner auszutragen hat? Dass sie sich hinstellt, Selbstkritik oder gar Kritik an ihrer Mannschaft übt? Absurd! Kein Wunder also, dass sich Neid vor ihre Mannschaft stellt Wenn es einen Grundsatz für erfolgreichen Leistungssport gibt dann den, dass die volle Konzentration immer der nächsten Aufgabe gelten muss.“

    Deine Aussage hört sich für mich nicht wirklich stimmig an.
    Auch hat Markus hier keine „Lobhudelei“ angestimmt, sondern es geht um die völlig lachhaften („traurigen“/@Michele) Lobhudeleien von SN, die so alt sind wie ihre Trainerzeit beim DFB.

    Es geht auch nich um das „Sich-vor-die-Mannschaft-stellen“ – das Traurige oder Lachhafte ist ja nicht die Mannschaft, sondern der/die, die für diese Leistung verantwortlich ist und IMMER WIEDER (nicht nur gerade hier, in diesem Fall) NICHT in der Lage ist das eigentliche Problem, die Vermeidung von Selbstkritik zu SEHEN und stattdessen (wie immer in solchen Situationen) die Masche mit dem Verleugnen dessen präsentiert, was eigentlich offensichtlich und eigentlich jeder gesehen hat.

    Warum sie dieses Theater immer wieder so abspult (wie im konkreten Fall) ist natürlich eine andere Frage und bestimmt sehr vielschichtig … fehlende (Selbst)Courage kann z.B. eine Ursache sein, dass Sie sich mit solchen Aussagen immer wieder (selbst) lächerlich macht.
    Das zu ergründen geht hier natürlich zu weit – mich nix an – und darf sie sowieso auch ganz für sich selbst ausmachen.

    Dieses Verleugnungspotential (Realitätsverlust?) war auch schon (um ein klassisches Beispiel zu nennen) 2011 nach dem Viertelfinale gegen Japan präsent – WAS!? hat sich seitdem geändert?!?

    Wie gesagt, @wfm, es geht NICHT um die Mannschaft (I LOVE these girls!) es geht um die Trainerin … und die verkrusteten Strukturen, die dahinterstehen und die sie (in so „trauriger“ Weise) repräsentiert!

    @Markus, sehr guter ‚Anstoß‘!

    @waiiy- ein „Star“ ist, der sich auch mal nackt fotografieren lässt!
    Deswegen haben wir hier so wenige … und sind uns die Amis so weit voraus. 😉

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  • Fußballistalles sagt:

    Stimme dem Ganzen auch zu.
    Und wie waiiy schon sagt,es fehlen einfach „Stars“ bzw. klare Führungsspielerinnen,die das Spiel auch mal komplett an sich reißen oder unter Druck einen kühlen Kopf bewahren und einen kreativen Angriff einleiten plus die mentale Stärke dazu hat.
    Danach sucht man vergebens,auch im erweiterten Kader.
    Die einzige,die das Potenzial dazu hat,ist meiner Meinung nach Nadine Keßler ( Und nein,bin kein Wolfsburgfan),allerdings ist ihr Comeback ja momentan auch noch fraglich.Ich sehe da auch im Nachwuchsbereich momentan schwarz,für mich ist auch da keiner mit großem Führungspotenzial bislang.
    Wir bräuchten zudem einfach eine Trainerin wie MVT, die das Potenzial einer Mannschaft sieht, Spielerinnen aufbauen kann und klar ansagt was Sache ist.

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  • translate sagt:

    PS.
    Meine Frau ist übrigens auch eine dieser Spezies „Ami“ … zum „Star“ hat sie es allerdings auch nicht gebracht.

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  • Ludwig sagt:

    @translate: Was soll das mit dem Nacktfotgrafieren? Frauenfeindlichkeit im Frauenfußball. Genau das hat gefehlt.

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  • wolle sagt:

    Ich bin ja nicht oft ihrer Meinung, aber diesen Artikel würde ich sofort unterschreiben.
    Wie einige schon gepostet haben, verspricht die Zukunft da auch nicht viel Gutes, bin ich auch dabei.
    Für mich gibt es da 2 Gründe.
    1.Liga
    Heutzutage werden Talente bereits mit 15-16 Jahren von den bekannten Vereinen abgeworben um Sie dann in Liga 2 oder auf der Bank versauern zu lassen. Beispiele z.B. Vetterlein oder Magul. Stattdessen setzt man auf erfahrene Kräfte aus dem Ausland. Beim dt. Meister habe ich letzte Saison noch 8 Spielerinnen im Kader aus Deutschland gezählt. Vorbei die Zeiten wo sich sogenannte Ausbildungsvereine in der buli etablieren konnten. Die Ausnahme sind da noch Essen und TP. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese ebenfalls Probleme durch sogenannte Männervereine bekommen.
    Celia, Maier, Gößling und Schult durften in Neuenahr langsam wachsen, andere wie Alushi oder Laudehr taten dies in Duisburg. Wieviele Minuten hatte eine Sehan beim VW-Club letzte Saison in der Buli?

    2. Trainer
    Vorbei die Zeiten, als ein Ralf Peter jede EU im Schongang gewinnen konnte. Er hat als Trainer nach DFB-Statuten wohl das falsche Geschlecht. Geschlecht vor Qualität geht gar nicht, warum müssen alle Trainer weiblich sein? Sorry Fr Bernhart aber Ihre Kompetenz stelle ich in Frage, einen Nachweis ihrer Klasse haben Sie bis jetzt nicht erbracht.
    Warum holt man als Nachfolger von Fr Neid keine erfahrene Kollegin oder Kollegen der auch mal über den Tellerrand schaut. MVT oder Herr Kellermann hätten bestimmt nicht nein gesagt.

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  • Fuxi sagt:

    Markus, das hast Du treffend analysiert, zumindest DFB-seitig. In Kombination mit den Kommentaren von Schelle und opossum69 ergibt das ein schlüssiges Bild des derzeitigen Zustands im deutschen Frauenfußball. Was das angeht, sind wir weiter als die Herren 1994 (wo der EM-Titel 1996 dann ja auch wie bei den Frauen eher hinwegtäuschte, bis bei der Euro 2000 die totale Ernüchterung eintrat).

    Wir zumindest sind weiter. Der DFB leider nicht. Und das ist das Problem.

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  • Lars Marienfeld sagt:

    Ich meine , jetzt alles kaputt zu reden ist der Mannschaft und der Trainerin gegenüber absolut fehl am Platz .Man kann nur die Spielerinnen einsetzen , die man zur Verfügung hat !Als J.Marodzan letztens als Einwechselspielerin das Tor machte , war alles gut .Dieselben „Schreiber “ haben jetzt auf einmal die Weisheit mit Löffeln gegessen !!!Die schlaue „Presse “ hat scheinbar vergessen , das die anderen Länder nicht mehr auf dem Stand wie vor 10-15 Jahren sind .Deswegen liebe Schreiberlinge „Immer den Ball flach halten “ !!!

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  • Doc sagt:

