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Deutschland gegen Frankreich: die Einzelkritik

Von am 27. Juni 2015 – 8.50 Uhr 23 Kommentare

Mit leidenschaftlichem Kampfgeist und Glück hat sich die deutsche Frauenfußball-Nationalelf mit einem 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Frankreich für das Halbfinale der Frauenfußball-WM in Kanada qualifiziert. Dabei waren es wieder einmal erfahrene Spielerinnen, die die Kohlen aus dem Feuer holten.

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Nadine Angerer: Wieder einmal zeigte die DFB-Torhüterin, dass in Alles-oder-Nichts-Spielen auf sie Verlass ist. War ein Fels in der Brandung und klärte einige brenzlige Situationen souverän. Beim abgefälschten Gegentreffer von Louisa Necib war sie machtlos. Im Elfmeterschießen dann einmal mehr die entscheidende Figur, als sie den Elfer von Claire Lavogez parierte.

Note: 1

Leonie Maier: Der kleine Wirbelwind zeigte heute seine wohl bisher stärkste WM-Leistung. Ließ auf ihrer Abwehrseite nicht allzuviel anbrennen und legte immer wieder den Vorwärtsgang ein. Ging bis an die Schmerzgrenze und holte den Handelfmeter heraus, der die DFB-Elf rettete.

Note: 2,5

Annike Krahn: War von der ersten Minute an hellwach und bereinigte zahlreiche brenzlige Situationen abgeklärt und souverän. Allein in der ersten Halbzeit hielt sie die DFB-Elf mit ihre guten Stellungsspiel und ihrer Ruhe im Spiel. War ein wichtiger Baustein für den Erfolg.

Note: 1,5

Babett Peter: Kam für die gelbgesperrte Saskia Bartusiak zum Einsatz und machte ihre Sache ordentlich. Behielt in zahlreichen brenzligen Situationen den Überblick und half häufiger auf der Außenbahn aus. Köpfte aber den Ball vor dem 0:1 unglücklich vor die Füße von Torschützin Louisa Necib.

Note: 3

Tabea Kemme: Hatte in der ersten Halbzeit ihre liebe Müh und Not mit der pfeilschnellen Elodie Thomis und ließ sich häufiger überlaufen. Fand aber wie die gesamte Mannschaft in der zweiten Halbzeit besser in die Partie. Dürfte sich über die Thomis-Auswechslung nicht geärgert haben.

Note: 3,5

Lena Goeßling: War in der ersten Halbzeit vor allem damit beschäftigt, das Aufbauspiel der Französinnen zu unterbinden, was nur selten gelang. Viele Ballverluste und verlorene Zweikämpfe. Wurde in der zweiten Halbzeit etwas stabiler, wurde aber zurecht ausgewechselt.

Note: 4

Melanie Leupolz: War auf der Doppel-Sechs zusammen mit Goeßling über weite Strecken dem französischen Mittelfeld unterlegen. Musste heute im Duell mit der Weltspitze ein wenig Lehrgeld zahlen. Steigerte sich aber im Spielverlauf und biss sich zunehmends in die Partie.

Note: 4

Simone Laudehr

Simone Laudehr: Dauerläuferin im DFB-Team © Nora Kruse / ff-archiv.de

Simone Laudehr: Die Dauerläuferin im deutschen Team. Ging über 120 Minuten hohes Tempo und machte die gegnerischen Spielerinnen mit fortdauernder Spieldauer mürbe. Versuchte immer wieder Lücken zu reißen und hätte fast den Ausgleich erzielt.

Note: 2

Anja Mittag: Wurde bereits zur Halbzeit gegen Dzsenifer Marozsán ausgewechselt. Fing sich früh eine Gelbe Karte ein. Kam in der schwachen ersten Hälfte der DFB-Elf kaum zur Geltung und konnte nicht an die bisherigen Turnierleistungen anknüpfen.

