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Deutschland gegen Frankreich: Alles Kopfsache

Von am 25. Juni 2015 – 22.41 Uhr 15 Kommentare

Am Freitag (ab 22 Uhr live im ZDF) kommt es im Viertelfinale der Frauenfußball-WM zum ersten echten Highlight. Deutschland gegen Frankreich heißt das Duell im Olympiastadion von Montreal und den kraftvollen Deutschen und den technisch versierten Französinnen verspricht ein echter Hingucker und zugleich ein mentaler Abnutzungskampf zu werden.

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Umso grotesker, dass eines der womöglich besten Spiele der Frauenfußball-Geschichte auf Kunstrasen und in eine Fußballhalle stattfinden wird, denn das Dach des Olympiastadions ließe sich aufgrund technischer Probleme zwar öffnen, womöglich aber nicht mehr schließen.

Ungewohnte Bedingungen
„Das ist schon sehr speziell, dass man im Sommer in einer Halle Fußball spielt“, so Bundestrainerin Silvia Neid. „Es wird sehr laut sein, aber wir dürfen und davon nicht beirren lassen“, spielt Neid auf die spezielle Akustik der Halle und das Publikum des französischsprachigen Montreal an, das in Mehrzahl Frankreich anfeuern wird.

Peter oder Henning?
Noch unklar ist, wer in der DFB-Innenverteidigung die Rolle der gelbgesperrten Saskia Bartusiak übernehmen wird. Erste Wahl ist dabei Babett Peter, die bereits im Spiel gegen Thailand für die Frankfurterin eingewechselt wurde. Doch Neid wollte sich am Tag vor dem Spiel noch nicht in die Karten schauen lassen. „Josephine Henning hat auch gut trainiert, deswegen sind wir noch am Überlegen, was die beste Lösung ist.“

Silvia Neid

Bundestrainerin Silvia Neid sieht ihr Team für das Spiel gegen Frankreich gerüstet © Nora Kruse / ff-archiv.de

Frankreich als echter Prüfstein
Nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen ein enttäuschendes schwedisches Team dürfte der Weltranglistendritte Frankreich eine ganz andere Herausforderung darstellen. „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die schon lange daran arbeitet, etwas Großes zu erreichen. Frankreich glaubt, dass es an der Zeit ist, einen Titel zu holen.“ Im Duell zweier nahezu gleich starker Teams dürften Kleinigkeiten und mentale Stärke den Ausschlag geben.

Mit Teamwork zum Erfolg
Dabei gilt es laut Neid, „hervorragend im Team zu arbeiten“ und den Ball „möglichst vom eigenen Tor wegzuhalten.“ Doch dem Duell auf Augenhöhe, bei dem sich beide Teams häufig neutralisieren dürften, blickt Neid gelassen entgegen. „Wir fühlen uns sehr gut, haben uns gut regeneriert. Jetzt sind wir wieder in sehr guter Verfassung und können wieder Vollgas spielen.“

Bergeroo setzt auf eigene Stärke
Frankreichs Trainer Philippe Bergeroo meint: „Deutschland wird physisch viel Druck erzeugen, wir müssen in den Zweikämpfen voll da sein. Wir werden unsere Spielweise sicher nicht ändern, nur weil wir gegen Deutschland spielen. Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft.“

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • Wolfsburg Fan sagt:

    Wieso habe ich das Gefühl das gerade jetzt eine Anna Blässe gebraucht wird :/

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  • Detlef sagt:

    Es wird ein spannendes Spiel werden!!!
    Bisher konnten die Blauen in großen Turnieren gegen Deutschland noch keinen Blumentopf gewinnen!!!
    Meistens haben sie tollen Fußball gespielt, der schön anzuschauen war!!!
    Aber sie haben übers Schönspielen das Tore schießen vergessen!!! 😉
    Und solange die FIFA keine B-Note einführt, zählt nur das nackte Ergebnis!!! 😉

    Aber auch die DFB-Elf hatte so ihre Probleme mit der Chancenverwertung, vor allem gegen Norwegen!!!