    Irgendwie eine Erlösung, wenn diese WM am Montag vorbei ist. Alles in allem empfand ich sie (nicht wegen der dt. NM) enttäuschend. Ich kann sehr gut auf „Kondensstreifen“ bei Bällen mit Bodenberührung verzichten, wenn ich dafür FF auf ordentlichem NICHTPLASTIKRASEN zu sehen kriege. Auch das nicht besonders sachkundige und auffällig unfaire Publikum war enttäuschend. Die „einflussreichen“ Fehlentscheidungen der Schiris machten es auch nicht interessanter…eher ärgerlicher. Und für das alles soll man die Nacht zum Tage machen? Nix da.
    Die meisten der bisher 50 Spiele waren langweilig. Und die Rolle der dt. NM war mal wieder die des Zwergenkillers und dann die der medialen Maulheldinnen. Bitte weniger in die Kamera erzählen, was man bei der nächsten Begegnung alles tun will…lieber AUCH MAL TUN! Und da liegt dann auch schon der Hund begraben. Wie soll frau etwas tun, was frau gar nicht kann?! Wenn das alles war, was die BT taktisch drauf hat und aus der Truppe herausholen kann, ist sie nahe der Inkompetenz und wurde jahrelang nur durch Glück und Zufall getragen. Natürlich schießt einem FF-Freund sofort die Frage ins Hirn, was wohl passiert, wenn eine MVT die deutsche NM mehrere Jahre trainieren würde. Solange jedoch beim DFB der evolutionäre Imperativ gilt, also Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe wichtiger ist als Qualität, wird es schlimmer werden. Bald wird die taktisch nahe am Offenbarungseid handelnde und in Drucksituationen hilflose BT durch eine unerfahrene Funktionärin ersetzt. Ich bin entsetzt! Zumal die Spielerinnen selbst keine Chance auf Einfluss haben…und ihn sowieso nicht nutzen würden; die sind seit Jahren auf Liebsein und Anpassung trainiert. Sonst gibt’s halt keine Berufung!
    Die einzige Spielerin, der ich ein Aufbegehren mit klaren Worten zutraue, ist verletzungsbedingt nicht dabei.
    Ein paar Ideen zu den Akteurinnen:
    Sasic: Außerhalb des Strafraums besser nicht anspielen. Wer sie für Weltklasse hält, ist einem Hype aufgesessen und verkennt die Realität.
    Mittag: Wenn sie wirklich mal gefordert ist, versagt sie meist. Hatte ihr Pulver schon früh während der WM verschossen.
    Maroszán: Das ewige Talent. Macht in ihrer Grundeinstellung eher den Eindruck einer Hobbyfußballerin. Sofern sie nicht den Verein wechselt und bei einem für sie richtigen Trainer kopfgewaschen und quasi psychisch umgeschult wird, bleibt sie auf dem Wundertütenniveau, den sie seit Jahren hat. Das ewige Wiederholen der Fernsehheinis, sie sei das Beste, das der dt. FF zu bieten hat, wird zunehmend peinlicher.
    Laudehr: Bissig, frech…aber eine L allein kann es nicht richten.
    Krahn: Würde in guten NM anderer Länder nicht berücksichtigt.
    Goessling: Ebenfalls Wundertütenspielerin. Man weiß nie, was einem geboten/zugemutet wird nach dem Anpfiff. Hat nicht die Fähigkeit, ein Mittelfeld zu dirigieren. Eignet sich ganz gut als Beispielerin für eine richtige 10. Haben wir nur nicht.
    Popp: Steckt wohl in einem Leistungsknick. Wer weiß, woran es liegt. Vielleicht zu viele Erfolge mit Wolfsburg gehabt. Sowas hat IMMER Einfluss auf die Spielerpsyche.
    usw.

    Ich habe kein Problem mit verlorenen Spielen. Ich habe ein Problem mit dem vor vielen Jahren eingeschlagenen Weg, den die NM unter Neid genommen hat.
    Au Backe, nun müssen wir dieses Drama noch bis nach den Ol. Spielen mitansehen!

    Sollten die Damen gegen England tatsächlich verlieren, werden auch hier Neid & Co. Gründe finden, warum das schon alles ok ist und der eingeschlagene Weg der richtige sei. Und wenn sie gewinnen, ist ja eh‘ alles in Ordnung.
    Ein psychologisch geschulter Mensch erkennt bei Frau Neid ein klares Muster. Bei wichtigen Niederlagen oder Kritik reagiert sie mit dem Abwehrmechanismus der Verleugnung und der Umdeutung. Leider ist damit die Möglichkeit, aus einer Niederlage die RICHTIGEN Schlüsse zu ziehen und zu verbessern, so gut wie unmöglich.

    Ich möchte eine psychisch anders tickende und taktisch kompetente BT…und die Damen auf dem Grün können und SOLLTEN das vom DFB einfordern. Aber diese NM ist ein Damenkränzchen, wo sich alle lieb haben müssen und das gute Miteinander immer an erster Stelle steht. Solch‘ auf Friedlich und Nett gestimmte Sportler sind dann eben nicht in der Lage, hungrig und mit der Bereitschaft, zur Not auch Dreck zu fressen, zu agieren? Die tapern dann auf die Weise 90 Min. übers Plastikgrün, wie es gegen F und den USA zu „bewundern“ war. Taktisch eindimensional, leicht ausrechenbar und wenig gefährlich.
    Mir erscheinen die auch neben dem Platz viel zu einheitlich, nett und gleichgeschaltet. Die brauchen da mal neue, ganz anders tickende Akteurinnen dazwischen und eine Trainerperson, die das zulässt. Amen!

    Ich freue mich…auf die neue Saison. Das kann nur besser werden als die WM.

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  • Jennifer sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel, Markus!

    Eigentlich könntest du deine Artikel von vor 4 Jahren hier reinkopieren und wir unsere Kommentare wieder dazu …

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  • wfm sagt:

    @translate
    Zunächst einmal die Lobhudelei bezog sich nicht auf Markus Juchem, sondern auf die Kommentare hier, die ihm einfach und begeistert so zustimmen.
    Mein Einspruch bezieht sich auf 2 Dinge. Zum einen halte ich den „Aufhänger“ von Markus Juchem gelinde gesagt für problematisch. Neids Aussagen fallen nach dem Spiel ABER zugleich auch VOR dem nächsten schweren Spiel vor dem Hintergrund einer enttäuschten Mannschaft. Wenn Markus Juchem In solcher Situation der Celia vorzuhält, sie sei eigentlich gar keine so tolle Stürmerin, so ist das wohl wenbig hilfreich, um die aufgrund ihres verschossenen 11 Meters am Boden zerstörte Celia wieder aufzubauen. Für mich ist das eher die Methode, wer am Boden liegt, den kann man auch ruhig noch treten. Oder meint ihr die Mannschaft lebt hinter dem Mond und nimmt nur die Rauchzeichen der letzten Indianer wahr?
    Also Kritik ja aber erst nach dem Turnier.
    Mein 2. Punkt auf den hier noch überhaupt nicht eingegangen wurde betrifft die Voraussetzungen oder Bedingungen unter denen die Mannschaft das Turnier bestreiten musste. Vor Gericht ist es ja inzwischen doch üblich die Bedingungen und die Situation der Angeklagten zu berücksichtigen, um das wahr Ausmaß der Schuld festzustellen. Und da bin ich der Meinung , dass die bei diesem Turnier für die Mannschaft alles andere als optimal waren. Vor dem Turnier hat man schon darauf hingewiesen dass die deutsche N11 nur schwere Brocken vor dere Brust haben würde. Dass das Kraft und Energie kostet und geistige Frische nehmen kann sollte eigentlich auf der Hand liegen.
    Das alles bedenkend kann man sich dann daran machen, was schief gelaufen ist – schon mit dieser Formulierung habe ich Probleme, als sei es das Vorrecht der deutschen N11 immer den Titel zu gewinnen – unter die Lupe zu nehmen. Immerhin hat die N11 der Männer 4 Turniere gebraucht um den 4. Stern zu holen. Und manche Klagen hier klinge mir doch sehr vertraut mit denen den man den Männern bei ihren gescheiterten Titelanläufen vorgehalten hat.
    Also noch einmal: Krtik ja aber sachlich und fair und zum richtigen Zeitpunkt. Der Trainerin und vor allem den Spielerinnen vor einem zumindest vor einem für sie wichtigen Spiel die Leviten zu lesen halte ich für völlig unangebracht.
    Ja ich weiß, Profis müssen das aushalten ….

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  • egjowe sagt:

    Es mangelt vor allen Dingen an harter/härteren Kritik zu gegebener Zeit innerhalb des Verbandes, sprich DFB, und auch des Umfeldes der Nationalmannschaft.

    Zur Erinnerung:
    Schon 2000 wurde die kritische und damit unbequeme Martina Voss aus der Nationalelf geworfen.
    Antreiberin hierbei soll Frau Fitschen gewesen sein.
    Das erklärt wohl auch, warum sie nicht in die engere Wahl als Nachfolgerin von Frau Neid einbezogen wurde.

    Und 2007 wurde die auch nicht gerade bequeme Inka Grings für einige Zeit nicht mehr nominiert, obwohl sie ein ums andere Mal Torschützenkönigin war/wurde.
    Diesbezüglich hat sich also in den letzten 15 Jahren nichts verändert.

    Demnächst verstummt auch noch eine Stimme (Angerer), die eine Mannschaft in kritischen Situationen aufrütteln kann.

    Es fehlt an Persönlichkeiten, die auch mal auf dem Platz lautstark gegenüber ihren Mitspielerinnen werden.
    Als Beispiel fällt mir hierzu Ballack bei den Männern ein.
    Ergo, immer schön brav bleiben, dann klappt es auch mit der Nationalmannschaft.

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  • egjowe sagt:

    Übrigens:

    England hat doch schon Bronze.
    Reicht das nicht??

    Oder Bronze holt Bronze ginge auch.
    Haben mich gegen Japan überrascht.
    Japan hat mich allerdings auch überrascht (negativ).
    Aber wer so viel Glück hat, kann auch Weltmeister werden.

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  • never-rest sagt:

    Volltreffer! Danke Herr Juchem

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  • herr schulze sagt:

    Chapeau, Markus Juchem!

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  • Maskal69 sagt:

    Auf den Punkt gebracht, sehr guter Artikel!!
    Mich würde mal interessieren was S. Jones, unsere nächste BT, für eine Meinung hat zum Auftritt unserer NM.