Note: 4

Alex Popp: Die WM in Kanada ist bisher nicht das Turnier von Alex Popp. War zwar wie in allen bisherigen WM-Spielen sehr bemüht, kann aber derzeit ihre Stärken kaum zur Geltung bringen. Wurde in der zweiten Halbzeit ebenfalls zurecht ausgewechselt, weil sie keine Akzente setzen konnte.

Note: 4,5

Célia Sasic: Unermüdliche Kämpferin. Brachte mit ihrem verwandelten Handelfmeter die DFB-Elf ins Spiel zurück und verwandelte einen weiteren Elfmeter im Elfmeterschießen eiskalt. Rackerte, offenbarte aber Schwächen bei der Ballan- und –mitnahme.

Note: 2,5

Sara Däbritz: Die junge Noch-Freiburgerin brachte Schwung ins deutsche Spiel. Zwar konnte sie sich nicht entscheidend durchsetzen, sorgte aber für Beschäftigung in der französischen Hintermannschaft.

Note: 3

Melanie Behringer: Kämpfte sich nach ihrer Einwechslung ebenfalls gut ins Spiel hinein und unterstützte die jungen Spielerinnen. Mit ihr kam mehr Momentum in die Vorwärtsbewegung, einige Standards hätten aber besser kommen können.

Note: 3

Dzsenifer Marozsán: Kam zur Pause für Anja Mittag ins Spiel und sorgte dafür, dass ein wenig mehr Ballsicherheit ins deutsche Spiel kam. Konnte sich aber nicht entscheidend in Szene setzen, versuchte es einmal wagemutig mit einem Distanzschuss. Obwohl angeschlagen, verwertete sie aber ihren Elfmeter sicher.

Note: 3

Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

23 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Ich gehe mit den Noten bis auf wenige Ausnahmen konform.

    Aber bei Kemme stelle ich leise die Frage, wer und vor allem wie jemand gegen Thomis besser spielt, wenn diese aus der Zentrale so gut eingesetzt werden kann. Da hilft nur doppeln, wenn denn die linke offensive Spielerin (Popp) mithilft. Ansonsten geht es nur, wenn die linke Verteidigerin in der IV (Peter) mithilft. Ersteres geschah nicht, zweiteres sehr wohl. Außerdem hatte sich Thomis in der 2. Halbzeit dann an Kemme abgenutzt und musste ausgewechselt werden, während Kemme von da an immer stärker wurde und dann ähnlich wichtig war wie Maier rechts. Über die beiden Außenverteidigerinnen gab es in meinen Augen die meiste Entlastung.

    Marozsan sehe ich komplett schlechter und verstehe auch die Unmutsäußerung von Neid in der Verlängerung ihr gegenüber. Die Spieleröffnung durch die Mitte hat überhaupt geklappt und das, obwohl sie erst eingewechselt wurde und somit frischer war als die anderen auf dem Platz.

    Bei Leupolz und Goeßling war in meinen Augen entscheidend, dass Necib erstmals beim Turnier immer wieder in die Mitte zog und dort ein Übergewicht schaffte. Das konnte dort von den Beiden nicht mehr verarbeitet werden. Da hätte die ansonsten gute Laudehr mithelfen müssen. Aber dafür gab es anscheinend keinen Matchplan. Auch deshalb machte Necib ihr bestes Spiel bei der WM und wäre fast Matchwinner geworden.

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  • Pauline sagt:

    Die Benotung in allen Ehren. Das war kein Fussballspiel unserer Mädels sondern ein Krampf der aber im Kampf ein Glückliches Ende nahm.

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  • egjowe sagt:

    Bewertung der Bewertung:
    Für mich die „beste“ und „zutreffendste“
    während des bisherigen Turnierverlaufes.
    100%ige Übereinstimmung!!
    (aber das ist halt meine subjektve Sicht)

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  • naryl sagt:

    Zum Thema Kemme kann ich waiiy nur recht geben.

    Definitiv ist da noch Luft nach oben, aber gerade in den Szenen den in denen sie viel zu spät kam, die Szenen die vor allem in Erinnerung bleiben, spielten ihre Vorderleute immer wieder keine gute Rolle. Da kann sich Maier auf der anderen Seite viel besser drauf verlassen, dass Bälle nicht postwendend zurückkommen.