    In der IV könnte das Duo Krahn- HENNING durchaus Sinn machen, da beide die meisten Gegenspielerinnen ja aus der Liga kennen!!!

    Also mal sehen, wer am Ende das bessere Konzept hat, und es auch umsetzen kann??? 😉

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  • Towatei77 sagt:

    Das wird ein Kracher, jedenfalls hoffe ich das. ein absolutes 50-50-Spiel. Da eine Vorhersage zu treffen, ist fast unmöglich. Ich denke, dass das Team, welches besser ins Spiel kommt und das erste Tor macht, gewinnen wird. Hoffentlich läuft es mit der Chancenverwertung der Deutschen heute etwas besser.

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  • Towatei77 sagt:

    @Wolfsburg Fan: Wieso hat man das Gefühl, dass es Du Blässes Nichtnominierung persönlich nimmst…

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  • never-rest sagt:

    @Detlef: Die Frnzösinnen kennen umgekehrt aber auch Krahn und Henning genauso gut 🙂

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  • vikkybummsy sagt:

    „Wolfsburg Fan: Wieso hat man das Gefühl, dass es Du Blässes Nichtnominierung persönlich nimmst“

    Es ist vlt. Anna Blässe die da öffentlich schmollt.

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  • waiiy sagt:

    Ich bin gespannt, wie die IV aussehen wird:

    Von den Einsatzminuten im Vorfeld sind es wohl Krahn-Peter.

    Von der Erfahrung in der französischen Liga Krahn-Henning (aber wie oft haben sie wirklich gemeinsam auf dem Platz gestanden?).

    Vom Verständnis untereinander denke ich fast, dass sich Henning-Peter noch besser verstehen und man hätte die beste Spieleröffnung, um nicht gleich wieder hinten hineingedrängt zu werden.

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  • Michele sagt:

    Deutschland wird verlieren, weil Neid nicht richtig aufstellt! Schade!

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  • Michele sagt:

    Das ist einfach keine gute Aufstellung!
    Angerer
    Kemme-Krahn-Peter-Maier
    Leupolz-Goeßling
    Laudehr-Mittag-Popp
    Sasic

    Solange Popp auf der Außenbahn agiert, wird Deutschland nicht Weltmeister!

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  • KarlMai sagt:

    Egal wer verliert: es ist IMO schade, dass diese Mannschaft dem Turnier nicht noch länger erhalten bleibt.

    Möge es von den vielen kleinen Umständen, die ein Spiel zwischen 2 so starken Teams entscheiden können, bitte keine Schiedsrichterfehlentscheidung sein, die den Ausschlag gibt… sondern wenn, dann lieber ein genialer Moment oder eine Einzelleistung der vielen Könnerinnen beiderseits, die dazu in der Lage sind. (Das negative Pendant dazu wäre ein individueller Fehler als möglicher entscheidender Faktor. Auch das wünsche ich mir nicht, und keiner Spielerin)

    Bin gespannt auf die TV-Quote heute, btw.

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  • Zaunreiter sagt:

    Meine Vernunft – als Deutscher – sagt: Deutschland überrollt Frankreich mit preussischer Effizienz und Disziplin.
    Mein Herz wünscht sich aber einen französischen Sieg.

    Letztes Jahr gewannen die deutschen Männer ihr Viertelfinale. Heute ziehen die deutschen Frauen nach. Ob ich das toll finden muss? Weiß ich nicht…

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  • Fuxi sagt:

    Meiomeiomei… Passgenauigkeit, Laufbereitschaft, Antizipieren – sieht nicht wirklich gut aus. Da waren die vier bisherigen Gegner wohl zu leicht.

    Schon frappierend, wie wenig sie nach vorn einander helfen und sich anbieten (man denke an den Konter über Laudehr auf links). Das ist bisher gar nix.

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  • Fuxi sagt:

    Liebe Leute, die mich bei den Ausführungen zum Schweden-Elfmeter rot gemacht haben: So ist er gut geschossen!

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  • Fuxi sagt:

    Glück gehabt !

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