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  • translate sagt:

    @Ludwig
    „Was soll das mit dem Nacktfotgrafieren? Frauenfeindlichkeit im Frauenfußball. Genau das hat gefehlt.“

    Oh dear! 🙁
    Habe nicht einen Moment daran gedacht hier irgendein Geschlecht „feindlich“ anzugehen!
    Von mir aus kann sich jeder – ob Männlein oder Weiblein – so lange und so viel ablichten lassen, wie es ihr oder ihm gefällt.

    Was habe ich damit zu tun?!

    Mit der Anmerkung, dass meine Frau Amerikanerin ist, habe ich lediglich andeuten wollen, dass viele (nicht alle!) von den Amis anders ticken – und – da sie jetzt schon eine ‚Weile‘ hier wohnt, dieses Spezielle von „the greatest country (woman soccer team) of the world“ sehr gut ’sehen‘ und einschätzen.
    In den Staaten ist es nunmal völlig normal, dass du, wenn du Erfolg hast und dabei noch (zumindest klischeehaft) gut aussiehst, dich auch ohne Stutzen, Hose und Trikot darstellst.

    No big sweat.
    (Und, ich habe von zumindest 3 Spielerinnen gelesen, dass sie sich das gegönnt haben.)

    Die Amis LIEBEN ihre „Stars“ – die Fankulisse am Dienstagabend im Stadion hat dies doch sehr plakativ verdeutlicht – Holywood mit fast 50 tausend Vertretern of the greatest country of the world kam über die Grenze nach Montreal – jeder Einzelne – ein „Star“.

    Und, weißt du was, ich gönne es ihnen, ich freue mich sogar mit ihnen, jedem Einzelnen … ob mit oder ohne Klamotten.
    Das kann doch jeder halten wie er/sie will.

    Hat DAS nun etwas mit „Frauenfeindlichkeit“ zu tun?
    … zumindest, nicht in MEINEM Kopf.

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  • jochen-or sagt:

    Ich empfehle mal die Analyse in seinem Blog ffschweden.wordpress.com von Rainer.

    Da muss man nichts hinzufügen.
    Kernsätze:

    “ Frankreich und Japan sind der Maßstab für modernen Fußball.“

    (Zitat von Trainer Tony Gustavsson von 2014)

    „Frauenfussball in DFB-Frankfurt wird von einer Gruppe von Frauen diktiert, die ebenso wie in Schweden wenig ändern wollen.“

    „Der deutschen Mannschaft fehlen Spielerinnen der äußersten Weltklasse, möglicherweise hat Nadine Kesslers schwere Verletzung (kommt sie jemals zurück?) auch schon das Schicksal dieses deutschen Teams besiegelt.“

    „Silvia Neid ist kein Match-Coach, so hat es immer schon geheissen, sie ist keine Trainerin, sagt man, die intellektuell in der Lage ist, ihr starres Konzept zu ändern und bei starkem Widerstand, Dinge taktisch oder personell so zu verändern, dass ein Spielverlauf gedreht werden kann.“

    Genau Letzteres ist der Knackpunkt. Selten habe ich eine Trainerin so hilflos am Spielfeldrand rumlaufen sehen wie Neid kurz nach dem 0:1 gegen die USA.
    Da – wo man Hilfe von außen erwarten musste – kam nichts.
    Weder ein energisches Anfeuern noch der Versuch mit anderen Spielerinnen etwas zu wagen – und seien es auch die Youngster.

    Ich bin gespannt, ob nun gegen England die Youngster oder andere Spielerinnen, die jedenfalls nicht müde sein sollten, eine Chance bekommen oder wieder ganz konservativ auf erkennbar ausgelaugte Spielerinnen wie Sasic oder auf den von den USA vorgeführten IV-er-Bloc gesetzt wird.

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  • Johannes sagt:

    Naja hinterher ist man immer schlauer würde ich mal sagen, der Artikel kommt in meinen Augen paar Tage zu spät.Schon nach dem schlechten Auftritt gegen Frankreich, hätte es Veränderungen geben müssen.Von daher reiht sich Womensoccer hier nahtlos in den Fanclub Deutsche Nationalmannschaft ein.Jetzt wo sich die deutsche Presselandschaft gegen die Bundestrainerin formiert, ist es natürlich einfach jetzt auf den Zug aufzuspringen.

    Im Grunde genommen habt ihr doch hier auch alles abgenickt was die Trainerin entschieden hat, wenn man sich die Notenvergabe und die dazugehörigen Diskussionen verfolgt hat.Auch wenn die meisten Aussagen im Kern stimmen, tragt ihr hier doch ein bisschen zu dick auf.Von wegen nur 2 Weltklassespielerinnen, Sasic zu schwach, kein Plan B finde ich ein bisschen übertrieben.

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  • translate sagt:

    @wfm
    Ich glaube zu wissen, was du sagen möchtest.
    Denke aber, dass es hier weniger um die Mannschaft als solches geht die kritisch gesehen wird, als um das was dafür verantwortlich ist, dass die Mannschaft sich so präsentiert, wie sie sich eben nunmal präsentiert – irgendwie starr, unflexibel, eingefahren …
    Die Mannschaft ist ja nicht doof und kann eine kritische Auseinandersetzung sehr wohl differenzieren ohne dass sich dies negativ auf ihre Leistung auswirkt.
    Wenn Kellermann und Bell dies schon öffentlich ansprechen, können wir dies doch auch – oder? 😉

    Eigentlich ist, wenn du willst, der Leistungsstand der Mannschaft ein schönes Abbild von dem was dahinter steht.
    Wie das Wort … das nach dem Gedanken kommt.
    Hört sich hier vielleicht zu philosophisch an, aber stimmig ist es trotzdem.

    Es kommt auf die an, die dieses Team geformt hat.
    In der Vergangenheit war es noch so, dass man sagen konnte „trotz SN“ haben sie den Titel geholt.
    Jetzt, so scheint es, kann man es immer weniger …

    Von daher ist es JETZT (höchste) Zeit an dieser ‚Stellschraube‘ etwas zu drehen.

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  • labersack sagt:

    Besteht die Hoffnung, das unter der neuen Trainerin sich alles zum Besseren wendet?

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  • H2O sagt:

    Dazu ein schönes Interview mit Ralf Kellermann

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  • gerd karl sagt:

    silvia neid
    2003 weltmeisterin, 1997, 2001, 2005 europameisterin als co trainerin

    2007 weltmeisterin, 2009, 2013 europameisterin als trainerin

    alle die diese tolle trainerin kritisieren müssem erst einmal solche erfolge einfahren.

    was haben den die reporter von ard und zdf, und andere, gemacht vor dem spiel, sie waren mehr bei den us spielerinnen und haben sie dadurch gepuscht, die haben sich auch gedacht , schautmal auch die deutschen reporter sind mehr bei uns als bei den deutschen spielerinnen, wir sind die grössten.
    einige reporter sollen ja so sehr hope solo hinterher gelaufen sein das es selbst hope solo peinlich wurde.

    colin bell deutsche meisterschaft 2013/14 und 2014/15 vergeigt, muss sofort zurücktreten.

    ralf kellermann deutsche meisterschaft 2014/15 und champions league 2014/15 vergeigt, muss sofort zurücktreten.

    es gibt immer fehler die man machen kann, hinterher ist jeder schlauer.
    hätte deutschland das finale erreicht dann hätten alle silvia neid umschmeichelt und gelobhudelt.

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  • wfm sagt:

    @translate
    Wenn Du die von dem skandalsüchtigen Hellmann zu einem Artikel zusammmengeklaubten Sätze von Bell und Kellermann liest, die sich an anderen Orten weniger aufgeblasen und erheblich nüchterner lesen, wirst Du darin einen kleinen aber sehr feinen Unterschied finden. Sie bleiben stets sachlich und werden den Spielereinnen gegenüber an keiner Stelle persönlich – das ist es was mir an Markus Juchems Artikel zu diesem Zeitpunkt nicht gefällt. Übrigens hat Kellermann überhaupt keinen Anspruch auf den N11-Trainerposten gestellt, sondern nur auf eine Frage, ob es sich das vorstellen könnte geantwortet.

    Und noch etwas nebenbei: Was hier zum Teil wieder über Marozsan geschrieben wird, ist Blödsinn hoch 3 – ich bitte um Entschuldigung. Sie war Ende der Saison in einer Superform und hat bei Bell auf der 6 gespielt. Ich empfehle dazu das CHL -Finale des FFC gegen PSG. Dank ihr hatte der FFC das Spiel klar dominiert, sie war auf dem ganzen Platz zu finden, hatte ca 90 Ballkontakte und auch noch Shirley Cruz aus dem Spiel genommen, die dem WOB soviel Probleme bereitet hat. Bei der WM hat sie sich leider verletzt- ein Handicap, was neben der Verlust von Keßler letztlich nicht zu kompensieren war.