    Hinzu kommt, dass die deutschen Innenverteidigerinnen auch in der der Vorwärtsbewegung sehr weit hinten bleiben, so dass gerade Thomis weit hinter der aufgerückten Kemme (Mittellinie ist jetzt nicht wirklich eine No-Go Area für eine Aussenverteidigerin) stehen konnte, ohne im Abseits zu stehen.

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  • translate sagt:

    Ach ja, hat‘ ich noch vergessen – Anikes Interview – total cool!

    Und irgendwie so passend zu ihrer souveränen, abgezockten Leistung!

    I love this girl! 🙂

    (gegen Ende des Videos)

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  • dummkopf sagt:

    waiiy merkt man natürlich meist an, wie hier bei Kemme, dass er die Übersicht hat, Spielerinnen nicht als Einzelfigur wahrzunehmen, sondern die Einflüsse der Spielumgebung mitzubetrachten. Aber mein lieber, Maro und Spieleröffnungserwartungshaltung – ich weiss nicht.
    Auch die Beobachtung, dass Krahn auch in der Vorwärtsbewegung sehr weit hinten bleibt, gefällt. Gute zentrale Erkenntnis, wenn auch hübsch formuliert. Das hatte ja spielverlagerung.de irgendwie übersehen, die ich aber natürlich sonst sehr schätze. Ich befürchte aber, nicht wirklich sehr dameninteressiert, diesmal schon wieder etwas schlampig. Nachdem sie letztes Mal noch dankenswerterweise den Laudehr-Flanken-Fehler korrigiert haben. Danke dafür, ist notiert 😉
    Ich kam noch nicht zum zweiten Blick, aber hier mal nach dem ersten:
    https://football11women.wordpress.com/2015/06/27/france-germany/

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  • sonic sagt:

    Einige Bewertungen sehe ich etwas anders:

    Annike Krahn war für mich keine 1,5. Sie hat zwar hinten überragend gespielt und eine erstklassige Zweikampfbilanz vorzuweisen, aber in der 1. Hz fiel ihr (warum auch immer) halt auch die Aufgabe der Spieleröffnung zu, und die hat sie, wie in den meisten Spielen, nur mangelhaft erfüllt. Für eine 1,5 muß da heutzutage auch von einer Innenverteidigerin mehr kommen.

    Kemme würde ich noch schlechter bewerten. Taktisch falsch eingestellt und die Zweikampfführung mangelhaft. Sie hat auch im Spiel nichts dazu gelernt und irgendwie ihr Verhalten angepaßt, um Thomis unter Kontrolle zu bekommen. Wenn sie es wiederholt nicht schafft, das Anspiel auf Thomis zu unterbinden bzw. Thomis schon bei der Ballannahme zu stören, dann muß sie halt defensiver stehen und nicht Thomis weiterhin die ganze Seite überlassen.

    Goeßling für mich eine der besseren Spielerinnen bei der deutschen Mannschaft. Hat in der 1. Hz immer wieder versucht das deutsche Spiel anzutreiben und dabei von der Offensivabteilung praktisch keinerlei Unterstützung bekommen. Da hat sich keiner angeboten, keiner freigelaufen. Dass sie dann alleingelassen den Ball gegen mehrere Gegenspielerinnen verliert, kann man ihr nicht vorwerfen, sondern muß den Rest der Mannschaft kritisieren.

    Leupolz in der 1. Hälfte überfordert, hat sich aber gesteigert und gegen Ende des Spiels konditionell überzeugt als sie wiederholt die Lücken in der Defensive zugelaufen ist.

    Sasic im Vergleich zu Mittag zu gut bewertet. Ihre Schwächen bei der Ballan- und –mitnahme verlangsamen das Spiel immer wieder.