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  • karl sagt:

    Auch als Journalist darf man enttaeuscht sein wenn eine Spielerin in einem wichtigen Spiel mal einen elfmeter verschiesst,und sich drueber aergern darf man auch, aber den Vergleich mit Oleg Salenko finde ich trotzdem deutlich unter der Guertellinie. Im uebrigen stimme ich @wfm , @Lars Marienfeld und @Johannes zu.

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  • never-rest sagt:

    Endlich wird einmal Klartext geredet. Bemerkenswerte Kritik kommt schließlich auch von den Bundesligatrainern Bell und Kellermann. Befürchte nur, dass in der DFB-Festung davon nichts ankommt und sich auch in nächster Zeit nichts Grundlegendes bei der N11 ändern wird. SN ist ohnehin nach ihrem angekündigten Rücktritt noch ein gutes Jahr auf Abschiedstourne bis Olympia 2016. Ihren öffentlichen Äußerungen nach zu urteilen, hat sie mit der Olympiqualifikation im Viertelfinale ja ihr Ziel bei der WM längst erreicht. Viel mehr scheint sie nicht mehr zu interessieren. Ein extra für sie geschaffener neuer Job beim DFB steht ja auch schon bereit. Also erwartet uns wohl ein weiteres Jahr Stillstand in der Entwicklung der N11.

    Aber das Beste kommt noch: Nach Olympia geht`s dann im Zuge der Versorgungs-Personalrochade beim DFB weiter mit Steffi Jones als neuer BT. Bei allem Respekt für ihre Verdienste als Spielerin, halte ich die Idee, Jones als ersten Trainer-Job gleich die N11 anzuvertrauen, für mehr als verwegen. Sollte das BT „Learning on the Job“ Experiment schief gehen, verliert die N-11 weitere kostbare Zeit in der spielerischen und taktischen Entwicklung gegenüber den Top-Teams.

    Die geeignete Nachfolgerin von SN wäre m.E. eigentlich M. Meinert gewesen, aber die wollte ja angeblich nicht, oder es hat sie keiner gefragt. Noch besser wäre allerdings, wenn der ganze DFB-Mief einmal von außen kräftig durchgelüftet worden wäre z.B. durch einen erfahrenen FF-Bundesligatrainer/in. Die Chance für einen echten Neuanfang wurde aber leider schon vor dem Ende der alten Ära-Neid vertan. Traurige Aussichten für das Aushängeschild des deutschen FF.

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  • maurinho sagt:

    Vielen Dank, Markus. Du bringst es auf den Punkt, und dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen – zumal das vielleicht noch fehlende sich in den meisten der Kommentare wiederfindet. Ich möchte dennoch etwas loswerden, auch wenn der eine oder die andere das hier schon angesprochen hatte.
    Was einen ‚Neuanfang‘ unter einer neuen – DER neuen – Trainerin betrifft: ich bin da sehr skeptisch – sie hat sicher im administrativen Bereich absolute Stärken. Ob sie ähnlich gute Qualität auch hinsichtlich der sportlichen Weiterentwicklung/Neuorientierung zeigen kann – nun, ich wünsche es ihr (und uns). Den Glauben daran habe ich leider nicht.
    Im gesamten Frauenbereich sehe ich seitens des DFB seit einiger Zeit (nicht erst seit 2011) Stagnation und Verwaltung des ehemals Erreichten… man sehe sich doch nur die Länderpokale an. Und was den Seniorinnenbereich betrifft: wer einmal auf irgendeinem Zettel einer Auswahltrainerin stand, hat gewissermaßen einen Freibrief für Folgeeinsätze in den anderen Auswahlteams – egal ob es passt oder nicht. Wessen Zettel dabei allerdings – ganz zufällig, oder ‚versehentlich‘ – ‚verloren‘ geht, diejenige kann spielen wie sie will, es wird kein neuer geschrieben … ich nenne nur die auch hier oft geforderten Islacker und Blässe (auch Kuznik). Auch diejenigen, die Kanada überwiegend als Touristin erlebt haben, fallen für mich darunter. Und die Liste lässt sich sicher fortführen.
    Es zieht sich ebenfalls durch die Teams (und das seit Jahren), dass in der Saison verletzte Spielerinnen mit wenig Spielpraxis und ohne Beweis einer ausreichenden Turnierfitness mitgenommen und auch eingesetzt werden.Das wird auch in den Juniorinnenteams so praktiziert. Wer den Mut (oder vielleicht auch in deren Augen die Unverschämtheit) besitzt, der Trainerin abzusagen, läuft Gefahr, dass der Zettel mit ihrem Namen in einem Altpapiercontainer in Frankfurt landet – oder endet wie eine Marina Hegering: zwar mit einem U20-WM-Titel, aber auch mit einer zerstörten Fuballerinnen-Karriere. Sie hätte sicher eine gehabt.
    Achja, Frankfurt. Das ist für mich das größte Problem. Solange sich dort nichts bewegt in der Schaltzentrale, und solange es den maßgeblichen Personen, egal ob m oder w, sch…egal ist, was die eingeschworene Frauenriege dort verzapft, wird sich auch nichts entwickeln, davon bin ich absolut überzeugt. Ich lasse mich allerdings in zwei Jahren (oder auch schon in Rio 2016) liebend gern Lügen strafen.
    Noch ein Wort zum Neuanfang, eine andere „Baustelle“ betreffend: achtet mal auf den ‚Knüllerwechsel‘, der in Kürze aus Duisburg vermeldet wird. Er wird sicher für den einen oder anderen Kommentar sorgen. Ich für meinen Teil kann da allerdings nur mit dem Kopf schütteln … :-/

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  • karl sagt:

    irgendwie passend zum thema : http://www.framba.de/content/index.php?option=com_content&view=article&id=6406:beste-wm-spielerinnen-angerer-und-sasic-im-rennen&catid=119&Itemid=888 . Freut mich ganz besonders, auch wenn ihr euch aergert. Ich glaube aber eher dass Julie Johnston den goldenen Ball bekommt. an der kommt niemand vorbei.Einer der Gruende warum Deutschland gegen die USA verloren hat wie sonst auch immer….

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  • dragonfly sagt:

    Toller Artikel! Aber was nützt das alles?! Alle regen sich hier auf aber bringen wird das sowieso nichts! Daß das keinen beim DFB interessiert sieht man doch wie die Nachfolgerin an den Posten kam. SN konnte doch die ganzen Jahre in sämtliche Fettnäpfchen treten. Hat sich irgendwas daran geändert in den Jahren?!
    Und dann das starre Spielsystem. Einfach nur schlimm. Kein sinnvolles Coachen wärend einer ganzen Halbzeit? Da verschenkt man eine ganze Halbzeit damit dann in der Kabine gesagt wird: So,- jetzt aber!
    Gute Spielerinnen und Talente sind genug da. Man muß die nur richtig fördern und richtig einsetzen. Oder besser gesagt der Wille seitens des DFB muß da sein. Für das Nummer 1 Team des Landes muß ich Nummer 1 Trainer haben! Aber mit Postenschiebereinen wird das nicht klappen!
    Was reg ich mich auf…bringt eh nix!

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  • GG sagt:

    Was die Leistungsbeurteilungen der Spielerinnen angeht stehe ich auf dem Standpunkt – das im Kader vorhandene Potential hätte absolut ausreichen können. In meinen Augen hat es allein an einer Stelle gefehlt: Die Qualität des Trainerkollektivs (SN wird doch wohl nicht alle Entscheidungen allein getroffen haben ??). Den zweiten WM-Titel „auf dem Gewissen“ …

    Und zu den Aussichten: Treffender Kommentar von #never-rest von vorhin.

    Abschließend noch ein Statement: Die zusehende Internationalisierung der AFBL gibt mir sehr zu denken. Der amtierende dt. Meister hatte zuletzt gerade noch 3 deutsche Spielerinnen in der Stammelf (Maier, Leupolz, Behringer), und die Entwicklung bei meinem „Wölfinnen“ sehe ich auch ausgesprochen kritisch (Dickenmann, Bussaglia, Pajor, Wullaert).
    Auch wenn es provoziert: Die deutschen Herren waren erst dann in der Lage den WM-Titel in Brasilien zu gewinnen, als auch der 7. Bayern-Spieler auf dem Platz stand (… und ausgerechnet der auch noch das entscheidende Tor erzielt).