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  • Altwolf sagt:

    Bei dieser Bewertung stimmen einige Relationen nicht und wenn man die Benotung ingesamt sieht , A.Mittag,A.Popp,L.Gößling u.M.Leupolz mit den Werten 4 und mehr, dann könnte man ja aufgrund der Restnoten den Eindruck haben, daß bis auf diese 4 Spielerinnen die anderen ein „recht ordentliches“ Spiel abgeliefert haben.
    Da fehlt doch ein bischen die Zusammenschau und insbes. Ursache u. Auswirkung der gezeigten Leistungen.

    Alle in der 2.HZ eingesetzten Spielerinnen hatten deutlich bessere Voraussetzungen sich zu präsentieren, da sich die Französinnen zunehmend schwächer zeigten und auch immer mehr Fehler machten.

    Offenbar reichen 1 oder 2 sicher verwandelte Elfer aus um die restliche schwache Leistung vergessen zu lassen.

    Von dieser Besonderheit einmal abgesehen, habe ich im Spiel zwischen A.Mittag, C.Sasic u.A.Popp keinen so großen Unterschied erkennen können.

    Eine B.Peter hat bis auf die unglückliche Kopfballabwehr, auch noch in Rücklage und dadurch nicht kontrolierbar, kaum Fehler gemacht und viele Angriffe über die linke Außenbahn unterbrechen können. Das Tor muß man ihr nicht „ankreiden“, denn wer hat da denn Necib so frei stehen lassen ?

    Wenn das MF so unter Druck steht, wo war die Hilfe von den beiden LA u.RA insbes. in HZ1 ? Da habe ich von S.Laudehr auch nicht mehr gesehen als von A.Popp und das M.Leupolz gerade in HZ 1 wesentlich weniger Leistung zustande brachte als L.Gößling findet sich hier nicht wieder.

    Wenn man schon das Spiel benotet, dann auch das ganze Spiel sehen. Bei nachlassender Leistung der Gegnerinnen dann etwas besser auszusehen, sollte die zuvor erbrachte Leistung unter anderen Bedingungen nicht vergessen machen.

    Und nur den oft „sehr subjektiv“ empfundenen Eindruck viel „gelaufen“ und „geackert“ zu haben mit in die Bewertung einfließen zu lassen ist nicht schlüssig, denn den Einsatzwillen und auch den hohen läuferischen Aufwand kann man bei diesem Spiel jeder Spielerin zu Gute halten.

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  • never-rest sagt:

    Einige Spieler-Noten halte ich für viel zu freundlich.

    Laudehr kommt mit viel zu gut weg. Sie hat genauso wie die anderen Angreiferinnen wenig gerissen. Gehörte in den Spielen davor immer zu den Besten, aber gegen Frankreich war das nix.

    Genauso wie Laudehr ist Sasic als unermüdliche Antreiberin und gegen Frankreich auch als eiskalte Elfmetervollstreckerin unverzichtbar, aber gelungen ist ihr ansonsten auch nichts.

    Goeßling war keinesfalls schlechter als Laudehr und Sasic. Ich habe schon an anderrer Stelle geschrieben, dass sie im MF in der 1. Hz. quasi allein gelassen wurde, weil Leupolz einen schlechten Tag hatte oder schlicht überfordert war und die Offensivspielerinnen zur Entlastung viel zu wenig beigetragen haben. Insbesondere Mittag war fast schon ein kompletter Ausfall genauso wie Popp.

    Persönlich scheint mir, dass die Frankfurter N11-Spielerinnen viel zu gut wegkommen. Die herausragende Leistung von Krahn ist unbestritten, da seine auch einmal ihre Schwächen beim Spielaufbau verziehen.

    Mittag bestimmt genauso schlecht wie Popp

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  • wisser sagt:

    der franz. Trainer hat sein Team mehr als geschwächt als er die überragende Thomis rausnahm. Warum? Frau Kemme würde sich bis heute noch nicht von den Schwindelanfällen erholt haben!

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  • dummkopf sagt:

    Ist diese WM bisher sowieso erfreulicherweise relativ wenig Natio-bebrillt und objektiv betrachtet hier. Anders als zu früheren Gelegenheiten.
    Möchte klarstellen: Kemme hat das natürlich nicht nur wegen fehlender Unterstützung schlecht gemacht. Stellungsspiel war atemberaubend. Sichtbar keine Routine darin, und auch nicht clever reagiert. Auch da wäre es dann an der Bank, für Korrektur zu sorgen. Man darf aber nicht vergessen, dass die keine hochgelagerte Fernsehposition einnimmt, und nur ebenerdig schauen kann. Trotzdem sieht man das. Gab es in dem Zusammenhang eigentlich irgendwo eine Stellungnahme, warum Maier erst rüber und dann wieder zurück? Hat man da reagieren wollen und dann doch nicht mehr, oder was war da?
    Wenn Krahn in der Vorwärtsbewegung auffallend weit hinten bleibt, könnte man dann sagen, da stimmt irgendwie der Abstand nicht?
    Das war ua. gg. Schweden schon so, weshalb man auch damals feststellen konnte, dass D so gut aussah, weil Schweden zu schwach war, um die sich bietenden Räume zu nutzen. Frankreich konnte das natürlich, hat daraus aber wenig vor das Tor, und fast gar nichts auf das Tor gebracht. Traditionsgemaess angestellt wie ein Pinguin beim Stabhochsprung.
    Allerdings muss man auch fragen, ob die vorher viel gelobte deutsche Offensive mehr aufs Tor brachte, und wie lange ein Tor wohl gebraucht hätte, wenn nicht per Standard. Aber das gehört eben auch dazu, liebe Franzosen. Zur Frage, was die USA wohl machen, sicher mehr im Vorbericht.

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  • FFFan sagt:

    @ wisser:
    „der franz. Trainer hat sein Team mehr als geschwächt als er die überragende Thomis rausnahm. Warum?“

    E.Thomis hat wg. Krämpfen und Erschöpfung selbst um die Auswechslung gebeten. So sagte es zumindest P.Bergeroo auf der Pressekonferenz.

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  • egjowe sagt:

    @FFFan
    An anderer Stelle schon geschrieben:

    Der Trainer kann auf einer Pressekonferenz vieles erzählen,
    wenn er kritisch befragt wird.
    Für Auswechslungen mussten schon häufig “Verletzungen” herhalten, besonders dann, wenn diese sich spielentscheidend für den Misserfolg herausstellten.

    Ich erinnere mich genau an Delie’s Gesichtsausdruck
    mit starrem Blick nach vorn und ihrem Kopfschütteln
    zum Ende der Verlängerung.

    Thomis nahm am Elfmeterschießen überhaupt nicht teil.
    Kerzengerade, starrer Blick voraus und “keinerlei Reaktion”
    auf das, was sich abspielte, ob positiv oder negativ für ihre Mannschaft.

    Bei beiden habe ich weiterhin das Gefühl, dass diese
    (Nicht-)Reaktion aus einer tiefen Enttäuschung herrührt,
    vielleicht auch Ausdruck eines Beleidigtseins.

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  • GG sagt:

    Danke @FFFan für die Aufklärung – in meiner Wahrnehmung der ausschlaggebende Aspekt in diesem Spiel.
    Drängt sich allerdings sogleich die Frage nach dem „Warum“ auf. Bei keineswegs extrem anspruchsvollen klimatischen Bedingungen gerade einmal Luft für 75 Minuten ? Demgegenüber – auch wenn der Vergleich etwas hinkt – „Duracell-Häschen“ (O-Ton Marco Hagemann, ESP) Tabbi Kemme, die sich nach der Herausnahme von Thomis erst so recht entfalten konnte. Konditionelle Probleme bei einer franz. Spitzenspielerin ??

    Und auch @never-rest einen Dank für die treffende Analyse zu Lena Goeßling: Gerade von ihr wären in der Schlußphase noch wichtige Impulse zu erwarten gewesen. Der Ausgleich ist m.E. vornehmlich auf eine Einzelleistung von Leo Maier zurückzuführen, gepaart mit dem Entgegenkommen/der Aufmerksanmkeit der kanadischen SR Chenard. Insoweit – Glück gehabt.