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  • dummkopf sagt:

    Dass ich es mir gerne leiste, eine leicht oder mittelschwer abweichende Meinung von der Mehrheit hier zu haben, ist bekannt. Vor allem hatten wir neulich schon im Zusammenhang mit TP darüber gesprochen, dass ich es für sinnvoller halte, Fehlentwicklungen rechtzeitig im Vorfeld anzusprechen, statt hinterher darüber zu lamentieren.
    Und den Glaubensfreunden, die ernsthaft geglaubt haben Deutschland putzt Schweden, Frankreich und USA hintereinander sei empfohlen, vielleicht doch eher ans Frauenrodeln zu glauben.
    Und insofern hat es vielleicht durchaus positive Seiten für den deutschen Frauenfussball, dass man hier nicht weitergekommen ist. Sonst wäre ja wieder alles in Butter und alles noch mehr niedergehypt. U20 WM lässt grüssen. Dann vielleicht doch lieber gesundes Wachstum.

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  • gerd karl sagt:

    Markus juchem hat nicht recht und haette Deutschland gewonnen, dann hätte er auch geschleimt.
    Juchem gehört zu den Leuten die meinen Norwegen ist eine Top Mannschaft frueh raus aber so toll, wenn Deutschland solche Experten hat dann gute Nacht, aber gut fuer neid sie wird gehen und kann bei jedem Versagen eines ihrer Nachfolger vom Leder ziehen.

    Silvia neid , weldmeister 2003 und 2007 als Trainerin und Co Trainerin und 4 mal europameisterin

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  • dummkopf sagt:

    Insofern hat Kellermann sehr viel interssantes gesagt. Realistisch genug ein Sp um Platz 3 und Olympia-Quali nicht als schlecht einzustufen. Und wir hatten das, mein lieber altwolf, Abwehr ist leichter zu trainieren, und er wie auch andere wollen irgendwie die Spielenden die spielerische Lösungen findet wie FRA und JAP.
    Richtig!
    Vielleicht haben aber gerade in diesem Turnier manche deutschen Spielerinnen gezeigt, dass sie umgekehrt nur top sind, wenn sie körperlich überlegen die Zweikämfe gewinnen. Sobald sie aber diesbezüglich gegen Gegnerinnen auf Augenhöhe spielen, keine spielerisch anderen Mittel mehr haben. Ich weiss daher nicht, warum gerade dann manche Paradebeispiele dafür hier als Weltklasse angepriesen werden?
    „Wie wir uns im Verein technisch weiterentwickeln müssen, so muss sich auch die Nationalelf technisch so weiterentwickeln, dass man sich auf engem Raum fußballerisch befreien kann“
    Schön, dass er das sieht.
    Und die liebe Anna passt dazu wie das Auge auf die Faust…

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  • egjowe sagt:

    Silvia Neid im Anschluss für den Nachwuchsbereich einsetzen zu wollen, hieße für mich, den Bock zum Gärtner zu machen.

    Aber wie sie im Moment daherkommt, scheint sie einen Vertrag in der Tasche zu haben, der jegliche Motivation in Richtung Zukunft erkalten lässt.

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  • pinkpanther sagt:

    @gerdkarl: Dieses ewige wie toll Frau Neid ist und wie super die deutschen Frauen sind und wie toll SN 2007 Weltmeisterin geworden ist … das nervt!
    Ich oute mich hier mal als Fan der deutschen Frauennationalmannschaft und mir hat das Viertelfinale gegen Frankreich und noch mehr das HF gegen USA sehr, sehr weh getan!
    Nicht weil wir letztlich gegen die USA verdient ausgeschieden sind oder gegen Frankreich mit viel Glück weiter gekommen sind (der Jubel bei uns vorm Fernseher als Angerer den entscheidenden EM parierte war riesengroß) …
    Das WIE war so frustrierend und stimmt mich echt traurig.
    Die USA waren bis zum VF weiß Gott nicht die Übermannschaft, aber die US-Trainerin hat es geschafft, das Optimum aus der Mannschaft rauszuholen, sodass diese gegen Deutschland sogar spielerisch überzeugen konnte und unterm Strich keine allzu großen Probleme hatte, die deutsche NM auszuschalten. Eines der vielen hier auch schon ausgiebig diskutierten Probleme ist, dass Frau Neid NULL taktische Flexibilität kennt, Spielerinnen teilweise nicht ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzt und – noch schlimmer – felsenfest an uralten Erfolgsmustern festhält. 2007 hat das so eben noch gereicht, aber der FF hat sich – insbesondere in der Weltspitze – halt auch taktisch enorm weiterentwickelt, während bei der deutschen NM Stillstand herrscht. Jetzt könnte man vielleicht fragen wie es eine solche Mannschaft überhaupt bis in ein HF einer WM schaffen kann!? Weil eine Aussage, von SN so ähnlich geäußert, meines Erachtens wirklich stimmt: In der Breite haben wir wirklich viele Spielerinnen, die leider (noch) nicht Weltklasse sind, aber definitiv das Potential dazu haben. Deswegen reicht es gegen Mannschaften wie z.B. Schweden oder Brasilien, die gleichfalls die Entwicklung verschlafen haben, meist noch und gegen international zweitklassige Mannschaften wie in der VR Thailand oder CIV mit entsprechender Einstellung natürlich sowieso noch recht locker!
    Wir dürfen nicht vergessen: International betrachtet hat Deutschland immer noch eine gute Mannschaft, aber eben keine Weltklassemannschaft! Das nämlich zeigt sich in einem Turnier wie WM oder Olympia eben in den entscheidenden KO-Spielen. Und hier wurde dem starren deutschen System jetzt bereits zum dritten Mal hintereinander klar die Grenzen aufgezeigt: 2011 im VF das planlose Anrennen gegen taktisch clevere und spielerisch überlegene Japanerinnen (ich war damals natürlich auch im Stadion), im VF 2015 der spielerische Offenbarungseid gegen fast in jeder Hinsicht überlegene Französinnen, die sich u.a. wegen ihrer katastrophalen Chancenverwertung eigentlich selber geschlagen haben (nicht zu vergessen: Natze und eine Annike Krahn, die einen Sahnetag erwischt hatte) und im HF gegen die USA schließlich die Unfähigkeit, der Wucht der Amis, die im HF zudem noch spielerisch überzeugt haben, außer Kampf noch etwas entgegenzusetzen. Diese entscheidenden Spiele sind es, in der sich die Spreu vom Weizen trennt. Gerade in diesen Spielen bzw. auch in der Vorbereitung ist die verantwortliche Trainerin gefordert, was sie offensichtlich nicht erfolgreich zu leisten im Stande ist. Und zu allem Überfluss hat sich der Trainerstab noch wie das Kaninchen vor der Schlange verhalten: Keine taktische Alternative war vorhanden (der so oft zitierte fehlende Plan B), kein Aufbäumen und kein Mut waren an der Seitenlinie zu spüren. Warum wurde nicht zumindest der Versuch gestartet, der Mannschaft noch mal einen Ruck zu geben durch die Einwechslung junger, frischer, unverbrauchter und Dank Vorrundenrotation auch schon wm-erfahrener Spielerinnen?
    Das sind für mich die wesentlichen Punkte, die zeigen, dass SN KEINE Weltklassetrainerin ist!
    Wenn ich da an das tolle Spiel der Engländerinnen denke, bei denen eine richtige Entwicklung (und Steigerung im Turnier) erkennbar ist und WIE sie den Weltmeister am Rande einer Niederlage hatten, tun mir die beiden Spiele gegen FRA und USA nochmal so richtig weh!
    Dies schreibt ein enttäuschter Fan der deutschen NM …
    P.S. Und das ewige Bashing gegen Kritiker der NM und SN nervt auch gehörig

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  • wfm sagt:

    Der kleine Unterschied:

    Nadine Angerer in der FR vom 07. August 2014
    über die Fans ihres Klubs Portland Thorns:
    „Die sind Weltklasse. Da kommen im Schnitt 15 000 ins Stadion. Und auch wenn wir 0:5 verlieren, feiern sie uns eine Viertelstunde nach dem Abpfiff noch“, erzählt die deutsche Nationalkeeperin.

    Auf Womensoccer wird WÄHREND eines Turniers über Spielerinnen der N11 zum Teil übel gemeckert, weil sie im Halbfinale gegen die USA verloren haben!

    Mein Prädikat: Kreisklasse ist noch geschmeichelt!

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  • doc8181 sagt:

    Ein richtig guter Bericht!

    Auf N-TV steht heute noch ein interessanter Bericht:

    http://www.n-tv.de/sport/fussball/Bundestrainerin-Neid-im-Kreuzfeuer-der-Kritik-article15433591.html

    Und wenn man so reagiert wie Fr. Angerer, muss wohl was wahres dran sein 😉 😀

    Ob Deutschland morgen gegen England gewinnt????? Wenn SN wieder nicht in der Lage ist, den Gegner zu analysieren und dann Mannschaft darauf einzustellen bzw. die richtige Taktik UND die richtige Position für Spielerinnen zu finden oder nach einen Rückstand die Taktik zu ändern und mal zu wechseln, wer weiß..