    Mit Blick auf die anstehende Partie stellt sich mir die Frage, ob und inwieweit das Trainerkollektiv die nötige Ruhe bewahrt. Zur Startformation (gegen FRA) würde ich lediglich einen Wechsel vornehmen: Mel Behringer für Melly Leupolz. Darüber hinaus die taktische Veränderung mit Alex Popp ins Sturmzentrum und Celia Sasic – mit Simon Laudehr – über die Außen. Dadurch käme einerseits mehr Durchschlagskraft durch die Mitte und zum anderen mehr Variabilität über außen ins deutsche Angriffsspiel; welches durch eine offensiver ausgerichtete Lena G., mit der ihr eigenen Spielübersicht, Paßgenauigkeit und Ballkontrolle, „gefüttert“ werden würde.

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  • Altwolf sagt:

    Noch einige Anmerkungen zur Bewertung von T.Kemme, deren Lesitung in der 1.Hz als weniger gut eingeschätzt und dabei offenbar von einigen geglaubt wurde man müsse nur die Ballannahme von Thomis stören.
    Genau hier irrt der Kritiker, denn jede Französin weiß um E-Thomis Schnelligkeit und spielt dann sinnvollerweise dann auch die Pässe an d. Defensivspielerin vorbei oder über sie hinweg, so daß in diesem Falle Tabi sie nur hätte mit dem Körper wegblocken können – Foulsspielpfiff als sichere Folge. Dies zu verteidigen war dann Aufgabe v. B.Peter, nämlich diese Pässe dann möglichst abzufangen, jedoch damit auch das Zentrum aufzumachen, wenn nicht auch die zweite IV nachrückt oder eine der 6er dies übernimmt.

    Damit sollte die mindere Leistungsbewertung v. T.Kemme in HZ 1 doch etwas relativiert werden.

    Gerade durch die besonderen Vorteile einer E.Thomis, wird im deutschen Kader klar, daß solch schnelle Außenbahnspielerinnen völlig fehlen und wir damit gerade gegen die USA eine etwas langsamere A.Krieger nicht wirklich in Nöte bringen werden.
    Ich kann mich noch gut erinnern als Ali K. noch beim 1.FFC spielte,wie sie v.Z.Jakabfi ein ums andere Mal überlaufen wurde.

    Das „Dilemma“ ist im deutschen Team,daß alle Offensivspielerinnen C.Salic, A.Mittag, A.Popp u. L.Lotzen vom Spielerinnentyp
    nahezu identisch sind u. sich nur in „Nuancen“ unterscheiden. Da nur A.Popp eine wirkliche Kopfballspielerin im Sturm darstellt, wird sie, wie auch L.Lotzen auf die Außenbahn „verbannt“ und hohe Flanken deshalb bei S.Neid“ verpöhnt“ erscheinen und damit auch jede hohe Flanke fast immer den Ballgewinn der Gegenerinnen bedeutet.

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  • Dori sagt:

    @GG:
    Ich würde Sasic nicht nach außen stellen, sondern sie zur Abwechslung mal ganz raus lassen und stattdessen eine andere Spielerin spielen lassen. Wenn es wieder nach Elfmeterschießen aussehen sollte, kann man sie ja immer noch einwechseln, weil sie bei Elfmetern starke Nerven zu haben scheint. Aber so aus dem Spiel heraus denke ich können andere Spielerinnen mehr zum Sieg beitragen. Aber nie im Leben wird Neid Popp ins Zentrum stellen und Sasic nach außen oder sogar ganz raus lassen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber schön wärs… Weder Sasic noch Popp auf Außen haben mich bei dieser WM bisher komplett überzeugt.

    @Altwolf:
    Das mit unseren Stürmerinnen stimmt. Meiner Meinung nach sind Popp und Lotzen die besten Kopfballspielerinnen im Team, aber wurden wie du schon gesagt hast (und das verstehe wer will) auf die Außenpositionen verbannt, Sasic köpft jeden zweiten gut getretenen Ball ins Weltall. Laudehr ist auch nicht die schlechteste Kopfballspielerin, aber besetzt auch die Außenposition und ist momentan meiner Meinung nach auch die einzige, die sich mit dieser Außenposition richtig anfreunden kann. Dass es nicht immer unbedingt an den Flanken, sondern auch zum großen Teil an den Abnehmerinnen liegt, konnte man auch gut im Thailandspiel erkennen, als fast alle Flanken wirkungslos waren und erst nach Hereinnahme von Petermann (die sich wohl kopfballtechnisch auch nicht schlecht anstellt) zu Toren führten.

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  • speedy75 sagt:

    @Altwolf
    Gut und treffend zusammengefasst kann man da nur sagen.

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  • never-rest sagt:

    Altwolf trifft den Nagel mal wieder auf den Kopf, was die Besetzung der Offensive angeht. Bei den meisten Gegnern ist es egal, ob die Außenbahnen stark besetzt sind oder nicht. Aber gegen richtig stabile und gut organisierte Abwehrfomationen wie Norwegen oder zuletzt Frankreich kommt zu wenig von den Flügeln, weil mit 2 Ausnahmen keine gelernten Spielerinnen für diese Postition im Aufgebot sind. Stattdessen gibt es ein Überangebot an Mittelstürminnen gleichen Typs, die in der Not dann eben außen eingesetzt werden. Laudehr ist sicher eine Spielerin, die den Job auf dem Flügel machen kann. Däbritz, Lotzen, Popp, Mittag sind auf den Flügeln nur Notlösungen. Eine echte Außenstürmerin wie Bremer sitzt nur auf der Bank. Wenn sie nicht richtig fit oder in Form ist, warum hat sie SN dann überhaupt zur WM mitgenommen und auf klassische, schnelle Außen wie Faißt und Blässe verzichtet? Alushi ist ja leider verhindert.

    Bin mal gespannt mit welchen Plan SN die Amis knacken will. Durch die geballte Mitte werden die Angriffsbemühungen wohl kaum zum Ziel führen. Da steht in Team-USA ein bombenfester Riegel mit Sauerbrunn und Johnston (vielleicht einer der besten Spielerinnen überhaupt auf dieser Position, wie schon bei der U20 WM 2012 gut zu sehen war) und davor Lloyd und Holiday.

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  • FFFan sagt:

    Hier zum Vergleich mal die ‚kicker‘-Noten:

    Angerer 2
    Maier 4
    Krahn 1,5
    Peter 4
    Kemme 4,5
    Goeßling 4
    Leupolz 4
    Laudehr 2,5
    Mittag 4
    Popp 4,5
    Sasic 2,5
    Marozsan 3,5
    Däbritz 3
    Behringer 3,5

    http://www.kicker.de/news/fussball/frauen/frauen-wm/frauen-weltmeisterschaft/2015/5/2824550/spielanalyse_deutschland-frauen_frankreich-frauen.html

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  • Altwolf sagt:

    Es ist schon ein „Kreuz“ mit den Bewertungen, auch wenn die Kickernoten dem Gesamteindruck der Spielerinnenleistungen und der Abstufungen gegeneinander etwas näher liegen als von womensoccer.

    Aber auch hier sehe ich das Problem, daß in der Regel nach dem Spiel die Bewertung gemacht wird und „natürlich“ der letzte Eindruck die Benotung prägt.

    Wer kann sich noch daran erinnern, das in den ersten ca. 20 min nicht A.Krahn in der Defensive so ziemlich alles abgeräumt hat, sondern B.Peter.
    Wem ist aufgefallen, daß sich auch in dieser Phase A.Popp ständig mit Defensivleistungen im MF und auch auf Außen im Wechsel m.T.Kemme gegen den starken französischen rechten Flügel erwehren mußte.
    Da hat man die guten Szenen von E.Thomis in Erinnerung und damit wird gefolgert, die beiden dort Zuständigen waren halt schlecht.