    Ein Reporter hat sich über Poppi in etwas so geäußert: Sehr enttäuschend, viel zu wenig Torgefahr und keine Tore gemacht. Ist ja auch klar!!! WAS SOLL POPPI AUF LINKSAUßEN???? Da ist sie total verschenkt!!!! Haben wir etwa keine anderen Flügelspielerinnen???? Was ist mit einer Mel Behringer??? Ober warum wurde eine Anna Blässe gar nicht erst mitgenommen??? Klar, wenn ich NUR durch die Mitte spielen will bzw. DARF (aus Sicht der Spielerinnen) brauche ich solche Typen nicht!

    Für taktisch gute Mannschaften ist Deutschland mittlerweile viel zu leicht auszurechnen 😉

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  • Andi sagt:

    Kloppo hätte doch grade Zeit. Das wäre mal wirklich mutig und ein sehr interessantes Experiment.

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  • tpfn sagt:

    Die richtigen Fragen hat noch keiner gestellt! Warum nur war die Bundeslöwin so schrecklich gut drauf, nix erkennbar was auf Unzufriedenheit schliessen könnte?

    Vielleicht deshalb weil sie weiß dass sie die letzte, alles entscheidene, Seite des Buches schreiben darf und nur diese wird der Allgemeinheit in Erinnerung bleiben, Stichwort Olympia! Man sollte ihr die Suppe kräftig versalzen und auf vorzeitigen Rücktritt bestehen!!!

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  • Zaunreiter sagt:

    @wfm:

    Was die Rose-City Riveters machen, ist deren Sache. Aber ich hab mir einen Sieg der US-Girls gewünscht, weil ich – im Gegensatz zu Silvia Neid – den USA den dritten Stern gönne. Wem meine Ansicht nicht gefällt, erinnere sich doch bitte an die Tribünenschwenks während des letzten WM-Finales.

    Aber hier wurden schon genügend Punkte angesprochen, über die es sich lohnt, nachzudenken. Da wären z.b.:

    – starres Spielsystem – von U 15 bis A-Natio
    – fehlender Plan-B
    – das kreative Element
    – Auswahl der Spielerinnen ab U-Natio
    – Wer einmal einen Fehler/Fauxpas begeht, wird nie wieder eingeladen.

    Darüber ist zu diskutieren.
    Und nicht die Wohlfühlwelten einer Nadine Angerer.

    (0)
  • Schelle sagt:

    @tpfn: Ich und andere haben hier aus Enttäuschung über die Leistungen in den letzten beiden Spielen und aus Sorge über die weitere Entwicklung Kritik geübt.

    Manche Kritik empfinde ich dann aber auch als nicht mehr sachlich. Frau Neid hat wohl den Anschein erwecken wollen gut und locker drauf zu sein (vielleicht war sie es ja auch), um das auf ihre Spielerinnen zu übertragen (aus Erfahrungen der letzen WM). Darin sehe ich nichts verwerfliches.

    Und ich kann auch wmf in einem Punkt beipflichten. Natürlich würde es jetzt aus Sicht von Frau Neid noch keinen Sinn machen, starke Kritik am Team zu üben. Es ist noch ein Spiel zu spielen (denkt bitte einmal an die Reaktion der deutschen Männernationalmannschaft nach dem Algerien Spiel)

    Nichtsdestotrotz lieber @wmf machst Du Dir es zu einfach Kritik hier im Forum als „nicht einmal Kreisklasse“ Niveau zu verunglimpfen.

    Wenn ich im Stadion gewesen wäre, hätte ich die Mädels nach dem Spiel auch noch unterstützt. Sie haben ja alles gegeben.

    Aber sich Gedanken zu machen, was schief gelaufen sein könnte (um daraus für die Zukunft zu lernen) und Sorge zu haben, dass unsere Entwicklung möglicherweise suboptimal ist, finde ich durchaus legitim (vielleicht machen das die Thorns Fans nach Niederlagen später in Foren oder in Gesprächen auch).

    Man kann nur hoffe, dass sich die Verantwortlichen NACH der WM zusammen setzen und analysieren, wo es Handlungsbedarf gibt. Da sollte es tatsächlich keine Schönfärberei geben. Da die Entscheidung gefallen ist, sich nicht nach der oder dem Besten für die Nachfolge von Frau Neid umszusehen, sondern weiterhin nur Kandidatinnen aus einer kleinen Frauen-Clique überhaupt berücksichtigt werden, kann man nur hoffen, dass die Verantwortlichen (inkl Frau Jones) dafür sorgen, dass Experten und geeignete Personen in den Trainerstab/in die sportliche Leitung berufen werden.

    @gerd karl: Empfindest Du denn das Abschneiden und die Leistungen bei dieser WM als perfekt? Hattest Du denn nicht auch die Hoffnung, dass Deutschland bei einer WM mehr erreicht als ein Ausscheiden im Viertelfinale (2011) und im Halbfinale (2015)? Denkst Du damit ist das maximal mögliche für eine deutsche Frauennationalmannschaft (inkl der Spielweise in den beiden letzten Spielen) erreicht worden? Da Du ja Statistiken so liebst: Unter Frau Neid hat Deutschland nicht ein (1) Spiel gegen die USA gewinnen können. Findest Du das als „US-Freund“ denn so toll?

    Konstruktive Kritik ist dafür da, Dinge in Zukunft besser zu machen. Übersetzt für Dich: Das ist pro deutsche Nationalmannschaft.

    Potentielle Versäumnis nicht abstellen zu wollen, Denkverbote zu erteilen und konstruktive Kritik nicht zulassen wollen, verhindert Anpassung, Weiterentwicklung und Verbesserung. Wieder übersetzt für Dich: Das ist schlecht für die deutsche Nationalmannschaft

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  • translate sagt:

    @wfm
    Lassen wir das mit dem Thema – ich glaube auch nicht, dass wir hier so weit auseinander liegen.

    Möchte stattdessen lieber noch nur kurz auf deinen anderen Punkt eingehen (der natürlich aber auch wieder mit dem SN Thema zu tun hat):
    „Und noch etwas nebenbei: Was hier zum Teil wieder über Marozsan geschrieben wird, ist Blödsinn hoch 3 …“

    Hier bin absolut mit dir!
    Leider ist es so, dass oft, wenn nur allein ihr Name fällt, sie sofort in den kopflastigen Schubladen der so verständigen ‚Experten‘ verschwindet.
    Klar entsprechen ihre Leistungen in der N11 oft nicht dem, was man von ihr erwartet. Man(Frau) erwartet aber anscheinend von ihr auch, dass egal auf welcher Position sie eingesetzt wird, sie diesen Erwartungen gerecht wird.

    Erfüllt sie diese Erwartungen nicht, wird sie angeschrien (wie bei der vergebenen Chance gegen Norwegen) oder sie wird auf die Bank gesetzt – mit dem Prädikat ‚Edeljoker‘ darf sie dann glänzen (wie, wieder als 9-er!, die letzten 12min gegen die USA).
    Solch eine Denke/Handlungsweise ist totaler Schwachsinn! – und nebenbei richtig richtig ungerecht!

    Es ist nämlich NICHT recht, dass man eine Spielerin, nur weil sie ein sog.’Ausnahmetalent‘ ist, einfach, je nach Bedarf (randomly!) dort hinstellt, wo sie eigentlich NIE spielt (& nebenbei auch gar kein ‚Talent‘ dazu hat diese Position zufriedenstellend auszufüllen) – nur, weil Frau glaubt, sie dort am besten zu ‚gebrauchen’/verbraten zu können!

    Ergo, werden als Resonanz fachmännische Kommentierungen zum Besten gegeben, die sich all darin einig sind, dass „aus ‚der‘ 🙁 NIE was wird … dass ‚die‘ 🙁 EWIG ein Talent bleibt!“.
    Solche oberflächliche Beurteilung sind deswegen so ungerecht, da sie einfach nicht den Tatsachen entsprechen.

    Wir haben (glaube ich) alle Heimspiele des FFCs der vergangenen Saison gesehen und ich kann deine Meinung, @wfm, nur bestätigen – sie hat eine Supersaison gespielt, wo sehr deutlich wurde, dass sie eine kontinuierliche Entwicklung durchgemacht hat – dass man (fast mit Erstaunen) feststellen konnte, dass sie tatsächlich in so etwas wie eine ‚Leader-Rolle‘ hineinwächst!
    DAS – aber auf der 6 im zentralen Mittelfeld! – und nicht als irgendein Aushilfs-/Zusatzmittelstürmer!

    Sie kann – für die Mannschaft dienlich – so gut Fußball spielen, WENN: sie dort eingesetzt wird, wo ihre Talente auch zum Tragen kommen können.
    Natürlich haben ihre unmittelbare Nebenspielerinnen, Jess & Vero, Anteil an diesem ‚Erfolgserlebnis‘ – die beiden, in ihrer ganz eigenen Art, ergänzten sich PERFEKT mit Maro’s!

    Aber, warum kann man das nicht auch in der Natio? – wenn Bell das kann, warum kann es nicht eine Nationaltrainerin? – ist es nicht legitim ein Mittelfeld UM eine ‚Leaderin‘ auszurichten?
    Stattdessen ist es anscheinend legitim ein „ewiges Talent“ dort hinzustellen, wo es quasi … ‚im Abseits‘ steht.

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  • gerd karl sagt:

    jetzt hat sich auch seine heiligkeit, bernd schröder, der kritik angeschlossen.
    moment bernd schröder der trainer von turbine potsdam der seit drei spielzeiten in der allinz frauen bundesliga keine titel mehr gewinnt, der übt kritik und fordert einen umbruch.
    jawohl ein umbruch auch in potsdam, schröder muss sofort zurücktreten und einem neuen trainer platz machen der den erfolg wieder nach potsdam holt.
    oder colin bell, zwei meisterschaften verspielt oder
    ralf kellermann, eine meisterschaft und eine champions league verspielt.
    bitte auch zurücktreten.
    kritik und verbesserungen, JA, aber erst nach der wm.
    jaja, wer im glashaus sitzt………… und so weiter und so weiter

    (0)
  • Andi sagt:

    Sie sprechen mir aus der Seele. Zur Pause erwarte ich mindestens zwei Wechsel und eine taktische Umstellung. Doch nichts geschah. Nach dem 0:1 erwarte ich umgehend drei Offensivwechsel, wieder geschah nichts, außer die angeschlagene Maroszan. Dass Frau Neid und Frau Fitschen hinterher aber jedwede kritische Reflexion vermissen ließen, hat sie für mich disqualifiziert. Ich hoffe, der DFB überlegt den Trainerwechsel sofort durchzuführen. Man sollte auch überlegen ob man, bei aller Gleichberechtigung, immer an einem rein weiblichen Führungsteam festhalten muss, oder eben nicht aus dem Männerfußball heraus neue Impulse kommen könnten. Bernd Schröder galt vor vier Jahren als Nestbeschmutzer, als er ähnliche Kritik äußerte, schön dass so erfahrene Trainer wie Kellermann und Bell das jetzt genauso sehen.

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  • egjowe sagt:

    @tpfn
    Vielleicht beantwortet mein Kommentar von 01:26 Uhr ja Deine Frage.
    Einen anderen Grund für Frau Neids Wohlfühlsein kann ich mir nicht erklären.
    (gefühlt, als wenn es ihr alles am Allerwertesten vorbeigeht)

    Ich muss all denjenigen widersprechen, die hier jetzt behaupten, es hätte vor dem USA-Spiel keine (heftige) Kritik an den Entscheidungen/Maßnahmen von Frau Neid gegeben.
    Diejenigen sollten sich die Kommentare ab dem Norwegen-Spiel (noch) einmal durchlesen.
    Nicht nur ich hatte ihre Positionsbesetzungen, Aus- und Einwechslungen sowie ihr Festhalten an den Etablierten kritisiert, und zwar schon ab dem zweiten Spiel.

    Ich glaube, Steffie Jones hat all die Defizite bereits erkannt und sich auch deshalb vehement dafür eingesetzt, die Position als Bundestrainerin zu übernehmen.
    Um Veränderungen durchzusetzen, muss man erst einmal am Schalthebel sitzen.
    Ich bin überzeugt, dass sie bereits ganz klare Vorstellungen/Pläne hat, die sie in dieser Position dann auch umsetzen kann/darf.
    Ob sie eine gute Trainerin wird, weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen, weil sie bisher jede neue Aufgabe mit Erfolg gemeistert hat.
    Eine gute Managerin ist sie allemal.
    Sie sollte allerdings schon vor den Olympischen Spielen das Ruder übernehmen.

    (0)
  • Spielerfrau sagt:

    Danke, Herr Juchem, für das Anschieben einer Diskussion.
    Auch wenn hier wahrscheinlich eh keiner der Verantwortlichen drüberliest.

    DOCH – für mich selbst ist es mittlerweile bezeichnend, dass ich persönlich das Weiterkommen gegen Frankreich peinlich fand, und mir das Spiel der Französinnen einfach Freude gemacht hat.
    Und das sehe ich auch bei anderen Mitschreibern hier.

    Für mich ist das Verhalten des Trainerstabes zynisch – die Mannschaft zwei Halbzeiten alleine scheitern zu lassen – die Trainerin wirkte schon fast schmollig, weil ihr Plan nicht aufging -, und dann klebrige Soße drüberzuschmieren.
    Da ist mir ein wütender oder enttäuschter Trainer tausendmal lieber, der auch mal sein eigenes Scheitern zugibt.

    Attacken gegen einzelne Spielerinnen gehen mE jedoch nicht – auf Celia lastete einfach zuviel Verantwortung. Fußball ist immer noch ein Mannschaftssport.

    Aber diese Haltung fällt mir auch bei den Männern auf – „zweite Plätze feiert man nicht“.

    Und warum soll ich als Fan einer Mannschaft zugucken, die mit dem HALBFINALE zufrieden ist?

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    Also das nenne ich doch mal einen gelungenen Beitrag!!! 🙂
    Wahrere Worte wurden wohl selten geschrieben, übrigens auch in diesem Blog nicht, und schon gar nicht von Dir!!! 😉
    Die Schönmalerei hatte doch hier immer ein heimiliges Zuhause, und Kritiker der Bundesgöttin wurden nur all zu oft zensiert!!! 😉

    Selbstreflektion ist noch nie ihr Ding gewesen!!!
    Die relativ harsche Kritik aus vielen Medien, die ihr nach der verpatzten Heim-WM entgegenschwappte saß sie einfach aus!!!
    Irgendwann ist FF eben kein Thema mehr im Blätterwald, und man kann genauso weiter vor sich hinmurksen wie vorher!!! ;(

    Ein Jogi Löw muß sich ständig erklären und rechtfertigen, sie konnte immer tun was sie wollte, ohne Konsequenzen!!!

    (0)
  • shane sagt:

    na das sind ja schonmal huebsche aussichten, fuer alle eventualitaeten schonmal abgesichert: „Neid sagte dazu: „Wir wollen dann den dritten Platz, aber wir können auch mit erhobenen Hauptes nach Hause fahren, wenn wir Vierter würden.““ (aus nem n-tv artikel)

    mit dem #titeltraum hingefahren, und mit platz4 nach zwei (bzw. dann vermutlich drei) grottigen spielen zurueckgekommen. aber zufrieden. na wenigstens das. da kann frau bundes-neid ja ein weiteres jahr ruhig schlafen.

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  • Dori sagt:

    @translate:
    Das passt ja wieder zu dem Punkt, der hier eigentlich nach so gut wie jedem Spiel angesprochen wird. Unsere Spielerinnen haben viel mehr Talent, als sie mit Neid als Trainerin zeigen können, weil sie entweder auf falschen Positionen eingesetzt werden oder unter dem System und der Taktik der Bundestrainerin und deren Ideenlosigkeit leiden müssen. Meistens wurden ja hier die „falschen“ Flügelspielerinnen als Beispiel genannt, aber natürlich trifft das auch auf eine Marozsan zu. Unsere Spielerinnen sind meiner Meinung nach nicht das Problem. Wir wären mit der richtigen Taktik und der richtigen Vorbereitung auf die Gegner ganz sicher auch wieder in der Lage auf Top-Niveau zu spielen.

    Wie ich ja schon ein paar mal erwähnt habe, hoffe ich einfach, dass Jones als Trainerin einiges besser machen wird, denn wenn das noch lange so weiter geht, brauchen wir uns gar keine Hoffnungen mehr auf irgendeinen Titel zu machen.

    (0)
  • Fussball, F1 sagt:

    Vielleicht täte es so manchem gut, die Kirche im Dorf zu lassen.

    Was hier zu lesen ist, vom ersten bis zum letzten Wort gäbe es nicht, wenn Deutschland im Finale stehen würde. Außerdem ist das Spiel um Platz 3 auch erarbeitet und nicht geschenkt worden. Eine Analyse ist hier nicht im Ansatz zu erkennen. Einzig Ralf Kellermann machte sich da einigermaßen etwas Mühe.