    Die gleichen Bewerter benoten eine gelungene Aktion gegen e. Ivorerin als Klasseleistung und eine mißlungene Aktion gegen e. „starke“ Französin mehr oder weniger als „Versagen“. Die Klasse des Gegeners darf man da auch schon einmal „würdigen“.

    Genauso wird sich kaum noch jemand an Natzes erste Faustabwehr erinnern, die alles andere als eine sichere und souveräne Aktion war.

    Ich würde mir wünschen, wenn man nun schon meint „Noten“ geben zu müssen, dann doch das Spiel zumindest 1 oder besser 2x zuvor anzusehen, denn der Mensch neigt zum Verdrängen und nur die für ihn „wichtigen“ Eindrücke zu speichern.

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  • Dori sagt:

    Ich finde das mit diesen Einzelnoten eh nicht so gut, weil man bei einem Fußballspiel nie nur die Spielerin allein bewerten kann, sondern auch die Einflüsse von anderen Spielerinnen oder dem Spiel an sich und die Gründe, warum die Spielerin so gehandelt hat/handeln musste, hinzu kommen. Hat sie ihre Position verlassen, weil eine andere Spielerin nicht auf ihrer Position war, wodurch dann wiederum die eigene Position frei wurde? Muss sie gegen die stärkste Spielerin des Gegners verteidigen oder angreifen, wohingegen die Mitspielerinnen vergleichsweise einfache Aufgaben hatten und deshalb in der Benotung besser weg kommen? Ist ihr zu offensives oder zu defensives Verhalten auf das Spielsystem zurückzuführen und hat sie dabei einfach nur die Anweisungen der Trainerin befolgt? Wie will man eine Torhüterin benoten, wenn sie kaum etwas zu tun hatte?

    Fußball ist ein Mannschaftssport und die Leistung einer Spielerin ist immer abhängig von der ihrer Mitspielerinnen und des Trainerstabs usw. Natürlich kann man sagen, dass eine Spielerin vielleicht sehr unkonzentriert wirkte oder viele Stockfehler hatte, nie dem Ball entgegengekommen ist und nie das Tor getroffen hat. Aber alles, was über diese individuellen Fehler hinausgeht, kann man als Außenstehender doch gar nicht wirklich bewerten bzw. sollte man nicht nur einer einzigen Spielerin in die Schuhe schieben.

    Abgesehen davon sind die Benotungen ja sehr subjektiv, wie man immer wieder in den Kommentaren lesen kann.

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  • karl sagt:

    @Altwolf: „Es ist schon ein “Kreuz” mit den Bewertungen, auch wenn die Kickernoten dem Gesamteindruck der Spielerinnenleistungen und der Abstufungen gegeneinander etwas näher liegen als von womensoccer.

    Aber auch hier sehe ich das Problem, daß in der Regel nach dem Spiel die Bewertung gemacht wird und “natürlich” der letzte Eindruck die Benotung prägt“
    Das ist sicher richtig, aber wer von euch sich noch an die Schulzeit erinnern kann muesste doch wissen dass Noten schon immmer und bei jeder Gelegenheit eine Sache der subjektiven Wahrnehmung und Wertung sind und waren.
    So ist das hier auch , und meine subjektive Wahrnehmung entspricht in etwa der von Marcus Noten und der Noten vom Kicker. Dass das manche ein wenig abweichend sehn ist doch voellig normal.

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  • Altwolf sagt:

    @Dori.

    Genau so, wie du es beschrieben hast, stellt sich das „Problem“ einer Spielerbenotung dar und

    @karl.

    die „subjektiven“ Wahrnehmungen machen das Ganze halt auch so „schwierig“ aber auch wiederum so emotional, da man dann so „wunderbar“ darüber diskutieren kann.

    Wenn wir uns dabei vielleicht möglichst vieler „objektiven“ Details und Fakten bedienen können, werden wir vielleicht den Spielerinnen etwas gerechter in der Beurteilung.

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