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  • pinkpanther sagt:

    @Schelle: 🙂 :-):-)
    Nach dem WM-Aus 2011 habe ich nicht gepfiffen im Stadion! Mir taten die deutschen Spielerinnen leid, dass der Traum vom Titel dahoam schon so früh geplatzt war. Natürlich habe auch ich das Bemühen honoriert und Applaus gespendet. Und selbstverständlich habe auch ich versucht, das Gesehene und Erlebte zu verarbeiten, und entsprechend kritische (und sachliche) Kommentare verfasst. Da es leider nicht viel mehr Möglichkeiten gibt, treten die Kritiken natürlich hier in diesem Forum gehäuft auf – und das ist auch gut so!
    Und ich freue mich weiterhin über jede fundierte Kritik, die ich in faz, süddeutsche usw. lesen kann, weil die sich mit der NM und dem Frauenfußball auseinandersetzen und denen es NICHT egal ist wie sehr, sehr vielen anderen Menschen. Das kenne ich aus meinem Bekanntenkreis zur Genüge: Frauenfußball = interessiert mich nicht, ist doch langweilig, egal, uninteressant usw. Und das wird sich bestimmt nicht ändern, wenn schwache Darbietungen wie gegen Frankreich oder die USA schöngeredet oder gar noch als Erfolg verkauft werden. Das erreichen der Top-4 bei der WM ist ein Erfolg, ja! Hierzu herzlichen Glückwunsch an die deutsche Frauen-NM! Die Art und Weise wie das Finale und die Möglichkeit, am Ende ganz oben zu stehen, verschenkt wurde ist definitiv suboptimal und darf und muss auch während der WM kritisiert werden!!! Hierfür ein Dankeschön an die Herren Juchem, Kellermann und Bell.
    Übrigens: Auch bei den Herren sind und waren es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht ausschließlich die Ergebnisse, die zählten. Der zweite Platz 2002, bei dem sich die Jungs dank glücklicher Auslosung und zum großen Teil mäßigen Leistungen bis ins Finale durchgewurstelt hatten, hatte einen deutlich niedrigeren Stellenwert als die zwei dritten Plätze 2006 und 2010. Warum? 2006 war eine Aufbruchstimmung zu erkennen, eine deutliche Verbesserung gegenüber den Jahren zuvor, und … eine Perspektive! Da konnte man den Jungs die HF-Niederlage gegen einen taktisch überlegenen und clevereren Gegner (ITA) auch leicht verzeihen. 2010 dann noch mal eine deutliche Steigerung mit überragenden Spielen auch in der KO-Runde. Auch hier war eine Mannschaft cleverer und weiter (SPA), aber es war nicht annähernd ein solch riesiges Gefälle wie bei dieser WM zwischen Deutschland und Frankreich bzw. USA. Btw: Den Vize-WM-Titel unserer U20-Frauen 2012 bewerte ich persönlich unterm Strich auch um einiges höher als den WM-Titel 2014.

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  • pinkpanther sagt:

    @gerdkarl: Lass es einfach!

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  • pinkpanther sagt:

    @Fussball, F1: Das stimmt so nicht ganz! Die Kritik wurde hier bereits viel früher formuliert und ich denke nicht, dass sich hier alle im Falle des Finaleinzugs oder dem Gewinn des Titels mit Lobhudelei überboten hätten.
    Klar, es war viel Frust und Enttäuschung bei vielen SchreiberInnen. Aber: Es finden und fanden sich auch immer sehr treffende Analysen hier wie auch in einigen Medien, die sich ernsthaft mit dem FF und der deutschen NM auseinandersetzen und berichten.
    Und ja, das Erreichen des HF und damit des Spiels um Platz 3 ist tatsächlich ERARBEITET und erkämpft. Und ich denke, dass die wenigsten hier das nicht auch anerkennen.
    Sollte morgen Platz 3 rausspringen würde ich mich – unabhängig vom Spielverlauf – über das Ergebnis freuen, würde es „nur“ zu Platz 4 reichen, würde ich wahrscheinlich sagen, dass dieser Platz unter dem Strich den über das Turnier gezeigten Leistungen angemessenen wäre. Von den bereits ausgeschiedenen Teams war letztlich auch nur eine Mannschaft (FRA) definitiv besser als die deutsche – auch wenn es im VF nicht gereicht hat.

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  • never-rest sagt:

    Is was? SN genießt weiter das „totale Vertrauen“ des DFB, sagt Sandrock. Die Wortwahl sagt alles über den Verband. Schlaft weiter. Ist auch total egal.

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  • wfm sagt:

    @translate
    Es ist leider wirklich bitter für Maro wie auch für die Mannschaft, dass sie sich erneut vor Beginn des Turniers verletzt hat.
    Über ihren Einsatz bei der N11 während der WM können wir zurzeit gar nichts sagen, weil es von der Schwere ihrer Verletzung abhängt. (Solche Informationen bräuchte man aber für eine faire Beurteilung der Leistung auch der N11 insgesamt.
    Wir erfahren ja auch erst jetzt, das Lotzen angeschlagen ist/war)
    Ist/war Maro aber nur bedingt einsatzfähig, was nichts mit ihrer Fitness zu tun hat, denn die war so gut wie noch nie, dann verbietet sich ihr Einsatz auf der laufintensiven Postion 6 wie es Bell gemacht hat. Das verstehe ich dann auch an seinen Äußerungen nicht. Ohne Maro hätte er seine Ballbesitz-Spielweise gegen PSG nicht durchsetzen können.
    Neid hat sie ja schon mit Erfolg auf der 6 eingesetzt, nur verbietet sich diese Variante eben, wenn sie nicht voll einsatzfähig ist.

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  • translate sagt:

    @Dori
    Genau so ist es!
    Maro ist nur ein Einzelfall.

    Wie gesagt man kann Steffi’s Nachfolge (aus den verschiedensten Gründen) durchaus kritisch sehen – in einem bin ich mir aber sicher, dass sie zumindest pädagogisch besser mit ihren Mädels und ihrem ganzen Umfeld umgehen wird – dass sie einfach mehr MENSCH ist.

    Und allein DAS … ist nicht wenig.

    (0)
  • Pauline sagt:

    Ich hoffe das wir morgen eine andere Startelf sehen, denn England ist ein Gegner und keine Elfenbeinküste,
    Ein Spiel mit Klasse würde unseren Mädels gut tun und nicht mit Krampf und Kampf.

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  • vikkybummsy sagt:

    Bell: “Deutschland hat nur reagiert”

    mmhh..ist das nicht der, der überhaupt nicht auf irgendwas reagiert. Ist das nicht der, der schon 2 Spielzeiten auf die „alten“ zählt. Was unterscheidet das Bell’sche System von SN System. Absolut nichts.

    Manchmal wäre es einfach besser, den Mund zu halten und nicht in jedes Microfon zu pusten. Natze hat es auf der PK treffend erwähnt.

    Es gibt keinen Unterschied zwischen Neid und Bell. Beide „predigen“ Angsthasenfußball mit null Mut zum Risiko.

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  • sonic sagt:

    @wfm

    Ich gebe dir Recht, zur Bewertung der Leistung einzelner Spielerinnen muß man auch einbeziehen, wie gesund/fit sie sind.

    Andererseits bestätigst du damit einen Kritikpunkt an der Bundestrainerin. Weshalb nimmt sie reihenweise Spielerinnen mit zur WM, die nicht fit, gesundheitlich angeschlagen sind oder denen die Spielpraxis fehlt? Und weshalb läßt sie dann auch noch genau diese Spielerinnen immer wieder auflaufen, obwohl der Kader nach ihrer Aussage sehr ausgeglichen ist, also genügend Alternativen vorhanden sind?

    Die Kritik, die hier geäußert wird/wurde, richtet sich ja nicht primär gegen die Spielerinnen, die haben alle zweifelsohne ihre Qualitäten (auch eine Sasic), sondern gegen die Bundestrainerin, die es nicht mehr schafft aus dem „Spielerinnenmaterial“ das Optimum herauszuholen, da sie taktisch zu unflexibel ist, die Mannschaft nur noch bedingt erreicht und zu sehr an einigen Stammkräften hängt.

    Was ein wenig frischer Wind bewirken kann, sieht man ja recht gut an den Engländerinnen. Man vergleiche ihre Leistung bei der EM vor zwei Jahren und jetzt bei der WM. Sie sind nicht überragend, aber ich habe das Gefühl, daß sie das Optimum aus ihren Möglichkeiten herausholen und nur das erwarte ich auch von der deutschen Mannschaft. Wenn das dann gegen die USA oder Frankreich nicht reicht, ist das ok. Aber das was die Mannschaft in den letzten beiden Partien geboten hat, ist es nicht.

    (0)
  • shane sagt:

    sonic, genau so sehe ich das auch.
    ne niederlage gegen frankreich oder die usa an sich ist nicht das problem. das problem lag im wie. und, fuer mich auch, in der reaktion von trainerteam und teilen der mannschaft auf die kritik, die folgte.

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